Entschuldigung, so wie die Schufa "Auskunft" erteilt, ist das Wort "Terrorist" gerechtfertigt.

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Schufa-Terror - Terror-Schufa

Die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" (Schufa) will über die Kreditwürdigkeit von Menschen informieren, um zu vermeiden, dass Leute mit neuen Krediten alte Kredite zurückzahlen - aber die Schufa geht oft zu weit und die Daten sind oft sogar FALSCH

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Krankes Deutschland 24.4.2008: Zustände wie im Dritten Reich:
Der König Schufa verkauft Daten über alle Deutschen - und die Statistik-Computer erfinden neue Diskriminierungen und Sippenhaft


http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,548454,00.html
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,548454-2,00.html
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,548454-3,00.html

Die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" hat ein System erfunden, die Menschen pauschal abzuurteilen und Sippenhaft zu verüben, dass einem gleich schlecht wird. So was kann wirklich nur im dummen Deutschland passieren. Aber lesen Sie selbst:

<VERBRAUCHERSCHUTZ

Die neue Klassengesellschaft

Von Marcel Rosenbach

Der Handel mit Informationen über Kunden boomt, meist ohne Wissen der Beteiligten. Aus den Angaben über Konsumverhalten oder Zahlungsmoral erstellen Auskunfteien Bonitätszeugnisse. Schon eine Wohnung im falschen Stadtteil kann die Chancen etwa auf einen Kredit schmälern.

Jens N.* ist Arzt und einer der Leistungsträger dieser Gesellschaft. Er betreibt eine Gemeinschaftspraxis in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, seine Frau ist ebenfalls Medizinerin. Beide fahren grosse Autos, ihr Jahreseinkommen liegt im sechsstelligen Bereich. Es gibt nicht viel, was Jens N. sich nicht kaufen kann, und als er an der Total-Tankstelle in der Nachbarschaft den Antrag für eine Tankkarte unterschrieb, wollte er eigentlich nur eins: schneller und bequemer tanken.

Die Antwort kam schriftlich, und sie war gleichermassen eindeutig wie überraschend: Antrag abgelehnt, Begründung - keine.

Der Arzt glaubte an einen Irrtum und fragte nach. Bei Total erfuhr er zu seinem Erstaunen, das liege an seinem Schufa-Eintrag. Eigentlich könne man da nichts machen, aber ausnahmsweise könne er das Kundenkärtchen doch noch bekommen - gegen Vorkasse. Der Mediziner verzichtete und wandte sich stattdessen an den Datenschutzbeauftragten und den Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Damit befindet sich Jens N. inzwischen in bester Gesellschaft. Die Auswirkungen der digitalen Erfassung betreffen mittlerweile Millionen Bundesbürger. Bei den Verbraucherschützern stapeln sich Beschwerden aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen.

Da ist das gutsituierte Ehepaar, das sich vergebens um einen simplen Festnetztelefonanschluss bemüht. Da ist der promovierte Chemiker im Öffentlichen Dienst mit 3600 Euro netto, dem ein Kredit über 5000 Euro verweigert wird. Und da sind unzählige Versandhandelskunden, die sich darüber wundern, warum der Händler ihrer Wahl sie nicht oder nur per Vorkasse beliefert, während Bekannte die Ware per Rechnung bezahlen können.

Die meisten Verbraucher wissen bis heute nicht, dass sie täglich vor Einkäufen und bei fast jedem Vertragsabschluss gerastert, auf Auffälligkeiten geprüft und dann in entsprechende Schubladen sortiert werden. Auf diese Weise unterteilt eine ganze Branche die Gesellschaft in gute und in schlechte Konsumenten, in solvente und vermeintlich insolvente. Es ist eine neue Klassengesellschaft, die so entsteht - und in der ein Blick in den Computer verrät, wer zu welcher Schicht gehört.

Anders als in den achtziger Jahren, als die Angst vor einem Orwellschen Polizeistaat grassierte, sei Deutschland heute eher "auf dem Weg in eine Überwachungsgesellschaft", kritisiert der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar. Im Internet-Zeitalter ist es längst nicht mehr nur der Staat, sondern es sind zunehmend private Unternehmen, die einen Wissensschatz über die Bevölkerung anhäufen und für ihre Zwecke auswerten. Vom "Fluch und Segen neuer Technologien zugleich" spricht sogar Wolfgang Schäuble (CDU). Der Überwachungsinstrumenten traditionell eher zugeneigte Bundesinnenminister warnt vor dem Datenhunger der Privatwirtschaft: "Wir müssen aufpassen, im 'Global Village' nicht unsere Freiheit zu verlieren."

