Kontakt / contact       Hauptseite / page
                principale / pagina principal / home         zurück / retour /
                indietro / atrás / back

Islam-Chronologie: 1. Die arabischen Stämme - Muhammad - Koran -

Islamisierung und Expansion 0-750
Mohammed /
              Muhammad, ein Prophet der Eingott-Theorie (Monotheismus)   Karte des
              Kalifats von Abu Bakr, 634   Islamische
              Reiterkrieger   Damaskus,
              Innenansicht der Freitagsmoschee   Scharia:
              Steinigung eines Mannes (Iran)  

Wollte Muhammad diese Gewalt? Nein. Das ist Scharia. Menschenrechte fehlen.

von Michael Palomino (2000 / 2005 / 2008 / 2010)

Teilen / share:

Facebook







aus: Ulrich Haarmann Hg.: "Geschichte der arabischen Welt"; C.H.Beck-Verlag, München 1987

Unter Mitwirkung von Ulrich Haarmann: Einleitung (S.9f.)
-- Albrecht Noth: Früher Islam (S.11-100)
-- Tilman Nagel: Das Kalifat der Abbasiden (S.101-165)
-- Heinz Halm: Die Fatimiden (S.166-199)
-- Heinz Halm: Die Ayyubiden (S.200-216)
-- Ulrich Haarmann: Der arabische Osten im späten Mittelalter 1250-1517 (S.217-263)
-- Hans-Rudolf Singer: Der Maghreb und die Pyrenäenhalbinsel bis zum Ausgang des Mittelalters (S.264-322)
-- Barbara Kellner-Heinkele: Der arabische Osten unter osmanischer Herrschaft 1517-1800 (S.323-364)
-- Alexander Schölch: Der arabische Osten im neunzehnten Jahrhundert 1800-1914 (S.365-431)
-- Helmut Mejcher: Der arabische Osten im zwanzigsten Jahrhundert 1914-1985 (S.432-501)
-- Peter von Sivers: Nordafrika in der Neuzeit (S.502-592)

und aus: Webseiten (jeweils angegeben)


Vorbemerkung:
Karl den Grossen hat es nie gegeben - Datierung minus 298 Jahre
Die neueste Geschichtsschreibung geht davon aus, dass das Zeitalter um Karl den Grossen von einer Clique von Mönchen erfunden ist, da keine originalen Schriften von Karl dem Grossen oder originale Tonscherben vorhanden sind. Damit fehlen der Geschichtsschreibung 298 Jahre. Somit würde die Geschichtsschreibung der Islamisierung der arabischen Stämme ca. 324 n.Chr. beginnen und nicht erst 622 n.Chr. Dies erscheint auch logisch, da die ganze Ein-Gott-Welle und die Erlöser-Theologien dann auf der arabischen Halbinsel einen direkten Anschluss an die ersten Ein-Gott-Religionen im Nahen Osten finden würde. Auf die erste Niederschrift des Neuen Testaments würde direkt die Mission von Muhammad folgen - das wäre logisch.

Beispiel einer Darstellung der Zusammenhänge: Film: Dr.Heribert Illig: Karl der Grosse, Fehlanzeige! - Eine Phantomzeit im frühen Mittelalter; In: Die Reportage. In: VOX DCTP, 29.5.2004, 9-10 Uhr

Die vorliegende Chronologie ist nach den alten Zeitdaten von Haarmann gestaltet. Michael Palomino, 2005


Chronologie

Zusammenfassung
Die Stämme der arabischen Halbinsel befinden sich in dauerndem gegenseitigen Kampf. Zentrale Heiligtümer sind in Mekka das Ka'ba-Heiligtum und das Arafat-Heiligtum. Muhammads bahnbrechende Idee für die arabischen Stämme ist die Idee, sich nicht mehr zu bekämpfen. Der eigene Stamm lehnt Muhammads neuen Glauben ab. Dafür trägt Muhammad den Kampf gegen aussen, mit Diskriminierung oder Krieg. Mit einer dominierenden Kampftruppe im Hintergrund missioniert er "friedlich" seinen eigenen Stamm. Die nachfolgende Aggression in Afrika bis nach Spanien und das Frankenreich erfolgt nach dem Tod Muhammads unter machtlosen Kalifen. Ausbreitende Korruption nimmt dem Islam den religiösen Sinn. Schon nach 120 Jahren kommt es zur Glaubensspaltung.

Arabische Stämme - Islam als rechtlicher Fortschritt - Diskriminierung anderer Glaubensrichtungen und erster Glaubenskrieg

ab Antike / ab 2000 v.Chr. ca.
Nordafrika: Einführung des Transportkamels
Handel mit hochentwickelten Produkten, Handelswege über 100e von Kilometern. Nomaden und Oasenbewohner der Sahara tauschen in den küstennahen Ebenen Tiere und Datteln gegen Getreide und Olivenöl (S.527).

Karawanen Nordafrikas und ihre Produkte
Kamelkarawane
Die Kamele werden zu Kamelkarawanen zusammengeschlossen
Datteln an Dattelpalme
Datteln an Dattelpalme werden eingetauscht gegen
Dinkel
Getreide und
Olivenöl
Olivenöl

0?-610
Arabischer "Tribalismus": Endlose Fehden, Blutfehden, Stammesfehden - Krieg als Selbstbewusstsein
(S.50); Die arabischen, tribalen Gruppen leben vom Krieg. Auf Kriegserfolge stützt sich ihr Selbstbewusstsein und das Ansehen eines Stammes. Das Ansehen wird durch "Ruhmestaten" noch gesteigert (S.57).

ab 200?
Die Arabische Halbinsel

Ka 'ba-Heiligtum und Arafat-Heiligtum in Mekka
Das Heiligtum wird alljährlich von verschiedenen Stämmen aufgesucht (S.15) und besteht aus einem "schwarzen Stein". (S.15-16)

Ka
                'ba-Heiligtum in Mekka
Ka 'ba-Heiligtum in Mekka

Das Arafat-Heiligtum in Mekka wird überregional in ganz Zentralarabien verehrt und einmal jährlich von vielen Stämmen im Rahmen der "grossen Pilgerfahrt"/hadsch besucht. Das Zentrum der Kultstätte ist der "heilige Bezirk" von Arafa, 20 km östlich von Mekka. Eine Friedenszeit von drei Monaten ist garantiert als "unverletzliche/heilige Monate" (Koran, Sure 9,5). Daran angeschlossen sind grosse Märkte, die zum Teil noch attraktiver sind als das Heiligtum selbst.

Der Hadsch bestimmt die Geschichte des Stammes der Quraysch wesentlich (S.16).

Kriege und Entstehen der Kultstättentradition auf der arabischen Halbinsel
Krieg entsteht unter den arabischen Stämmen dann, wenn die Gelegenheit günstig erscheint, oft aus nichtigem Anlass.

Einmal jährlich besuchen die arabischen Stämme gewisse gemeinsame Kultstätten. Damit verbunden ist ein riesiger Markt. Der Ort ist geschützt (S.13), und für die Zeit des Besuchs der Kultstätte ist eine Friedenszeit vereinbart. Allfällige Kriegsstifter werden streng bestraft, wenn sie in der "heiligen Zeit" kriegerische Auseinandersetzungen beginnen.

->> die Kultstätte wird zum Ort der Kommunikation für Absprachen und neue Strategien
->> die Kultstätte kann zum Ort der Versöhnung werden, zum Ort der Vermittlung
->> der sesshafte Stamm, in dem die Kultstätte liegt, hat eine gewisse Macht (S.14).

Struktur der arabischen Stämme: Clans
-- die arabischen Stämme sind in Clans strukturiert, quasi als "Stämme im Stamm"

-- innerhalb der Clans kann es zu grossen Konflikten kommen, denn die Loyalität zum Clan geht der Loyalität zum Stamm vor, weil der stärkste und wirkungsvollste Schutz und Rechtsschutz für die einzelne Person vom Clan ausgeht

-- in der Regel herrscht innerhalb eines Stammes ein labiles Gleichgewicht der Sippen, das durch Zweckallianzen geprägt ist

-- die inneren Konflikte werden nach aussen vertuscht, geraten jedoch intern zum Teil so weit, dass um die Führerschaft des Stammes gebuhlt wird

-- Abspaltungen von einem Stamm oder die Spaltung eines Stammes kommen vor (S.14)

-- die Konkurrenz der Clans ist bei sesshaften Stämmen grösser, weil bei nomadisierenden Stämmen die Clans mehr aufeinander angewiesen sind (S.15).

ab 400 ca.
Kleinasien: Zwangsmissionierungen durch Byzanz und Persien

Die byzantinisch und persisch besetzten Gebiete Kleinasiens erleiden erbitterte innere Religionskonflikte und Unterdrückung. Die Zustände im byzantinisches Gebiet: Haarmann:

"Die Christen in Syrien / Palästina und Ägypten (Kopten) gehörten überwiegend monophysitischen Glaubensrichtungen des Christentums an, waren damit im Sinne der "orthodoxen" (chalkedonischen) byzantinischen Staatskirche Häretiker und seit langem erheblichen Pressionen ausgesetzt." (S.64)

Die Zustände im persischen Gebiet:
"Im westlichen Iran gab es grosse Gruppen von (nestorianischen) Christen und von Anhängern anderer Religionsgemeinschaften, die mit dem staatstragenden Zoroastrismus nicht in Einklang standen." (S.64)

ab 400 ca.?
Es kommt immer wieder zu arabischen Überfällen auf byzantinisches und persisches Gebiet
Byzantinische und persische Verbände schlagen die arabischen Angriffe jeweils zurück (S.62). Die arabischen Grenzstämme, die die Übergriffe ausführen, sind zum Teil bestochen (S.63).

Karte der Reiche Byzanz und Persien um 400. Die
                  arabischen Stämme greifen von unten her gleich beide
                  gleichzeitig Reiche an.
Karte der Reiche Byzanz und Persien um 400. Die arabischen Stämme greifen von unten her gleich beide gleichzeitig Reiche an.

500 ca.
Der Stamm der Quraysch, Muhammads Stamm, wird sesshaft
Um 500 ca. werden die Quraysch auf der arabischen Halbinsel bei Mekka sesshaft, am Ort des Ka'ba-Heiligtums (S.15).

Der Kultus der Quraysch
ist ein Zeichen der Stammesidentität für Zugehörigkeit und Abgrenzung gegen andere Stämme. Der Kultus setzt sich zusammen aus

-- Legendenwissen um die Stammesnamen
-- genealogische Definition des Stammes und der Clans
-- Überlieferung über Ursprung und "Ruhmestaten" des Stammes
-- kultische Verehrung bestimmter Gottheiten

-- regelmässiger religiöser Kultus an den Heiligtümern

Eine herausragende Stellung haben bei den Quraysch drei Göttinnen:
-- al-Lat in at-Ta'if in Nahla bei Mekka
-- al-Uzza in Nahla bei Mekka
-- Manat in Qudayd zwischen Mekka und Medina

Der Kult am nahen Heiligtum Ka 'ba steht nicht im Vordergrund (S.21).

ab 500 ca.
Auseinandersetzungen zwischen den Clans im Stamm der Quraysch, nachdem der Stamm sesshaft geworden ist (S.15).

570
Geburt Muhammads im Clan der Hasch im, kein sonderlich herausragend kriegerischer Clan
(S.17):
-- Muhammads Familie steht durch die Mutter Amina in genealogischer Verbindung zur Sippe Zuhra
-- durch den Vater steht Muhammads Familie in genealogischer Verbindung zum Stamm der Quraysch, die sich bei Mekka niedergelassen haben
-- die Position des Stammes ist unterschiedlich, zum Teil mit anderen Stämmen verfeindet oder verbündet (S.12).

Die führenden Clans des Quraysch-Stammes sind vor allem:
-- die Abd Sams und die Umayya unter Führung von Abu Sufyan
-- die Sippe Mahzum unter al-Walid b.al-Mugira und unter Abu ¡ahl (S.17).

ab 575 ca.
Muhammad wird Vollwaise, Aufziehen in der Sippe Haschim
Muhammad wird vom Onkel der väterlichen Linie, Abu Talib, dem Clan-Oberhaupt der Haschim, grossgezogen. Er übernimmt Fürsorge und Schutz (S.17).

um 580
Die Pilgerfahrt zum Arafat-Heiligtum gewinnt an Bedeutung
Die Geschäfte um die Pilgerfahrt in Mekka nehmen überregionale Formen an, z.B. durch den Karawanenhandel der Quraysch mit Handel bis Palästina, Syrien und Jemen. Der Wohlstand im Stamm mehrt sich durch die Fähigkeit zu Arrangements und Kompromissen mit anderen Stämmen, um den Karawanenhandel zu sichern (S.16).

ab 588 ca.
Muhammad als Händler - Abu Talib wird Sippenoberhaupt
Muhammad verdient sein Geld als Händler, heiratet mit Hadidscha bint Hulayd vom Clan der Asad, eine Witwe und angeblich älter als er selbst. Er treibt Geschäfte bis nach Syrien in eigener Regie (S.17).

Muhammads Onkel, Abu Talib, wird Sippenoberhaupt des Muhammad-Clans der Haschim (S.29).

um 600
Die Stammeskulturen / tribalen Kulturen: Stolze Nomaden führen Kriege - Sesshafte führen "nur" noch Verteidigungskriege

Die Stämme der arabischen Halbinsel können eingeteilt werden in
-- nomadische, sehr kriegerische Stämme
-- seminomadische Gruppen oder Konföderationen
-- sesshafte Stämme mit Händler und Bauern, die u.a. auch die Kultstätten bewachen (S.13).

-- jede Gruppe meint, sie vertrete die beste Lebensform

-- Feindseligkeiten unter den Stämmen sind vorprogrammiert

-- Bündnisse werden nur wenige geschlossen, wenn, dann nur für kurze, genau definierte Zeiten und Ziele, in der Regel nur zur gemeinsamen Verteidigung gegen einen gemeinsamen Gegner. Dabei können Konföderationen entstehen

-- die nomadischen Stämme dominierten die anderen, sind die besten Krieger, so dass sie als "Kriegeradel" eingestuft werden (S.13).

-- die sesshaften Stämme können "nur" auf kriegerische Grosstaten der Vergangenheit verweisen und müssen sich mit den sie umgebenden Nomadenstämmen arrangieren, um ihre Erwerbsquellen, Handel und Landwirtschaft, zu schützen

-- oft kommt es zu Stillhalteabkommen oder Bündnissen mit Seminomaden und Nomaden

-- die Nomaden profitieren von den Sesshaften, weil diese den Warenaustausch beherrschen, die Sesshaften von den Nomaden, die Produktion und Handel beschützen (S.13).

Die Quraysch gewinnen durch ihren Handel an Bedeutung und Ansehen (S.17).

Jüdische und christliche Gruppen auf der Arabischen Halbinsel
Auf der arabischen Halbinsel existieren grössere tribale Gruppen jüdischer und christlicher Religionen. Die Diskussion um "Propheten" und "Gesandte Gottes" ist in den Stämmen der Halbinsel zum Teil sehr bekannt und wundert niemanden mehr. Bei den Quraysch, dem Stamm Muhammads, ist die Gestalt eines "Propheten" jedoch nicht bekannt (S.19).

Latente Rivalitäten im Stamm der Quraysch
Die Clan-Rivalitäten im Stamm der Quraysch sind immer noch latent vorhanden (S.15).

ab 606 ca.
Muhammad ist vermögend
Muhammad ist ein vermögender Kaufmann der Quraysch geworden. Zum Teil pflegt er ein Eremitendasein in der Bergwüste nahe Mekka (S.18).

610
Muhammad predigt Unterwerfung/islam unter Gott/allah
Muhammad konfrontiert seinen Stamm mit der Unterwerfung unter nur einen einzigen Gott, den "Monotheismus" (S.21) und verletzt damit ein Tabu seines Stammes:

-- er greift die eigenen Identifikations-Symbole an
-- er greift den Ruf des Stammes nach aussen an, denn innere Kritik ist in keinem Stamm üblich, sondern nur Lobeshymnen (S.22).

Mohammed /
              Muhammad, ein Prophet der Eingott-Theorie (Monotheismus)
Mohammed / Muhammad, ein Prophet der Eingott-Theorie (Monotheismus)

Muhammads neue Überzeugung: Botschaften eines Engels Gibril / Gabriel
Muhammad kommt in einen radikalen Wandel und gelangt zur Überzeugung, dass Gott ihn bestimmt habe, Botschaften an seine Landsleute weiterzugeben, die ihm vom Engel Gibril [[Gabriel]] in unregelmässigen Abständen offenbart werden.

->> Muhammad fühlt sich als "Gesandter Gottes" (rasul Allah)
->> Muhammad bekommt damit grosse Schwierigkeiten und erleidet eine innere Zerrissenheit, was er beides durchstehen muss (S.18).

Muhammad legt die Schwurformel für den islamischen Glauben fest mit den Worten
"Es gibt keinen Gott ausser Gott. Muhammad ist der Gesandte Gottes." (S.47)

Die Behauptungen Muhammads
-- seine Lehre sei "ewig gültig"
-- die "Gottesverehrung" sei für die ganze Welt Pflicht (S.42).

Muhammads Mission: Monotheismus und nahendes Weltende
Muhammad lehrt:
-- Monotheismus
-- Lehre von einem nahenden Weltende
-- Lehre von der Auferweckung der Toten zu einem Strafgericht Gottes (S.259.

Einige Wenige lassen sich von Muhammad anstecken und wenden sich von den Traditionen ihrer "Väter" ab. Auch die "Cleverness" der Quraysch wird dabei herabgestuft (S.25).

Auferweckung hat es bisher nicht gegeben
Auferweckung nach dem Tod ist den Quraysch wie den meisten Arabern ein völlig fremder Gedanke. Der Grossteil macht sich darüber lustig, findet den Gedanken komisch.

Gericht Gottes über Auferweckte und "Umkehr", um dem Gericht zu entgehen: ist in den Augen der meisten Araber und dem Grossteil der Quraysch ein hilfloser Versuch, Macht zu erlangen. Muhammad setzt sich damit völlig ins Unrecht (S.25).

"Umkehr", mit Unterwerfung und Änderung des Lebens- und Handlungsstils: Die Vorwürfe:

-- die Quraysch sollen alles ändern

-- die "Tugenden" der Quraysch werden als Laster dargestellt, zumindest aber gelten die "Tugenden" als Belastung vor einem "Jüngsten Gericht"

-- allgemein sind alle "Andersgläubigen" als "Ungläubige" bezeichnet und seien undankbar gegen "Gott", was bestraft werde, wie auch das Verfolgen "falscher" Ideale bestraft werde (S.25)

->> Muhammad geht mit seinen Meinungen auf vollen Konfrontationskurs mit seinem Stamm und dessen Jahrhunderte alten Tradition
->> Muhammad wird zu einem Bussprediger
->> Muhammad droht den Stamm zu spalten (S.25)
Muhammad wird zu einem Stammesfremden (S.26).

Muhammad soll ein "Magier" sein - Muhammad lehnt Kompromisse ab

In seinem Stamm wird Muhammad als Magier angesehen, als einen von Geistern Besessenen, als einen "Seher", als einen Dichter, auf jeden Fall als Aussenseiter mit Verbindungen zum Übernatürlichen.
Muhammad wird als Ehrgeizling betrachtet, der mit seinen neuen Ideen Profit machen will: Er wolle seine Position innerhalb des Stammes verbessern und abkassieren (S.20).

In der Folge bieten die Quraysch Muhammad Geld und eine hohe Position an, damit er endlich aufhöre, seine widerstrebende Lehre des Monotheismus zu verbreiten und so dass beide Seiten Vorteile hätten. Gleichzeitig könnte die Eigenheiten des Stammes bewahrt bleiben.
Muhammad aber fordert weiter strukturelle Veränderung im Stamm:

-- die "Götterherrschaft"/aliha
-- der dazugehörige Kultus/din
-- Muhammad will die Herrschaft eines einzigen Gottes "Allah" ("der Gott") (S.20).

Muhammad behauptet,
-- Allah sei schöpfend und strafend zugleich und sei Alleinherrscher über die Welt
-- der Stamm müsse die "Unterwerfung"/islam unter Allah akzeptieren (S.21).

ab 610
Die Konsequenzen für Muhammad

Muhammads Onkel Abu Talib wird nicht Muslim
(S.17); Muhammad befindet sich in einem Zwiespalt, ob er die wichtigsten Gottheiten seines Stammes als eine Art übermenschlich-gottähnliche Mittelwesen gelten lassen soll (S.22).

Gewaltfreie Diskussion um Muhammad
Muhammad und seine Anhänger enthalten sich jeder Gewalt. Die kleine Anhängerschaft wirkt aber schon bedrohlich für die Quraysch:
-- weil jeder Mensch "Muslim" werden kann, egal, von welchem Stamm oder Clan er kommt oder welchen Status er hat
-- weil Muhammad nur noch zwischen "Gläubigen" und "Ungläubigen" unterscheidet (S.26).

->> unter den Anhängern von Muhammad sind auch Leute der untersten Schichten mit niedrigem sozialen Status, die jetzt plötzlich gleichberechtigt sind
->> die Leute unterster Schichten sind jetzt nach Muhammad sogar höhergestellt als die hohen Schichten der "Ungläubigen"
->> die Machthaber der Stämme sehen die Muhammad-Gruppe als sehr suspekt und bedrohlich (S.26).

dazu:
alle Clans sind von Überläufern betroffen, man kann keinen Clan speziell isolieren, und die Clans haben die Schutzpflicht gegenüber den Mitgliedern und lassen sich diese nicht nehmen (S.27).

Muhammads "Jünger"
z.B.
-- Abu Salama und al-Arqam vom Clan der Mahzum
-- Halid b. Sa'id und Utman b. Affan vom Clan der Abd Schams (S.27).

Muhammads treue Helferin: seine Frau Hadidscha bint Hulayd
Hadidscha glaubt von Anfang an an die "Sendung" Muhammads und unterstützt ihn gegen seine Selbstzweifel und die Anfeindungen im eigenen Stamm mit all dem Handelsgeld im Rücken (S.17).

610-611
Sympathisierende Neugier der Quraysch für Muhammads neue Thesen
(S.19)
->> die erste Wirkung auf die Mitmenschen in seinem Stamm und seinem Clan sind negativ, da Muhammad gegen traditionelles "Recht" verstösst
->> Muhammad wird zum Aussenseiter im Clan (S.19).

612-622
Muhammads Gruppe in Dauerkonfrontation mit dem Stamm
Muhammads Gruppe kann sich in ihrem Stamm der Quraysch halten, hat immer wieder Schikanen zu erdulden. Es kommt aber zu keinen Anschlägen gegen Muhammad, weil der Clan Muhammad weiter schützt (S.28).

ab 612 ca.
Muhammads beginnender Glaubenskampf

Muhammads Propaganda-Offensive gegen die Quraysch
-- Muhammad startet öffentliche Angriffe auf den Stammeskultus seines Stamms
-- die Diskussion wird nun überregional geführt, weil der Stamm der Quraysch innerhalb der Stämme der arabischen Halbinsel nicht marginal erscheint
-- bis jetzt sind die Fähigkeiten der Quraysch zum Teil positiv beurteilt worden: Intelligenz, Besonnenheit, Geschick, modern ausgedrückt: "Cleverness" zeichnet das Verhalten dieses Stammes aus (S.25).

Unverständnis der Quraysch gegenüber Muhammad: Desinteresse, Amüsement, Spott bis zu offener Feindseligkeit treten ihm entgegen, je nach Clan
Muhammad und seine Anhänger werden aber nicht gross verfolgt, sondern können ihre Thesen in alle Richtungen weiter verbreiten. Muhammad kann nur einen winzigen Prozentsatz seines Stammes von seiner "Offenbarung" überzeugen (S.19).

Muhammad wird zum "Stammesverräter"
denn seine Thesen zur "Umkehr" gegen die "Cleverness"/ahlam wird auch ausserhalb in anderen Stämmen bekannt. Innerhalb der arabischen Stämme ist dies ein einmaliger Vorgang (S.26).

