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Afrika. Meldungen (Teil 3)

Meldungen über Afrika generell: AIDS ist am Abnehmen, die Massnahmen beginnen zu greifen -- Ostafrikas Regierungen wollen eine Währungsunion -- Libyen wird islamische Scharia-Republik -- in Sambia regiert ein Porno-Verbot -- Nigeria: 50 Milliarden Dollar Ölgewinne "verschwinden" einfach so... -- Kriegsverbrechen in Zentral-Afrika -- Pest auf Madagaskar mit bereits um die 40 Pesttoten -- Namibia: Geisteskranker Pilot lässt Embraer-Flugzeug extra abstürzen -- unsichere Strassen in Afrika -- Südafrika mit langfristigen Schulden günstiger bewertet -- immer mehr Hetze gegen Homosexuelle, nun auch Angst in Kenia -- Anarchie in Südafrika mit immer mehr Lynchmorden - Polizei und Justiz haben keine Kontrolle mehr -- 330 Ebola-Tote in 3 Monaten -- Filmreihe "Vergiftete Geschenke": Wie die EU Afrika kaputtmacht -- eine Karte von Afrika im CIA-Stil mit Bodenschätzen und Produkten -- Nairobi: Der letzte nördliche Breitmaulnashornbulle ist gestorben -- neue Erdölfunde in Afrika -- Erfinder Kelvin Doe (13) aus Sierra Leone mit Batterien und Generatoren aus Recycling-Material -- Afrika wird seit 1700 von Europäern systematisch geplündert - Afrikaner fliehen nach Europa, weil Europa Afrika zerstört -- Kriege in Afrika zerstören Schulsysteme, Millionen Kinder bleiben ohne Schule -- Äthiopien mit U-Bahn aus China -- Armut und Gewalt in Südafrika ohne Ende: 49 Morde pro Tag -- 3.4.2017: Südafrika ist Ramsch -- 6.4.2017: 1500 Flüchtlinge aus Süd-Sudan pro Tag im Sudan -- 11.4.2017: Libyen wird Sklavenmarkt -- Kenia 1.5.2017: Vertreibung von Weissen durch schwarze Nomaden - Libyen 8.5.2017: IS aus Hafen rausgeschmissen -- 20.5.2017: Hoffnungslosigkeit in Tunesien produziert Selbstmordwelle -- 21.6.2017: Zentralafrikanische Republik: Bürgerkrieg Christen gegen Muslime -- 29.6.2017: Goldminenfunde in Süd-Libyen provozieren Konflikte --

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Spiegel online, Logo

30.11.2013: <Kampf gegen Aids in Afrika:
Epidemie am Wendepunkt> - Massnahmen greifen

aus: Spiegel online; 30.11.2013;
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kampf-gegen-aids-in-afrika-epidemie-am-wendepunkt-a-929873.html

<Von Benjamin Dürr

Nach Jahren der Rückschläge scheint endlich ein Wendepunkt erreicht: Die Zahl der Aids-Toten und HIV-Infektionen sinkt deutlich. Forscher sehen schon das Ende von Aids in Afrika. Spurensuche in Swasiland, dem Land mit der höchsten HIV-Rate der Welt.

Es gab Jahre, da fanden jeden Tag Beerdigungen statt. Die Kultur im südlichen Afrika will es, dass Tote an einem Samstag begraben werden. Weil aber so viele Menschen starben, dass die Wochenenden nicht mehr ausreichten, wurden in vielen Dörfern und Städten täglich Gräber geschaufelt.

Nirgendwo auf der Welt sind so viele Menschen HIV-positiv wie im Afrika südlich der Sahara, nirgendwo sterben so viele Menschen an Aids.

Es gab Jahre, da fanden jeden Tag Beerdigungen statt. Die Kultur im südlichen Afrika will es, dass Tote an einem Samstag begraben werden. Weil aber so viele Menschen starben, dass die Wochenenden nicht mehr ausreichten, wurden in vielen Dörfern und Städten täglich Gräber geschaufelt.

Nirgendwo auf der Welt sind so viele Menschen HIV-positiv wie im Afrika südlich der Sahara, nirgendwo sterben so viele Menschen an Aids.

Jetzt aber gibt es zum ersten Mal Erfolge: In jüngster Zeit fallen Infektions- und Sterberaten im Afrika südlich der Sahara stark. Was lange undenkbar schien, halten Experten nun für möglich: ein Ende von Aids in Afrika.

Auf dem Weg zu null Neuinfektionen und null Aids-Toten, "Getting to Zero", hat Unaids eine Studie genannt, die die jüngsten Erfolge im südlichen und östlichen Afrika zusammenfasst:

  • Die Zahl der Aids-Toten nahm in vielen Ländern in den vergangenen acht Jahren um 40 Prozent ab.
  • Statt 1,3 Millionen wie im Jahr 2005 starben 2011 nur noch 800.000 Menschen an Aids, eine Abnahme um 38 Prozent.
  • Zwischen 2001 und 2011 sank die Zahl der Neuinfektionen um 30 Prozent. Einen Rekord stellt dabei Äthiopien auf: Dort sank die Zahl sogar um 90 Prozent.

Nach Jahrzehnten der Rückschläge scheint es einen Wendepunkt zu geben.

In Swasiland, dem Land mit der höchsten HIV-Rate der Welt, ist er besonders zu erkennen. In dem kleinen Bergkönigreich, das von Südafrika und Mosambik umschlossen wird, sind zwischen 26 und 31 Prozent der Menschen HIV-positiv. Das ist Weltrekord. Nun könnte das Land zum Modell für andere Entwicklungsländer werden und zeigen, wie man HIV und Aids unter Kontrolle bringt. Eine Spurensuche nach den Gründen für die Erfolge.

Grund 1: Wissen und Testen

Auf einem Stein hockt ein alter Mann. Das eine Bein ausgestreckt, die Hände gefaltet, auf einen Stock gestützt. 72 Jahre alt ist Johannes Dladla. Er hievt sich auf einen Esel, vier Stunden dauerte der Ritt von seiner Hütte zu dem Stein, auf dem er nun wartet.

Shiselweni ist die ärmste und abgelegenste Region in Swasiland. Etwa einmal im Monat kommt ein Geländewagen mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen in das Tal. Im Zelt können sich die Menschen auf HIV und Tuberkulose testen lassen. Die Schnelltests funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, ein bisschen Blut und ein paar Minuten reichen dafür aus.

Die Tests sind ein Grund, warum die Infektionszahlen in Swasiland fallen. Zu oft würden die Leute nichts von ihrer Infektion wissen und andere anstecken, sagt Tengetile Hlophe, die das Test-Team von Ärzte ohne Grenzen anführt. Hilfsorganisationen arbeiten deshalb daran, so viele Menschen wie möglich zu testen.

Tests führten auch bei Polio und Pocken zum Erfolg

Die Tests hätten noch einen weiteren Vorteil, erklärt Hlophe: Bei wem das Ergebnis positiv sei, der könne gleich behandelt werden. Je früher man mit der antiretroviralen Therapie beginnt, desto wirksamer ist sie. Außerdem sind Infizierte unter Behandlung weniger ansteckend und tragen dazu bei, dass die HIV-Verbreitung abnimmt.

Etwa 40 Personen testen die Mitarbeiter bis zum frühen Nachmittag, bis zu 1200 im Monat. "Mehr HIV-Tests sind eine zwingende Notwendigkeit gegen die HIV-Epidemie", heißt es in einem WHO-Bericht. Viele Länder hätten in den vergangenen Jahren entsprechende Maßnahmen getroffen: Krankenschwestern lernen, Schnelltests anzuwenden; Gesundheitsministerien stellen Personal ein oder schaffen mobile Test-Teams.

Manche Staaten diskutieren sogar über systematische oder verpflichtende Tests. Mit dieser Methode, so der Gedanke, seien schon andere Krankheiten wie Polio oder Pocken zurückgedrängt worden.

Auch lokale Kräfte spielen eine Rolle. Wie zum Beispiel Rose Khanyisite. Die junge Frau ist selbst HIV-positiv und kann erklären, warum Tests notwendig sind. Oder alte Männer wie Johannes Dladla: Sie sind in ihren Familien und Dörfern eine Autorität. Wenn sie sich testen lassen, folgen die anderen.

Grund 2: Behandlung

Früher waren es mehr als 20 Tabletten, heute besteht eine antiretrovirale Therapie (ART) aus mindestens drei. Je früher man beginnt, desto weniger Schäden richtet das HI-Virus an: Die Lebenserwartung bleibt hoch, außerdem sinkt das Risiko einer Übertragung auf andere. Bei Paaren wird so ein Schutz von bis zu 96 Prozent erzielt, ähnlich hoch wie er bei einer Impfung wäre. "Treatment as Prevention", Behandlung als Vorbeugung, heißt diese Strategie.

Um die Zahl der Aids-Toten und HIV-Infektionen zu senken, verteilen Regierungen und Hilfsorganisationen deshalb Medikamente. Laut Unaids haben es fünf Länder in Afrika geschafft, mehr als 80 Prozent der Infizierten zu behandeln. Swasiland ist eines dieser Länder.

"Das Land hat in manchen Regionen eine Steigerung um 600 Prozent erreicht", sagt Kiran Jobanputra, der für die Organisation Ärzte ohne Grenzen und das Gesundheitsministerium Swasilands daran ist, noch mehr Medikamente zu verteilen.

Nur regelmäßig eingenommen wirken die Tabletten

Es gibt sie umsonst. In den Dörfern achten Mitarbeiter und Kontaktpersonen darauf, dass sie eingenommen werden. Sie besuchen Infizierte, die ihre Tabletten nicht abgeholt haben. Denn wenn die Einnahme nicht durchgezogen wird, droht die Gefahr, dass Resistenzen entstehen und die Therapie nicht mehr wirkt.

Südafrika geht noch einen Schritt weiter: Weil der strenge Medikamentenplan oft schwer mit dem harten Leben auf dem Land oder in Armut zu kombinieren ist, hat das Land im Frühjahr eine Einzelpille eingeführt. Statt drei bis fünf müssen Infizierte nur noch eine einzige Pille schlucken.

"Mehr Menschen unter Behandlung heißt weniger Infektionen", sagt der Mediziner Jobanputra in Swasiland. "Durch Eindämmung wird aus HIV eine kontrollierte Epidemie, die nur noch in bestimmten Risikogruppen auftritt - das ist der erste Schritt zur Ausrottung."

Vorzeigeland Äthiopien

Auch in Äthiopien scheint das Ende von Aids nah: Vier Jahre lang arbeitete Kesetebirhan Admasu dort als Arzt in einer Klinik. Die Krankenhäuser des Landes waren damals voll mit Aids-Patienten. Heute ist Admasu Gesundheitsminister in Äthiopien, einem der Erfolgsfälle in den vergangenen Jahren.

Das Land hat zwischen 2001 und 2011 die Zahl der HIV-Neuinfektionen um 90 Prozent gesenkt, so stark wie kein anderes afrikanisches Land. Die sinkenden Infektions- und Sterberaten sind vor allem eine Folge der ART. Seit 2005 werden die Medikamente in Äthiopien kostenlos verteilt. In den Dörfern gibt es geschulte Kräfte, die darauf achten, dass jeder seine Medikamente nimmt. Admasu hält sogar eine vollständige Ausrottung von Aids für möglich. Darüber werde hinter den Kulissen diskutiert, sagt der Minister. 2015, wenn ein neuer Fünfjahresplan für das Gesundheitswesen beginnt, könnte das Ziel "null HIV-Neuinfektionen" formuliert werden.

Grund 3: Offenheit

An einem Samstagvormittag dröhnt es vom Parkplatz eines Einkaufszentrums. Die Frau schreit, der Mann packt ihren Arm, sie reißt sich los. Vor 300 Zuschauern streitet ein Paar über Kondome.

Über Sex, Kondome, HIV oder Aids zu sprechen, gehörte sich lange Zeit nicht. Jetzt sprechen Schauspieler über solche Themen - auf einer Bühne mitten im Zentrum von Mbabane, der Hauptstadt Swasilands. Die "Condom Nation Tour" zieht von Stadt zu Stadt um das Schweigen, die Vorverurteilung und Stigmatisierung rund um HIV und Aids zu beenden.

Die Offenheit und der Mentalitätswechsel sind ebenfalls ein Grund für die sinkenden Infektions- und Sterberaten. Früher verheimlichten viele Betroffene ihre Infektion aus Angst vor der Stigmatisierung. Doch nur wenn sie nicht mehr fürchten müssen, ihre Arbeit zu verlieren oder von ihrer Familie verstoßen zu werden, lassen sie sich auch testen.

Bongani Mtupha vom Organisationsteam der "Condom Nation Tour" sagt, damit erreiche man jede Woche etwa tausend Menschen, vor allem Jugendliche. "Wir merken, dass es einen Mentalitätswandel gibt", sagt er. "Die Leute schauen nicht mehr peinlich berührt weg, sondern kommen dazu."

Auch in der Politik wurde über das Thema geschwiegen oder die Krankheit verharmlost. "In den vergangenen Jahren haben wir es geschafft, das Schweigen zu durchbrechen", sagt Unaids-Direktor Michel Sidibé. Politiker hätten erkannt, dass sie handeln müssen - und dass sie was erreichen können, erzählt Sidibé im Interview:

Der Anfang vom Ende?

Bedeuten die positiven Entwicklungen tatsächlich, dass der Wendepunkt erreicht, der Anfang vom Ende von Aids in Afrika markiert ist?

Die Organisation One definiert diesen Zeitpunkt als jenen, an dem die Anzahl der Menschen, die über das Jahr verteilt neu in Behandlungsprogramme aufgenommen werden, erstmalig der Zahl der HIV-Neuinfektionen im gleichen Jahr entspricht. "Dieser Punkt wird im Jahr 2015 erreicht sein, wenn die aktuellen Trends anhalten", heißt es in einem One-Report. 16 von 37 Ländern in Subsahara-Afrika hätten diesen Wendepunkt bereits erreicht.

Das Problem, so One: Während manche Länder Erfolge verzeichneten, bewege sich in anderen kaum etwas. Man müsse einzelne Länder deshalb stärker unterscheiden. Zudem werde Aids nicht länger als lebensbedrohliche Epidemie wahrgenommen, dem Thema mangele es an Präsenz auf der internationalen politischen Agenda. Demnach steht der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose vor einer Finanzierungslücke von drei bis fünf Milliarden US-Dollar jährlich.

Die weltweite Wirtschaftskrise ist bei der Finanzierung eine der größten Hürden. Viele Länder, auch in Europa, streichen Gelder für Anti-Aids-Programme und globale Projekte. Ob das Ende von Aids bald erreicht wird, hängt Experten zufolge nicht nur von den Entwicklungen in Afrika ab - sondern auch von der Bereitschaft der Industrieländer, weiter gegen die Verbreitung zu kämpfen.>

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Spiegel
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1.12.2013: Ostafrika will unbedingt ins Verderben: <Vorbild Euro-Zone: Ostafrika strebt Währungsunion an> - Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi

aus: Spiegel online; 1.12.2013;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ostafrika-strebt-waehrungsunion-nach-dem-vorbild-der-euro-zone-an-a-936629.htm

<Die fünf ostafrikanischen Staaten Kenia, Tansania, Uganda, Ruanda und Burundi wollen sich eine gemeinsame Währung geben. Mit der Währungsunion für insgesamt rund 135 Millionen Menschen sollen der Handel vereinfacht und ausländische Investoren angezogen werden.

