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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

7. Die Metamorphose: Von Jesus zu Muhamad

7b. Die "Arabi"-Identität zwischen Byzanz und Persien

7b.1. Die "Arabi"-Christen und die Byzanz-Doktrin von Herakleios -- 7b.2. Zeit ab 622: Das erste Gefühl einer "Arabi"-Identität zwischen Tigris und Ägypten - Maavia gegen Byzanz -- 7b.3. Abd al-Malik gegen Byzanz mit dem Felsendom in Jerusalem mit der Inschrift "gepriesener Jesus"

präsentiert von Michael Palomino (2015)

-- "al-hadi" (Heiland),
-- "mardi" (der geliebte Sohn),
-- "harun" (der Gerechte),
-- "mansur" (der Siegreiche),
-- "mahdi" (der Erlöser)
und andere Titel mehr;
-- dem Moses war von Gott wegen seiner Redegewalt Aaron als "kalif", als "Verkünder", zur Seite gestellt worden, ein Attribut, das nun Wiederverwendung fand

"sali-Allah", des "Stellvertreters Gottes". Der "wali-Allah" ist mit dem Titel des "Hervorragenden" (ali) [S.126].

"Hashim", die "Edlen", [S.126, Fussnote 55]

"Harun al-raschid", des "Gerechten Verkünders Aaron" [S.127]

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7b. Die "Arabi"-Identität zwischen Byzanz und Persien

7b.1. Die "Arabi"-Christen und die Byzanz-Doktrin von Herakleios

[Christen im heutigen Kurdistan ("Arabi") mit Herakleios]
Trotz gewisser religiöser Unterschiede hatten die Arabi mit Herakleios sympathisiert. Mehrfach belegte Vergleiche machten die Runde mit Chosrau als Pharao im alttestamentlichen Sinne, der die Kinder Ismaels verschleppt habe, und die nun heimgeführt würden [46].
[46] Auch der Koran bezeichnet den Perserkönig irrtümlich (?) als "Pharao".
Die Christen Persiens sahen Herakleios deshalb als ihren natürlichen Verbündeten. Nach der Niederlage zerfiel das Persische Reich in Fürstentümer, auch in solche der Arabi. Zum einen lag die Autorität der persischen Zentralmacht in Scherben, zum anderen war mit dem Tod des Herakleios 641 die Bündnissituation aus dem grossen, glorreichen Krieg beendet.

[Die "Arabi"-Emire nach dem Tod von Herakleios 641 bleiben Christen]
Die arabischen Emire, durchwegs Christen, hielten nun die eigentliche Macht in Persien in der Hand. Hierfür lassen sich zahlreiche archäologische Belege finden, etwa die Münzprägungen der verschiedenen Emire, viele mit einem christlichen Bezug im Münzbild.

[Byzanz mit Vasallenverträgen im  Zweistromland - direkte Macht nur an den Küsten sowie Jerusalem und Damaskus]
Die persische Hegemonie in Mesopotamien, Syrien und Ägypten war auf regionale Vasallen gestützt gewesen. Die Niederlage gegen den Kaiser hatte zwar die persische Hauptmacht und das sassanidische Herrscherhaus vernichtet, die Emire von Mesopotamien bis Ägypten jedoch unbeschädigt gelassen. Byzanz behielt als starke Seemacht lediglich die Häfen sowie einige wenige religiös wichtige Orte wie Jerusalem und Damaskus [S.110] und schloss im Stile der altbekannten "foederati" Vasallenverträge mit lokalen Fürsten.

[Kompromissformeln von Herakleios ohne Erfolg]
Herakleios hatte auch versucht, einen theologischen Ausgleich mit dem Osten zu erzielen, aber seine Kompromissformeln waren abgelehnt worden. Es half auch nichts mehr, dass sein Nachfolger Konstans II. die "Ekthesis", die Glaubensformeln, die 646 sogar zu Aufständen in Nordafrika geführt hatten, aus der Hagia Sophia (Kirche in Konstantinopel, heute in Istanbul ein Museum - https://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia) entfernen liess.