Zum Verdächtigen wird dort, wen Unternehmen qua negativem Eintrag in Datenregistern dazu machen. Es ist ein System, bei dem man schon dann als unsicherer Kantonist gelten kann, wenn man im "falschen" Wohnviertel lebt oder eine Automarke fährt, die bei säumigen Zahlern besonders verbreitet ist - eine regelrechte Art nachbarschaftlicher Sippenhaft.

Und es ist ein System, dem nahezu jede Kontrolle von aussen fehlt, weil die Ermittlungen nicht von Staatsdienern geführt werden, sondern von Spezialisten privater Unternehmen, die mit den Kundenprofilen einen schwunghaften Handel betreiben und sich bei Nachfragen gern hinter dem Geschäftsgeheimnis verschanzen.

Zentrale Bedeutung hat dabei das sogenannte Scoring - ein mathematisches Verfahren, bei dem bis zu 300 verschiedene Merkmale über einen Kunden mit ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit verglichen werden. Daraus errechnet der Computer einen statistischen Wert, den sogenannten Score. Es ist eine Art Kopfnote, oft zwischen null und hundert, die etwas darüber aussagen soll, wie zahlungswillig und vor allem wie zahlungsfähig der jeweilige Kunde in spe tatsächlich ist.

Was einst als berechtigtes Interesse der Banken begann, die wissen wollten, wem sie einen Kredit einräumen können, wird heute quer durch alle Branchen angewandt: Wer einen neuen Handy-Vertrag unterschreibt, ein Auto least oder sich beim Elektronik-Discounter einen LCD-Fernseher auf Ratenzahlung besorgt, kann davon ausgehen, gecheckt zu werden.

Scoring, sagt der Datenschutzbeauftragte Schaar, sei wie "ein Ölfleck, der sich unkontrolliert ausbreitet".

Selbst Zahnärzte informieren sich mitunter vor teuren Zahnersatzbehandlungen über die Bonität ihrer Patienten, Vermieter scoren Mietaspiranten, Buchbestellungen bei Internethändlern lösen Anfragen bei Auskunfteien aus.

Oft sind es schon individuelle, vermeintlich problematische Konsumgewohnheiten wie der Besitz mehrerer Kreditkarten, Handy- oder Auto-Leasingverträge, die teure Konsequenzen haben können: Entweder die Bankberater verweigern den Kredit ganz, oder sie bieten Darlehen zu schlechteren Konditionen - eine Form der diskreten Diskriminierung, die auch Michael Wilken zu spüren bekam.

Der grauhaarige 60-Jährige aus Hannover ist eine gepflegte Erscheinung, er könnte glatt selbst als Banker durchgehen. Wilkens Lebensumstände müssten ihn eigentlich zu einem Traumkunden jedes Bankberaters machen: Er hat ein festes überdurchschnittliches Einkommen, ist verheiratet und lebt seit 34 Jahren in derselben Stadt. Umso erstaunter war er, als er auf eine Bankenwerbung hin im vergangenen Jahr eine Filiale betrat und 10.000 Euro zum angepriesenen Zinssatz von 4,5 Prozent aufnehmen wollte.

2. Teil: "Keinen eigenen Handlungsspielraum"

Die Beraterin tippte seine Daten in den Computer, holte vorschriftsgemäss seine Einwilligung für eine Schufa-Anfrage ein - und stutzte. Sie könne ihm den Kredit anbieten, eröffnete sie Wilken, aber nur zu elf Prozent Zins.

Warum?

"Das hat der Computer so errechnet", antwortete die Beraterin, sie habe leider "keinerlei Spielraum".

Wilken hatte damit kein Problem, denn er war auf das Darlehen nicht angewiesen - sondern nur eine Testperson.

Für die GP Forschungsgruppe hat der Hannoveraner gerade im Auftrag der Verbraucherzentrale die traditionelle Hauptklientel der Scoring-Anbieter untersucht: die Kreditwirtschaft.