Nairobi/Kampala - Die fünf Staaten der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) möchten nach dem Vorbild der Euro-Zone eine gemeinsame Währungsunion schaffen. "Wir haben nun den notwendigen Rahmen, um das Versprechen einer Integration einzulösen", sagte der Präsident Kenias, Uhuru Kenyatta, laut einer Mitteilung des Präsidialamtes in Nairobi nach Unterzeichnung eines entsprechenden EAC-Abkommens.

Eine einheitliche Währung in Burundi, Kenia, Ruanda, Tansania und Uganda binnen der kommenden zehn Jahre werde maßgeblich zum wirtschaftlichen Wachstum der Region und zu ihrer Attraktivität für Auslandsinvestitionen beitragen, sagte Kenyatta. Die Währungsunion soll - ähnlich wie beim Euro - über eine gemeinsame Zentralbank gelenkt werden. Die Länder, die zum Teil über erhebliche Öl- und Gasvorkommen verfügen, wollen auch ihre Finanz- und Währungspolitik angleichen.

Kenias Staatschef wurde am Samstag auf dem EAC-Gipfel in Kampala auch zum neuen Vorsitzenden der Staatengemeinschaft mit insgesamt etwa 135 Millionen Einwohnern gewählt.

In Ostafrika ebenso wie anderen Teilen des Kontinents gibt es mehr als ein Dutzend sich zum Teil überschneidende regionale Wirtschaftsgemeinschaften. Wichtige Ziele wie die Intensivierung des innerafrikanischen Handels oder der Abbau der Zoll- und Grenzhemmnisse wurden bisher nur sehr begrenzt erreicht. Auch die EAC hat schon seit 2005 eine Zollunion und seit 2010 einen gemeinsamen Markt im Visier.

Zwischen den EAC-Staaten gibt es allerdings noch immer heftige politische Spannungen: Tansania und Burundi beschuldigten jüngst Kenia, Uganda und Ruanda, mit einem gemeinsamen Visum für Ausländer die Gemeinschaftsidee zu verletzen.

Der Finanzexperte Kenneth Kitariko von der Investmentberatungsfirma African Alliance Uganda sagte, bis zur Umsetzung der Pläne sei es noch ein weiter Weg. Für einige der beteiligten Länder könnten die Hürden zu hoch sein, die als gemeinsame Grundlagen für eine solche Union noch ausgestellt werden müssten.

nck/dpa/Reuters>

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Basler
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Zentralafrikanische Republik 2.12.2013: Christen und Muslime sind vor dem Bürgerkrieg

aus: Basler Zeitung online: «Morgen kommen wir wieder und erschiessen euch»;
http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Morgen-kommen-wir-wieder-und-erschiessen-euch/story/31671961

<Von Florence Richard, Krista Larson, AP 

In der Zentralafrikanischen Republik lebten Christen und Muslime über Generationen friedlich zusammen. Das ist Geschichte. Heute steht das Land am Rande eines Genozids.

Die Männer kamen auf Pritschenwagen, und ihre Botschaft war unmissverständlich: flieht oder sterbt. Die Warnung der etwa zehn muslimischen Rebellen galt mehreren hundert Menschen, die in der katholische Missionsstation von Bouca Zuflucht gesucht hatten.

«Wenn ihr nicht bis morgen 8 Uhr verschwunden seid, werden wir wiederkommen, euch erschiessen, und das Gelände niederbrennen», sagte der selbst ernannte Oberst Ismael Hadjaro einem Augenzeugen zufolge zu der Nonne, welche die Missionsstation leitet. «Ihr macht daraus einen Religionskrieg.»

Hadjaro und seine Männer gehören zur Séléka, jener Rebellenbewegung, die im März den Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik gestürzt hat. Die Gegend um Bouca wiederum ist die Heimat einer immer grösser werdenden christlichen Miliz, die sich Anti-Balaka nennt. Hier, im Nordwesten des Landes, lebten Christen und Muslime über Generationen hinweg friedlich zusammen. Das ist Geschichte.

1000 französische Soldaten

Hektische Telefonate folgten den Drohungen der Rebellen gegen die Einrichtung der katholischen Kirche. Soldaten einer aus den Nachbarstaaten rekrutierten Friedenstruppe eilten nach Bouca, um die Missionsstation zu schützen. Die meisten Flüchtlinge, die sich dort aufhalten, sind Frauen und Kinder, wie Lewis Mudge von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sagt. Mudge war dabei, als Hadjaro in der vergangenen Woche seine Drohung aussprach.

Der Aussenminister der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, Laurent Fabius, sieht das Land «am Rande eines Genozids». Frankreich hat angekündigt, 1000 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik zu entsenden, um die Gewalt einzudämmen, bis die Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) voll einsatzfähig ist.

In Bouca begann die Lage vor knapp drei Monaten zu eskalieren. Am 9. September griffen christliche Milizionäre ein muslimisches Viertel an und steckten Häuser in Brand. Die Vergeltung der Séléka-Rebellen liess nicht lange auf sich warten. Unter den Opfern war nach Angaben von Amnesty International der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, dem die muslimischen Rebellen Kollaboration mit der Anti-Balaka vorwarfen. An nur einem einzigen Tag wurden 115 Christen und 38 Muslime getötet, wie Human-Rights-Watch-Mitarbeiter Mudge sagt.

Kämpfer sinnen auf Vergeltung

Seit Anfang November wird Bouca von einer neuen Welle der Gewalt erschüttert. Mehrere hundert Wohnungen liegen in Schutt und Asche. Wer nicht in die Missionsstation geflohen ist, hält sich im Busch rund um die Stadt versteckt. Einer davon ist Nathanael Wandji, der Direktor des örtlichen Roten Kreuzes. «Mein Haus wurde von Séléka-Rebellen geplündert und niedergebrannt», sagt Wandji. «Wir müssen hier schnell wieder für Ruhe sorgen. Die Situation wird immer dramatischer.»

Doch die Kämpfer beider Seiten sinnen auf Vergeltung. «Die Anti-Balaka ist gegen Muslime, sie wollen nicht, dass Muslime unter ihnen leben», sagt Mahadji Maamate, der sich selbst als Sprecher des Séléka-Kommandeurs Hadjaro bezeichnet. «Sie haben arme Muslime getötet und ihre Kinder verbrannt.»

In den Reihen der Anti-Balaka hört man die gleiche Kriegsrhetorik. «Die Rebellen haben meine Eltern und meine Frau umgebracht – jetzt bin ich an der Reihe, sie zu töten», sagt einer der christlichen Milizionäre.

In und um Bouca geht das Leiden weiter. Die Menschen sterben an Malaria und anderen Krankheiten, weil es keine medizinische Versorgung gibt. «Die Kämpfe in Bouca sind bezeichnend für die schreckliche Gewalt, welche die Zentralafrikanische Republik in den Abgrund reisst», sagt Sylvain Groulx von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. «Wir sind sehr besorgt über die Lage der Vertriebenen, die in Kirchen, Moscheen oder Schulen zusammengepfercht sind oder im Busch leben, ohne Zugang zu Medikamenten, Lebensmitteln oder Wasser. Es muss viel mehr getan werden, und zwar sofort.» (baz.ch/Newsnet)>

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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online, Logo

4.12.2013: Libyen wird islamische Scharia-Republik

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online: Islamismus nach Nato-Bomben: Libyen führt die Scharia ein ; 6.12.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/04/libyen-fuehrt-die-scharia-wieder-ein/

<Nachdem der Westen den Diktator Gaddafi vertrieben hat, wird Libyen zur islamistischen Republik. Die EU bildet die Soldaten aus. Die Politik der globalen Einmischung bringt giftige Früchte hervor.

In Libyen soll künftig die Scharia Basis der gesamten Gesetzgebung sein. Die Nationalversammlung stimmte am Mittwoch dafür, das Islamische Recht zur „Quelle der Gesetzgebung in Libyen“ zu machen. Sämtliche staatliche Institutionen hätten sich daran zu halten. Ein Sonderausschuss soll alle existierenden Gesetze überprüfen, um sicherzustellen, dass sie mit dem Islamischen Recht vereinbar sind.

Die Folgen der Entscheidung waren zunächst nicht klar. Sie dürfte aber unter anderem Auswirkungen auf das Finanz- und Strafrecht haben. Die Einführung der Scharia ist ein weiterer Hinweis darauf, dass zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi in Libyen Islamisten zunehmend Einfluss auf die Gestaltung des Staats haben. Das Land hat noch immer keine Verfassung.

Die EU ist in Libyen vor allem aufgefallen, weil sie die Soldaten ausbildet. Doch ob diese tatsächlich nur zur Regelung des Straßenverkehrs eingesetzt wird, wie man in Brüssel hofft? (mehr hier).

Die Einführung der Scharia ist ein Beleg, dass die Einmischung in innere Angelegenheiten in der Regel nicht zu dem Ergebnis führt, das man sich erhofft. Die EU hat bei ihrer unkontrollierten Außenpolitik bereits Milliarden an Steuergeldern versenkt (Palästinensische Gebiete, Kongo, Ägypten und viele mehr).

Derzeit betätigt man sich in Brüssel als stolzer Player in der Ukraine. Der Linke Abgeordnete Andrej Hunko hat zu Recht auf die Absurdität hingewiesen: Neben dem Demonstrationsrecht müsse auch „das Recht des demokratisch gewählten Parlaments und der Regierung verteidigt werden, das EU-Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen“. Hunko weist die „Aufrufe zum gewaltsamen Sturz der Regierung durch die Opposition“ zurück.

Tatsächlich ist eines der ältesten Gesetze des Völkerrechts immer noch eines der besten: Jenes von der Selbstbestimmung der Völker.

Auch in Libyen wäre es besser, wenn sich fremde Nationen fernhalten.

Möglicherweise wäre die Scharia zu verhindern gewesen, wenn die Libyer wirklich selbst über ihr Schicksal hätten bestimmen können.

Nun aber wird das Land in die Hände der Islamisten getrieben. Und Libyen, das mit europäischen Steuergeldern „befreit“ wurde, muss vermutlich schon bald als Schurkenstaat und Hort des Terrorismus als neues Feindbild herhalten.>

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20 minuten Logo

5.12.2013: In Sambia regiert ein Porno-Verbot - mit Gefängnisstrafen

Im Spionieren sind die Entwicklungsländer Spitze - aber in Toleranz sind sie immer mehr im Mittelalter. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online:
Schweizer in Sambia wegen Pornos verhaftet; 5.12.2013;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/Schweizer-in-Sambia-wegen-Pornos-verhaftet-28849036


<Er wollte in Sambia auf Safari. Doch jetzt wartet ein Schweizer (47) auf seinen Prozess, weil er Pornos gedreht haben soll. Dies ist im afrikanischen Land streng verboten.

Er posiert mit einem Dutzend Einheimischen in einem Dorf in Sambia. Alle lachen. Das ist das letzte Bild, das Markus A. (Name geändert) auf Facebook postete. Kurz darauf bekam es der Schweizer Tourist mit der Justiz des Staates im Süden Afrikas zu tun: Am 12. September fanden Beamte bei ihm «obszönes Material». Markus A. wurde verhaftet.

Konkret geht es um Pornofilme: Der Solothurner soll bei einem Dreh von Sexszenen mit sambischen Frauen beteiligt gewesen sein. Die Polizei fand auf seinem Laptop einen Ordner, der mit «Hot Zambian Woman» angeschrieben war. Darin war ein Film, der Markus A. beim Sex mit einer Einheimischen zeigen soll. Die Polizisten beschlagnahmten den Laptop und eine Fotokamera.

Ein Ausländer hatte Markus A. verpfiffen. Denn in Sambia ist schon der blosse Besitz von Pornografie strafbar. Für homosexuelle Handlungen oder so genannt «widernatürliche Sexualpraktiken» drohen im mehrheitlich christlichen Staat sogar bis zu 14 Jahre Gefängnis und Zwangsarbeit.

«Keine Ahnung, wie unser Sohn da reinrasselte»

Den ersten Gerichtstermin hat Markus A. verpasst. Der 47-Jährige, der wegen paranoider Schizophrenie von der IV lebt, war offenbar zwischenzeitlich in einer psychiatrischen Anstalt im Norden Sambias. Seit Dienstag sitzt er wieder im Gefängnis, wie seine Eltern bestätigen. Das Gericht lehnte seinen Antrag auf Kaution ab – das Risiko sei zu gross, dass er flüchte.

Markus A. plädiert auf unschuldig. Auch seine Eltern, bei denen er im Kanton Solothurn wohnt, glauben nicht, dass ihr Sohn etwas Schlimmes getan haben könnte: «Die Nachricht, dass er im Gefängnis sitzt, war für uns ein Schock. Wir haben keine Ahnung, wie unser Sohn da reinrasselte», sagt der Vater.

«Er war nicht der Drahtzieher»

Der Kopf hinter der Pornoproduktion war laut der «Times of Zambia» ein ausländischer Ex-Diplomat. Wie er und Markus A. sich kennenlernten, weiss der Vater nicht. «Mein Sohn hat die Drehs aber sicher nicht organisiert. Er war todsicher nicht der Drahtzieher», so der Vater.

Die Eltern stehen in Kontakt mit dem Pflichtverteidiger, der Markus A. zugewiesen wurde. Auch das Schweizer Aussendepartement hat sich eingeschaltet, wie es auf Anfrage mitteilte. «Die Botschaft in Südafrika, die für Sambia zuständig ist, ist in Kontakt mit den lokalen Behörden, um konsularischen Schutz zu gewähren.»

Im Gefängnis droht Folter

Am Freitag hat Markus A. einen weiteren Gerichtstermin. Laut örtlichen Medienberichten könnte aber mindestens bis zum 27. Dezember im Gefängnis sitzen – und zwar unter prekären Haftbedingungen. Laut einem Bericht von Human Rights Watch und anderen Organisationen leiden viele Häftlinge an Unterernährung, sind die Gefängnisse überbelegt und ist die Gefahr gross, dass die Insassen gefoltert oder vergewaltigt werden.

Die Eltern von Markus A. wollen sich gar nicht ausmalen, was ihr Sohn gerade durchmacht – für etwas, dass in der Schweiz heutzutage nicht mal mehr moralisch verwerflich sei, wie der Vater sagt. «Wir hoffen einfach, dass sie ihn wegen seiner Krankheit in die Schweiz abschieben.»