7b.2. Zeit ab 622: Das erste Gefühl einer "Arabi"-Identität zwischen Tigris und Ägypten - Maavia gegen Byzanz

[Die Solidarität der "Arabi" vom Zweistromland bis Ägypten - und es wird die Wiederkunft Christi erwartet]
Praktisch von einem Tag auf den anderen waren die arabischen Emire jetzt ihre eigenen Herren, sie waren plötzlich Teil einer Grossmacht, und das ohne grossen Kampf. Kein Wunder, dass die Christen in Ägypten oder Syrien kooperierten: Sie hatten es nun nicht mehr mit Feueranbetern oder der verhassten Reichskirche zu tun, sondern mit Leuten, die ihre Religion teilten.

Das Land von Ägypten bis Persien war nun plötzlich arabisch dominiert, man war wie durch ein Wunder den Schraubstöcken Byzanz' und Persiens entrollen. Der Antichrist war besiegt, der Weltuntergang vertagt, eine neue Ära war angebrochen, die in der Wiederkunft Christi gipfeln würde.

[Die "neue Zeit" ab 622 nach dem byzantinischen Sieg gegen die Perser]
Das Jahr 622 wurde so zur wichtigsten Jahreszahl des frühen Arabiens. Es wurde als so wichtig und einschneidend begriffen, dass man das Jahr des Sieges der Christen über die Feueranbeter und der damit verbundene Aufstieg der Araber als der Beginn einer neuen Zeitrechnung festsetzte (wobei das byzantinische Steuerjahr weitergeführt wurde, was der Wissenschaft ein unschätzbares Instrument an die Hand lieferte). Diese arabische Zeitrechnung (griechisch: "kata Araba") folgte dem Sonnenkalender.

[Muslimische Lügentradition: Mohammed habe 622 Mekka verlassen, um in Medina Zuflucht zu suchen und habe Herakleios mit dem Islam gedroht]
Nach der islamischen Tradition war ein arabischer Prophet namens Mohammed 622 von der Stadt Mekka nach Medina geflohen, und dieses Datum hatte den Beginn einer neuen islamischen Zeitrechnung markiert. Diese folgte dem Mondkalender. Nur, niemand benutzte diesen Mondkalender, sondern den Sonnenkalender "nach der Zeit der Araber". Nirgendwo ist der Name des Propheten noch der seiner neuen Religion genannt. Nach islamischer Tradition hatte Muhamad einen Brief an Kaiser Herakleios gesandt mit der Aufforderung, zum Islam überzutreten. Aus byzantinischen Quellen wissen wir nichts über dieses Angebot. Nicht weiter verwunderlich, denn wir können mit grosser Sicherheit annehmen, dass Herakleios von dem Gründer einer völlig neuen Religion, der ihm [S.111] noch zu Lebzeiten sein halbes Reich und seine heiligen Stätten weggenommen haben soll, nie gehört hatte. Seine Schreiber und die Betroffenen hätten uns mit Sicherheit davon erzählt.

[Muslimische Lügentradition: Keine Quellen vorhanden muslimische Expansion nach Damaskus oder Kairo]
Nach dem Zusammenbruch bzw. dem Rückzug der Hauptmächte brach eine unruhige Zeit an, die durch die Positionskämpfe der einzelnen Emire gekennzeichnet war. Die islamische Geschichtsschreibung stilisiert diese internen Positionierungs-Scharmützel zu einem glorreichen Eroberungskrieg der Muslime. Die wissenschaftliche Geschichtsforschung weiss allerdings nichts vom Sieg der Muslime bei Gabitha, auch die "grosse Entscheidungsschlacht" am Jordan (Yarmuk) der Muslime gegen Byzanz ist unbelegt. 639, also noch zu Lebzeiten (!) des Herakleios, sollen die Wüstenkrieger Muhamads Damaskus erobert haben - auch dafür gibt es nicht den geringsten historischen Beleg. Nach islamischer Tradition soll 640 Amr ibn As mit der grünen Flagge des Propheten an der Spitze eines muslimischen Heeres in Kairo eingezogen sein - und auch darüber schweigen sich die Quellen der Zeit aus. Es existiert allerdings von Abd al-Maliks Bruder Aziz, Emir in Ägypten, eine auf das Jahr 690 datierte Inschrift an einer Brücke von Fustat (Alt-Kairo), die mit der Floskel "Amen" endet.

