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Weitere Fälscher und Fälscherinnen bei Doktorarbeiten in Deutschland

Die Aufdeckung gefälschter Doktorarbeiten in Deutschland nimmt kein Ende





Heidenei! Der Bäcker ist gescheiter als die Politiker!

Nachrichten

präsentiert von Michael Palomino


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Fälscher Herr Matthias Pröfrock, Stuttgart

Spiegel online,
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6.7.2011: <Abgeordneter als Plagiator: CDU-Parlamentarier Pröfrock verliert Doktorgrad> - und will weiter Abgeordneter sein

aus: Spiegel online; 6.7.2011;
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,772701,00.html

<CDU-Landtagsabgeordneter Matthias Pröfrock: "Grob fahrlässig" kopiert

Der baden-württembergische CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Pröfrock hat in seiner Dissertation in erheblichem Umfang aus dem Internet kopiert und die Stellen nicht kenntlich gemacht. Die Uni Tübingen entzog ihm darum jetzt den Doktor. Parlamentsfrischling Pröfrock will sein Mandat nicht aufgeben.

Erst 2007 hatte Matthias Pröfrock, CDU-Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, seinen Doktor an der Universität Tübingen gemacht. Nun muss der junge Politiker seinen Grad schon wieder abgeben.

Die Universität Tübingen teilte am Mittwochvormittag mit, sie habe dem 34-Jährigen seinen Doktorgrad entzogen. Der Promotionsausschuss habe die Aberkennung nach "intensiver Prüfung der Dissertation sowie einer schriftlichen Anhörung Pröfrocks" beschlossen, hieß es in einer Pressemitteilung der Dekanin der Juristischen Fakultät, Barbara Remmert. Der Jurist Pröfrock hatte seine Promotionsschrift zum Thema "Energieversorgungssicherheit im Recht der Europäischen Union / Europäischen Gemeinschaften" im Jahr 2007 an der Universität Tübingen eingereicht.

Politische Konsequenzen will Pröfrock nicht ziehen und sein Landtagsmandat behalten. Pröfrock war erst im Mai in den baden-württembergischen Landtag eingezogen. Im Landkreis Waiblingen hatte er für die Union bei der Landtagswahl im März das Direktmandat erobert.

Pröfrock sagte SPIEGEL ONLINE, die Bürger hätten ihm erst vor einigen Wochen das Vertrauen ausgesprochen. "Sie haben mich sicher nicht wegen meines Doktortitels gewählt", sagte er, darum werde er nicht auf sein Mandat verzichten. Die nicht gekennzeichneten Übernahmen in seiner Dissertation nannte Pröfrock "fahrlässig, dumm - aber keine Absicht".

Auch die Uni nennt die Arbeitsweise Pröfrocks "jedenfalls grob fahrlässig". Das hätte die Anhörung des Abgeordneten durch die zentrale Kommission zur Untersuchung von Fehlverhalten in der Wissenschaft ergeben. Die Prüfungskommission sei zu dem Schluss gekommen, dass in der Arbeit "in nicht unerheblichem Maße" fremde Texte wörtlich übernommen wurden, ohne dass dies kenntlich gemacht wurde.

Laut Internetplattform VroniPlag, auf der anonyme Rechercheure Plagiatsverdachtsfällen nachgehen und sie auch veröffentlichen, soll Pröfrock auf über 50 Prozent der Seiten seiner Doktorarbeit aus anderen Quellen abgeschrieben haben, ohne sie ausreichend kenntlich gemacht zu haben.

seh/dapd>

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Fälscher Herr Bernd Althusmann, CDU, Hannover


n-tv online,
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6.7.2011: Viele Passagen der Doktorarbeit von Bernd Althusmann sind abgeschrieben, OHNE Kennzeichnung

aus: n-tv online: Bei Doktorarbeit abgeschrieben? Kultusminister entschuldigt sich; 6.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Kultusminister-entschuldigt-sich-article3749626.html

<Althusmann hatte als externer Doktorand an der Uni Potsdam mit einer Arbeit über die Organisation der öffentlichen Verwaltung promoviert.

Bernd Althusmann ist Mitglied der CDU und niedersächsischer Kultusminister. Zur Zeit sitzt er der Kultusministerkonferenz vor. Da kommen ihm die Vorwürfe sehr ungelegen, er habe in seiner Dissertation an vielen Stellen inhaltliche und wörtliche Übernahmen nicht als solche gekennzeichnet. Politische Konsequenzen schließt er vorerst aus.

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann gerät wegen seiner Doktorarbeit unter Druck. Plagiatsjäger werfen ihm zahlreiche Fehler beim Zitieren fremder Quellen vor. Der CDU-Politiker entschuldigte sich für mögliche handwerkliche Fehler, versicherte aber, er habe an keiner Stelle von anderen Wissenschaftlern abgeschrieben, ohne das zu kennzeichnen.

"Es gab keinen Täuschungsversuch von meiner Seite", unterstrich Althusmann, der seit gut einem Jahr Kultusminister in Hannover und derzeit auch Vorsitzender der Kultusministerkonferenz ist. Konsequenzen für seine politischen Ämter schloss der 44-Jährige zunächst aus. Die Universität Potsdam bat er um die Überprüfung seiner 2007 abgegebenen Arbeit.

Ministerpräsident David McAllister von der CDU sagte zwar: "Er ist Minister und er bleibt Minister." Er fügte aber hinzu, die Prüfung durch die Universität müsse abgewartet werden. "So viel Zeit müssen wir uns nehmen." Die Opposition legte Althusmann den Rücktritt für den Fall nahe, dass sich die Vorwürfe bewahrheiten. Sie bezeichnete die mögliche Schummelei des Bildungspolitikers als peinlich. Der Minister soll in seiner Dissertation an vielen Stellen inhaltliche wie wörtliche Übernahmen aus anderen wissenschaftlichen Werken nicht als solche gekennzeichnet haben. Das berichtete die Wochenzeitung "Die Zeit".

"Eine Krise, die ich durchzustehen habe"

Eine von der Zeitung vorgelegte Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Doktorarbeit zu mehr als der Hälfte aus teils verschleierten Zitaten bestehe und daher wenig Platz für eigene Gedanken lasse. Durchgängig und in großem Ausmaß sei es zu einer bewussten oder unbewussten Irreführung gekommen. Möglicherweise habe Althusmann den Leser über den hohen Anteil an Zitaten und den geringen Anteil an eigener Leistung im Unklaren lassen wollen.

"Ich habe meine Arbeit nach bestem Wissen und mir damals bekannten Zitierstandards angefertigt", erklärte der Bildungsminister dazu. Es sei seine Pflicht, auch im Umgang mit eigenen Fehlern mit gutem Beispiel voranzugehen und sich zu stellen, statt davonzulaufen. "Für meine Ämter habe ich, auch nachdem ich den Ministerpräsidenten gestern informiert habe, entschieden, dass dies eine Krise ist, die ich durchzustehen habe."

"Vorbild für fast eine Million Schülerinnen und Schüler"

Sollte sich herausstellen, dass Althusmann tatsächlich gegen wissenschaftliche Grundsätze verstoßen habe, sei er als Minister nicht zu halten, erklärte der Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel. Die SPD-Landtagsabgeordnete Frauke Heiligenstadt forderte Althusmann auf, den Vorsitz der Kultusministerkonferenz bis zur Klärung der Vorwürfe ruhen zu lassen.

SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann erklärte in Berlin: "Ich begrüße, dass die Universität Potsdam die Arbeit von Herrn Althusmann überprüft und hoffe auf schnelle Ergebnisse." Dabei werde zu berücksichtigen sein, dass der CDU-Politiker als Präsident der Kultusministerkonferenz Vorbildfunktion habe. "Althusmann muss Vorbild für fast eine Million Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen sein. Es muss deshalb besonders streng geprüft werden, ob er geschummelt hat", forderte Oppermann.

"Großteil meiner Ferien dazu genutzt"

Althusmann promovierte als externer Doktorand an der Uni Potsdam mit einer Arbeit über die Organisation der öffentlichen Verwaltung. Die Arbeit sei zwischen den Jahren 2000 und 2007 mit Unterbrechungen parallel zu seiner politischen Tätigkeit entstanden, erklärte er. "Ich habe den Großteil meiner Ferien dazu genutzt."

An der Universität Potsdam beschäftigt sich nun der zuständige Dekan mit den Vorwürfen. "Das ist nicht innerhalb weniger Stunden zu erledigen", sagte Uni-Sprecherin Birgit Mangelsdorf. Nach Einschätzung von Althusmann wird die Untersuchung der Universität etwa vier Wochen dauern.

Die Universität Tübingen hat unterdessen dem baden-württembergischen CDU-Landtagsabgeordneten Matthias Pröfrock aus Waiblingen seinen Doktortitel aberkannt. Die Dissertation des 34-Jährigen weise zahlreiche Plagiate auf, teilte die Hochschule mit. Allerdings glaubte der Promotionsausschuss den Beteuerungen des 34-Jährigen, dass er sich nicht absichtlich mit fremden Federn geschmückt habe. Pröfrock akzeptierte die Entscheidung und bat um Entschuldigung. Zurücktreten will aber auch er nicht.

Im Februar war bereits dem zurückgetretenen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) von der Uni Bayreuth der Doktortitel nach Plagiatsvorwürfen aberkannt worden. Mitte Juni entzog die Universität Heidelberg der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin wegen Plagiaten ihren Doktortitel.

dpa/AFP>

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Und dann hat Herr Althusmann seinen Doktorvater auch noch falsch zitiert:

Welt online,
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9.7.2011: <Bernd Althusmann: CDU-Minister zitierte sogar seinen Doktorvater falsch>

aus: Welt online; 9.7.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13477566/CDU-Minister-zitierte-sogar-seinen-Doktorvater-falsch.html

<Der niedersächsische Kultusminister soll in seiner Dissertation unwissenschaftlich gearbeitet haben. Nicht einmal aus den Werken seines Doktorvaters zitierte er korrekt.

