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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

7. Die Metamorphose: Von Jesus zu Muhamad

7a. Byzanz, Persien und dazwischen die christlichen "Arabis"

7a.1. Das frühe "Arabien" mit religiösem Hickhack im heutigen Kurdistan -- 7a.2. Verschleppungen von Christen bis Persien und der Begriff "Arabi" für die Bevölkerung in Mesopotamien -- 7a.3. Byzanz gegen Persien - Raub des Kreuzes von Jerusalem 613 und Rückführung des Kreuzes 630




präsentiert von Michael Palomino (2015)

-- "al-hadi" (Heiland),
-- "mardi" (der geliebte Sohn),
-- "harun" (der Gerechte),
-- "mansur" (der Siegreiche),
-- "mahdi" (der Erlöser)
und andere Titel mehr;
-- dem Moses war von Gott wegen seiner Redegewalt Aaron als "kalif", als "Verkünder", zur Seite gestellt worden, ein Attribut, das nun Wiederverwendung fand

"sali-Allah", des "Stellvertreters Gottes". Der "wali-Allah" ist mit dem Titel des "Hervorragenden" (ali) [S.126].

"Hashim", die "Edlen", [S.126, Fussnote 55]

"Harun al-raschid", des "Gerechten Verkünders Aaron" [S.127]

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7. Die Metamorphose: Von Jesus zu Muhamad

"In den Adern des Propheten fliesst Tinte - auch die der europäischen Orientalisten."

Karl-Heinz Ohlig, Religionswissenschaftler


7a. Byzanz, Persien und dazwischen die christlichen "Arabis"

7a.1. Das frühe "Arabien" mit religiösem Hickhack im heutigen Kurdistan

[Dauerkrieg und Manipulationen zwischen Byzanz und Persien]
Die Geschichte des Vorderen Orients in der ersten Hälfte des nachchristlichen Jahrtausends prägte der Dauerkonflikt zwischen Persien und dem Byzantinischen Reich. Es gab direkte Begegnungen auf dem Schlachtfeld, meist aber waren es Stellvertreterkriege, denn beide Mächte unterhielten ein Netzwerk von arabischen Bundesgenossen, die oft genug die Seiten wechselten.

["Arabien" bis zum Mittelalter: Ein Teil des Fruchtbaren Halbmonds]
Unter Arabien verstehen wir heute die Arabische Halbinsel. In der Antike und im Mittelalter umfasste Arabien Syrien, Palästina und Mesopotamien, manchmal mehr, manchmal weniger. Die Arabische Halbinsel war damit nicht gemeint. Allerdings war der nordwestliche Teil durch das Reich der Nabatäer, hellenisierten Arabern, an die Kultur des Mittelmeeres angebunden.

["Arabien" bis zum Mittelalter: Vielfalt von Religionen und Heilsversprechen - Kämpfe der Christen untereinander]
Dieses alte Arabien war ein politischer und religiöser Druckkochtopf. Nicht aus Zufall entstanden hier drei der fünf Weltreligionen. Juden, griechische, babylonische, asiatische Heiden, Melkiten, Jakobiner, syrische Christen, koptische Christen, Katholiken, Nestorianer, Zoroastrier, Buddhisten und andere mehr standen in stetigem Wettstreit. Sozusagen täglich tauchte an jeder Ecke ein Heilsverkünder, ein Gottgesandter, ein Messias, ein neuer Prophet auf. Ständig stand man unter dem Druck des unmittelbar bevorstehenden Weltunterganges, auf den man richtig vorbereitet sein musste.

Die einzelnen Fraktionen hatten ihre eigenen religiösen Texte, die jeweils diskutiert, angegriffen, verteidigt wurden. Besonders heftig waren diese Auseinandersetzungen um die "wahre Lehre" zwischen den einzelnen christlichen Fraktionen [S.107].