[Forschung: Maavia (Muawiya) mit dem Ziel eines neuen Perserreichs bis Ägypten]
Der Erste, der die Chance zur Gründung eines neuen Grossreiches, das Persien und die ehemaligen arabischen Besitzungen Byzanz' umfassen sollte, wahrnahm, war Maavia [[Muawiya]]. Eine Neuauflage des Persischen Reiches unter Einschluss der Araber, nichts weniger strebte er an, beinhaltete natürlich die Wiederaufnahme des sassanidischen Kampfes gegen Byzanz.

662 kehrte Kaiser Konstans II. seiner Hauptstadt Byzanz den Rücken. Nicht nur hatte er sich mit der gesamten östlichen Christenheit zerstritten, seine höchst kaiserlichen Auffassungen wurden zu allem Überfluss auch noch von Maximus dem Bekenner, dem prominentesten Theologen seiner Zeit, als Häresie abgekanzelt (was dieser allerdings mit der lebenslangen Verbannung auf die Krim bezahlte).

[Byzanz: Regierungssitz wird nach Sizilien verlegt - Maavia in Damaskus beginnt mit Kämpfen gegen Byzanz]
Konstans II. also machte die Drohung des Herakleios wahr und verlegte seine Residenz nach Syrakus auf Sizilien - dem östlichen Reich drohte somit Vernachlässigung.

Im selben Jahr, 662, wurde Maavia [[Muawiya]] in Darabgerd, Südiran, zum "Amir al-Muminin" gewählt. In dieser Eigenschaft herrschte er bald über Persien  [S.112] und den ehemals byzantinischen Osten. 663 nahm er in persischer Tradition wieder Kriegszüge gegen den Westen auf.

Maavias Residenz war Damaskus mit dem wichtigsten Heiligtum und Pilgerzentrum der Zeit, der Johannesbasilika mit dem Haupt Johannes des Täufers als Reliquie. Die wichtigste Inschrift, die von Maavia erhalten ist, haben wir bereits oben kennengelernt [[S.80]], den Stein von Gadara (Israel), eine griechische Inschrift, mit dem Kreuzzeichen beginnend, die seinen Titel nennt: "Amir al-Muminin". Exakt derselbe Titel findet sich von ihm in Persien in persischer Sprache. Wie wir gesehen hatten, bedeutet er "Oberster Schutzgewährer", die gängige Übersetzung "Führer der Gläubigen", womit wie selbstverständlich Muslime gemeint sind, ist ohne irgendeine Basis.

[Maavia wechselt die Seite und wird zum Verräter von Byzanz]
Maavia war ursprünglich Verbündeter und Lehnsherr des Kaisers, wurde aber zum Verräter, weil er als Byzantinerfreund die Unterstützung im persischen Teil seines Reiches verloren hätte. Maavia prägte auch Münzen in Jerusalem, die Figuren mit dem Kreuzglobus in der Hand darstellen.

[Muslimische Lügentradition: Muawiya soll zum Islam konvertiert sein, soll der Sekretärs von Mohammed gewesen sein, soll zum Kalifen von Medina ernannt worden sein, soll 639 als Statthalter von Damaskus eingesetzt worden sein, soll Feinde des Islams besiegt haben und das Kalifat gegründet haben]
Maavia ist unter dem Namen Muawiya eine der wenigen historisch fassbaren Personen im bunten Reigen traditioneller Darstellungen des frühen Islams. Die Wissenschaft weiss nichts Gesichertes über seine Herkunft, die islamische Geschichtsschreibung aber weiss es: Muawiya sei 603 in die einflussreiche Sippe der "Omayaden" vom Stamme der Kuraisch in Mekka geboren worden, 630 sei er zum Islam konvertiert und habe dem Propheten als Sekretär gedient. Dann sei er zum Kalifen von Medina ernannt und 639 vom Kalifen Umar als Statthalter von Damaskus eingesetzt worden. Unter seiner Führung seien die Feinde des Islams besiegt worden, dazu sei er aus mehreren Schlachten siegreich hervorgegangen, was ihm das Kalifat eingebracht, allerdings auch zur Abspaltung der Schiiten unter dem "rechtmässigen Kalifen" Ali geführt habe...