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann hat in seiner kritisierten Doktorarbeit laut „Spiegel“ schlampig gearbeitet und sogar seinen Doktorvater falsch zitiert. An etlichen Stellen verweise er auf Werke seines Promotionsbetreuers Dieter Wagner, Vize-Präsident der Universität Potsdam, verstoße aber mehrfach gegen die wissenschaftlichen Standards, berichtete das Nachrichtenmagazin.

So beziehe sich der CDU-Politiker in einer Fußnote auf die Seite 275 einer Veröffentlichung seines Doktorvaters – der entsprechende Band habe aber nur 186 Seiten. Zudem gebe es den aufgegriffenen Gedanken darin gar nicht.

Auch mit dem Literaturverzeichnis habe es der derzeitige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz nicht genau genommen. Buchtitel seien ungenau wiedergegeben und ein Werk seines Doktorvaters, das er in einer Fußnote aufführe, fehle im Verzeichnis.

Nach einer Analyse des Wochenmagazins „Die Zeit“ finden sich auf 88 von 114 Seiten Hinweise, dass Althusmann sich aus fremdem geistigen Eigentum bedient hat, ohne dies in der notwendigen Weise deutlich zu machen.

Das niedersächsische Kultusministerium wiederholte angesichts der neu untermauerten Vorwürfe die Transparenz und Offenheit, mit der Althusmann auf die Kritik reagiert hat. „Er hat seine Arbeit sofort online gestellt und begrüßt die Diskussion über Zitierstandards“, sagte Sprecher Roman Haase. „Er wird sich jetzt mit gebotener Sorgfalt daran setzen, die Vorhalte zu entkräften.“

Althusmann bestreitet einen Täuschungsversuch. Für „mögliche handwerkliche Fehler“ bat er bereits um Entschuldigung. Die Uni Potsdam prüft die Vorwürfe.

dpa/ks>

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Fälscher Uwe Brinkmann, SPD


Welt online,
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12.7.2011: <Plagiatsaffären: SPD-Politiker Brinkmann muss Doktortitel abgeben>

aus: Welt online; 12.7.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13482598/SPD-Politiker-Brinkmann-muss-Doktortitel-abgeben.html

<Der SPD-Politiker Uwe Brinkmann ist seinen Doktor los: Die Universität Hamburg entzog ihm den Titel. Auch die FDP-Politikerin Mathiopoulos bangt.

Doktortitel. Das teilte der Präsident der Hochschule, Dieter Lenzen, "Welt Online“ mit. Demnach habe sich der Plagiatsverdacht gegen den Dozenten an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg bestätigt. Zuvor hatte die Internetplattform VroniPlag Wiki an vielen Stellen der Doktorarbeit Plagiate festgestellt.

Der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät habe Lenzen mitgeteilt, dass der zuständige Promotionsausschuss festgestellt hat, dass erhebliche Teile der Arbeit nicht beziehungsweise nicht hinreichend gekennzeichnete Zitate enthält. Zu dieser Einschätzung sei der Promotionsausschuss am Mittwoch gelangt. Ob Brinkmann von seinem Widerspruchsrecht Gebrauch machen wolle, sei unbekannt.

Brinkmann hatte eine Dissertation zum Thema „Europäischer Rüstungsmarkt“ eingereicht. Nachdem die Plagiatsvorwürfe öffentlich wurden, schickte er seine Promotionsurkunde zurück an die Universität. Brinkmann galt als erster SPD-Politiker, der ins Visier der Plagiatsjäger im Internet gekommen war.

Auch Arbeit von FDP-Politikerin Mathiopoulos erneut in Prüfung

Die Universität Bonn nimmt nach zahlreichen Plagiatsaffären die Doktorarbeit einer weiteren FDP-Politikerin unter die Lupe. Die Dissertation der Unternehmerin und Wissenschaftlerin Margarita Mathiopoulos werde erneut überprüft, teilte die Hochschule mit.

Die Doktorarbeit war bereits Ende der 80er-Jahre in die Kritik geraten. Damals seien zwar handwerkliche Mängel, jedoch keine Verfehlungen festgestellt worden, die zur Aberkennung des Titels geführt hätten.

Plagiatsfahnder auf 46 Prozent der Seiten fündig

Den Anstoß für die erneute Revision lieferten Plagiatsfahnder im Internet. Die Arbeit soll demnach zahlreiche wörtliche Übernahmen ohne die wissenschaftlich notwendige Kennzeichnung enthalten. „Insofern hat sich eine neue Sachlage ergeben“, sagte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Günther Schulz.

Mathiopoulos solle sich in dem Verfahren zu den Vorwürfen äußern können. Die Plagiatsfahnder von „VroniPlag“ wollen auf fast 46 Prozent der Seiten der Dissertation fündig geworden sein.

Mathiopoulos' Doktorarbeit mit dem Titel „Amerika: Das Experiment des Fortschritts – Ein Vergleich des politischen Denkens in Europa und in den USA“ war 1987 veröffentlicht worden. Nach der damaligen Kritik war die Arbeit nur stichprobenartig untersucht worden.

Brandt wollte Mathiopoulos als Sprecherin

Mathiopoulos war 1987 in die Schlagzeilen geraten, weil der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die parteilose Politikwissenschaftlerin zur Parteisprecherin ernennen wollte. Nach Empörung in der Partei zog Mathiopoulos ihre Bewerbung zurück.

Dennoch trat Brandt in Folge der Affäre als SPD-Chef zurück. Laut ihrer Internetseite arbeitet Mathiopoulos heute als Unternehmerin und Honorarprofessorin für US-Außenpolitik und Internationale Sicherheitspolitik an der Universität Potsdam.

Chatzimarkakis wehrt sich weiterhin

Neben Mathiopoulos muss auch der Europa-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis (FDP) um seinen Doktortitel bangen. In diesem Fall will die Universität Bonn an Mittwoch (13. Juli) entscheiden. Chatzimarkakis hatte sich stets vehement gegen die Vorwürfe gewehrt.

Zuletzt war der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin, Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), Veronica Saß, der Titel aberkannt worden. Alle drei hatten aus Sicht der Hochschulen eindeutig abgeschrieben. Auch die Dissertation des niedersächsischen Kultusministers Bernd Althusmann (CDU) steht in der Kritik.

dapd/mbd/mcz>

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Fälscher Jorgo Chatzimarkakis, FDP, deutscher "Europa-Abgeordneter" in Brüssel


n-tv online,
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13.7.2011: FDP-Politiker Chatzimarkakis hat über 50% abgeschrieben und verliert den Doktortitel

aus: n-tv online: Mehr als die Hälfte aus fremden Federn: Chatzimarkakis verliert Doktor; 13.7.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Chatzimarkakis-verliert-Doktor-article3800286.html

<Chatzimarkakis will die Dissertation nun noch einmal schreiben.

Und noch ein Plagiator: Die Universität Bonn entzieht dem FDP-Politiker Chatzimarkakis den Doktortitel. Der Europaabgeordnete habe zahlreiche Zitate nicht gekennzeichnet, über die Hälfte des Textes seien übernommen worden. Chatzimarkakis hatte selbst um Prüfung gebeten, nachdem Plagiatsjäger im Internet entsprechende Hinweise vorgelegt hatten.

Der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis verliert seinen Doktortitel. Der Fakultätsrat habe einstimmig beschlossen, ihm die Doktorwürde abzuerkennen, sagte der Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, Prof. Dr. Günther Schulz. In der Dissertation habe es zahlreiche Fälle gegeben, in denen sich aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten entlehnte Passagen gefunden hätten, die nicht als wörtliche Übernahme gekennzeichnet gewesen seien.

Chatzimarkakis habe Texte anderer Autoren eingefügt, deren Anfang und Ende jedoch nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Die Kommission stellte fest, dass mehr als die Hälfte des Textes aus fremden Federn stammt. Das genüge nicht den Anforderungen an eine Doktorarbeit, sagte Schulz. "Eine solche Praxis vermittelt den Eindruck, dass hier Herr Chatzimarkakis spricht, während in Wirklichkeit Texte anderer Autoren reproduziert werden." Schulz betonte: "Wir werden verstärkte Anstrengungen unternehmen, um solche Machenschaften künftig zu verhindern. Einen absoluten Schutz gibt es leider nicht."

Schulz schlug vor, die Promotionsordnung weiter zu verschärfen. Auf Grundlage der aktuellen Erfahrungen werden wir zusätzliche Vorkehrungen treffen. "Künftig verpflichten wir alle Promovenden dazu, ihre Arbeit auch in elektronischer Form einzureichen." Das werde die Kontrolle auf Plagiate erheblich erleichtern.

Den Doktor wiederholen

Chatzimarkakis hatte selbst die Philosophische Fakultät Anfang Mai um Prüfung seiner Doktorarbeit gebeten, nachdem im Internetforum "VroniPlag" Plagiatsvorwürfe ihn aufgetaucht waren. Der FDP-Politiker hatte seine politikwissenschaftliche Arbeit im Jahr 2000 vorgelegt. Die Dissertation trägt den Titel "Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs".

In einer ersten Erklärung von Chatzimarkakis hieß es, die Entscheidung sei sehr bitter für ihn. Mit Erleichterung nehme er zur Kenntnis, dass die Universität Bonn keine Täuschungsabsicht sehe. Er habe die Arbeit im Jahr 2000 online veröffentlicht, weil er überzeugt gewesen sei, dass sie gemäß der Promotionsordnung gewesen sei. Mit der Arbeit habe er sein Universitätsstudium krönen wollen. An dem Wunsch habe sich nichts geändert. "Ich bin bereit, eine erneute Doktorarbeit in Angriff zu nehmen."