Die Forscher schickten 21 Testpersonen zu zehn Banken, mit erschreckenden Befunden. Auf die Nachfrage, wie "der Computer" zu seinen Ergebnissen komme, reagierten nur wenige Sachbearbeiter kooperativ: In 91 Prozent der Fälle, so die Studie, wurde der Score-Wert den Testkunden nicht verraten, erst recht gab es keine Erläuterungen, wie er entsteht und welche Informationen wie gewichtet werden. "Selbst die Bankberater haben wegen der automatisierten und bindenden Computerergebnisse keinen eigenen Handlungsspielraum mehr", sagt Wilken.

Als "äusserst mangelhaft" rügt die Studie deshalb die Informationspolitik der Banken. Die Untersuchung habe zudem "keinen Nutzen" zur Prognose von Problemen bei Krediten gezeigt, weil viele der Ergebnisse willkürlich oder falsch seien. Wilkens Fazit: "Scoring hat den Praxistest nicht bestanden."

Wie lukrativ der Handel mit den Daten der Deutschen freilich sein kann, haben mittlerweile Konzerne wie Bertelsmann, die Otto-Versandhausgruppe und selbst die Deutsche Telekom erkannt - alle drei verfügen über viele Millionen Kundeninformationen. Alle drei haben Probleme mit säumigen Zahlern und deshalb eigene Inkassofirmen. Und alle drei haben sich entschieden, auch mit schwierigen Kunden noch Geld zu verdienen, indem sie diese Information vermarkten - über eigene Auskunfteien und Scoring-Anbieter.

Im Reich von Telekom-Chef René Obermann heisst diese Tochter SAF Unternehmensverbund; sie treibt offene Forderungen ein und bietet auch einen Scoring-Service an. Wie das aussieht, illustrierten die SAF-Leute im vorigen September in Hamburg bei einer Werbeveranstaltung für potentielle Dateninteressenten.

Schon in der Einladung wies die Firma stolz darauf hin, man verfüge über eine "umfangreiche Informationsbasis mit Positiv- und Negativdaten zu über 32 Millionen Haushalten in Deutschland". Vor den Kunden präzisierten die SAF-Leute, man habe Zugriff auf den "relevanten Datenbestand der Deutschen Telekom AG", allein im Festnetz und Mobilfunk seien das 55 Millionen Datensätze mit "Adressinformationen, Zahlungsverhalten und soziodemografischen Merkmalen". Sogar die "Schuldnerdichte in der Mikroperspektive" zeigten sie anschaulich anhand eines Beispiels: eines mit kleinen schwarzen Punkten übersäten Düsseldorfer Stadtplans.

Das Problem: Das geltende Datenschutzrecht regelt, welche Daten weitergegeben werden dürfen - Positivdaten etwa zum Zahlungsverhalten oder gar soziodemografische Merkmale gehörten "eindeutig nicht dazu", sagt der Kieler Datenschützer und Scoring-Experte Thilo Weichert.

Ein Missverständnis, heisst es bei der SAF auf Nachfrage. Ihr Hauptkunde sei die Deutsche Telekom, an externe Firmen würden nach dem geltenden Recht ausschliesslich eindeutige, nicht bestrittene Inkassofälle weitergegeben, wie bei anderen Auskunfteien auch. "Positivdaten geben wir nur mit Einverständnis des betroffenen Kunden oder aufgrund zwingender gesetzlicher Anforderungen heraus", so SAF-Mann Joachim Angstenberger. Die Karte mit der "Schuldnerdichte" werde ebenfalls nicht extern vermarktet, sie diene nur der eigenen Übersicht.

Wenn interessierte Unternehmen in Sachen Wohnumfeldanalysen nicht bei der Telekom-Tochter fündig werden, dann vielleicht bei der Kreditreform. Die Wirtschaftsauskunftei weiss zum Beispiel, dass im noblen Berliner Stadtteil Zehlendorf die Kreditausfallquote im vergangenen Jahr nur bei 9,43 Prozent lag, in Neukölln aber bei mehr als 22 Prozent.

Besonders präzise kategorisieren die Schober Information Group und ihre Tochter infas Geodaten die Republik: Man könne "detaillierte Angaben über Soziodemografie, Gesundheit, Konsumverhalten und Freizeit, Pkw-Bestand sowie zu Wohnumfeld- und Lagekriterien" liefern, heisst es in einer Selbstdarstellung. Bundesweit habe die Firma dafür 19,6 Millionen Gebäude "persönlich vor Ort bewertet".

Und die passenden Angaben über die Autovorlieben liefert das Kraftfahrtbundesamt, das gegen Gebühr Auskunft über die Fahrzeugflotte bis hinunter zu bestimmten Strassenabschnitten gibt.

