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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

2. Das Buch, in dem Olivenöl ist: Der Koran der Wissenschaften

2a: Kalif Othman gab es nicht

2.1. Das Mohammed-Dogma wird im 20. Jh. immer mehr akzeptiert -- 2.2. Erfundene Islam-Geschichte: Kalif Othman ist nicht nachweisbar - 2.3. Das Koranarabisch: Mischling zwischen Arabisch und Syro-Aramäisch - 2.4. Das Koranarabisch: Luxenbergs Forschung und neue Übersetzungen - 2.5. Der Sprachen-Mischmasch zur Zeit des angeblichen Mohammed

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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2. Das Buch, in dem Olivenöl ist: Der Koran der Wissenschaften

"Studieren sie [die Zweifler] denn nicht den Koran? Wenn er von jemand anderem als von Gott wäre, würden sie in ihm viel Widerspruch finden."

Koran, Sure 4:82


2.1. Das Mohammed-Dogma wird im 20. Jh. immer mehr akzeptiert

[Das Mohammed-Dogma wird akzeptiert: Koranübersetzer Rudi Paret]
Rudi Paret (1901-1983), prominenter Koranübersetzer, schreibt in der Einleitung zu seiner deutschen Übersetzung: "Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed stammen würde." Er, der sich in seiner Übersetzungsarbeit quasi tagtäglich mit Widersprüchen, Unklarheiten, Fehlern, Ungereimtheiten logischer wie sprachlicher Natur herumschlagen musste: Woher weiss er das? Wie kommt er zu diesem Schluss?

[Das Mohammed-Dogma wird akzeptiert: Koranforscher Tilman Nagel]
Ähnlich meint Tilman Nagel [6]
[6] Tilman Nagel: Mohammed; München 2008
"Die Forschung muss sich an das halten, was als gesichert gelten kann, nämlich, dass die Worte des Korans von Mohammed ausgingen ...", und füllt unter dieser nicht einmal im Ansatz gesicherten Prämisse sage und schreibe 1000 Seiten.

[Das Mohammed-Dogma wird akzeptiert: 20. Jh. ab der zionistischen Israel-Gründung - Übersetzer zensieren sich selbst]
Wie kommen die beiden Wissenschaftler zu einer so unwissenschaftlichen Aussage? Sie geben die Meinung der traditionellen Orientalistik wieder. Nachdem die Orientalistik des 19. Jahrhunderts grosse Namen hervorgebracht hatte, sind bis auf ein paar erwähnenswerte Ausnahmen zumindest von ihrem Zweig der Islamforschung bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts keine Ruhmestaten zu berichten. Typischerweise forschte man systemimmanent und schien sich nicht im Geringsten mit der Frage nach der Bonität von Quellen belästigen zu wollen. Man übersetzte zum Beispiel den Koran getreu der arabischen Vorlage ins Deutsche. Sehr präzise, sehr gewissenhaft, ja sogar so brillant, dass manche Übersetzungen näher an der wahrscheinlichen Bedeutung sind als die arabische Vorlage selber. Die Übersetzungen gerieten bisweilen schon [S.27] zur Interpretation, aber der Autor konnte belegen, dass sich der arabische Bearbeiter (!) in diesem oder jenem Punkt wohl geirrt habe - wir kommen später auf einige Beispiele. Da hätten bei einem Wissenschaftler schon die Alarmglocken schrillen müssen, denn es handelte sich ja nicht um irgendeinen Text, sondern um eine göttliche Botschaft in angeblich reinstem Arabisch, die einen Wahrheitsanspruch erhob. Die Negierung augenfälligster Ungereimtheiten und der unglaublich schlampige Umgang mit Quellen haben die Orientalistik so in Verruf gebracht, dass sie in der Islamforschung negative Wissenschaftsgeschichte geschrieben hat [7].
[7] [Kaiser Wilhelm gegen Islamkritik - Hitlers Bemerkung, mit dem Islam gehörte Deutschland heute schon die Welt]
Es könnte lohnend sein, einmal den Zusammenhang der deutschen Islamforschung des 20. Jahrhunderts mit der Politik zu untersuchen. Kaiser Wilhelm hatte sich Islamkritik an seinen Akademien mit Blick auf den osmanischen Bündnispartner verbeten. Im Dritten Reich gab es in zunehmendem Masse hochrangige Kontakte zu islamischen Würdenträgern, in Dresden entstand das Kuriosum der SS-Muftischule. Hitler äusserte in den "Tischgesprächen" (Henry Picker), hätte Deutschland statt des Christentums den Islam bekommen, gehörte uns heute schon die Welt. In der Bundesrepublik drehte sich die offizielle Islamforschung weiter im Kreise. Unter einer Multikultiprämisse gilt auch wissenschaftliche Islamkritik als suspekt und ist kein - von öffentlichen Geldern abhängiges - "Forschungsdesiderat".