Die feste Opposition gegen Muhammad wegen Kritik an den Vorfahren
Die grosse Mehrheit der Quraysch ist auch deswegen gegen Muhammad eingestellt, weil dieser auch die Vorfahren des Stammes kritisiert. Muhammad zieht das ganze Glaubens-, Rechts- und Lebensverhalten des Stammes in Zweifel.
Die grosse Mehrheit des Stammes hält am Brauch der Vorfahren fest, ohne über Inhalte zu diskutieren. Die "Väter" und deren Tradition bleiben "heilig", und Muhammad steht schon von vornherein im Unrecht (S.23).

Folterungen an den "Jüngern" Muhammads
Den Anhängern der unteren Schichten, die von den Clans nicht geschützt sind, werden Folterungen angetan. Nur die mit vollen Rechten ausgestatteten Stammesangehörigen können nicht gefoltert werden, ausser über die Zustimmung der Sippen-Oberen (S.28).

Muhammads Frustration
Muhammad ist verbittert über das Festhalten der Quraysch am Polytheismus (S.23).

Muhammad erreicht eine kleine, aber weit gestreute Anhängerschaft
die die Stammesältesten der Quraysch beunruhigt. Es gibt nur die Lösung: entweder Anschluss oder Ausschluss, denn er hat sich ja selber ausgeschlossen (S.27).

Muhammads Onkel, Abu Talib, schützt Muhammad weiter
Abu Talib verweigert hartnäckig die Aufgabe des Schutzes von Muhammad und seiner Frau Hadidscha, obwohl er selbst nicht zum Islam konvertiert (S.29).

615 ca.
Versuch im Quraysch-Stamm, den Haschim-Clan aus dem Stamm auszuschliessen
Drohung mit
-- Ausschluss aus dem Heiratsmarkt
-- Ausschluss aus dem Handelsverkehr (S.29).

615
Mekka: Erste Auswanderung von Quraysch nach Äthiopien
Eine erste Gruppe von Anhängern Muhammads verlässt das Stammesgebiet der Quraysch in Richtung Äthiopien, wo das verwandte monotheistische "Christentum" herrscht, und dessen Gebiet durch Handel den Quraysch bekannt ist (S.28).

616-618
Mekka: Ächtung des Haschim-Clans, Ausschluss aus Heiratsmarkt und Handelsverkehr
(S.29)

617
Medina: Krieg der Clans in der Gegend von Medina
gegeneinander. der "Tag von Bu'at" bleibt aber ohne Resultat, ausser dass alle Parteien geschwächt werden. Es kommt zu einem labilen Waffenstillstand (S.32).

618
Aufheben der Ächtung des Haschim-Clans
denn die verwandtschaftlichen Beziehungen sind zu stark und höhlen die Ächtung sowieso aus (S.29).

619 ca.
Quraysch: Tod von Abu Talib - Nachfolger Abu Lahab - Tod von Muhammads Frau Hadidscha
Muhammad hat im Clan keinen Schutz mehr, denn der Nachfolger, Abu Lahab, ist ein persönlicher Feind Muhammads.
Im selben Jahr stirbt auch Muhammads Frau Hadidscha (S.29).

619
Abu Lahab will Muhammad schützen - breite Opposition im Clan - Muhammad sucht neuen Schutz bei neuem Clan - Kontakte nach Medina
Abu Lahab will den Schutz Muhammads trotz Feindschaft übernehmen, aber die führenden Qurayschiten wollen Muhammad nun erledigen. Muhammad versucht, von einem anderen Clan ausserhalb der Quraysch Schutz zu bekommen (S.29).

Schutzsuche bei einem anderen Clan: ein Gewohnheitsrecht
Muhammad tut mit seiner Suche nichts Ungewöhnliches. Das Gewohnheitsrecht der Schutzsuche bei einem anderen Stamm verläuft in zwei Varianten:
-- befristete Aufnahme mit distanziertem Verhältnis/giwar
-- längere Aufnahme, Tendenz unbefristet, mit Möglichkeit bzw. Voraussetzung einer genealogischen Integration/hilf (S.30).

Muhammads erfolgreiche Schutzsuche: Oase Yatrib / al-Madina
Während der Pilgerfahrt zum Arafat-Heiligtum bietet sich Muhammad bei den Stammes-Scheichs der sesshaften und nomadischen Stämme an, stösst aber überall auf Ablehnung bis auf eine Ausnahme (S.29).

Die Ablehnung ist deswegen vorherrschend, weil sich Muhammad als "Gesandter Gottes" präsentiert und Monotheismus, Führerschaft und Kriegsbereitschaft gegen die Quraysch gleichzeitig fordert, falls die Quraysch den Krieg gegen den jeweiligen Stamm eröffnen sollten. Eventuell spielt auch Überheblichkeit eine Rolle. Der Versuch, den eigenen Stamm zu verlassen, wurde jedem offensichtlich (S.30).

Nur eine Gruppe, die Führer der Oasensiedlung Yatrib /al-Madina / Medina zeigen Interesse, mit der isolierten Gruppe um Muhammad in Verbindung zu bleiben (S.30).

Die zerstrittenen Stämme von Yatrib / al-Madina / Medina - jüdische Gruppen bei Medina
In Medina haben sich viele Stämme vermischt, die an der dortigen Oase sesshaft geworden waren. Bestimmende Stämme sind die Aws und die Hazradsch, wobei die Clans und Unterclans eher gegeneinander als solidarisch agieren und in ihren Allianzen kaum noch Rücksicht auf ihren Gesamtstamm nehmen. Die Auflösungstendenzen werden immer gefährlicher, der Zusammenhalt der Sippen erweist sich stärker als die Kraft des Stammes (S.31).

Zusätzlich kommen innere Konflikte zwischen väterlichen und mütterlichen Linien hinzu, wie auch Konflikte mit älteren Sippen jüdischen Glaubens die Lage weiter destabilisieren: vor allem die Qaynuga, die Nadir und die Qurayza. In der weiteren Umgebung um Yatrib befinden sich weitere jüdische, "unzuverlässige" Stämme (S.31).

um 620
Kriege zwischen Persien und Byzanz - Erschöpfungszustände der Grossreiche
Persien und Byzanz führen erschöpfende Kriege um die Herrschaft in Syrien. Beide Imperien sind nach den Kriegen sehr geschwächt, truppenmässig wie innenpolitisch (S.62).

bis 622
Muhammad und seine Anhänger werden Objekt eines historischen Kontextes
(S.11)

ab Sommer 622
Taktische Vorstellungen Muhammads für das Ausbreiten seiner Religionsvorstellung
Muhammad sieht in "Christen" und Juden seine "natürlichen Verbündeten", als Empfänger und Bewahrer der göttlichen Offenbarung in Schriftform wie dem alten und neuen Testament. Er bezeichnet sie pauschal als "Buch-/Schrift-Besitzer": "ahl al-kitab" (S.42).

15.6.622
Auswanderung der Gruppe um Muhammad nach Medina: "hidschra"

in: dtv-Atlas der Geschichte Bd.I (1986): S.135


Karte mit Muhammads Auswanderung nach
                          Medina 622
Karte mit Muhammads Auswanderung nach Medina 622




Herbst 622 ca.
Die Umwälzung in Medina

Bündnis zwischen Muhammad mit der Bevölkerung von Medina
(S.31-32) mit der Bezeichnung: "Die Gläubigen und Muslime von den Quraysch und von Yatrib".
Konsequenzen:
->> Muhammads Leute behalten den Stammesnamen Quraysch bei
->> die Bevölkerung von Medina / Yatrib bekommt als Bezeichnung ein Toponym
->> die Stämme in Medina waren in Auflösung begriffen, bekriegten sich um landwirtschaftliche Gebiete, jetzt sollen sie alle "gleichberechtigt" werden (S.32).

Der rassistische Vertrag von Medina
definiert eine "Konföderation / Gemeinschaft ("umma") unter Ausschluss aller andern". Der Architekt dieser Gemeinschaft ist der "Gesandte Gottes", und ihr wesentliches Zeichen ist der Islam, d.h. die Clans hatten den Frieden und die Gemeinschaft "Gott" zu verdanken und der Übertritt wird zum "Guten Ton". Der Clan der Haschimiten gewinnt durch diesen Vorgang weiter an Ansehen und wird zum Traditionsbegründer für die Stämme um Medina (S.35).

Der Vertrag gewährleistet gleichzeitig weiter die tribale Autonomie mit dem Satz (35-36):
"Sie regeln ihre internen Angelegenheiten selbst." (S.36)

Das Abkommen:
-- die Quraysch-Leute werden als Clan neben die anderen Clans gesetzt
-- die tribale Struktur wird nur vertikal ergänzt, sonst wird an der äusseren Form vorerst nichts geändert
-- dabei bleibt die angespannte Lage unter den verfeindeten Clans um Medina bestehen.

Muhammads Bilanz:
-- seine muslimische "Pioniergruppe" ist geschützt und anerkannt
-- viele Clans beginnen, zu seinem Islam überzutreten (S.34).

Einführung eines Tagesfastens in Medina
wahrscheinlich in Anlehnung an einen Brauch der jüdischen "Schriftbesitzer" (S.48).

Einführung des rituellen Gebets "schalat": drei Mal täglich
Ein muezzin ("mu'addin") ruft zum "schalat"-Gebet. Vor dem Gebet muss eine "rituelle" Reinigung des Gläubigen stattfinden, Waschung etc. Die Mittags-Schalat am Freitag wird in einer grösseren Gemeinschaft an einem bestimmten Ort vollzogen, später in Moscheen: "masgid": "Ort des sich Niederwerfens" (S.47).

Shalat,
              muslimisches Gebet
Shalat, muslimisches Gebet

Festlegen eines Schadenersatz-Rechtes (S.49-50).

Die Gemeinschaftsversammlung von Medina: die "umma" - Muhammad bestimmt alles
Muhammad ist von Anfang an die bestimmende Persönlichkeit in der "umma" als Repräsentant des neuen Kultus als Kristallisationskern für die Konföderation als Verkörperung seiner "Offenbarungen" von einem lebendigen Gott, der Muhammad bis zu seinem Tod weitere "Offenbarungen" darlegt Dadurch ist Muhammad allen bisherigen Göttern und Priestern überlegen. Gleichzeitig kann Muhammad sein Geschick als Schlichter in Konflikten unter Beweise stellen, wenn die Clans keine Einigung zustande bringen (S.36), was aber keine Herrschaft bedeutet, die er auch nie haben will (S.37).

Der Handlungsbereich Muhammads in der Mediner "umma"-Versammlung weitet sich mit der Zeit Schritt für Schritt.
Gleichzeitig werden gewisse Lebensbereiche der Medinesen vom Islam nie berührt, womit sich ein Nebeneinander dieser Lebensbereiche ergibt, die gleich bleiben oder sich radikal verändern (S.37).

Erste Führungstätigkeiten von Muhammad
-- Muhammad übernimmt in Yatrib / Medina die Funktion eines "Schiedsrichters", eines Diktators, der Frieden und Gleichheit diktiert (S.32).
-- Muhammad hat bereits Führungsqualitäten in der Auseinandersetzung mit seinem Stamm bewiesen und kann die Rolle des Schlichters übernehmen
-- den Medinensern fehlt ein einender Kultus und die Götter des Medina-Stammes versagen, da die Clans nur noch zerstritten sind (S.33).

Folgen:
-- die Medinenser akzeptieren einen Kultuswechsel oder erwarten ihn sogar als rettenden Ausweg
-- die jüdischen Gruppen sind in die Koalition der Clans mit einbezogen, die Muhammad zum Teil als "glaubensverwandt" ansieht, weil sie auch ein monotheistisches Weltbild haben (S.33).

Der Konföderationsvertrag: Die Juden lassen sich nicht gleichschalten
Die Juden sind im Vertrag gleichberechtigte Clans, verweigern aber die vollständige Integration in die "umma", indem sie die Anerkennung Muhammads als Propheten "Gottes" und die Unterwerfung unter den Islam verweigern. Also werden sie nicht gleichberechtigt (S.42).

ab Herbst 622
Dschihad als Lebensinhalt der Muslime - Muhammads "heiliger Kampf" / Dschihad, vorerst gegen seinen Heimatstamm
Die Offenbarung erlaubt Muhammad den "heiligen Kampf" im Zusammenhang mit kriegerischen Aktionen gegen die Quraysch (S.37).

Muhammad und seine Anhänger werden Subjekt und in der Weltgeschichte mitbestimmend (S.11).

Islamischer Gottesdienst in Medina: Vorbild der christlichen und jüdischen Gottesdienste
Die Anbetung Allahs vollzieht sich ähnlich den christlichen und jüdischen Gottesdiensten. Das Gesicht und der Raum des Gottesdienstes sind aber nicht mehr nach Jerusalem, sondern neu in Richtung des Ka'ba-Heiligtums in Mekka ausgerichtet (S.43).

Muhammad behauptet in seinen Offenbarungen, der alttestamentliche Patriarch Abraham habe das Ka'ba-Heiligtum in Mekka gestiftet. Muhammed schafft somit einen "abrahamitischen" Islam und stellt seinen Glauben gleichwertig neben "Christentum" und "Judentum" in die Welt (S.43).

Die Medinensische Konföderation: Spaltungen von Anfang an
Die Konföderation ist von Anfang an in verschiedene Richtungen gespalten:
-- qurayschitische Muslime
-- Muslime aus anderen Stämmen um Mekka, die die Umsiedlung/hidschra von Mekka nach Medina mitgemacht haben: die "al-muhagirun"
-- medinensische Clans, die von den Muslimen aus Mekka als "Helfer" bezeichnet werden: die "al-ansar" (S.44).

->> die Bezeichnungen schreiben die Herkunft fest und verhindern so eine Vermischung und Integration (S.44).

Muhammad organisiert seine Abwesenheit von Medina mit "Stellvertretern"
Muhammad bestimmt für Zeiten seiner Abwesenheit von Medina "Stellvertreter" / "Kalifen" / arab. "halifat", die in seinem Sinn den Ablauf des Alltags zu kontrollieren haben. Vor allem müssen sie das Freitagsgebet leiten (S.76).

Beduinen-Islam: "minderwertig"
Muhammad definiert bei den Beduinen/a 'rab einen "Islam minderer Qualität" (S.44-45). Die Beduinen haben viele verschiedene Bündnisse, bekennen sich formal zum Islam, können aber ihre Strategie aufgrund der vielen Bündnisse nicht auf Muhammad ausrichten (S.45).

Die Einteilung der Muslime in Untergruppen bleibt bis 800 virulent (S.45).

Pazifisten unter den islamischen Medinensern werden diffamiert
Die ansässigen Medinenser, die die neuen islamischen Gesetze übertreten, werden in Untergruppen unterteilt, darunter die Pazifisten, die als "Heuchler" / "Unzuverlässige": "al-munafiqun" bezeichnet werden. Die "al-munafiqun" weigern sich, Kriege und Feldzüge Muhammads zu unterstützen und alle Feindbilder zu übernehmen (S.44).

Muhammad und seine Anhänger setzen neue Massstäbe, die von anderen Stämmen kopiert werden. Die Hidschra wird zum Wendepunkt in der arabischen Geschichte (S.12).

Justiz der "umma" Muhammads: Abtrünnigkeit wird bestraft
Das Ausscheren aus dem islamischen Bündnis kann geahndet werden (S.40).

Erste Frauenrechte: Islam ist Fortschritt für Arabiens Frauen
-- die vorislamischen Grundmuster werden nicht abgeschafft

-- die überlegene Rechtsstellung des Mannes bleibt unangetastet

-- der Mann behält das Initiativrecht auf Eheschliessung und Ehescheidung
-- die finanzielle Dominanz des Mannes bleibt bestehen

-- das Recht auf mehrere Frauen innerhalb einer Ehe oder im Konkubinat (Sklavinnen) bleibt, jedoch mit Warnungen vor Missbrauch und Mahnen an die Verantwortlichkeit

-- als Gläubige sind Mann und Frau gleichberechtigt, was ein unbestrittener Vorteil gegenüber Juden und Christen darstellt, Frauen können wichtige Rollen im religiösen Leben des Islam übernehmen

-- neue finanzielle Einschränkungen des Mannes:
die Brautgabe des Mannes wird nach Vollzug der Ehe Eigentum der Frau (S.51)

-- neue Frauenrechte:
oo die Ehefrau kann die strikte Gütertrennung verlangen
oo die Ehefrau kann ihren Mann und andere Verwandet beerben
oo geschiedene oder verwitwete Frauen haben finanzielle Mittel und können die Selbständigkeit erarbeiten, und weder Männer noch Familienmitglieder können über sie verfügen (S.51).

Polygamie - Frauenrechte auf Versorgung
-- der Mann muss die Frau finanziell absichern und kann nicht nur den sexuellen Genuss verlangen
-- maximal darf der Mann vier Frauen haben, mit der Bedingung der finanziellen und emotionalen Fürsorge

->> die Muslimin ist als Frau nicht mehr nur Objekt oder Verkaufsgegenstand wie die Frau bei den Stammeskulturen, sondern wird zum ersten Mal handelnde Person, wenn auch nur eingeschränkt (S.52).

Dschhad-Pflicht: Der Islam ist Kriegsreligion
Die Losung Muhammads lautet: Jeder soll "sich abmühen auf dem Wege Gottes / für die Sache Gottes / im Dienst Gottes, unter Einsatz von Besitz und Leben"

->> die Vorschrift ist die individuelle Verpflichtung für jeden Kriegseinsatz
->> die Bereitschaft zum Kampf wird zum Glaubensbeweise
->> die Verweigerung des Kampfes kommt dem Unglauben nah (S.56).

Der Kampf für die Religion gilt als "normal", dient auch als Erwerb von Ansehen und Rang (S.52).

Muhammad nützt das Kriegspotential der arabischen Stämme aus
Muhammad übernimmt das kriegerische Potenzial der arabischen Stämme und bezeichnet alle Kämpfe für den Islam als "Dschihad" , als "heiliger Krieg".

Vielen Muslimen fällt es leichter, durch Krieg den Glaubensbeweise zu erbringen als die Erfüllung der Abgabepflichten oder Gebetspflichten, auch, weil "Ruhm" mit Kriegshandlungen direkt verbunden ist. Muhammad kanalisiert damit das kriegerische Potential der arabischen Männer der Halbinsel für seine Zwecke (S.57).

Muhammad: Unternehmungen und Kriege von Medina aus
Erweiterungen des islamischen Bundes kommen immer in Verhandlungen zustande, zuerst auf Initiative Muhammads, dann mehr und mehr auch von den Clans und Stämmen aus.

-- die Delegationen entsenden Kriegszüge, die den Charakter von kriegerischen Einschüchterungen tragen, um Imposanz zu demonstrieren

-- es kommt, abgesehen von den "kriegerischen Einschüchterungen", zu keiner systematischen islamischen Zwangsmissionierung

-- es finden keine eigentlichen Missionskriege statt (S.39).

Kleine Kriegsexpeditionen der Medinenser im Stil von Razzien, ohne Muhammad
->> schneller Beutegewinn
->> Einschüchterung, auch gegen christliche und jüdische Gruppen der Region mit Ziel, sie zur Zusammenarbeit zu bewegen oder wenigstens die Kollaboration mit dem Gegner zu verhindern
->> mit Ziel der Kontrolle über weiter Stämme, Unterstämme und Clans (S.54)
->> ohne Unterwerfung oder Herrschaft, "nur" mittels Erpressung (S.55).

623
Die erste muslimische Stadt: Medina
Muslim zu sein gilt in Medina bald als normal, Ablehnende werden mehr und mehr isoliert. Die Clans in Medina geben die "heidnischen" Kulte auf und wechseln in den Monotheismus und die Unterwerfung vor Gott und Muhammad (S.34).

Die Clans um Medina einigen sich seit Langem auf gemeinsame Handlungen in zentralen Lebensbereichen. Die Änderung der Lebensstrukturen kommt einer Neugründung des Stammes gleich (S.35).

Beginn der Raubzüge unter Muhammad zur Durchsetzung des Islam
Muhammad lässt in einer "heiligen Zeit" eine Handelskarawane der Quraysch überfallen. Dies ist der erste einer Serie von Überfällen gegen die Quraysch, ist eine Kampfansage. Gleichzeitig können die Muhammad-Gruppen ihre finanzielle Lage gegenüber den Medinischen Stämmen "aufbesssern" und ihren politischen Führungsanspruch postulieren (S.53).

ab 623 ca.
"Schutzsystem" der Muslime
Muhammad führt die "sadaqa"-/"zakat"-Abgabe für Muslime ein als eine Abgabe/Spende von Bündnispartnern, die dafür Schutzleistungen erhalten (S.90).

Muhammad wendet sich gegen "Christen" und Juden wegen Widerspenstigkeit
Die jüdischen Gruppen um Medina haben einigen politischen Einfluss, grenzen sich aber gleichzeitig von der islamischen Bewegung ab. Die jüdischen Gruppen stehen somit gleich im Verdacht, mit den gegnerischen Quraysch gegen die Muslime zusammenzuarbeiten (S.42).

ab Sommer 623 ca.
Medina: Judenverfolgung: Radikalisierung gegen Juden
Die muslimische Bevölkerung wird radikal und macht Stimmung gegen die jüdischen Gruppen in Medina, die sich weiter der Unterwerfung unter den Muhammad-Islam widersetzen (S.42).

624
Kriegszug Muhammads gegen Juden (Judenverfolgung): gegen die Banu Qaynuqa - Auswanderung
Auswanderung der Juden zu umliegenden Oasen (S.42).

Schlachtvorbereitungen der Quraysch und der Muslime - Sieg der Muhammad-Armee in Badr
Die Quraysch sind mit ihren Verbündeten gegen die Gruppen Muhammads und die Medinenser zahlenmässig überlegen. Die Muslime siegen trotzdem bei Badr (S.53).

625
Rachefeldzug der Quraysch gegen Medina: Schlacht am Berg Uhud - muslimische Niederlage
nördlich von Medina mit muslimischer Niederlage, aber deutlicher Schwächung der Quraysch, so dass ein Vormarsch auf Medina für die Quraysch nicht möglich ist (S.53).

625 ca.
Medina: Einführen der Ramadan-Fastenzeit
anstelle eines Tagesfastens, auch, um sich von den Praktiken der jüdischen Nachbarn abzugrenzen. Ramadan ist das Gedenken an den Beginn von Gottes Offenbarungswerk Muhammads. Für eine gewisse Zeit sind die Muslime in den Tagesstunden zum Fasten verpflichtet: "sawm" / "siyam": essen, trinken und Geschlechtsverkehr sind untersagt (S.48).

[Nach Sonnenuntergang wird geschlemmt. Statistisch ist es erwiesen, dass die Menschen während des Ramadans mehr zunehmen als mit normal verteilten Tagesmalzeiten].

Muhammad integriert vorab Mekka-Heiligtümer in den Islam: Ka 'ba-Heiligtum und Arafat
Muhammad integriert die Heiligtümer des Quraysch-Stammes in Mekka in seine Islam-Religion: Ka 'ba, Arafat und andere, ohne über sie zu verfügen (S.38).

625
Medina: Kriegszug Muhammads gegen Juden (Judenverfolgung): die Banu Nadir - Auswanderung der Juden
Die Banu Nadir wandern aus Medina aus zu umliegenden Oasen, die wichtigste ist Haybar (S.42).

ab 626
Medina: Islamische Pazifisten in Medina verweigern die Judenverfolgung
Die "Heuchler" / "Unzuverlässigen" / "al-munafiqun" verweigern die Hetze und Verfolgung gegen Juden in Medina. Sie werden sofort von den fanatischen Moslems der Kollaboration mit den Juden verdächtigt (S.44).