Mathiopoulos wird geprüft

Wegen Plagiaten in ihren Dissertationen waren zuletzt dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin ihre Doktortitel entzogen worden. Die Universität Bonn beschloss nun auch, die Doktorarbeit der Politikprofessorin und FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos erneut zu überprüfen. Die in den 1980er Jahren vorgelegte Arbeit war bereits Anfang der 1990er Jahre in die Kritik geraten. Eine stichprobenartige Überprüfung hatte damals nach Angaben der Universität zwar handwerkliche Mängel offenbart, aber keine Verfehlungen, die zur Aberkennung des Doktortitels geführt hätten.

Grund für die erneute Überprüfung sind der Uni Bonn zufolge ebenfalls Vorwürfe von  VroniPlag. Die Arbeit soll demnach zahlreiche wörtliche Übernahmen "ohne die wissenschaftlich gebotene Kennzeichnung fremden Gedankenguts" enthalten. Dadurch habe sich eine neue Sachlage ergeben, erklärte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Günther Schulz.

Mathiopoulos war 1987 bundesweit bekannt geworden, als der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die zu der Zeit parteilose Politikwissenschaftlerin zur SPD-Sprecherin machen wollte. Nach heftiger innerparteilicher Kritik an der Nominierung von Mathiopoulos trat Brandt vom SPD-Vorsitz zurück.

tis/dpa/AFP>

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Welt online,
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13.7.2011: Die Fälscher von Doktorarbeiten sind "auffallend oft Politiker", so Hamburgs Uni-Manager Dieter Lenzen

aus: Welt online: Hamburgs Uni-Präsident: "Betrüger sind auffallend oft Politiker"; 13.7.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13485187/Betrueger-sind-auffallend-oft-Politiker.html

<Autor: Manuel Bewarder

Der vielleicht erfahrenste Uni-Manager Deutschlands: Erziehungswissenschaftler Lenzen war mit 28 Jahren jüngster Hochschullehrer. 2008 wurde er Hochschulmanager des Jahres

Für Hamburgs Uni-Präsident Dieter Lenzen beschädigen Plagiatoren das Ansehen der Wissenschaft. Auffällig sei der Zusammenhang zum Politiker-Beruf.

Dieter Lenzen liebt Herausforderungen. Er verwandelte die Massenuniversität Freie Universität Berlin in eine Elite-Uni. Überraschend wechselte er 2010 an die Spitze der Hamburger Uni und will diese nun in die erste Reihe der Hochschulen führen. Doch derzeit macht er sich Sorgen um den Ruf des Doktortitels.

Welt Online: Herr Lenzen, wie belastend ist harte wissenschaftliche Arbeit?

Dieter Lenzen: Wer promoviert und nachts gut schläft, arbeitet nicht richtig. Anspannung gehört dazu, weil man sicher sein möchte, dass das, was man herausgefunden hat, auch tatsächlich promotionswürdig ist.

Welt Online: Wo verläuft die Grenze zwischen einer Doktorarbeit mit leichten handwerklichen Fehlern und einem Plagiat?

Lenzen: Die Grenze ist klar: Eine Doktorarbeit ist eine Arbeit, in der ein neuer Beitrag zu dem bisherigen Stand der Wissenschaft geleistet wird; von einer Person, die für diese Arbeit geradesteht. Und nicht von jemand anderes. Ich verweise auf einen anderen Autor, der schon den Gedanken A gehabt hat, dem ich nun den Gedanken B hinzufüge. Dadurch weiß man, was der Stand der Dinge ist, bezieht sich darauf und ordnet dies selbständig ein. Das bloße Übernehmen von fremden Gedanken, vielleicht noch ohne Kennzeichnung, ist unzulässig. Es muss etwas Neues sein, sonst ist es keine wissenschaftliche Arbeit.

Welt Online: Ihre Universität hatte in den vergangenen Wochen selbst einen Plagiatsfall zu prüfen. Nun haben Sie dem Bundeswehr-Dozenten Uwe Brinkmann den Doktortitel entzogen. Warum war diese Arbeit ein Plagiat?

Lenzen: Die zuständige Fakultät hat mir mitgeteilt: Es handelt sich um ein eindeutiges Plagiat. Es sollen hier erhebliche Teile der Arbeit nicht bzw. nicht hinreichend gekennzeichnete Zitate enthalten.

Welt Online: Wie oft fallen an einer Massen-Universität wie Ihrer Plagiate bei Abschluss- oder Doktorarbeiten auf?

Lenzen: Wenn ich die Fälle zusammenzähle, mit denen ich in meiner Laufbahn von Amts wegen zu tun gehabt habe, dann sind das im Verlauf von zehn Jahren vielleicht zehn Fälle, wo es bei Abschluss- oder Doktorarbeiten eine Klage gegeben hat.

Welt Online: Wie fallen Plagiate auf?

Lenzen: Die Bewerter merken zum Beispiel, dass da etwas nicht stimmt, dass sie etwas schon einmal woanders gelesen haben. Oder eine Plagiatssoftware erkennt Verdachtsfälle. Häufig fliegen Plagiatoren aber auf, wenn ein Wissenschaftler erkennt: Da hat jemand bei mir abgeschrieben.

Welt Online: Wie hoch schätzen Sie die Dunkelziffer in Deutschland?

Lenzen: Ich würde keine Schätzung riskieren. Was wir derzeit sehen, sind Zufallsfunde. Es gibt keine genauen Erhebungen darüber.

Welt Online: Wie erschüttert sind Sie als Wissenschaftler vom derzeitigen Plagiateboom?

Lenzen: Glauben Sie mir, so leicht erschüttert mich nichts. Aber es ist schon auffällig, dass diese Betrüger so häufig Politiker werden. Oder umgekehrt, dass sich unter Politikern eine auffällige Zahl von Plagiatoren befindet. Viel wichtiger ist jedoch: Diese Menschen, egal, was aus ihnen geworden ist, beschädigen das Ansehen der Wissenschaft in Deutschland.

Welt Online: Ist der Doktortitel beschädigt?

Lenzen: Er würde dann beschädigt werden, wenn Wissenschaft und Strafverfolgungsbehörden nicht energisch dagegen vorgingen. Alle wissenschaftlichen Organisationen und jeder ernst zu nehmende Wissenschaftler wird sich dagegen wehren, dass so etwas toleriert wird. Insofern kämpfen wir dagegen, dass es eine solche Beschädigung gibt. Die gibt es bisher nicht. Der Öffentlichkeit ist klar, dass derzeit nicht alle Fächer betroffen sind, dass es sich nicht um alle Promotionen handelt, sondern um eine überschaubare Zahl.

Welt Online: Was denkt man im Ausland über die Promotionsskandale?

Lenzen: Ich bin Mitglied eines Panels des American Council on Education. Was dort an Respekt unserer Wissenschaft entgegengebracht wird und gerade der Entwicklung der letzten Jahre, ist unglaublich. Aus der Auslandssicht gibt es keinen Anlass zu befürchten, dass das deutsche Wissenschaftssystem plötzlich für ungeeignet gehalten wird.

Welt Online: Derzeit profitieren alle an den Unis von guten Noten. Studenten bekommen gute Abschlüsse, Doktoranden einen wichtigen Titel für die Karriere. Und die Hochschulen erhalten mehr Gelder. Darf es sein, dass allein die Wissenschaft an Wert verliert?

Lenzen: Die Prämisse war mal richtig, ist sie aber nicht mehr. Der Wissenschaftsrat hat vor ein paar Jahren eine Analyse der Durchschnittsnoten gemacht. Das Ergebnis war damals, dass es im Schnitt sehr gute Noten gab. Jetzt hat sich das geändert: Das studienbegleitende Bachelor-System erlaubt es nicht mehr, dass am Ende in der einen, entscheidenden Prüfung ein systematischer Bewertungsbetrug stattfindet, etwa wenn der Professor und der Student vorher ein Thema auskungeln. Das ist zum Glück vorbei, weil die Zahl der Prüfungen heute mehrere Dutzend beträgt, was allerdings andere Probleme mit sich bringt

Welt Online: Wie wichtig ist gute Wissenschaft für die Zukunft Deutschlands?

Lenzen: Wenn man Innovation haben will, dann muss es wirklich eine sein. Das bedeutet, dass in der Wissenschaft nur wirklich neue Erkenntnisse positiv bewertet werden dürfen. In einem Land, das stark auf intellektuelle Ergebnisse angewiesen ist wie Deutschland, ist dies besonders gravierend. Wir müssen darauf achten, dass durch die aktuellen üblen Fälle nicht auf den Stand der Wissenschaft als ganzer schlussgefolgert werden kann.

Welt Online: In den USA sind externe Promotionen nicht vorgesehen. Sollte man auch in Deutschland nur promovieren, um eine Karriere in der Wissenschaft einzuschlagen?

Lenzen: Das ist nicht ganz richtig. Wer z.B. in den USA in Medizin promoviert, wird später zumeist Arzt und nicht Wissenschaftler. In Deutschland sollten wir die externe Promotion beibehalten, gerade auch in einer alternden Gesellschaft. Für manchen älteren Menschen ist es noch einmal eine Herausforderung, eine Doktorarbeit zu schreiben. Im Übrigen sind Beiträge aus der beruflichen Praxis wichtig: Man ist oft beeindruckt von Beiträgen, weil solche Doktoranden eine Felderfahrung haben, die junge Wissenschaftler gar nicht besitzen können.

