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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

5. 200 Jahre Abwesenheit: Der historische Muhamad

5b. Das Wort "Mohammed"="der zu Preisende" / "der Gepriesene"

5.4. Herrschaftszeit von Abd al-Malik: Wer war "der zu Preisende" / "der Gepriesene" ("muhamad")? Die Inschrift im Felsendom -- 5.5. Die Herkunft des Wortes "Mohammed" seit dem 13. Jh.v.Chr. - die Wortumwandlung -- 5.6. Die Sehnsucht der arabischen Christen nach einem eigenen Propheten - "Mohammed" wurde erfunden

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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5.4. Herrschaftszeit von Abd al-Malik: Wer war "der zu Preisende" / "der Gepriesene" ("muhamad")? Die Inschrift im Felsendom

[[Bei]] Abd al-Malik verehrte [[die Bevölkerung]] einen "muhamad", [[auf Syro-Aramäisch]] einen "zu Preisenden".

[Die Angabe im Felsendom zum "zu Preisenden" ("muhamad") - die Übersetzung von Sprachforscher Luxenberg]
Wer war aber der "muhamad", der gepriesen werden sollte? Die Antwort findet sich unter anderem in einem Bauwerk, in dem es niemand vermuten würde: Im Felsendom zu Jerusalem, nach Mekka und Medina dem drittheiligsten Ort der Muslime, nach deren Tradition erbaut über dem Ort, von dem aus Muhamad auf seinem mit Flügeln und Menschengesicht ausgestatteten Schimmel Buraq in den Himmel aufgestiegen sein soll.

Abd al-Malik vollendete den Felsendom ausweislich seiner Inschrift im Jahr 72 der Araber, das heisst im Jahr 694 unserer Zeitrechnung. Konstruktion und Aufteilung entsprechend der einer byzantinisch-syrischen Kirche, versehen mit römischen Säulen und einer Kuppel, dem typischen Element römisch-byzantinischer Prachtbauten. Das Innerste ist weitgehend original erhalten geblieben, besonders das Schriftband, das sich auf 240 Metern Länge zweimal um das Oktogon zieht.

Man sieht in dieser Inschrift traditionellerweise die islamischen Grundformeln, obwohl eigentlich schon bei oberflächlichem - aber unvoreingenommenem - Hinschauen Zweifel auftauchen müssten. Lange Zeit hat aber offenbar niemand unvoreingenommen hingeschaut. Der Sprachforscher Christoph Luxenberg löste einen Tsunami in der Islamforschung aus, als er die Inschriften in der Sprache und den Wortbedeutungen der Zeit las, in der sie niedergeschrieben wurden. In der Sprache des Gründers, das Syro-Aramäische einbeziehend, kam er zu einer Lesart, die sich in zentralen Punkten von der traditionellen Übersetzung unterscheidet.

[Die Inschrift von Abd al-Malik im Felsendom (694 n.Chr.) gemäss der muslimischen "Traditionsübersetzung"]

Die traditionelle Übersetzung lautet:

"Im Namen des gnädigen und barmherzigen Gottes. Es gibt keinen Gott ausser Gott allein, er hat keinen Teilhaber, ihm gehört die Herrschaft und ihm gebührt das Lob. Er erweckt wieder zum Leben und lässt sterben. Er hat Macht über alle Dinge.

Muhamad, Sohn des Abd Allah, ist sein Gesandter. Gott und seine Engel streuen Segen über den Propheten aus. Ihr Gläubige bittet um Segen für [S.86] ihn und grüsst ihn würdig. Segen und Frieden Gottes sei auf ihm und Gott erbarme sich seiner.

Ihr Leute des Buches, übertreibt nicht in eurem Glauben und sprecht von Gott nur die Wahrheit. Der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er in Maria legte, und ein Geist von ihm.

So glaubt an Gott und seinen Gesandten und sagt nicht Drei. Hört auf damit, es ist besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott, seine überirdische Majestät braucht keinen Sohn. Sein ist alles im Himmel und auf der erde, und Gott genügt als Beschützer.

Der Messias ist nicht zu stolz, ein Diener Gottes zu sein, noch sind es die nahestehenden Engel. Und wer zu übermütig und zu stolz ist, den wird er bei sich versammeln.