Der Zentralpunkt war hierbei die Frage nach der Natur Jesu. Die Diskussion wurde sowohl auf griechisch-philosophischem Nadelspitzniveau als auch handgreiflich ausgetragen [44].
[44] Etwa am Konzil von Ephesos (431), das als "Räubersynode" in die Geschichte einging. Ehrwürdige Kirchenväter gingen aufeinander mit Fäusten und Stöcken los, zur Durchsetzung der wahren Lehre wurden Schlägertrupps angeheuert.
Für die Monophysiten hatte Jesus nur eine göttliche Natur, für andere, die Monarchier, war Jesus zwar ein Gesandter Gottes, aber trotzdem nur Mensch, und für wieder andere war Jesus Sohn Gottes und hatte neben seiner menschlichen auch eine göttliche Natur. Das waren die Fragen, die die Menschen des Nahen Ostens über Jahrhunderte in einer für uns Heutige kaum nachvollziehbaren Intensität beschäftigten, hing davon doch ihr Seelenheil bei der ständig erwarteten Rückkehr des Messias ab, der mit dem Flammenschwert über sie Gericht halten würde. Das Lebensgefühl war, in der Endzeit zu leben.

[Die Trennung des arabischen "Christentums" vom restlichen "Christentum": Spaltpilz "Trinitätslehre"]
In zahlreichen Konzilien, auf denen diese Glaubensfragen heftig diskutiert wurden, namentlich Nikäa im Jahr 325 und Chalkedon im Jahr 451, wurde die "Trinitätslehre", die Lehre von der "Heiligen Dreifaltigkeit", zum offiziellen Dogma erhoben. Dies trennte die arabischen Christen vom Hauptstrom.


7a.2. Verschleppungen von Christen bis Persien und der Begriff "Arabi" für die Bevölkerung in Mesopotamien

[Verschleppungen und Zwangsarbeit in Asien]
Eine gewisse räumliche Trennung hatte indes schon früher stattgefunden. Allgemeine Kriegspraxis im Orient war die Ermordung und / oder Verschleppung der Besiegten. Wer die Schlachten und das nachfolgende Schlachten überlebte, wurde abtransportiert und zu den verschiedensten Arbeitsprojekten in den eigenen Provinzen herangezogen.

Bekannt ist die Verschleppung der Israeliten durch Nebukadnezar nach Babylon.

Die drei grossen Kriege Schapurs I. (240/42–270 n. Chr. - http://www.wikiwand.com/de/Schapur_I.) endeten in riesigen ¨Verschleppungswellen der Bevölkerung aus dem heutigen Syrien und Irak: So wurde der Bischof von Antiochien an der syrischen Mittelmeerküste mitsamt seiner Gemeinde nach Khuzistan (Chuzestan, heute Iran - https://de.wikipedia.org/wiki/Chuzestan) verschleppt und für den Bau der neu zu gründenden Stadt Gundeschabur (heute Iran - https://de.wikipedia.org/wiki/Gundischapur) herangezogen. Eine weitere zerstörte und umgesiedelte [S.108] Stadt war die nordmesopotamische Zentrale Hatra, zwischen Euphrat und Tigris gelegen (heute Nord-Irak https://de.wikipedia.org/wiki/Hatra) [45].
[45] Die Lücken wiederum wurden des Öfteren gefüllt durch mehr oder weniger erzwungene Umsiedlungen aus Griechenland und dem Balkan.
[Der Begriff "Arabi"="Bewohner des Westens" - aus der Sicht Persiens]
Die Bewohner dieses Gebietes, der "Dschasira" ("Insel") (=Obermesopotamien, heutiges Kurdistan - https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Dschazira_(Mesopotamien)), wurden "Arabi" genannt, "die Bewohner des Westens", vom Land jenseits [[östlich]] des Tigris [[von Persien]] aus gesehen. Hier wird der Begriff "Araber" erstmals manifest, aber er ist nicht mit dem uns heute geläufigen Begriff deckungsgleich.