Welt Online: Was kann die Politik tun, um die angeknackst Reputation von Wissenschaft wieder zu reparieren?

Lenzen: Zwei Dinge: Man muss beim Aufstieg von Politikern nicht unbedingt die Dissertationen lesen – aber man muss darauf achten, dass man es mit Personen zu tun hat, die charakterlich fest sind, und nicht den aufstrebenden Schreihals zum Politiker machen. Das passiert vielleicht bei Jüngeren häufiger. Und wenn es Zweifel an einer wissenschaftlichen Arbeit gibt, dann muss die Politik entschieden dafür eintreten, dass eventuelle Mängel abgestellt werden.

Welt Online: Sollte ein Politiker sein Mandat zurückgeben, wenn ihm sein Doktortitel entzogen wird?

Lenzen: Ja, eindeutig.

Welt Online: Vor allem FDP-Politiker sind unter Plagiatsverdacht gekommen. Was halten Sie vom Schweigen der Parteiführung zu den Vorfällen?

Lenzen: Nicht die Partei, sondern das Individuum ist verantwortlich für wissenschaftliches Fehlverhalten.

Welt Online: Betreuen Professoren heute zu viele Doktoranden?

Lenzen: In Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit Professoren wird meist vereinbart, dass im Zeitraum von fünf Jahren pro Jahr zwei bis drei Promotionen betreut werden. Mehr erwarten wir an unserer Universität in der Regel nicht. Das ist auch an anderen Universitäten kaum anders. Promotionsinflationsfächer sind in ihrer Zahl überschaubar. In den Geistes- oder Sozialwissenschaften sind außerdem viele Betreuungen durch einen Professor gleichzeitig gar nicht möglich. Die schwierigen Zonen sind die Fächer, wo sich die Absolventen von den Promotionen einen Vorteil im Beruf erhoffen können. Das ist etwa in der Betriebswirtschaftslehre der Fall, in der Jurisprudenz, in der Medizin, weil der Doktor gewissermaßen dazugehören mag. Es sind also wenige Fächer von 250, auf die wir die ganze Zeit schauen.

Welt Online: Welche Schuld tragen die Hochschulen, wenn Arbeiten wie die von Karl-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin oder Jorge Chatzimarkakis überhaupt durchkommen?

Lenzen: Die Universität als Ganze steuert nicht das Promotionsgeschehen. Das ist völlig autonom in der Hand der Fakultäten und Fachbereiche. Es ist bei diesen Dissertationen aber klar, dass hier ein Abgrund von Versagen vorliegt: bei der Betreuung und bei der Bewertung. Immerhin haben wir in Deutschland vor vielen Jahren das Vier-Augen-Prinzip eingeführt, um die Prüfung objektiver zu machen. Das wurde gestartet, als der Verdacht der Gefälligkeitsbegutachtung zu groß wurde. Nun mag das in ein paar Fällen dazu geführt haben, dass sich diese Gefälligkeit von zwei auf vier Augen ausgeweitet hat.

Welt Online: Was müssen Universitäten unternehmen, um die Qualität von Abschlussarbeiten und Promotionen zu sichern?

Lenzen: Ich glaube, dass diese Fälle jeden, der mal nachlässig gewesen ist, aufrütteln müssen, weil ihm oder ihr das später doch noch auf die Füße fallen kann. Ein Professor, der eine schlechte Arbeit so gut bewertet, wie wir es im Fall Guttenberg gesehen haben, ist eigentlich eine wissenschaftliche Unperson geworden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Fach dies vergisst. Insofern ist die aktuelle Öffentlichkeit völlig angemessen. Es muss ein hohes Risiko für einen Wissenschaftler sein, eine schlechte Arbeit durchgehen zu lassen.

Welt Online: Was hat Ihre Uni getan?

Lenzen: Wir sind im Gespräch mit den Dekanaten, dass Plagiatssoftware eingeführt wird. Bei eidesstattlichen Versicherungen am Ende einer Arbeit muss man aufpassen: Das Recht, eine solche Versicherung abzunehmen, haben alle öffentlichen Einrichtungen nur, wenn es ihnen per Landesgesetz zugewiesen ist. Das Hamburger Hochschulgesetz sieht das nur für Promotionen vor. Aber wir haben jetzt den Antrag gestellt, dass wir solche Versicherungen auch für andere Prüfungsleistungen bald abnehmen dürfen. Die letzte Maßnahme ist ein Papier, in dem die Universität noch einmal klar Regeln dafür formulieren wird, was als ein Plagiat angesehen werden muss.

Welt Online: Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz fordert eine engere Betreuung von Doktoranden, um eine regelmäßige Kontrolle sicherzustellen

Lenzen: Das ist sicher gut. Bei meiner Promotion sagte mir noch mein Doktorvater: Wenn Sie eine Betreuung brauchen, sind Sie nicht geeignet. Das war die alte Auffassung vom Genie-Ideal.

Welt Online: Das klappte bei den jetzt diskutierten Fällen nicht so gut

Lenzen: Mein Professor war vielleicht ein Extremfall. Aber der andere Fall kann ganz schnell zu einer Überbetreuung werden. Wir müssen sehen: Die besten Arbeit kommen zustande, wenn in einem Team von Wissenschaftlern, also Doktoranden und Professoren, gemeinsam an Forschungsprojekten gearbeitet wird und aus den Ergebnissen eine Dissertation hervorgeht. Das geht gut in den Naturwissenschaften. Bei den Geisteswissenschaften muss nicht zwangsläufig im Team gearbeitet werden. Da ist die enge Kommunikation mit der Betreuerin oder dem Betreuer umso wichtiger.

Welt Online: Was kann die Politik unternehmen, um diese enge Betreuung zu fördern?

Lenzen: Fast alle Bundesländer, wie etwa Hamburg, bewerten die Arbeit der Professoren an den Doktorarbeiten nicht als Lehrleistung. Das heißt, wenn ich zehn Doktoranden betreuen würde, müsste ich dumm sein, weil ich trotzdem die gleichen Lehrverpflichtungen habe wie andere Kollegen ohne Betreuungsaufgaben. Hier muss die Politik nachjustieren. Die Betreuung von Doktoranden ist eine vornehme Aufgabe und sie muss, wenn sie in nennenswerter Zahl stattfindet, zur Entlastung an anderer Stelle führen.

Welt Online: Angela Merkel sagte beim DFG-Jahrestreffen, man müsse gemeinsam „über die Standards guter wissenschaftlicher Praxis sprechen“. DFG-Chef Matthias Kleiner fordert eine „Qualitätsoffensive“. Wer rettet den nun den guten Ruf der Wissenschaft?

Lenzen: Die Standards sind bekannt und müssen nicht neu erfunden werden. Sie müssen nur durchgesetzt und eingehalten werden. Ich glaube, dass das eine Frage für die Universitäten ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat schon vor vielen Jahren Regeln guter wissenschaftlicher Praxis formuliert. Denen folgen die Universitäten in aller Regel sehr konsequent, weil sie sonst im Übrigen von der Vergabe von Drittmitteln ausgeschlossen würden.

Welt Online: Packen die Unis das?

Lenzen: Natürlich. Sonst würde ich nicht für eine arbeiten.>

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Welt online,
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19.12.2011: <FDP-Beraterin: Uni Bonn will Mathiopoulos Doktorgrad entziehen> wegen mehrheitlich gefälschter Doktorarbeit

aus: Welt online; 19.12.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13775497/Uni-Bonn-will-Mathiopoulos-Doktorgrad-entziehen.html

<Honorarprofessorin Margarita Mathiopoulos soll ihren Doktortitel verlieren. Vorwürfe gegen ihre Dissertation gab es schon Ende der 80er-Jahre.

Nach Informationen von "Zeit Online" will die Universität Bonn Margarita Mathiopoulos den Doktorgrad entziehen. Nach monatelangen Überprüfungen der Doktorarbeit der Unternehmerin, Honorarprofessorin und FDP-Beraterin habe sich der zuständige Promotionsausschuss der Universität Bonn für die Entziehung des Doktorgrades ausgesprochen.

Trotz der langjährigen Plagiatsvorwürfe wurde Mathiopoulos Honorarprofessorin an mehreren deutschen Universitäten

Das bestätigte Klaus Gärditz, Leiter der Untersuchungskommission und Mitglied des Promotionausschusses, dem Online-Portal.

Schon Ende der 80er-Jahre hatte die Arbeit mit dem Titel „Amerika: Das Experiment des Fortschritts – Ein Vergleich des politischen Denkens in den USA und Europa“ unter Plagiatsverdacht gestanden, allerdings ohne dass dies Konsequenzen für Mathiopoulos nach sich gezogen hatte.

Willy Brandts Kandidatin als SPD-Sprecherin

Trotz der bekannten Vorwürfe wurde Mathiopoulos später Honorarprofessorin an mehreren deutschen Universitäten.

Angestoßen durch Recherchen und Nachweise über zahlreiche plagiierte Stellen der Internetplattform Vroniplag, hat die Universität Bonn die Arbeit in den vergangenen Monaten abermals untersucht.

Margarita Mathiopoulos hat nun Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Der Promotionsausschuss halte aber weiterhin unverändert an seiner Rechtsauffassung fest, sagte Gärditz.

Bundesweite Bekanntheit erlangte Mathiopoulos im März 1987, als der SPD-Vorsitzende Willy Brandt sie für den neu zu schaffenden Posten einer Parteisprecherin nominierte, obwohl sie parteilos war. Die Nominierung zog eine so heftige Debatte über Brands Führungsstil nach sich, dass der Altkanzler nach 23 Jahren von seinem Amt als Parteivorsitzender zurücktreten musste.

