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Türken in Deutschland. Meldungen

Wenn eine muslimische Kultur ohne Aufklärung auf eine menschenrechtliche Kultur mit Aufklärung trifft, dann sind Probleme vorprogrammiert

von Michael Palomino

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22.8.2010: Probleme türkisch-religiöser Männer in Deutschland: Heiratsmigration, Scheidung, Sexprobleme, Liebe, Religion, Erziehung - nichts stimmt in Deutschland

Die religiösen Türken sind nicht fähig, die Menschenrechte zu lesen und sich die neuen Freiheiten der Menschenrechte zu "erobern", und somit leben sie total unglücklich in Deutschland und ändern ihr Leben nicht. Vielleicht gibt es die Menschenrechte auch auf Türkisch? Aber lesen Sie selbst, wie die religiösen Türken in Deutschland leiden und nicht vom Leiden loskommen:

aus: Spiegel online: Türkische Männer in Deutschland: Wenn Ali am Leben verzweifelt; 22.8.2010; http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,712351,00.html

Buchtip: Isabella Kroth: "Halbmondwahrheiten"

<Von Anna Reimann

"DDP

Neuköllner Psychologe Erdogan: Erste türkische Männergruppe

Türkische Männer sind Paschas und führen in Deutschland ein fürstliches Leben - so weit das Vorurteil. Doch in Wahrheit leiden sie oft genauso unter alten Rollenmustern wie ihre Frauen. Ein Buch porträtiert jetzt Väter und Ehemänner aus Berlin. Sie erzählen von Problemen mit Sex, Religion und Kindererziehung.

[Der Abschied aus der Türkei ist schon traumatisch und ein Tabu]

Ihr Leben begann oft mit einem traumatischen Abschied: Als sie noch klein waren, gingen ihre Eltern weg. Zogen ins ferne Deutschland, ließen die Söhne bei Verwandten. Oft wurden Ali, Mehmet und Ahmet erst Jahre später nachgeholt, kamen nach Berlin, Duisburg, Stuttgart.

Aber sie fühlten sich fremd in Deutschland, waren überfordert damit, hier ihr Leben aufzubauen, eine Arbeit zu finden, eine Familie zu versorgen. Die Geschichten vieler türkischer Männer in Deutschland sind geprägt von Heimweh, von fehlender Liebe und von Gewalt. Ehen zerbrachen, zu klein waren die Gemeinsamkeiten der Partner, zu groß der Druck ihrer Familien.

Bei dem Psychologen Kazim Erdogan aus Berlin-Neukölln treffen sich solche Männer einmal in der Woche, um zu reden: über ihre kaputten Ehen, über Sex, Liebe, Religion und Kindererziehung. Erdogan gründete vor vier Jahren die erste türkische Männergruppe Deutschlands.

Die Münchner Journalistin Isabella Kroth hat sich diese Männer nun genauer angesehen. In ihrem Buch "Halbmondwahrheiten" beschreibt sie das Schicksal türkischer Männer in Deutschland. Vielleicht seien diese genauso Opfer einer patriarchalen Gesellschaft wie die Frauen, gibt Kroth in ihrem Vorwort zu bedenken.

"Frauen sind enger in das familiäre Netzwerk eingebunden" - [die "Heiratsmigration" endet oft mit Scheidung und der "Importbräutigam" steht allein da]

Die Autorin untersucht auch eine Gruppe, von der in der öffentlichen Debatte bislang wenig die Rede war - Männer, die zum Heiraten aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind. "Die Probleme der Frauen, die per Heiratsmigration nach Deutschland kommen, sind seit Jahrzehnten bekannt. Die Schwierigkeiten der Männer jedoch, die als Importbräutigame nach Deutschland kommen, werden kaum erwähnt. Dabei fällt es diesen Männern in gewisser Hinsicht sogar schwerer als Frauen, sich in dem fremden Land zurechtzufinden. Denn während Frauen enger in das Netzwerk Familie eingebunden sind, müssen sich die Männer in ihrer Rolle als Ernährer der Familie behaupten", schreibt Kroth.

[Eltern schuften - aber die Kinder verlieren sie aus den Augen]

In zwölf Porträts schildert die Autorin das Leben der Männer aus Kazim Erdogans Selbsthilfegruppe. Da ist der 65-jährige Ali, der in einem Berliner Plattenbau wohnt und 1973 kurz vor dem Anwerbestopp türkischer Gastarbeiter mit einem der letzten Züge nach Deutschland kam, weil er hier auf bessere Ärzte für seinen kranken Sohn hoffte. Ali und seine Frau sparten Geld, er schuftete auf dem Bau, sie putzte, irgendwann konnten sie sich in Berlin eine geräumige Wohnung leisten. Für ihre Kinder hatten sie große Pläne - verloren dann aber jeden Zugang zu ihnen. Ein Sohn wurde heroinsüchtig.

[Türke in Deutschland auf gewachsen fühlt sich weder in Deutschland noch in der Türkei zu Hause]

Oder Kemal, 37, der bei seinen Großeltern in der Türkei aufwuchs, bis er als Siebenjähriger von seinen Eltern nach Deutschland geholt wurde. Der dann wieder in die Türkei ging, sich aber auch dort fremd fühlte. Dessen Ehe zerbrach und der dann mit einem seiner Söhne alleine nach Berlin zurückkehrte.

"Das Leiden der Männer ist ein anderes"

[Der Importbräutigam fühlt sich in Deutschland schwach, weil die Frau sich in D auskennt und Deutsch kann, der Mann nicht]

Da ist Ahmet, der "Importbräutigam", der mit einer entfernten Verwandten verheiratet wurde und so nach Deutschland kam. Von da an war "er plötzlich nicht mehr der starke Mann, zu dem er in seiner Heimat erzogen wurde, plötzlich war er in der Rolle des Unterlegenen, neben einer Frau, die sich in Deutschland auskannte und im Gegensatz zu ihm die Sprache beherrschte", so Kroth.

[Kriminelle türkische Frau fühlt sich so überlegen, dass sie gegen den Import-Mann intrigiert]

Und Kroth porträtiert Adem, dessen Frau sich von ihm trennte, als er ihre Großfamilie nicht mehr finanziell versorgen konnte und die ihm unterstellte, seine Töchter vergewaltigt zu haben. Das Gericht glaubte schließlich Adem, heute erzieht er die Kinder alleine. An den Psychologen Erdogan wandte er sich mit den Worten: "Ich habe Angst, dass ich meine Frau umbringe."

Kroth gelingt eine eindringliche Schilderung dieser Männerleben, in präziser Sprache beschreibt sie deren Schicksale. Sie wertet nicht, die Berichte sind nüchtern verfasst und durchwirkt von knappen Schilderungen der jeweiligen politischen Rahmenbedingungen, vor denen sich die persönlichen Schicksale abspielen.

So liefert Kroth einen neuen wichtigen Mosaikstein bei der Beschreibung der Lebenswirklichkeit deutscher Migranten. Ihr ist es gelungen, hinter die Kulissen zu schauen. Ihre Dokumentation ist gerade deshalb wichtig, weil sie türkische Männerwelten in aller Ausführlichkeit schildert, weil Männer offen über ihre Ängste und Schwächen sprechen.

Dabei ist es nicht Kroths Anliegen, Berichte über Migrantinnen, die kein selbstbestimmtes Leben leben dürfen, zu relativieren. Das Leiden der Männer sei eben ein anderes als das der Frauen.