Gott, segne Deinen Gesandten und Diener Jesus, den Sohn der Maria. Friede sei mit ihm am Tage seiner Geburt, seines Todes und seiner Auferstehung. So ist Jesus, der Sohn der Maria, das ist die Wahrheit, die ihr bezweifelt. Es steht der Grösse Gottes nicht an, einen Sohn zu zeugen, Preis ihm! Wenn er ein Ding beschliesst, so spricht er nur zu ihm: Es sei! Und es ist.

Gott ist mein Herr und euer Herr. So dient ihm, das ist der richtige Weg.

Bezeugt hat Gott, dass es keinen Gott gibt ausser ihm. Und die Engel und Weisen können das bezeugen. Er sorgt für Gerechtigkeit, er ist der einzige mächtige und weise Gott.

Siehe, die Religion Allahs ist der Islam. Und diejenigen, die die Schrift erhalten haben, wurden durch Ungehorsam uneins, nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war. Und wer die Zeichen Gottes verleugnet, Gott ist schnell in seiner Abrechnung."

[Archäologie: Fakten über die Inschrift im Felsendom]
Die Inschriften im Felsendom sind älter als alle uns bisher bekannten Koranausgaben. Die Schrift ist eine Frühform der arabischen Schrift und verfügt deshalb nur über einen minimalen Satz an Lesehilfen. Das Lesen selbst der der traditionellen Version erweckt Verwunderung. Die Rede ist im Wesentlichen von Maria, Jesus und dem einen Gott. Wäre da nicht, je einmal, das Wort "Muhamad" und "Islam" - man käme nicht im Entferntesten [S.87] auf den Gedanken, ein islamisches Glaubensbekenntnis vor sich zu haben.

[Sprachwissenschaftler Luxenberg mit Syro-Aramäisch im Felsendom]
Hier tritt Christoph Luxenberg auf den Plan. Er tut nichts weiter, als den Wörtern die Bedeutung zu geben, die sie in der Zeit ihrer Anbringung hatten. Auch hier, wie wir schon bei einigen Koranstellen gesehen haben, gibt seine Übersetzung plötzlich einen zusammenhängenden Sinn.

Die Kernpassagen im Vergleich:

Traditionelle Übersetzung: "Im Namen des gnädigen und barmherzigen Gottes..."
Wissenschaftliche Übersetzung - hier präzisiert Luxenberg lediglich: "Im Namen des liebenden und geliebten Gottes"

Aber dann kommt schon die erste Schlüsselstelle.
Traditionelle Übersetzung: "Muhamad, Sohn des Abd Allah, ist sein Gesandter..."
Wissenschaftliche Übersetzung: "Gelobt sei der Knecht Gottes und sein Gesandter..."

[Luxenberg: "muhamad"=Syro-Aramäisch=Gerundiv-Verbform=Herrschertitel - niemand heisst "Mohamed" zu dieser Zeit]
Luxenberg weist detailliert nach [36]
[36] Christoph Luxenberg: Neudeutung der arabischen Inschrift im Felsendom zu Jerusalem; In: Die dunklen Anfänge; Berlin 2005
dass es sich bei "muhamad" um einen Gerundiv und keinesfalls um einen Vornamen handelt, dies wäre eine grammatische Unmöglichkeit. Die semantische Unmöglichkeit des Namens Muhamad wird auch von Historikern anderer Disziplinen gestützt, demzufolge dieser Eigenname zu jener Zeit nirgendwo nachweisbar ist. Zahlreiche Münzfunde belegen zwar den Titel, aber nicht den Namen "Muhamad". Dasselbe gilt für "abd Allah", den "Knecht Gottes". Er war Attribut, aber kein Name. Es gibt auch zahlreiche, bis ins frühe Christentum zurückreichende Nachweise von Jesus unter dieser Bezeichnung.

[Jesus im Koran benutzt auch den Titel "abd Allah"]
Eine ganz eindeutige Zuordnung nimmt die Sure 19:30 vor, worin das Jesuskind in der Wiege von sich sagt: "Ich bin der Knecht Gottes ["abd Allah"], er hat mir die Schrift gegeben und mich zum Propheten gemacht."

Niemand wird annehmen, dass Jesus von sich sagte, er heisse abd Allah [S.88].