[Forschung: Maavia / Muawiya verliert gegen Konstantinopel und wird tributpflichtig - Maavia / Muawiya wird in Damaskus gestürzt]
Zu den Fakten:
Die Schwäche der Perser war die Seekriegsführung gewesen, weshalb sie letztlich immer vor Konstantinopel - wie auch früher schon vor Athen - gescheitert waren. Maavia hatte nun durch den Besitz Ägyptens und Küstensyriens die Möglichkeit, eine Flotte einzusetzen. Nach der schrittweisen Eroberung einzelner Inseln auf dem Weg nach Konstantinopel errichtete er [S.113] 672 eine Flottenbasis in der Nähe der byzantinischen Hauptstadt, und als er 674 zum Angriff schritt, erlitt er eine fürchterliche Niederlage vor den Mauern der Stadt. Der Feldzug endete in einem Desaster, trotzdem machte nach islamischer Darstellung der "Kalif Muawiya" das Byzantinische Reich tributpflichtig für die Muslime. Genau das Gegenteil ist wahr. Maavia musste sich den Frieden mit Byzanz erkaufen und erklärte sich zu einem jährlichen Tribut von 3000 Goldstücken nebst Sklaven und Pferden bereit.

Dies brachte eine starke Opposition im Osten zustande, die Maavia absetzte. Maavia behielt einige Gebiete im Westen, verfiel in Bedeutungslosigkeit, über sein Ende ist nichts bekannt (die islamische Tradition kann allerdings mit Details aufwarten).

Der Aramäer Maavia, der muslimische "Kalif Muawiya" der Tradition, war in Wirklichkeit arabischer Christ.


7b.3. Abd al-Malik gegen Byzanz mit dem Felsendom in Jerusalem mit der Inschrift "gepriesener Jesus"

[Forschung: Abd al-Malik aus dem ostchristlichen Marw - christlich und buddhistisch bis zum Mongolensturm von 1221]
Der Nachfolger Maavias, Abd al-Malik, stammte aus Marw in der ostpersischen Provinz Chorasan (heute Turkmenistan). Marw war das antike Antiochia Margiana und fiel im 5. Jahrhundert n. Chr. an Persien. Nach dem Zusammenbruch des persischen Sassanidenreiches als Folge der Niederlage gegen Byzanz [[622]] gelangten in der Region ansässige Araber an die Macht. Die traditionell behauptete islamische Eroberung von Marw und der anderen mittelasiatischen Oasen hat nicht stattgefunden. Noch aus dem 9. Jahrhundert sind christliche und buddhistische Klostergründungen belegt sowie Missionierungen entlang der Seidenstrasse. Erst mit der Zerstörung durch die Mongolen im Jahr 1221 kann man gesichert von der Islamisierung Marws ausgehen.

[Forschung: Abd al-Malik ab 681 mit erneuertem Tributvertrag an Byzanz - Verehrungskult "Muhamadismus" für Jesus "Isa bin Maryam"]
Wie Münzinschriften belegen, gelangte Abd al-Malik 681 an die Macht, musste aber schon vorher von Bedeutung in der Region gewesen sein. Seine Herrschaft war auf innere Konsolidierung gerichtet, daher erneuerte er den Tributvertrag mit Byzanz zu höheren Zahlungen. Malik wollte dem Kaiser vielleicht aus Überzeugung, vielleicht aus Mangel an militärischen Optionen, auf religiösem Gebiet Paroli bieten. Seine Regierungszeit war relativ friedlich, und in seiner Zeit blühte der sogenannte "Muhamadismus" auf.

Sassanidischer Tradition entsprechend symbolisierten Münzen immer die Ideologie des Herrschers. Das war bei Abd al-Malik der "muhamad", der Gepriesene. Ab dem Jahr 660 tauchten Münzen aus Persien mit dem Logo [S.114] "muhamad" auf, in Kombination mit christlichen Symbolen oder weiteren Nennungen wie "abd Allah" (Diener Gottes) oder "nam" (selig).

Mit "muhamad" war nun zweifellos keine Person gemeint, es war viel mehr ein Titel. Abd al-Malik selber sagt uns unzweideutig in der Inschrift in seinem Heiligtum in Jerusalem, im "Felsendom", wer der "muhamad" war: Isa bin Maryam - Jesus, Sohn der Maria.