2.2. Erfundene Islam-Geschichte: Kalif Othman ist nicht nachweisbar

[Erfundene Islam-Geschichte: Der "Othmanische Koran" und die angeblich schnelle Verbreitung von Marokko bis Zentralasien]
Nach traditioneller islamischer Überlieferung also verkündigte der Prophet Muhamad zwischen 610 und 632 Offenbarungen und gründete damit eine neue Religion. Zu seinen Lebzeiten existierten nur mündliche Überlieferungen, aber sein dritter Nachfolger, der Kalif Othman, soll nach traditioneller islamischer Auffassung das Material 20 Jahre später zu einem Buch zusammengefügt haben, dem sogenannten "Othmanischen Koran". Dieser soll bereits die endgültige orthografische und inhaltliche Autorität repräsentiert haben. In wenigen Jahren sollen sich Buch wie Religion über Syrien, Arabien, Irak, Persien, Zentralasien, Ägypten und Nordafrika verbreitet haben. Ein epochaler Vorgang von unglaublicher Geschwindigkeit. Wenn es denn so war.

Wer behauptet das? Oder andersherum: Wie sehen die Quellen aus?

[Erfundene Islam-Geschichte: Der Urkoran von Kalif Othman ist nicht vorhanden - Hinweise von ausserhalb und Beweise für einen Kalif Othman fehlen]
Von islamischer Seite haben wir keinerlei zeitgenössische Belege. Wir haben keinen Othmanischen Urkoran, keinerlei andere zeitnahe Angaben, der erste bekannte Koran stammt aus dem Ende des 9. Jahrhunderts, auch die bisher bekannten Fragmente reichen nicht in die Zeit eines [S.28] behaupteten Kalifen Othman zurück. Der Herausgeber des Urkoran, der ominöse Kalif Othman, ist historisch nicht fassbar.

Es gibt nicht einen einzigen ausserislamischen Hinweis auf ihn, von einem Nachweis gar nicht zu reden. Erst zwei Jahrhunderte nach den behaupteten Ereignissen setzen die ersten islamischen Berichte über Muhamad und sein Buch ein, die meisten sind drei Jahrhunderte danach entstanden.

[Erfundene Islam-Geschichte: 30% des Korans beziehen sich auf die Zeit von vor Mohammed]
Der Wissenschaft allerdings sind Materialien aus der Zeit vor dem Propheten bekannt, die späterim endgültigen Koran wieder auftauchen. Nach Schätzung des Koranforschers Günter Lüling macht das vormohammedanische Material nicht weniger als dreissig Prozent des späteren Korans aus [8].
[8] Günter Lüling: Über den Urkoran. Ansätze zur Rekonstruktion der vorislamischen Strophenlieder im Koran; Erlangen 1974
Der Wissenschaft also sind wenigstens Fragmente des späteren Korans bekannt, die aus der Zeit Muhamads und davor datieren. Koranschriften aus der Zeit vor dem Gründer des Islams?


2.3. Das Koranarabisch: Mischling zwischen Arabisch und Syro-Aramäisch

[Das Koranarabisch: Nöldeke, Mingana und Lüling stellen die Mischsprache von Saudi-Arabisch mit Syro-Aramäisch fest]
Theodor Nöldeke [9]
[9] Theodor Nöldeke: Geschichte des Qorans"; Faksimile der Ausgabe von 1909; Elibron Classic Series, Adamont Media Corporation 2005
hatte bereits 1909 einen Katalog zahlreicher Fehler und Eigentümlichkeiten der Koransprache erstellt. Er erwähnt Überschneidungen mit der syro-aramäischen Sprache, ohne aber weiter darauf einzugehen. Der im Irak gebürgige Handschriftenforscher Alphonse Hormizd Mingana stellte 1927 als Erster  die starke Durchmischung des Koranarabischen mit dem Syro-Aramäischen heraus. Lüling bestätigt und vertieft später diese Ergebnisse.