626 ca.
Kriege zwischen Medina und Mekka um Islamisierung oder Stammeskultur: "Dschihad"
(S.38)

627
Medina: Belagerung von Medina durch die Quraysch - Gerücht, die jüdischen Banu Qurayza würden den Bund aufkünden - Pogrom in Medina gegen die jüdischen Banu Qurayza - kein Erfolg der Belagerung
Während der Belagerung von Medina geht das Gerücht um, dass die jüdischen Banu Qurayza den Konföderationsbund aufgekündigt hätten.
Die Muslime ermorden die Banu Qurayza und rotten sie aus. Es kommt zu einem riesigen Blutbad in Medina selber während der Belagerung.
Gleichzeitig beginnen die Muslime, die umliegenden jüdischen Oasensiedlungen als Bedrohung zu empfinden (S.42).

Die Belagerung verläuft trotz der zahlenmässigen Überlegenheit der Stämme aus Mekka ohne Erfolg. Die Muslime verteidigen die Stadt erfolgreich mit Hilfe eines Grabens, was eine völlig neue Kriegstaktik war: "Handaq". Muhammad plant die Rache (S.54).

628
Waffenstillstand zwischen Medina und Mekka in Hudaybiya
Der Waffenstillstand wird nicht von allen Muslimen befürwortet, Muhammad setzt ihn aber durch. Dabei macht Muhammad Kompromisse:
-- er fordert keine Islamisierung Mekkas
-- er lässt sich dafür die Erlaubnis geben, dass seine Muslime die Ka'ba-Kultstätte besuchen können (S.38).

Der Waffenstillstand wird auf zehn Jahre abgeschlossen (S.54).

628 ca.
"Unterwerfungsverträge" zwischen Medina und den jüdischen Oasensiedlungen - Kollektivstrafe gegen Juden
Um die jüdische Unterwürfigkeit zu "garantieren", zwingt Muhammad die jüdischen Gemeinden um Medina zu "Unterwerfungsverträgen", die die Juden zu hohen Abgaben verpflichten. Muhammad wendet sich endgültig von den Juden als "natürliche Verbündete" ab, obwohl die ganze Hetze nur aufgrund eines Gerüchts zustandekam (S.42).

Gleichzeitig postuliert Muhammad gegen die jüdischen Siedlungen die Kollektivstrafe und rückt sie nahe an die "Ungläubigen", denn sie seien maximal "Halbgläubige" (S.43).

628
Festlegung "Wallfahrt" nach Mekka: "Hadsch" nach dem Vertrag mit den Quraysch bei Hudaybiya
Festlegung der grossen Wallfahrt für Muslime aus Medina und Definition des Ka'ba-Heiligtums der arabischen Stämme als muslimisches Heiligtum:
-- Muhammad behauptet, Abraham ("Ibrahim") habe diese zentrale Stätte der Gottesverehrung gegründet-- Muhammad schliesst mit der Heiligerklärung des Ka'ba-Heiligtums für Muslime alle Andersgläubigen von der Wallfahrt "Hadsch" aus: "Heiden" und Juden sind aus dem muslimischen Kreis definitiv ausgeschlossen (S.48).

629
Medina: Zwei Kriegsexpeditionen unter Muhammad gegen Byzanz nach Mu'ta (heute Jordanien) - Niederlagen
Die Muslime betreten damit zum ersten Mal byzantinisches Territorium und beziehen dabei Niederlagen (S.55).

Muhammad und seine Anhänger besuchen in Mekka die Ka'ba-Kultstätte in Mekka
(S.38)

Frühling (?) 630
Medina: Kriegsexpedition unter Muhammad nach Tabuk (heute nördliches Saudi-Arabien)
mit bescheidenem "Erfolg" bei grossen personellen Verlusten (S.55).

630
Medina-Mekka: Muhammad zieht mit Truppen gegen die Quraysch - "gewaltloser" Einzug in Mekka
Muhammad verletzt den Waffenstillstand mit den Quraysch, zieht mit imponierenden Truppen und Verbündeten vor Mekka auf und besetzt Mekka "friedlich" ohne Plünderung, Tötungen oder Zerstörungen (S.54). Forderungen:
-- Muhammad verlangt keine Zwangsislamisierung (sondern "nur" Diskriminierung)
-- Muhammad gewährt den Qurayschiten eine weitestgehende Amnestie
-- Muhammad verbündet sich mit den Qurayschiten zum Krieg gegen die alten Gegner der Quraysch, die Stämme der Hawazin und Taqif (S.38).

Muhammad vollzieht die "Eingliederung" des Quraysch-Stammes in die Medinische Konföderation ohne Krieg. Für die islamische Geschichtsschreibung ist der Vorgang eine Sensation, da der Widerstand der Quraysch ohne Tote überwunden wurde (S.389.

Herbst 630
Mekka: Gemeinsamer Krieg der Muslime und der Quraysch gegen Rivalen bei Mekka
Das neue Bündnis zwischen Muslimen und Quraysch siegt bei Hunayn gegen die Hawazin- und Taquif-Stämme. Ihre Gebiete werden besetzt (S.55).

Muhammad überlässt grosse Anteile der Beute von Hunayn einigen prominenten Vertretern der Quraysch
->> Muhammad schafft so eine Art Reintegration in den Stamm der Quraysch und die Islamisierung der Quraysch gleichzeitig (S.38).

ab 630
Medina: Muhammads Vetternwirtschaft: Er hievt hohe Quraysch in die "umma" - Ka'ba als zentrales Heiligtum
Muhammad hievt für bestimmte Funktionen einige hohe Qurayschiten in die "umma". Gleichzeitig wird das Ka'ba-Heiligtum in Mekka zum zentralen Heiligtum des Islam ernannt (S.38).

Frühling 632 ca.
Muhammad zum ersten Mal auf der Wallfahrt nach Mekka
Muhammad ist zum ersten Mal auf einer Wallfahrt nach Mekka von Medina aus. Seine Wallfahrt und seine Handlungen während der Wallfahrt werden zum Vorbild für die Regeln und Vorschriften für die Wallfahrt nach seinem Tod (S.48).

Mitte 632 ca.
Muhammad stirbt ohne einen Sohn - Nachfolgediskussion - Wahl Abu Bakrs - Kalifat
Der nächste "verdienstvollste" ist Abu Bakr aus dem Stamm der Taym, ohne jede Verwandtschaft mit dem Stamm Muhammads. Abu Bakr versteht sich als Stellvertreter des Gesandten Gottes: "halifat rasul allah" (S.75).

Die "umma" einigt sich auf die Nachfolgeregelung, den "Stellvertreter" ("halifa" / "Kalif") Abu Bakr. Er soll Stellvertreter des "Gesandten Gottes" sein (S.58) von der Sippe der Umayya (S.38).



Karte des Islam auf der westlichen
                          Arabischen Halbinsel 632
Karte des Islam auf der westlichen Arabischen Halbinsel 632



Die Entwicklung des Islam nach dem Tod Muhammads: Rechtsunsicherheit, kein Staatsgefüge, Kalifat ohne Rechte - erster Kalif Abu Bakr - Rassismus unter den Muslimen und Prinzip der Verdienste - Besetzung der ganzen Arabischen Halbinsel

Zusammenfassung
Muhammad hat das Schicksal, ein "grosser Prophet" gewesen zu sein, aber alles unterlassen zu haben, was einer geregelten Herrschaft nach seinem Tod entsprechen würde. Es fehlt ein Nachfolger, es fehlen Rechtsprinzipien, und es fehlen Nachfolgeregelungen. Dadurch kommt es innerhalb der Gebiete des islamischen Glaubens zu Diskriminierungen, Glaubensspaltungen, Bruderkriegen und Morden. Die Menschen, die zum Islam neu konvertiert sind, bekommen innerhalb des Systems Mitspracherechte, aber keine Machtpositionen. Abu Bakr wird der erste Kalif.

Chronologie (Fortsetzung)

632
Zustand der arabischen Halbinsel nach dem Tod Muhammads: Der sich ausbreitende Islam als "Einigungsreligion"
-- die Stammeskulturen und die islamische Konföderation leben nebeneinander her
-- es ist kein durchgreifendes, gesetzliches Staatsgefüge vorhanden
--"Frohe-Botschaft-Effekt": Der muslimische "gewaltlose" Erfolg in Mekka wird auf der ganzen arabischen Halbinsel bekannt und auch weiter entferntere Stämme oder Clans anerkennen Medina als massgebendes politisches Zentrum

-- Muhammad hinterlässt ein eher konventionelles Gefüge von Loyalitäten mit gleicher Qualität der Bündnisse wie früher unter den Stämmen, aber mit viel grösseren Dimensionen, mit Kriegsabkommen, zum Teil zeitlich begrenzten Bündnissen und Neutralitätsbekundungen

-- an kein einziges Bündnis ist eine Bekehrung als Bedingung geknüpft
-- zum Teil sind die Leute in Medina auch nur sehr oberflächlich islamisiert und behalten unterschwellig alte Gewohnheiten bei
-- die inneren Strukturen der Clans bleiben erhalten
-- Muhammad zwingt niemanden zur Änderung von Gewohnheit oder Gesetz
-- Muhammad versteht sich bei jedem Bündnis als "Gesandter Gottes", nicht als Stammes-Scheich (S.39).

->> Die Bündnisse um Medina bekommen einen heiligen Charakter, wie auch die "umma" einen heiligen Charakter hat

->> eine Verletzung gegen das Bündnis mit Muhammad bekommt den Charakter eines religiösen Vergehens je nach Auffassung der Bündnispartner, aber die Qualität ist grundlegend eine stärkere

->> das Risiko, ein Bündnis mit Muhammad aufzulösen, ist ab sofort grösser als bei einem "normalen" Bündnis (S.40).

Die "umma" ist im "luftleeren Raum" vor der Zukunft
Die Kalifen und die "umma" wissen nicht, wie sie sich bei neuen Situationen verhalten sollten. Dieses Dauerproblem wird von er "umma" nie gelöst, v.a. in den neuen islamischen Gebieten. Das Kalifat selbst ist auch nicht definiert (S.81).

Die islamische Konföderation in Medina steht vor dem ersten Test. In der Folge bleibt die grosse Mehrheit der Gruppen der Konföderation bleiben dem Islamischen Bund treu (S.40).

Unvermögen anderer Stammesrepräsentanten - Prinzip der Verdienste
Versuche andere Stammesrepräsentanten, die Führung in der "umma" an sich zu reissen, misslingen, weil bereits Teilbeteiligungen an der Regierungsgewalt sehr negativ verlaufen. Es stellt sich heraus, dass die Zugehörigkeit zum Stamm der Quraysch weiter den allgemeinen Richtwert und die stärkste Durchsetzungskraft besitzt. Innerhalb der Quraysch wird nach "Verdiensten" abgestuft. Hauptsache bleibt die Durchsetzung des neuen Glaubens: der "sabiqa"-Gedanke (S.75).

"Stellvertreterposten" ohne Rechte zu vergeben (!)
Die "umma" kann sich nur darauf einigen, dass es einen "Stellvertreter" geben muss. Die Funktion und die Rechte des Kalifen bleiben aber völlig umstritten (S.97).

ab 632
Medina: Ausbruch der Anarchie und Stammeskämpfe
Verwandte Muhammads dürfen die "umma" führen - Familie Muhammads wird "adlig"
Die Verwandten Muhammads dürfen die "umma" führen. Die Abstammung vom Stamm der Quraysch und des Clans Haschim wird Adelsprädikat. Die Familie Muhammads wird mehr und mehr bevorzugt und verehrt. So wird sie als "adlig" betrachtet, als "qaraba" (S.46).

Erst jetzt werden die meisten Vorschriften ausgearbeitet
Erst nach dem Tod Muhammads werden den Muslimen die vielen Gesetze aufgezwungen, die zum Teil schikanös anmuten:
-- Gottesverehrung mehrmals am Tag mit Anerkennung der absoluten Herrschaft des einzigen Gottes
-- rituelles Gebet "schalat" fünf Mal täglich (S.47).

Spaltungen in der Medinensischen Konföderation - Diskriminierungen statt Gleichberechtigung unter den Muslimen
Nur mit Mühe kann eine Spaltung der Konföderation verhindert werden. Dabei kristallisiert sich klar das Problem der verschiedenen "Klassen" und Muslimen heraus. Die Ideologie verspricht, alle seien gleich, aber die Praxis sieht anders aus und Diskriminierungen und Rangabstufungen aufgrund alter Stammesprinzipien sind alltäglich. Eine Änderung der Einteilung oder eine radikale Gleichberechtigung der Gläubigen findet nicht statt. Die Muslime, die von Mekka auswandern mussten ("al-muhagirun"), bewerten sich immer höher als die konvertierten Moslems aus Medina, die "Helfer", arab.: "al-ansar" (S.44).

Die Rangstreitigkeiten zwischen "Altmuslimen" aus Mekka und Medina und den "Spätmuslimen" aus Mekka kommen auch in der "umma" zum Ausbruch (S.38).

Islamischer Krieg als Mittel zur Einigung - "Abfall" wird bestraft und Gebiete besetzt
Die Kriegsanweisungen und Heldentodverehrungen von Muhammad bleiben verbindlich. Die "umma" postuliert neue militärische Ziele
-- Syrien / Palästina (Byzanz)
-- Irak (Persien)
-- alle Nicht-Araber/'agam (S.57).

Die Stämme, die aus dem islamischen Bündnis ausscheren und die Konföderation von Medina verlassen wollen, werden der "Apostasie vom Islam" ("Abfall vom Islam") für schuldig befunden. Muslimische Krieger bekämpfen die "abfallenden" Stämme und besetzen deren Gebiete (S.40, 58).

Die Kalifenherrschaften: ohne Gesetz und Gesetzgeber (!)
Die Kalifen müssen ohne Gesetz und Gesetzgeber regieren, weil niemand es wagt, das Verhalten nach den Offenbahrungen Muhammads in Gesetze zu fassen:
"Eine unabhängige Gesetzgebung in Konkurrenz zu diesem Komplex von göttlich/prophetischen Lebens-Regulativen - oder auch nur neben diesem - war ganz undenkbar."

->> der Kalif muss die Offenbahrung Muhammads quasi bewahren (S.80)

->> der Kalif muss dafür sorgen, dass die Lebensweise sich weiter im Rahmen der Lebensweise unter Muhammads Regierung vollzieht und sich nichts ändert.

"Der "Halifa", eben als "Stellvertreter/Statthalter des gesandten Gottes", hatte den vorgegebenen Rahmen zu konservieren und dafür zu sorgen, dass sich muslimisches Leben korrekt in diesen Abmessungen gestaltete, nicht aber neue Setzungen vorzunehmen." (S.80-81)

->> gleichzeitig kommen in den neuen islamisierten Gebieten manche Stammesbräuche zum Vorschein, mit denen Muhammad nie konfrontiert worden war. Die Regelung ist im Prinzip eine nach den Richtlinien unmögliche Aufgabe (S.81).

Geldquellen der "umma": Steuern von Muslimen und Nicht-Muslimen
-- die "sadaqa-"/"zakat"-Abgabe der Muslime
-- die Steuern der Nicht-Muslime in den Expansionsgebieten (S.90).

Die "sadaqa"/"zakat"-Abgabe, die bisher eher eine Spende der Bündnispartner war, wird nach dem Tod Muhammads zur Pflichtabgabe / Steuer für alle Muslime ab einem bestimmten Einkommen. Ab einem bestimmten Einkommen werden konstante 10 Prozent versteuert (S.91).

Die nicht definierte Nordgrenze Arabiens - Ridda-Kämpfe: Besetzungskriege von Teilen der Muslime auf der arabischen Halbinsel - Eliteeinheit "Schwert Gottes"
Da die Nordgrenze der arabischen Halbinsel nicht klar definiert ist, kommt es zur politischen Zusammenarbeit mit Grenzstämmen im Euphratgebiet und im Süden Palästinas und Syriens (S.58).

632/633
Arabische Halbinsel: Unterwerfung durch Muslime, "ridda"-Kämpfe
Die fanatischen muslimischen Verbände vollziehen die sogenannten "Apostosie"- Kämpfe, "ridda"-Kämpfe, um die "umma" auch ohne Muhammad als einzige zukunftsweisende Macht auf der arabischen Halbinsel zu etablieren. Unter den besiegten Gruppierungen sind auch Stämme, die eigene Propheten haben, insgesamt drei Propheten und eine Prophetin. Sie werden alle zu Verträgen mit Medina gezwungen. Ein Grossteil der Verbündeten beteiligt sich aber nicht an der "ridda" (S.58).

Während der "Ridda" bildet sich eine Eliteeinheit heraus, das "Schwert Gottes" ("sayf Allah"). Um dort Mitglied zu sein, spielt nur die Fähigkeit eine Rolle, nicht die Religion, ob Muslim oder nicht (S.59).

Karte der Ridda-Kämpfe Juli 632 bis März 633
vergrössernKarte der Ridda-Kämpfe Juli 632 bis März 633

632-634
Das erste Kalifat unter Kalif Abu Bakr
(S.82)

632-644
Kalifate von Bark und 'Umar: Konsens zwischen Regierung und Bevölkerung
In der Zeit der Kalifate von Abu Bakr und Umar sind die Anweisungen betreffs Kultus und Recht sind noch mit der muslimischen Bevölkerung allgemein konsensfähig (S.829).

633
Muslimische Besetzung der gesamten arabischen Halbinsel
ist im Grossen und Ganzen abgeschlossen (S.58).

Karte des Kalifats von Abu Bakr,
                634
Karte mit dem Kalifat unter Kalif Abu Bakr 634

ab 633
Abstufungen der Muslime in eine Hierarchie - alltägliche Diskriminierung
-- Vertraute des Propheten
-- Muslime der medinensischen "umma"
-- alle, die mit Muhammad gesprochen/die ihn gesehen haben
-- alle, die Muhammad vielleicht gesehen haben
-- alle, die Kontakt zu Muhammad hätten haben können
-- alle, die zu Lebzeiten Muhammads gelebt haben (S.45).

Allgemein kann die "neue Ordnung" die genealogischen Stammesordnungen nur überlagern, aber nicht auflösen (S.45).

Zum Beispiel werden Namen von Gefallenen den Clans weiter zugeordnet, so dass offiziell auch den alten, vorislamischen Clans Beachtung geschenkt wird (S.46).

Die muslimischen Stammesstrukturen verhindern ein muslimisches Massenheer
Die Kampftruppen der Muslime sind clanmässig und überhaupt nicht einheitlich geführt und erledigen ihre Kämpfe in eigener Regie.
Kein einziger Kalif hat sich während seiner Amtszeit militärische Verdienste erworben. Die Expansion vollzieht sich ohne jeden Oberbefehl, weil die Clan-Strukturen nie überwunden werden können.
Ein muslimisches Massenheer ist unmöglich. Die Loyalität zum Clan ist immer stärker als die zum Kalifen oder Propheten (S.87).

633
Offene Nordgrenze Arabiens fast ohne Befestigungen
Die Nordgrenze ist weitgehend unbefestigt. Eine geographische Barriere ist ebenfalls nicht vorhanden. Es handelt sich um durchlässige Randgebiete der Grossreiche Byzanz und Persien. Ein Vorstoss des Einfluss des Islam ist also von vornherein möglich und stösst nur auf wenig Widerstand (S.62).


Muslimische Einfälle auf byzantinisches und persisches Gebiet ohne grossen Widerstand - Diskriminierung und harag-Steuer gegen Andersgläubige - unkontrollierte Beuteeinnahmen - Kalif 'Umar 634 - Besetzung Syriens und Mesopotamiens, Siege gegen persische und byzantinische Grossheere

Zusammenfassung
Die muslimischen Kriegergruppen stossen im Norden an der Grenze der Reiche Byzanz und Persien kaum auf Widerstand der Ordnungsmächte. Die muslimischen Gruppen treffen also genau auf eine strategische Schwachstelle. Juden und Christen erleben unter den Muslimen "nur" Diskriminierung, aber keine Unterdrückung. Es entwickelt sich zum ersten Mal ein islamisches "Imperium", ohne dass die Strukturen dafür geschaffen sind. Die byzantinischen und persischen Strukturen werden zum grossen Teil sogar übernommen. Für Nicht-Muslime gilt die "harag"-Steuer, die höher ist als die Steuer für Muslime. Genau deswegen aber wird niemand zur Konvertierung gezwungen, damit die Steuereinnahmen höher bleiben. Mit diesem Vorgehen besetzen die Muslime ganz Syrien, Palästina und Mesopotamien. Persische und byzantinische Heere haben gegen die äusserst schnellen und flexiblen arabischen Reiterstämme keine Chance. In Damaskus garantiert die islamische Regierung vertragliche Religionsfreiheit. Gleichzeitig kommt es schon zu einzelnen Autonomiebestrebungen der muslimischen Clans. Ein riesiges Chaos kündigt sich an.

Chronologie (Fortsetzung)

633/634
Nordgrenze Arabiens: Erste muslimische Einfälle auf byzantinisches und persisches kaum bewachtes Gebiet
Es kommt zu ersten muslimischen Einfällen ins byzantinisch kontrollierte Südpalästina und ins persisch-sassanidische Südmesopotamien (S.59).

ab 633
Nord-Arabien/Byzanz/Persien: arabische Besetzung ohne viel Widerstand
Die muslimischen Einfälle in Byzanz und Persien werden von den dortigen Regierungen aus Schwäche zuerst gar nicht beantwortet. Zudem handelt es sich um alltägliche Handlungen, denn Überfälle arabischer Clans finden seit geraumer Zeit statt. Die Regierungen von Byzanz und Persien denken nicht im Traum an die Existenz einer grossen revolutionären Kraft auf der arabischen Halbinsel (S.62).

Die islamischen Propagandisten können zudem ohne Gegenwehr die Bevölkerung gegen Byzanz und Persien aufwiegeln und von den grossen Erfolgen und Heldentaten in Medina und Mekka berichteten und beeindrucken.
Die ersten muslimischen "Besetzungen" im nordarabischen Raum vollziehen sich beinahe kampflos und sichert den muslimischen Verbänden wichtige strategische Positionen in Syrien/Palästina und am Euphrat (S.63).

Das muslimische Vordringen auf byzantinischem und persischem Gebiet: Juden und Christen erleben "nur" Diskriminierung
Die Muslime können genau an der Grenzlinie zwischen byzantinischem und persischen Machtbereich vordringen, genau die Schwachstelle der beiden imperialen Systeme.

Die Muslime verlangen Unterwerfung unter "Allah", aber nicht die Konvertierung. Es wird keine Konvertierung mit kriegerischen, sondern "nur" mit taktisch-diskriminatorischen Mitteln zu erreichen versucht (S.64).

Es handelt sich dabei um jüdische und christliche Gebiete, von denen vertragsmässig Abgaben verlangt werden. Es entwickelt sich eine Vertragspraxis nach dem Muster:
Die Muslime erhalten Abgaben "dschizya" und müssen dafür den Schutz/dimma des Gebietes vor byzantinischen und persischen Truppen garantieren (S.64).

Der Schutz umfasst Leben, Besitz und Kultstätten, Schutz vor Übergriffen gewalttätiger Muslime und Schutz vor Feinden. Die Muslime setzen sich somit selber als Clan-Oberhaupt der Bevölkerung ein nach dem Vorbild ihrer alten Schutzvorschriften, die ein Clan dem Mitglied zu bieten hat (S.65).

Steuern, Religionsfreiheit und Übernahme von Strukturen
Abgaben können verschieden hoch ausfallen. Vorteilhaft ist jedoch, eine niedrigere Abgabe als die byzantinische oder persische anzusetzen.

Die Religionsfreiheit wird unter den Muslimen garantiert. Eingegriffen wird nur, wo die muslimische Religionsausübung gestört wird. Als Gegenleistung werden in den Verträgen freie Kost und Logis, Führerdienste und Kundschafteraufgaben festgeschrieben.