[Forschung: Abd al-Malik mit dem Felsendom gegen Kaiser Byzanz mit seiner Hagia-Sophia-Kirche - die ostchristliche Messiaserwartung]
Der Kaiser von Byzanz als Vorsteher der Reichskirche hatte die Hagia Sophia (die Hagia-Sophia-Kirche, dann Moschee, heute ein Museum in Istanbul - https://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia). Abd al-Malik dagegen als Vorsteher der arabischen Kirche hatte keinen monumentalen Sakralbau. Die Zeit dränge, denn für den Jahreswechsel 699/700 wurden der Weltuntergang und die Rückkehr des Messias erwartet. Ihn wollte er in der neuen Basilika an der Stelle des alten salomonischen Tempels in Jerusalem erwarten. Er nahm den Bau des "Felsendoms" in Angriff, den er 694 abschloss. Der Bau mit seinem achteckigen, christologisch-symbolhaften Grundmuster [47]
[47] Vgl. hierzu [[das Kapitel]]: Die Kirche am Tempelberg [[S.99-106]]
entspricht syrisch-byzantinischer Kirchenarchitektur und wurde ohne Zweifel als christliches Heiligtum gebaut. (Die Annahme, Karl der Grosse habe beim Bau seiner in den Grundelementen identischen Pfalzkapelle in Aachen eine muslimische Moschee kopiert, ist nicht sonderlich realistisch).

[Forschung: Die Glaubensbekenntnisse - Abd al-Malik ohne Dreieinigkeit, dafür mit dem "gepriesenen Propheten": "muhamad rasul"]
Im Inneren der Hagia Sophia hatte Herakleios sein Glaubensbekenntnis im Sinne der Dreieinigkeit anbringen lassen. Malik verewigte in seiner Kirche am Ort des Tempels seinerseits sein Glaubensbekenntnis (im vollen Wortlaut haben wir es bereits oben [[S.91-92]] kennengelernt):


"Es gibt keinen Gott ausser Gott allein, er hat keinen Teilhaber."
"Gelobt sei der Knecht Gottes und sein Gesandter."
"Jesus Christus, Sohn der Maria, ist der Gesandte Gottes."
"So glaubt an Gott und seinen Gesandten und sagt nicht Drei."

Dies ist ein christlich-vornizensisches Glaubensbekenntnis reinsten Wassers. Abd al-Malik lehnt die Dreieinigkeit ab ("so sagt nicht Drei"), für ihn ist Jesus der "muhamad rasul", der "gepriesene Prophet", aber nicht der Sohn Gottes.

[Forschung: 7-armiger Leuchter von Abd al-Malik wird 5-armig]
Eine Münze Maliks unterstreicht das religiöse Fundament seiner Kirche am Platze des alten Tempels: Sie bildet den siebenarmigen Leuchter ab zusammen mit der Inschrift "Es gibt nur einen Gott" ("la ilaha [S.115] illa 'lah"). Er sieht sich als Erneuerer Zions in der wahren Tradition Davids. Diese Tradition ist auch im späteren Islam erhaltengeblieben, nur wurde David mit dem Allzweck-Titel "Prophet" ausgestattet. Der Leuchter mit den sieben Armen der Primzahl 7 wandelte sich bald zu 5 Armen der Primzahl 5, wohl um eine Distanz zum jüdischen Komplex zu schaffen.

[Forschung: Die Verbreitung des Konzepts des "gepriesenen Propheten": "muhamad rasul"]
Abd al-Malik hatte also den Osten seines Reiches verlassen und war nach Westen gezogen, nach Jerusalem. Das mit den verschleppten Arabi in den Osten verschlagene "muhamad"-Motto war mit ihm vom Osten nach dem Westen gewandert und tauchte in der Folgezeit auf Prägungen in Syrien und Palästina auf. In Nordafrika fand der "muhamad" ebenfalls Verbreitung, nur in Ägypten, im Bereich der koptischen Kirche, tat sich das "muhamad"-Konzept schwer.

Der "Muhamadismus" im Sinne des "Gepriesenen" (Jesus) war das bestimmende Merkmal der Zeit Maliks. Seine Anhänger wurden die "Muhamedaner", womit zu jener Zeit keineswegs Muslime gemeint waren [[sondern Christen, die Jesus als "der Gepriesene" verehrten]].