[Das Koranarabisch: Die "dunklen Stellen", die niemand interpretieren kann]
Es gibt zahlreiche Koranpassagen, die sogenannten "dunklen Stellen", die auch für arabische Interpreten nicht vernünftig lesbar sind. Dies fÜhrte dann zu den vielen - oft völlig unterschiedlichen - Interpretationen, die für die islamische Lehre kennzeichnend sind. Nach islamiscer Meinung ist ja die Sprache Gottes selber Arabisch. Wer diese Passagen nicht lesen könne, beherrsche demnach ganz einfach nicht das perfekte Arabisch Gottes.


2.4. Das Koranarabisch: Luxenbergs Forschung und neue Übersetzungen

[Das Koranarabisch: Sprachforscher Luxenberg mit neuer Interpretation mit syro-aramäischem Wortschatz]
Diese Erklärung mag Gläubige befriedigen, nicht jedoch Wissenschaftler. Der Semitist und Sprachforscher Christoph Luxenberg [10]
[10] Pseudonym eines Professors an einer deutschen Universität
nahm sich [S.29] einige "dunkle Stellen" vor. Er begann, diese unklaren und scheinbar sinnlosen Koranpassagen in der Sprache der Ursprungszeit zu lesen. Diese Sprache war Syro-Aramäisch. Und er kam zu sehr erstaunlichen Ergebnissen.

[Koranarabisch und Luxenberg: Die Geburt von Jesus wird rechtlich zurechtgerückt]
Die Sure 19 (Surat Maryam / Marien-Sure) ist solch eine Passage. Zunächst beschreibt sie die Empfängnis Maria sund kommt dann zu ihrer Verzweiflung über die uneheliche Geburt ihres Sohnes Jesus, sie wünscht sich deswegen den Tod herbei.

Im Vers 24 dieser Sure heisst es in der traditionellen Übersetzung:
"Und es rief er [Jesus] unter ihr: Bekümmere dich nicht, dein Herr hat unter dir ein Bächlein fliessen lassen!"

In Syro-Aramäisch gelesen heisst der Vers hingegen:
"Da rief er [Jesus] ihr nach der Niederkunft zu: Sei nicht traurig, der Herr hat deine Niederkunft legitim gemacht."

Ein vormals eigenartiger Satz bekommt plötzlich seinen Sinn! (Am Sprachgenie des Baby-Jesus darf man sich nicht stören, es wird in mehreren Koranstellen bemüht. Und, man streiche sich das geistig rot an, so finden wir das auch im Thomasevengelium).

[Koranarabisch und Luxenberg: Die Paradiesjungfrauen werden zu Weintrauben]
Auch die "Huris", die Paradiesjungfrauenm, die der Koran den Märtyrern im Dutzend verspricht, sehen bei Luxenberg ganz anders aus. Im Koran liest sich das in der traditionellen Übersetzung so:

Sure 44:54: "Und wir geben ihnen [den Gläubigen] grossäugige Huris als Gattinnen."

Dieser Vers heisst in der autorisierten, arabischen Version: wa-zawwag-nahum bi-hur inin und kann nach Luxenberg im klassischen Arabisch gelesen werden als "verheiraten". Aber nur dann, wenn man über das "r" und unter das "h" einen diakritischen Punkt setzt, der anzeigt, wie der Buchstabe präzise zu lesen ist. Diese diakritischen Punkte gab es aber nicht in [S.30] den frühen Texten. Und ohne die Punkte liest sich das Wort rawwah-nahum, was im Arabischen "ausruhen lassen" bedeutet.

"Hur" ist zweifellos der Plural von weiblich "hawra", heisst also "weisse".

"In" ist in Arabisch nicht verstehbar, deswegen interpretieren die arabischen Bearbeiter des Korans "in" als Plural von "ain" (Auge, Brunnen), obwohl es korrekt "uyun" bzw. "ayun" heissen müsste.

"Hur in" wären also "weisse Augen". Dies aber ist auch im Arabischen in diesem Zusammenhang Unsinn (an anderer Stelle imKoran, Sure 12:84, bedeut "weisse Augen" denn auch "erblindet"). Deswegen bieten die arabischen Koraninterpreten "grossäugige Weisse" an. Daraus wurden "grossäugige Huris" - die "Paradiesjungfrauen" waren geboren.