"Muhamad abdallah" war aber zur Zeit der Schriftlegung auch nicht der "Muhamad, Sohn des abd Allah" - das kam viel später -, sondern "der zu preisende Knecht Gottes".

[Wer ist der "zu Preisende"?]
Wer aber ist der "zu preisende Knecht Gottes"?

Die Erklärung wird in der Inschrift gleich nachgereicht: Es ist "Isda bin Maryam", Jesus, Sohn der Maria.

"Der Messias Jesus, Sohn der Maria, ist der Gesandte Gottes."

Nach Luxenberg ist die traditionelle Übersetzung (nämlich: "Der Messias Jesus, Sohn der Maria, war nur ein Gesandter Gottes") nicht nur eine simple Fehllesung, es ist eine linguistisch nicht zu rechtfertigende Manipulation. Ein falscher Satz!

Von besonderem Interesse ist die Fortführung des Satzes in der Inschrift:
"So glaubt an Gott und seinen Gesandten und sagt nicht Drei ... denn Gott ist ein Einziger ... Wie sollte er ein Kind haben, gehört ihm doch alles, was im Himmel und auf der Erde ist."

Hier wendet sich der Verfasser Malik gegen die Dreifaltigkeit ("Drei"), weshalb auch Jesus als Gesandter, nicht aber als Sohn Gottes betrachtet wird.

[Das Wort "Din" kommt von persisch "Den"="das Wahre, das Rechte" und nicht "Religion"]
Die zweite Schlüsselstelle der Inschrift markiert folgender wörtlicher Satz:
"in(na) d-din(a) llah(i) l-islam ..."

In der islamisch-traditionellen Übersetzung lautet der Satz:
"Siehe, die Religion Allahs ist der Islam ..."

"Din" wird als "Religion" interpretiert und "Islam" als der Name dieser Religion.

Dies sehen Luxenberg und viele andere als eine typische Fehlinterpretation späterer Jahrhunderte. Das arabische "din" leitet sich formal und bedeutungsmässig vom persischen "den" ab. Und dieses "din" bedeutet im Verständnis der Zeit das "Wahre, das Rechte", im Gegensatz zur lateinischen "religio", der Religion. Während die "religio" eine formale Beziehung zu Gott beschreibt, ist "din" der Glaubensgeist, der es möglich macht, das Richtige, auch die richtige [S.89] Religion, zu erkennen. "Din" ist also nicht die Religion selber, vielmehr ist die Religion eine Funktion des "din".

[Das Wort "Islam" heisst "Übereinstimmung" - eine Religion "Islam" gibt es damals nicht]
"Islam" hat in der Zeit Maliks nicht als Name einer Religion existiert, wie es uns heute geläufig ist. Nirgendwo in zeitgenössischen Berichten, welcher Herkunft auch immer, ist "islam" als Religionsbezeichnung feststellbar. "Islam" bedeutete in Maliks Zeit die "Übereinstimmung": nämlich die Übereinstimmung mit den Schriften, und mit diesen sind das Alte Testament und die Evangelien gemeint. Um die Übereinstimmung mit den Heiligen Schriften zu bewerkstelligen, also "das Rechte zu erkennen und sich nicht verwirren zu lassen", bedarf es des "din". Die "religio" formt sich erst in Konsequenz daraus.

Erst als die in ein arabisches Evangelium zusammengeführten einzelnen Schriften sich später zum Koran verselbständigten und eine eigene Religion zur Folge hatten, kann man von "islam" als Islam sprechen. Davon kann in der Zeit Maliks keine Rede sein.

Das heute gängige Verständnis von "Religion" und "Islam" ist in der Botschaft Maliks nicht enthalten, der Satz heisst also im Verständnis der Zeit seiner Niederschrift richtig:
"Als das Rechte gilt bei Gott die Übereinstimmung mit der Schrift ..."
Und weiter:
"... denn diejenigen, denen die Schrift gegeben wurde, sind erst in Widerspruch mit dem offenbarten Wissen geraten, indem sie disputierten..."

Dies drückt die Ablehnung der zahlreichen Auslegungen und Konstruktionen auf den Konzilien aus, die die ursprüngliche Botschaft verwässert hätten und bei denen stets die Auffassung der Reichskirche dominierte.