In einem Punkt allerdings haben es türkische Männer wirklich besser als die Frauen: "Sie haben die Möglichkeit, aus der Enge ihres Familienlebens auszubrechen", schreibt Kroth. "Sie können sich Freiheiten nehmen, die viele Frauen nicht haben.">

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Deutschland: Muslime in NRW 16.1.2011: Kopftuch macht dumm - es ist bewiesen

aus: Welt online: Integration: Fast ein Drittel der Muslime in NRW lebt vom Staat; 16.1.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article12187137/Fast-ein-Drittel-der-Muslime-in-NRW-lebt-vom-Staat.html

<Einer Studie zufolge sind 28 Prozent der muslimischen Haushalte in Nordrhein-Westfalen von Transferleistungen abhängig.

Ein Ergebnis der Muslime-Studie in NRW: Gläubige Frauen, die Kopftuch tragen, leben vergleichsweise abgeschotteter, verfügen über schlechtere Sprachkenntnisse und sind seltener erwerbstätig als Musliminnen ohne Kopftuch.

[1,3-1,5 Mio. Muslime in NRW (7-8%)]

In Nordrhein-Westfalen leben deutlich mehr zugewanderte Muslime als bisher angenommen. Aus der Studie „Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen“, die das Arbeits- und Integrationsministerium in NRW nun dem Landtag zugestellt hat und die „Welt Online“ vorliegt, geht hervor, dass sich zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Islamgläubige im bevölkerungsreichsten Bundesland aufhalten. Das macht rund sieben bis acht Prozent der Einwohner aus. Bisher war die Landesregierung von rund einer Million Muslimen an Rhein, Ruhr und Weser ausgegangen.

Den größten Anteil mit 65 Prozent stellen türkischstämmige Migranten. Mit der rund 200-seitigen Studie kann sich NRW nach Angaben des Ministeriums als bisher einziges Bundesland auf eine solche Sonderauswertung über muslimisches Leben stützen. Die Erhebung wurde mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erarbeitet und schließt an die 2009 vorgestellte bundesweite Studie über „Muslimisches Leben in Deutschland“ der Deutschen Islamkonferenz an.

[Muslime in NRW wollen kaum muslimisch-diktatorische Verbände]

In der auf NRW bezogenen Studie wird deutlich, dass sich nur eine Minderheit von den islamischen Verbänden repräsentiert sieht. Gerade einmal 23 Prozent fühlen sich etwa von der Ditib vertreten. Der Koordinationsrat der Muslime als Dachverband erhält einen marginalen Zuspruch von 2,6 Prozent.

[Dumme Muslime-Einwanderer - und gescheite Muslime-Kinder in deutschen Gesamtschulen]

In der Befragung wird deutlich, dass Muslime generell ein „signifikant niedrigeres Bildungsniveau als die Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften aufweisen“. Vor allem türkischstämmige Muslime fallen mit deutlich schlechteren Bildungsabschlüssen auf als Muslime aus dem Iran oder Südostasien. Migrationsexperten führen dies darauf zurück, dass in der zweiten Gruppe schon im eigenen Land höhere Schulabschlüsse erlangt wurden und in der ersten Gruppe noch die Folgen der "Gastarbeiterprogramme" deutlich werden, als einfache Arbeitskräfte ins Land gelockt wurden. 28,1 Prozent der muslimischen Haushalte leben von Transferleistungen. Das Armutsrisiko in Migrantenfamilien ist deutlich höher als bei deutschen Familien.

Bemerkenswert ist auch, dass in NRW Muslime bessere Bildungserfolge vorweisen als im Bundesdurchschnitt. 40 Prozent von ihnen erlangen in NRW eine Fachhochschulreife oder Abitur, auf ganz Deutschland bezogen gilt dies für 28,5 Prozent der Muslime. Das NRW-Integrationsministerium führt dies nach Informationen der „Welt am Sonntag“ auf die landesweite Schulstruktur mit ihren vielen Gesamtschulen zurück. Dadurch gelinge es „offensichtlich, mehr dieser jungen Menschen zu einem qualifizierten Schulabschluss zu führen, als das in anderen Bundesländern der Fall ist“.

Es lasse sich „generell ein deutlicher Bildungsaufstieg im Generationenablauf beobachten“, ist der Studie zu entnehmen. Eine Kurzfassung der Studie bringt es noch prägnanter auf den Punkt: „Zuwanderinnen, die die Schule in Deutschland absolviert haben, weisen insgesamt ein höheres Bildungsniveau auf als ihre Muttergeneration und haben gegenüber den männlichen Zuwanderern aufgeholt.“

[Je gescheiter das Muslime-Kind, desto besser ist es integriert]

Es wird auch ein Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und sozialer Integration deutlich. „Je höher der Schulabschluss, desto häufiger treten freundschaftliche Kontakte zu Personen deutscher Herkunft auf“, heißt es in der Erhebung. So geben laut Studie weniger als ein Prozent an, dass sie allein wegen ihres Glaubens auf gemischten Sportunterricht oder Klassenfahrten verzichten. „Insgesamt zeigt sich, dass die Verweigerung von Unterrichtsangeboten kein ,Massenphänomen‘ ist“.

Aus der Studie geht etwa hervor, dass unter Muslimen 31,7 Prozent eine stärkere Verbundenheit zu Deutschland empfinden, während es bei Nichtmuslimen 51,8 Prozent sind.

[Integrationskurse machen nur 16% - und 53% fallen beim Integrationstest durch]

Zudem nehmen nur 16 Prozent der Muslime an Integrationskursen teil, und von deren Teilnehmern haben lediglich 47 Prozent bestanden.

[Kopftuch macht dumm - es ist bewiesen]

Weiterhin zeigt sich, dass besonders gläubige Frauen, die Kopftuch tragen, vergleichsweise abgeschotteter leben, über schlechtere Sprachkenntnisse verfügen und seltener erwerbstätig sind als Musliminnen ohne Kopftuch. Es sei festzustellen, dass Musliminnen, die ein Kopftuch tragen, besonders schlechte Ausgangsvoraussetzungen aufweisen, vermerkt die Studie.

Die Studie soll als Argumentationshilfe für das Integrationsgesetz der rot-grünen Landesregierung dienen, das am 1. Januar 2012 in Kraft treten soll. Ein Schwerpunkt wird die stärkere Einbeziehung von Migranten in der öffentlichen Verwaltung sein.>

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29.3.2011: Türken in Deutschland: Sie sollten nur 2 Jahre bleiben

aus: Welt online: Niedersachsen: CDU dankt Türken dafür, dass sie geblieben sind; 29.3.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13004666/CDU-dankt-Tuerken-dafuer-dass-sie-geblieben-sind.html

<Autor: Ulrich Exner

Maximal zwei Jahre sollten die ersten Türken in Deutschland bleiben. Das war 1961. 50 Jahre später feiert Schwarz-Gelb in Niedersachsen gelebtes Multikulti.

Das Thema ist ja ein bisschen untergegangen in den vergangenen Tagen und Wochen. Dabei hätte es – sagen wir mal im Herbst 2010 – gut getaugt als Wahlkampfhit. Für Stefan Mappus zum Beispiel. Damals, ein paar Wochen nach Sarrazin, hatte Angela Merkel Multikulti gerade für „gescheitert, absolut gescheitert“ erklärt. Und weil sie das so laut und energisch vortrug, hörten viele darin auch: Integration ist gescheitert Die Emotionen kochten ja gerade, und die latente Furcht, in absehbarer Zeit als ein Volk von Gemüsehändlern und Kopftuchträgerinnen zu enden, war deutlich größer als die vor dem Atomtod.

