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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

9. Tausendundzweite Nacht - die Toleranz-Märchen aus Andalusien sind ERFUNDEN

9b. Die muslimische Besetzung der Iberischen Halbinsel ab 711 gemäss der muslimischen Lügengeschichte - keine Quellen vorhanden (!!!)

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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9b. Die muslimische Besetzung der Iberischen Halbinsel ab 711 gemäss der muslimischen Lügengeschichte - keine Quellen vorhanden (!!!)

9b. Die muslimische Besetzung der Iberischen Halbinsel ab 711 gemäss der muslimischen Lügengeschichte - keine Quellen vorhanden (!!!) -- Die Lügengeschichte einer muslimischen Besetzung der Iberischen Halbinsel ab 711 -- Muslimische Lügentradition: Ein Vergewaltigungsgerücht im Jahre 711 -- Muslimische Lügentradition: Prophezeiungen der muslimischen Besetzung -- Muslimischer Sieg durch Propaganda zum Überlaufen - im Jahre 711 -- Muslimische Lügentradition: Ein kleiner Flecken bleibt unbesetzt durch christlichen Widerstand und Erdrutsch-Pech -- Conquista und Reconquista -- Keine Quellen für die märchenhafte, islamische Spanien-Besetzung vorhanden -- Autoren Julian und Tariq aus dem 14. Jh. -- Autor al-Hakam gest. 870 war nie in Spanien gewesen - zugeschriebener Text aus dem 17. Jh. -- Angeblicher Kapitulationsvertrag von 713 ist im Original nicht vorhanden - eine "Erläuterung" aus dem 13. Jh. -- Autor Al-Razi - eine "Bearbeitung" um 1400 -- Muslimische Quellen sind "Erbauung und Unterhaltung" - Chronologie ist Nebensache -- Wiederkehrende Erzählelemente in der "muslimischen Geschichtsschreibung" -- Namenssymbolik in der "muslimischen Geschichtsschreibung"

Die Lügengeschichte einer muslimischen Besetzung der Iberischen Halbinsel ab 711

[Muslimische Lügentradition: Ein Vergewaltigungsgerücht im Jahre 711]

Irgendwann im Jahr 89 nach der Flucht des Propheten nach Medina, und somit im Jahre 711 des Herrn, stand der arabische Heerführer Tariq ibn Ziyad auf der afrikanischen Seite der "Säulen des Herkules", wie die Meerenge von Gibraltar damals auch hiess, und blickte hinüber nach Hispania, das es für den Propheten der Araber und seine Religion zu erobern galt.

Aber so einfach ging das nicht, denn die Regie des Stückes forderte Tragik und Verwicklungen.

Diese lieferte ein gewisser Julian, byzantinischer (oder gotischer?) Gouverneur von Ceuta, einer Stadt auf der afrikanischen Seite der Meerenge. Dieser hatte sein Töchterlein Florida nach Toledo an den Hof des Gotenkönigs Roderich zur Erziehung gesandt. So weit, so gut, bis eines Tages Florida den König Roderich der Vergewaltigung bezichtigte. Dieser stritt zwar die Beschuldigung ab, aber der Vater war so erzürnt, dass er auf Rache sann, mit den Muslimen in Nordafrika gemeinsame Sache machte und sie zum Abenteuer Andalus animierte.

[Muslimische Lügentradition: Prophezeiungen der muslimischen Besetzung]

Aber selbst das hätte wohl noch nicht für eine Katastrophe ausgereicht, hätte Roderich nicht noch einen kapitalen Fehler gemacht: Im Palast von Toledo gab es einen Raum, der selbst dem König verboten war. Wer ihn betrete, so hiess es, würde grosses Unheil für sich und sein Reich herabrufen. Der unselige Roderich betrat den Raum. Er sah Gemälde von Arabern - und las die Prophezeiung, diese Männer würden noch am gleichen Tag in sein Reich einfallen und seine Herrschaft beenden.