[Das Wort "Drei" - Braucht Gott einen Sohn, um die Menschen zu erreichen? - Abd al-Malik: Nein]
"So sagt nicht Drei" - dies ist das grosse Thema der Zeit [37]:
[37] Die Kernfrage lautete: Ist Jesus Mensch, Gott, oder ist er beides? [[Jesus war ein Ausserirdischer, Horus von Ägypten und die jüdischen Patriarchen benutzten den Lebenslauf, ersetzten Horus durch Jesus und so hatten sie ihre Story, um ihre Macht zu zementieren. Pressburg weiss von den Ausserirdischen nichts und schildert den Kirchenstreit um Jesus]]: Die Monophysiten ("eine Natur") sahen in Jesus eine Person, die nur eine, nämlich eine göttliche Natur hatte. Dies ist die Position der koptischen Kirche. Während der Dyophysimus (Dyo=zwei) Jesus zwei Naturen zusprach, eine göttliche und eine menschliche, schränkte der Monotheletismus die menschliche Natur Christi insoweit ein, als dass sein Wille vollkommen von Gott gesteuert wurde. Die Monarchier hingegen sahen in Jesus eine Person [S.90], die zwar in enger Beziehung zu Gott steht, aber deswegen nicht göttlich ist. Dies ist das Konzept eines Propheten (rasul) und Verkünders für Gott (kalifat Allah). Das allerdings beschrieb in der Auffassung der meisten die Nähe Jesu zu Gott zu wenig und wurde deshalb als Häresie abgelehnt. Die griechische Orthodoxie und andere sahen in Jesus ebenfalls eine göttliche und eine menschliche Natur, postulierten aber als Mittler zwischen göttlichem und menschlichem Bereich eine geistige Kraft, den "Heiligen Geist". Diese "Dreieinigkeit", eine aus antiker Sicht mögliche Konstruktion, löste logische Probleme und konnte gleichzeitig den Einen Gott beibehalten. Es ging bei der ganzen Diskussion im Wesentlichen um semantische Probleme, bei denen sich die Inhalte verwischten und einer präziser Definition entzogen. In der heutigen Theologie spielen diese Unterschiede kaum noch eine Rolle, bestimmten aber über Jahrhunderte die theologische Diskussion.
Wie ist die Natur Jesu beschaffen? War er Sohn Gottes? Oder nur Gesandter? War er [S.90] Mensch oder Gott? Oder war er beides? Wie konnte der "logos", das göttliche Wort, in einen menschlichen Körper gelangen? Fragen über Fragen! So entstand das in griechischer Denkart eigentlich logisch-fortschrittliche Konstrukt der Dreifaltigkeit. Mehrere Konzilien [38]
[38] Nikäa (325), Konstantinopel (381), Ephesos (431), Chalkedon (451)
stritten sich darum und spalteten die orientalische Christenheit. Die byzantinische Reichskirche wie auch die römische Kirche übernahmen dieses Dogma, nicht jedoch die arabische und die ägyptische Kirche. Deshalb warnt Abd al-Malik in seinem Bekenntnis vor den "Drei". Gott braucht keinen Sohn und vermittelnden Geist, um die Menschen zu erreichen.

Der folgende Satz rundet mit der bekannten Jesusdarstellung von Geburt, Tod und Auferstehung das Glaubensbekenntnis Abd al-Maliks ab:
"Herrgott, segne deinen Gesandten und Knecht Jesus, Sohn der Maria. Heil über ihn an dem Tag, da er geboren wurde, an dem Tag, da er sterben, und an dem Tag, da er zum Leben auferweckt wird..."

Vollständig liest sich das Bekenntnis Abd al-Maliks aus dem Jahr 694 nun so:

[Die Inschrift von Abd al-Malik im Felsendom (694 n.Chr.) gemäss der Übersetzung von Luxenberg]

"Im Namen des liebenden und geliebten Gottes. Es gibt keinen Gott ausser Gott allein, er hat keinen Teilhaber, ihm gehört die Herrschaft und ihm gebührt das Lob, er spendet Leben und er lässt sterben, er ist allmächtig.

Gelobt sei der Knecht Gottes und sein Gesandter. Gott und seine Engel sprechen Segen über den Propheten. Ihr, die ihr glaubt, sprecht Segen und Heil über ihn. Gott segne ihn, Heil über ihn und Gottes Liebe [S.91].