Luxenberg weist jedoch durch koranische wie ausserkoranische Querverweise nach, dass mit den "Weissen" im Paradieskontext zweifelsfrei Weintrauben gemeint sind. Das arabisch unverstandene Wort "in" bedeutet in Aramäisch "kristallklar, glänzend, prachtvolles Aussehen". Die "hur in" sind also keine Wesen, schon gar nicht Huris, sondern "kristallklare, prachtvolle Weintrauben".

Und zuletzt meint "bi" nicht das arabische "mit", sondern das aramäische "unter". Der Gläubige wird also nicht mit den "Huris" verpaart, sondern er rastet unter den "hur in", also "unter den Weintrauben".

Sure 44:54 liest sich nach Luxenberg also richtig:
"Wir werden es ihnen unter prachtvollen Weintrauben behaglich machen."

Ein nicht unbeachtlicher Unterschied, muss man konstatieren (und mit nicht unerheblichen Konsequenzen für die "Märtyrer").

Den Huris dichten die Interpreten in verschiedenen Versen diverse Attribute an.

Sure 2:25: "Im Paradies warten gereinigte Gattinnen auf sie."

In Wirklichkeit ist die Rede von "allerlei Arten von reinen Früchten."

Aus Sure 38:52 leiten die arabischen Koraninterpreten das Alter der Huris ab. Sie sind zunächst "gleichaltrig", dann werden sie "jung", "immerwährend jung", und in späteren Interpretationen wird ihnen sogar ein Alter zugewiesen: "33 Jahre". Nichts davon steht im Koran [S.31].

Es geht um das Wort "atrab", das im Arabischen nicht verstándlich ist und deshalb mit den genannten Interpretaitonen versehen wurde. Die aramäische Wurzel bedeutet "saftig, Fruchtfleisch".

Aus Sure 38:52 nach traditioneller Lesart:
"Während sie gleichaltrig [ewig junge, 33-jährige] Huris bei sich haben, die Augen niedergeschlagen..."
wird in der korrekten aramäischen Übersetzung:
"Bei ihnen werden neiderhängende, saftige Früchte sein."

Den Vogel schiessen die Interpreten mit Sure 55:56 und 74 ab, wo die Huris schliesslich zu Jungfrauen ernannt werden. In weiteren Interpretationen bleiben sie sogar ewig Jungfrauen, auch wenn sie den Gläubigen bereits zur Verfügung gestanden hatten:
Sure 55:56: "Darin [in den Gärten] befinden sich auch, die Augen niedergeschlagen, weibliche Wesen [die "huris"], die vor ihnen noch niemand [wesder Mensch noch Dschinn] entjungfert hat."

Die Interpretation des Ausdrucks "Lam yatmithunna" als "entjungfern" stammt vom Koraninterpreten at-Tabari und wurde kritiklos weitergeführt, wobei die syro-aramäische Wurzel ohne Zweifel lediglich "verunreinigen, beflecken" bedeutet.

Der ganze Satz heisst demnach: "Darin befinden sich herabhängende Früchte, die noch niemand angerührt hat."

Luxenberg merkt zu dieser Stelle an:
"Mit der Interpretation 'entjungfern' ist der Gipfel erreicht. Wer den Koran mit etwas Verstándnis liest, muss an dieser Stelle geradezu die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Nicht nur Unwissenheit ist daran schuld, es gehört schon eine gute Portion Dreistigkeit dazu, bei einer heiligen Schrift sich so etwas auszudenken und dies dem Koran zu unterstellen." [Die genaue Quelle fehlt leider].

Man möchte hinzufügen: Da ist die schmutzige Fantasie mit den bärtigen Männern durchgegangen.

Aber es geht in diesem Stil weiter [S.32].

Wir wissen von den Huris bereits, dass sie hübsch, 33 Jahre alt und ewig jungfräulich sind.

In Sure 78:33 erfahren wir ein weiteres Detail - sie sind vollbusig:

"[Die Gottesfürchtigen erwarten] junge Huris mit schwellenden Brüsten und einem Becher mit Wein, bis an den Rand gefüllt."

Die schwellenden Brüste sind in Wirklichkeit "üppige, saftige Früchte", wie Luxenberg ausführlich nachweist.

Die Huris entstammen also vollkommen dem Reich der Fantasie, aber damit nicht genug, es gibt auch noch ewig junge Knaben im Paradies, die den Frommen zur Verfügung stehen.

Sure 76:19:
"Ewig junge Knaben [wildanun mhalladuna] machen die Runde unter ihnen [den Gläubigen] ..."