WON>

Kommentar

FDP = Freies Demokratisches Plagiat

Koch-Mehrin, Chatzimarkaki, Mathiopoulos. Prozentual (anteilmässig) ist die kleine FDP beim Fälschen die Gewinnerin der deutschen Meisterschaft. Vielleicht fehlt da ein Paragraph im Parteiprogramm in Sachen Redlichkeit...

Michael Palomino, 19.12.2011

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n-tv online,
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16.4.2012: FDP-Mathiopoulos mit Plagiat-Arbeiten verliert Doktortitel

aus: Uni Bonn erkennt PlagiatMathiopoulos verliert Doktortitel; 18.4.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Mathiopoulos-verliert-Doktortitel-article6053786.html

<Nun also auch die FDP-Politikerin Mathiopoulos: Die Universität Bonn erklärt die Dissertation der Hochschulprofessorin für ungültig, ihr Doktortitel aus den 80er Jahren ist dahin. Damit setzt sich die Reihe der von fleißigen Internetrechercheuren erfolgreich entlarvten Plagiatoren fort.

Die FDP-Politikerin und Politikprofessorin Margarita Mathiopoulos verliert ihren Doktortitel. Dies habe der Fakultätsrat an der Universität Bonn beschlossen, teilten ihre Anwälte mit. Die Entscheidung sei damit begründet worden, dass Mathiopoulos in ihrer Dissertation über die dort benutzten Quellen getäuscht habe. Die Anwälte kündigten Klage gegen den Beschluss an.

Mathiopoulos' Doktorarbeit stammt aus den 80er Jahren und war bereits Anfang der 90er Jahre in die Kritik geraten. Eine Überprüfung hatte damals zwar handwerkliche Mängel ergeben, aber keine Verfehlungen, die zur Aberkennung des Doktortitels geführt hätten. Den Anstoß für die neue Überprüfung hatte die Internet-Plattform "VroniPlag" gegeben.

Mathiopoulos war 1987 bundesweit bekannt geworden, als der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt die seinerzeit parteilose Politikwissenschaftlerin zur SPD-Sprecherin machen wollte. Nach heftiger innerparteilicher Kritik an der Nominierung von Mathiopoulos trat Brandt vom SPD-Vorsitz zurück.

Wegen Plagiaten in ihren Dissertationen waren in den vergangenen Monaten dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg von der CSU und den FDP-Europapolitikern Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis ihre Doktortitel entzogen worden. Chatzimarkakis kündigte an, er werde eine neue Arbeit vorlegen.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa>

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n-tv online,
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27.4.2012: CDU-Fraktionschef von Berlin gibt Doktortitel ab - Doktorarbeit ist Plagiat

aus: n-tv online: Berliner CDU-Fraktionschef: Graf gibt Doktortitel zurück; 27.4.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Graf-gibt-Doktortitel-zurueck-article6137796.html

<Neuer Plagiatsverdacht in der Union: Der Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus beantragte die Entziehung seines Doktortitels. Vorausgegangen war eine Überprüfung der Uni Potsdam. Der Vorgang weckt Erinnerungen an den Fall Guttenberg.

Wegen Plagiatsvorwürfen hat der Berliner CDU-Fraktionschef Florian Graf die Aberkennung seines Doktortitels beantragt. Er sei den an sich selbst gestellten Ansprüchen "im Hinblick auf ein Standhalten meiner Dissertation in der Öffentlichkeit nicht gerecht geworden", teilte Graf in einer schriftlichen Erklärung mit. Nach Darstellung der Uni Potsdam waren zuvor Zweifel an der wissenschaftlichen Qualität der Dissertation aufgekommen.

Der 38-Jährige machte zugleich sein Amt als Fraktionschef vom Votum seiner Kollegen abhängig. Er werde am kommenden Donnerstag eine Sondersitzung der Fraktion einberufen, in der er die Vertrauensfrage stellen will. Darüber soll geheim abgestimmt werden.

Der Koalitionspartner SPD zeigte sich solidarisch. Fraktionschef Raed Saleh erklärte: "Ich habe Respekt vor diesem ausreichenden Schritt des Fraktionsvorsitzenden Florian Graf, mit dem ich sehr gut zusammenarbeite."

Ausschuss entscheidet am Mittwoch

Wie die Uni mitteilte, veranlasste die Dekanin eine Prüfung der Arbeit aus dem Jahr 2010, als die Aufhebung eines Sperrvermerks geprüft wurde. "Daraus ergab sich ein Plagiatsverdacht, zu dem Dr. Graf um Stellungnahme gebeten wurde", hieß es weiter. Als Reaktion habe Graf am Freitag die Vorsitzende des Promotionsausschusses gebeten, ihm den Doktorgrad zu entziehen. Der Promotionsausschuss der Fakultät werde am kommenden Mittwoch über den Antrag entscheiden.

Prominente Fälle häufen sich

Wegen Plagiatsvergehen haben bereits mehrere Politiker ihrer Doktortitel verloren, aus der FDP erst jüngst die Politikprofessorin Margarita Mathiopoulos und Bijan Djir-Sarai, sowie im vergangenen Jahr bereits die Europapolitiker Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis. Prominentester Plagiatsünder ist der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der wegen der Affäre als erstes öffentlich gemachtes Opfer zurückgetreten war. Chatzimarkakis kündigte an, er werde eine neue Arbeit vorlegen.

Quelle: n-tv.de, dpa>


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Spiegel
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Deutschland 5.7.2012: Der falsche Dr.-Titel als "Scherzartikel" für 10 Euro - der Selbstversuch gelingt

aus: Spiegel online: Promotionsbetrug im Selbstversuch Wie ich mir einen Doktortitel erschummelte; 5.7.2012
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/promotionsbetrug-wie-man-sich-einen-falschen-doktortitel-kauft-a-842596.html

<Jüngsten Skandalen zum Trotz ist die Faszination des Doktortitels ungebrochen. Rabattportale verhökern "echte" Dr. h.c.-Würden zu Schleuderpreisen. Wie leicht es ist, sich das Angeberkürzel zu verschaffen und sogar im Ausweis eintragen zu lassen, hat Armin Himmelrath ausprobiert.

Halb neun, vor der Tür zum Einwohnermeldeamt. An diesem Tag lasse ich meinen neuen, im Internet erworbenen Doktortitel in den Personalausweis eintragen. Noch einmal tief durchatmen, noch ein letzter Blick auf die Urkunde in meiner Hand. Prof. Dr. phil. Johannes Maximilian Wischmeyer von der Geisteswissenschaftlichen Universität für Bildungswissenschaften Innsbruck bescheinigt mir da per falschem Genitiv, dass ich "nach Erfüllung der universitären Pflichten und Prüfungen den akademischen Grad eines Doktor der Philosophie" führen darf.

Doch Professor Wischmeyer gibt es genau so wenig wie die Universität - das ganze ist ein Fake, schön ausgedruckt auf einem Bogen Dokumentpapier. Und offenbar so schnell zusammengestellt, dass der Verfasser sogar das Ausstellungsdatum vergessen hat. Zum Glück fällt mir das noch auf, ich mache kehrt und stürme aus dem Rathaus. Der Bürowarenhändler um die Ecke führt Datumsstempel für 2,95 Euro, ein Stempelkissen gibt's bei der Sparkasse. Und dann: Ein neuer Anlauf im Rathaus.

"Herzlich willkommen, Herr Dr. Himmelrath!" Das klingt gut. Allein: Ich habe nie promoviert. Und auch keine Zeit, um mich über Jahre mit einem wissenschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Wenn ich den Titel trotzdem tragen will, dann geht das nur auf illegalem Weg. Und das habe ich ausprobiert.

"Verschiedene Doktortitel völlig legal"

Die Internetsuche nach dem Begriff "Promotionsberatung" ergibt über 40.000 Treffer. Schnell ist klar: Wenn jemand anderes für mich eine Doktorarbeit schreibt, dann wird das richtig teuer. Ghostwriter verlangen pro Seite zwischen 120 und 180 Euro; macht bei 200 Seiten mindestens 24.000 Euro. Pauschalangebote liegen bei 20.000 Euro. Das muss doch günstiger zu machen sein.

Und tatsächlich: Immer wieder gibt es im Internet den Hinweis, dass Ehrendoktortitel gegen eine Spende verliehen werden können.

Bei osteuropäischen Anbietern kostet das ein paar tausend Euro. Preiswerter sind Angebote aus den USA, und die - deutschsprachigen - Homepages versprechen viel: "Wollen Sie legal einen Doktortitel führen, der Ihnen zu mehr Ansehen verhilft?" Von wenig Aufwand und geringen Kosten ist die Rede, alles sei "völlig legal". Und weiter: "Diese Titel sind offiziell in Deutschland zu führen."

Verliehen werden die Titel von Kirchen in den USA - als Ehrendoktorwürde gegen eine, na klar, kleine Spende. Ein Markt, der offenbar in Bewegung ist: Zu Beginn der Recherche im vergangenen Sommer wurden dafür noch 250 bis 300 Euro gefordert, mittlerweile ist der Preis auf 135 Euro gesunken. Klingt gut, klingt billig - einfach mal ausprobieren und beim Vermittler in den USA anrufen.

"Doctor of Angel Therapy"? Oder lieber "of Immortality"?

"An welchem Titel wären Sie denn interessiert?", fragt die deutschsprachige Vermittlerin in Kalifornien und schlägt gleich den "Doctor of Motivation" vor. Der klingt zwar auch nicht richtig nach Wissenschaft, ist aber immer noch besser als etwa der "Doctor of Angel Therapy", der "Doctor of Immortality" oder gar der "Doctor of Feng Shui". Und alle diese Titel kann ich wirklich juristisch sauber in Deutschland führen und in den Pass eintragen lassen? "Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden", weicht die Dame aus. Aber auf meiner Visitenkarte sei das alles überhaupt kein Problem.