Angehörige der Schrift, verfehlt euch nicht in eurem Urteil und sagt aus über Gott nur das Rechte. Denn Jesus Christus, Sohn der Maria, ist der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria eingegeben hat und sein Geist von ihm. So glaubt an Gott und seinen Gesandten und sagt nicht Drei, hört auf damit, es wäre besser für euch. Denn Gott ist ein Einziger - gepriesen sei er -, wie sollte er auch ein Kind haben, gehört ihm doch alles, was im Himmel und auf der Erde ist. Und Gott allein genügt als Beistand.

Christus wird es nicht missachten, Gottes Knecht zu sein, noch die Gott nahestehenden Engel. Wer aber es missachtet, ihm zu dienen, und sich überheblich verhält, jene wird er einst allesamt zu sich zitieren.

Herrgott, segne Deinen Gesandten und Knecht Jesus, Sohn der Maria, Wort der Wahrheit, über den ihr euch streitet. Gott gebührt es nicht, ein Kind zu adoptieren, gepriesen sei er: Wenn er irgendetwas beschliesst, so braucht er nur zu sagen: Sei, und es wird. Gott ist mein Herr und euer Herr, so dienet ihm, das ist eine gerade Linie.

Gott hat gemahnt, dass es keinen Gott gibt ausser ihm und die Engel, wie die Schriftgelehrten bekräftigen wahrheitsgemäss: Es gibt keinen Gott ausser ihm, dem mächtigen und weisen.

Als das Rechte gilt bei Gott die Übereinstimmung mit der Schrift: Denn diejenigen, denen die Schrift gegeben wurde, sind erst in Widerspruch dazu geraten, indem sie untereinander disputieren. Wer aber die in der Schrift aufgezeichneten Worte Gottes verleugnet, den wird Gott schnell zur Rechenschaft ziehen."

[Das Glaubensbekenntnis des Abd al-Malik im Felsendom in Jerusalem kontert das Glaubensbekenntnis von Herakleios in Byzanz]
Diese Inschrift ist das Glaubensbekenntnis des Abd al-Malik - und zwar das typisch monarchische, das heisst strikt monotheistische Glaubensbekenntnis der christlich-arabischen Kirche. Es wendet sich damit gegen das Glaubensbekenntnis der byzantinischen Staatskirche. Herakleios hatte sein Bekenntnis zur Dreifaltigkeit in seiner Basilika, der Hagia Sophia in Konstantinopel, anbringen lassen. Abd al-Malik brachte nun sein Glaubensbekenntnis in seiner Basilika, der Kirche am Tempelberg in Jerusalem, an.

[Abd al-Malik war arabischer Christ - NIE ein Kalif]
Abd al-Malik war arabischer Christ, kein Kalif und auch kein "Omayade" [S.92].

[Die richtige Übersetzung von "muhamad abd Allah"="gepriesener Gottesknecht"]
Alleine der Nachweis, dass es sich bei "muhamad" um einen Gerundiv handelt und keinesfalls um einen Eigennamen, was sich auch durch Münzinschriften und andere Texte belegen lässt, ist eine Erkenntnis mit enormen Konsequenzen.

"Muhamad, der Gepriesene" ist nämlich nichts anderes als die arabische Version des griechischen "Krästos" und des lateinischen "Christus, des Gesalbten":

"Krästos, Christus, muhamad": dasselbe, derselbe, nämlich Jesus.

"muhamad abd Allah" ist der "gepriesene Gottesknecht".

Die Lesung "Mohammed ist der Knecht Gottes" wäre genauso abwegig wie die Lesung "benedictus qui venit in nomine domini" ("Gepriesen der da kam im Namen des Herrn") als "Benedikt, der kam im Namen des Herrn."

["Erzähltradition" mit Islam-Fantasie: Die Inschrift im Felsendom sollen Koranverse sein]
Diese Inschriften sind nach islamischer Tradition Verse aus dem Koran. Richtig ist gerade das Gegenteil. Sie sind älter als jeder bisher bekannte Koran oder Fragmente davon. Sie wurden ihrerseits als Verse in den Koran übernommen - es sei denn, man nimmt mit Luxenberg die Existenz eines aramäischen Urkorans an, in dem diese Texte bereits enthalten waren.