Die "Knaben" weist Luxenberg als aramäisch für "Saft" oder "Wein" nach "Kind der Weinrebe" - Erzeugnis der Weinrebe - Saft oder Wein).

"Muhalladuna" bekommt durch Umsetzen eines einzigen Punktes (Unterpunkt statt Oberpunkt, aus "h" wird "g") seine aramäische Originalbedeutung, nämlich "eiskalt, eisgekühlt".

Es machen also statt "ewig junger Knaben" in Wirklichkeit "eisgekühlte Früchte" die Runde.

[Koranarabisch das Paradies: Die Interpretation zum Erotik-Paradies für Männer]
Eklatante Fehlübersetzungen der arabischen Editoren schufen ein Paradiesbild, das nicht nur für anzügliche Bemerkungen von Ungläubigen sorgte, nicht nur Hunderttausende Glaubenskämpfer erwartungsvoll in den Tod gehen liess, sondern auch diametral zur ursprünglichen und wirklichen Aussage des Korans steht.

Dazu wird hier auch die Durchmischung von syrisch-christlichem und östlichem Gedankengut im Koran deutlich. Die Symbolfrucht par excellence des syrisch-christlichen Paradieses war die Weintraube, wie tausendfach dargestellt. Das war zugleich das Paradies der koranischen Urmaterialien.

In der späteren Version nimmt dieses recht bescheidene Paradies persische Ausmasse an: Ohne grossäugige Jungfrauen ist das Paradies keines, und kein persisches Fest, das diesen Namen verdient, ist denkbar ohne die Hierodulen, die Knaben, die für Gesang und andere Gunstbeweise [S.33] zuständig waren. Aus dem persischen "fairidaez" (Paradies) wird das arabische "faradis", und dieses ist ein sexistisches Paradies [11]. Es geht eigentlich nur um die Erfüllung sexueller Männerträume. [12]
[11] Helmut Werner: Das Islamische Totenbuch; Kóln 2009, belegt ide zentrale männlich-sexistische Jenseitsvorstellungen mit zahlreichen Koranstellen.
[12] In dieser Tradition hinterliess der 9/11-Anführer Muhamad Atta die Anweisung zur Vorbereitung auf den Selbstmord, zu der es gehörte, den Penis zum besonderen, symbolischen Schutz zu bandagieren.

[Die WTC-Türme wurden mit kleinen Atombomben 70m unter dem Boden gesprengt. Diese kleinen Atombomben waren als schnelle Abrissmethode für Wolkenkratzer in den 1960er Jahren vorgeschrieben. Die Filme sind falsch. Kein Araber hat die "USA" jemals angegriffen].
Diese Änderung der originalen Texte ist nicht nur eine katastrophale übersetzeriche Fehlleistung, sondern eine Änderung des Paradies-Konzepts insgesamt.

[Koranarabisch und Luxenberg: Das Kopftuch von Tabari wird zu einem Gürtel um die Lenden]

Die gesamte "Kopftuchproblematik" löst Luxenberg mit einer weiteren Präzisierung über das Aramäische auf.

Im Koran gibt es nur eine einzige Stelle, die scheinbar auf das Kopftuch Bezug nimmt. Es ist die Sure 24, Vers 31. Der ganze fragliche Satz lautet:
"Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und dass sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was aussen ist, und dass sie ihr Tuch über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen oder ihren Vätern oder den Vätern ihrer Ehegatten oder ihren Söhnen oder den Söhnen ihrer Ehegatten oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder denen, die ein Recht auf sie besitzen, oder ihren Dienern, die keinen Treib haben, oder Kindern, die ihre Blösse nicht beachten."

Die Kernpassage hat Max Henning [13]
[13] Der Koran; Reclam, Ausgabe 2006
bereits recht frei übersetzt mit "ihr Tuch über ihren Busen schlagen".

Wörtlich übersetzt heisst diese Passage im arabischen Koran: "Sie sollen sich ihre chumur über ihre Taschen schlagen."

Was sind nun diese "chumur", und welchen Sinn sollen die Taschen ergeben? Tabari übersetzt "chumur" mit "Kopftuch" und setzt, ohne Referenzen zu nennen oder Gründe anzugeben, hinzu, dass dieses Kopftuch Haar, Hals und Ohrgehänge zu bedecken habe [S.34].