Aus all diesen käuflichen Informationen basteln sich Unternehmen so etwas wie eine Matrix des Makels, bei der Kunden aus bestimmten Regionen schon aufgrund ihres Wohnortes zu potentiellen Problemfällen werden. "Redlining" heisst diese Methode in Amerika, bei der ganze Strassenzüge mit einer roten Umrandung als kritische Zonen markiert werden.

Anwohner derartiger "Sperrbezirke" müssen schon heute mit einer Diskriminierung rechnen, etwa wenn sie in Callcentern anrufen und allein wegen der Herkunft ihrer Festnetznummer in der Warteschlange nach hinten durchgereicht werden. Andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit, verstärkt mit Lotto-Werbung überzogen zu werden: Weil die zahlungsschwache Klasse als anfällig für das Glücksspiel gilt, filtern manche Firmen gezielt solche Strassenzüge für Direktwerbung heraus.

3. Teil: Das Gesetz hängt zwischen Innen- und Verbraucherschutzministerium


Besonders aktiv im Geschäft sind die Bertelsmann-Töchter Infoscore und Informa. Schon das Mutterunternehmen verfügt über einen reichen Fundus an Daten, gespeist aus dem traditionellen Buchclubgeschäft und den Abonnements der Verlagstochter Gruner+Jahr ("Stern", "Geo", "Brigitte").

Dazu kommen Kundendaten von vielen Unternehmen, für die Infoscore das Inkasso übernimmt - wie die Deutsche Bahn und städtische Nahverkehrsbetriebe -, das heisst, Infoscore kennt viele Schwarzfahrer dieser Republik.

Zu einzelnen Kundenbeziehungen, so der Informa-Geschäftsführer Wolfgang Hübner, gebe man keine Stellungnahme ab. Er dementiert aber nicht, dass Schwarzfahrerdaten weiterverwendet werden. Informationen aus der "Einziehung von überfälligen Forderungen" seien "grundsätzlich bonitätsrelevant". Wer also beispielsweise als Jugendlicher ohne Fahrschein fährt und Mahnungen ignoriert, könnte es schwer haben, einen Handy-Vertrag zu bekommen.

Informa-Chef Hübner betont, alle "Prozesse bei Arvato Infoscore entsprechen den gesetzlichen, insbesondere auch den datenschutzrechtlichen Vorschriften". Das gelte auch, "wenn Daten aus Unternehmen des Bertelsmann-Konzerns verwendet werden".

Wie weit Scoring im täglichen Wirtschaftsleben inzwischen verbreitet ist, fand der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar heraus, als er im vergangenen Jahr das Geschäftsgebaren von 26 Telekommunikationsfirmen untersuchte. Sämtliche Unternehmen hätten bei Auskunfteien Informationen über alle Antragsteller eingeholt, so Schaar. "In vielen Situationen entscheidet nicht mehr ein Mensch, ob ein Kunde vertragswürdig ist, sondern allein ein Score-Wert." Für Schaar ein klarer Verstoss gegen das Gesetz, das Negativentscheidungen verbietet, die auf die "ausschliesslich automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten gestützt werden".

Wer sich genauer über die Geheimwissenschaft Scoring informieren will, landet früher oder später bei Rainer Neumann. Der Mittfünfziger mit Schnauzer und süddeutschem Akzent ist einer der mächtigsten Herren über die Daten der Deutschen. Seit 2000 ist er Chef der in Wiesbaden residierenden Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung. Das 1927 gegründete Unternehmen verwaltet Informationen über 64 Millionen in Deutschland lebender Menschen. Das sind praktisch alle über 18 Jahre.

Wenn man Neumann zuhört, könnte man Scoring für eine neue Kunstform halten. Der Mathematiker gerät ins Schwärmen, wenn er über Zahlen und Treffgenauigkeiten spricht. Die Schufa "baue" ihre Scores aus "10 bis 20 Variablen", die hochkomplexen Algorithmen dahinter entwickle man im Zusammenspiel mit Statistikern der Universität München.