[Archäologie: Mohammed existiert im 7. Jh. NICHT]
Dieses Kapitel ist eigentlich dem historischen Muhamad gewidmet, doch gab es bislang noch nichts von seiner Person zu berichten. Der Grund liegt darin, dass er historisch nicht fassbar ist. Wir wissen absolut nichts über ihn.

["Erzähltradition" mit Islam-Fantasie: Mohammed füllt ab 9. Jh. n.Chr. ganze Bibliotheken]
Demgegenüber stehen ganze Bibliotheken von religiösen Schriften im Sinne des Kapitels "Der Prophet Mohamed nach traditionellen Berichten". Die frühesten Erwähnungen Muhamads tauchen 150 Jahre nach dem kolportierten Tod auf, das Gros 200-300 Jahre danach. Grundlage sind mündliche Überlieferungen. Selbst wenn man bei Personen, die vor langer Zeit lebten, mit Evidenzen statt Beweisen zufrieden sein muss, sind mündliche Überlieferung ausschliesslich aus der religiösen Ecke selbst für eine Evidenz zu wenig. Im Koran kommt Muhamad praktisch nicht vor. Hadithe und die darauf fussende Sira (Lebensgeschichte) sind nach fast einhelliger Meinung als authentische Quellen indiskutabel.

[Archäologie: Mohammed fehlt in den Quellen - Herakleios erwähnt nie einen Mohammed noch einen Islam - keine Denkmäler, Papyri, Inschriften, Bücher]
Wir haben zahlreiche archäologische Hinterlassenschaften aus der Zeit. Münzen, Inschriften, Bauwerke, Literatur. Aber nirgendwo findet [S.93] sich auch nur eine Spur der Erwähnung des Propheten Muhamad aus Mekka. Muhamads Truppen nehmen Herakleios noch zu Lebzeiten sein heiliges Jerusalem weg. Dieser bemerkt es aber gar nicht. Seine Nachfolger, denen Muhamad Syrien und Ägypten wegnimmt, wissen offensichtlich nicht, mit wem sie es zu tun haben, genauso wenig wie später die Spanier und all die anderen. Die Millionen unterworfener Menschen verschiedener Religionen sagen uns ebenfalls nichts von einem Propheten Muhamad. Eine einzige unsicher datierte "Mamahd"-Erwähnung - das ist alles, was wir von dem Propheten wissen.

Das alles ist zu wenig und nicht nachvollziehbar bei einer Persönlichkeit, die in wenigen Jahren die gesamte existierende Ordnung des Orients politisch wie religiös über den Haufen geworfen haben soll. Wie hat man sich das bitte zu erklären?

[Mohammed als Personenname kommt erst ab dem 9. Jh. n.Chr. auf]
Der personifizierte Muhamad taucht also erst in der Literatur des 9. Jahrhunderts auf. Nach Dr. Abdallah Moussa von der Sorbonne ist Muhamad als Eigenname nirgendwo vor der Islamisierung feststellbar. Er hält die Existenz eines Eigennamens Muhamad bis dahin für unwahrscheinlich [39].
[39] Claude Gilliot: Zur Herkunft der Gewährsmänner des Propheten; In: Die dunklen Anfänge; Berlin 2005

5.5. Die Herkunft des Wortes "Mohammed" seit dem 13. Jh.v.Chr. - die Wortumwandlung

[Archäologie: Das Wort Mohammed in Konsonantenschrift: Schon im 13. Jh. v.Chr.: rein, auserwählt, gepriesen - Worte "muhamad" und "ahmad"]
Die Wurzel MHMD findet sich bereits auf Tontäfelchen aus dem 13. vorchristlichen Jahrhundert in Ugarit. "Muhamad(un)" bezeichnete die höchste Reinheit für Gold. Es entwickelte sich daraus die Bedeutung "auserwählt, gepriesen", die so noch Jahrhunderte Gültigkeit hatte. Auch "Ahmad" geht auf dieselbe Wurzel zurück. Der Koran verwendet denn auch "muhamad" und "ahmad" synonym.