(hal)>

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Stimme Russlands online, Logo

Nigeria 12.12.2013: 50 Milliarden Ölprofite "verschwinden" einfach so... - das ist "Globalisierung"

aus: Stimme Russlands online:
Nigeria: 50 Milliarden US-Dollar Ölerträge verschwunden ; 12.12.2013;
http://german.ruvr.ru/news/2013_12_12/Nigeria-50-Milliarden-US-Dollar-Olertrage-verschwunden-7398/

<STIMME RUSSLANDS

Die nigerianische Regierung hat aus den Ölexporten von 2012 und 2013 ca. 50 Milliarden US-Dollar verloren. Darüber schrieb in einem Brief an den Präsidenten des Landes Goodluck Jonathan der Leiter der nigerianischen Zentralbank Lamido Sanusi.

Sanusi zufolge verlieren sich die Geldspuren in der staatlichen Ölgesellschaft Nigerian National Petroleum Corporation (NNPC).

NNPC „verlor" somit rund 76 Prozent der jährlichen Einnahmen, was ungefähr den Staatsausgaben für zwei Jahre entspricht. Sanusi fügte hinzu, dass er über diese Fälle seit 2010 an den Präsidenten schreibe, worauf aber bisher keine Reaktion folgte.>

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Deutsche Wirtschaftsnachrichten online,
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14.12.2013: Südafrika nach Mandela - ein Land am Abgrund: Durch Korruption wächst die Armut der Schwarzen - Schmiergelder, Vergewaltigungen, Lebenserwartung unter 50

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online:
Südafrika nach Mandela: Ein Land am Abgrund, ganz ohne Illusionen; 14.12.2013;
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/14/suedafrika-nach-mandela-ein-land-am-abgrund-ganz-ohne-illusionen/
http://terragermania.com/2013/12/14/sudafrika-nach-mandela-ein-land-am-abgrund-ganz-ohne-illusionen/

<Nelson Mandela hat trotz seines Status als Freiheitsheld nicht verhindern können, dass sein Heimatland nach der Befreiung vom Rassismus in Korruption und Elend versinkt. In Südafrika gibt es keine neuen Helden, die das Land zu einer echten Demokratie umbauen könnten. Die Zeichen stehen eher auf einen neuen Bürgerkrieg.

Nelson Mandela war eine eindrucksvolle Figur – vor allem, weil er nach Jahrzehnten im Gefängnis der Gewalt abschwor, die er zuvor selbst anwendete, um das Apartheid-Regime zu stürzen.

Doch Mandela ist als politischer Führer kein Glücksfall für Südafrika gewesen. Denn alle Statistiken sprechen eine deutliche Sprache:  Seit dem Ende der Apartheit Anfang der 90er Jahre haben sich die Lebensumstände auch der schwarzen Bevölkerung massiv verschlechtert. Zwischen 1995 und 2000 sank das durchschnittliche Einkommen um 40 Prozent, so das National Bureau of Economic Research. Seitdem hat sich die Lage nur wenig verbessert.

Die Armut hat vor allem eine Ursache: die Korruption.

Südafrika ist heute eines der korruptesten Länder der Erde. Drei Viertel der Südafrikaner sagten, dass die Korruption innerhalb der letzten beiden Jahre zugenommen habe, so das 2013 Global Corruption Barometer von Transparency International. 65 Prozent sagten, die Korruption im Land sei ein „ernstes Problem“.

83 Prozent sagen, dass die südafrikanische Polizei korrupt oder extrem korrupt ist. 77 Prozent sagten, dass die politischen Parteien korrupt oder extrem korrupt sind. Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hatte innerhalb der letzten 12 Monate ein Schmiergeld gezahlt.

Mehr als ein Drittel der Männer in Johannesburg sagte im Jahr 2010, dass er schon einmal eine Frau vergewaltigt hat, berichtet die Huffington Post. 7 Prozent der Männer haben sich schon mindestens einmal an einer Gruppenvergewaltigung beteiligt.

Die Lebenserwartung in Südafrika ist heute mit weniger als 50 Jahren die zweitniedrigste der Welt, so die CIA. In Zeiten der Apartheid war die Lebenserwartung auf 64 Jahre angestiegen.

Der Grund für diese katastrophale Bilanz liegt in der Ideologie, der Mandela und seine Kombattanten anhingen: Sie waren knallharte Kommunisten, die Privateigentum ablehnten und versuchten, ihre eigene Funktionärs-Clique in Stellung zu bringen.

Bei seiner Festnahme im Jahr 1962 war Mandela Mitglied im Zentralkomitee der Südafrikanischen Kommunistischen Partei (SACP), sagt der heutige stellvertretende SACP-Generalsekretär Solly Mapaila: „Für uns südafrikanische Kommunisten, wird Genosse Mandela für immer den monumentalen Beitrag der SACP in unserem Befreiungskampf symbolisieren“, zitiert ihn BusinessDay.

[Enteignungen von Bauern und Unternehmen durch den ANC - 1 Million Weisse gehen - und die Euphorie verpufft - und die "Afrikanisierung" bringt nur Armut und Kriminalität]

Mit der Machtübernahme durch den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) wurde die Wirtschaftspolitik des Landes auf den Kopf gestellt. Die Bauern und zahlreiche Unternehmen wurden von der neuen Führung enteignet. Mehr als eine Million Weiße verließen das Land.

Und es kam, wie es immer kommt, wenn den Menschen das Himmelreich auf Erden versprochen wird.

Die Allgemeine Zeitung aus Namibia analysiert nüchtern:

Schneller als erwartet verpufft die Euphorie im politischen Alltag – und weicht großer Ernüchterung. Obwohl Mandelas Amtszeit insgesamt erfolgreich verläuft, vernachlässigt seine Regierung den Kampf gegen die Aids-Epidemie, die damals ihren Höhepunkt am Kap erreicht. Auch wirtschaftlich dümpelt das Land vor sich hin. Zu lange sonnt es sich in der weltweiten Freude über den friedlichen Übergang und der internationalen Wertschätzung seines Präsidenten – und vergisst darüber den Kampf gegen Armut und Kriminalität.

Mandela selbst leistet dem allgemeinen Laissez fair Vorschub, indem er sich allein auf zeremonielle Aufgaben beschränkt und die Tagespolitik frühzeitig seinem späteren Nachfolger Thabo Mbeki überlässt. Schon 1999 wird seine Versöhnungspolitik von diesem ad acta gelegt und die „Afrikanisierung“ des Landes in Angriff genommen, die viel des von Mandela aufgebauten Vertrauenskapitals zerstört. Mbeki selbst isoliert sich zunehmend von Volk und Partei. 2008 wird er vom ANC in einer Palastrevolte gestürzt und durch den afrikanischen Traditionalisten Jacob Zuma ersetzt.

Mandela verfolgt schweigend aus dem Ruhestand, wie seine Nachfolger sein Erbe in erbitterten Machtkämpfen verspielen. Keinem gelingt es, Korruption und Kriminalität wirksam einzudämmen – und das Versprechen auf ein „besseres Leben für alle“ zu erfüllen. Auch zerschlägt sich die Hoffnung, durch die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die Wirtschaft zu beleben. Vielleicht ist genau deshalb die Enttäuschung nun auch so groß und entlädt sich Jahr für Jahr in immer heftigeren und gewalttätigeren Streiks, die Südafrikas Wirtschaft schweren Schaden zugefügt haben.

[Korrupte Waffengeschäfte und Ermittlungen gegen den "Präsidenten" Zuma]

Tatsächlich muss sich Zuma vor einer Untersuchungskommission wegen dubioser südafrikanischen Waffengeschäfte mit europäischen Rüstungskonzernen während der neunziger Jahre verantworten. Die Vorwürfe der Korruption gehen bin in die Zeit Mandelas zurück, wie die NZZ schreibt:

Vertreter der Firmen hatten eingestanden, für Zuschläge für Ausschreibungen Gelder an hochrangige Politiker gezahlt zu haben. Im Jahr 1996 hatte die damalige Regierung von Nelson Mandela beschlossen, Luftwaffe und Marine trotz sinkender internationaler Bedrohung im grossen Stil mit neuen Waffen auszustatten. Das Gesamtvolumen des Rüstungsprojekts betrug umgerechnet rund 4,4 Milliarden Franken. Langjährige Ermittlungen zu Korruptionsskandalen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Rüstungsgütern waren im Jahr 2010 auf politischen Druck hin eingestellt worden. Präsident Jacob Zuma, gegen den knapp 8 Jahre lang selbst ermittelt wurde, setzte die Kommission jedoch Ende des Jahres 2011 ein, um einer unmittelbar bevorstehenden Anordnung durch das Verfassungsgericht zuvorzukommen.

[Das "gerechte, faire und demokratische Südafrika" gibt es nicht]

Nun ermittelt die Kommission wieder.

Doch die Lage in Südafrika bleibt ein Fiako, weil der Freiheitsheld von der Wirklichkeit des sozialistischen Alltags eingeholt wurde. Nelson Mandela ist eine Symbolfigur dafür, wie dramatisch sich ungerechte System ändern können, wenn ein Einzelner gegen sie kämpft. Mandela bleibt jedoch auch eine Symbolfigur dafür, dass Habgier, Vetternwirtschaft und Unterdrückung in ungerechten Systemen stärker sind als die guten Absichten des einzelnen. Aber der einzelne kann eben nicht alles machen: „Mandelas Größe lag in seiner Gabe, die Menschen in seiner rassisch gespaltenen Heimat zu überzeugen, dass sein Weg der Versöhnung der einzig gangbare ist“, schreibt Tom Lodge. Mandelas Erben müssen den nächsten Schritt tun, und ein gerechtes, faires und demokratisches Südafrika aufbauen. Erst dann ist auch Nelson Mandelas Mission wirklich erfüllt.>


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Spiegel online, Logo

19.12.2013: Kriegsverbrechen in Zentral-Afrika zwischen "christlichen" und "muslimischen" Rebellen - 1000e Morde

aus: Spiegel online:
Tausend Tote: Amnesty prangert Kriegsverbrechen in Zentralafrika an; 19.12.2013;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tausend-tote-amnesty-prangert-kriegsverbrechen-in-zentralafrika-an-a-939993.html

Christliche und muslimische Rebellen sind für grausame Gräueltaten in Zentralafrika verantwortlich, warnt Amnesty International. Muslimische Milizen hätten innerhalb von zwei Tagen fast tausend Erwachsene und Kinder ermordet. Die Organisation fordert: Uno-Truppen sollen Zivilisten schützen.

Bangui - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert den raschen Einsatz einer Uno-Friedenstruppe in Zentralafrika - nur so könnten die von Terror und Gewalt bedrohten Zivilisten geschützt werden

Amnesty hat nach den letzten Kämpfen in dem Krisenland eine Delegation in die Zentralafrikanische Republik geschickt, die nun einen erschütternden Bericht vorgelegt hat. Demnach haben muslimische Rebellen Anfang des Monats fast tausend Menschen getötet. Es war ein Racheakt von Seleka-Rebellen, nachdem christliche Milizen in der Hauptstadt Bangui rund 60 Muslime getötet hatten. Sie waren von Tür zu Tür gegangen und hatten muslimische Männer erschossen.

Die Seleka-Rebellen schlugen danach unter der christlichen Bevölkerung "im größeren Maßstab zurück", wie es in dem Amnesty-Bericht heißt. Innerhalb von zwei Tagen töteten sie Hunderte Männer, Frauen und Kinder.

Die Recherchen vor Ort hätten ergeben, dass "Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit von beiden Konfliktparteien begangen werden", erklärt Amnesty. So habe es Exekutionen gegeben, Leichen seien verstümmelt worden, viele Menschen gewaltsam vertrieben worden. Die Uno hatte zuvor von rund 600 Toten bei Gewaltakten zu Beginn des Monats gesprochen, davon 450 in Bangui.

In Zentralafrika herrscht Chaos, seit das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Seleka im März Staatschef François Bozizé stürzte. Rebellenchef Michel Djotodia wurde Übergangspräsident und löste die Seleka auf. Nach wie vor bekämpfen sich Muslime und Christen aber.

Frankreich ist derzeit mit 1600 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik im Einsatz, um gemeinsam mit der afrikanischen Truppe MISCA der Gewalt in dem Krisenstaat ein Ende zu bereiten. Bei einem Gefecht in Bangui starben vergangene Woche zwei französische Soldaten.

kgp/dpa/AFP>

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n-tv
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19.12.2013: Pestepidemie auf Madagaskar - bereits um die 40 Pesttote

aus: n-tv online: Pest breitet sich in Madagaskar aus; 19.12.2013;
http://www.n-tv.de/mediathek/videos/wissen/Pest-breitet-sich-in-Madagaskar-aus-article11937146.html

<In Europa ist die Pest eine längst besiegte Seuche, doch weltweit ist sie noch längst nicht ausgerottet. Der sogenannte "Schwarze Tod" grassiert derzeit wieder in Madagaskar. Etwa 40 Menschen sind bereits an der Epidemie gestorben. Übertragen wird das gefährliche Bakterium von Flöhen, die sich mit Vorliebe im Fell von Ratten verstecken. n-tv Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus dem gebeutelten Land.>

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20
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Namibia 22.12.2013: Geisteskranker Pilot liess Embraer-Flugzeug extra abstürzen

aus: 20 minute online: Crash in Namibia: Pilot liess den Flieger absichtlich abstürzen; 22.12.2013;
http://www.20min.ch/ausland/news/story/23989376

<24 Menschen fanden den Tod, als Ende November im Norden Namibias ein Flugzeug abstürzte. Jetzt zeigt sich: Der mosambikanischen Pilot liess das Flugzeug mit Absicht crashen.

Der Pilot des mosambikanischen Flugzeugs, das Ende November mit 34 Menschen an Bord im Norden Namibias verunglückt ist, hat laut einem Untersuchungsbericht die Maschine absichtlich abstürzen lassen.

Eine Auswertung des Flugschreibers habe gezeigt, dass der Pilot Herminio dos Santos Fernandes den Autopiloten auf eine Weise manipuliert habe, der seine «klare Absicht» zeige, das Flugzeug abstürzen zu lassen, sagte der Leiter des Mosambikanischen Instituts für Zivile Luftfahrt, João Abreu, am Samstag laut der Nachrichtenagentur AIM.

Demnach schloss sich der Pilot im Cockpit ein, als der Co-Pilot gerade draussen war, ignorierte Warnsignale sowie die Rufe des Co-Piloten, der Einlass forderte und gegen die Tür des Cockpits hämmerte.

Flughöhe manuell eingestellt - auf 592 Fuss unter Bodenniveau

Abreu erklärte, der Pilot habe die eingestellte Flughöhe drei Mal manuell verändert von 38'000 Fuss auf letztlich 592 Fuss unterhalb des Bodenniveaus. Auch die Fluggeschwindigkeit der in Brasilien gefertigen Maschine vom Typ Embraer 190 sei verändert worden. «Die Gründe für diese Taten sind unbekannt und die Untersuchung dauert an», sagte Abreu.

Das Flugzeug der mosambikanischen Fluggesellschaft LAM war am 29. November auf dem Weg von Mosambiks Hauptstadt Maputo in die angolanischen Hauptstadt Luanda bei starken Regenfällen in Namibias Bwabwata Nationalpark abgestürzt.