In vier bis sechs Wochen hätte ich die Urkunde samt Prüfbescheinigung in der Hand. Wegen der Prüfung solle ich mir aber keine Sorgen machen: "Das machen wir für Sie, die Fragen kennen wir schon. Das ist einfacher, als wenn Sie sich da erst in dicke Bücher einlesen müssen."

Jemand anderes macht eine Prüfung für mich, für die man eigentlich dicke Bücher lesen müsste? Für 135 Euro? Und alles völlig legal? Das klingt dann doch etwas seltsam. Und interessanterweise findet sich auf einem deutschen Rabattportal ein ganz ähnliches, aber noch günstigeres Angebot: der Ehrendoktortitel einer US-amerikanischen Kirche, in diesem Fall der Miami Life Development Church & Institute, für schlappe 39 Euro. Ich greife zu.

Titel von Hochschulen, die es gar nicht gibt

Zwei Tage, nachdem das Geld überwiesen ist, liegt meine Promotionsurkunde im Briefkasten, laut Poststempel aber nicht aus den USA verschickt, sondern aus Lübeck. Mit dabei: Ein geradezu überschwängliches Schreiben von Daniel van Hoogen, "President" und "Chairman of the Senate" der Miami Life Development Church, der mir zum "Doctor of Psychic Sciences honoris causa" gratuliert: "Herzlichen Glückwunsch zu dem Ihnen verliehenen kirchlichen Ehrentitel der MLDC, Inc., Florida, USA. Nach wie vor ruft ein Doktortitel Respekt in der Gesellschaft hervor: Sie sind etwas Besonderes und Sie werden auch als solches gern gesehen", schmeichelt mir der Präsident. "Diese Dr. und Prof.-Titel sind keine akademischen Grade, sondern kirchliche Titel. Deswegen muss ein h.c. seinen Titel stets ausschreiben. Schreibt er einfach nur 'Dr.' oder 'Prof.', macht er sich leider strafbar, weil dann der Anschein erweckt wird, es handele sich um einen akademischen Grad. All dies entfällt jedoch bei einem Dr.h.c.-Grad, da dieser ehrenhalber verliehen wird."

Was nach juristischer Beruhigung klingt, sorgt beim Kölner Rechtsanwalt Christian Birnbaum nur für Belustigung. Birnbaum arbeitet mit dem Schwerpunkt Hochschulrecht und vertritt aktuell auch einen prominenten Doktortiteltträger unter Plagiatsverdacht. Den amerikanischen Doktortitel h.c. kanzelt er als Humbug ab: "Grade, die durch Titelkauf erworben wurden, dürfen nicht geführt werden." Daran ändere auch nichts, dass der Kaufpreis als Spende deklariert worden sei.

39 Euro also umsonst ausgegeben, für ein wertloses Zertifikat, verschickt in Lübeck, auf der Rückseite auch noch mit einem Hinweis bedruckt, der in diesem Fall absolut zutrifft: "100 % Altpapier".

Die Suche geht weiter. Sogar bei Ebay gibt es unter dem Stichwort "Doktortitel" mehr als 200 Angebote. Auf die Versprechen vom völlig legalen US-Kirchen-Ehrendoktortitel falle ich nicht mehr herein und nehme stattdessen für knapp zehn Euro eine Urkunde der Rheinisch-Bergischen Maximilians-Universität Wuppertal - eine reine Phantasie-Institution, gesampelt aus den Namen der RWTH Aachen, der Bergischen Universität Wuppertal und der LMU München.

Urkunden einer "Rhein-Ruhr-Universität"

Andere im Internet erhältliche Urkunden spielen ebenfalls auf Namen von echten Universitäten an, etwa die falschen Titel der ebenso falschen Rhein-Ruhr-Universität Bochum. Die echte heißt nur Ruhr-Universität. Fachanwalt Birnbaum hält solche Namensähnlichkeiten juristisch für angreifbar: "Das, was Sie hier als Urkunde vorlegen, hat schon einen sehr offiziellen Anschein und ist sehr realitätsnah gestaltet", sagt der Jurist, "da sehe ich eine erhebliche Verwechslungsgefahr, das könnte schon auf eine Täuschung im Rechtsverkehr hinauslaufen." Da helfe auch der sehr, sehr kleine Hinweis im ohnehin schon Kleingedruckten auf dem Lieferschein nicht, nachdem es sich um einen "Scherzartikel" handele.

Ja, was denn nun - sind die Billig-Doktorurkunden tatsächlich nur Scherzartikel? Oder besteht im Rechtsverkehr eine echte Verwechslungsgefahr? Die Antwort kann nur der Test beim Einwohnermeldeamt bringen - da, wo der Doktortitel in den Personalausweis eingetragen werden kann. Dafür wähle ich die 7,99 Euro teure Urkunde aus Innsbruck. Lange habe ich vorher geübt, wer mein Doktorvater war ("Prof. Sebastian Braunschweig"), wer der Dekan der Fakultät ("Prof. Graf Dittmar von Goldstein") und wie mein Thema lautete ("Fußballliteratur im Umfeld der Weltmeisterschaft 2006 zwischen Markterfordernissen und literarischem Anspruch").

Doch all das hätte ich gar nicht auswendig lernen müssen. Denn die Rathaus-Mitarbeiterin blättert ein wenig im Passgesetz, berät sich kurz mit einem Kollegen, wie das denn mit den Doktortiteln aus Österreich ist - und macht dann den Antrag für einen neuen Personalausweis fertig. Nicht ohne den freundlichen Hinweis, dass ich auf dem Formular bereits mit "Dr. Himmelrath" unterschreiben könne, wenn ich wolle. Ich verzichte dankend.

Überforderte Meldeämter: Keine Chance gegen Betrüger?

Um es ganz klar zu sagen: Eine Chance, die vorgelegte Urkunde wirklich zu prüfen, hatte sie nicht. Denn ein Zentralverzeichnis von Promotionsarbeiten gibt es nicht, eine echte Überprüfung des Doktortitels ist - anders als etwa bei einem Abiturzeugnis, das aus einem anderen EU-Land mitgebracht wird - nicht vorgesehen. Und es gibt auch kein einheitliches Formular: Jede der mehreren tausend Hochschulen in Europa kann ihre Doktorurkunden gestalten, wie sie will. Die Sachbearbeiterin kann sich da nur auf den Augenschein verlassen. Und keine zwei Wochen später ist der neue Personalausweis da - mit dem Angebertitel vor meinem Namen, amtlich bescheinigt.

Zu sagen hat das freilich nichts, sagt Anwalt Birnbaum: "Der Umstand, dass da eine Mitarbeiterin des Einwohnermeldeamts die Eintragung vornimmt, ist keine nachträgliche Legitimation des falschen Titels." Wer so handelt wie ich, macht sich strafbar - weshalb ich den Dr.-Eintrag auch längst wieder habe löschen lassen. Doch klar ist auch: Für potentielle Betrüger ist es ein Kinderspiel, einen akademischen Titel in die amtlichen Ausweise eintragen zu lassen und damit etwa bei Bewerbungsgesprächen in Sachen Gehalt zu betrügen.>

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Welt online,
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10.10.2012: Auch "Bildungsministerin" Schavan soll bei ihrer Doktorarbeit massiv abgeschrieben haben

aus: Welt online: Plagiatsjäger: 92 heikle Vorwürfe gegen Annette Schavan; 10.10.2012;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article109721723/92-heikle-Vorwuerfe-gegen-Annette-Schavan.html

<Ein Plagiatsjäger hat die Doktorarbeit der Bildungsministerin jetzt vollständig untersucht. Der anonyme Ankläger findet auf fast 100 von 325 Seiten Stellen, die er als fehlerhafte Übernahme sieht.

Während die Universität Düsseldorf die Doktorarbeit von Bundesforschungsministerin Annette Schavan weiterhin prüft, hat ein anonymer Plagiatsjäger seine Suche nach Fehlern bei der Übernahme am Dienstag abgeschlossen. Auf der Internetseite "schavanplag" dokumentiert der Plagiatsjäger, der sich "Robert Schmidt" nennt, nun auf 92 Seiten der Arbeit Textstellen, die er als Plagiat kennzeichnet.

"Ich halte die Verstöße in etlichen Fällen für nicht entschuldbar", erklärte Schmidt der "Welt" nun zum Abschluss seiner Untersuchung. "Meines Erachtens liegt eine Täuschung vor."

Am 30. September fand er zuletzt eine Stelle, die er als fehlerhaft kennzeichnete. Im vergangenen Monat waren es insgesamt fünf.

Hochschuluntersuchung läuft weiter

Schavan sieht sich seit dem Frühjahr dem Verdacht ausgesetzt, sie habe in ihrer Doktorarbeit Textstellen nicht ausreichend gekennzeichnet. Für die CDU-Politikerin ist der Vorwurf besonders heikel, da er als Bundesministerin für Bildung und Forschung an ihrer Glaubwürdigkeit kratzt. Zudem könnte es sein, dass auch die Universität Düsseldorf Mängel an der Arbeit feststellt, vielleicht sogar den Doktortitel entzieht.

Die Untersuchung der Hochschule, an der Schavan im Jahr 1980 promovierte, läuft weiter. Bei der Bewertung der Funde kommt es auch darauf an, wie allgemein oder originell bereits die von Schavan übernommenen Quellen waren. Außerdem berücksichtigen viele Plagiatsprüfungen eine nicht festgesetzte Toleranzschwelle.

Ein Sprecher der Uni Düsseldorf dementierte einen Bericht, wonach die Untersuchung noch Monate dauern würde. Zu Details über einen möglichen Zeitplan wollte er sich jedoch nicht äußern.