Damals wären diese beiden Sätze des CDU-Politikers und Ministerpräsidenten David McAllister also womöglich noch Zündstoff gewesen: „Danke, dass Sie gekommen sind, sich mit Ihrem Fleiß und Ihrer Kraft für unser Land eingesetzt haben, und danke, dass Sie geblieben sind.“ Worte, die den kleinen, aber feinen, nach kurzer Schrecksekunde auch heftig beklatschten Höhepunkt einer Feierstunde bildeten, zu der die niedersächsische Landesregierung anlässlich des 50. Jahrestags des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens geladen hatte.

Eine Veranstaltung einer schwarz-gelben, nicht rot-grünen Koalition also, über die man getrost die Überschrift „Multikulti lebt, Integration kann gelingen“ hätte schreiben dürfen. Und die schon weit vor dem südwestdeutschen Wahldebakel für die beiden einladenden Parteien geplant war, so viel zur Ehrenrettung der Beteiligten.

Versammelt in der Auslieferungshalle des hannoverschen VW-Werks haben sich neben dem Ministerpräsidenten und seiner türkischstämmigen Vorzeigeministerin Aygül Özkan rund 500 Gäste, die meisten von ihnen ihrerseits Paradebeispiele für gelungene Integration. Ärztinnen, Rechtsanwälte, Unternehmer, Polizisten, VW-Mitarbeiter natürlich, Journalisten.

Dabei ist auch Mousse T., ein äußerst erfolgreicher türkischstämmiger DJ und Musikproduzent aus Hannover, wie die anderen längst angekommen in seiner zweiten, oder auch ersten Heimat: Deutschland. Menschen, die sich, wie es der Geschäftsführer des Baumaschinenherstellers Komatsu-Hanomag, Göksel Güner, formulierte, „nicht als Ausnahme empfinden, sondern als einer von vielen“. Und die McAllisters Maßgabe, nach der Integration gelingt, wenn man sowohl respekt- als auch humorvoll miteinander umgeht, gut verinnerlicht haben.

Zum Beispiel Yusuf-Ziya Güzel, der mittlerweile ein EDV-Unternehmen in Hildesheim betreibt. Er hat inzwischen gelernt, über Sarrazins „Gemüseläden“ ebenso zu lachen wie über jene Personalabteilungen großer Unternehmen, die Bewerbungen von Yusuf-Ziya Güzel direkt an den Absender zurücksandten, während sein alter Ego André Güzel, der die exakt identischen Papiere eingesandt hatte, sofort einen Vorstellungstermin erhielt. Güzel, der viel Wert legt auf deutsche Tugenden in seinem Unternehmen, sagt dann auch in Anspielung auf Merkels Absage: „Multikulti ist nicht totzukriegen, Multikulti ist Standard.“ Tja, das ist nun Auslegungssache.

Denn, dass sprachlos nebeneinander herlebende Parallelgesellschaften nicht im Sinne der Integration sein können, auch das ist so ziemlich jedem hier in der etwas schmucklosen Nutzfahrzeughalle klar. „Wir wünschen uns, dass die Türken in Deutschland einen noch höheren Bildungsstand erreichen“, sagt Ali Ahmet Acet, der türkische Botschafter in Deutschland. Er betont auch, dass es darauf ankomme, beide Sprachen gleichermaßen gut zu beherrschen. Was ja auch schon eine ziemlich eklatante Meinungsabweichung ist für einen Botschafter.

Ali Ahmet Acet ist eigens aus Berlin angereist zu dieser leicht vorgezogenen niedersächsischen Feierstunde. Der eigentliche Jahrestag des Anwerbeabkommens liegt ja erst im Oktober. Dann wollen Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan jenen Vertrag feiern, der den Zuzug sogenannter Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland regelte. Höchstens zwei Jahre sollten die hier arbeiten. Und dann aber ab, zurück in die Heimat.

Im Gegenzug sollten frische Arbeitskräfte nachkommen. Ein „Rotationsprinzip“, das genauso wenig praktikabel war wie später eine vergleichbare Regelung zur Verweildauer grüner Abgeordneter in den deutschen Parlamenten. Schließlich waren doch auch Menschen nach Deutschland gekommen, nicht ausschließlich Arbeitskräfte, wie Max Frisch 1965 in seinem Text „Überfremdung“ feststellte.

Dennoch waren es auch die Arbeitgeber hierzulande, die das Rotationsprinzip unterliefen, weil sie nicht einsehen wollten, dass sie Leute, die sich richtig eingearbeitet hatten, so schnell wieder abgeben sollten. 1973, als infolge der ersten Ölkrise ein Anwerbestopp verhängt wurde, waren rund 900.000 türkische Arbeitskräfte nach Deutschland gekommen, 70?000 davon nach Niedersachsen. Inzwischen ist die türkische Community um ein Vielfaches gewachsen.

Bei diesen Menschen also bedankt sich David McAllister an diesem Abend, fügt hinzu, dass „wir mehr Özils brauchen; nicht nur im Fußball“, und beweist so, dass die Union nicht nur in der Energiepolitik auf einem Weg ist, der neue Bündnisse, neue Handlungsoptionen offenlegt. Einen Weg, den Niedersachsens Ministerpräsident sehr gerade gehen kann, ohne sich gleichzeitig verbiegen oder gar schämen zu müssen für Aussagen aus früheren Zeiten.>

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Ehrenmorde in Deutschland: Neue Statistiken über den Zeitraum von 1996-2005: Die Türken sind zu 2/3 die Ehrenmörder

aus: Spiegel online: Bilderstrecke;
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-71180.html


Täter
                        bei Ehrenmord in Deutschland 1996-2005 gemäss
                        Geburtsland und Nationalität
Täter bei Ehrenmord in Deutschland 1996-2005 gemäss Geburtsland und Nationalität

[Über zwei Drittel der Mörder bei Ehrenmord in Deutschland sind Türken - auch wenn sie in Deutschland geboren sind!]
Von 122 Tätern wurde der weitaus größte Teil, 76 nämlich, in der Türkei geboren. Erst deutlich dahinter folgen die arabischen Länder und die Staaten des ehemaligen Jugoslawien. Weniger als zehn Prozent der ermittelten Täter wurden in Deutschland geboren, noch weniger (7,6 Prozent) besitzen einen deutschen Pass.

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25.8.2011: Frau Integrationsministerin Öney sagt klar und deutlich: "Türken gucken fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen" - "viele Migranten leiden an Selbstüberschätzung"

aus: Welt online: Ministerin in Baden-Württemberg: "Die Aussagen Öneys sind eine Fortsetzung Sarrazins"; 25.8.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13565574/Die-Aussagen-Oeneys-sind-eine-Fortsetzung-Sarrazins.html

<Autor: Freia Peters

Bilkay Öney, Integrationsministerin in Baden-Württemberg

"Türken gucken fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen", hatte Integrationsministerin Bilkay Öney behauptet. Selbst Anhänger von Grün-Rot fordern eine Klarstellung.

Eigentlich hat die Integration in Baden-Württemberg immer gut funktioniert. Die Migranten haben im bundesweiten Vergleich mit die besten Schulabschlüsse, unter ihnen gibt es weit weniger Arbeitslose als in Berlin oder Nordrhein-Westfalen. Zynische Zungen behaupten nun, dass es erst Probleme gibt, seitdem das Land ein eigenes Integrationsministerium hat.