Alle 27 Passagiere sowie die sechs Besatzungsmitglieder wurden dabei getötet. Unter den Passagieren waren zehn Mosambikaner, neun Angolaner, fünf Portugiesen und jeweils ein Bürger Frankreichs, Brasiliens und Chinas. Es war das schwerste Flugunglück für Mosambik seit dem mysteriösen Absturz von Präsident Samora Machel im Jahr 1986 in Südafrika.

(sda)>

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Schweizer Fernsehen online, Logo

20.1.2014: Unsichere Strassen in Afrika: Schlechte Strassen, Unfälle - aber die Korruption nimmt ab

aus: Schweizer Radio und Fernsehen: Unterwegs auf unsicheren Strassen: Basler Firma in Afrika; 20.1.2014;
http://www.srf.ch/news/wirtschaft/unterwegs-auf-unsicheren-strassen-basler-firma-in-afrika

<Schon lange sind die Basler Spediteure in Afrika – auf dem Kontinent, der sich in den letzten Jahren immer mehr zum Zukunftsmarkt wandelt. Einfacher sind die Transport-Aufgaben der Spedag indes nicht geworden.

Afrika ist im Aufbruch. Seine Volkswirtschaften wachsen bis zu 10 Prozent pro Jahr – vor allem dank der Rohstoff-Exporte, die seit 2002 um 600 Prozent zugenommen haben. Es ist attraktiv geworden, in Afrika zu investieren: 2012 flossen 50 Milliarden Dollar dorthin.

An diesem Zukunftsmarkt wollen auch Schweizer Unternehmer teilhaben. Etwa die Basler Spediteure M + R Spedag. Bereits seit den 1980er-Jahren durch eine Übernahme auf den Kontinent gekommen, hat das Familienunternehmen inzwischen Niederlassungen in neun afrikanischen Ländern und beschäftigt 900 Personen. Die Afrika-Zentrale ist in Uganda – einem Land mit 36 Millionen Einwohnern, die Hälfte von ihnen jünger als 15 Jahre.

Spedag sorgt dafür, dass Waren wie Kaffee oder grosse Bauteile wie Turbinen an ihr Ziel gelangen. Das ist kein leichtes Unterfangen auf den ugandischen Strassen. Unfälle sind an der Tagesordnung. «Das Afrika-Geschäft ist eine grössere Herausforderung, weil es mehr Hindernisse zu überwinden gibt», sagt Spedag-Inhaber Daniel Richner gegenüber «ECO». «Die Infrastruktur – Strassen, Häfen – ist nicht auf dem Stand wie in Europa oder Asien. Auch die Sicherheit auf den Strassen ist ein grosses Thema. Und sehr oft sind die Gebiete, in denen wir Projekte realisieren, noch gar nicht erschlossen, da wir es sind, welche die Infrastruktur bringen».

Umgang mit Korruption

So hat die Firma etwa für ein Wasserkraftwerk, das im letzten Jahr für 900 Mio. Dollar fertiggestellt wurde, sämtliche Bauteile transportiert – bis auf den Beton. Uganda rangiert auf dem Korruptions-Index von Transparency International auf Rang 140 von 177. Dennoch sagt Daniel Richner, Spedag zahle kein Bestechungsgeld. «Wir verschaffen uns auf keinen Fall mit Schmiergeldern einen Vorteil», sagt er. Das sei für die Firma ein Tabu. Zudem nähme die Korruption in Afrika ab. «Das sind vergangene Zeiten. Es ist in Afrika nicht mehr so dramatisch, wie vielleicht in Russland oder Südamerika», so Daniel Richner.

Afrika ist kein «hoffnungsloser Kontinent» mehr, wie die Zeitschrift «Economist» im Jahr 2000 titelte. Allerdings kommt das Wachstum längst nicht allen zugute. Je nach Land fliessen bis zu 50 Prozent des gesamten Einkommens einer kleinen, reichen Elite zu.>

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Financial News online (finews), Logo

10.4.2014: Südafrika mit langfristigen Schulden günstiger bewertet

aus: Finews: Südafrika mit günstiger Schuldenstruktur; 10.4.2014;
http://www.finews.ch/themen/emerging-markets

<Quelle: J.P. Morgan Asset Management
Freitag, 04. April 2014 13:00

Nach Angaben der Zentralbank des Landes beträgt die staatliche Gesamtschuld zwar 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Der Durchschnitt für die Region Osteuropa/Afrika/Nahost (EEMEA) liegt bei knapp 34 Prozent, ebenso wie für Asien. Für Lateinamerika liegt er bei 28 Prozent.

Nur 6,7 Prozent der Schulden Südafrikas sind aber kurzfristiger Natur (EEMEA: 13 Prozent, Lateinamerika: 8,4 Prozent). In ausländischer Währung denominiert sind Schulden in Höhe von nur 58 Milliarden Dollar oder 15 Prozent des BIP (Türkei: 44 Prozent). Von diesen Schulden in ausländischer Währung wiederum muss nur etwa ein Drittel (20 Milliarden Dollar) kurzfristig refinanziert werden. Diese günstige Schuldenstruktur mindert die Risiken für den südafrikanischen Staat.>

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Der
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Südliches Afrika 10.4.2014: Immer mehr Hetze gegen Homosexuelle - nun geht auch in Kenia die Angst um

aus: Der Standard online: Ungewisse Zukunft für Kenias Homosexuelle; 10.4.2014;
http://diestandard.at/2000001065848/Kenias-Homosexuelle-blicken-in-eine-ungewisse-Zukunft

<Kenia galt verfolgten Homosexuellen aus anderen afrikanischen Staaten lange als halbwegs liberaler Zufluchtsort - Stimmungswandel in der Politik 

Nairobi - Sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, erfordert selbst in Kenia noch immer jede Menge Mut. Zwar ist es den Lesben und Schwulen im Land gelungen, sich einen gewissen Grad an Akzeptanz zu erstreiten, ihre sexuelle Orientierung ist laut Gesetz aber illegal. Was nach mittelalterlichen Verhältnissen klingt, nimmt sich angesichts der zunehmenden Homosexuellenfeindlichkeit in Afrika aber noch relativ harmlos aus.

So können Homosexuelle in Kenia kleine Demonstrationen abhalten, bei denen sie für gleiche Rechte streiten. Die Szene hat zudem eigene Filmfestivals hervorgebracht. Online-Netzwerke eröffnen seit geraumer Zeit diskrete Möglichkeiten, andere Männer zu treffen.

Im vergangenen Jahr kandidierte David Kuria Mbote als erster offen homosexuell lebender Kenianer für ein öffentliches Amt. Und als der gefeierte Autor Binyavanga Wainaina im Jänner in einem innigen Text seine Homosexualität offenbarte, da erhielt er von vielen Landsleuten Zustimmung.

Verbesserte Gesundheitsversorgung

Homosexuelle Aktivisten haben durch ihr Engagement dazu beigetragen, dass sich auch die Gesundheitsversorgung verbessert hat. So lässt der nationale Aids-Rat des Landes Homosexuellen gezielt Behandlungs- oder Präventionsmaßnahmen zukommen.

Während etwa Gleitmittel in anderen afrikanischen Ländern eingeschmuggelt würden, seien diese genau wie Kondome in Kenia problemlos zu bekommen, sagt Kevin Mwachiro von der Organisation Hivos. 

Seit der ugandische Präsident Yoweri Museveni im Februar ein Gesetz mit teils drakonischen Haftstrafen für Schwule und Lesben verabschiedet hat, ist Kenia zudem Zufluchtsort für Flüchtlinge aus dem Nachbarland geworden. Dutzende sind wegen der gewalttätigen Ausschreitungen in Uganda, die einer Hexenjagd in Zeiten der Inquisition gleichen, nach Kenia gekommen. 

Angriffe auf Homosexuelle

Derweil halten es die dortigen Schwulen, Lesben und Transgender nicht für ausgeschlossen, dass es auch in ihrem Land zu einem Rückfall kommen könnte. "Es gibt die Angst, dass es hier wie in Uganda laufen könnte", sagt Anthony Oluch von der AktivistInnengruppe Kaleidoscope Trust.

So gebe es dafür bereits erste Anzeichen, sagt er. Seit Museveni das gegen Homosexuelle gerichtete Gesetz unterzeichnet habe, seien mindestens zwölf KenianerInnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen worden, hat Oluch festgestellt.

So sei eine junge Frau an einer Bushaltestelle so schwer zusammengeschlagen worden, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste. Seitdem würde sie sich verstecken. Mindestens 26 KenianerInnen hätten ihre Häuser aus ähnlichen Gründen verlassen müssen.

Nach der Unterzeichnung des ugandischen Gesetzes bildeten einige kenianische Abgeordnete einen homosexuellenfeindlichen Ausschuss und verlangten die polizeiliche Durchsetzung des Verbots von Homosexualität, das bisher weitgehend ignoriert wurde.

Zugleich verlangten die PolitikerInnen härtere Strafen für Schwule und Lesben. Erst kürzlich verglich der parlamentarische Mehrheitsführer Aden Duale Homosexualität mit Terrorismus.

AktivistInnen warnen vor internationaler Reaktion

Doch die AktivistInnen im Land warnen derzeit eher vor einer harschen internationalen Reaktion so wie im Falle Ugandas. Eine solche Antwort könnte sich eher kontraproduktiv für die Homosexuellen im Land auswirken, mutmaßen die AktivistInnen.

"Wir wollen hier nicht Alarm schlagen", sagt Oluch. Die Kenianer hätten eine "Leben-und-leben-lassen-Haltung", was die Situation im Vergleich zu den Nachbarländern etwas erträglicher mache. Gleichwohl räumt Oluch ein, die Zukunft bleibe ungewiss. (APA, 10.4.2014)>

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Basler
                    Zeitung online, Logo

31.5.2014: Anarchie in Südafrika mit immer mehr Lynchmorden - Polizei und Justiz haben keine Kontrolle mehr

aus: Basler Zeitung online: Wenn der Mob regiert; 31.5.2014;
http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Wenn-der-Mob-regiert/story/23251865

<Hinrichtungen am helllichten Tag: Weil Südafrikas Justiz und Polizei vor dem Verbrechen kapituliert zu haben scheinen, häufen sich die Fälle von Lynchjustiz.

Auf den ersten Blick wirkt die sandige Brache vor dem Haus von Elizabeth Konogo eher unscheinbar. Doch es hat eine düstere Bewandtnis mit diesem Ort. «Das ist das Feld des Todes», sagt die 54-jährige Putzfrau beinahe lässig.

Tatsächlich ist der Platz von der Grösse eines Fussballfeldes so etwas wie ein Kulminationspunkt der Kriminalität in Khayelitsha, einer der grössten Armensiedlungen Südafrikas, rund 30 Kilometer vom Touristenmagneten Kapstadt entfernt.

Bei lebendigem Leib verbrannt

Wenn die Bewohner einen Kriminellen gefangen hätten, dann brächten sie ihn hierher, erzählt Konongo. Sie würden ihm einen mit Benzin gefüllten Reifen um den Hals legen und ihn bei lebendigem Leib verbrennen. Unzählige Male habe sie das schreckliche Schauspiel von ihrem Küchenfenster aus verfolgt.

«Sie töten die Gangster am helllichten Tag. Sie wollen, dass alle es sehen - als Warnung», sagt sie. Den Platz hätten sie ganz bewusst gewählt, denn direkt neben den Hütten sei es zu gefährlich für ein Feuer. «Ausserdem beklagen sich die Menschen über den Geruch von Menschenfleisch.»

 
 

Mit etwa 50 Mordfällen und mehr als 140 Vergewaltigungen täglich hat Südafrika laut UNO-Angaben eine der höchsten Kriminalitätsquoten der Welt. Nur ein Bruchteil der Verbrechen wird strafrechtlich verfolgt.

Die Frustration in der Bevölkerung und der Verlust des Vertrauens in die Polizei und die Justiz sind gross. Hierin dürfte die Hauptursache für die brutale Lynchjustiz liegen.

78 Lynchmorde in 14 Monaten

In Khayelitsha hätten die Menschen eben beschlossen, das Recht in die eigenen Hände zu nehmen, sagt der Bewohner Eugene Cukana. «Wenn Du die Verbrecher nicht tötest, hört das Verbrechen nicht auf.» Da die Polizei ohnehin nicht komme, sei es an den Bewohnern, dem Ganzen ein Ende zu bereiten, sagt der 33-Jährige.

Doch mittlerweile sind die öffentlichen Lynchmorde so zahlreich geworden, dass die Regierung der Provinz Western Cape eine Untersuchungskommission eingesetzt hat, um das Treiben in dem Township zu untersuchen. Jeder fünfte Mord in Khayeltisha wird laut Polizeistatistik von Mobs verübt.

Innerhalb von 14 Monaten hat die Polizei 78 Lynchmorde verzeichnet. Landesweit gibt es Hunderte solcher Fälle. «Selbstjustiz ist vollkommen normal geworden», sagt der bekannte Menschenrechtsaktivist Zackie Achmat. Das öffentliche Lynchen sei ein Symptom für die Korruption innerhalb der Polizei, aber auch die soziale Ungerechtigkeit, Armut und Rassendiskriminierung.

Die Polizei ist hilflos

«Die Polizei kennt die Kriminalitätslage, nur wissen sie nicht, wie sie sie lösen soll», sagt Siphiso Zitwana. Der 23-Jährige ist einer von zahlreichen Bewohnern, die vor der Kommission ausgesagt haben.

«Die Leute haben die Nase voll von den ganzen Verbrechen. Wenn jemand ein Kind vergewaltigt, töten sie ihn, weil sie wissen, dass sich ein Gerichtsverfahren über Jahre hinziehen oder ganz fallen gelassen würde.» Er selbst sei 14 gewesen, als er erstmals Zeuge öffentlicher Lynchjustiz wurde. Seitdem hat er viele solcher Morde gesehen.

Aufseiten der Polizei räumt man Defizite in der Verbrechensbekämpfung ein. Zwar seien viele Verdächtige festgenommen, doch später aufgrund «schlampiger Polizeiarbeit» ohne Anklage freigelassen worden, berichtete der Polizeipräsident von Western Cape, Arno Lamoer.

Nicht nur in Südafrika

Doch Lynchjustiz ist kein südafrikanisches Phänomen. In Nigeria etwa sehe sich die Polizei einer solch ausufernden Kriminalität gegenüber, dass sie Lynchmorde oftmals dulde und in einigen Fällen sogar mit den «Bürgerwehren» kollaboriere, berichtet die südafrikanische Denkfabrik Institute for Security Studies.

Berichten zufolge ist die Tötung mutmasslicher Krimineller durch Mobs oder die Polizei in der ebenfalls von Kriminalität geplagten kenianischen Hauptstadt Nairobi schon so etwas wie Routine geworden. Auch aus Uganda und Tansania werden zahlreiche ähnliche Fälle gemeldet.