Die neue Dimension der Freiheit im Moment der muslimischen Ausbreitung
->> es handelt sich um eine noch nie dagewesene Glaubensfreiheit für Christen und Juden in diesen Gebieten
->> die Muslime werden manchmal sogar als Befreier gefeiert (S.65)

->> die Muslime können mit der weiteren Unterstützung der Bevölkerung rechnen, können sich als neue Regenten halten und in kleinen Gruppen weiter die Revolution des menschlichen Daseins vollziehen (S.65)

->> die Muslime können ihre Logistik und neue Basislager für weitere Expeditionen aufbauen, wobei ihnen die Bevölkerung dabei sogar zum Teil behilflich ist (S.65)
->> die Verwaltung der Gebiete und die Beamtenschaft wird zum grossen Teil übernommen, da die Bevölkerung den Muslimen ja behilflich ist. So können grosse Potentiale bei den Muslimen für die weitere Expansion eingespart werden (S.71-72).

Nordarabische, ostbyzantinische, westpersische Grenzgebiete: Der neue Islam wird gerne als Macht toleriert
Die Bevölkerungen Keinasiens stehen einer neuen, offensichtlich toleranteren Bewegung wie dem Islam positiv gegenüber:

"Eine politische Neuorientierung, möglicherweise ein Wechsel in der Herrschaft, konnten daher grossen Teilen der autochthonen Provinzbevölkerung in Syrien / Palästina und im Irak durchaus als attraktiv erscheinen, falls sie sich unter Voraussetzungen vollzogen, die eine Verbesserung ihrer Lebensumstände versprachen." (S.64)

Arabische Stämme regieren erstmals ein Imperium - das Weltexperiment
Die arabischen Statthalter und Kalifen betreten völliges Neuland, grosse Flächen zu regieren. Bisher handelte es sich um kleine Stammesterritorien. Das grossflächige Reich zu regieren wird zu einem Weltexperiment (S.104).

Da die Loyalität zum Stamm bestehen bleibt, werden keine übergreifenden politischen Gemeinschaften gebildet und das Reich versinkt bald im Chaos (S.104).

"umma": Beuteeinnahmen und willkürliche Steuer für Nicht-Muslime
"umma": Steuer für Nicht-Muslime: "dschizya" / "haradsch" in verschiedener Höhe je nach Gegend, willkürlich. Es existiert keine Leitlinie für die Steuer der Nicht-Muslime (S.91), aber immer höher als die Steuer für Nicht-Muslime, also immer über 10 Prozent (S.92).

"umma": Expansion im Euphrat-Tigris-Gebiet östlich von Arabien: Das persische Steuersystem wird übernommen
Nur die oberste Kontrolle wird muslimisch ausgeübt, das übrige Personal wird übernommen.
Die persische Agrar-/Bodensteuer der Sassiniden wird ebenfalls übernommen, arab. "haradsch" (S.92).

->> der Hauptteil der Steuern an die Muslime wird von den Nicht-Muslimen bezahlt (!) (S.92-93)
->> es finden keine gross angelegten Konvertierungen statt, weil die Muslime die Steuerhoheit haben (und Steuereintreiber) und die Muslime möglichst viele Nicht-Muslime behalten wollen, die für sie die Steuern bezahlen (!) (S.93).

634-644
Medina: Tod von Kalif Abu Bakr - Wahl 'Umars
Der nächste "Verdienstvollste" ist Umar aus dem Stamm der Adi, wie Abu Bakr ohne jede Verwandtschaft mit dem Stamm von Muhammad (S.75).

634 ca.
Finanzielles Kriegsabkommen des Kalifen mit dem arabischen Ba¢ila-Stamm zur Islamisierung in Nordarabien
Der Stamm schliesst mit Kalif Umar einen Vertrag ab, der dem Badschila -Stamm einen hohen Beute-Anteil sichert. Es handelt sich somit um "Heerfolge auf Geschäftsbasis", was mit Glaube und Idealismus nicht viel zu tun hat (S.88).

ab 634
Kalif Umar muss die Passivität der Kalifen begründen
Kalif Umar muss begründen, warum Kalifen sich nicht an der Expansion beteiligen dürfen. Hochrangige Berater begründen, die ganze "umma" sei sonst in Gefahr, denn eine Niederlage eines vom Kalifen geführten Heeres wäre eine Katastrophe und der eventuelle Tod des Kalifen könne zum Ende des Islam führen (S.88).

Kalif Umar: Anfang der muslimischen Datierung in seiner Korrespondenz
Umar wählt das Jahr 622 der Auswanderung Muhammads nach Medina ("hidschra") als das "Epochedatum" für ein neues Jahr 0 der muslimischen Datierung. Fortan führt er seine Korrespondenz mit der spezifisch muslimischen Datierung (S.11).

Begründung:
-- Muhammad lässt 622 den Polytheismus hinter sich
-- die Auswanderung Muhammads bedeute die definitive Scheidung von "richtig" oder "falsch"

->> Die Suren des Koran werden nach dem Jahr 622 geordnet: was vor der Hidschra stattfand, als "mekkanisch", was nach der Hidschra stattfand, als "medinensisch" (S.11).

[Ergänzung: Jahr 0 - Jahr 622 - Jahr 324
Gemäss der neuen christlichen Datierung mit Berücksichtigung der erfundenen 298 Jahre von "Karl dem Grossen" wird das Jahr 622 zum Jahr 324].

634-640
Beginnende Expansion des Islam in Syrien und Palästina
Vertreibung der byzantinischen Herrschaft aus Syrien und Palästina unter militärischer Führung von Mu'awiya. Er verpflichtet die einzelnen muslimischen Clans auf seine Person (S.89).

ab 635
Die muslimische Mission in unbekanntem Land - muslimische Ortschaftsgründungen
Die Araber betreten völlig unbekanntes Land, kommen in fremde Umgebung und sind in der Minderheit. Trotzdem kann sich der Islam durchsetzen. Konvertierte Unterworfene, "mawali", spielen dabei eine Hauptrolle in den muslimisch geschützten Gebieten (S.72).

Da die Muslime in der Minderheit und in unbekannter Umgebung sind, siedeln sie nicht neben der Bevölkerung, nicht unter ihr, sondern neben ihr: Sie gründen viele neue Siedlungen, die rein muslimisch verwaltet werden. Die angestammten Siedlungen der Bevölkerung bleiben unangetastet erhalten und leisten Abgaben bei voller Glaubensfreiheit (S.72).

In den neuen muslimischen Ortschaften (arab. "amsar", sing. "misr", oder arab. "adschnad", sing. "dschund") herrschen die alten tribalen Ordnungen der arabischen Halbinsel. Die Clanordnungen bleiben bestehen. Jeder Clan herrscht über seinen eigenen Bezirk (arab. "hitat", sing. "hitta"). Diese Siedlungsform bleibt für einige Jahrzehnte bestimmend (S.72).

ab 635 ca.
Autonomiebestrebungen der Clans in den Expansionsgebieten
Die Siege der arabisch-muslimischen Verbände verstärken den Drang, wieder eigenständig nach ihren Clan-Regeln zu leben. Damit werden die Autonomiebestrebungen immer sichtbar. Das Kalifat ist fortan nur eine Zahlstelle, aber nicht relevant für die Loyalität (S.99).

Auseinandersetzung um reiche Agrarböden im Zweistromland - die "umma" setzt mit Gewalt die Kollektivierung durch
Nach Auffassung der vorrückenden islamischen Clan-Verbände an Euphrat und Tigris sind die fruchtbaren Böden ebenfalls Kriegsbeute und müssten zu 80 Prozent unter die Kämpfer verteilt werden. Zumindest sollten die auf den Ländereien erhobenen Steuern zu 80 Prozent an die beteiligten Muslime fliessen. Der Kalif und die "umma" lassen eine solche Regelung nicht zu und verstaatlichen die Flächen, so dass die ganze Agrarsteuer an die "umma" fliesst. Ein grosser Teil der Muslimkämpfer fühlt sich betrogen. Haarmann:

"Durchgesetzt hat sich schliesslich die Ansicht, diese Ländereien seien Gesamtbesitz der Muslime/fay', sie müssten auch noch für den Unterhalt kommender Generationen von Muslimen zur Verfügung stehen, ihre (Steuer-) Erträge hätten deswegen ans "bayt al-mal" zu gehen. Doch durchgesetzt werden konnte diese neue Rechtsposition nur auf dem Machtwege; was danach blieb, war die teils verdeckte, teils offene Opposition von Gruppen, die sich um ein gutes - und durchaus vertretbares - Recht betrogen fühlten." (S.95).

->> Die "umma" legt fest, dass nur Personen konvertieren können (S.95).

Neu-Muslime "mawali" werden diskriminiert
Konvertierte Neu-Muslime nicht-arabischer Herkunft, sogenannte "mawali", haben in der "umma" grosse Schwierigkeiten, als gleichberechtigt anerkannt zu werden (S.95).

"umma": Beutekontrolle ist kaum möglich
weil die "Sammelstellen" weit weg liegen. Der Kontakt zwischen Kalif und ansässigem Gouverneur ist entscheidend. Die Gouverneure wechseln häufig. Beuteteile werden veruntreut oder werden für die Bezahlungen vieler fremder Verbände zur Bündnisschliessung ausgegeben (S.96).

636
Muslimischer Sieg gegen ein byzantinisches Grossheer am Fluss Jarmuk / Yarmuk
Die muslimischen Stammesverbände können die zahlenmässig überlegenen byzantinischen Truppen am Jordan-Nebenfluss Yarmuk überraschend besiegen (S.59).

Um die arabische Invasion in Syrien zurückzuschlagen, hat der byzantinische Kaiser Heraclius zwei Armeen ins Feld geschickt - eine von Norden, und die andere von der palästinensischen Küste her kommend. Der arabische General Khalid ibn-al-Whalid zieht seine muslimische Kavallerie ins Jarmuktal zurück, ein östlicher Nebenfluss des Flusses Jordan. HIer bekommt er von Medina aus und von einigen syrisch-arabischen Stämmen Verstärkung. Die muslimische Streitmacht kommt nun auf ungefähr 25.000 Krieger. Die byzantinischen Kräfte unter Theodorus Trihurius sind doppelt so stark, aber ein grosser Teil davon sind asiatische Hilfstruppen.

Am 20 August 636 eröffnen die Muslime die Schlacht mit ihren üblichen Reiterangriffen, die zuerst zurückgeschlagen werden. Die muslimischen Reiterkrieger führen ihre Angriffe weiter, bis die byzantinischen Linien am Ende des Tages zusammenbrechen. Die nachfolgende Niederlage bringt den Reichstruppen enorme Verluste; ungefähr 4000 Moslems werden getötet.

Die Niederlage bricht die byzantinische Macht im südlichen Syrien und in Palästina. Die muslimische Welle schwappt ohne Widerstnad in Richtung Damaskus, woe für die nächsten 100 Jahre die Hauptstadt des Islam aufgebaut wird. Vor dem Vorstoss ins nördliche Syrien kehren die Muslime nach Jerusalem zurück.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

Karte, Islam mit den
                        Schlachten am Jarmuk 636 und bei Kadisija 637
Karte, Islam mit den Schlachten am Jarmuk 636 und bei Kadisija 637
Islamische
                        Reiterkrieger
Islamische Reiterkrieger mit tödlichem Schwert.


636
Die persische Hauptstadt Ktesiphon (arab. "al-Mada'in") wird muslimisch regiert
(S.59)

Muslimischer Sieg gegen syrisch-byzantinische Truppen am Yarmuk
(S.59)

Islamische Regierung in Damaskus: vertragliche Religionsfreiheit
Damaskus, überwiegend von Christen bewohnt, kommt vertraglich durch den muslimischen Anführer Halid b. al-Walid unter muslimische Kontrolle. Alle "Heiligtümer" bleiben unverletzt, auch die zentrale Johanneskirche (S.59, 83).

Muslimischer Durchbruch gegen Byzanz und Persien
Mit dem Sieg gegen die grossen byzantinischen und persischen Aufgebote schaffen die Muslime den Überraschungseffekt und den Durchbruch. Für Byzanz und Persien ist es der Anfang vom Ende (S.63).


Kalif Umar als "Anführer der Gläubigen im Kampf" - "Ostmission" gegen Persien ab 636 und in Afrika ab 639 - islamische Datierung 622 - "mawali"-Diskriminierung - Bestechung als Mittel gegen Autonomieforderungen - muslimischer Sieg gegen zweites persisches Massenheer bei Nihawand - Bevölkerung Nordafrikas: Berber, Lateiner, Byzantiner, Juden - neues Kriegsziel Konstantinopel - Ifriqiya - Kalif 'Utman 644

Zusammenfassung
Die muslimische Mission einer Oberherrschaft und der Duldung anderer Religionen setzt sich nach Osten wie nach Westen fort. Kalif Umar setzt derweil das Jahr 622 der christlichen Zeitrechnung als muslimisches Jahr 0 fest. Die Neu-Muslime "mawali" werden konstant diskriminiert. Die innermuslimischen Spannungen nehmen zu. Autonomieforderungen gewisser Stämme, die sich durch Besetzungen "Verdienste" erworben haben, kann der Kalif nur noch mittels Bestechungen niederhalten. Die Bevölkerung Nordafrikas aus Berbern, Lateinern, Byzantinern und Juden bekommt durch die muslimischen Araber eine fünfte Komponente. Byzanz wird zu einem ersten grossen Kriegsziel, die Provinz "Africa" in "Ifriqiya" umbenannt. 644 tritt Kalif Utman als erster Umayyade das Kalifenamt an. Er hat kaum noch Macht und ist immer mehr von den Clans abhängig. Es ist keine imperiale Struktur vorhanden.

Chronologie (Fortsetzung)

ab 636 ca.
Kalif 'Umar gibt sich zusätzlich einen zweiten Titel "Anführer der Gläubigen im Kampf": "amiral-mu'minin"
-- mit dem Anspruch, die Kriegsführung in Nordarabien zentral zu steuern.
-- die beiden Titel "Stellvertreter" und "Anführer" behält er (S.76).

ab 636
Muslimische Mission in Richtung Osten (heute Iran): Zoroastrismus
Die Bevölkerung ist meist Anhänger des Zoroastrismus/madschus mit einem "Feuerheiligtum" und sind somit auch "Schriftbesitzer". Somit sind die Leute für die Moslems wie Juden und Christen "Halbgläubige", die mittels Verträgen bei Gegenleistungen die Glaubensfreiheit erhalten (S.66).

ab 636 ca.
Die muslimische Besetzungspraxis
auf dem asiatischen Kontinent - Etablierung islamischer Steuerabgaben ohne grosse Kriege und ohne System

Religionsfreiheit, Schutz vor anderen Mächten, Abgabe- und Dienstpraxis sowie die Zuverlässigkeit der muslimischen Regenten werden in ganz Kleinasien bekannt (S.66).

Es kommt dadurch durchaus vor, dass die Muslime von ganzen Bevölkerungsteilen sogar Vertragsangebote unterbreitet bekommen und ein völlig kampfloser, gefeierter muslimischer Einzug auf byzantinisches oder persisches Gebiet vor sich geht (S.66).

Grosse Schlachten kommen nur gegen imperiale Grossheere vor, die meist aus landfremden Söldnern bestehen und oft ohne Unterstützung der Bevölkerung kooperieren müssen (S.67).

Die Muslime gelangen ohne grosse strategische Planung oder festes strategisches Kriegsziel in weite Gebiete, zum Teil kampflos und ohne jede Zerstörung. Die innerarabischen Strukturen zwischen Quraysch, "umma"-Stämmen (Mitglieder der ersten Versammlung in Medina) und "ridda"-Kämpfern (Kämpfer der Islamisierung der ganzen arabischen Halbinsel) bleibt dabei immer erhalten (S.67).

Die Muslime handeln ohne einheitlichen Oberbefehl, ohne grosse Kriegsziele und ohne die aktive Beteiligung eines Kalifen. Die Idee des Islam der Unterwerfung unter einen Gott und gleichzeitiger äusserlicher Toleranz ist derart revolutionär, dass die Ausbreitung vergleichsweise wenig durch Beutezüge und Zerstörungen bestimmt ist, sondern von Integration und Gleichberechtigung.
Kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, wird die Konfrontation formative und entscheidende Kraft für die arabischen Männer auf der Suche nach "Ruhm" und Anerkennung (S.68).

Die Anwerbung neuer Männer für den "heiligen Krieg" gegen die byzantinischen und persischen Imperien ist problemlos. Bewährung im Kampf ist mit der Hoffnung aus sozialen Aufstieg verbunden, auch wenn der Kämpfer dabei nicht einmal zum Islam konvertiert. Tod im Kampf ist im Islam eine "Ehre", die den Krieger in die Nähe Gottes bringt. Mit diesen Bedingungen haben die muslimischen Einheiten Zulauf und Energie, weil der Einsatz einen sozialen Wert hat, unabhängig von Sieg oder Niederlage (S.69).


Die Eigenschaften der arabischen Kämpfer sind vergleichsweise hervorragend

-- die Stämme, die Jahrhundertelang gegeneinander gekämpft haben, bringen ein hohes Mass an Beweglichkeit mit (S.69)

-- die Beweglichkeit kompensiert die numerische Unterlegenheit gegenüber den Massenheeren der Imperien (S.71)

-- die Fähigkeiten zur Improvisation sind aufgrund des kargen Lebensstils auf der arabischen Halbinsel sehr weit entwickelt

-- das Nachschubpotential an Kriegern aus der Ursprungsregion ist sehr gross (S.69).

Die Ausbreitung des Islam in der Welt ist kein Feldzug und kann auch nicht als Feldzug dargestellt werden. Es ist ein gruppenweises Vorgehen, wobei sich Niederlagen kaum auswirken, weil nur kleine Kontingente betroffen sind. Es kommt praktisch nie zu einer "Entscheidungsschlacht", sondern die muslimischen Gruppen agieren im Stil einer "Hydra", die von Imperien befreit (S.70).

Jedes kleine Vorwärtskommen im "Dschihad" wird als Erfolg bewertet. Prestige-Objekte gibt es kaum, und somit auch kaum Kristallisationspunkte, wo die Muslime "entscheidend" geschlagen werden könnten. Niederlagen sind gering und werden durch wiederholte Angriffe weggesteckt und kompensiert. Endgültige Niederlagen sind die Ausnahme. Es ist ein Handeln nach der Gunst der Stunde ohne feste Kriegsziele nur mit dem Ziel, gegen Byzanz und Persien den Bevölkerungen die Lebensumstände zu erleichtern (S.70).

635/636
Unflexibles persisches Grossheer stellt sich den muslimischen Reiterkriegern entgegen
Das persische Grossheer hat in den vordersten Linien Kriegselefanten und Krieger, wobei die Elefanten mit Ketten untereinander verbunden sind, damit sie nicht weglaufen können. Flexibilität und Schnelligkeit fehlen dem persischen Heer völlig. Die schnellen arabischen Reiter können ihre zahlenmässige Unterlegenheit dadurch mit Schnelligkeit und Wendigkeit ausgleichen (S.71).

637
Muslimischer Sieg gegen persisches Grossheer
Die muslimischen Stammesverbände können das persisch-sassanidische Grossheer bei Qadisiyya westlich von Nadschaf (heute Irak) überraschend besiegen (S.59). Mitentscheidend am muslimischen Sieg gegen das persische Heer bei Qadisiyya ist das starke Kontingent des Badschila-Stammes (S.87).

Muslimische
              Reiter im Angriff
Muslimische Reiter im Angriff

637
Die Schlacht von Kadisiya / Kadisija: Kampf gegen Elefanten - ein Sandsturm bringt den Muslimen den Sieg

Die wachsende Macht der arabischen Moslems macht den Kampf mit dem persischen Sassanidenreich im Osten unausweichlich. [Friedenspolitik gab es damals noch nicht].

Die Perser bewegen sich zuerst. Rustam, der Regent von Kaiser Yazdegerd III., zieht im Frühling 637 eine Armee von ungefähr 100.000 Männern zusammen und lässt sie über den Fluss Euphrat nach Kadisiya bringen, nahe der heutigen Stadt Hilla im Irak. Kalif Omar I. erwartet den Angriff. Er entsendet 30.000 arabische Reiter unter Sa'ad ibn-Abi-Waqqas.

Kaiser Yazdegerd III., Profil auf
                einer Münze
Kaiser Yazdegerd III., Profil auf einer Münze

Die Schlacht beginnt mit der üblichen Serie von Reiterangriffen der Araber. Aber die grosse persische Streitmacht hält stand und greift dann ihrerseits mit Elefanten an, die den arabischen Pferden Angst und Schrecken einjagen. Sa'ad hat alle Mühe, am ersten Tag die Übersicht zu behalten. Am zweiten Schlachttag erleiden die Muslime schwerere Verluste als erwartet. Am dritten Tag erhält Sa'ad durch einige Veteranen vom Syrienfeldzug Verstärkung, die wissen, wie man gegen Elefanten vorgeht: mit Pfeil und Speer. Die verwundeten Tiere müssen zurückgezogen werden und öffnen nun der arabischen Kavallerie die Lücken für ihre Angriffe. Die Muslime greifen den ganzen Tag durch an und auch in der Nacht (genannt die "Nacht des Lärms" (engl. "Night of the Clangor").

Bei Tagesanbruch beginnt ein Sandsturm, den Persern ins Gesicht zu blasen. Rustam bringt sich in Sicherheit, indem er durch den Kanal schwimmt und zum Euphrat rennt. Er wird gefangengenommen und enthauptet. Die persische Armee fällt nun auseinander, und die Araber fügen ihr schreckliche Verluste zu und lassen sie nicht in Ruhe. Die muslimischen Verluste der Schlacht belaufen sich auf 7500 Tote. Die Araber machen reiche Beute mit dem juwelenbesetzten, heiligen Banner der Perser.

Sa'ad überquert den Euphrat und verfolgt die Muslime weiter. Kaiser Yazdegerd bietet an, alle seine Gebiete westlich des Tigirs zu unterwerfen. Die Araber verspotten ihn aber nur. Da verlässt der persische Kaiser seine Hauptstadt Ctesiphon, die sofort besetzt und geplündert wird. Später macht er noch zwei Versuche, die Muslime aufzuhalten, aber die entscheidende Schlacht des arabisch-persischen Krieges hat schon bei Kadisiya stattgefunden.

637
4 Monate muslimische Belagerung von Jerusalem - Byzanz schickt keine Hilfe
Nach dem grossen Sieg am Fluss Jarmuk drängt eine arabische Armee in Richtung Norden nach Damaskus, und eine zweite greift Jerusalem an. Dort gibt es keine byzantinische Armee, die die Stadt und die Einwohner verteidigt. Die Einwohner unter Patriarch Sophronius, fliehen hinter die Stadtmauern. Die Stärke der muslimischen Armeen ist einseitig die schnelle Kavallerie. Die Muslime können die befestigte Stadt umzingeln, mehr nicht.

Jerusalem 637
Jerusalem 01

Unter der persönlichen Leitung von Kalif Omar I. wird Jerusalem vier Monate belagert. Schliesslich unterwerfen sich die Verteidiger der Stadt dem Kalifen Omar. In den nächsten Jahren wird ganz Palästina dem muslimischen Recht unterworfen.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

[Byzanz hat scheinbar keine Truppen, die die Belagerung unterbrechen könnten].

637
Persien: Persische Niederlage bei der Schlacht von Jalula
Die persische Armee, die bei Kadisiya geschlagen worden war, wird nun sechs Monate später unter Kaiser Yazdegerd III wieder aufgestellt. Sie bezieht am Eingang der Berge, 50 Meilen nördlich von Madain, ihre neue Position.