Im Mai wurde Bilkay Öney (SPD) Integrationsministerin im Landeskabinett. Seither wird über die 41-jährige ehemalige Fernsehmoderatorin viel gesprochen, das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass nun selbst Koalitionspartner die Aussagen der Ministerin als untragbar bezeichnen und eine Klarstellung fordern. Dies jedoch stößt bislang auf taube Ohren der Berlinerin.

Öney: Viele Migranten litten an Selbstüberschätzung

"Die Türken gucken fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen", behauptete sie im Gespräch mit der "Welt am Sonntag", ohne dies zu belegen. Viele Migranten litten an Selbstüberschätzung, urteilte sie zudem.

Dazu passt jene frühere Aussage bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter: "Je mehr Türken wir im Land haben, desto mehr Unruhe haben wir." Die Visumpflicht für Türken möchte sie daher erhalten. Als Vertreterin einer grün-roten Regierung sind diese Aussagen, nun ja, ungewöhnlich. Die Empörung mehrt sich.

"Diese Aussagen sind sehr pauschalisierend – das hat mich gewundert", sagt Serkan Tören, integrationspolitischer Sprecher der FDP. "Es kommt wenig Inhaltliches von Frau Öney. Auch wenn man gerade erst angefangen hat, könnte man ja von seinen Visionen erzählen."

Einige ihrer Vorstöße widersprächen sich zudem. "Einerseits sperrt sie sich gegen ein kommunales Wahlrecht für Nicht-EU-Ausländer. Andererseits will sie die doppelte Staatsbürgerschaft einführen." Tören erkennt da kein Konzept.

Öneys Start hatte bereits viel Kritik hervorgerufen

Bereits der Start Öneys in Stuttgart hatte viel Kritik hervorgerufen. 45,5 Stellen hatte die Ministerin neu geschaffen. Im laufenden Jahr bedeutet das allein Personalausgaben von 1,8 Millionen Euro. Experten aus anderen Ministerien wurden nicht eingebunden.

Integration solle ab sofort besser koordiniert werden, begründete Öney und: "Wir haben den Stellenwert der Integration verdeutlicht." Doch dass ihr diese sehr am Herzen liegt, lässt sich bislang nicht erkennen. "Ich bin nicht die Beschützerin der armen kleinen Migranten", erklärte sie jüngst im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Eine Klarstellung sei nun erforderlich, fordert Tören. "Sonst sind die Aussagen Frau Öneys nur eine Fortsetzung der Pauschalisierung Thilo Sarrazins. Wenn sie sagt ,Die Türken gucken fünfmal mehr Fernsehen als die Deutschen‘, schwingt da zwischen den Zeilen mit: Die Türken sind dumm, die interessieren sich nicht für Kultur, fürs Lesen, die Eltern erziehen ihre Kinder nicht richtig, sondern hängen nur vor dem Fernseher."

Auf Studie von Christian Pfeiffer bezogen

Aus dem Stuttgarter Ministerium heißt es, Öney habe sich auf die Studie "Die Pisa-Verlierer – Opfer ihres Medienkonsums" von 2007 bezogen. Autor ist Christian Pfeiffer vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen.

Darin heißt es: "Aufgrund der großen Zahl der Befragten konnten wir überprüfen, welche Zeitdifferenz sich ergibt, wenn wir die verschiedenen Merkmale miteinander verbinden und so Extremgruppen bilden. Danach bringt es ein zehnjähriger Junge aus einer bildungsfernen Familie mit Migrationshintergrund, der in einer norddeutschen Stadt aufwächst, pro Schultag auf vier Stunden und fünf Minuten Medienkonsum, am Wochenende sogar auf fünf Stunden 40 Minuten.

Ein deutsches Mädchen aus Süddeutschland, von dem mindestens ein Elternteil Abitur hat, erreicht dagegen an Schultagen nur einen Medienkonsum von 43 Minuten, am Wochenende von 54 Minuten." Öney hatte diese Aussagen auf die ganze Nation gemünzt.

Für die Ministerin sei Fernsehen auch als integrationspolitisches Medium wichtig, ebenso die Frage, welchen Beitrag ein qualitativ hochwertiges Programm bei der Integration von Kindern und Jugendlichen leisten könne, heißt es nun aus dem Ministerium.

Verteidigung der Parteigenossin durch Vize-Chef Schmid

Vizeregierungschef und Finanzminister Nils Schmid blieb nichts anderes übrig, als die Parteigenossin zu verteidigen. Er sehe bei Öney eine große inhaltliche Kompetenz, sagte er. Doch der grün-roten Regierung, die betonte, Integration solle einen extragroßen Stellenwert bekommen, können Öneys Aussagen kaum passen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann etwa will kein Kopftuchverbot muslimischer Lehrerinnen. "Nö", antwortete Öney indes auf die Frage, ob sie das Verbot abschaffen wolle.

Memet Kilic, Vorstand des Bundeszuwanderungsrates und integrationspolitischer Sprecher der Grünen, ist schockiert: "Die Aussagen von Frau Öney betreffen uns Grüne viel mehr als die SPD, denn wir stellen in Baden-Württemberg die Regierung." Ob es vom Grünen-Regierungschef die Forderung für eine Klarstellung gegeben habe? "Ich habe dergleichen nicht zur Kenntnis genommen", sagt Kilic.

"Jeder kann einen Fehler machen, aber man muss ihn benennen"

"Ich fordere Frau Öney auf, ihre wissenschaftlichen Behauptungen zu belegen. Jeder kann einen Fehler machen, aber man muss ihn als Fehler benennen." Kilic betreibt seit 17 Jahren Integrationspolitik. "Dieses Muster kenne ich. Wenn jemand inhaltlich dünn ist, neigt er zu populistischen Aussagen, um zu zeigen, ich bin etwas Besonderes."

Ihre Ausdrucksweise und Wortwahl dienten nicht gerade als Vorbild, beschwerte sich auch die Türkische Gemeinde in Deutschland. Frau Öney müsse sich fragen, wofür sie Ministerin geworden sei. Kilic findet das verständlich, schließlich solle Öney als Anwältin der Migranten auftreten: "Wenn sie deren Gunst aber verspielt, kann sie nur als Anwältin für sich selbst werben.">


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17.9.2011: Gül verlangt mehr Deutsch von Türken in Deutschland

aus: Welt online: Staatspräsident Gül: Türken in Deutschland sollen besser Deutsch lernen; 17.9.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13610637/Tuerken-in-Deutschland-sollen-besser-Deutsch-lernen.html

<Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül rügt die deutsche Einwanderungspolitik als rechtswidrig. Gleichzeitig fordert er seine Landsleute auf, besser Deutsch zu lernen.

Kurz vor seinem Deutschlandbesuch hat der türkische Staatspräsident Abdullah Gül die Ausländerpolitik der Bundesrepublik als rechtswidrig gerügt. Das mehrfach verschärfte Einwanderungsrecht widerspreche den Menschenrechten, sagte Gül dem ZDF. Es stehe nicht im Einklang mit dem Gedanken einer fortschrittlichen Demokratie. Nach der Reform von 2007 hängt der Ehegatten-Nachzug davon ab, ob der Partner einen Deutschtest in der Türkei besteht.