In Südafrika hoffen sie derweil, dass die Untersuchungskommission Antworten auf die drängenden Fragen findet, wie die Sicherheit im ganzen Land verbessert werden kann. So lange müssten die Slumbewohner weiterhin in Angst leben, sagt Thembani Gqeku aus Khayelitsha. «Wenn du nachts alleine aus dem Haus gehst, liegt die Wahrscheinlichkeit, ausgeraubt zu werden, bei 100 Prozent.» (fko/sda)>

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Der
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20.6.2014: <Westafrika: Mindestens 330 Ebola-Tote in drei Monaten>

aus: Der Standard online; 20.6.2014;
http://derstandard.at/2000002174207/Westafrika-Mindestens-330-Ebola-Tote-in-drei-Monaten

<Am schlimmsten betroffen ist Guinea, wo die Seuche vor drei Monaten ausgebrochen war.

Die schwere Ebola-Epidemie in Westafrika hat seit März mindestens 330 Menschen das Leben gekostet. Allein in der vergangenen Woche seien 14 neue Todesfälle und 47 Verdachtsfälle verzeichnet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Brazzaville in der Republik Kongo mit.

Keine Therapie 

Am schlimmsten betroffen ist Guinea, wo die Seuche vor drei Monaten ausgebrochen war. In dem kleinen Land starben den Angaben zufolge bisher 264 Menschen an dem Virus, 398 Erkrankte werden behandelt. Die übrigen Todesfälle ereigneten sich in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia. Sierra Leone hatte in der vergangenen Woche seine Grenzen geschlossen, um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern.

Ebola tötet bis zu 90 Prozent der Infizierten. Symptome sind schweres Erbrechen und Durchfall, Fieber sowie innere und äußere Blutungen. Es gibt bisher weder eine Impfung noch eine Therapie. (APA, derStandard.at, 20.6.2014)>

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6.10.2014: Eine Karte von Afrika im CIA-Stil mit Bodenschätzen und Produkten

aus: Facebook: Fermeda Adolf;
https://www.facebook.com/fermeda.adolf?fref=photo
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10203836673550646&set=a.2825666734180.128085.1634391153&type=1&theater

Hier ist eine populäre Karte von Afrika im CIA-Stil mit Angaben über Hauptbodenschätze und Produkte. Die Karte sieht ganz nach dem verdummten und kriminellen CIA aus. Menschen kommen nicht vor!


Karte von Afrika
                              im CIA-Stil mit Bodenschätzen und
                              Produkten
Karte von Afrika im CIA-Stil mit Bodenschätzen und Produkten - Menschen kommen nicht vor


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Kölner Express online, Logo

Kenia 21.10.2014: Der letzte potente, nördliche Breitmaulnashorn-Bulle ist gestorben

aus: Kölner Express online: Letzter Bulle tot Das nördliche Breitmaulnashorn ist ausgestorben; 21.10.2014;
http://www.express.de/panorama/letzter-bulle-tot-das-noerdliche-breitmaulnashorn-ist-ausgestorben,2192,28794502.html 

<Nairobi -- Es ist eine traurige Geschichte... Der letzte nördliche Breitmaulnashorn-Bulle, der noch hätte für Nachwuchs sorgen können, ist gestorben. Suni wurde tot in einem kenianischen Reservat aufgefunden. Sein Tod bedeutet nun das Ende für seine Art. Weltweit existieren nun nur noch fünf nördliche Breitmaulnashörner.

Doch die restlichen Tiere sind keine Hoffnung für die "Kolosse der Feuchtsavanne", denn die übrigen Tiere sind entweder zu alt zur Fortpflanzung oder weiblich. Für die Gattung des nördlichen Breitmaulnashorns hat nun ein "Aussterben zum Zuschauen" begonnen. Die Tiere werden nacheinander sterben, ohne Nachwuchs zu hinterlassen. So wird das nördliche Breitmaulnashorn bald ganz von der Erde verschwunden sein.

(ls)>


Kommentar: Wieso hat man kein Sperma und Eizellen eingefroren, um die Tierart zu retten und in geschützten Gegenden wieder neu zu züchten???

Michael Palomino, 27.1.2015

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3.11.2014: Erdöl und Erdgas in Kenia, Tansania und Uganada: <Wirtschaft jubelt über neue Erdölfunde - Experten mahnen solide Umweltstrategien an>

aus: Afrika info online; 3.11.2014;
http://www.afrika.info/newsroom/afrika-wirtschaft-jubelt-ueber-neue-erdoelfunde/

<Von Miriam Gathigah | 03.11.2014

Nairobi. Die jüngsten Entdeckungen umfangreicher Erdöl- und Erdgasfelder in Kenia, Tansania und Uganda haben bei vielen Ökonomen Euphorie ausgelöst. Sie sehen die Zeit für einen Aufschwung und eine Diversifizierung der vorrangig landwirtschaftlich geprägten Volkswirtschaften für gekommen. Doch kritische Stimmen warnen, dass sich die fossilen Brennstoffe als Danaergeschenk erweisen könnten.

Bei wirtschaftlichen Aktivitäten spielten ökologische Aspekte meist keine Rolle, meinte Hadley Becha, Leiter der lokalen Umweltorganisation 'Community Action for Nature Conversation'. Trotz der Erkenntnis, dass sich die Welt von den fossilen Energieträgern verabschieden sollte, gehen Exploration und Produktion von Öl und Gas weiter, wobei die afrikanischen Ressourcen von Multis kontrolliert würden.

Nach Angaben des Beratungsunternehmens KPMG wurden auf dem Kontinent seit 2012 gut 124 Milliarden Barrel an Erdölreserven entdeckt. Weitere Lagerstätten im Umfang von 100 Milliarden Barrel werden offshore vermutet. Und während 16 afrikanische Staaten seit 2010 zu Erdölexporteuren aufgestiegen sind, könnten bald mindestens fünf weitere Länder – Ghana, Kenia, Mosambik, Tansania und Uganda – hinzukommen. Doch der kenianische Umweltschützer und Politikstratege Wilbur Otichillo schließt nicht aus, dass die neuen Funde im Licht einer im Westen erkennbaren Abkehr von fossilen Brennstoffen am Ende unter der Erde bleiben werden. Die meisten Unternehmen, die Konzessionen für die Exploration in Ostafrika erhalten, haben ihren Sitz in den reichen Staaten. Wie er gegenüber IPS betonte, könnten diese Konzerne auf die Forderungen nach sauberer Energie reagieren, "insbesondere, weil es möglich ist, dass sie für die Explorationsinvestitionen entschädigt werden könnten".

Bescheidene Umweltverträglichkeitsrichtlinien

Anders als Ägypten, das über besondere Richtlinien für die Abschätzung von Umweltfolgen (EIA) für die Exploration von Öl und Gas verfügt, haben viele afrikanische Staaten nur eine Form der EIA-Klassifizierung, wie Becha erklärte. In Kenia beispielsweise wird die Exploration und Produktion von Öl und Gas vom veralteten Erdölgesetz geregelt, dass 2012 aktualisiert wurde. "Das Erdölgesetz von 1984 ist schwach vor allem mit Blick auf den Vorteilsausgleich. Außerdem sagt es nichts über die Verwaltung der Gasreserven aus", fügte Becha hinzu. Der Öl- und Gassektor sei auf besondere Umweltrichtlinien angewiesen. Fossile Brennstoffe gelten als Klimakiller. Dem im September veröffentlichten Sachstandsbericht des Weltklimarats zufolge werden die Temperaturen auf dem afrikanischen Kontinent signifikant steigen. "Es sollten deshalb besondere Richtlinien für das Upstream (Exploration und Produktion, Anm.), Midstream (Ferntransport und Aufbereitung, Anm.) und die Downstream-Exploration (Transport, Verarbeitung, Vertrieb und Industrieanlangen, Anm.) gelten", meinte Becha. Experten wie er drängen beispielsweise Kenias Regierung dazu, solide Methoden und umfassende Rechts- und Regulierungsrahmen zu schaffen, um sicherzustellen, dass Kenia von seinen Upstream-Aktivitäten profitiert und sich nach emissionsarmen Technologien umsieht.

Der Chef der 'Green Africa Foundation', John Kioli, erklärte gegenüber IPS, dass sich Kenia auf den Einsatz von klimafreundlichen Arbeitsweisen verpflichtet habe. So wolle man den Rohstoff Kohle unterirdisch und nicht über Tage abbauen. Kioli, der geistige Vater hinter dem Kenianischen Klimagesetz, unterstrich die Notwendigkeit, sich mit Fragen der Regierungsführung und Rechtsprechung in Afrika zu befassen. Auch wenn Afrika entschlossen sei, den Klimawandel abzufedern und Anpassungsmaßnahmen durchzuführen, "fehlt es dem Kontinent an den nötigen finanziellen Mitteln. Afrika kann nicht, was die Breitstellung dieser Gelder angeht, ständig in Richtung Ost und West blicken." Die Regierung in Nairobi schätzt, dass der Nationale Klimaaktionsplan für Klimaanpassung und –abmilderung (2013-2017) substanzielle Investitionen in Höhe von rund 12,8 Milliarden Dollar erforderlich macht. Das entspricht dem derzeitigen Staatshaushalt 2013/2014. Entwicklung durch Ausbeutung der fossilen Brennstoffe?

Danson Mwangangi, Ökonom und Marktforscher in Ostafrika, ist der Meinung, dass Afrika nicht anders kann, als seine fossilen Brennstoffe auszubeuten, will es Wachstum, Entwicklung und eine Verringerung der Armut erreichen. Wie er erklärte, sind die Industriestaaten für das Gros der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Auch Afrika sollte über einen begrenzten Zeitraum hinweg, "nicht für die Ewigkeit", zu den CO2-Emissionen beitragen dürfen. Für den Fall, dass Afrika hartnäckig an einer fortgesetzten Erdöl- und Erdgasexploration festhält, werden die Gewinne nach Ansicht von Becha nur von kurzer Dauer und kaum in der Lage sein, die Wirtschaft in Schwung zu bringen. "Bei Erdöl und Erdgas geht es nicht nur um die Zulassung, sondern auch um steuerliche Fragen." In Abwesenheit einer Kapitalertragssteuer "wird die Regierung einen großen Teil ihrer Einnahmen an Briefkastenunternehmer verlieren, die als Mittelsmänner auftreten und die Regierungen um signifikante Einnahmen prellen". Weiter fügte er hinzu, dass die afrikanischen Länder einen solventen Fonds auflegen müssen, in den die Öl- und Gaseinnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft eingezahlt werden. "Öl kann die Preise für bestimmte Rohstoffe aufblasen. Deshalb ist es wichtig, eine mögliche Zunahme der Inflation zu verhindern." Ghana gehört zu den wenigen Ländern mit einer Kapitalertragssteuer und einem zahlungskräftigen Fonds. (afr/IPS)

See more at: http://www.afrika.info/newsroom/afrika-wirtschaft-jubelt-ueber-neue-erdoelfunde/#sthash.H4VDpV7J.dpuf>

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Sierra Leone 11.1.2015: Erfinder von Batterien und Generatoren aus Recycling-Material: 13 Jahre alter Erfinder Kelvin Doe aus Sierra Leone

Inventor of batteries and generators with recycling material: <The 13 year old Sierra Leone inventor – Kelvin Doe>


aus: Rising Africa online; 11.1.2015;
http://www.risingafrica.org/success-stories/technology-and-innovation/science_technology/the-13-year-old-sierra-leone-inventor-kelvin-doe/

<At the age of 13, a boy living in Sierra Leone created batteries and generators using materials he picked up around the house or from trash bins. Now, he’s wowing experts in the U.S.

Kelvin Doe, now 16, became the youngest person in history to be invited to the “Visiting Practitioner’s Program” at MIT, according to CNN.

Doe, a completely self-taught engineer, manages his own fully-staffed community radio station in Sierra Leone where he broadcasts news and plays music under the moniker ‘DJ Focus.’ The radion station is powered by a generator created from a deteriorating voltage stabilizer, which he found in the trash, while a simple antenna lets his neighborhood listen in.

“They call me DJ Focus because I believe if you focus, you can do an invention perfectly,” Doe said in a video produced by @radical.media for their THNKR YouTube channel.

Among those inventions is a battery that he created to light up homes in his neighborhood.

“The lights will come on once in a week, and the rest of the month, dark,” Doe told interviewers.

It took several attempts before Doe finally had a working prototype for the battery — a combination of soda, acid and metal, wrapped together by tape.

MIT discovered Doe during Innovate Salone, a national high school innovation challenge held in Sierra Leone by an international organization called Global Minimum. Doctoral student David Sengeh recognized his skills right away.

“It’s very inspirational,” Sengeh said in the video. “He created a generator because he needed it.”

Before attending Innovate Salone this year, Doe had never been more than 10 miles from home. With Sengeh’s help, in September he journeyed to New York for the 2012World Maker Faire, where he sat on a “Meet the Young Makers” panel with four American inventors.

Doe’s fame only promises to grow from here. Soon he will be a resident practitioner with the International Development Initiative at MIT and a guest presenter at Harvard School of Engineering, where he’ll gain even more practical knowledge to help his community.

“Whatever things I’ve learned here, I will share it with my friends, colleagues and loved ones,” Doe said.

Watch the video above from THNKR, which, as part of a biweekly series on young prodigies, details Doe’s incredible story.

Credit – www.huffingtonpost.com

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23.7.2015: Afrika wird seit 1700 von Europäern systematisch geplündert - Afrikaner fliehen nach Europa, weil Europa Afrika zerstört

aus: Linkswende online: Europas Plünderung der Reichtümer Afrikas; 23.7.2015;

http://linkswende.org/europas-pluenderung-der-reichtuemer-afrikas/

<In der „Ersten Welt“ sind die Menschen schon so an das Bild vom verarmten Afrika gewöhnt, dass wir meinen, das wäre immer schon so gewesen. Die wahre und stolze Geschichte der afrikanischen Hochzivilisationen ist aber nicht einfach nur vergessen, sie wurde aktiv verdrängt. [...]

Wenn unsere Medien über Afrika berichten, so geht es meist um Hunger, Armut und Bürgerkrieg. Das ist ein sehr enger Fokus, der der Vielfalt der afrikanischen Gesellschaften keineswegs gerecht wird und doch sind die Lebensbedingungen für den überwiegenden Teil der Bevölkerung hart, in vielen Gebieten unerträglich. Die imperialistischen Großmächte mit ihrer Gier nach billigen Rohstoffen sorgen gemeinsam mit korrupten einheimischen Eliten für die Prolongierung dieser Zustände.

Blühende Hochkulturen mit sagenhaften Reichtümern, getragen von Menschen schwarzer Hautfarbe passten schlecht zu den Theorien weißer Überlegenheit, die Sklaverei und den grausamen kolonialen Landraub rechtfertigen sollten. So kann man die Geschichte der afrikanischen Kulturen nicht erzählen, ohne auch ihre Zerstörung durch die expandierenden herrschenden Klassen Europas mit ihren Armeen, Bomben und Krankheiten zu erwähnen. Seit damals wird mehr oder weniger subtil suggeriert, Afrikaner_innen seien „unzivilisiert“ und geschichtslos. Die Wahrheit ist eine andere.