[Muslimische Lügentradition: Die Fehlinterpretation auf Münzen von Abd al-Malik mit dem Wort "muhamad"]
Gerade in Abd al-Maliks Münzen sieht man traditionellerweise einen Nachweis, dass es sich bei ihm um einen islamischen Kalifen gehandelt habe. Mit dem Aufscheinen von "muhamad" sei klarerweise der Prophet gemeint, ausserdem sei eine häufig auftauchende Figur mit Schwert ("standing caliph") und der Inschrift "kalfat Allah" [["kalifat Allah?]] die Darstellung des jeweiligen Kalifen. Es gibt eine ganze Reihe solcher "Stehenden Kalifen". Es sind typisierte Darstellungen, und nur gelegentlich findet sich die Nennung des Herrschers, regelmässig aber die Nennung MHMD oder ausgeschrieben "muhamad(un)". Der "Stehende Kalif" ist in Wirklichkeit der "Gepriesene", nämlich Jesus. Er hält stets ein überdimensionales Schwert in der Hand, das Richtschwert, auf einige Darstellungen deutlich als Flammenschwert zu erkennen. Das ist die Rolle, die er im Zeitverständnis einnimmt: der eschatologische Jesus, der als Verkünder Gottes ("Kalfat Allah") alsbald auf die Erde zurückkehren wird, um am Jüngsten Tage Recht zu sprechen.

[Forschung: Auf Münzen von Abd al-Malik fehlt das Byzantinerkreuz - dafür eine Steinpyramide "Yegar Sahadutha"]
Oft findet sich auf Maliks Münzen eine "Leiter", so [[sagen]] manche Interpreten. Dieses Gebilde findet sich auch auf byzantinischen Münzen mit dem byzantinischen Kreuz obendrauf. Auf Maliks Münzen fehlt dieses Kreuz, manchmal ersetzt durch eine Kugel oder einen Kreis. Dies wird nun [S.116] traditionellerweise so interpretiert, dass Malik als muslimischer Herrscher das Kreuz entfernen liess. Nach neuer Interpretation ist das Verschwinden des byzantinischen Kreuzes aber nicht nur Teil der ideologischen Auseinandersetzung mit Byzanz, sondern auch eine Rückbesinnung auf die alte mitische Tradition anikonischer Steinidole. denn die "Leiter" stellt ohne Zweifel die "Yegar Sahadutha" dar, die alttestamentliche Steinpyramide im Zusammenhang mit der Jakobslegende, die zum Allerheiligsten führt. Auch im Westen seines Reiches, in Nordafrika, weisen Maliks Münzen die "Yegar Sahadutha" auf, zusammen mit seinem monophysitischen Programm in Latein:

"In nomine domini non deus nisi deus solus non est alius."
(Im Namen des Herrn, es gibt nur einen Gott allein und er hat keinen Teilhaber). [S.117]

[Forschung: Die Tradition vieler Titel und Verehrungen, ohne den Namen des Gepriesenen zu nennen]
Es erhebt sich auch die Frage, warum Titel häufig genannt werden ("muhamad", "abd Allah" etc.) ohne denjenigen, der gemeint war, gleich beim Namen zu nennen. Es ist die vom Respekt diktierte Scheu der Zeit, grosse, heilige Namen nicht leichtfertig auszusprechen. Dies ist schon aus dem Alten Testament bekannt. Von den Nabatäern wissen wir nicht einmal den Namen ihres höchsten Gottes, lediglich den Titel ("Dusares"). Der "Gesalbte" ("Christus") ist genau so ein Titel, wie es "muhamad" ist. Auch weltliche Herrscher der Zeit bevorzugten solche Titel, und zwar bewusst herabstufende. 629 legte Herakleios den Titel "autokrator" ab und liess [S.118]

sich bescheiden als "basileus" ("König") titulieren. Justinian II. nahm gar "servus Christi" ("Diener Christi") als Haupttitel an, genauso wie die "Knechte Gottes" Maavia und Abd al-Malik. Eine Reihe von Herrschern ist uns nur vom Titel, der ihr geistliches Motto ausdrückt, bekannt, nicht aber vom Namen her.