Erfasst würden Namen, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Meldeadressen, häufige Umzüge, die Anzahl von Girokonten und Kreditkarten eines Kunden, Telekommunikations-, Leasing- und Kreditverträge. Dazu kämen Erkenntnisse aus Privatinsolvenzen, eidesstattliche Versicherungen und Haftbefehle im Zusammenhang mit Insolvenzen sowie sonstige Details aus dem Geschäftsleben, die rund 4500 Unternehmen der Schufa übermittelten. Angaben wie das Einkommen, Vermögen oder Immobilienbesitz, die für die Bonität eines Kunden noch viel aussagekräftiger sind, hat die Schufa dagegen nicht.

Aus derlei Ingredienzien entsteht am Ende jener Score-Wert, der für Verbraucher zum Menetekel werden kann. Ab welcher Untergrenze etwa eine Bank einen Kredit verweigert, entscheidet allerdings jedes Unternehmen selbst.

Man solle die Sache doch mal positiv sehen, auch für die ehrlichen Kunden, rät Neumann: "Die Weltbank hat herausgefunden, dass Banken, die Scoring nutzen, mehr Kredite geben und bessere Konditionen anbieten."

Einige Absonderlichkeiten hat die Schufa inzwischen eingestellt - so schlug es lange sogar negativ zu Buche, wenn man sich dort mehrfach eine Selbstauskunft einholte. Was man immerhin kann: zum Kostenpunkt von 7,80 Euro.

Im Übrigen, so Neumann, nutze die Schufa anders als viele Wettbewerber kein geografisches Scoring, und die Quote grundsätzlich negativer Auskünfte, etwa im Fall einer Insolvenz, liege nur bei sieben Prozent.

Dennoch sieht die Politik mittlerweile Handlungsbedarf. Im Haus von Bundesinnenminister Schäuble wird gerade an einer Neufassung des Bundesdatenschutzgesetzes gearbeitet. Die Scoring-Anbieter und Auskunfteien sollen engmaschiger reguliert und mehr Verbraucherrechte festgeschrieben werden. Ein erster Entwurf aus dem vorigen Jahr stösst allerdings auf scharfe Kritik von Daten- und Verbraucherschützern.

Tatsächlich weite die Vorlage die Anwendungsmöglichkeiten für Scoring sogar noch aus. Danach wären Auskünfte bei jeglichen "rechtlichen oder wirtschaftlichen Risiken" möglich. "Das wäre ein Rückschritt. Wir müssen stattdessen das Scoring auf Kreditrisiken oder vergleichbare besondere Risiken beschränken", fordert der Datenschutzbeauftragte Schaar. Immerhin: Künftig sollen Daten schon nach drei Jahren gelöscht werden, auch mehr Auskunftsrechte sind vorgesehen.

Besonders eilig scheint es die Politik freilich nicht zu haben. Momentan hängt das Gesetz zwischen Innen- und Verbraucherschutzministerium, ein längst angekündigter zweiter Entwurf steht noch aus.

Bis dahin werden Verbraucher wie der Mediziner Jens N. weiter auf präzise Auskünfte warten müssen. Wie genau sein Score zustande kam und was zur Abwertung führte, weiss der Total-Kunde bis heute nicht.>


Kommentar

Da bleibt einem nur die Flucht aus diesem von Deutschland beherrschten kranken Europa. Auf Wiedersehen Dumm-Deutschland.


3.5.2008: Die Schufa-Auskunft soll gratis werden
und die Menschen sollen Auskunft über alle Arten von Daten erhalten, die über sie gespeichert werden.

aus: Ungerechtes Scoring. Schufa-Auskunft gratis
http://www.n-tv.de/Ungerechtes_Scoring_SchufaAuskunft_gratis/030520084316/958189.html

Kommentar

Damit ist das ungerechte und diskriminierende Schubladisieren von Menschen leider nicht vom Tisch. Die Schufa gehört in dieser Form verboten.

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Spitzel-Organisation Schufa 20.8.2010: Jeder dritte Schufa-Eintrag über die "Kreditwürdigkeit" von Menschen ist FALSCH

aus: n-tv online: Ratgeber: 450.000 Schufa-Anfragen: jeder dritte Eintrag fehlerhaft; 20.8.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Jeder-dritte-Eintrag-fehlerhaft-article1313431.html

<Hunderttausende Bundesbürger haben seit dem 1. April kostenlos Einblick in ihre Schufa-Daten genommen. "Bisher hatten wir insgesamt 450.000 dieser kostenfreien Anfragen", sagte Schufa-Vorstand Dieter Steinbauer der "Welt". Seit dem 1. April hat jeder Verbraucher das Recht, einmal im Jahr eine Aufstellung seiner gespeicherten Daten zu bekommen, ohne dafür zahlen zu müssen. Der Ansturm der Konsumenten sei "größer als wir erwartet hatten", sagte Steinbauer. Er liege um "30 bis 40 Prozent" über den Werten aus der Zeit, als auch die erste Auskunft noch kostenpflichtig gewesen sei.