Die arabische Armee von Sa'ad ibn-Abi-Waqqas plündert die reiche Hauptstadt Ctesiphon und reitet in Richtung Norden gegen die persische Armee. Bei Jalula beginnen die Muslime ihre Angriffe gegen die schwerbewaffneten, aber demoralisierten Perser. Das Heer von Yazdegerd erleidet wieder eine Niederlage und muss flüchten, mit schwersten Verlusten. Die Muslime drängen ihre Invasion weiter und besetzen das zentrale Persien. Kaiser Yazdegerd braucht vier Jahre, um wieder eine Armee aufzubauen.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

638
Syrien: Schlacht von Aleppo - Syrien wird ganz muslimisch
Nach der Besetzung von Damaskus und dem Einbruch nach Jerusalem stehen die Araber vor dem Vorstoss ins nördliche Syiren. Im Jahre 638 führt Kahlid ibn-al-Walid seine muslimische Kavallerie nach Antiochien und nach Aleppo. Widerstand gibt es nur in Aleppo. Die byzantinische Garnison flieht in die Zitadelle, wo sie 5 Monate Belagerung standhält. Zuletzt gibt der belagerte Kommandant auf und lässt sich zum Islam bekehren. Damit ist der letzte Widerstand in Syrien gebrochen. Die muslimische Flut nach Kleinasien wird nun nur noch durch die Taurus-Berge aufgehalten.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

ab 639
Afrika: Islamische Expansion Ägyptens unter Führung von Mu'awiya
Er verpflichtet die einzelnen muslimischen Clans auf seine Person (S.89).

Die islamische Expansion erfolgt ohne Wissen oder gegen den Willen des Kalifen, denn der Kalif befürchtet, die Kontrolle über die Ausweitung des muslimischen Territoriums zu verlieren und versucht vergeblich, Grenzbefehle zum Stillhalten zu geben (S.88).

Karte: Die Feldzüge der
                muslimischen Reiterkrieger gegen den Kaukasus und gegen
                Afrika
Karte: Die Feldzüge der muslimischen Reiterkrieger gegen den Kaukasus und gegen Afrika

640 ca.
Das Datum 622 wird allgemein muslimisches Datum im ganzen Imperium
Kalif Umar institutionalisiert die Hidschra-Datierung. Die Datierung wird nun in der ganzen muslimischen Welt "gebräuchlich", weil diktiert (S.11).

[Ergänzung: Jahr 0 - Jahr 622 - Jahr 324
-- für die Muslime ist das Jahr 622 das Jahr 0
-- die christliche Geschichtsschreibung hat 298 Jahre mit "Karl dem Grossen" erfunden, so dass das Jahr 622 dem Jahr 324 entspricht
In: Heribert Illig: Wer hat an der Uhr gedreht?]

Palästina: Caesarea (arab. "Qayschariyya") wird muslimisch regiert
(S.59)

Ganz Palästina wird muslimisch.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

Abi Sufyan von den Umayya wird Statthalter in Syrien
(S.78)

ab 640
Iran: Muslimische Expansion in Persien
(S.59)

ab 640 ca.
Neu-Muslime: Die Diskriminierung der "mawali"
Muslime und Neu-Muslime ohne arabische Herkunft werden nicht gleich behandelt. So wird das islamische Gleichheitsgebot verletzt. Altes Stammesverständnis gewinnt wieder die Oberhand. Die nicht-arabischen Muslime "mawali" werden Muslime zweiter Klasse (S.99)

Bekämpfung der Autonomieforderungen der Clans in den Expansionsgebieten mittels Bestechung
->> die Kalifen müssen die Clans regelmässig bestechen, damit sie überhaupt militärische Befehle erteilen und durchsetzen können, sowie eigenen militärischen Schutz aufbauen können, vor allem, wenn der Kalifenposten umstritten ist

->> die Clans werden immer mehr Söldner des Kalifen, das mit einer religiösen Glaubensbotschaft nichts mehr zu tun hat

->> die Kalifen können sich zum Teil nur knapp behaupten (S.89).

641
Muslimisch-militärischer Sieg gegen das persische Massenheer bei Nihawand
im Zagros, südlich von Hamadan (S.60).

Yazdegerd III von Persien organisiert seine letzten Kräfte gegen die arabischen Moslems. Bei Nirawand, 40 Meilen südlich der heutigen Stadt Hamadan, stellt er zusammen mit seinem Sohn Firuz III eine Armee von 100.000 Leuten zusammen. Das muslimisch-arabische Kavallerieheer unter Sa'ad ibn-Abi-Waqqas, dem muslmiischen General von Kalif Omar I., war viel kleiner. Wieder war die persische Armee gegen die schnellen muslimischen Reiter unterlegen. Yazdegerd flieht in die Berge. Die muslimische Besetzung Persiens ist abgeschlossen. Die arabischen Reitertruppen stossen in den nächsten zwei Jahren bis zur indischen Grenze vor.

Im Westen wird Syrien besetzt und die Invasion in Ägypten vorbereitet.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

Persien: Fast ganz Persien (heute Iran) wird muslimisch verwaltet
(S.59)

Die Sassanidendynastie von Persien herrscht noch über ein kleines Reich in den Bergen.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)

Afrika: Ägypten wird ganz muslimisch verwaltet
(S.59)

um 642
Bevölkerung Nordafrikas: Berberstämme, Lateiner, Byzantiner, Juden
Berber sind die weissen Nachkommen der Libyer, Numidier und Mauretanier der Antike mit Dialekten, die mit semitischen Sprachen verwandt sind, unterteilt in
-- sesshafte Baranis, darunter Führer Kusayla (S.264)
-- beeinflusst von der römischen Kultur
-- wieder aufgeteilt in sesshafte Masmuda (im heutigen Zentral- und Südmarokko) und in nomadische Sanhaga der Sahara mit einem sesshaften Zweig der Kutama (heute Nordost-Algerien)
und
-- in nomadische Butr-Stämme, darunter die Zanata-Reiterstämme (S.265).

Des weiteren leben auf Nordafrika Reste der lateinischen Bevölkerung ("afariq") und Byzantinern ("rum") in Tripolitanien (heute Libyen) und Africa (heute Tunesien) sowie verstreute jüdische Gemeinden in ganz Nordwest-Afrika bis in die Sahara-Oasen hinein, vor allem auf der Insel Dscherba/Djerba vor Africa (heute Tunesien) (S.265).

Gegenspieler des Islam auf Afrika wird Byzanz (S.264).

642/643
Islamische Besetzung Ägyptens, der Cyrenaika/Barqa und Marmarica (heute östliches Libyen)
(S.264)

ab 643
Konstantinopel als Kriegsziel - "Africa" wird "Ifriqiya"
Islamische Pläne zur Besetzung Konstantinopels unter Kaiser Heraklios.
Das byzantinische "Africa" nennen die islamischen Fürsten "Ifriqiya" (S.264).

643 ca.
"umma" in Medina: die Beuteeinnahmen
Die Beute macht einen Grossteil der Einnahmen aus. Die Muslimsteuer "uschr" von 632 macht nur noch einen vernachlässigbaren Teil der finanziellen Jahresmittel aus:

<Bereits ein Jahrzehnt nach seinem Tode dürften die "sadaqa"/"zakat" ('uschr")-Abgaben im Haushalt der "umma" zu einer beinahe zu vernachlässigenden Grösse im Verhältnis zu den Einnahmen geworden sein, die den Muslimen aufgrund ihrer kriegerischen Aktivitäten in - zunächst noch - ständig steigendem Masse zuflossen.> (S.91)

->> Die Kalifen der frühen Zeit sind vor allem "Beuteverteiler", so weit es in ihrer Macht steht (S.93).


Kalif ohne Befehlsgewalt - Verdienst-System "diwan" und neue Diskriminierung gegen Neumuslime - Islam übernimmt das "griechische Erbe" - Sieg gegen byzantinisches Massenheer in Alexandrien - Zypern islamisch verwaltet 649 - Wein- und Glücksspielverbote für Muslime, Schadenersatz gegen Blutfehde und Entwicklung des Gemeinschaftsgebets - totale Führungsschwäche der umma in Medina - Hausmacht von Abi Sufyan in Syrien - Konvertierungswelle zum Islam - Überforderung der muslimischen Herrschaft im Vielvölkerimperium

Zusammenfassung
Kalif Utman versucht, mit einem neuen "Verdienst"-System und neuen Verwaltungspunkten/"diwan" das Imperium zu organisieren. Trotz der strukturellen Defizite siegen die muslimischen Reiterkämpfer weiter. Ab 649 wird Zypern islamisch verwaltet. Unter Kalif 'Utman werden in der folgenden Zeit neue Gesetze und Rituale für Muslime eingeführt, um diese von den anderen Glaubensgruppen abzugrenzen, z.B. Weinverbot, Glücksspielverbot, Blutfehdegesetz oder die Entwicklung des Gemeinschaftsgebets. Die Versammlung in Medina selbst - die umma - verliert aber immer mehr an Autorität. In Syrien kann sich Abi Sufyan eine erste Hausmacht aufbauen, die auch gegen Medina gerichtet ist. Gleichzeitig konvertieren immer mehr Bevölkerungsteile der besetzten muslimischen Gebiete zum Islam. Allgemein tritt eine völlige Überforderung Medinas im Vielvölkerimperium ein. Die einzelnen Clans erobern immer weiter, da ja das "Verdienst"-System existiert. Gemeinsame Feinde fördern den inneren Zusammenhalt.

Chronologie (Fortsetzung)

644-656
Medina: Wahl von Kalif Utman - "Umayyaden" quasi ohne Befehlsgewalt
Utman ist früh konvertiert, stammt von der Sippe Abd ¦ams (Abd Sams) / Umayya, der ehemals führenden Quraysch-Gruppe, die erbitterte Gegner Muhammads waren. Die "umma" einigt sich auf Utman als nächsten Kalifen wegen seiner frühen "Verdienste" um den Islam/sabiqa und seiner Abstammung/nasab, denn es gibt viele andere ebenso "Verdienstvolle". In der Folge bleibt er umstritten (S.76). Kalif Utman ist den muslimischen Verbänden in Nordarabien, Zweistromland und Ägypten nahezu ausgeliefert (S.90).

644
Kalif Utman: Einführung eines Listensystems "diwan" für jährliche "Verdienst"-Prämien - neue Diskriminierungen
Kalif Umar schafft ein Listensystem "diwan" für jährliche "Verdienst"-Prämien, das aus der Beute der Expansion finanziert wird. Die "Verdienstvollen" werden nach "Verdienst", Rang und Abstammung klassifiziert (S.93).

Die Folge sind heftige Kontroversen und Spannungen zwischen den "Verdienstvollen" und Leuten, die eine "hohe" Abstammung vorzuweisen haben (S.93).

Kalif Umar lässt in allen Regionen der Expansion "diwan"-Büros einrichten und etabliert das "diwan"-System flächendeckend. Damit nehmen auch die innermuslimischen Unzufriedenheiten und Rivalitäten in allen muslimisch verwalteten Gebieten zu (S.94).

Die Neu-Muslime - konvertierte, nicht-arabische Muslime - sind nun durch die Diwan-Dotation doppelt diskriminiert. Die nicht-arabischen Muslime/mawali haben grosse Schwierigkeiten, überhaupt in die Listen aufgenommen zu werden und dann gleichwertig plaziert zu werden. Es entwickelt sich dadurch unter den "mawali"-Gruppen Widerstand gegen die Banu-Umayya-Kalifenlinie (S.96).

ab 644
Machtlose Kalifen ohne militärische Macht
Die Kalifen in Medina haben wegen der unterschwelligen Opposition in den Expansionsgebieten keine Möglichkeit, ihre Anordnungen eventuell militärisch durchzusetzen. Ein einheitlicher Militärstaat oder Militärreich ist überhaupt nicht möglich. Der von Kalif Umar eingeführte Kalifentitel "Anführer der Gläubigen im Krieg" ist Anspruch, aber nicht Wirklichkeit (S.86). Ab Kalif Utman und Ali sind Anweisungen der Kalifen nicht mehr konsensfähig (S.82).

Medina: Kampf um die Macht: Machtanspruch der Umayya: die Propaganda
Die Umayya beanspruchen die Herrschaft über alle Araber:
-- weil die Quraysch als Nachfahren Ismails von Gott zum Wächteramt an der Ka 'ba erwählt sind
-- weil die Quraysch von Muhammad ausgezeichnet worden sind (S.105)

->> alle Araber sollen stammesmässig unter Führung der Umayya zu einem Gemeinwesen zusammengeschlossen werden, d.h. allen Arabern soll die Abstammung von Ismail zugesprochen werden

->> die "Südaraber" protestieren und behaupteten, sie hätten mit ihrem Ahnherr Qahtan einen viel älteren Ahnherrn und seien die eigentlichen "reinen" Araber

->> Die Politik der Umayyas der "Vereinheitlichung" mit genealogischen Argumenten ist auf die Dauer zum Scheitern verurteilt. Gleichzeitig können die Umayyas aber von ihrer genealogischen Vorstellung nicht loskommen. So wächst die Polarisierung und der Aufstand ist absehbar, denn die Genealogie der Südaraber hat bei den Umayya schlichtweg keinen Platz (S.105).

ab 645
Islamisten "übernehmen" das griechische Erbe
Der gesamte Islam in Afrika und Asien baut intellektuell-wissenschaftlich auf griechischem Wissen und griechischem Erbe auf (S.293),

[woraus sich ergibt, dass Medizin und Wissenschaft, kombiniert mit dem ewigen Dschihad-Kampf, das Niveau in Europa bald weit übertreffen].

645/646
Muslimisch-militärischer Sieg gegen byzantinisches Massenheer in Alexandrien
(S.59)

647
Fahnenflucht bei den byzantinischen Seefahrern - technische Hilfe für Muslime
Byzantinische Seefahrer wechseln auf die Seite der Muslime und vermitteln ihnen die Kenntnisse über Schiffbau und Navigation auf dem Mittelmeer (S.60).

649
Zypern wird muslimisch verwaltet
(S.60)

650 ca.
Medina: Kampf um die Macht: Verbale Proteste gegen die Vorherrschaft der Quraysch
Es wird in der "umma" und in den Expansionsgebieten gegen die Quraysch der Vorwurf erhoben, dass der Stamm in der vorislamischen Zeit gar nicht kriegstüchtig gewesen sei und so niemals ein Vorrecht der Herrschaft in den Muslimvölkern gerechtfertigt werden könne (S.15).

In der Folge müssen die Quraysch immer andere "Tugenden" ihres Stammes hervorheben, um dem Führungsanspruch gerecht zu werden, denn sie sind keinesfalls "Kriegeradel" wie die Nomaden, sondern geschickte, erfolgreiche und vergleichsweise wohlhabende Händler, wobei die Rivalitäten der Clans im Stamm der Quraysch den Zusammenhalt des Stammes fördert und den Stamm vor dem Zerfall bewahrt (S.15).

ab 650 ca.
Neue Gesetze für Muslime

-- Wein- und Glücksspielverbot, Schutzgesetze
-- Verbot von Wein und Glücksspiel zur Abgrenzung gegen "Heiden"
-- Schutzgesetze für Muslime der "umma", um die "umma" für Aussenstehende attraktiver zu machen (S.49).

-- Festlegen eines neuen Schadenersatz-Rechtes gegen Blutfehden
-- nach einer Entscheidung soll ein Fall abgeschlossen sein
-- bei Todschlag ist der Fall nach Tötung eines Gleichwertigen der Gegenpartei abgeschlossen, wobei nach dem Stand die Gleichwertigkeit beurteilt wird: Frau-Frau, Sklave-Sklave etc. Die Blutfehde darf nicht mehr weitergehen, und die Sippenhaft ist abgeschafft
-- Möglichkeit der Zahlung von Schadenersatz anstelle der weiteren Tötung (bisher als Schwäche ausgelegt)
-- drakonische Strafen für Diebstahl (S.50).

Folge: Im Bereich der umma-Zuständigkeit wird das Leben "geregelter" als unter den "ungläubigen" Stämmen (S.50).

Entwicklung des Gemeinschaftsgebets am Freitag
Hinter einem Vorbeter/imam wird die Demutshaltung vollzogen: stehen, knien, knien mit dem Kopf die Erde berühren, sitzen. Der Imam ist in der Regel eine angesehene Persönlichkeit ohne "priesterliche" Eigenschaften, denn der Islam kennt keine Priester oder privilegierte Gläubige, die mehr Kontakt zu Gott hätten als andere (S.48).

ab 650 ca.
Medina: Aliden, Schiiten: Clique in der "umma" um den Abgeordneten Ali, den Schwiegersohn von Muhammad
Ali ist ein Vetter Muhammads und Ehemann der Muhammad-Tochter Fatima, somit Muhammads Schwiegersohn. Es bildet sich eine Clique um ihn aus Leuten von Medina und dem Euphrat-Tigris-Gebiet, die Ali als Kalifen einsetzen will. Die Gruppe wird als "Anhängerschaft Alis" bezeichnet, arabisch: "Schi'at Ali", verkürzt "Schi'a", verdeutscht: "Schia" / "Schiiten" (S.77).

Medina: Totale Führungsschwäche der "umma"
Das Problem der Regelung neuer Umstände ohne Muhammad-Vorbild wird immer grösser und entwickelt sich zur allgemeinen Führungsschwäche, weil sich bei neu eintretenden Umständen niemand sich auf eine Handlung Muhammads berufen kann:

->> es herrscht totale Rechtsunsicherheit
->> de facto etablieren sich mannigfache Formen von Gewohnheitsrecht (S.81)
->> Gewohnheitsrecht wird nachträglich sanktioniert oder verworfen
->> das Gewohnheitsrecht etabliert sich je nach kämpfendem Stammesteil, wobei das Verhalten vieler Stämme und Clans der "umma" noch gar nicht bekannt ist (S.82)

->> koranische Leitlinien entwickeln sich regional weiter
->> Verträge mit der Stammbevölkerung neuer Gebiete schaffen zum Teil neues Recht, ohne dass die "umma" davon Kenntnis hat
->> zum Teil werden byzantinische und persische Besteuerungspraxis und damit "fremdes Recht" übernommen (S.82).

Dazu kommt:
-- die Anordnungen der Kalifen selber können sich mangels Autorität oft nicht durchsetzen
-- der Kalif muss immer mit prinzipieller Opposition rechnen, dass eine Neuerung/bid'a/ plural: bida, "unislamisch" sei
-- der Kalif muss bei jeder Neuerung damit rechnen, dass seine Person in Frage gestellt wird
-- der Kalif muss beweisen, dass seine Anweisungen Islam-konform sind, was gegenüber allen Muslimen nur selten möglich ist
-- die Durchsetzbarkeit von neuen Bestimmungen reduziert sich auf eine Machtfrage (S.82).

ab 650 ca.
Syrien: Hausmacht von Abi Sufyan
Abi Sufyan von den Umayya kann sich in Syrien eine Hausmacht aufbauen und wird zum mächtigsten Mann in der "umma" (S.78).

Allmähliche Konvertierung der Bevölkerung in den neu-islamischen Gebieten Nordarabiens, Syriens und ehemaligem Persien
Mit der allmählichen Konvertierung der Bevölkerung in den islamisch bestimmten Gebieten beginnen sich die Anwohner und die neuen Machthaber zu vermischen. Auch die Clans vermischen sich mehr und mehr, zur definitiven Aufgabe der Clanordnungen kommt es aber nie (S.72).

Damaskus: Streit zwischen Moschee und Johanneskirche
die Freitagsmoschee wird zu klein, weil viele Christen zum Islam konvertieren. Die Johanneskirche wird mehr und mehr von den Muslimen als störend empfunden (S.83).

Die Überforderung der arabischen Stämme mit einem Vielvölkerreich
Die arabischen Stämme sind mit der Verwaltung eines Vielvölkerreichs völlig überfordert. Der ideologisch-genealogische Kampf zwischen Umayya und Hasim spaltet die Araber zusätzlich (S.105).

Persien: Ermordung von Kaiser Yazdegerd
Der Sassanidenherrscher Yazdegerd wird umgebracht. Sein Sohn Firuz flieht nach China. Damit endet die Sassanidendynastie und Persien wird komplett muslimisch.
(http://www.wonderfulatheistsofcfl.org/moslem.htm)


Erster muslimischer Angriff auf Sizilien - islamische Verwaltung in Armenien und Nubien und grosse Moscheenbauten - der erste Koran 653: Verhetzungen, Unwahrheiten, Manipulationen - islamischer Seesieg gegen Byzanz - Kalif Ali 656, Aliden, Schiiten - Beginn des innerislamischen Bürgerkriegs um das Kalifat: Abi Sufyan - Alis Sieg in Mesopotamien, Doppelkalifate - Ermordung Alis in Kufa, Kalif Mu'awiya kauft sich den Kalifentitel - muslimische Besetzung von Chorasan, Kirman und Aserbeidschan - "Anordnungen Umars" als Zeichen des Machtzerfalls

Chronologie (Fortsetzung)

652
-- Sizilien: Vergeblicher islamischer Angriff auf Sizilien
-- Islamische Besetzung Armeniens
-- Nubien: Islamische Expansion von Ägypten aus auf Nubien am oberen Nil
(S.60)

653
Erst jetzt: Der erste Koran: "Fixierung" der "Offenbarungen" Muhammads
Unter dem Begriff "Koran"/qur'an (arab. "Rezitationsbuch") werden erst lange nach dem Tod Muhammads Verhaltensvorschriften festgesetzt, die nachprüfbar und sichtbar sind. Folgen:
-- Kontrollen und Sanktionen sind möglich
-- den Muslimen wird immer wieder ihre Zugehörigkeit bewusst gemacht
-- gruppenweise Befolgung der Vorschriften grenzt nach aussen ab (S.46)
-- ernsthafte Muslime befolgen alle Vorschriften (S.47)

Koran, illuminierte Handschrift
Koran, illuminierte Handschrift

Koran: Idealisierte Geschichtsschreibung
Es wird nicht erwähnt, dass Muhammad anfangs um 612 nur einen winzigen Teil seines Stammes überzeugen konnte, denn es werden nur die Anhänger Muhammads gezählt und die Gegner gar nicht erwähnt (S.19).

Koran: totale Bevorteilung von Muhammad in der Argumentation
In der Koranschrift werden mit direkten und indirekten Zitaten die Opponenten des Propheten Muhammads geschildert. Die Verhaltensweisen und Argumente der Quraysch werden laufend negativ interpretiert, weil diese in Opposition zum verehrten Muhammad steht. Muhammad ist laufend bevorteilt (S.19).

Koran: Oppositionelle als "Polytheisten": Allah seiist ein zusätzlicher Gott
Die Stammesmitglieder, die gegen Muhammad opponieren, werden als "al-mus rikun" ("Politheisten") bezeichnet, eigentlich: "diejenigen, die Gefährten beigeben", zum Beispiel einen neuen Allah hinzufügen (S.22).

Koran: Drohung des "Strafgerichts" für Polytheisten
In den "Prophetengeschichten" (Sure Hud) droht der Koran mit dem Strafgericht "Gottes" gegen alle Polytheisten. Nur Muhammad und seine kleine Anhängerschaft wird gerettet werden. Man soll "Gott" und Muhammad für das geschenkte Leben gefälligst Danke sagen (S.23).

Der Prophet Salih sagte: "Ihr Leute! Dienet Gott! Ihr habt keinen anderen Gott als ihn. Er hat euch aus der Erde entstehen lassen und euch auf ihr die Möglichkeit zum Leben gegeben. Bittet ihn um Vergebung (S.23) und wendet euch hierauf reumütig wieder ihm zu!" (S.24)

Koran: Behauptung: Der Krieg "Dschihad" sei "notwendig"
Der Koran beschreibt Krieg als Verlusthandlung, als risikovoll, aber auch als "sinnvoll" und "notwendig" (S.52).

Koran: Behauptung: Der "Heilige Krieg" sei legitim
bis die Ungläubigkeit der Quraysch, die "fitna", aufhört und Glaube und Kulturs (din) ausschliesslich auf Gott ausgerichtet sind (Sure 2,193, 8,39). Der Kampf zwischen Muhammad und den Quraysch wird im Koran "ruhmreich" im Sinne Muhammads dargestellt und wird von Muslimen dann weiter verherrlicht, weil die Quraysch mit ihren Verbündeten zahlenmässig überlegen waren (S.53).