Zerstörung von Hochkulturen

Als im 13. Jahrhundert ein europäischer Reisender die Stadt Benin in Westafrika (heute Nigeria) besuchte, schrieb er begeistert von über 30 Hauptstraßen, 40 Meter breit, einem Palast, der so groß war wie ganz Harlem (Niederlande), von Einwohner_innen, die „den Niederländern in keiner Weise unterlegen sind, was Sauberkeit angeht“ und deren Häuser in der Sonne glänzten. Im Jahre 1897 plünderten britische Truppen unter Admiral Rawson die Stadt, sprengten Gebäude und brannten die Reste schließlich nieder. Unbezahlbare Kunstschätze landeten, wie so oft, in europäischen Museen.

Ein anderes Beispiel ist Kumasi, die Hauptstadt des Ashanti-Reichs, die vom 10. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Besucher_innen beeindruckte, besonders mit dem Manhyia-Palastkomplex. Die Stadt, im heutigen Ghana gelegen, war für ihre „maurische“ Architektur weltberühmt. Noch im Jahr 1817 berichten Reisende von mehrstöckigen Häusern mit Toiletten in den oberen Stockwerken, von großzügigen Promenaden und Plätzen. Die Häuser selbst waren mit Antiquitäten, Uhren, böhmischem Glas, Gemälden und Büchern in den verschiedensten Sprachen eingerichtet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese großartige Stadt von britischen Truppen geplündert und niedergebrannt.

Sagenhaftes Timbuktu

Ein weiterer Beweis, wie fortgeschritten und hochorganisiert afrikanische Gesellschaften vor dem Eindringen von Kolonialismus und Imperialismus waren, ist Timbuktu im heutigen Mali. Das Timbuktu von heute ist 236mal kleiner als London und aus eigener Kraft nicht in der Lage, die Denkmäler und Archive seiner Glanzzeiten zu pflegen. Was die eurozentristische Geschichtsschreibung geflissentlich verschweigt: Bis zum 14. Jahrhundert waren die drei reichsten Gebiete der Erde das Königreich Mali in Westafrika, China und Iran/Irak. Letztere waren allerdings von den Mongolen unter Dschingis Khan überrannt worden, so dass zu dieser Zeit nur ein unabhängiges Großreich existierte – Mali, mit dem märchenhaften Timbuktu. Zu dieser Zeit war die Bevölkerung Timbuktus fünfmal größer als die des mittelalterlichen London und es existierten mindestens 400 weitere Städte in ganz Mali.

Vergessener Reichtum

Der Herrscher dieses Reichs, der legendäre Mansa Musa Keita I, gilt als der reichste Mann in der Menschheitsgeschichte, sein Imperium umfasste die heutigen Staaten Mali, Senegal, Gambia und Guinea. Zur Zeit seines Todes kamen mehr als die Hälfte der weltweiten Produktion von Gold und Salz aus Mali. Auf seiner Pilgerreise nach Mekka im Jahre 1324 führte Mansa Musa, der von einem Tross von 60.000 Menschen begleitet wurde, derart viel Gold mit sich und gab es so großzügig aus, dass der Goldpreis in der Region für zehn Jahre zusammenbrach. Der König gründete die Bibliothek von Timbuktu, in der Schriften zu allen Wissensgebieten aus der ganzen Welt gesammelt wurden. National Geographic beschreibt Timbuktu als „Paris der mittelalterlichen Welt“, bevölkert von 25. 000 Studenten. Im 15. Jahrhundert, lange vor Galilieo und Kopernicus, wussten die Mathematiker von Timbuktu über die Rotation der Planeten Bescheid. Laut dem ägyptischen Gelehrten Ibn Fadl Al-Umari erreichten Seeleute aus Mali im Jahr 1311 nach Christus den amerikanischen Kontinent. Der Aktivist und Herausgeber von SiliconAfrika.com Mawuna Koutonin beschreibt vier grundlegende Prinzipien kolonialer Besatzungsmächte, die in Afrika zur Anwendung kamen: Erstens: Töte die Starken und plündere den Ort, zweitens: Fördere die Schwachen, drittens: Töte, deportiere oder vertreibe die Schlauen und gut Ausgebildeten, viertens: Setze die goldene koloniale Regel „My Way or the Highway“ um – also etwa: „So wie ich es will oder gar nicht.“

Die direkte koloniale Unterdrückung ist heute abgelöst von etwas weniger auffälligen Methoden ökonomischer Dominanz, vor allem mit Freihandelsideologie und „Strukturanpassungsprogrammen“, die die afrikanischen Märkte den westlichen Großkonzernen ausliefern. Wenn also Menschen aus Afrika fliehen, dann fliehen sie vor Zuständen, an denen die Mächtigen Europas (und später auch die der anderen Großmächte) schwere historische und aktuelle Schuld tragen.>

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3.9.2015: Kriege in Afrika zerstören Schulsysteme - Millionen Kinder bleiben ohne Schule

aus: News ch online: Träume und Zukunftsaussichten liegen in Trümmern Fehlende Schulen in Konfliktgebieten führen laut UNICEF zu Flucht; 3.9.2015;
http://www.news.ch/Fehlende+Schulen+in+Konfliktgebieten+fuehren+laut+UNICEF+zu+Flucht/672498/detail.htm

<Köln - Die blutigen Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika halten nach UNICEF-Angaben 13 Millionen Kinder vom Besuch einer Schule ab. Für die betroffenen Familien sei dies ein wichtiger Grund, die Krisengebiete zu verlassen und nach Europa zu flüchten.

Darauf wies das UNO-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag bei der Vorlage seines Berichts «Education Under Fire» hin. «Nicht nur Schulen liegen in Trümmern, sondern auch die Träume und Zukunftsaussichten einer ganzen Generation von Schulkindern», erklärte der für den Nahen Osten und Nordafrika zuständige UNICEF-Regionaldirektor Peter Salama bei der Vorstellung des Berichts. «Die zerstörerischen Folgen von Konflikten bekommen Kinder in der ganzen Region zu spüren».

Der mit Abstand grösste Teil der rund vier Millionen syrischen Flüchtlinge halte sich in den Nachbarländern Libanon, Jordanien, Irak und Türkei auf. Diese bemühten sich mit Unterstützung von UNICEF, die Kinder in die Schule zu bringen. Trotzdem habe dort mehr als die Hälfte der Mädchen und Jungen keine Chance auf Bildung.

Lebensgefährlicher Schulweg

Länder wie der Libanon, die besonders viele Flüchtlinge aufgenommen haben, sind laut UNICEF überlastet und nicht fähig, alle Kinder in Schulen aufzunehmen. Immer mehr von ihnen müssten zudem aus Geldnot arbeiten oder würden schon als Teenager verheiratet.

In der Türkei, im Libanon, im Irak, in Jordanien und Ägypten hätten durchschnittlich 53 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder im Schulalter keinen Zugang zu Bildung.

Fast 9000 Schulen in Syrien, im Irak, im Jemen und in Libyen sind laut UNICEF zerstört oder nicht benutzbar. Tausende Lehrer seien geflohen, vielerorts schickten Eltern ihre Kinder nicht zum Unterricht, weil der Schulweg lebensgefährlich sei.

(jbo/sda)>

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21.9.2015: Äthiopien mit U-Bahn aus China - 500 Millionen Dollar

aus: Afric Land Post online: Ethiopia’s new light rail system; 21.9.2015;
http://www.africlandpost.com/ethiopias-new-light-rail-system/

<It is expected to carry 15,000 people per hour in one direction, meaning it could reach four times that in all directions, with a top speed of 70km/hr

THE country’s New Year was only marked on September 12, and it is already turning out to be a good one for Ethiopians—as scores queued up for hours Sunday to catch a ride on the first inaugural service of the Addis Metro—the country’s first light rail system.

Construction of the much-anticipated 32-kilometre line in the capital city ended in January, and the $474 million project has been in testing since, in addition to sorting right of way concerns.

It is expected to carry 15,000 people per hour in one direction, meaning it could attain four times that in all directions, with a projected top speed of 70km/hr. Authorities hope it will make commuting easier for Addis Ababa’s population of nearly 4 million.

The green trams will from October operate on the city’s East-West route, while those coloured blue are now shuttling between north and south, daily from 0600hrs to 2200hrs. Even the tickets are colour-coded, depending on the distance to be travelled, and the price. Fares could range up to $0.5, which observers say reflects heavy government subsidies.

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The rail tramcars rely on power supplied mainly from overhead wires, with authorities saying it would have its own dedicated grid, including four substations to supply 160MW of power.

Each of the 39 stations across the service have their own names, while a network of alleyways—including 12 escalators and 22 elevators, will direct commuters to the various railcars.

The transport system was built over three years by the China Railway Group Limited after the Ethiopian government secured 85% of funding from the Export-Import Bank of China.

China will also train the drivers and maintenance staff, while another Chinese company put together the power system.

Ethiopia, with a population of 94 million, is projected by the IMF to grow at 8% in 2015-16, the second-fastest pace on the continent. The Horn of Africa nation has drawn a lot of debate for the shape and speed of its ‘developmental state’.

Host of projects
It is home to host of infrastructure programmes, including highways and the 6,000MW Grand Renaissance dam, the world’s seventh- biggest hydropower plant. The state-led economy is increasingly opening up to foreign investment to build roads and railways, driving the robust growth.

The country will decide whether to issue a second Eurobond to fund infrastructure projects after parliament reconvenes this month, the Finance ministry said last week. In December, Ethiopia raised $1 billion in its debut sale of Eurobonds.

Last week the country was host to a delegation of American business scouting for opportunities—as part of the largest US government-led trade mission to Africa yet as the Barack Obama government seeks to cement bilateral ties.

READ: Rising from the ashes: 10 astonishing facts on Ethiopia’s turnaround, how it did it, and the unseen forces driving growth

Africa’s only other light rail systems are found in North Africa—including in Morocco, Algeria and Tunisia.

All abandoned

Nigeria is also working to get its Lagos Rail Mass Transit working amid delays following a missed September 2014 deadline, adding more pain to Africa’s most populous city.

At the beginning of the 19th century about 40 networks were in planning, but with the exception of Egypt, all were abandoned to make way for cars.

There are about 13 light rail networks in Africa, with two now in construction. Twenty kilometres of light rail are estimated by experts to create the equivalent of 4,000 jobs.

South Africa operates the higher capacity 80-km mass rapid Gautrain which was completed in June 2012.

Next month the South African city of Cape Town will host an annual African public transport meeting to take stock of trends and challenges in meeting the urban transport needs of the continent.

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Contra-Magazin online, Logo

30.9.2015: Armut und Gewalt in Südafrika ohne Ende: <Südafrika: Täglich 49 Morde – Ein „Land im Krieg“>

aus: Contra-Magazin online; 30.9.2015; https://www.contra-magazin.com/2015/09/suedafrika-taeglich-49-morde-ein-land-im-krieg/

<Südafrika schlägt sich mit immer mehr Gewalt im Land herum. Seit Jahren explodiert die Kriminalität, doch die korrupte politische Führung des ANC unter Präsident Jacob Zuma scheint sich nicht dafür zu interessieren.

Von Marco Maier

Mord, Raub, Carjacking – die Gewaltkriminalität steigt seit Jahren immer weiter an. Allein von April 2014 bis März 2015 wurden offiziell 17.805 Morde verübt. Ein Plus von 782 oder 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das rund 52 Millionen Einwohner zählende Land verzeichnet damit ganze 49 Morde pro Tag. Hinzu kommen bewaffnete Raubüberfälle, Einbrüche und Carjacking. Das sogenannte "Truck Hijacking", also das Anhalten von Lastkraftwagen, rausschmeißen des Fahrers und Entführung des Gefährts, verzeichnete gar einen Anstieg um 29 Prozent.

Dass die Anzeigen wegen Vergewaltigungen zurückgingen, liegt hingegen nicht daran, dass sich die Lage gebessert hätte, sondern vielmehr am fehlenden Vertrauen in die Polizei. Es hat sich herumgesprochen, dass diese in solchen Fällen oftmals nur lasch ermittelt. Zu wenig Personal und zu wenig Geld für Ausrüstung machen sich bemerkbar. Ganz zu schweigen von der grassierenden Korruption, die sich von der höchsten Regierungsebene des ANC-Führers Jacob Zuma bis hin zu den unteren Verwaltungsebenen durchzieht.

Die südafrikanische Opposition spricht bereits von Kriegszuständen. "17.805 ist eine Zahl, die ich von einem Land im Krieg erwarten würde", sagte Dianne Kohler-Barnard, Schatten-Polizeiministerin der größten Oppositionspartei "Democratic Alliance" angesichts der vielen Morde der britischen Zeitung "The Telegraph". Doch der Gang in die Kriminalität ist angesichts der grassierenden Armut infolge der ANC-Misswirtschaft für viele Menschen noch die einzige Verdienstmöglichkeit. Ein Menschenleben ist da nicht mehr viel wert.

Ohne umfangreiche wirtschaftliche Reformen wird sich die Lage weiterhin verschlimmern. Wer kann, versucht sein Glück im Ausland – vor allem in den englischsprachigen Ländern und in den Niederlanden. Dieser "Brain-Drain" sorgt jedoch auch dafür, dass ein wirtschaftlicher Aufschwung deutlich schwieriger zu erreichen ist. Wie denn auch, wenn die "Intelligenzija" das sinkende Schiff verlässt? Für die Zukunft sieht es jedenfalls düster aus.>

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Südafrika 3.4.2017: Ratingagentur Standard & Poor's: Südafrika ist Ramsch
Ramschniveau herunter – Staatschef Zuma entließ seinen Finanzminister
http://www.epochtimes.de/politik/welt/ratingagentur-sp-stuft-suedafrika-auf-ramschniveau-herunter-a2087394.html


Die Ratingagentur Standard & Poor's hat Südafrika auf Ramschniveau herabgestuft, die Bonität wurde von BBB- um einen Punkt auf BB+ gesenkt worden. Grund ist die Entlassung des Finanzministers Gordhan durch Staatschef Zuma.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat als Reaktion auf die Kabinettsumbildung in Südafrika die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bonität sei von BBB- um einen Punkt auf BB+ gesenkt worden, teilte S&P am Montag mit. Nach Einschätzung der Ratingagentur kommt Südafrika damit nicht mehr als sichere Geldanlage in Frage.

Die von Staatschef Jacob Zuma angeordneten Änderungen in der Regierung gefährdeten das Wirtschaftswachstum und die Fiskalpolitik, erklärte S&P. Der Wert der südafrikanischen Währung Rand verlor daraufhin am Montagabend um zwei Prozent gegenüber dem Dollar, nachdem der Werteverlust seit Freitag bereits fünf Prozent ausgemacht hatte.

Entlassung des Finanzministers – er wollte Haushaltsdisziplin

Zuma hatte in der Nacht zum Freitag die Entlassung seines Finanzministers Pravin Gordhan und neun weiterer Kabinettsmitglieder bekannt gegeben. Hintergrund für Gordhans Entlassung war ein Machtkampf mit Zuma. Zuletzt hatten sich beide unter anderem über eine Begrenzung der Staatsausgaben gestritten.

Pravin Gordhan setzte sich zuletzt vehement für mehr Haushaltsdisziplin und gegen Korruption ein.