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül: Er reist am Sonntag zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Deutschland

Gül reist am Sonntag zu einem viertägigen Staatsbesuch nach Deutschland. Hierzulande leben rund 2,5 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln. Knapp ein Drittel hat einen deutschen Pass.

"Sie sollten die Sprache akzentfrei beherrschen"

Gleichzeitig forderte Gül seine Landsleute in Deutschland auf, besser Deutsch zu lernen: „Sie sollten die Sprache akzentfrei beherrschen.“ Der Sorge, dass sich die Türkei vom Westen entfernt, widersprach der Präsident. Ziel bleibe die EU-Vollmitgliedschaft.

Bundespräsident Christian Wulff dankte den Türken in Deutschland für ihren Beitrag zum deutschen Wohlstand. „Einwanderer aus der Türkei haben Deutschland vielfältiger, offener und der Welt zugewandter gemacht“, sagte Wulff der „Süddeutschen Zeitung“. Er sehe in einem weiteren Ausbau der deutsch-türkischen Beziehungen „ein großes Potenzial“ für beide Länder.

Wulff würdigte auch die Rolle der Türkei als Vorbild für die Umbruchstaaten in der arabischen Welt. Die Türkei sei „ein Beispiel dafür, dass Islam und Demokratie, Islam und Rechtsstaat, Islam und Pluralismus kein Widerspruch sein müssen“. Dies sei von „überragender Bedeutung für den Frieden in der Welt“.

Ehefrau Hayrünnisa reist mit

Wulff will während des dreitägigen Staatsbesuchs seinem Gast auch seine Geburtsstadt Osnabrück zeigen. Gül wird von seiner Ehefrau Hayrünnisa begleitet.

Wulff begrüßt seinen Amtskollegen am Montag mit militärischen Ehren und einem Gespräch im Berliner Schloss Bellevue. Am Abend findet dort nach einem gemeinsamen Besuch des deutsch-türkischen Wirtschaftsforums ein Staatsbankett zu Ehren des Gastes statt.

Am selben Tag will Hayrünnisa Gül mit Präsidentengattin Bettina Wulff und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) das Berliner Kinder- und Familienzentrum INA besuchen. Anlass ist der Start eines Förderprogramms für frühkindliche Bildung. Allein in Berlin leben mehr als 185.000 Menschen türkischer Herkunft, von denen 80.000 einen deutschen Pass besitzen. Es ist die größte türkische Gemeinschaft außerhalb des Mutterlandes Türkei.

dapd/mcz>

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8.10.2011: Psyche Selbstmord: Viele Selbstmorde von Türkinnen im Ausland wegen der vielen Verbote

aus: Welt online: Hohe Selbstmordrate bei Türkinnen: Marionette der Familie oder Verlierer der Migration; 8.10.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13648502/Marionette-der-Familie-oder-Verlierer-der-Migration.html

<Autor: Mechthild Henneke

Verbote lassen junge Türkinnen häufig am Leben verzweifeln. Eine Studie untersucht Beweggründe für Selbstmorde bei Migrantinnen.

Suizid unter jungen Türkinnen: Im Raum Würzburg liegt die Selbstmordrate fünfmal höher als bei Deutschen

Sie war erst 19 Jahre alt, als sie versuchte, sich das Leben zu nehmen. Die junge Türkin sollte mit einem Cousin verheiratet werden, doch sie liebte einen Anderen. Der war ebenfalls aus der Türkei, doch von den Eltern nicht akzeptiert.

Als das Mädchen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, bekam ihre Mutter einen Schreck. „Sie war entsetzt, und die Familie löste die Verlobung mit dem Cousin auf“, sagt Meryam Schouler-Ocak. Die Psychiaterin ist seit Ende 2008 Studienleiterin eines Projekts an der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig Krankenhaus in Berlin. Es untersucht Selbstmordraten und Selbstmordprävention bei Berliner Frauen mit türkischem Migrationshintergrund.

Beweggründe der Frauen

„Die Rate liegt laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation im Raum Würzburg bei Türkinnen fünfmal höher als bei Deutschen“, sagt Schouler-Ocak. Die vom Bundesforschungsministerium geförderten Berliner Studie soll jetzt mehr Details liefern.

Sie läuft über drei Jahre und enthält neben einer Datenerhebung aus Notfallaufnahmen auch eine Befragung. Von Interesse sind besonders die Beweggründe der Frauen. Am Montag wird Schouler-Ocak erste Ergebnisse bei der „Woche der seelischen Gesundheit“ in Berlin präsentieren.

"Halten Verbote zu Hause nicht aus"

Über 35 Städte und Regionen beteiligen sich bundesweit an der Woche, die über Prävention und Therapie psychischer Erkrankungen informiert und auf die Belange psychisch Erkrankter aufmerksam machen soll.

In Berlin stehen Migranten im Mittelpunkt. Schouler-Ocak, die die Woche als Leiterin des Berliner Bündnisses gegen Depression seit fünf Jahren mit organisiert, hob das Thema mit auf die Agenda. „Mehr Aufklärung ist notwendig, mehr Prävention“, sagt sie. Noch liegen keine abschließenden Daten aus der Studie vor, doch lasse sich einiges über die Motivlage der Frauen sagen.

„Junge Frauen zwischen 18 und 34 Jahren denken häufig an Suizid, weil sie die Verbote zu Hause nicht aushalten“, berichtet Schouler-Ocak. Die Mädchen dürften keinen Freund haben, sie dürften Kleidung oder Hobbys nicht frei wählen und fühlten sich als „Marionette der Familie“.

"Sie fühlen sich als Verlierer der Migration"

Bei Frauen zwischen 35 und 54 Jahren sei die Untreue des Partners ein wichtiger Grund. „Die Männer dürfen vor der Hochzeit alles und schränken sich auch danach wohl nicht ein“, berichtet sie, was sie in Fokusgruppen erfuhr. Dort äußerten sich Migrantinnen und Experten zum Thema.

„Einsamkeit und Armut sind die häufigsten Motive älterer Türkinnen. Sie fühlen sich als Verlierer der Migration“, sagt die Psychiaterin. Die Frauen seien vom Leben enttäuscht, denn sie seien „woanders angekommen, als sie geplant hatten“.

"Beende Dein Schweigen – nicht Dein Leben"

Teil der Studie war die Kampagne „Beende Dein Schweigen – nicht Dein Leben“, zu der eine Telefon-Hotline gehörte. Hier suchten zahlreiche Frauen Hilfe. „Spannend war, dass 15 Prozent der Anrufer Männer waren“, sagt Schouler-Ocak. Sie seien Freunde oder Verwandte von Frauen gewesen. Auch einige Mitarbeiter von Beratungsstellen oder Therapeuten hätten sich erkundigt, wie Migrantinnen geholfen werden könnte.

„Es herrschte bei einigen Hilflosigkeit, denn die Welt der Migrantinnen erscheint vielen immer noch fremd“, sagt Schouler-Ocak. Dabei seien es nicht Sprachunterschiede, die eine Rolle spielten. Einige Migrantinnen hätten selbst lieber deutsch gesprochen, weil es für sie einfacher war. „Es sind die kulturgebundenen Dinge, die wichtiger sind“, berichtet sie.