[Archäologie: Das Wort Mohammed als "der Gepriesene": In Persien, Turkmenistan, Afghanistan - nicht in Arabien]
Die erste religiöse Manifestation des Titels zeigt sich im Osten des Persischen Reiches, wo um das Jahr 660 Münzen mit einem "muhamad"-Logo auftauchen. Dort, im heutigen Turkmenistan und Afghanistan, war der "muhamad" der "Gepriesene", der "Knecht Gottes" (abd Allah) und der "Sprecher Gottes" (kalifat Allah). Keine auch irgendwie geartete Spur von der Präsenz des "Muhamad" auf der Arabischen Halbinsel zur selben Zeit. Wir können mit grosser Sicherheit sagen, dass der "muhamad", der "Gepriesene", weit im Osten des Persischen Reiches entstanden war.

[Archäologie: Das Wort "Der Gepriesene" galt für Jesus]
Und [S.94] nach erdrückender Beweislage war dieser "Gepriesene" Jesus. Abd al-Malik brachte diesen "muhamad abd Allahi", den gepriesenen Gottesknecht, mit in den Westen seines Reiches und baute ihm in Jerusalem ein Monument am Tempelberg, wo er als "mahdi", als Erlöser, am Jüngsten Tag wiederkommen sollte, um Gericht zu halten. Es gibt zahlreiche Münzdarstellungen davon (mehr in einem späteren Kapitel).

"Muhamad" war ein Titel, bevor er ein Name wurde, auch islamische Schriften reflektieren dieses Bewusstsein. Nach Ibn Saad [40]
[40] Ibn Saad (gest. 845): Annalen
war der ursprüngliche Name des Propheten Qutham. Er habe später sechs verschiedene Beinamen geführt: Muhamad (der Gepriesene), Ahmad (der Gepriesene), Kahtim (das Siegel), Haschir (der Erwecker), Akib (der Letzte der Propheten), Machiy (der Sündentilger). Dies ist ein ganz klares Titelkonzept. Alois Sprenger schreibt bereits 1869 [41]:
[41] Alois Sprenger: Das Leben und die Lehre des Mohammed nach bisher grösstenteils unbenutzten Quellen; Berlin 1869
"In diesen Traditionen erscheint 'Muhamad' geradeso, wie die übrigen Benennungen, als Epithet [Attribut] des Propheten und nicht als Eigenname."

[These: Aus MHMD wird "Muhamad"]
In das Attributkonzept gehört nach Volker Popp auch der neutestamentliche "Paraklet". Dieser ist der "Tröster", abgeleitet vom griechischen "Parakletos". Jesus hatte seinen Jüngern mehrfach einen Parakleten versprochen als Trost für seine temporäre Abwesenheit. Der Paraklet ist in Aramäisch, der Sprache Jesu, der "mhamda". Basierend auf derselben Konsonantenwurzel MHMD, lässt sich der aramäische "mhamda" in Arabisch ohne Weiteres als "muhamad" lesen. Der "muhamad" könnte sich so auch personifiziert nahtlos in Evangelien einpassen und als Prophezeiung verstanden werden. Das würde sich dann so gestalten:

Johannes 14,16. "... und er (mein Vater) wird euch einen anderen "Muhamad" senden..."
14.26: "Der Geist aber, der "Muhamad", welchen auch mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch jegliches Ding lehren..."
Johannes, 16,13: "... Es ist gut, dass ich gehe, weil, wenn ich nicht gehe, der "Muhamad" nicht zu euch kommt. Sobald ich aber gegangen bin, sende ich euch den "Muhamad"." [S.95]

Zwar ist in der christlichen Theologie mit dem Parakleten der Heilige Geist gemeint, aber der Schritt vom "mhamda" zum "Muhamad" ist in einem "häretischen" Umfeld rasch getan. Ganz besonders in einer Zeit, die nach dem vorausgesagten arabischen Propheten gierte.

[Archäologie: Einen Propheten Mohammed gab es NIE - die Wortumwandlung aber ist gut möglich]
Die Frage nach dem historischen Propheten "Muhamad" hat sich im Umweg über den "muhamad" von selber beantwortet. Die Hadithe und die darauf basierende Vita des Propheten scheiden als historische Quelle für den Nachweis des Muhamad aus, darüber gibt es ausserhalb der Religion weitestgehende Einigkeit. Der Koran sagt so gut wie nichts über den Propheten. Die Existenz des Korans selber aber als Beweis für die Existenz Muhamads anzuführen, spricht jeder Wissenschaftlichkeit, Logik und Methodik Hohn.