Von den 4000 Verbrauchern, die nach der kostenlosen Selbstauskunft täglich bei der Schufa anriefen, habe etwa ein Drittel berechtigte Korrekturwünsche, sagte Steinbauer. "Dabei geht es etwa um Konten oder Kreditkarten, die nicht mehr existieren. Diese Einträge löschen wir dann umgehend." Die Schufa muss nach seinen Worten für den neuen Umsonst-Service einen zweistelligen Millionen-Betrag aufwenden.

Die Auskunftei verwaltet Daten über die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern und Unternehmen. Sie verfügte im vergangenen Jahr über mehr als 462 Millionen Informationen von rund 66 Millionen Menschen allein in Deutschland und ist auch im Ausland aktiv. Anteilseigner der Schufa sind vor allem Banken und Sparkassen. Auch Unternehmen aus Handel und anderen Dienstleistungsbereichen sind beteiligt.

Download: Antragsformular der Schufa für eine kostenfreie Auskunft

dpa>

Kommentar
Es stellt sich die Frage, wieso die Schufa legal sein soll, wenn Daten nicht stimmen, und wenn sie auch "im Ausland aktiv" ist. Hier braut sich ein Spitzel-Apparat zusammen, der nur negative Auswirkungen haben kann. Immer kränker wird Deutschland.

Michael Palomino, 20.8.2010


Und da ist noch eine Meldung zur Rufschädigungs-Spionagegesellschaft Schufa:

n-tv online,
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22.8.2010: Schufa-Spionagegesellschaft für Finanzen - Gerichtsdaten in der Datenbank

aus: n-tv online: Ratgeber: 462 Mio. Datensätze bei der Schufa: Datensätze prüfen und löschen; 22.8.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Datensaetze-pruefen-und-loeschen-article1317986.html

<von Alexander Klement

Datensammelwut kann man der Schufa eigentlich nicht unterstellen, doch sie hat die größte Datenbank, wenn es um das Zahlungsverhalten der Deutschen geht. Die Daten sind nicht immer aktuell. Deshalb sollte man regelmäßig eine Auskunft einholen und die gespeicherten Daten überprüfen.
  
Die Online-Auskunft kostet Geld, die kostenlose Auskunft kommt per Post.

Die Schufa ist in Deutschland die bekannteste Auskunftei zur Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern. In vielen Alltagssituationen werden bei ihr gespeicherte Daten abgerufen – also nicht nur bei Kreditverträgen, sondern auch bei Einkäufen im Versandhandel oder Online-Shops, beim Abschluss eines Handyvertrags und vielleicht sogar vor dem Bezug einer neuen Mietwohnung.

Gegründet wurde die Schufa bereits 1927 als privatrechtliches Unternehmen. An der Aktiengesellschaft sind Sparkassen, Banken, Versandhandels- und Telekommunikationsunternehmen beteiligt. In der Datenbank des Unternehmens sind 462 Millionen Datensätze von über 66 Millionen Bürgern gespeichert. Diese Datenmenge macht die Schufa für Abfragen aus der Wirtschaftswelt so interessant. Bei den Bürgern hingegen löst die Ankündigung einer Schufa-Abfrage eher Unbehagen aus.

Viele Daten zugeliefert

Die meisten Daten, die die Schufa speichert, erhält sie von ihren Vertragspartnern zugeliefert. Hierzu ist allerdings die Einwilligung des Kunden erforderlich. Die Schufa beschafft sich aber auch Daten zum Beispiel aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte. In dem Datensatz werden neben dem vollständigen Namen, dem Geburtsdatum, Geschlecht und Geburtsort auch die aktuelle sowie die früheren Anschriften gespeichert. Daneben enthält der Datensatz so genannte Positivmerkmale, denen eine vertragsgemäße Abwicklung einer Geschäftsbeziehung vorausging, sowie Negativmerkmale, wo es zu Zahlungsschwierigkeiten oder einer gerichtlichen Vollstreckung kam.