Ansätze deutscher Psychologen greifen oft nicht

Ein deutscher Psychologe würde einem türkischen Teenager vielleicht raten, sich gegenüber den Eltern durchzusetzen, wenn sie zu viele Verbote aussprächen. „Das sind gut gemeinte Ansätze, aber sie greifen nicht, wo es erforderlich wäre.“

Um den Frauen zu helfen, müssten die Türkinnen laut Schouler-Ocak besser über Hilfsmöglichkeiten informiert werden. Ein anderer Ansatz sei es, auch deutschen Helfern mehr Wissen in interkulturellen Fragen zu vermitteln. „Nicht jede Türkin will zu einem türkischen Therapeuten, weil die Schamgrenze da noch höher ist“, sagt sie.

AFP>

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18.10.2011: Der Türke reklamiert, "die Deutschen" seien immer gegen ihn gewesen

aus: Spiegel online: Integration: Hässliche Heimat; 18.10.2011;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,792399,00.html

<Von Maximilian Popp

Autor Daimagüler: "Moralische Bankrotterklärung"

Der deutsch-türkische Anwalt Mehmet Daimagüler galt lange als Vorzeigezuwanderer. Nun rechnet der frühere FDP-Mann mit Staat und Gesellschaft ab.

Mehmet Daimagüler, 43, tritt auf den Balkon seiner Anwaltskanzlei in Berlin-Charlottenburg. "Wäre es nach den Lehrern und Beamten gegangen, wäre ich nicht hier oben." Er blickt auf die Straße hinab. "Ich würde Döner verkaufen oder säße vielleicht im Gefängnis."

Daimagüler, Sohn türkischer Gastarbeiter, hat es von der Hauptschule bis nach Harvard geschafft, er war Berater bei Boston Consulting und Mitglied des Bundesvorstands der FDP. Doch er sagt: "Meine Geschichte ist keine Erfolgsgeschichte."

Nun hat er sie aufgeschrieben. Es ist die Biografie eines der erfolgreichsten Zuwanderer des Landes - und eine Abrechnung mit der deutschen Integrationspolitik. "Der Staat hat Einwanderung gefördert, aber Integration jahrzehntelang verhindert", sagt Daimagüler, "unser System ist eine moralische Bankrotterklärung."

Ende Oktober jährt sich das deutsch-türkische Anwerbeabkommen zum 50. Mal. Die Türken haben die deutsche Wirtschaft gestärkt, sie stellen Dutzende Millionäre, Künstler, Politiker. Und doch sind viele in der neuen Heimat noch immer nicht angekommen. Die Kinder und Enkel der Gastarbeiter sind oft schlechter integriert als ihre Eltern.

Nicht der übliche Klagebericht

Daimagüler tritt in diesen Tagen in Schulen auf und in Messehallen. In seinem Buch schreibt er über die Brüche in seinem Leben, über Gewalt in der Familie, Rassismus im Alltag.

Es ist nicht der übliche Klagebericht überforderter Sozialarbeiter oder die Analyse besorgter Soziologen. Hier teilt ein erfolgreicher Zuwanderer gegen Staat und Gesellschaft aus. Denn eine Erfahrung verbindet den Anwalt mit Millionen Migranten, mit Unternehmern, Regisseuren, den Gemüsehändlern in Neukölln. Er fühlt sich in Deutschland als Außenseiter.

Seine Eltern kamen in den sechziger Jahren aus Istanbul nach Westfalen. Der Vater verdiente Geld als Stahlarbeiter bei Krupp. Für die Familie stand fest: Irgendwann würden sie in die Türkei zurückkehren. Ihr Leben in Deutschland empfanden sie nicht als ihr wirkliches Leben. Es war ein Provisorium. Daimagüler erinnert sich, dass seine Eltern auf Bitten, etwa nach einem Fahrrad, stets dieselbe Antwort gaben: "Türkiye'ye temelli gidince" ("Wenn wir für immer zurück in die Türkei gehen"). Die ersten Gastarbeiter bereiteten ihre Kinder und Enkel nicht auf eine Zukunft in Deutschland vor.

Die Politik hat dieses Versäumnis nicht ausgeglichen. Sie nahm an, dass die Menschen, die man ins Land geholt hatte, es auch irgendwann wieder verlassen würden. "Wir hatten keine Vorbilder, niemanden, den wir hätten um Rat fragen können", sagt Daimagüler.

In der Schule schikanierten ihn Mitschüler, Lehrer demütigten ihn. Nach der Grundschule stand fest, dass er nicht aufs Gymnasium wechseln würde - trotz guter Noten. Daimagüler verachtete seinen Vater: für die Demut gegenüber den Behörden, das schlechte Deutsch. Der Halbbruder wurde kriminell, mit 14 stand er das erste Mal vor Gericht. Mit Anfang 20 wurde er ausgewiesen.

Daimagüler litt unter Depressionen, die er mit Alkohol betäubte. Selbsthass quälte ihn auch dann noch, als er nach Haupt-, dann Realschulabschluss und schließlich doch Abitur in Bonn Jura studierte. Daimagüler sagt, er habe seine Kommilitonen stets um ihre Gelassenheit beneidet.

"Du musst besser als die Deutschen sein"

Er selbst konnte seine Aggressionen nur schwer kontrollieren. "Mit etwas weniger Glück wäre es mir ergangen wie meinem Halbbruder." Sein Ehrgeiz habe ihn gerettet. "Wenn du es als Türke in Deutschland schaffen willst, musst du besser als die Deutschen sein", mahnte die Mutter später.

Viele Einwanderer resignieren. Fast ein Drittel der Männer ausländischer Herkunft zwischen 25 und 35 besitzt keinen Berufsabschluss. Dabei ist Deutschland zunehmend auf sie angewiesen. In wenigen Jahren wird ihr Anteil bei den unter 40-Jährigen in vielen westdeutschen Großstädten bei 50 Prozent liegen.

Daimagüler fordert eine Bildungsoffensive ähnlich wie in den siebziger Jahren, als Hunderttausende Arbeiterkinder an die Universitäten strömten. Die Erziehung müsse schon im Kindergarten mit Sprachkursen beginnen. Und sich in der Schule fortsetzen. Klassen, in denen ausschließlich Kinder ausländischer Herkunft unterrichtet würden, schadeten der Integration.

Die Selbstverständlichkeit, mit der bis heute von "wir" und "ihr" gesprochen werde, entsetze ihn, sagt Daimagüler. Migranten dürften bei der Jobsuche nicht länger benachteiligt werden. Im Gegenzug müssten sie sich stärker in die Gesellschaft einbringen.

Moderne Integrationspolitik, glaubt er, sei für Deutschland überlebensnotwendig. Nach Voraussagen des Forschungsinstituts Prognos werden der Bundesrepublik im Jahr 2015 fast drei Millionen Arbeitskräfte fehlen. Ohne die Kinder und Enkel der Gastarbeiter wird es nicht gehen.>

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Spiegel online, Logo

30.10.2011: Deutsch+türkisch=deukisch

aus: Spiegel online: Deutsch, türkisch, deukisch: Drei Generationen in der Autofabrik; 30.10.2011;
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,794725,00.html

<Jahrzehntelang schaffte Süleymann Cözmez am Fließband der Ford-Werke. Auch sein Sohn Mustafa arbeitet in der Kölner Fabrik, Enkel Ahmet macht dort eine Lehre. Ein Leben in der Türkei kann sich der 16-Jährige nicht vorstellen. Für den Großvater dagegen ist klar: "Ich bleibe Türke."