[Archäologie: Viele christliche Symbole in der Ostkirche: Fisch, Kreuz, Palme, Lamm Gottes]
Und letztlich bildeten die Münzen der "Omayaden" die Palette der gängigen christlichen Symbole ab: Fisch, Kreuz, Palme, Agnus Dei (Lamm Gottes) [48],
[48] In einer traditionellen Münzbeschreibung "Vierbeiner" genannt.
und, wenn auch mit etwas ideologischem Abstand, die alttestamentliche Steinpyramide. Das Kreuz spielte in den orientalischen Kirchen generell eine weit geringere Rolle als in den westlichen.

[Archäologie: Muslimische Münzen fehlen für Muawiya / Maavia und Abd al-Malik vollständig]
Wir besitzen eine grosse Anzahl eindeutig christlicher Münzen aus Zeiten und Regionen, die nach dem traditionellen Bericht schon lange islamisch gewesen sein solle. Wie lässt sich das erklären? Es gibt keine Erklärung ausser der, dass die Emittenten Christen waren. Muslime können nicht präsent gewesen sein, denn Münzen waren ein viel zu wichtiges Mittel der Demonstration von Macht und Ideologie, als dass jemand den Unterworfenen die Prägehoheit überlassen hätte - und das über Jahrhunderte hinweg. Sobald Muslime auftreten, drücken sie das in ihren Münzen aus.

[Muslimische Lügentradition: Falsche Interpretation ostchristlicher Münzen]
Was wir mit Erstaunen feststellen, ist, dass die Numismatik [[Münzkunde]] der Vergangenheit versuchte, ihre Interpretation religiösen Geschichtsbildern [[der muslimischen Lügentradition]] anzupassen, anstatt das religiöse Geschichtsbild den Fakten [[anzugleichen]].

[Archäologie: Im 7. und 8. Jh. ist keine neue Religion "Islam vorhanden"]
Nirgendwo in Relikten oder Dokumenten des 7. und 8. Jahrhunderts, islamische oder nichtislamische, kommt die Nennung von Muslimen oder Islam im Sinne einer neuen Religion in Arabien vor. Und das, obwohl nach islamischer Tradition zu dieser Zeit bereits der gesamte Orient islamisch gewesen sein soll. Gerne wird als Beleg für die Existenz des Islams im 8. Jahrhundert Johannes Damascenus genannt. Der spricht aber nicht - man muss einfach nur mal hinschauen - von "Muslimen", sondern von der "Häresie der Ismaeliten". Häretiker sind diejenigen, die die offizielle Glaubenslinie verlassen haben - das war von der Reichskirche aus gesehen bei der arabischen Kirche Maliks der Fall -, es sind aber [S.119] niemals Anhänger einer anderen Religion. Es ist Usus geworden, "Araber" mit "Muslimen" gleichzusetzen, obwohl es dafür keine historische Rechtfertigung gibt.

[Archäologie: Der Begriff "Muslim"="Orthodoxer", "Rechtgläubiger"]
Der Begriff "Muslime" ist zum ersten Mal für das Jahr 753 auf einer persischen Münze nachgewiesen. Diese "Muslime" sind jedoch nicht die Angehörigen der Religion des Islams, wie wir es heute als selbstverständlich verstehen, sondern es sind aramäisch die "meshlem", die "Orthodoxen", die "Rechtgläubigen" (was auch die Griechisch-Orthodoxen von dich behaupteten).

[Kreuzzüge: Papst Urban II. weiss gar nicht, wer da in Palästina lebt: arabische Christen]
In seinem Aufruf zum ersten Kreuzzug 1096 sprach Papst Urban II. von der Rückgewinnung des Heiligen Landes und von seiner Neubesiedelung. Er skizzierte Palästina als das Land der Bibel, "wo Milch und Honig fliesst". Viele Kreuzfahrer nahmen ihre Familien mit und waren fast vom Schlag getroffen, als sie dann der heissen Steinwüste ansichtig wurden. Urban sprach über "Gottlose" im Allgemeinen, verlor aber kein konkretes Wort über Muslime und ihre Religion. Hätte er sie als die Hauptgegner wahrgenommen, so kann man erwarten, hätte er Ross und Reiter genannt.

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