Mehrere Minister unterstützten Finanzminister Gordhan in seinem Konflikt mit Zuma. Auch internationale Investoren hatte er auf seiner Seite.

Opposition kündigt Misstrauensantrag gegen Zuma an

Als Nachfolger von Gordhan nominierte Zuma den bisherigen Innenminister Malusi Gigaba, der als einer seiner Getreuen gilt. Auch bei den anderen Neubesetzungen handelt es sich größtenteils um Zuma-Vertraute.

Die Opposition kündigte am Montagnachmittag einen Misstrauensantrag gegen Zuma im Parlament an. Oppositionsführer Mmusi Maimane von der Demokratischen Allianz (DA) kündigte in Johannesburg an, der Opposition sei es ernst damit. Sie arbeite für Zumas Abgang.

An der Pressekonferenz nahmen vier weitere Oppositionsparteien teil, darunter die Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit (EFF) des ehemaligen Chefs der ANC-Jugend Julius Malema.

Zuma hat seit dem vergangenen Jahr schon mehrere Misstrauensvoten überstanden. Sein ANC verfügt im Parlament mit 249 von 400 Sitzen über eine komfortable Mehrheit. Diesmal könnte es für ihn aber enger werden als bisher. (afp)>

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Sudan 6.4.2017: 1500 Flüchtlinge aus Süd-Sudan pro Tag
Khartum: Täglich treffen im Sudan rund 1.500 Flüchtlinge aus dem Südsudan ein
http://www.epochtimes.de/politik/welt/khartum-taeglich-treffen-im-sudan-rund-1500-fluechtlinge-aus-dem-suedsudan-ein-a2089863.html

"Notfallähnliche Lage": Täglich treffen im Sudan rund 1.500 Flüchtlinge aus dem Südsudan ein, der seit 2011 vom Sudan unabhängig ist. Bis zum Jahresende wird mit 180.000 Flüchtlingen gerechnet.

Täglich treffen im Sudan nach Angaben der Regierung in Khartum rund 1.500 Flüchtlinge aus dem Südsudan ein, der seit 2011 vom Sudan unabhängig ist.

Experten vermuten, dass rund 100.000 Menschen von einer Hungersnot betroffen sind und befürchten, dass deren Zahl eine Million erreichen könnte. Im Südsudan herrscht seit Ende 2013 ein Bürgerkrieg, in dem zehntausende Menschen getötet wurden und drei Millionen die Flucht ergriffen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnet damit, dass bis zum Jahresende rund 180.000 weitere Südsudanesen über die Grenze kommen. Mehr als eine Million Kinder im Südsudan gelten derzeit als akut unterernährt.

Der sudanesische Flüchtlingsbeauftragte Hamad Elgisuli sprach am Donnerstag von einer „notfallähnlichen Lage“ und beklagte das Ausbleiben von Hilfe aus dem Ausland. Derzeit befinden sich bereits 365.000 Südsudanesen im Sudan.

Hintergrund: Kampf um Erdöl

Zwischen 1983 und 2005 befand sich der Sudan ununterbrochen im Bürgerkrieg, 2005 wurde ein Friedensabkommen zwischen der Regierung in Khartum und der SPLA, der wichtigsten südsudanesischen Rebellengruppe, unterzeichnet. Dieses gewährte dem Südsudan Autonomie, 2011 wurde ein Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan durchgeführt, welches schließlich auch zur Unabhängigkeit des Südsudan führte.

Der Grund ist im Südsudan vorhandenes Erdöl, welches erst durch den Sudan transportiert werden muss, um verschifft werden zu können. Der Sudan verlangt Geld für den Transport, was der Südsudan nicht akzeptierte. Am 4. Februar 2012 meinte der sudanesische Präsident al-Baschir, dass ein Krieg zwischen den beiden Staaten möglich sei und ordnete eine Generalmobilmachung an. (afp/ks)>

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Libyen 11.4.2017: Afrikaner aus Ghana und Nigeria betreiben Sklavenmarkt
Migrationsorganisation prangert „Sklavenmärkte“ in Libyen an
http://www.epochtimes.de/politik/welt/migrationsorganisation-prangert-sklavenmaerkte-in-libyen-an-a2093626.html

<In Libyen gibt es regelrechte "Sklavenmärkte", sagt ein Vertreter der Internationale Organisation für Migration in Genf. "Sie gehen zum Markt, und dort können sie für 200 bis 500 Dollar einen Migranten kaufen", sagte er. Die Käufer könnten ihn dann für "ihre Arbeiten benutzen".

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat einen modernen Sklavenhandel mit Migranten und Flüchtlingen in Nordafrika angeprangert. In Libyen gebe es regelrechte „Sklavenmärkte“, sagte der IOM-Vertreter in Libyen, Othman Belbeisi, am Dienstag in Genf. „Sie gehen zum Markt, und dort können sie für 200 bis 500 Dollar einen Migranten kaufen“, sagte er. Die Käufer könnten ihn dann für „ihre Arbeiten benutzen“.

Einigen der Migranten gelinge nach dem Kauf die Flucht, andere blieben im Zustand der Knechtschaft, berichtete Belbeisi. Der Leiter der IOM-Sondereinsätze Mohammed Abdiker sprach von „katastrophalen Zuständen“. Die Migranten, die den Menschenhändlern in die Hände fielen, seien „konfrontiert mit systematischer Mangelernährung, sexuellem Missbrauch bis hin zum Mord“.

Von der IOM eingeholte Zeugenaussagen besagen zudem, dass Frauen sexuell missbraucht oder als Sexsklavinnen eingesetzt wurden. Der IOM-Vertreter Leonard Doyle sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Menschen würden „in der Öffentlichkeit verkauft, während sie auf dem Boden hocken“.

[Opfer aus Senegal sagt aus]

In dem IOM-Bericht ist die Rede von einem senegalesischen Migranten, der zunächst umgerechnet 300 Dollar an einen Schlepper zahlen musste, um mit einem Geländewagen von Agadez im Niger nach Libyen zu kommen. Der Fahrer des Wagens gab dann an, kein Geld von dem Menschenschmuggler bekommen zu haben, und brachte den Senegalesen zu einem „Sklavenmarkt“ auf einem Parkplatz in Sabha im Südwesten Libyens.

Der IOM zufolge wurden auf dem von Libyern mit Unterstützung von Ghanaern und Nigerianern betriebenen Markt Menschen aus Afrika südlich der Sahara verkauft und gekauft. Der Senegalese wurde nach seinem Verkauf an gefängnisartige Orte gebracht. Dort wurden Migranten gefoltert, und von ihren Familienangehörigen wurde Lösegeld erpresst. Der Senegalese wurde später als Dolmetscher eingesetzt, so dass ihm schlimmere Prügeleien erspart blieben. (afp)>

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Preussische Allgemeine Zeitung

Kenia 1.5.2017: Vertreibung von Weissen durch schwarze Nomaden
Prekäre Lage in Kenias Paradiesen
http://www.preussische-allgemeine.de/nc/nachrichten/artikel/prekaere-lage-in-kenias-paradiesen.html

<Nomaden machen Jagd auf Weiße: Safari-Parks und Besitz weißer Landbewohner in akuter Gefahr

Die Situation der weißen Landbesitzer in Afrika gestaltet sich immer prekärer: Nun werden sie nicht mehr nur in Staaten wie Simbabwe, Südafrika und Namibia durch behördliche Willkür und marodierende schwarze „Aktivisten“ unter Druck gesetzt, sondern auch in Kenia. Grund hierfür sind vor allem die im August anstehenden Wahlen.

Seit Jahresanfang herrschen in den Safari-Paradiesen des zentralkenianischen Distrikts Laikipia Anarchie und Gewalt. Das resultiert aus dem illegalen Eindringen von bis zu 10000 Pokot- beziehungsweise Samburo-Nomaden. Diese Hirten haben schätzungsweise 135000 Rinder in die Reservate getrieben, welche eigentlich bedrohten Wildtieren wie Nashörnern, Elefanten, Flusspferden, Giraffen, Zebras, Löwen und Leoparden Rückzugsräume bieten sollen.

Eigentümer der Schutzgebiete sind zumeist Weiße, die in ihren Safari-Parks 4000 Arbeitsplätze im Tourismus geschaffen hatten und nun ebenso fassungs- wie hilflos auf das Treiben der schwarzen Viehzüchter schauen müssen. Denn die führen nicht nur ihre traditionellen Speere mit sich, sondern auch AK-47-Sturmgewehre, welche zumeist aus den Nachbarländern Südsudan, Uganda und Somalia stammen.

Dergestalt aufgerüstet plündern sie Farm- sowie Gästehäuser, ruinieren Flora und Fauna und zünden dann zum Schluss noch alles an. Hierbei traf es auch den Besitz der Naturschützerin Kuki Gallmann, deren Autobiografie „Ich träumte von Afrika“ im Jahre 2000 von Hollywood verfilmt wurde. Die gebürtige Italienerin klagte nach der Verwüstung ihrer Liegenschaften mit einem der letzten intakten Ökosysteme Ostafrikas: „Sie verbrannten ein Stück meiner Seele.“

In manchen Fällen misshandelten die Landbesetzer sogar Mitarbeiter von Safari-Einrichtungen oder ermordeten diese. Tristan Voorspuy gehört zu den bislang 30 Todesopfern der Übergriffe. Der frühere britische Armeeoffizier und nachmalige Farmer wurde Anfang März hinterrücks von einer Bande unter Führung des Pokot-Hirten Samson Lokayi erschossen, als er die Schäden auf seiner Ranch inspizieren wollte, wo die Schwarzen ebenfalls gewütet hatten.

In den europäischen Medien wird das Ganze zumeist als Folge der Dürre hingestellt, welche seit zwei Jahren in Ostafrika herrsche und die in ihrer Existenz bedrohten Nomaden zu „Wanderungsbewegungen“ nötige. Dabei liegt das Problem jedoch sehr viel eher darin, dass die Herden einfach zu groß für die natürlichen Gegebenheiten in der Region geworden sind. Viele vermögende Kenianer haben nämlich fleißig Schwarzgeld in die Rinderzucht investiert, seitdem die Finanzämter systematisch nach auffällig hohen Bankguthaben fahnden. Aber das ist letztlich auch nur die eine Seite der Medaille.

Ebenso werden die Pokot und Samburu von manchen Politikern aufgestachelt, die sich dadurch Vorteile für die Parlaments- und Präsidentenwahlen am 8. August versprechen. An erster Stelle steht hier Mathew Lekidime Lempurkel, der Vertreter des Wahlbezirkes Laikipia North in der Nationalversammlung zu Nairobi. Das Mitglied des oppositionellen Orange Democratic Movement (ODM) ließ erst kürzlich wieder hasserfüllte Tiraden gegen Weiße los – zwei Tage später fielen die tödlichen Schüsse auf Voorspuy. Deswegen wurde Lempurkel, der insbesondere bei den Samburu als großer Held gilt, nun ganz folgerichtig wegen Anstiftung zum Mord angeklagt. Allerdings verteidigt er sich mit dem Argument, die Regierung selbst schüre doch das Chaos in Laikipia, um dort die Mehrheitsverhältnisse zu ändern. Und damit hat der radikale Jung-Politiker tatsächlich nicht ganz unrecht.

Schließlich profitiert Staatspräsident Uhuru Muigai Kenyatta, der im Sommer wiedergewählt werden will, gleich in dreifacher Hinsicht von den Übergriffen der Hirtennomaden. Zum Ersten kann er die Opposition für die Unruhen in Zentralkenia verantwortlich machen, zum Zweiten verändert sich so die Bevölkerungsstruktur in der Region, was Kenyattas Parteienbündnis Jubilee Alliance nützen dürfte, und zum Dritten bringt es Stimmen bei der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, wenn der Eindruck entsteht, nun gehe es den reichen Weißen an den Kragen – ganz egal, wer da am Ende agiert.

Das erklärt vielleicht auch, warum einige der Landbesetzer Waffen aus den Beständen der kenianischen Armee tragen. Jedenfalls steht zu befürchten, dass die Unruhen noch mindestens bis zu den Wahlen andauern. Schlechte Aussichten also für das Tourismusjahr 2017 sowie die Zukunft all derer, die auf ihrem Grund und Boden für den Erhalt der Artenvielfalt Ostafrikas sorgen wollen. - Wolfgang Kaufmann>

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Libyen 8.5.2017: IS aus Hafen rausgeschmissen
Libysche Soldaten erobern Hafen von Islamisten zurück
https://deutsch.rt.com/newsticker/50319-libysche-soldaten-erobern-hafen-von/

<Militäreinheiten aus dem Osten Libyens haben nach eigenen Angaben einen wichtigen Hafen in der Stadt Bengasi von Islamisten zurückerobert. Ein Sprecher der Einheiten, die dem einflussreichen General Chalifa Haftar unterstehen, sagte am Montag, dass weitere Gebiete in der Nähe des Hafens ebenfalls von den Al-Kaida-nahen Extremisten befreit worden seien.

Der Hafen war seit gut drei Jahren außer Betrieb, nachdem die Extremisten ihn und Teile der Stadt Bengasi überrannt hatten.

Aus Militärkreisen hieß es, dass die Kämpfe in der Nähe des Hafens noch andauerten und Explosionen zu hören seien. In Libyen herrscht Bürgerkrieg seit dem mit westlicher Militärhilfe erreichten Sturz von Muammar al-Gaddafi im Jahre 2011. Zahlreiche Gruppen und Milizen kämpfen um die Herrschaft in dem ölreichen, von Stammesstrukturen geprägten nordafrikanischen Staat.

Die Armee von General Haftar wird dabei von dem Parlament in der ostlibyschen Stadt Tobruk unterstützt. Das Parlament hat eine Gegenregierung zu der in der Hauptstadt Tripolis sitzenden international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch ausgerufen. Immer wieder kam es zuletzt zu schweren Kämpfen um wichtige Ölhäfen in Libyen.>

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20 minuten
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Tunesien 20.5.2017: Hoffnungslosigkeit provoziert Selbstmordwelle
Selbstverbrennung: Warum sich immer mehr Tunesier selber anzünden
http://www.20min.ch/ausland/news/story/14373598

<Eine blutlose Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit und Korruption: Bei vielen Tunesiern wachsen Zorn und Hoffnungslosigkeit.

Adels Dridis Kopf ist bandagiert, und seine Stimme klingt niedergeschlagen, als er schildert, wie er sich selber in Brand steckte, nachdem ihm die Polizei verboten hatte, an einem Strassenrand Erdbeeren zu verkaufen. Der verzweifelte Akt ist das jüngste Symbol des Zorns und der Hoffnungslosigkeit, die viele Tunesier angesichts hoher Arbeitslosigkeit und Korruption im Land verspüren.

Dort kommt es seit Wochen immer wieder zu Demonstrationen, Sitzstreiks und Strassenblockaden. Vor wenigen Tagen griff Tunesiens Präsident Beji Caid Essebsi dann zu einer ungewöhnlichen Massnahme: Er setzte das Militär ein, um Petroleum- und Phosphatanlagen vor den Protestierenden zu schützen. Der demokratische Prozess in Tunesien sei «ernsthaft gefährdet», warnte er. Protestaktionen seien zwar erlaubt, müssten sich aber «im Rahmen des Gesetzes» bewegen.