Angst und Zweifel hatte er, aber die Hoffnung auf Geld und Wohlstand war stärker. Und so packte Süleyman Cözmez eines Tages seinen Koffer und stieg in einen Sonderzug von Istanbul nach Köln. Denn wie viele andere Unternehmen suchte dort der Autobauer Ford in den sechziger und siebziger Jahren dringend Mitarbeiter - und fand sie in der Türkei.

Hunderttausende türkische Gastarbeiter kamen damals nach Deutschland, wollten wie Cözmez meist nur ein paar Jahre bleiben. Heute, als Rentner, lebt er immer noch in Köln. Und seine Familie arbeitet inzwischen in dritter Generation bei Ford.

Ursprünglich war Cözmez 1970 ganz allein nach Deutschland gekommen, Frau und Kinder blieben in der Türkei. Bei ihrer Ankunft am Bahnhof seien die Arbeiter herzlich empfangen und von einer Musikkapelle begrüßt worden, erzählt er. Cözmez, damals 27, arbeitete am Fließband und teilte sich zunächst mit vier türkischen Kollegen ein Zimmer in einem Wohnheim. Den Großteil seines Einkommens schickte er an seine Familie.

Max Frisch: "Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen"

"Die Deutschen waren freundlich und haben uns sehr geholfen. Zum Beispiel beim Einkaufen - anfangs konnte ich mich ja nur mit Händen und Füßen verständigen." Er habe gleich Deutschkurse besucht, sagt der heute 68-Jährige. "Nur wenn man die Sprache spricht, kann man sich in einem fremden Land wohlfühlen." Außerdem gab es einen Anreiz: Wer Deutsch lernte, der bekam etwas mehr Lohn. "Denn die fehlenden Sprachkenntnisse waren ja auch bei der Arbeit ein Problem."

Genau 50 Jahre ist es her, dass Deutschland am 30. Oktober 1961 ein Anwerbeabkommen mit der Türkei schloss. Diese Verträge, die Deutschland zuvor bereits mit Italien, Griechenland und Spanien geschlossen hatte und später noch mit Marokko und Portugal schloss, sind ein Meilenstein der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Ins Wirtschaftswunderland, in dem Stahlkocher, Bauarbeiter und Bergleute überall das Fundament für den Aufstieg gelegt hatten, strömten fortan Gastarbeiter. Sie sollten mit anpacken, sollten den steigenden Bedarf an Arbeitskräften decken. Zugesichert wurden ihnen Mindestlohn und Unterkunft, bleiben sollten sie aber maximal zwei Jahre.

Es war von Anfang an ein Missverständnis. Deutschland glaubte, die "Gäste" würden bald in die Heimat zurückgehen. Schon 1964 wurde die Zweijahresbegrenzung im Abkommen aufgegeben - und zwar auf Druck der Arbeitgeber, denen ein ständiger Wechsel der Arbeitnehmer zu aufwendig war. Von Integration sprach damals niemand und wollte sie auch nicht. Max Frisch brachte es bereits 1965 auf eine klare Formel: "Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen." Damit beschrieb der Schweizer Schriftsteller den Umgang seiner Landsleute mit italienischen Einwanderern; in Deutschland war es ganz ähnlich.

Lesen und schreiben unwichtig, Hauptsache gesund

Bis zum Anwerbestopp 1973 kamen allein aus der Türkei rund 700.000 Menschen in deutsche Unternehmen. In den zwölf Jahren zuvor hatten sich rund 2,7 Millionen Türken um einen Arbeitsplatz im fernen Deutschland beworben, doch nur ein Viertel kam tatsächlich. Ausgewählt wurden sie von einer Außenstelle des deutschen Arbeitsamtes in Istanbul und mussten strengen Kriterien genügen: Sie sollten möglichst Deutsch, Englisch oder Französisch sprechen, außerdem gesund und ledig sein.

"Deutschland suchte Arbeitnehmer für sehr gering qualifizierte Arbeiten", sagt der Paderborner Kulturwissenschaftler, der ein bilaterales Forschungsprojekt zu den türkisch-deutschen Beziehungen leitet. "Die Bewerber wurden in Istanbul medizinisch untersucht, auch die Zähne. Ob sie lesen und schreiben konnten, war überhaupt nicht wichtig."

Die meisten "Gastarbeiter" blieben - und holten ihre Familien nach, ins Einwanderungsland, das jahrzehntelang partout kein Einwanderungsland sein wollte. Heute leben rund drei Millionen Menschen türkischer Abstammung in Deutschland. Vor 30 Jahren waren bei den Kölner Ford-Werken schon mehr als 12.000 Türken beschäftigt. Auf Dauer in Deutschland zu bleiben, hatte Cözmez zunächst nicht geplant. "Ich habe hier gearbeitet, aber meine Gedanken waren in der Türkei", erzählt er. "Ich wollte etwas Geld verdienen, dann zurück nach Hause. Aber Deutschland ist ein schönes Land." Der Lebensstandard sei bis heute um so vieles besser als in seinem ostanatolischen Heimatdorf. Darum holte er 1980 seine Ehefrau und die fünf Kinder nach Köln.

"Behalten will ich beide Länder"

"Für uns begann ein völlig neues Leben", erinnert sich Sohn Mustafa, 47. Alles war anders: Sprache, Schule, die ganze Umgebung. "Das war anfangs sehr schwierig für uns." Nach und nach habe er neue Freunde gefunden, türkische und deutsche. Sein Traum: ein Medizinstudium. Doch stattdessen machte Mustafa Cözmez eine Schlosserlehre und ging dann als Produktionsarbeiter zu Ford. Seit 1997 ist er dort freigestellter Betriebsrat und sitzt für die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat des Unternehmens.

Mustafa Cözmez hat einen deutschen Pass, "aber seine Identität muss man behalten", meint er. "Ich denke Deutsch, ich schreibe Deutsch, ich lebe Deutsch-Türkisch." Seine Ehefrau stammt aus seinem Heimatdorf, er holte sie 1989 nach Köln. "Leider kann sie noch nicht gut Deutsch", sagt Mustafa Cözmez. Als sie einen Sprachkurs besuchen wollte, sei zu oft etwas dazwischengekommen.

Ganz anders sein Sohn Ahmet, der kürzlich eine Lehre als Kfz-Mechatroniker bei Ford begonnen hat - für den 16-Jährigen ist Deutsch die erste Sprache. "Türkisch ist schwer, aber mein Vater legt Wert darauf, dass ich es flüssig spreche." Alle zwei Jahre fährt Ahmet mit seinen Eltern zum Verwandtenbesuch in die Türkei. "Ein Leben dort kann ich mir nicht vorstellen", sagt er. "Ich fühle mich als Deutscher."

Ahmets Großvater Süleyman empfindet anders. "Ich bleibe Türke", so der 68-Jährige. "Das Heimatland ist wie eine Mutter. Die Türkei mein erstes Land und Deutschland mein zweites. Behalten will ich beide."

Petra Albers, dpa/jol>

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17.8.2012: Imperialismus: Fast 50% der Türken in Deutschland wollen ein muslimisch dominiertes Deutschland

aus: n-tv online: Studie über Migranten in Deutschland: Viele Türken sind unzufrieden; 17.8.2012;
http://www.n-tv.de/politik/Viele-Tuerken-sind-unzufrieden-article6996871.html

<Im Jahr 2011 lebten etwa 1,6 Millionen türkische Staatsbürger in Deutschland.