[Verschleppungen: Syro-Aramäisch und Bibeln verbreiten sich bis nach Persien]
Die Arabi sprachen syro-aramäisch. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass sie auf dem Weg in die persische Diaspora auch ihre heiligen Bücher mitnahmen, die "Peschitta", die aramäische Bibel und das "Diatessaron", das aramäische  Evangelium.

Eine weitere Verschleppungswelle erfolgte unter Chosrau I., der 540 erneut die gesamte Bevölkerung Antiochiens in den Osten verschleppte und sie die Stadt "Veh-Antiokh-i-Chosrau" ("Das bessere Antiochien des Chosrau") bauen liess. Die Deportierten setzten ihr religiöses Leben in Persien fort.


7a.3. Byzanz gegen Persien - Raub des Kreuzes von Jerusalem 613 und Rückführung des Kreuzes 630

[613: Persien besetzt Jerusalem - Zerstörung der Grabeskirche und Raub eines Kreuzes - 619 Ägypten]
Im 7. Jahrhundert nahmen die Auseinandersetzungen zwischen Persien und Byzanz den Charakter eines religiösen Krieges an. 613 gab es einen neuen Vorstoss Persiens in Richtung Westen. Chosrau II. besetzte Syrien und eroberte 614 Jerusalem. Er zerstörte demonstrativ die Grabeskirche und nahm die Reliquie des Heiligen Kreuzes als Trophäe mit sich. 619 eroberte er Ägypten.

[Rückeroberung von Byzanz ab 622 - Zerstörung des Feuertempels in Ganjak]
Dies konnte Byzanz nicht hinnehmen. Kaiser Herakleios bracht mit einem Heer gegen Persien auf. Unter der persönlichen Führung des Kaisers - eine absolute Rarität in der Spätantike - kam es 622 in Armenien zur Schlacht, in der das persische Heer vernichtend geschlagen wurde. Im folgenden Jahr nahm Herakleios die Stadt Ganjak ein und liess als Revanche für Jerusalem den dortigen Feuertempel zerstören. Es folgten weitere Schlachten, die zum vollständigen und triumphalen Sieg von Byzanz führten.

[Byzanz gibt Syrien und Mesopotamien auf, um auf dem Balkan Truppen zur Verfügung zu haben]
Der immer noch friedensunwillige Chosrau wurde von seinen eigenen Leuten ermordet, sein Sohn Siroe schloss Frieden mit Byzanz. Im darauf folgenden "Ausgleich" bekam der Kaiser zwar seine arabischen Gebiete - die er niemals wirklich beherrscht hatte - nominell zurück. Aber im Rahmen [S.109] der vollkommenen Neuordnung des Byzantinischen Reiches (der "Themenkonferenz") hatte sich Herakleios bereits entschieden, Syrien und Mesopotamien als Reichsgebiet aufzugeben, behielt jedoch einige Städte und alle Häfen unter seiner Kontrolle. Die dringend gebotene Konsolidierung seines Kerngebietes hatte absoluten Vorrang, denn im Westen kämpfte das Reich um seinen Bestand.

[Konstantinopel muss nicht Hauptstadt sein - Rückführung des Kreuzes nach Jerusalem 630]
Schon 618 hatte der aus Nordafrika stammende Herakleios sich mit dem Gedanken getragen, Konstantinopel als Hauptstadt aufzugeben und von Sizilien aus zu regieren. Ein Volksaufstand und der Klerus brachten ihn davon ab, die Kirche musste allerdings seinen Feldzug finanzieren, den er 628 siegreich abschloss und 630 mit der feierlichen und persönlichen Rückführung der Kreuzesreliquie nach Jerusalem krönte.

Es war kein gewöhnlicher Feldzug gewesen, sondern der erste Kreuzzug der Geschichte, der Kampf der Christen gegen die Feueranbeter.

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Fotoquellen

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