Wie zu Beginn des Arabischen Frühlings vor sechs Jahren

Dridis Aktion erinnert an die Selbstverbrennung eines anderen Händlers vor sechs Jahren, die zu einer demokratischen Revolution in Tunesien und einer Welle des Aufruhrs in der arabischen Welt führte. Tunesien hat sich nach den Aufständen des Arabischen Frühlings als einziges Land in der Region zu einer Demokratie entwickelt.

Dridis Freunde und Angehörige warnen, dass andere seinem Beispiel folgen könnten, wenn Tunesiens Führung ihren Besorgnissen keine Rechnung trage und nicht in verarmte Regionen im Inland investiere.

Der Händler hatte in den vergangenen drei Monaten an einem Strassenrand in der vernachlässigten Stadt Teburba, ungefähr 30 Kilometer von der Hauptstadt Tunis entfernt, Erdbeeren verkauft. So auch am 10. Mai, als die Polizei kam. Sie drohte ihm und seinem Partner, die Ware zu beschlagnahmen, weil sie keine Genehmigung zum Verkauf der Früchte hätten, wie Dridi der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Polizisten seien dann weggegangen und später mit drei Streifenwagen zurückgekehrt.

Behörden versprechen Hilfe

«Während wir die Erdbeeren in die Kisten zurückpackten, stiess einer der Polizisten die Tische um und warf die Früchte auf den Boden, bevor er mich und meinen Freund in ein Auto steckte, uns ins Gesicht und mit einem Polizeiknüppel schlug», schilderte Dridi. «Ich habe rot gesehen und konnte mich nicht länger im Zaum halten.» So habe er sich denn aus dem Fahrzeug geworfen, sei zum Motorrad eines Freundes in der Nähe gegangen, habe aus einem Ablagefach eine Flasche Benzin genommen und sich damit übergossen. Und dann habe er sich mit einem Feuerzeug angezündet. Sein Freund wickelte ihn darauf rasch in eine Jacke und besprühte ihn mit einem Feuerlöscher von einem in der Nähe angehaltenen Bus.

Das Vorgehen der Polizei löste Wut bei örtlichen Einwohnern aus, die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen. Diese wiederum setzten Tränengas ein. Dridis Familie reichte bei der zuständigen Behörde Beschwerde ein, der regionale Gouverneur kam, um die Protestierenden zu beruhigen, und sagte zu, sich ihrer Sorgen anzunehmen. Stadtvertreter besuchten Dridi im Spital und versprachen Medikamente, von denen der Händler nach eigenen Angaben aber bisher noch nichts gesehen hat.

«Wer wird uns jetzt mit Essen versorgen?»

Dridi zog sich Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht, am Hals und an der Brust zu und hat Schwierigkeiten, sich zu bewegen. Den Farmer, der ihm die Erdbeeren verkauft hat, hat er bisher nicht bezahlen können. Er sei kein Krimineller, betont Dridi. «Ich versuche lediglich, meinen Lebensunterhalt zu verdienen.» Er frage sich, warum die Polizei ihm nicht einfach ein Bussgeld auferlegt habe.

Viele Jugendliche in seiner Stadt seien «verloren, ohne Arbeit», sagt Dridi. «Was mit mir passiert ist, könnte jedem passieren. Leute warten auf den kleinsten Funken, um ihre Frustration herauszulassen.» Dridis Mutter Dalila hört seinen Ausführungen mit gequältem Gesichtsausdruck zu. «Als sich mein Sohn selber angezündet hat, hatte ich das Gefühl, dass ich es war, der brannte», sagt sie.

Der 31-jährige Dridi hatte seine Eltern und Geschwister mit dem Erlös aus seinen Erdbeerverkäufen unterstützt. Die Polizei «hat unsere ganze Familie fertiggemacht», sagt Dalila. «Wer wird uns jetzt mit Essen versorgen?»

(dapd)>

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21.6.2017: Zentralafrikanische Republik: Bürgerkrieg Christen gegen Muslime
100
Tote bei erbitterten Kämpfen in Zentralafrika
https://de.sputniknews.com/politik/20170621316267937-100-tote-bei-erbitterten-kaempfen-in-zentralafrika/

<In der Zentralafrikanischen Republik ist es nach Angaben der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) erneut zu schweren Auseinandersetzungen zwischen christlichen und muslimischen Gruppierungen gekommen, bei denen rund 100 Menschen ums Leben kamen.

Die Kämpfe in der Stadt Bria dauern trotz der in der letzten Woche unterzeichneten Friedensvereinbarung in Rom an. Der Bürgermeister der Stadt, Maurice Balekouzou, sprach am Mittwoch von rund 100 getöteten Menschen, Dutzende weitere seien ins lokale Krankenhaus gebracht worden.

Vertreter des Roten Kreuzes sagen, dass die Opferzahl erheblich steigen könne, da sie die Verletzten aufgrund des großen Sicherheitsrisikos nicht evakuieren könnten.

„Derzeit wagt sich keiner, auf die Straßen zu gehen, da die Auseinandersetzungen jederzeit wieder entflammen können. Zeugen aus verschiedenen Bezirken der Stadt sagen, dass sie Dutzende Leichen überqueren mussten, die auf den Straßen der Stadt zurückgelassen wurden “, betonte der Sprecher des Roten Kreuzes Gildas Gbeni.

Muslimische und christliche Gruppierungen kämpfen schon seit zweieinhalb Jahren in der Zentralafrikanischen Republik erbittert gegeneinander. Nach dem Sturz des Präsidenten, François Bozizé, und Amtseintritt von dem muslimischen Präsidenten, Michel Djotodia, hat sich die Lage in dem Land drastisch verschlechtert.>

Link: Afrika: Kinder-Selbstmordattentate innerhalb eines Jahres verzehnfacht

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Süd-Libyen 29.6.2017: Goldminen-Funde seit 2011 provozieren neue Konflikte
Tibu kontrollieren Goldminen-Gebiete
https://www.freitag.de/autoren/gela/tibu-kontrollieren-goldminen-gebiete

<Libyen/Tschad/Sudan. Neue Studie: Westen sollte sich nicht militärisch einmischen.

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Angelika Gutsche

Eine Studie über das Stammesgebiet der Tibu im Grenzdreieck Südlibyen, Nord-Tschad und Westsudan berichtet über große Goldfunde seit 2011 in den Gebieten der südsaharischen Zone vom Sudan bis Südalgerien, der zum sogenannten Tibesti-Goldrausch in Nord-Dafur (Sudan) und im Stammesgebiet der Tibu im Grenzdreieck führte.[1]

2011 kam es im Zuge des Nato-Krieges gegen Libyen zu einer Flutung der betreffenden Gebiete mit Waffen. Im nördlichen Tschad florieren auch heute noch die Waffenmärkte. In den Goldfundgebieten beidseits der Grenzen entstanden neue Siedlungen mit mehreren tausend Einwohnern. Libyen lieferte das Wasser, aber auch neben dem Sudan Generatoren und Arbeitsgerät für die Goldminen.

Der Zugang zu den Goldminen wird von Tibu-Milizen kontrolliert, die von den Schürfern und Goldhändlern Steuern erheben. Dabei sind die Regierungen der Nationalstaaten Tschad, Sudan und Libyen außen vor. Sicher ein Ärgernis für die korrupten Regierungen dieser Länder, (sofern vorhanden, Libyen ist ein failed state), die sich das Gold gern unter den Nagel reißen würden und denen die Tibu feindlich gegenüber stehen.

Die Lage in Libyen wird als der Hauptgrund für die Destabilisierung der Länder der Sahelzone beschrieben, in deren saharischen Weiten der Staat nicht mehr präsent ist. Aus diesem Grund müsse unbedingt wieder ein starker libyscher Staat entstehen, in dessen Macht es steht, seine Südgrenze zu kontrollieren. Um wirklich Stabilität zu schaffen, müssten dabei aber die Bedürfnisse der dortigen Bevölkerung Berücksichtigung finden.

Der Krieg in Libyen und die Anwesenheit von Dschihadisten in der Sahara könnten nicht mit militärischen Interventionen oder mit der Stationierung westlicher Soldaten gelöst werden. Denn die Grenzen dieser Wüstengebiete sind durchlässig und nicht zu kontrollieren, d.h. sie existieren nur auf der Landkarte.

Die Sahara mit dem Tibesti-Gebirge wird wegen ihrer unermesslichen Bodenschätze für den Westen immer interessanter. In diesen Weiten Kriege gegen die einheimischen Stämme zu führen, um sich deren Reichtümer anzueignen, dürfte der westlichen Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln sein, auch in Anbetracht des verursachten Fiaskos in Afghanistan, Irak und Libyen.


[1] Tubu Trouble: State and Statelessness in the Chad-Sudan-Libya-Triangle (J. Tubiana/C. Gramizzi, Juni 1017:

The report: Tubu Trouble: State and Statelessness in the Chad– Sudan–Libya Triangle by Jérôme Tubiana and Claudio Gramizzi>

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Berberregion in Marokko 6.7.2017: Fische beschlagnahmt - Eskalation wegen eines zu Tode gekommenen Fischhändlers
Marokko: Anhaltende Unruhen in der Berber-Region
https://www.infosperber.ch/Artikel/Politik/Anhaltende-Unruhen-im-marokkanischen-Rifgebirge

<Die Berber-Stadt Chefchaouen im Rif-Gebirge

Alexander Gschwind / 04. Jul 2017 - In Nordmarokko entlädt sich der Frust der wirtschaftlich vernachlässigten Berber. Das Regime reagiert mit wachsender Repression.

Seit Ende Oktober letzten Jahres befindet sich die Rif-Region im Norden Marokkos in wachsendem Aufruhr. Damals hatten Polizisten in der Stadt Al Hoceima die Ware eines Fischhändlers beschlagnahmt und entsorgt. Der verzweifelte Mann kletterte auf einen Müllwagen, um seine Habe zu retten und wurde von dessen Pressen zermalmt. Der Vorgang erinnert fatal an die Selbstverbrennung eines tunesischen Strassenhändlers, mit der der arabische Frühling Anfang 2011 ausgelöst wurde. Marokko blieb damals von ähnlichen Protesten verschont, weil das Regime von König Mohammed VI. sein Volk mit oberflächlichen Reformen zu beschwichtigen versuchte. Ausgerechnet die seit jeher vernachlässigte Bergregion des Rif blieb davon freilich einmal mehr ausgeschlossen.

Berber in Marokko: Diskriminiert und geächtet

Seit Jahrhunderten wurden die Berber im Rif von ihren arabischen Landsleuten diskriminiert und geächtet. Weil ihre religiösen Riten vom orthodoxen Islam abweichen, gelten sie als Ungläubige und unzuverlässige Patrioten. Schon die arabischen Erobererheere benutzten sie beim Vorstoss auf die iberische Halbinsel als Kanonenfutter. Auch die spanischen Kolonisatoren lieferten ihnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts drei blutige Kriege mit Zehntausenden von Toten, ohne das Gebiet wirklich unter Kontrolle zu bekommen. Ihr damaliger Anführer Abdelkrim proklamierte gar eine selbständige Rif-Republik, die von Spaniern und Franzosen gemeinsam gebodigt wurde. Nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 erstickte König Mohammed V. einen weiteren Aufstand unter dem Kommando seines Kronprinzen Hassan, dem Vater des heutigen Königs. Der spätere Hassan II. hatte sich im Rif damit so verhasst gemacht, dass er sich während seiner ganzen Amtszeit nie mehr dorthin wagte.

Nach seiner Thronbesteigung vor 18 Jahren versprach Mohammed VI. auch den Berbern einen Neuanfang und versuchte sich mit der Familie Abdelkrims demonstrativ auszusöhnen. Weil auch diesmal den Worten keine Taten folgten und die Diskriminierung der Berber nie aufhörte, wirkte der Tod des Fischhändlers in Al Hoceima einmal mehr wie ein Funke am Pulverfass. Die spontanen Proteste dagegen wurden von der königlichen Gendarmerie wie üblich brutal niedergeknüppelt, die örtlichen Verantwortlichen von der Regierung gedeckt, die offizielle «Untersuchung» der Vorfälle als Farce inszeniert. Was der berberischen Volksbewegung Hirak al-Shabi nur noch mehr Zulauf bescherte. Als deren Anführer Nasser Zafzafi Ende Mai einen Imam während des Freitagsgebetes in der Moschee von Al Hoceima als «Büttel des Königs» beschimpfte und verhaftet wurde, geriet die Lage endgültig ausser Kontrolle. Al Hoceima steht seither faktisch unter Ausnahmezustand mit Ausgehverbot. Aber in der übrigen Region gehen die Proteste unvermindert weiter.

Das Regime setzt auf Repression

Das Regime wird immer nervöser, findet aber ausser seinen eigenen, korrupten Funktionären keine Ansprechpartner mehr und reagiert deshalb wie stets mit wachsender Repression. Im restlichen Marokko wie der übrigen Welt stiess der Konflikt bisher auf wenig Echo. Die Regierung in Rabat wird von gemässigten Islamisten kontrolliert. Willigen Erfüllungsgehilfen des Königs, die wie ihre radikalen Gesinnungsfreunde den «ungläubigen» Berbern nur Verachtung und Misstrauen entgegen bringen. Zwar stellen die Berber rein ethnisch betrachtet fast die Hälfte der marokkanischen Bevölkerung, was aber von vielen Berbern in den von Arabern dominierten Landesteilen verdrängt wird. Dass der König in Marokko nicht nur weltliches Oberhaupt, sondern als «Führer aller Gläubigen» auch höchste religiöse Autorität geniesst, kompliziert die Verhältnisse zusätzlich.

So setzt das Regime einmal mehr auf die Isolation des Protestes in den abgelegenen Bergen des Nordens und versucht auch die europäische Öffentlichkeit mit der Drohung neuer Flüchtlingsströme über die Meerenge von Gibraltar einzuschüchtern, falls es an der «Wiederherstellung der Ordnung» im Rif gehindert werde. Einer Drohung, die im Nachbarland Spanien wie in Brüssel erfahrungsgemäss auf offene Ohren stösst. Zumal die Berber auch dort keinerlei Lobby haben und nur als unerwünschter Störfaktor wahrgenommen werden. Widersetzen sie sich doch seit Jahrzehnten den auch von der europäischen Union mitfinanzierten «Zivilisationsversuchen», mit denen man ihnen ihre traditionellen Schmuggel- und Drogengeschäfte – die Rif-Region ist eines der weltgrössten Cannabis-Anbaugebiete – auszutreiben versucht. Dabei sind auch diese nichts anderes als verzweifelte Überlebensstrategien einer seit jeher vernachlässigten Minderheit.>







Fotoquellen
[1] Karte von Afrika im CIA-Stil mit Bodenschätzen und Produkten: Facebook: Fermeda Adolf:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10203836673550646&set=a.2825666734180.128085.1634391153&type=1&theater


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