Koran: Pazifisten werden als "Frevler" diffamiert - Krieger werden verherrlicht
9.Sure: Friedliche Zuhausegebliebene, die nicht in einen Krieg gezogen sind, sollen als "Frevler" sterben. Den Gläubigen, die mit Muhammad glauben,
"mühen sich ab unter Einsatz ihres Besitzes und ihres Lebens. Ihnen kommen die guten Dinge zu, und es wird ihnen wohl ergehen."
Der Kriegstod erhält eine besondere Weihe (Sure 3, 169-170): die "für die Sache Gottes Gefallenen" sind nicht wirklich tot, sondern leben in grosser Gottesnähe direkt weiter unter Umgehung des göttlichen Gerichtstages (S.56).

Koran: Verurteilung der islamischen Pazifisten - Hetze gegen Pazifisten immer möglich
als "Heuchler" / "Unzuverlässige" / "al-munafiqun": Sie werden in äusserst negativer Form charakterisiert und verurteilt.
->> Hetze gegen friedliebende Muslime ist ab sofort immer möglich
->> Hetze gegen den aussermuslimischen Gegner ist ebenso immer möglich mit dem Vorwurf der Kollaboration mit den muslimischen "Heuchlern" (S.44).

Koran: Die Verwandten Muhammads erhalten Vergünstigungen genehmigt
(S.46)

Koran: Noah-Geschichte
Noah ist im Koran ein Gesandter Gottes, und die Sintflut soll das Strafgericht Gottes sein (Sure 23,23-25)
Noah wird im Koran von "Ungläubigen" als "Besessener" bezeichnet (S.24).

Koran: Aufruf zum Almosengeben an Arme
Im Koran wird in empfehlender und drohender Form zum Spenden und Almosengeben aufgerufen, für Arme oder für Kriegsvorbereitungen (S.49).

Koran: Juden werden maximal als "Halbgläubige" eingestuft
Die Juden werden im Koran als maximal "Halbgläubige" dargestellt. Dieses Bild ist bis heute in der islamischen Welt fixiert (S.43).

[Der jüdische Talmud dagegen bezeichnet Andersgläubige als Schweine].

Koran: Anweisung, wie mit den "Halbgläubigen" / "Schriftbesitzern" zu verfahren sei
Sure 9,29: Koexistenz mit Steuerabgaben und islamischer Vorherrschaft
-- die "Halbgläubigen" sollen kriegerisch besiegt werden
-- es sollen von ihnen Abgeben gefordert werden ("dschizya"), aber keine Zwangsbekehrung vollzogen werden (S.43).

Folgen:
->> Das Nebeneinander von Muslimen und Nicht-Muslimen ist dem Koran gemäss möglich innerhalb eines islamisch definierten und dominierten politischen Verbundes
->> Die Möglichkeit der Koexistenz bereitet allein die Sicherheit zur Ausbreitung des Islam, sonst würde er von den anderen Glaubensrichtungen sofort vernichtet (S.43).

Koran: Verfluchung von Abu Lahab
Der Nachfolger des Onkels von Muhammad, Abu Lahab, wird in Sure 111 persönlich wegen seiner Feindschaft zu Muhammad verflucht (S.29).

Koran: Eine weltliche Obrigkeit ist nicht vorgesehen
(S.73-74)
Mit dem Tod Muhammads fällt der Botschafter der Befehle weg und es fehlt in dem Sinn die Herrschaftsgewalt. Muhammad hat zudem keinen Nachfolger bestimmt, zumal ist auch im Koran nichts überliefert (S.74).

ab 653
Koran ist "Verhaltensgrundlage" aller Muslime - mündliche Traditionen
Der schriftliche Koran gibt die Verhaltensgrundlage vor. Daneben leben noch mündliche Traditionen und Berichte über Muhammad weiter und bestimmen Verhaltensmuster der muslimischen Gesellschaft (S.81).

ab 653
Grosse Moscheebauten für das Freitagsgebet: Versammlungsorte
(S.47)

655
Levante: Islamischer Seesieg gegen eine byzantinische Flotte
vor der kleinasiatischen Küste - Vernichtung der byzantinischen Flotte (S.60).

Karte der Invasion der islamischen
                Reiterkrieger von Persien bis halb Nordafrika, 656
                n.Chr.
Karte der Invasion der islamischen Reiterkrieger von Persien bis halb Nordafrika, 656 n.Chr.

656
Medina: Politischer Mord an Kalif Umar
Kalif Utman, ein Umayya, wird in Medina von arabischen Kampfverbänden aus Ägypten und dem Euphrat-Tigris-Gebiet belagert und ermordet (S.98).

656-661
Medina: Wahl von Kalif Ali - Krise der "umma": "fitna" - Kampf mit Militärführer Mu'awiya
Kalif Ali ist wie sein Vorgänger sehr umstritten (S.76, 98). Ali wird aufgrund seiner Verdienste/sabiqa und seines Vaters Abu Talib gewählt, einer der Clanführer der Haschimiten innerhalb der Qurayschiten (S.77).

ab 656
Medina: Kalif Ali: Herausforderung durch Ägypten, Syrien und Zweistromland
Kalif Ali wird nur von Teilen der "umma" anerkannt. Mu'awiya, ein Umayya wie der ermordete Kalif 'Utman und mit einer beachtlichen militärischen Macht in Ägypten und Syrien im Rücken, schiebt Ali die Schuld für den Mord an Utman zu.
Zusätzlich wird Kalif Ali im Euphrat-Tigris-Gebiet durch Verbände unter der Prophetenwitwe A'ischa / A'i¨a und zwei "verdienten" Prophetengefährten herausgefordert (S.98). Abi Sufyan bekämpft Ali und seine Anhänger unter dem Vorwand, Ali und seine Anhänger seien am Mord an Utman mitschuldig (S.78).

Mitte 656
Mesopotamien: Erste innermuslimische Schlacht: "Kamelschlacht" bei Kufa (am Euphrat), Sieg der Verbände von Kalif Ali
gegen die Verbände von A'ischa und den zwei "verdienten" Prophetengefährten. Kalif Ali wird im Zweistromland fortan als Kalif akzeptiert (S.98).

Die Schlacht wird "Kamelschlacht" genannt, weil Aischa auf einem Kamel ritt.
(http://www.al-shia.de/lebenderimame/imamali.htm)

<Über 10.000 Muslime sollen ihr Leben auf beiden Seiten verloren haben. Imam Ali (a.) Truppen gewannen die Schlacht und er holte Aischa von dem Kamel herunter, auf dem sie die Truppen angeführt hatte und brachte sie zu ihrem Haus zurück nach Medina.>
(http://www.eslam.de/begriffe/k/kamelschlacht.htm)

657
Mesopotamien-Syrien: Kalif Alis Auseinandersetzung mit Militärführer Mu'awiyas in Syrien - Ali verliert seine Macht
Alis Verbände rücken in Syrien vor, die die rebellierenden Verbände Mu'awiyas aber nicht besiegen können. Ein "unpartaiisches" Schiedskollegium der "Aussenstehenden", der "Haridschiyya", kommt zu keinem Ergebnis. Teile der Clans unter Ali wenden sich von Kalif Ali ab und postulieren, allein Gott solle über das Kalifat entscheiden, womit Ali an Macht verliert (S.98).

657-661
Mesopotamien: Kalifat Ragga: Kalif Ali
Streit um das Kalifat mit Mu'awiya bei Siffin am oberen Euphrat bei Raqqa (S.90).

657-658
Verhandlungen zwischen Verbänden von Kalif Ali und Mu'awiya bei Siffin
Kalif Ali kann als Kalif nicht die Oberhand gewinnen, sondern er verliert mehr und mehr die Anhängerschaft (S.90).

658
Sieg der verbleibenden Verbände unter Kalif Ali bei Nahrawan
Der Sieg ist aber keine entscheidender Sieg, und die Pattsituation mit Mu'awiyas bleibt weiter bestehen (S.98).

660 ca.
Kalifat Ragga: Kalif Ali verliert fast alle Macht
denn er hat kaum noch Verbände unter seinem Befehl, weil viele desertiert sind (S.90).

ab 660 ca.
Entwicklung der muslimischen Siedlungen in den neuen muslimisch bestimmten Gebieten - Länderverwaltungszentren
Die Siedlungen entwickeln sich von der Sammelstelle der Beute und Abgabenzentrale zu muslimischen Zentren der Länderverwaltung und zu Residenzen von Statthaltern. Statthalter sind zuerst die Militärführer, die Schlüsselfiguren in der islamischen Politik mit der Medina und den Kalifen werden (S.73). Die "diwan"-Bezeichnung entwickelt sich allgemein zu einer zentralen Verwaltungseinrichtung (S.94).

661
Mesopotamien/Kufa: Ermordung Kalif Alis - Mu'awiya b. Abi Sufyan kauft sich den Kalifentitel
Kalif Ali wird in Kufa am Euphrat von einem Haridschi ermordet. Der syrische Militärführer Mu'awiya kauft dem ältesten Sohn Alis, Hasan, den Anspruch auf das Kalifenamt ab und wird von einer Mehrheit der "umma" "akzeptiert" (S.98).

Verantwortlich für den Mord ist ein Repräsentant der Haridschi, nicht der mächtige Abi Sufyan aus Damaskus.
Das muslimische Reich droht auseinanderzubrechen. In dieser Situation erscheint den meisten Abgeordneten der "umma" Mu'awiya b. Abi Sufyan die einzige fähige Persönlichkeit zur Herrschaft unter diesen Verhältnissen. Niemand denkt daran, eine Kalifenlinie des einstigen Banu Umayya-Clans zu etablieren. Das Kriterium ist eine Machtfrage, nicht mehr eine Legitimationsfrage (S.78, 88).

Die Umayya-Familie selbst ist in der Folge bestrebt, eine Dynastie zu etablieren. Die "Anhängerschaft von Ali", die "Schiiten", können dieses Vorhaben niemals anerkennen und verhalten sich dementsprechend. Ebenso empört beginnen verschiedene Clans der Haridschiyya gegen die Umayya nach ihren Möglichkeiten vorzugehen (S.79).

661-680
Kalif Mu'awiya b. Abi Sufyan
ist als Umayya umstritten und kann nur auf die unmittelbare militärische Gefolgschaft in Syrien und Ägypten bauen, wo er früher Kämpfe und Besiedlungen geleitet hat. Die dortigen Mitkämpfer sind damals auf ihn verpflichtet worden (in den Jahren 634, 639). Die nachträgliche Verpflichtung auf einen Kalifen ist nicht möglich (S.89).

661
Persien: Chorasan und Kirman werden muslimisch
(Gebiete des heutigen Ost-Iran)
Aserbeidschan wird muslimisch
(S.60)


Karte des Islam von Persien bis
                            Tripolis 01 im Jahre 661
Karte des Islam von Persien bis Tripolis 01 im Jahre 661

Karte des Islam von Persien bis
                            Tripolis 02
vergrössernKarte des Islam von Persien bis Tripolis 02



ab 661
Medina: Immerwährender Kalifatenstreit in der "umma" - stärker werdende AutonomiebestrebungenNeben den Kalifaten der Umayya etablieren sich in der "umma" viele andere kleine Gruppen, die um die Macht buhlen und in Teilregionen bestimmend werden. Die Kalifatenzeit der Umayya von 661-750 ist keine reine "Umayyaden-Zeit", weil die Herrschaft de facto überhaupt nicht zentral ausgeübt werden kann (S.80).

ab 661
Medina: Machtverfall der Kalife des Umayya-Clans der Quraysch - "Anordnungen Umars"
Die Anweisungen sind allgemein nicht mehr konsensfähig, die Handlungsfreiheit ist völlig eingeschränkt.
Um die Angreifbarkeit zu umgehen, geben die Umayya-Kalifen oft vor, ihre Anordnungen seien Entscheide der beiden Kalifen Abu Bakr und Umar, die 632-644 regierten (S.82). Dadurch entsteht ein Typus der "Anordnungen Umars", bei dem Authentisches und Zugeschriebenes kaum mehr zu unterscheiden ist.
Gleichzeitig kann es zu jahrzehntelangen Rechtsstreits über gewisse Projekte kommen (S.83).

662-675
Mesopotamien: "Herausragender" Gouverneur der "Ostprovinz" (Zweistromland): Ziyad b. Abihi
Er ist loyal und setzt die Anordnungen des Kalifen zum grossen Teil mit Gewalt durch, auch die Agrarsteuer gegen die Muslime (S.96-97).


Gründung von Kairuan - Damaskus als Kalifenzentrum der Banu Umayya - Rechtsfragen um die muslimische Lebensführung - Belagerung von Konstantinopel - Berberkonföderation der Awras in Nordafrika, Berberstämme Kusayla und Kahina - Kalifenschlacht 684, Teilung in "Nord"- und "Südaraber" - Doppelkalifat Damaskus-Medina - Abschaffung der Verdienstregelung, Restituierung des Stammessystems - Bau des Felsendoms ab 691 - Ende des Doppelkalifats durch Entscheidungsschlacht 692, Syrien obsiegt - Kalifat als "Stellvertreter Gottes" - Scharia als umstrittene Rechtsgrundlage

Chronologie (Fortsetzung)

663/664
Nordafrika: Uqba b. Nafi gründet Kairuan/al-Qayrawan (heute Tunesien)
-- mit einer grossen, nach ihm benannten Moschee an strategisch zentraler Lage
-- die Stadt ist vom Meer her für Flotten unangreifbar, so dass byzantinische Flotten die Stadt nicht angreifen können (S.264).

Karte des heutigen
                        Tunesien mit Kairuan / Kairouan
Karte des heutigen Tunesien mit Kairuan / Kairouan
Kairuan / Kairouan, grosse Moschee
vergrössernKairuan / Kairouan, grosse Moschee

ab 665 ca.
Damaskus wird neues Kalifenzentrum der Banu Umayya
Kalif Mu'awiya b. Abi Sufyan veranlasst den Wechsel nach Damaskus. Die Umayya-Abstammung etabliert sich immer mehr als Kalifen-Prädikat (S.78). Finanzielle und militärische Stärke sind der Grund für die Verlegung nach Damaskus (S.73). Kalif Mu'awiya plant die Erweiterung der Moschee auf Kosten der Johanneskirche. Die Christen in Damaskus verweigern aber die Abgabe der Kirche (S.83).

667
Sizilien: Vergeblicher zweiter islamischer Angriff auf Sizilien
(S.60)

670 ca.
Hedschas: Integration weiterer Heiligtümer in Mekka in den Islam
(S.38)

ab 670 ca.
Medina: Konflikt in der "umma" um das "richtige" Weiterleben ohne Prophet
(S.50)

674-678
Vergebliche islamische Belagerung von Konstantinopel
(S.60)
griechisch Byzantion (http://lexikon.power-oldie.com/Konstantinopel).

Karte von Byzantion, dann
                Konstantinopel (nach Kaiser Konstantin), um 600
Karte von Byzantion, dann Konstantinopel (nach Kaiser Konstantin), um 600

Byzanz kann sich erfolgreich verteidigen. Die dezimierten islamischen Schiffe müssen abfahren und Kalif Muawija gibt eroberte ägäische Inseln zurück zahlt jährliche Tribut.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Konstantinopel_(674-678))

um 675
Islamische Verwaltung in Africa / Ifriqiya (heute Tunesien)
unter Uqba b. Nafic und Einführen der islamischen Verwaltung, abhängig vom Statthalter in Fustat am Nil, Ägypten. Neuer Name der Provinz: "Ifriqiya" (S.265).

680
Damaskus: Tod von Kalif Mu'awiya
(S.83)

ab 680
Nordafrika: Muslime - Byzanz - Berberstämme
Gegenspieler des Islam auf Afrika sind Byzanz und die Berberstämme unter Kusayla (Kasilo?) und der Kahina ("Seherin") als Führerin einer Konföderation von Stämmen der Awras (S.264).

683
Damaskus: Nachfolgeproblem für die Kalifenlinie der Banu Umayya: Es ist kein Kandidat aus direkter Linie vorhanden
Die militärischen Verbände unter den Umayya desertieren fast vollständig, auch in Syrien, zugunsten des "Konkurrenz"-Kalifen Abdallah b. az-Zubayr (S.90).

Nordafrika: Märtyrertod von Feldherr Uqba b. Nafi bei Tahuda / Biskra
(S.264)

683/684-692
Grosse Krise ("fitna"): Marwan I. b.al-Hakam gegen Abdallah b. az-Zubayr
Die Kalifenlinie von Mu'awiya I. ist zu Ende und kein Sohn als Nachfolger da. Es kommt zum Kampf (S.98-99).

Frühling 684
Die Anhänger des Umayya-Clans einigen sich auf Marwan I. b. al-Hakam als Kandidaten für den Kalifenposten
(S.99)

Mai 684 ca.
Marwan gewinnt die Umayyaden-Anhänger für sich
Er macht in Syrien für seine Kandidatur für den Kalifenposten Werbung und gewinnt die Umayya-Anhängerschaft zurück, die seit Mu'awiya dort existiert (S.99).

Sommer 684
Kalifenschlacht bei Mardsch Rahit, östlich von Damaskus: Marwan gegen Abdallah b. az-Zubayr - Spaltung in "Nord"- und "Südaraber"
Beide Lager bezeichnen sich als "Nord-" und "Südaraber", "kalb" bzw. "qaysch"/"yaman". Sieg von Marwans Verbänden gegen die Verbände Abdallahs (S.99).

Aug /Sep 684
Entstehung des Doppelkalifats Damaskus gegen Medina
Marwan wird in Syrien als Kalif akzeptiert und gewinnt auch Ägypten als Anhängergebiet (so wie früher Mu'awiya). Der Kampf zwischen Marwan und Abdallah setzt sich aber in der "umma" fort und polarisiert sich in den Bezeichnungen "Nord-" und "Südaraber". Es kommt zum Doppelkalifat: Abdallah b. az-Zubayr in Medina (Hedschas), Marwan in Damaskus (S.99).

684-685
Damaskus: Kalif Marwan I. b. al-Hakam
vom Clan der Banu Umayya hat in Syrien seine Anhängerschaft (S.78).

684-692
Medina: Kalif Abdallah b. az-Zubayr
von der "umma" bestätigt
Die "umma" akzeptiert Abdallah b. az-Zubayr als Kalifen, einen Sohn eines prominenten Prophetengefährten (S.77, 99).

685
Damaskus: Tod Marwans, Nachfolger der Sohn Abd al-Malik
setzt die Umayya-Linie fort (S.99).

685-705
Damaskus: Kalif Abd al-Malik - Abschied an das Prinzip der "Verdienste"
vom Clan der Banu Umayya. Die Umayya-Kalifen beginnen sich zu etablieren. Das Prinzip der "Verdienste" kann nicht mehr durchgehalten werden, ist zu diffus (S.78).

Kalif Abd al-Malik: Plan des Moscheeausbaus auf Kosten der Johanneskirche - jahrelange Diskussion
Abd al-Malik will die Christen für den Abriss der Johanneskirche finanziell entschädigen, aber die Christen in Damaskus schlagen das Entschädigungsangebot aus. Die Auseinandersetzung kommt unter Abd al-Malik zu keinem Ende. Ein Gewaltentscheid des Kalifen wird von ihm vermieden (S.83).

Kalif Abd al-Malik kann sich vor allem durch die "Tatkraft" seines Statthalters Haddschadsch b. Yusuf halten und die schiitische Opposition "zuerschlagen". Es bleiben politische Splittergruppen übrig, z.B. die Gruppierung der Kayschaniyya (S.107).

bis 690
Griechisch in Nordarabien
Die Verwaltungssprache in neuen nordarabischen Gebieten bleibt bis Ende des 7. Jh. Griechisch und Mittelpersisch ("Pahlawi") (S.72).

691
Damaskus-Mesopotamien: Kalif Abd al-Malik weitet seine direkte Herrschaft ins Zweistromland aus
(S.99)

691-692
Palästina: Bau des "Felsendoms" in Jerusalem
Unter der Umayyadenherrschaft wird in Jerusalem am Platz des einstigen Tempels die Felsenmoschee ("Felsendom") gebaut, in Verknüpfung mit der Legende einer nächtlichen Himmelsreise Muhammads nach Jerusalem. Jerusalem gewinnt damit religiöse Bedeutung für die Muslime. Jerusalem wird von Iliya (aus Aelia Hadriana) in Bayt al-Maqdis ("Stätte des Heiligtums") umbenannt, oder verkürzt: al-Quds ("Heiligtum") (S.192).

Felsendom in Jerusalem
Felsendom in Jerusalem

Gemäss anderen Angaben braucht der Bau ca. 30 Jahre, von 680-710 ca.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Felsendom)

Nur während der Herrschaft Abdul Maliks, der den Felsendom erbaute (691), wurde Jerusalem für kurze Zeit Kalifensitz.
(http://www.israel.de/tourismus/geo/jerusalem/jahrhunderte.html)

692
Damaskus-Medina: Feldzug von Kalif Abd al-Malik gegen Hedschas, endet mit dem Tod Abdallahs
Das Doppelkalifat ist beendet, Syrien gewinnt die Kalifenherrschaft [und "Gott" hat entschieden] (S.99).

694-714
Mesopotamien: "Herausragender" Gouverneur der "Ostprovinz" (Zweistromland): al-Haggag b.Yusuf
ist loyal und setzt die Anordnungen des Kalifen zum grossen Teil mit Gewalt durch, auch die Agrarsteuer (S.96-97).

Ende 7.Jh., 695 ca.
Damaskus: Änderung des Kalifentitels: "Stellvertreter Gottes"
Die Kalifen ändern ihren Titel ab Ende 7. Jh. von "Stellvertreter des Gesandten Gottes" zu "Stellvertreter Gottes" ("halifat allah"), um ihre Beschlüsse besser durchsetzen zu können (S.84).

698 ca.
Nordafrika: Statthalter Musa von Kairuan setzt in Tanger und Ifriqiya je einen Sohn als Gouverneur ein
(S.268)

ab 698
Nordafrika: "Festigung" der Muslimenherrschaft durch erneuten Feldzug
Feldherr Musa b. Nusayr wiederholt die Eroberungen Nordafrikas und "festigt" die islamischen Verwaltungssysteme (S.264).

ab 698 ca.
Die Kalifen von Damaskus greifen mit Ernennungen von Gouverneure in Nordafrika ein
(S.268)

700 ca.
Damaskus: Festlegung der "Scharia" als "Rechtsgrundlage"
die aber weit über die Anordnungen des Koran hinausgeht, denn der Koran ist kein "Katechismus" und auch kein "Gesetzbuch" (S.47).

Scharia-Terror der Muslim-Extremisten
Scharia: Frauen
                        müssen die Burka tragen
Scharia: Frauen müssen die Burka tragen, Männer müssen das nie...
Scharia: Hängen im Iran
Scharia: Hängen im Iran
Scharia: Stockhiebe
                        auf den Arsch in der Öffentlichkeit vor Kindern
Scharia: Stockhiebe auf den Arsch in der Öffentlichkeit vor Kindern
Scharia: Blauer
                        Arsch durch Peitschenhiebe
Scharia: Blauer Arsch durch Peitschenhiebe
Scharia: Steinigung
                        eines Mannes (Iran)
Scharia: Steinigung eines Mannes (Iran). Muhammad wollte so was nie.
Scharia: Steinigung
                        einer Frau (Kurdistan)
Scharia: Steinigung einer Frau, der man zur Strafe für die Verbindung mit einem "falschen" Mann auch noch den Rock ausgezogen hat (Irakisch-Kurdistan). Muhammad wollte so was nie.
Scharia,
                        Amputationen, Plakat
Scharia, Amputationen, Plakat. Hat Muhammad das gewollt? Nein!
Scharia: Amputierte
                        Hände und Füsse werden an einer Parade zur Schau
                        getragen, Afghanistan
Scharia: Amputierte Hände und Füsse werden an einer Parade zur Schau getragen, Afghanistan. Hat Muhammad das gewollt? Nein!