Luxenberg weist nun die ominösen "chumur" (Singular "chimar") als das verschriebene aramäische "gmar=Band, Gürtel" nach. Weiter weist er nach, dass das Wort "schlagen" im Zusammenhang mit den Begriffen "Band, Gürtel" verwandt wurde, also eine Phrase bildete, die im Übrigen im heutigen Aramäisch noch in Gebrauch ist: "Das Band, den Stoffgürtel umschlagen". Und zwar um die Lenden und nicht um die "Taschen".

Der Satz heisst also in Wirklichkeit: "Sie sollen sich ihre Gürtel um die Lenden binden."

Der Perser und arabische Philologe Tabari hatte nachträglich, um das Jahr 900, also 300 Jahre nach der kolportierten Zeit der Entstehung, in seinem Korankommentar [14]
[14] at-Tabari: Tafsir al-Quran; Band XVIII; Kairo 1968
das im Arabischen nicht existente Wort "chumur / chimar" schlicht nicht verstanden. Ohne eine Erklárung zu liefern, interpretiert er es als "Kopftuch" und fügt hinzu, dieses Kopftuch "solle Hals, Haare und Ohrringe" verdecken. Von da an nahm die islamische Welt das Gebot zum Kopftuch als Befehl Gottes an. Es ist in Wirlichkeit nichts weiter als die persönliche Meinung at-Tabaris.

Der Bedeutungswandel diese Begriffs wird auf bemerkenswerte Weise in einem Hadith [[Mohammed-Ausspruch]] dargestellt [15].
[15] Ibn Manzur: Lisan al-Arab; X, 355a; Beirut 1955
Danach sollten Aischa, die jüngste Frau des Propheten, und andere Frauen, ihre Stoffgürtel als Kopftücher umgearbeitet haben, als der entsprechende Vers offenbart worden war. Hier spiegelt sich wohl im Zeitraffer die historisch-ethymologische Begriffsverdrehung des Wortes "chimar" wider: vom Stoffgürtel zum Kopftuch.

Nach Luxenberg "wären muslimische Frauen demnach berechtigt, die Authentizität des koranischen Wortlauts wiederherzustellen und aus den Kopftüchern, die man ihnen seit Jahrhunderten zu Unrecht aufgezwungen hat, wieder Gürtel zu machen." [Präzise Quelle fehlt leider].

[Koranarabisch und Interpetationen ohne Ende]
Wie kann es dazu kommen, dass arabische Editoren offensichtlich so grosse Probleme mit einem arabischen Text haben? Mit einem Text, der [S.35] angeblich "in reinem und klarem Arabisch zu den Menschen gekommen war"? Wie kiann es geschehen, dass praktisch jeder Vers zum Verständnis interpretiert werden muss und dass viele Verse es leicht auf ein Dutzend verschiedene Interpretationen bringen?

Fragt man einen LInguisten nach der Sprache "Arabisch", kommt mit Sicherheit die Gegenfrage: "Welches Arabisch?"

Damals wie heute gab es eine Vielzahl arabischer Dialekte. Dazu kommt das klassische Arabisch, die "Arabiya". Der KOran aber ist wieder in einer anderen Spielart abgefasst: Dem Koranarabischen, das nur Spezialisten lesen können (die Frage, inwiefern sie es verstehen, überspringen wir anhand der oben aufgeführten Beispiele besser).


2.5. Der Sprachen-Mischmasch zur Zeit des angeblichen Mohammed

[Der Sprachen-Mischmasch: Koranarabisch, Aramäisch, Griechisch]
Die vereinende Sprache der Zeit war das Aramäische. Der Koran ist so stark mit dem Aramäischen durchsetzt, dass Luxenberg von der Existenz eines aramäischen Urkorans ausgeht. Ob dieser aramäische Urkoran existierte, wissen wir nicht, aber mit Sicherheit sind die dem Koran zugrundeliegenden Schriften zu einem erheblichen Teil aramäische Texte.

Gesprochen wurde im damaligen Arabien also Aramäisch und / oder der jeweilige arabische Dialekt, geschrieben wurde durchwegs in Aramäisch. Daneben war in der Bildungsschicht Griechisch recht verbreitet. Die arabische Schrift entwickelte sich mit nabatäischen Elementen aus der aramäischen Schrift. Das traditionelle Koranarabisch hat es im 6. oder 7. Jh., der Zeit Muhamads und der behaupteten Herabsendung des Korans, nicht gegeben. [S.36]

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