Wie sehr lieben Türken ihre Heimat Deutschland? Einer Befragung zufolge fühlen sich immer mehr Migranten nicht besonders wohl. Fast die Hälfte wünscht sich demnach sogar, dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen leben. Eine Umfrage birgt Sprengstoff - und zeigt die Zerrissenheit von Menschen, die in zwei Kulturen leben.

Türken in Deutschland haben laut einer repräsentativen Umfrage weniger starke Heimatgefühle für die Bundesrepublik als noch vor drei Jahren. Von rund 1000 Befragten über 15 Jahren mit und ohne deutschen Pass empfanden nur 15 Prozent eher Deutschland als ihre Heimat. 2009 war es noch ein gutes Fünftel gewesen. Die Türkei sahen in dieser Zeit dagegen konstant rund 40 Prozent eher als ihre Heimat an. Der Rest hatte für beide Länder Heimatgefühle. Mehr Menschen als früher würden aber gern in den nächsten Jahren in die Türkei zurückkehren.

[Imperialismus]
Auf den ersten Blick scheint die Umfrage sozialen Sprengstoff zu bergen: Fast die Hälfte der befragten Türken in Deutschland (46 Prozent) wünscht sich, dass in Deutschland irgendwann mehr Muslime als Christen wohnen. Für 72 Prozent ist der Islam die einzig wahre Religion. Mehr als die Hälfte der Interviewten stimmt auch der Aussage zu: "Ich bin am liebsten mit Türken zusammen".

[Diskriminierung]
16 Prozent antworten inzwischen, dass sie wegen ihrer türkischen Abstammung körperliche Angriffe erlebt haben. 2010 waren es nur die Hälfte. Und ein gutes Drittel glaubt, wegen einen türkischen Namens keinen Ausbildungsplatz bekommen zu haben.

Andererseits sagt eine deutliche Mehrheit der Befragten mit türkischen Wurzeln (78 Prozent), dass sie sich ohne Abstriche in die deutsche Gesellschaft integrieren und zu ihr dazugehören möchten. Mehr als 80 Prozent sehen die deutsche Sprache als Schlüssel dazu. Und stolze 95 Prozent der Befragten wollen ihre Kinder in deutschen Kindertagesstätten anmelden - nur eine Minderheit interessiert sich für Betreuungsgeld.

Leute zwischen zwei Welten

Dieses zerrissene Bild mag überraschen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Debatte über die umstrittenen Äußerungen von Ex-Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin (SPD) und die Morde der Neonazi-Terrorzelle NSU das Deutschlandbild von Türken in den vergangenen Jahren getrübt haben. "Das ist eine Vermutung", schränkt Info-Geschäftsführer Holger Liljeberg allerdings ein. Der öffentliche Druck auf die deutsch-türkische Community sei gewachsen, das Vertrauen in den deutschen Staat gesunken, ergänzt er.

Berlins ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John sieht in den oft widersprüchlichen Antworten jedoch keine Radikalisierung oder wachsende Gegenkultur von Türken in Deutschland. Sie hält die Hinwendung zur Religion und die Besinnung auf traditionelle Werte eher für die Abgrenzungsversuche - wie eine eigene Art von "Pop". "Es sind meist junge Leute zwischen zwei Welten", sagt sie. Wenn die Identitätssuche in Deutschland nicht funktioniere, suchten sie sich eine andere. Mit praktiziertem Islam habe das wenig zu tun.

Trotzdem können einige Antworten erschrecken. Fast ein Fünftel der Interviewten empfindet Juden als "minderwertige Menschen". Rund die Hälfte hält Homosexualität für einen Krankheit. Und deutlich mehr Befragte als 2009 (63 Prozent statt 56 Prozent) finden, dass Frauen vor der Ehe keinen Sex haben sollten.

Das Wetter ist schuld

Liljeberg gibt zu bedenken, dass diese verstärkte Moralisierung für eine Politisierung ausgenutzt werden könne. So hätten in der Umfrage fast die Hälfte der Interviewten (45 Prozent) die Koran-Verteilung durch die radikalislamische Gruppe der Salafisten gutgeheißen - rund ein Fünftel würde sogar dafür spenden.

Die Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit der Antworten kann aber auch mit der Vielfalt der Gruppen von Türken in Deutschland zusammenhängen. Geschätzte zwei Millionen von ihnen sind über 15 Jahre alt. Längst nicht alle Befragten haben eine lange Vita in Deutschland. Nur ein Viertel ist hier geboren. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) kam erst durch Heirat. "Es ist eine irrige Annahme, dass sich diese Community von Generation zu Generation weiterentwickelt", sagt Liljeberg. "Sie mischt sich immer wieder neu."

Und warum wollen Türken aus Deutschland häufiger als früher in ihre Heimat zurückkehren? Neben starken Heimatgefühlen (63 Prozent) antworten 40 Prozent: "Weil das Wetter dort schöner ist". Aber nur 10 Prozent würden gehen, weil sie mit Deutschland und den Deutschen nicht zurechtkommen.

Quelle: n-tv.de, dpa>

Kommentar

Die Hauptsache, die Deutsche und Türken trennt, nämlich der Unterschied zwischen einer aufgeklärt-menschenrechtlichen und einer muslimisch-steinzeitlichen Kultur, wurde nicht erwähnt.

Michael Palomino, 17.8.2012

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30.10.2012: <Umfrage: Türken schicken eine Milliarde Euro nach Hause> - Deutschlands indirekte Entwicklungshilfe an die Türkei

aus: Welt online; 30.10.2012;
http://www.welt.de/wirtschaft/article110382987/Tuerken-schicken-eine-Milliarde-Euro-nach-Hause.html

<In Deutschland erhalten laut Umfrage rund 17 Prozent der Menschen mit türkischen Wurzeln Hilfe vom Staat. Jeder Dritte schickt Geld nach Hause – pro Jahr fließt eine gewaltige Summe in die Türkei.

Nur eine Minderheit der in Deutschland lebenden Türken bezieht Sozialleistungen. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts Info gaben 17 Prozent der Befragten mit türkischem Wurzeln an, in Deutschland Sozialleistungen zu erhalten, wie "Handelsblatt Online" berichtete. 57 Prozent verfügen demnach über eigenes Erwerbseinkommen.

Etwa jeder dritte Türke in Deutschland schickt laut der Umfrage regelmäßig oder zumindest hin und wieder Geld in die Heimat. Im Schnitt würde dabei pro Jahr und Person 1300 Euro in die Türkei transferiert, heißt es in der Studie. Hochgerechnet ist das laut der Studie etwa eine Milliarde Euro pro Jahr.

Große Bindung an die Heimat

Info begründete dies damit, dass die Bindung an die Heimat für viele Menschen mit türkischem Migrationshintergrund sehr groß sei. Dies führe zu einem "erheblichen Geld- und Warenverkehr zwischen Deutschland und der Türkei".

Fast jeder zweite Befragte gibt überdies an, Immobilienbesitz in Deutschland oder der Türkei zu haben. Auch von denjenigen, die hier Transferleistungen erhielten, hat mehr als ein Drittel Immobilienbesitz, 16 Prozent in Deutschland und 27 Prozent in der Türkei.

Für die Studie wurden mehr als 1000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund im gesamten Bundesgebiet befragt. Die Untersuchung zum Thema deutsch-türkische Lebens- und Wertewelten ist die dritte, die die Berliner Info GmbH und das Meinungsforschungsinstitut Liljeberg Research mit Sitz im türkischen Antalya seit 2009 vorgelegt haben.

dapd/cat>
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