Wir fragen uns alle: Wo ist Gott, wenn Muslime-Extremisten behaupten, dass Gott solche Gesetze will? Das hat Muhammad nie gemeint und nie gewollt. Dabei wird die Energie des eigenen Volkes amputiert, weil die Menschen z.T. nie mehr arbeiten können. Menschenrechte wären besser...

um 700
Abu Haschim enttäuscht die Kayschaniyya-Bewegung und lässt sich auf keine politische Konfrontation ein
(S.108)


Aufstandsbewegung der Haschimiten, Schiiten, Aliden in Mesopotamien gegen Syriens Umayyaden - Einführung des Ramadan - muslimisches Verdrängen der byzantinischen Verwaltung in Afrika - Arabisch wird Verwaltungssprache in Syrien, Abbasidenaufstand - Kalif al-Walid I. - islamische Verwaltung bis zum Indus - Ifriqiya wird eigene Provinz neben Ägypten - ganz Nordafrika unter islamischer Verwaltung 709 - muslimischer Sieg gegen das Gotenheer Roderichs und Besetzung von Toledo 711 - muslimische Verwaltung in Transoxanien - Gotenkönige Agila II. und Ardo - arabische Siedlerinvasion im besetzten Westgotenreich - Kalifat Sulayman, zweite muslimische Belagerung von Byzanz 715 - Sevilla als Sitz eines gotisch-ifriqinischen Reichs und Ermordung von Statthalter Abd al-Aziz in Sevilla, syrisches Diktat in Spanien 716

Chronologie (Fortsetzung)

ab 700 ca.
Mesopotamien: Aufstandsbewegungen gegen das Umayya-Kalifat: Haschimiten, Aliden, Schiiten
Mesopotamien: Bildung der "Haschimiyya"-Aufstandsbewegung mit Zentrum in Kufa gegen die Umayya-Dynastie (S.101). Die Haschimiyya-Bewegung ist dabei nur eine Aufstandsbewegung von vielen (S.107).

Die Neu-Muslime in Mesopotamien und im Iran schliessen sich der Haschimiyya- Aufstandsbewegung an. Darunter sind auch vor langer Zeit ausgewanderte Araber, die im Iran assimiliert sind und sich nicht mehr nach dem Stamm, sondern nach der Ortschaft benennen (S.105).

Die Splittergruppe der Kayschaniyya in Damaskus operiert im Untergrund gegen die Umayyaden mit Kalif Abd al-Malik. Die Kayschaniyya betrachten Abu Haschim b. Muhammad b. al-Hanafiyya als ihrer Führungsgestalt, einen Enkel von des früheren Kalifen Ali b. Abi Talib (S.107).

Die Haschim-Linie von Fatima und dessen Mann Ali b. Abi Talib sowie die Linie des Onkels von Muhammad, Abu Talib, bilden zu den Umayyaden eine Gegenlinie, bekommen aber nie das Kalifenamt. So entsteht eine "Haschimiyya"-Aufstandsbewegung, die die Forderungen nach Gleichheit zwischen arabischen und nicht-arabischen Muslimen mit dem Linienwechsel verbindet (S.103).

Die Bewegung schlägt ein neues Konzept vor, nachdem ein Kalif nur aus der Sippe des Propheten "Haschim" kommen darf. Alle anderen Quraysch-Clans sollen vom Kalifenamt ausgeschlossen werden (S.79). Die Möglichkeit für andere Stämme soll aber bestehen bleiben. Der Vorschlag erhält die Unterstützung der Schiiten (ehemalige Anhänger Alis) aus dem Zweistromland (S.80).

um 700
Nordafrika: Muslimische Besetzung von Karthago - Byzanz verliert die letzte Besetzung in Nordafrika
(S.60)

ab 700 ca.
Geschichtsschreibung der Mohammedaner: Tendenz, die Familie von Muhammad in den Adelsstand zu erheben
(S.12)

Der Stamm Muhammads wird als "adlig" definiert
Die Abstammung vom Stamm Muhammads, der Quraysch, wird zum Adelsprädikat (S.46).

Die islamische Geschichtsschreibung verklärt den Clan Muhammads, die Haschim
(S.17)

Ausschmückung der Ramadan-Zeit
Die Zeit des Ramadan wird mit Brauchtum und Regeln "ausgestattet" (S.48).

ab 700 ca.
Damaskus: Verwaltungsreformen des Kalifen Abd al-Malik

Einheitliche Währung - Arabisch wird Verwaltungssprache

Kalif Abd al-Malik
-- lässt ein einheitliches Währungssystem im ganzen muslimischen Imperium einführen: Gold/Dinar, Silber/Dirham, in Anlehnung an das byzantinische Vorbild dinários - dráchmí, so dass Werte im ganzen Imperiumsbereich vergleichbar werden

-- führt Arabisch als Verwaltungssprache ein, so dass Illoyalitäten von Nicht-Muslimen in der Steuerverwaltung eliminiert werden

->> Die "umma" profitiert von den Massnahmen (S.97).

Änderung des "diwan"-Systems: Nur noch aktive Krieger bekommen eine jährliche Prämie
Somit wird der "diwan" zur Bewertungsstelle nach dem Kampfwert der Krieger und zu einer Erfassungs- und Besoldungsstelle von Berufskriegern. Die "Verdienste" spielen keine grosse Rolle mehr (S.94).

701
Mesopotamien: Abbasidenaufstand: Niederschlagung des Aufstands der Abbasiden unter Ibn al-As'at
Die Abbasiden beanspruchen mit dem neuen Führer Abd ar-Rahman als Nachkomme von al-Harit b. Abd al-Muttalib, eines Bruders von Abbas, die hasimitische Herrschaft über alle Muslime. Es herrscht Chaos im Land. Tod des Rebellenführers Ibn al-As'at (S.108).

[705]
Damaskus: Bau der Freitagsmoschee unmittelbar neben der Johanneskirche
(S.83)

Die Freitagsmoschee in Damaskus steht auf den Trümmern eines alten, römischen Jupitertempels.
(http://www.rolfs-reisen.de/moschee-damaskus.html)

Damaskus, Freitagsmoschee (Baujahr
                705) auf den Trümmern eines römischen Jupitertempels,
                Innenansicht
Damaskus, Freitagsmoschee (Baujahr 705) auf den Trümmern eines römischen Jupitertempels, Innenansicht

[All die grossen Moscheebauten sollen die muslimisch-kriegerischen Gesetzgebungen vertuschen: den Dschihad, und die Scharia].

705-715
Tod von Kalif Abd al-Malik - Nachfolger: Kalif al-Walid (I.) - Abriss der Johanneskirche in Damaskus
Kalif Al-Walid I. setzt die Moschee-Erweiterung durch, als die Christen auf ein sehr hohes finanzielles Angebot nicht eingehen. Er lässt die Kirche abreissen und die Moschee ausbauen. Die Christen formieren sich und reichen Klage ein (S.83).

Anfang 8. Jh. / 705 ca.
Persien / Indusregion: Muslimische Verträge mit Buddhisten nach der Unterwerfung
bei Garantie der Unverletzlichkeit der Buddha-Heiligtümer (S.66).

705
Nordafrika: Unabhängigkeit Ifriqiyas von Ägypten
unter Statthalter Musa b. Nusayr. Das muslimische Gebiet Ifriqiyas umspannt inzwischen die heutigen Staaten Tunesien, Algerien und Marokko (S.265).

709 [neue Datierung ohne Karl den Grossen: 411]
Abschluss der islamischen Eroberung Nordafrikas
Der unter Feldherr Musa b. Nusayr muslimisch besetzte Bereich reicht nun bis zur Atlantikküste (S.264).

Karte der Invasion der islamischen
                Reiterkrieger in Nordafrika und auf der Iberischen
                Halbinsel
Karte der Invasion der islamischen Reiterkrieger in Nordafrika und auf der Iberischen Halbinsel

[Es stellt sich schon die Frage, wieso Byzanz kein Mittel gefunden hat, den Islam aufzuhalten].

Anfang 710
Spanien / Toledo: Tod von König Wittiza - umstrittene Nachfolge Roderichs
Tod des Westgotenkönigs von Toledo, König Wittiza und umstrittene Wahl Roderichs.
Graf Julian, der westgotische Kommandeur des Hafens Ceuta, überbringt dem ifriqiyinischen Statthalter Musa b. Nusayr die Nachricht der angeblich politisch desolaten Zustände im Westgotenreich nach der Wahl Roderichs (S.265).

Juli 710
Ifriqiya-Spanien: Erster Angriff einer ifriqinischen Flotte gegen das Königreich Toledo
unter Tarif b. Malluk (S.265).

um 710
Damaskus: Tod von Abu Haschim, die Führungsfigur der Kayschaniyya- Untergrundbewegung in Damaskus
Abu Haschim soll den Nachkommen von Abbas, Muhammad b. Ali, als seinen Nachfolger als Führer der Untergrundgruppe Kayschaniyya in Damaskus eingesetzt haben (S.108).

711
Indusgebiet: Islamische Angriffe auf indisches Sind-/Südindus-Gebiet
(S.60)

Ifriqiya: Invasionsplan gegen das Gotenreich Roderichs
Statthalter Musa b. Nusayr von Kairuan befielt seinem Gouverneur von Tanger, Tyriq b. Ziyad eine grosse Landung auf der iberischen Halbinsel mit 7000 meist berbischen Kämpfern (S.265).

ab 711
Islamische Expansion in Spanien
erfolgt ohne Wissen oder gegen den Willen des Kalifen in Damaskus (S.88).

Anfang Juli 711 ca.
Spanien: Landung der ifriqinischen Kampftruppen am Felsen von Gibraltar, Vormarsch
(S.265)

19.7.711
Spanien: Muslimischer Sieg gegen das Gotenheer unter Roderich am Fluss Guadalete
Schlacht am Guadalete bei Jerez de la Frontera und muslimischer Sieg über das westgotische Heer von König Roderich. Eventuell wurde Roderich verraten.
Roderich und hohe gotische Hofleute verschwinden spurlos (S.265).

ab 20.7.711
Spanien: Schnelle islamische Vormärsche unter Tariq b. Ziyad nach Toledo
(S.265)

26.7.711 ca.
Islamische Besetzung von Toledo "ohne Widerstand" - christliche Geschichtsschreibung der "perdida de España" ("Verlust von Spanien")
Toledo, die Stadt, wo die Könige der Goten gekrönt und gesalbt werden müssen, wird "ohne Widerstand" eingenommen. Der gotische Hof verbleibt ohne König Roderich: <Tod bzw. das Verschwinden des Königs und vermutlich vieler bedeutender Männer seines "comitatus"> (die genauen Umstände scheinen bis heute ungeklärt).
In der Folge etabliert sich um die Besetzung von Toledo eine christliche Geschichtsschreibung der "perdida de España", die jedoch alles andere als wissenschaftlich aufgearbeitet wird (S.265).

Karte: Spanien mit der islamischen
                Invasion im Jahre 711, Besetzung von Toledo
Karte: Spanien mit der islamischen Invasion im Jahre 711, Besetzung von Toledo

711
Spanien / Westgoten: Verschwinden von Roderich - Nachfolge: König Agila II.
(S.266)

ab Ende Juli 711 ca.
Ifriqiya: Vorbereitung zur Grossinvasion in Spanien
Statthalter Musa b. Nusayr von Kairuan bereitet eine Grossinvasion vor, lässt ein Heer von 18.000 Mann aufbauen, das fast nur aus Arabern besteht (S.266).

Juni 712
Spanien: Muslimische Besetzungen der gotischen Gebiete
Übersetzen des 18.000-Mann Heeres von Statthalter Musa b. Nusayr von Ifriqiya nach der iberischen Halbinsel.
Besetzung von Carmona, Sevilla und weiteren Städten im Westen der Halbinsel (S.266).

712
Persien: Islamischer Angriff und Besetzung Transoxaniens
(heute Kasachstan und Usbekistan) von Chorosan aus (heute Iran) (S.60).

713
Spanien / Westgoten: Tod von König Agila II. - Nachfolger: König Ardo
(S.266)

Ende Juni 713
Spanien: muslimische Besetzung von Mérida nach heftiger westgotischer Gegenwehr
(S.266)

Juli 713 ca.
Spanien: Muslimisches Siegertreffen
Statthalter Musa b. Nusayr und Heerführer Tariq b. Ziyad treffen sich als siegreiche Heerführer am westgotischen Tajo in Talavera. Musa wirft Tariq vor, er habe für die Besetzung von Mérida zu lange gebraucht (S.266).

Heerführer Tariq b. Ziyad,
                Miniaturbild
Heerführer Tariq b. Ziyad, Miniaturbild

713
Ifriqiya-Spanien: muslimische Besetzung der spanischen "Levante" - Tributvertrag
Sohn des Statthalters Musa von Kairuan, Abd al-Aziz, besetzt den Südosten der iberischen Halbinsel, die spanische "Levante".
Er schliesst mit Herzog Theodemir (arab. Tudmir) einen Tributvertrag: Der Herzog kann gegen Duldung einer arabischen Garnison und gegen Tribut sein Fürstentum behalten (S.266).

Frühling 714 ca.
Spanien: Muslimische Besetzung von Saragossa - Kalifenbefehl zum Halt
Kalif al-Walid I in Damaskus befielt, nicht über die Pyrenäen vorzustossen. Statthalter Musa und Heerführer Tariq werden nach Damaskus beordert (S.266).

Sommer 714
Spanien: Doppelfeldzug von Musa und Tariq von Nord nach Süd - Reise nach Damaskus - Verschwinden von Musa und Tariq
Statthalter Musa von Kairuan und Heerführer Tariq unternehmen auf der iberischen Halbinsel einen Doppelfeldzug nach Süden und fahren dann nach Damaskus. Beide verschwinden spurlos (S.266).

ab Sommer 714
Ifriqiya: Nachfolger in Kairuan: Sohn des Statthalters Abd al-Aziz
(S.266)

Ende 714 ca.
Ifriqiya-Spanien: Statthaltersohn Abd al-Aziz von Kairuan heiratet die Witwe von König Roderich
(S.266)

ab 714
Spanien: arabische "Siedler"-Invasion
Dauerndes Übersiedeln von Arabergruppen nach Spanien ("baldiyyun"), zum Teil ganzer Sippen, die sich vor allem in den Städten niederlassen (S.266).

Neumuslime auf der iberischen Halbinsel
Neumuslime, die als "muwalladun", spanisch muladí bezeichnet werden, gleichen sich der Kleidung, Sitte und Sprache an. Das spätere Wort "Mulatte" kommt daher.
Daneben halten die sogenannten "Mozáraber" am christlichen Glauben fest, passen sich jedoch der muslimischen Kleidung, Sitte und Sprache allmählich an (S.268).

Spanien: Muslimische Landnahme per Vertrag
[mit erpresserischer Heeresmacht im Hintergrund] (S.266)

715
Damaskus: Tod von Kalif al-Walid (I.)
(S.83)

Damaskus: Kalif Sulayman: Konstantinopel als Kriegsziel
Kalif Sulayman b. Abd al-Malik von den Umayya will unbedingt Konstantinopel besetzen. Diese Stadt ist eines der wenigen Kriegszielen in der islamischen Expansion. Er beteiligt sich an der Kriegsplanung und reist nach Dabiq, ca. 40 km nördlich von Aleppo, zum Sammelplatz und Ausgangsbasis des Unternehmens. Kriegsführer ist der Bruder des Kalifen: Maslama (S.88).

Zweite islamische Belagerung von Konstantinopel / Byzanz
(S.60)

[Es fragt sich weiterhin, wieso dieses Byzanz ein militärisch so schwaches Gebilde ist].

ab Anfang 715 ca.
Ifriqiya-Spanien: Sevilla als neue Residenz von Abd al-Aziz
Statthaltersohn Abd al-Aziz von Kairuan residiert mit der Witwe von König Roderich in Sevilla. Er lässt scheinbar Tendenzen zur Unabhängigkeit zu Damaskus erkennen (S.266). Gouverneur Abd al-Malik b. Qatan in Sevilla, Gegner der syrischen Araber (S.267).

März 716
Ifriqiya-Spanien: Ermordung von Abd al-Aziz
Der Statthaltersohn Abd al-Aziz von Kairuan, residierend in Sevilla, wird wegen seiner angeblichen Unabhängigkeitsgelüste auf Befehl des Kalifen ermordet (S.266-267).

ab März 716 - 756
Spanien: Diktat aus Damaskus: 18 Gouverneure
Der Kalifenhof von Damaskus setzt 18 Gouverneure in Sevilla ein. Auf der iberischen Halbinsel kommt es zu einer unruhigen Zeit der Rivalität
-- mit blutigen Fehden zwischen Nord- und Südarabern
-- mit blutigen Fehden zwischen den Gouverneuren in Sevilla und den vorgesetzten Statthaltern in Kairuan (S.267).


Kalif Umar II. 717 - Abbruch der zweiten Belagerung von Konstantinopel - muslimische Besetzung von Barcelona und Narbonne 720 - Abbasidenzentrum in Marw und Alidenkalifat im Iran unter Abdallah b. Mu'awiya - Appelle an die Sunna als Rechtsgrundlage - Südaraber solidarisieren sich mit Haschimiten - Beginn der christlichen Rückeroberung in Spanien ab 732 - Berberrevolte in Ifriqiya und Spanien 740 und Siege gegen syrische Heere - Berberreich Bargawata - Islamisierung Südspaniens - Kalif Marwan II. - Beginn des Haschimiten-Aufstands in Mesopotamien - Ifriqiya-Diktatur über Ifriqiya und Nord-Spanien - Bürgerkrieg um das Kalifat und Sieg Bagdads, Vertreibung und Sippenmord an den Umayyaden - wachsende Orthodoxie in Ifriqiya - Berber besetzen Ifriqiya 755 - Landung eines Umayyadensohnes in Spanien und Gründung eines Emirats Córdoba 756 - Ägypten besetzt Ifriqiya 761 - Gründung des orthodoxen Reichs Tahert in Afrika

Chronologie (Fortsetzung)

716-756
Regelmässige islamische Raubfeldzüge ins Frankenreich
(S.267)

717-720
Wahl von Kalif Umar II. - die Christen in Damaskus bekommen ein Recht auf ihre Kirche
Kalif Umar II. b. Abd al-Aziz erkennt betreffs der Johanneskirche in Damaskus auf Rechtsbruch und befiehlt die Rückgabe des kirchlichen Grundstücks. Nun protestieren aber die Muslime, dass eine zur Moschee gewordene Kirche nicht wieder eine Kirche werden könne. Nach Verhandlungen der Muslime mit den Christen endet die Angelegenheit mit einem sehr vorteilhaften Immobilientausch für die Christen in Damaskus. Die jahrzehntelange Auseinandersetzung um die Moschee in Damaskus hat ein Ende. Der Fall zeigt, dass Gewohnheitsrecht und Arrangement die Szene beherrschen und die Kalifen selber kaum Möglichkeiten zu Entscheiden haben, die an der Bevölkerung vorbeigehen. Sie sind keine Gesetzesherrscher, wenn sie die Macht behalten wollen (S.83).

Kalif Umar (II) b. Abd al-Aziz vollzieht somit einen Bruch in der Herrscherfolge (S.79).

Kalif Umar II.: Steuerreform scheitert
Umar II. versucht, die "haradsch"-Steuer abzuschaffen, scheitert aber. Sein Bemühen wird ihm in der islamischen Geschichtsschreibung hoch angerechnet (S.95).

718
Abbruch der zweiten islamischen Belagerung von Konstantinopel/Byzanz
(S.60)

ab 718 (722?)
Spanien: gotischer Widerstand unter Pelayo (Pelagius)
Organisation des gotischen Widerstandes gegen die arabisch-muslimische Macht auf der iberischen Halbinsel unter dem nach Norden geflohenen Goten Pelayo (Pelagius).
Die Asturier wählen den Goten Pelayo (Pelagius) zum Führer des Widerstandes gegen die Muslime (S.267).

720
Damaskus: Tod von Kalif Umar II.
(S.83)

Damaskus-Spanien: Muslimische Besetzung des Nordostens der iberischen Halbinsel mit Barcelona und Narbonne
(S.266)


Karte: Die
                        Ausbreitung des Islams und das byzantinische
                        Reich
Karte: Die Ausbreitung des Islams und das byzantinische Reich



722
100-jähriges Jubiläum des Islams mit Festfeiern
Die Feiern erwecken mannigfache Spekulationen (S.108).

Angebliche Geburt von Abu l-Abbas as Saffah
der zukünftige Führer der Kayschaniyya-Untergrundbewegung wird. Die Schilderung dieser Geburt ist eine nachträgliche zurechtgebogene Geschichtsschreibung, um Abu l-Abbas als Saffah zu legitimieren (S.108).

725
Frankreich: Arabisch-islamischer Raubfeldzug bis Lens und Langres im Frankenreich
(S.267)

726 ca.
Marw: Erste abbasidische Propaganda in Marw - Abu Muslim tritt zu den Abbasiden über
Erste abbassidische Agenten werben in Marw unter den hasimitisch gesinnten Bewohnern für die Abbasiden. Abu Muslim tritt darauf über und tritt in die Dienste der Abbasidenfamilie ein (S.109).

728 ca.
Marw: Der umayyadische Stadthalter von Marw verbietet hasimitische Werbung für die Abbasiden
(S.109)

730 ca.
Südiran: Alidisches Gegenkalifat im Iran unter Abdallah b. Mu'awiya
Abdallah b. Mu'awiya ruft im Südiran ein Gegenkalif der Linie der Aliden aus und bekommt Unterstützung von der Haschimiyya-Bewegung der Linie Abbas (S.109).

Wiederbelebung der Rivalität zwischen "Nord"- und "Südarabern"
Das Umayyidenreich stützt sich immer noch vor allem auf arabische Stammesführer. Die Rivalitäten zwischen "Nord-" und "Südarabern" werden wiederbelebt und angefacht. Der Kalif ist immer noch nicht für das ganze Imperium gesetzberechtigt (S.102). Im mörderischen Stammeszwist zwischen "Nord-" und "Südarabern" in Mesopotamien verlieren die Umayya-Statthalter jedes Ansehen (S.101).

ab 730 ca.
Rechtsgelehrte verlangen Beseitigung der Rechtsunsicherheit: Appel an die "Sunna"
Rechtsgelehrte der Umayya mit Schwerpunkt in Damaskus verlangen nachdrücklich die Islamisierung des Rechts und die Verknüpfung mit der prophetischen Sunna (S.117-118).

730 ca.?
Ab dem Haschimiyya-Aufstand von Muhtar b. Abi 'Ubayd: Volksteile verehren fromme Hasimiten - Entstehen der "Haschimiyya"
Die Verehrung für Ali und seine Nachkommen gerät in Misskredit, wird etwas sektiererisch wegen kultischen Eigenheiten.
Die Untergrundszene gegen die Umayya beginnt, fromme Haschimiten zu verehren. Damit beginnt die "Haschimiyya", die zur Konkurrenz für die Aliden, die Nachkommen der Linie Kalif Alis, wird (S.108).

ab 730 ca.
Die "Südaraber" schliessen sich der Haschimiyya-Aufstandsbewegung an
Die "Südaraber" verbinden sich mit der Haschimiyya-Aufstandsbewegung:
-- mit Parolen zur Gleichstellung
-- die "Südaraber" seien in den Beutezügen "zu kurz gekommen" (S.103).

Die Propaganda findet Resonanz bei der Bevölkerung (S.103):
-- die direkte Abstammung von Muhammad befähige in besonderer Weise, eine "gottgewollte" Ordnung herzustellen
-- die Umayyaden würden die "gottgewollte" Ordnung des Islam besudeln und schänden (S.104)
-- das "Südarabertum" habe eine uralte Herrschertradition und die Umayyas seien nur erbärmliche Emporkömmlinge (S.104)

Es ergibt sich aber wieder eine diskriminierende Situation. Das Ziel, die Gleichheit zwischen allen Muslimen herzustellen gelingt nicht:
->> die anfangs guten Verbindungen zwischen Umayyas und Südarabern werden zermürbt
->> die Nordaraber werden von den Umayyas in der Folge bevorteilt (S.104).