Erfasst werden in den Datensätzen Kredit- und Leasingverträge mit Betrag und Laufzeit, Eröffnung eines Girokontos, ausgegebene Kreditkarten sowie Kundenkonten im Handel und Versandhandel. Zu einem negativen Eintrag kommt es, wenn Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und vom Kunden nicht bestritten sind, nicht beglichen wurden oder wenn der Begleichung eine gerichtliche Entscheidung vorausging. Hierbei kann es sich sowohl um Forderungen von Banken aber auch anderen Vertragspartnern handeln. Ein Negativmerkmal erfolgt ebenfalls bei Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, einem Haftbefehl zur Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung, der Beantragung und Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens und der Abweisung oder Einstellung des Verbraucherinsolvenzverfahrens mangels Masse. Die Höhe tagesaktueller Kreditstände oder Kontoguthaben werden nicht erfasst. Wie so eine Auskunft aussieht, kann man sich vorab auch als Muster-Auskunft bei der Schufa ansehen.

Unrichtige Daten löschen lassen

Die Schufa sammelt allerdings nicht nur Daten, sondern löscht auch Datensätze zum Beispiel nach der Begleichung eines Kredits. Es kann allerdings passieren, dass Daten nicht gelöscht werden oder ein Datensatz nicht vollständig richtig ist. Die Bundesbürger haben seit April dieses Jahres das Recht, jedes Jahr einmal kostenlos die über sie gespeicherten Daten bei der Schufa abzufragen. Hierfür hält die Schufa ein Formular bereit. Neben den persönlichen Angaben muss auch eine Kopie des Personalausweises, Reisepasses oder der Meldebescheinigung beigefügt werden.

Seit Einführung der kostenfreien Auskunft im April dieses Jahres haben bereits 450.000 Bürger eine Eigenauskunft angefordert. 4000 Anrufe erhält die Schufa darauf hin täglich. Jeder dritte Anrufer hatte berechtigte Änderungswünsche. Es lohnt sich also, eine Eigenauskunft einzuholen. Stimmen Einträge nicht, kann man sich an das Verbraucherinformationszentrum der Schufa wenden. Die Kontaktdaten befinden sich auf dem Auskunftsschreiben. Die Schriftform biete sich an, da es sich bei der Telefonnummer um eine gebührenpflichtige Servicenummer handelt.>


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n-tv online,
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24.8.2010: Schufa-Terror total bei Kreditabzahlung durch Gerichtsurteil

Das "öffentliche Interesse" ist es, dass jeder wissen darf, ob jemand eine Schuld abzahlen muss. Dieses rufschädigende Datensammeln ist in Deutschland erlaubt, nun auch mit Gerichtsbeschluss. Das heisst, jemand, der sich verbessern will, wird von der Schufa daran gehindert, weil dort negative Daten geziehlt gesammelt werden. Und positive Daten werden nicht gesammelt. Das heisst: Die Schufa hat mehr negative Macht über die Menschen als irgendeine Institution der Welt. So etwas Krankes kann es wirklich nur im kranken Deutschland geben. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Ratgeber: Auch gegen den Kundenwillen: Schufa bekommt Daten; 24.8.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Schufa-bekommt-Daten-article1338271.html

<Ansturm auf die Schufa: Seit die Abfrage kostenlos ist, fordern Hunderttausende Einsicht in ihre Daten. (Foto: Warnecke/dpa/tmn)

Die Schufa muss kostenlos Auskunft über die gespeicherten Daten geben.

Daten zu Krediten dürfen unter Umständen auch gegen den Willen des Kunden an die Schufa weitergegeben werden. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschieden. Maßgeblich ist demnach, ob die Datenübermittlung und -speicherung im konkreten Fall der Wahrung berechtigter Interessen der Schufa und der Allgemeinheit dient. Beides sei beispielsweise der Fall, wenn ein Bankkunde rechtskräftig zur Zahlung einer Geldschuld verurteilt worden sei (Aktenzeichen: 19 W 33/10).

Das Gericht hat damit die Beschwerde eines Bankkunden gegen eine Entscheidung des Landgerichts Wiesbaden zurückgewiesen. Der Kunde hatte dort vergebens eine einstweilige Verfügung beantragt. Er wollte seiner Bank verbieten, Informationen an die Schufa zu übermitteln. Die Schufa sollte die entsprechenden Daten löschen.  Konkret ging es um die Mitteilung eines Gerichtsurteils, in dem er zur Rückzahlung eines Kredits verpflichtet worden war.