[Muslimischer Sieg durch Propaganda zum Überlaufen - im Jahre 711]

So geschah es dann auch. Tariq landete mit 7000 Berbern in 4 Booten bei dem Felsen, der fortan seinen Namen tragen würde, nämlich Gebel [S.179] Tariq, Gibraltar. Wenig später, am 28. Ramadan des Jahres 89 der Hidschra (711) schlug er Roderich und sein Heer in der Schlacht am Fluss Guadalete (auch der Fluss Barbate gilt) vernichtend und endgültig. (Das Gebot des Propheten, die Ungläubigen zu töten, nicht aber im heiligen Monat Ramadan, kümmerte die Invasoren offensichtlich nicht). Der höchst unwahrscheinliche Sieg gelang, weil der rachsüchtige Julian einen beachtlichen Teil des christlichen Gotenheeres zum Überlaufen zu den Muslimen bewogen hatte.

Diese Details und noch sehr viel mehr, einschliesslich wörtlicher Reden der Akteure, liefert uns die arabische Geschichtsschreibung.

Aber die Ereignisse sind damit noch nicht beendet. Gleich im nächsten Jahr setzte Musa Ibn Nusair, des Propheten General in Nordafrika, mit 18.000 Mann nach Hispania über und besetzte das gesamte Land, das fortan al-Andalus hiess.

[Muslimische Lügentradition: Ein kleiner Flecken bleibt unbesetzt durch christlichen Widerstand und Erdrutsch-Pech]

Das ganze Land? Nein, ganz im Norden, in den Kantabrischen Bergen, in der Höhle von Covadogna, hatte sich ein gotischer Adeliger namens Pelayo festgesetzt, der nicht an Aufgabe dachte. Der renitente Christ schlug im Jahr 718 (oder war es 748?) das islamische Heer unter dem arabischen Heerführer Qama, 124.000 Muslime verloren in der Schlacht ihr Leben, den Rest (63.000 Tote) besorgte ein Erdrutsch.

Das sind schon beinahe die Wunder-Dimensionen der muslimischen Siege vom Yarmuk oder von Nehawend.

Manche glauben die Erzählungen, manche glauben, sie enthielten einen wahren Kern, manche halten sie für pure Legenden. Jedenfalls haben wir keine Ahnung, ob die Schlachten von Covadogna oder Guadalete je stattfanden oder nicht. Wenn sie nicht stattfanden, waren sie doch notwendig für die Regie:

[Conquista und Reconquista]

Verrat, noch dazu unter Mitwirkung einer Frau, führte zur "conquista", der islamischen Eroberung Spaniens. Die Kapitulationsverweigerung und der Mut eines gotischen Adeligen auf scheinbar verlorenem Posten bildeten die Keimzelle der "reconquista", der Rückeroberung des von den Muslimen geraubten Territoriums unter dem Zeichen des Kreuzes.

Fügt man dann noch die Dynastie der berühmten Omayaden hinzu, deren überlegene islamische Kultur aus al-Andalus ein sonnenbeglänztes Paradies und ein Refugium der Wissenschaften und Toleranz für [S.180] 800 Jahre machte, hat man den gesamten Spannungsbogen des Stückes namens al-Andalus umfasst und geht mit dem gängigen Geschichtsbild konform.


Keine Quellen für die märchenhafte, islamische Spanien-Besetzung vorhanden

[[Keine Denkmäler, keine Inschriften, keine Tempel, keine Gedenktafeln aus der damaligen Zeit. Wurden die muslimischen Denkmäler alle nur aus Papier gebaut?]].

[Autoren Julian und Tariq aus dem 14. Jh.]

Der Haken an der Sache sind - hier wie im gesamten Komplex des frühen Islam - die Quellen.