Okt 732
Sieg der christlichen Seite zwischen Tours und Poitiers
unter Karl Martell gegen einen muslimischen Raubzug (S.267) von der christlichen Geschichtsschreibung als "Entscheidungsschlacht" gegen den Islam hochstilisiert (S.260).


Karte des Islam von Persien bis
                          Südfrankreich 732-734
Karte des Islam von Persien bis Südfrankreich 732-734



Ende 732
Spanien: Christliche Rückeroberung von Aquitanien
Aquitanien wird wieder in Frankenreich eingegliedert und die fränkische Grenze kann weiter nach Andalusien/al-Andalus vorgeschoben werden (S.267).

734
Arabisch-islamischer Raubfeldzug ins Rhohnetal
(S.267)

735 ca.
Gouverneur von Ifriqiya wird Ubaydallah b. al-Habhab - berberische Glaubensgruppe der Haridschiten - Stämme Miknasa, Bargawata und Matgara
Die Gesetzgebung unter Ubaydallah b. al-Habhab geht rassistisch gegen Berber, die zum Teil Muslime geworden waren, aber auch als Neu-Muslime benachteiligt werden.
Die Berber bilden in der Folge neu eine harigitische Glaubensgruppe, die ihnen die Gleichbehandlung zu den Arabern verspricht. Daran beteiligt sind vor allem grosse Stämme der Miknasa, Bargawata und Matgara (S.268).

739-757
Spanien: Regierung Alfons I. von Kantabrien
(S.267)

740
Ifriqiya und Spanien: Revolte der Berber und Vernichtung von arabischer Verwaltung und Vertreibung
Berberrevolte in Ifriqiya unter Führung des Maysara, Besetzung von Tanger und weiterer Gebiete, zum Teil Zerstörung der arabischen Verwaltung auf immer (S.268), vor allem im Gebiet des heutigen Marokko (S.267).

Die gleichzeitige Revolte der Berber auf der iberischen Halbinsel endet mit einer arabisch-islamischer Niederlage. Beginn der Vertreibung der muslimischen Araber in die südlichen Provinzen der Halbinsel (S.267).

Zahlreiche Untergrundorganisationen im islamischen Imperium
Das von Syrien aus regierte islamische Imperium ist unterwandert von Untergrundorganisationen ehemaliger arabischer Clans, die um das Kalifat buhlen:
-- Aliden: Nachkommen von Kalif Ali
-- Haschimiten: Nachkommen des Clans Haschim, des Clans von Muhammad
-- Abbasiten: Nachkommen von Abbas (S.108).

Damaskus: Versuch der Heranbildung einer ersten zuverlässige Beamtenschaft
Es gibt Ansätze zur Heranbildung eines dem Kalifen verantwortlichen Verwaltungsapparates (um gegen die Untergrundorganisationen gewappnet zu sein) (S.102).

740 ca.
Mesopotamien/Kufa-Marw: der hasimitische "Wesir der Familie Muhammads" - Marw
In Kufa residiert der sogenannte "Wesir der Familie Muhammads", der viele hasimitische Organisationen unter sich hat (S.109). Der "Wesir", ein "Helfer", agiert als Anführer der Haschimiyya-Aufstandsbewegung in Kufa, stellvertretend für einen noch zu bestimmenden Haschim-Kalif (S.116).

Marw bei Damaskus ist neben Kufa das zweite Zentrum hasimitischer Aktivitäten (S.109).

740 ca.
Spanien: Allianz zum Widerstand gegen die arabische Invasion
Alfons I. von Kantabrien heiratet die Tochter von Gotenführer Pelayo (Pelagius). Beginn der gemeinsamen Rückeroberung ("Reconquista") der iberischen Halbinsel gegen die arabisch-islamischen Besetzer (S.267).

ab 740
Zeit der letzten Umayya-Kalifen: die Polarität zwischen "Nordarabern" und "Südarabern" - die machtlosen Kalifen
In der letzten Zeit der Umayya-Kalifen entsteht eine Polarität zwischen "Nordarabern" und "Südarabern", war aber über die Herkunft der jeweils Bezeichneten wenig aussagt.
Die Kalifen sind dieser Stämme-Polarisierung völlig ausgeliefert und sind eher Spielball als Akteure der muslimischen "Politik". Mehr als die Leitung der finanziellen Verwaltung kann der Kalif kaum mehr tun. Handlungsfreiheit hat er aber auch bei der Vergabe der Gelder nicht, denn die wird von der "umma" mitbestimmt (S.90).

Ifriqiya: Berbersiege gegen Araberheere aus Syrien
Mehrere Kalifenheere aus Damaskus können die Berberaufstände in Nordafrika nicht stoppen. Die arabischen Kampftruppen werden regelmässig von den Berbern besiegt (S.268-269).

741
Gründung des Berberreichs der Bargawata
zwischen den Küstenstädten der Atlantikküste Sala und Safi, existiert bis ins 11. Jahrundert (S.269).

Spanien: Invasion einer arabisch-syrischen Armee
Übersetzen einer ganzen arabischen Armee auf die iberische Halbinsel, Teile des syrischen Heeres unter Balg b. Bisr von Nord-Marokko aus (S.266), um die muslimische Herrschaft in Nordafrika gegen die Berber zu "retten" (S.267).

Ende 741
Spanien: Berbersieg gegen Araber
Die syrische Ersatzarmee wird am Wad Subu von berberischen Kampfeinheiten schwer geschlagen. Die Vorhut der arabischen Armee, ca. 7000 Reiter, flüchtet nach Ceuta, wo sie von Berber-Truppen belagert wird (S.267).

Anfang 742 ca.
Nordafrika: Ceuta: Der Gouverneur von Córdoba rettet die 7000 arabischen Reiter - geplanter Kampf gegen die Berber und dann Rückzug nach Syrien
Der Kommandeur der übriggebliebenen Vorhut der syrischen Armee, Qaysit Balg b. Bisr, bittet den Gouverneur von Córdoba um Hilfe gegen die berberische Belagerung.
Unter der Bedingung, dass die 7000 arabischen Reiter bei der Bekämpfung der Berber auf der iberischen Halbinsel behilflich seien und dann wieder nach Syrien abziehen werden, stimmt der Gouverneur von Córdoba zu (S.267).

Mitte 742 ca.
Ceuta: Die arabischen Truppen aus Córdoba befreien die 7000 Reiter der syrischen Armee - Vertreibung des Gouverneurs in Spanien - arabisch-syrische Machtergreifung in Sevilla
Die 7000 Reiter setzen auf die iberische Halbinsel über und vernichten die "drei berberischen Heersäulen", setzen sich dann im Land fest und verjagen den Gouverneur.
Der arabisch-syrische Führer Balg lässt sich zum neuen Gouverneur von Sevilla ausrufen und die sechs Abteilungen der syrischen Reiter/samiyyun werden auf die Provinzen verteilt, vorzugsweise auf dem Land, im Gegensatz zu den städtischen Arabern/baldiyyun (S.267).

ab 743
Damaskus: Gedichte zur Verherrlichung der "frommen Haschimiten": "Haschimiyyat" von Kumayt
(S.108)

ab 743
Spanien: Syrische Islamisierung
Die arabischen Gruppen verteilen sich auf die südlichen Provinzen der iberischen Halbinsel und leben dort als "Nutzniesser" auf den Krondomänen. Es kommt zu einer tiefgehenden Islamisierung und Orientalisierung (S.266).

744
Ifriqiya: Unabhängigkeitserklärung
Ifriqiya erklärt die Unabhängigkeit von Ägypten unter einem Urenkel Sidi Uqbas: Abd ar-Rahman b. Habib. Die Unabhängigkeit hat bis 755 Bestand (S.271).

744-750
Damaskus: Kalif Marwan (II) b. Muhammad
(S.79)

ab 745 ca.
Damaskus: Die Forderungen der Haschimiyya-Aufstandsbewegung
-- Jeder Kalif soll wieder von einem Ratskollegium gewählt sein
-- Abschaffung der Dynastie-Praxis nach Sure 42,38:
"Ihre Angelegenheit ist Gegenstand gemeinsamer Beratung."
Durch Verwirklichung dieser Forderung werde die Herrschaft der umayyadischen "Tyrannen" zerschmettert werden, behaupten die Haschimiten (S.106)

Hauptforderung ist unter anderem, dass nur Mitglieder der Familie der Haschim über Muslime herrschen sollen (S.103).

746
Mesopotamien/Persien: Abbasidische Propaganda in Marw durch Abu Muslim - abbasidische Propaganda auch in Chorasan
Ibrahim, genannt "Imam", entsendet Abu Muslim nach Marw zur "Auffrischung" der alten Beziehungen zur dortigen Haschimiyya, wird skeptisch empfangen, denn auch ein Alide aus dem Iran wäre als Rebellenführer möglich: Abdallah b. Mu'awiya. Aber Abu Muslim kann die Haschimiyya in Marw überzeugen, mit welchen Mitteln, ist nicht bekannt.
Ebenso gelingt es ihm, in Chorasan im Nordosten des heutigen Iran viele Anhänger zu begeistern (S.109).

747-756
Ifriqiya-Spanien: Diktatur von Yusuf al-Fihri in Ifriqiya in Córdoba
schafft eine gewisse Stabilität zwischen Nord- und Südarabern und beendet die Bevorzugung der Nordaraber (S.268).

6.6.747 ca.
Damaskus/Mesopotamien: Schwarze Fahnen als Vorbereitung für den Umsturz
Der Abbaside Ibrahim, in der vierten Generation der Nachkommen von Abbas, einem Onkel des Propheten aus der Region Amman, übergibt dem Anführer der Untergrundbewegung "Haschimiyya" Abu Muslim zwei schwarze Fahnen. Dies ist das Zeichen zur Realisierung des Umsturz (S.101).

7.6.747
Damaskus: Warnung an Kalif Marwan II. in Damaskus
Marwan II. erhält eine Warnung des Umayya-Statthalters, dass in Marw ein Aufstand vorbereitet werde. Die "Ostprovinz" sei in Gefahr.
Kalif Marwan II. lässt Ibrahim aus Amman, den Fahnenlieferanten, festsetzen (S.101).

9.6.747
Zwei schwarze Fahnen als Zeichen zum Beginn des Umsturzes
Abu Muslim hiesst in Marw bei Damaskus zwei schwarze Fahnen und eröffnet damit den Umsturz der Umayyaden-Kalifenlinie (S.101).

747
Abu Muslim eröffnet den Kampf für ein hasimitisches Kalifat in einem Dorf von Halid b. Ibrahim
(S.111)

ab 9.6.747
Damaskus: Bürgerkrieg um das Kalifat

Islam:
              Reiterkrieger mit Schwert
Islam: Reiterkrieger mit Schwert. Nun werden die Muslime gegeneinander aufgehetzt. Gewaltlose Konfliktlösungen gab es leider noch nicht...

"Haschimiyya"-Führer Abu Muslim schwingt sich zum Herrn über Marw auf. Der Statthalter der Umayya in Damaskus stirbt auf der Flucht.
Kalif Marwan II. organisiert ein Gegenheer (S.101) und lässt seinen Schwiegersohn als Statthalter in Damaskus zurück (S.102).

Das Haschimiyya-Heer zeichnet sich aus durch Geschlossenheit, Kampfkraft und hohe Disziplin im Namen der Idee der Gleichheit. Alle Soldaten müssen einen Schwur leisten "auf den Gehorsam gegenüber dem aus der Familie des Gesanten Gottes, mit dem man als Herrscher einverstanden sein wird". Die Stammesrivalitäten im Heer unter den Soldaten sind abgeschafft. Rebellion wegen Sold oder Unterhalt müssen die Soldaten abschwören, ebenso aller Provokationen gegenüber dem Gegner.

Vom iranischen Dichter Abdallah b. al-Muqaffa wird das Heer bewundernd beschrieben. Es ist die erste Schule zur Heranbildung von Soldaten und Bürokraten ohne Hausmacht, Stamm oder Sippe, mit grösserer Loyalität zu Herrscher (S.110).

Anfang 750
Heeresinvasion unter Abu Muslim in Mesopotamien vom Euphrat aus in Richtung Damaskus
(S.109)
Kalif Marwan II. verschanzt sich mit seinem Heer in Mesopotamien am Fluss Zab bei Mosul
(S.102)

Jan 750
Vernichtender militärischer Sieg von Rebellenführer Abu Muslim gegen die verschanzten Truppen von Marwan II.
Kalif Marwan II. zieht mit einem kleinen Restheer durch die Ebene Mesopotamiens in Richtung Damaskus (S.102).

Juni 750 ca.
Damaskus: Abu Muslims Truppen besetzen Damaskus - Kalif Marwan II. flüchtet
durch das Jordantal nach Ägypten, wo er von Spitzeln von Abu Muslim umgebracht wird.
Abu Muslims Anhänger meinen, es sei eine Wendung "zum Besseren" erreicht im Sinn der Sure 22,39:
"Denjenigen, die kämpfen, weil ihnen ein Unrecht angetan wurde, ist der Kampf erlaubt, und Gott hat die Macht, sie zum Sieg zu führen." (S.102)

750
Heerführer Halid b. Barmak muss seinen Reichtum an den Revolutionsführer al-Mansur abgeben, wird dazu erpresst
(S.116)

Damaskus: Sturz der Umayya-Kalifenherrschaft - Ermordung fast der ganzen Umayya-Sippe
Die Untergrundbewegung "Haschimiyya" stürzen den letzten Umayya-Kalifen und etablieren Banu l-Abbas ("Abbaside") als Kalif. Es folgt die Vertreibung und Ermordung fast der ganzen Umayya-Sippe (S.79).

Mitte 8. Jh., um 750
Weiterhin keine Kodifizierung von Recht
Eine Kodifizierung von Recht durch den Kalifen ist weiter nicht möglich (S.85).

750 ca.
Geschichtsschreibung: Adelsgesetz - idealisierte Geschichtsschreibung, Verherrlichung, Extremisierung

-- die islamische Geschichtsschreibung beginnt, die Geschehnisse um Muhammad zu idealisieren und zu extremisieren

-- der Stamm der Quraysch wird auch schon für die vorislamische und vorprophetische Zeit als aussergewöhnlich geschildert, obwohl es nicht so war

-- der Stamm der Quraysch wird für die Zeit vor Muhammad als besonders "heidnisch" / andersgläubig beschrieben, um den Kontrast zu der Lehre und Anweisung des Islam wirkungsvoll zu unterstreichen und Muhammad mehr revolutionäre Taten zuschreiben zu lassen, als er real vollbracht hat

-- somit entwickeln sich in der islamischen Welt Vorurteile, Verhetzungen und falsche Geschichtsbilder (S.12).

ab 750
Rund um das islamische Weltreich: Beginn der Befestigung des islamisch kontrollierten Territoriums und Beginn von Verteidigungskämpfen
(S.60)

Abbasiden-Kalifat: Noch mehr Verehrung für den Clan Muhammads der Haschim
Die Sippe des Clans von Muhammad der Haschim spielt in der Herrschaftsideologie der zweiten islamischen Kalifendynastie der Abbasiden (750-1258) eine zentrale Rolle.In der Folge wird der Clan der Haschim in der Geschichtsschreibung noch mehr verklärt und das Geschichtsbild noch mehr verfälscht (S.17).

8. Jh. / ab 750 ca.
Ifriqiya: Die Orthodoxie malikitischer Observanz gewinnt gegen die Religionspraxis der harigitischen Berber die Dominanz
(S.272)

750-755
Hungersnot in Nordspanien - Abzug von Berbergruppen
Grosse Berbergruppen räumen ihre Siedlungen in Nordspanien und ziehen nach Nordafrika zurück (S.268).

um 751
Narbonne wird arabisch-muslimisch besetzt
(S.267)

ab 751
Kaum noch muslimische Vorstösse über die Pyrenäen
(S.267)

um 754
Spanien: Landung eines Umayyadensohnes
Sohn einer Nafza-Berberin, Abd ar-Rahman, nach fünf Jahren Flucht durch Nordafrika in Almuñécar.
Abd ar-Rahman beginnt sofort, ein Heer gegen Diktator Yusuf von Córdoba zu organisieren (S.268).

755
Besetzung Ifriqiyas durch haridschitische Berberstämme
(S.271)

756
Gründung des Emirat Córdoba durch einen Umayya-Überlebenden
Der Umayyade Abd ar-Rahman kann Yusuf von Córdoba militärisch besiegen und proklamiert das umayyidische Emirat von Córdoba (S.268).

um 757
Nordafrika: Neue Glaubensgruppe der Miknasa-Berber
gründet in der Region Tafilalt (heute inneres Marokko) das Emirat Sigilmasa mit gleichnamiger Hauptstadt.
Sigilmasa ist der nördliche Ausgangspunkt der Sahara entwickelt in der Folge grosse wirtschaftliche Bedeutung (S.269).

761
Nordafrika: Ifriqiya von Ägypten besetzt
Ägyptische Truppen unter dem "wali" besetzen Ifriqiya und vertreiben die haragitischen Berberstämme. Aber weite Gebiete in Ifriqiya bleiben berberisch (S.271).

um 761
Nordafrika: Gründung des muslimisch-orthodoxen Reichs Tahert-Tiaret - "Rustamiden"
Ein Perser/Iraner der ibaditischen Haridschiten, Abd ar-Rahman b. Rustam, gründet südlich von al-Asnam ein theokratisches Reich namens Tahert-Tiaret (heute zentrales Algerien) (269) und begründet die Herrscherlinie der "Rustamiden". Christen bleiben zum Teil in ihren hohen Positionen und müssen sich der Staatsraison anpassen.
Tahert unterwirft unter Führung Tripolitanien des Ibaditen Gabal Nafusa und die sesshaften Berber des Awras. Beide Gebiete werden der Zinsknechtschaft unterworfen (S.271).

ab 761
Nordafrika: Tahert wird zu einem Araberzentrum mit Einwanderern der Haridschiten und der Mu'tazila
(S.271)

8. / 9. Jh./ 761-900 ca.
Ifriqiya: Arabisierung
Von Kairuan aus vollzieht sich die arabische Durchdringung weiterer Städte in Ifriqiya, dann des flachen Landes, dann weit entfernter Zentren wie Constantine, Tlemcen und Fes. In diesem Zusammenhang verbreitet sich die arabisch-islamisch-orientalische Lebensweise und Kultur (S.271).

762
Mesopotamien: Gründung von Bagdad als neuer Kalifensitz
(S.112)






Bildernachweis

-- Kamelkarawane: http://www.igb-berlin.de/abt2/mitarbeiter/hofmann/index.shtml; http://www.igb-berlin.de/abt2/mitarbeiter/hofmann/images/karawane.jpg
-- Datteln an Dattelpalme: http://leis.heim.at/r2000.htm; http://leis.heim.at/reisen/00datteln.jpg
-- Getreide, z.B. Dinkel: http://schapfenmuehle.de/Content/Die_Schapfenmuehle/index.php
http://schapfenmuehle.de/Content/Die_Schapfenmuehle/Dinkelspezialist/Dinkelspezialist.php
-- Olivenöl: http://www.zeven-online.de/kruegers-naturprodukte-shop/index.php

-- Ka'ba-Heiligtum: http://www.trekearth.com/gallery/Middle_East/Saudi_Arabia/photo416400.htm

-- Karte Byzanz-Persien: http://plaza.ufl.edu/hwinger/byz/

-- Mohammed / Muhammad, ein Prophet der Eingott-Theorie (Monotheismus): http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed

-- Shalat, muslimisches Gebet: http://buntetpesantrencom.wordpress.com/

-- islamische Reiterkrieger: http://www.eslam.de/begriffe/s/siffin.htm
-- Yazdegerd III., Münze: http://es.wikipedia.org/wiki/Yazdgerd_III

-- Karte Mohammed Mekka-Medina 622: http://www.raqs.co.nz/me/islam_history.html
-- Karte Islam auf westlicher Arabischer Halbinsel 632: http://www.raqs.co.nz/me/islam_history.html
-- Karte Islam von Persien bis halb Nordafrika 656: http://www.geotourweb.com/nouvelle_page_122.htm; http://www.fordham.edu/halsall/maps/islam1map.gif

-- karte Islam von Persien bis Tripolis 661: http://www.raqs.co.nz/me/islam_history.html
-- Karte des Islam von Persien bis Südfrankreich 732: http://www.raqs.co.nz/me/islam_history.html
-- Karte der Ridda-Kämpfe Juli 632 bis März 633: http://www.stratisc.org/tri_alsuwaidi_3.html; http://www.stratisc.org/tri_al3.jpg
-- Karte des Kalifats unter Kalif Abu Bakr 634: http://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Bakr
-- Karte Schlachten am Jarmuk und http://www.politische-bildung-brandenburg.de/islam/geschichte/kalifen.htm
-- Karte Tunesien mit Kairuan / Kairouan: http://www.netzwerkafrika.de/dcms/sites/nad/laender/tunesien/land/index.html

-- Karte islamische Schlachten und byzantinisches Reich: http://www.indonesia.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?t=1930
-- Karte Byzantion / Konstantinopel um 600: http://tr.wikipedia.org/wiki/Byzantion
-- Karte: Islam gegen Kaukasus und Afrika: http://www.geotourweb.com/nouvelle_page_122.htm; http://ccat.sas.upenn.edu/~bvon/images/map2.gif
-- Karte: Islam bis Tripolis und ganz Iran: http://www.geotourweb.com/nouvelle_page_122.htm; http://ccat.sas.upenn.edu/~rs143/map1.jpg

-- Karte: Feldzüge des Islam in Nordafrika und Iberische Halbinsel: http://www.geotourweb.com/nouvelle_page_122.htm; http://ccat.sas.upenn.edu/~rs143/mexpan.jpg
-- Karte: Spanien mit der islamischen Invasion im Jahre 711, Besetzung von Toledo: http://it.wikipedia.org/wiki/Musa_ibn_Nusayr

-- Damaskus, Freitagsmoschee, Innenansicht: http://www.rolfs-reisen.de/moschee-damaskus.html
-- Kairuan / Kairouan, grosse Moschee: http://www.sites-tunisie.org.tn/FR/presentation_Kairouan.php?ref_ville=6&lib_ville=Kairouan&couleur=ffc000

-- Koran, illuminierte Handschrift: http://www.onb.ac.at/siteseeing/geraubte_buecher/galerie11.htm
-- Felsendom in Jerusalem: http://de.sevenload.com/bilder/9cSHb6x/Felsendom-in-Jerusalem

-- muslimische Reiter im Angriff: http://www.historyofjihad.org/persia.html

-- Jerusalem 01: http://www.christusrex.org/www1/ofm/mad/discussion/056discuss.html

-- Scharia: Hängen im Iran: http://www.dagbladet.no/magasinet/2006/06/20/469432.html
-- Scharia: Amputationen, Plakat: http://seanbryson.com/articles/free_speech_hosting.html
-- Scharia: Amputierte Hände und Füsse bei Parade umhertragen: http://seanbryson.com/articles/islam_faith_message.html#sharia
-- Scharia: Stockhiebe: http://www.maldivesroyalfamily.com/opinion_maldives_practical_steps_against_terrorism.shtml
-- Scharia: Peitschenhiebe, blauer Arsch: http://www.maldivesroyalfamily.com/opinion_maldives_practical_steps_against_terrorism.shtml
-- Scharia: Frauen in Burka: http://www.elsevier.nl/nieuws/buitenland/artikel/asp/artnr/63653/index.html
-- Scharia: Steinigung einer Frau: http://www.jesus-for-iran.com/irak.htm
-- Scharia: Steinigung eines Mannes: http://members.chello.nl/a.wichmann2/islam.html

-- Heerführer Tariq b. Ziyad, Miniaturbild: http://www.answers.com/topic/tariq-ibn-ziyad
-- Islam: Reiterkrieger mit Schwert: http://www.indonesia.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?t=1930


^