"Das Verfahren läuft", sagte er der "Welt". Unklar ist auch, ob Schavan gegenüber der Universität Stellung zu den Vorwürfen beziehen wird. "Es obliegt dem Promotionsausschuss, ob Frau Schavan angehört wird", sagte der Sprecher. Schavan hat zuletzt wiederholt gesagt, sie warte das Ergebnis der Prüfung ab. Sie habe die Dissertation nach "bestem Wissen und Gewissen" angefertigt.

Meist geht um eine "Verschleierung"

Die Diskussion über Schavans Dissertation erinnert an den Plagiatsfall Karl-Theodor zu Guttenbergs. Dieser trat von seinem Amt als Bundesverteidigungsminister zurück, nachdem in seiner Doktorarbeit Plagiate entdeckt wurden.

Bei Schavan liegt der Fall aber wohl grundlegend anders: Die Vorwürfe sind nämlich weit weniger schwerwiegend. Erziehungswissenschaftler haben bereits öffentlich erklärt, die Arbeit stelle kein Plagiat dar.

Meist geht es bei den Vorwürfen um eine sogenannte "Verschleierung". Das bedeutet, dass Schavan so getan hat, als habe sie die entsprechende Primärliteratur gelesen. Stattdessen zitiert sie jedoch umfangreich die Sekundärliteratur.

Plagiatsjäger "Robert Schmidt" will anders als die meisten Mitstreiter aus dem Umfeld der Analyseplattform VroniPlag anonym bleiben. Dadurch kann man seinen Motiven für die zeitaufwändige Textanalyse der Arbeit der Ministerin nicht nachgehen. Seine vorliegenden und auf der Internetseite veröffentlichten Textvergleiche müssen also für sich sprechen.

Journalistenfragen beantwortet er nur schriftlich

Plagiatsjäger, die schon mit ihm Texte analysiert haben, sprechen von einem "hervorragendem Niveau" seiner Arbeit. Die Fragen von Journalisten beantwortet Schmidt jedoch nur schriftlich.

Als Beweggrund für die Untersuchung nennt er: "Nachdem ich bei einigen Kabinettskollegen von ihr nichts gefunden hatte, habe ich mir sozusagen sicherheitshalber mal ihre Dissertation angeschaut, obwohl ich nicht ernsthaft mit Funden gerechnet hatte."

Um den Jahreswechsel 2011/2012 wurde er erstmals fündig. Zusammen mit anderen Aktivisten von VroniPlag nahm er die Arbeit auseinander. Nach mehreren fragwürdigen Stellen diskutierte man, ob das Ergebnis auf der Internetseite veröffentlicht werden soll. Die Mehrheit lehnte dies ab, zu vage schien der Verdacht der Täuschung. Deshalb entschloss sich Schmidt zum Alleingang.

Schmidt setzt Hoffnungen in Düsseldorf

"Das geht deutlich über gelegentliche Fehler hinaus, die man durch Ungeschicklichkeit oder Schludrigkeit erklären könnte", schreibt Schmidt. Das umfangreichste Plagiat sei eine Übernahme auf Seite 312, bei der sie abgewandelt mehr als eine komplette Seite eines fremden Autoren inklusive Literaturangaben übernehme, diesen aber nur einmal erwähne.

Sie habe woanders sogar "fehlerhafte Rechercheleistung anderer als eigene ausgegeben – ganz offenbar stillschweigend voraussetzend, dass das schon so stimmen werde". Auch Schmidt setzt Hoffnungen auf die Prüfung in Düsseldorf. Anders als Schavan hofft er auf eine Bestätigung seiner Funde: "Anscheinend überprüft man die Arbeit dort sehr gründlich", erklärte Schmidt. "Ich würde mich freuen, wenn der Promotionsausschuss auch die Möglichkeit weiterer nicht genannter Plagiatsquellen in Betracht zieht."

Reuters>

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n-tv
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6.2.2013: Bildungsministerin Schavan verliert den Doktortitel - die Bildungsministerin ist eine Fälscherin

aus: n-tv online: Klage ist schon angekündigt: Annette Schavan verliert Doktortitel; 6.2.2013;
http://www.n-tv.de/politik/Annette-Schavan-verliert-Doktortitel-article10076861.html

<"Person und Gewissen" heißt die Doktorarbeit Annette Schavans

Während die Bundesbildungsministerin in Südafrika unterwegs ist, fällt in Düsseldorf die Entscheidung, die ihre Karriere beenden könnte: Annette Schavan darf ihren Doktortitel in Zukunft nicht mehr tragen. Die Ministerin kündigt eine Klage an: Das ganze Verfahren sei rechtswidig und fehlerhaft, teilen ihre Anwälte mit.

Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan verliert ihren Doktortitel. Der zuständige Fakultätsrat der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stimmte in einem Plagiatsverfahren für die Aberkennung. Schavan hatte 1980 mit einer Arbeit unter dem Titel "Person und Gewissen" promoviert.

Die Promotionsleistung sei für ungültig erklärt worden, sagte der Ratsvorsitzende Prof. Bruno Bleckmann. Für den Entzug des Doktorgrades hätten zwölf Mitglieder des Rats der Philosophischen Fakultät gestimmt. Außerdem gab es zwei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Der Rat sieht es als erwiesen an, dass Schavan "systematisch und vorsätzlich" gedankliche Leistungen vorgegeben habe, die sie nicht selbst erbracht habe.

Bleckmann sagte, der Rat lehne es ab, an die Arbeit aus dem Jahr 1980 andere Maßstäbe anzulegen als heutzutage. Schavan habe in ihrer schriftlichen Stellungnahme zu der umstrittenen Dissertation auf "Besonderheiten" der Promotionskultur der 80er Jahre hingewiesen. Klar sei, dass die Zitierstandards der Erziehungswissenschaft zum Entstehungszeitpunkt der Arbeit die gleichen gewesen seien wie in der übrigen philosophischen Fakultät. In einschlägigen Leitfäden sei deutlich gemacht, dass nicht gekennzeichnete wörtliche Übernahmen fremder Texte als Textplagiate zu werten seien und Sanktionen nach sich ziehen müssten.

Kanzlei spricht von "fehlerhaftem Verfahren"

Die Anwälte von Schavan kündigten an, Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf einzureichen. Bis das Gericht entschieden hat, darf die Ministerin ihren Titel weiter tragen. Die Entscheidung sei in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen und auch materiell rechtswidrig, hieß es in einer Erklärung der Rechtsanwaltskanzlei Redeker Sellner Dahs, die Schavan vertritt. Die CDU-Politikerin werde sich an das Gericht wenden, weil die gesetzlich vorgeschriebene Vertraulichkeit des Verwaltungsverfahrens durch mehrfache Information der Öffentlichkeit verletzt worden sei. Ermittlungen zur Feststellung einer Täuschung der Gutachter im damaligen Promotionsverfahren habe es nicht gegeben. Zudem seien Beweisanträge übergangen worden.

Auf der Internetplattform "Schavanplag" waren seit April 2012 Stellen aus dem Werk gesammelt worden, in denen die spätere Ministerin unkorrekt zitiert oder Gedanken anderer Wissenschaftler ohne Kenntlichmachung übernommen hatte. Die Tragweite der Zitierfehler war unter Wissenschaftlern umstritten.

Die CDU-Politikerin räumte ein, dass sie in ihrer Arbeit Fehler gemacht hatte, wehrte sich aber vehement gegen den Vorwurf, bewusst getäuscht zu haben. Sollte sie vor Gericht unterliegen, hat sie keinen Hochschulabschluss mehr: Ein Diplom oder einen Magister hat sie nie erhalten. So lange eine Klage anhängig ist, dürfte sie ihren Titel weiter führen.

CDU sieht "politisch motivierte Kampagne"

Schavan gilt als enge Vertraute von Kanzlerin Angela Merkel. Vor wenigen Tagen war sie als Direktkandidatin ihres Wahlkreises in Ulm für die Bundestagswahl 2013 wiedergewählt worden. Ihr Kreisverband steht auch jetzt hinter Schavan. Die Entscheidung mache endlich den Weg frei für eine rechtliche Prüfung, sagte der Vorsitzende Paul Glökler. "Jetzt kann sie dagegen angehen." Er sei überzeugt, dass seine Parteifreundin ihren Titel am Ende zurückbekomme.

SPD, Grüne und Linke forderten den Rücktritt Schavans. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sagte der "Welt": "Frau Schavan ist als Wissenschaftsministerin nicht mehr glaubwürdig. Sie muss daraus ihre Konsequenzen ziehen." Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte dem "Tagesspiegel", sie gehe davon aus, dass Schavan "sich und der Wissenschaft die Verlängerung dieser Affäre erspart und ihren Rücktritt erklärt". Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Petra Sitte, hält einen Rücktritt der CDU-Ministerin ebenfalls für unausweichlich. "Wer für Bildung und Forschung zuständig ist, wird immer eine Vorbildrolle einnehmen", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung".

Unionsfraktionsvize Michael Kretschmer bezeichnete das Vorgehen der Universität dagegen als "Farce". "Es war von Anfang an ein unfaires Verfahren", sagte er in Berlin. Immer wieder sei mit gezielten Indiskretionen Rufschädigung betrieben worden. Die Standards guter wissenschaftlicher Praxis seien nicht eingehalten worden. Kretschmer kritisierte: "Das Prozedere ist keine wissenschaftliche Überprüfung, sondern eine politisch motivierte Kampagne gegen eine sehr erfolgreiche Bundesforschungsministerin."

Im Jahr 2011 trat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zurück, nachdem er wegen einer Plagiatsaffäre um seine Dissertation den Doktortitel abgegeben hatte. Auch den FDP-Politikern Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis wurden wegen Abschreibens ihre Doktortitel aberkannt, beide blieben aber zumindest in einigen ihrer Ämter aktiv.