[Archäologie: Islam-Führer Mohammed ist nirgendwo auffindbar - ist nur eine Symbolfigur für eine falsche Geschichtsfantasie]
Ausserreligiöse Quellen über Muhamad gibt es nicht. Und das bei einer Persönlichkeit, die die religiöse wie politische Ordnung der halben damaligen Welt in wenigen Jahren über den Haufen geworfen haben soll. Millionen Betroffene und Zeitzeugen erzählen uns nichts davon? Wie hat man sich das vorzustellen? Um das zu glauben, muss man, wie manch islamischer Historiker es mit grosser Selbstverständlichkeit tut, Wunder bemühen. Und damit sind wir wieder bei Hadith-Qualitäten.

Wir haben keinerlei Evidenzen für die Existenz eines Propheten namens Muhamad, der von 570 bis 632 (oder ähnlich) gelebt und den Koran verkündet haben soll. Das muhamad-Jesus-Konzept lässt sich hingegen vielfältig belegen.

Man mag durchaus eine religiöse Persönlichkeit, etwa einen Prediger, in der Arabischen Wüste annehmen. Nur hiess er nicht Muhamad und dürfte herzlich wenig mit der kolportierten Vita des Propheten zu tun haben. Schon möglich, dass er uns bisweilen seine Handschrift zeigt, etwa in den medinischen Suren, aber Kenntnis von seiner Person erhalten wir trotzdem nicht. Genauso gut könnte es sich um ein Team, ja sogar um eine Sekte handeln, die sich hinter dem Label "Muhamad" verbirgt, oder einfach um eine erfundene Symbolfigur.

Die Ablehnung der physischen Existenz des Propheten Muhamad mag zunächst schockierend wirken. Aber der Schock relativiert sich schnell [S.96]. wenn man allein die Entstehungsgeschichte des Korans betrachtet: Eine einzige Person als exklusiver Präsentator fällt aus. Ohne Zweifel hatte der Koran eine vielfältige Entwicklungsgeschichte über einen langen Zeitraum hinweg und damit "viele Väter".

Wir können selbstverständlich nicht die Nichtexistenz einer Person beweisen. Aber wir können die Beweise der Existenz einer Person prüfen. Und diese Prüfung fällt im Falle des Muhamad negativ aus. Wir stehen auch heute noch mit dem Nichts in der Hand, das Wissenschaftler von Weil über Goldziher und Blachere bis Luxenberg konstatieren. jenseits der religiösen Behauptungen sind nicht einmal zarte Spuren des realen Erdenwandels des Propheten zu erkennen.

Der Prophet wird nicht mit Axthieben gefällt, wie mancher zu Unrecht annehmen mag, es ist vielmehr das Entwirren eines Knäuels jüdischer, christlicher und islamischer, kurz: semitischer Auffassungen über einen Retter, Erlöser, Heiland, Richter oder Propheten. Es handelt sich immer um das gleiche Erwartungsbild - verpackt in verschiedene Namen und Traditionen.

Die Person "Muhamad" ist überhaupt nicht essenziell für die Entstehung von Buch wie Lehre. Viele (sehr) alte und moderne Muslime sehen das auch so.

Die Entwicklung des Islams ist in erster Linie prozessual zu sehen und nicht personenbezogen, wenngleich im Zuge einer Religionsbildung Personen als Botschaftsträger und Identifikationsfiguren unvermeidlich zu sein scheinen.


5.6. Die Sehnsucht der arabischen Christen nach einem eigenen Propheten - "Mohammed" wurde erfunden

[Mohammed wird 200 Jahre nach seiner Geburt "geboren"]
Die Sehnsucht der arabischen Christen nach einer eigenen Schrift mündete nach einer langen und verwickelten Gestehungsgeschichte im Koran. Parallel dazu fand die Transformation vom "muhamad" zum "Muhamad" statt. Dieser war eine Notwendigkeit, denn wie hätten sich eigene - endlich eigene! - Offenbarungen sonst rechtfertigen lassen? Und ein eigener arabischer Prophet aus dem Haus Abrahams war schliesslich prophezeit, das heisst von ganz oben zugesagt. Die gesamte damit zusammenhängende Tradition verlagerte sich erzählerisch in die Wüste Arabiens, Muhamad, der Prophet der Araber aus dem Stamme der Kuraisch, war geboren - 200 Jahre nach seiner "Geburt" [S.97].

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