Die Schufa sei auch ohne Einwilligung des Kunden zur Speicherung dieser Information berechtigt, urteilte das OLG. Denn es sei Aufgabe einer Auskunftei, Banken vor Verlusten im Kreditgeschäft zu schützen. Außerdem werde den Geldinstituten so die Möglichkeit gegeben, ihre Kunden durch Beratung vor einer übermäßigen Verschuldung zu bewahren.

ino/dpa>

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n-tv online,
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23.11.2010: Schufa gibt nun auch "Auskunft" über die angeblichen Vermögensstände von Firmen

Deutschland - Schufa-Land: Wie soll das denn gehen? Meinen die, die Firmen, die Pleite gehen, seien alle ehrlich und würden die Belastungen alle anzeigen? Die Firmen werden ihre Bilanzen zu verschleiern wissen, so wie es auch die grossen Banken machen. Zu glauben, dass eine Schufa da etwas nützt, ist reichlich naiv. Aber  in Deutschland ist man sich ja Naivität in Regierungskreisen gewohnt. Beim Euro ist's ja dasselbe, einfach um ein paar 0en mehr. Aber lesen sie selbst:

aus: n-tv online: Ratgeber: Kurz vor der Pleite? Schufa gibt jetzt Firmenauskunft; 23.11.2010;
http://www.n-tv.de/ratgeber/Schufa-gibt-jetzt-Firmenauskunft-article1993386.html

<Ist der Bauträger seriös oder steht er kurz vor der Pleite? Kann der neue Arbeitgeber das zugesicherte Gehalt überhaupt zahlen? Solche Fragen lassen sich künftig ganz einfach beantworten: Die Schufa bietet jetzt nämlich auch Unternehmensauskünfte für Verbraucher an.

Verbraucher können künftig Auskünfte über die Finanzkraft von Unternehmen abfragen. Wer bei einem größeren Geschäft oder einem Auftrag an eine Firma Risiken befürchtet, kann eine sogenannte Unternehmensauskunft bei der Schufa anfordern. Auf diese Weise können etwa Bauherren überprüfen, ob ihre potenzielle Baufirma nicht kurz vor der Insolvenz steht. Nach Zahlen des Bauherren-Schutzbundes wird fast jeder fünfte Bauherr mit Firmeninsolvenzen konfrontiert, der Schaden beläuft sich auf 15.000 Euro im Schnitt. Interessant ist die Information auch für Kunden von Handwerkern, die Vorkasse verlangen. Und Arbeitnehmer können bei einem Stellenangebot prüfen, wie finanzstark der potentielle neue Arbeitgeber ist.

Die Unternehmensauskunft kommt allerdings nur in Frage, wenn es um größere Summen geht. Die Information ist nämlich nicht ganz billig: Zunächst müssen sich die Verbraucher auf der Internetseite meine-schufa.de anmelden, was einmalig 18,50 Euro kostet. Für die Auskunft selbst werden dann pro Firma 28,50 Euro berechnet. Vor dem Abruf muss man bestätigen, dass sie "ein berechtigtes Interesse" an den angefragten Daten besteht - etwa, weil man wirtschaftliche Risiken eingeht.

Ampelsystem für Bonität

Die Unternehmensauskunft enthält die grundlegenden Angaben zu den Firmen, etwa zu den Eigentümern, der Geschäftsführung, dem Gründungsdatum und Geschäftszahlen. Die Finanzkraft gibt die Schufa mit Hilfe einer Ampel an: Grün steht für ein niedriges Insolvenzrisiko, gelb weist auf Zahlungsschwierigkeiten hin, bei rot liegen laut Schufa "Informationen über eine Insolvenz" vor. Ein Text dazu stuft die Bewertung weiter ab, etwa in dem das grüne Ampellicht als "stark unterdurchschnittliches Risiko" von Zahlungsproblemen eingeordnet wird.

Die Schufa hat nach eigenen Angaben Daten zu allen 1,5 Millionen Firmen, die im deutschen Handelsregister eingetragen sind. Dort müssen sich alle etwas größeren Firmen registrieren. Die Datenbank umfasst laut Schufa aber auch Kleingewerbetreibende und Freiberufler. Ihre Daten erhält die Schufa von ihren Vertragspartnern, die auch Daten abfragen - etwa von Banken und Inkassofirmen. AFP>



Entschuldigung, so wie die Schufa "Auskunft" erteilt, ist das Wort "Terrorist" gerechtfertigt.

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