Quelle: n-tv.de , che/dpa/AFP/rts>

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20 minuten online, Logo

10.2.2013: <Plagiatsaffäre: Schavan tritt als Bildungsministerin zurück>

aus: 20 minuten online; 10.2.2013;

http://www.20min.ch/ausland/news/story/24745820

<Nachdem ihr schon am Dienstag der Doktortitel entzogen wurde, hat die «vorsätzlicher Täuschung» in ihrer Promotionsarbeit auch politische Konsequenzen. Annette Schavan gibt ihren Ministerposten auf.

ach anfänglichem Zögern hat die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) ihren Rücktritt erklärt. Sie zog damit nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Konsequenzen aus der Aberkennung ihres Doktortitels durch die Universität Düsseldorf.

Merkel sagte am Samstag, sie habe den Rücktritt Schavans «sehr schweren Herzens angenommen». Mit Schavan werde die «anerkannteste und profilierteste» Bildungspolitikerin die Bundesregierung verlassen, sagte Merkel und würdigte ihre Leistungen als «ausserordentlich».

Schavan habe sieben Jahre als Bundesministerin und zuvor bereits zehn Jahre als Kultusministerin in Baden-Württemberg «im Dienste des Bildungs- und Forschungsstandortes Deutschland gestanden». Schavan stelle mit ihrem Rücktritt ihr eigenes Wohl hinter das Wohl des Ganze, sagte Merkel.

Grosse Wertschätzung

Politiker von FDP, SPD, Grünen und Linken werteten Schavans Rücktritt als politisch überfällig, bekundeten aber auch Wertschätzung für ihre Amtsführung. Für die Regierung und Kanzlerin Merkel sei das ein schlechter Start ins Wahljahr 2013, hiess es weiter.

FDP-Parteichef Philipp Rösler erklärte, seine Partei habe «grossen Respekt» vor Schavans Entscheidung. «Ihre Leistungsbilanz bleibt unbestritten.» SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sagte der «Welt am Sonntag», Schavan sei eine «hoch anständige und kompetente Kollegin, um die es mir ausserordentlich leid tut».

Schavan: «Respekt vor dem Amt»

Schavan begründete ihren Abgang ebenfalls mit dem Respekt vor ihrem Amt. «Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht», versicherte die 57-Jährige und fügte hinzu: «Die Vorwürfe, das habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach gesagt, treffen mich tief.»

Sie bekräftigte, dass sie gegen den Entzug des Titels durch die Uni Düsseldorf klagen wolle. Dies sei aber unweigerlich mit Belastungen für die Regierung und die CDU verbunden. «Und das genau möchte ich vermeiden, das geht nicht, das Amt darf nicht beschädigt werden.»

Der Kanzlerin dankte Schavan sehr persönlich für Vertrauen und Freundschaft. «Freundschaft hängt nicht an Amtszeiten und wirkt über diesen Tag hinaus.»

Pragmatische Nachfolgerin

Schavans Nachfolge soll die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) antreten. Die 61-Jährige soll die Ernennungsurkunde am Donnerstag von Bundespräsident Joachim Gauck in Empfang nehmen. Bei derselben Zeremonie wird Schavan nach fast acht Jahren im Amt verabschiedet.

Wanka bringe als promovierte Mathematikerin und langjährige Wissenschaftsministerin in Brandenburg und Niedersachsen «beste Voraussetzungen» mit, betonte Merkel am Samstag. «Ich habe mich gefreut, dass sie mir für diese Aufgabe zugesagt hat.»

Die promovierte ostdeutsche Mathematikerin Wanka gilt als konservativ und pragmatisch. In der Wissenschaftspolitik agierte sie bisher allerdings eher farblos.

Anonyme Plagiatsvorwürfe

Anfang Mai waren im Internet anonyme Plagiatsvorwürfe gegen Schavan erhoben worden. Die Ministerin hatte daraufhin die Universität gebeten, ihre Dissertation «Person und Gewissen» zu überprüfen.

Die Prüfung führte in der vergangenen Woche zum Entzug des Titels. Das Gremium warf der Ministerin vor, systematisch und vorsätzlich Gedanken anderer Autoren als eigene ausgegeben zu haben.

Bis zu einem Urteil im Fall Schavan können Jahre vergehen. Deshalb hielt die Opposition Schavan für nicht mehr tragbar. Die Ministerin war erst am Freitagabend von einer Dienstreise aus Südafrika zurückgekehrt.>

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Frank Schirrmacher: Lügen mit System - die gefälschte Doktorarbeit hat er bei seiner Magisterarbeit abgeschrieben

aus: Udo Ulfkotte: Gekaufte Journalisten, Kopp-Verlag 2014

Ein Beispiel eines fälschenden und lügenden, aber gut bezahlten, deutschen Journalisten ist der Journalist Schirrmacher von der Lügen-FAZ, der nahe zu Josef Ackermann stand, dem Deutsche-Bank-Chef [unter dem u.a. die Zinsmanipulationen stattgefunden haben].. Die Preise von Schirrmacher sind unter anderem
-- der Ludwig-Börne-Preis
-- der Jacob-Grimm-Preis
-- die Goldene Feder (S.195)

Dabei sind bei Journalist Schirrmacher gemäss Spiegel Dichtung und Wahrheit eher "fliessend". Je nach Lebenslauf ist er mal Zivildienstleistender oder Panzerfahrer gewesen (S.196). Schirrmacher erfindet schöne Häuser und schöne Vorträge. Will heissen, Schirrmacher ist ein Münchausen mit Posten! Beweise? Hier:

Spiegel schreibt am 13.5.1996 im Artikel "Überflieger im Abwind" über Schirrmacher:

Wahrheit und Erfindung "kongenialisch fliessend":
"Die Grenzen zwischen Wahrheit, Ausschmückung und freier Erfindung sind bei dem hochbegabten Mann kongenialisch fliessend. Manche Details sind so skurril, dass die FAZ-Redakteure sich mitunter fragen, ob ihr Vorgesetzter mit der geschwindigkeit der Karriere möglicherwiese alle Massstäbe verloren hat." (S.196)

Zivildienst und Panzerfahrer gleichzeitig:
"So verblüffte er selbst enge Vertraute mit der Erzählung, er sei als Kind in Äthiopien entführt worden und unter den Augen von Männern aufgewachsen, die jederzeit bereit gewesen seien, ihn zu töten. Und hat ihr Herausgeber nun, rätseln die Redakteure, Zivildienst abgeleistet, wie er zunächst behauptete, oder war er doch Panzerfahren, wie er zwischenzeitlich in Umlauf brachte?" (S.196)

Das erfundene Haus:
"Manche Flunkereien entspringen offenbar einer Laune des Augenblicks. Anders ist nicht zu erklären, wieso Schirrmacher beim Blättern in einem Bildband mit hochherrschaftlichen Villen der Jahrhundertwende plótzlich auf ein besonders schönes Foto zeigt und dazu erklärt, in so (S.196) einem Haus sei er aufgewachsen. Tatsächlich ist der kleine Frank in einem Reihenhaus in Wiesbaden gross geworden." (S.197)

Der erfundene Vortrag:
"Offenbar um sich bei dem damals noch amtierenden Chef Fest einzuschmeicheln, berichtete er diesem eines Tages, er sei von der Society of Fellows an der amerikanischen Harvard-University gebeten worden, einen Vortrag über dessen Hitler-Buch zu halten. (...) [Es geht dabei um die dicke Hitler-Biographie von Herrn Fest]. Im Büro der Society of Fellows in Harvard kann sich niemand daran erinnern, dass die Rede jemals öffentlich gehalten wurde. Der angesehene Klub von Doktoranden und Förderern beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Vergabe von Stipendien. "Wir organisieren Essen, aber keine Vorträge", erklärt der zuständige Sekretär." (S.197)

Trotz all der Lügen ging Schirrmachers Karriere aber weiter. Er wurde "Vorsitzender des Stiftungsrats der Herberg-Quandt-Stiftung" (S.197).

Gefälschte Doktorarbeit? Schirrmacher schrieb bei sich selber ab!
Der Gipfel der Münchhausen-Lüge ist die Doktorarbeit von Schirrmacher, wo er einfach von seiner Magisterarbeit abgeschrieben hat. Ulfkotte Zitat:

<Die Details dazu, wie Schirrmacher bei siener Doktorarbeit sich selbst plagiierte und seine Magisterarbeit in weiten Teilen nochmals an der Universität sls Doktorarbeit vorlegte, finden sich ebenfalls im schon zitierten Spiegel-Artikel.> (S.197)

Der Werteverfall beim deutschen Journalismus ist bodenlos...

Ein Artikel der taz [die "Tageszeichnung" aus Berlin mit dem Artikel "So regiert Frank Schirrmacher" vom 24.6.2006] schildert über den Lügner Schirrmacher, Auszeichnungen von Schirrmacher werden bei Wikipedia erfunden und dann wieder gelöscht:

"Die Gesellschaft glaubt an den biografischen Künstler, dessen Eintrag zu seiner Person im Onlinelexikon Wikipedia sich zeitweise geschönt las - etwas mit Auszeichnungen, die später wieder gelöscht waren." (S.198)

Und er ist Redner bei "Elitenetzwerken". Der FAZ-Münchhausen von Deutschland manipuliert mit in der deutschen Aussenpolitik und Geschichtsschreibung. Die Zeitung Wirtschaftswoche schrieb 2013 einen Artikel über den Herausgeber der Lügen-FAZ mit dem Titel "Schirrmacher zwischen Infantilität und Grössenwahn"... (S.198)



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