Zwar besitzen wir zum Beispiel den Text einer Absprache zwischen den bereits genannten Julian und Tariq, in dem der Autor den Eindruck erweckt, selber dabei gewesen zu sein. Der Text stammt allerdings aus dem 14. Jahrhundert.

Nach dem Geschichtenerzähler Ibn al-Kuttiya forderte Tariq seine Truppen auf, für den Islam und Allah zu kämpfen, und stellte ihnen für das Märtyrertum Belohnung im Paradies in Aussicht. Allein wegen seiner (im Namen ersichtlichen) gotischen Abstammung wird Kuttiya von manchen als äusserst verlässliche Quelle angesehen - das Thema des Dschihad gegen Ungläubige gibt es allerdings erst seit dem 11. Jahrhundert und die älteste Version Kuttiyas stammt ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert.

[Autor al-Hakam gest. 870 war nie in Spanien gewesen - zugeschriebener Text aus dem 17. Jh.]

Das Werk des Ägypters al-Hakam (gest. 870), eines anderen viel bemühten Schreibers, der nach eigenem Bekunden niemals in Spanien war, liegt grösstenteils nur in einem Text aus dem 17. Jahrhundert vor. Obwohl solche Texte immer einer starken Kosmetik der späteren - islamischen - Jahrhunderte unterlagen, ist bei Hakam nichts von Islam oder einem Heiligen Krieg zu lesen (sein Hauptthema ist die Beute und deren problematische Verteilung). Muhamad taucht nur einmal kurz auf; und zwar sieht ihn Hakam als Räuberhauptmann und nicht als Religionsstifter, von Palästina spricht er vom "Heiligen Land", die Ibaditen (mehr davon später) nimmt er nicht als Muslime wahr: Zur Mitte des 9. Jahrhunderts war in Ägypten die offizielle und heute gängige Mohammedvita offensichtlich noch nicht bekannt.

[Angeblicher Kapitulationsvertrag von 713 ist im Original nicht vorhanden - eine "Erläuterung" aus dem 13. Jh.]

Das älteste bekannte Dokument ist ein Kapitulationsvertrag von 713 zwischen dem Goten Theodomir und dem Araber Abd el-Aziz, das gerne als Beispiel der Grosszügigkeit der erobernden Muslime angeführt wird. Dieser Vertrag liegt uns aber nicht in seiner zeitgenössischen Version vor, sondern lediglich in einer Erläuterung aus dem 13. Jahrhundert - also 500 Jahre danach.

[Autor Al-Razi - eine "Bearbeitung" um 1400]

Die Schriften des Cordobeser Al-Razi kennen [S.181] wir lediglich aus einer portugiesischen Bearbeitung um 1400.

[Muslimische Quellen sind "Erbauung und Unterhaltung" - Chronologie ist Nebensache]

So steht es mit allen bemühten Quellen, und interessanterweise wird die Fülle an Details und wörtlicher Rede umso grösser, je weiter der Berichterstatter zeitlich von den Geschehnissen entfernt ist. Die Geschichtensammlung Akhbar Magmua, erhalten in einer Version aus dem 14. Jahrhundert, lässt Abd al-Rahman die Abenteuer seiner Flucht von Syrien bis Spanien in der Ich-Form erzählen. Es ist auch hier wieder daran zu erinnern, dass es sich bei arabischen Überlieferungen um eine eigene Literaturgattung handelt zur Erbauung und Unterhaltung, und nicht dazu bestimmt, Sachverhalte historisch korrekt abzubilden. Dazu der Arabist Johannes Thomas: "Arabische Schilderungen zeigen in aller Regel kein oder sehr wenig Interesse an der Chronologie."

[Wiederkehrende Erzählelemente in der "muslimischen Geschichtsschreibung"]

Gewisse erzählerische Elemente, die schon aus der Bibel bekannt sind, ziehen sich wiederkehrend durch die gesamte arabische Literatur. Etwa die Geschichte von der Eroberung Cordobas, die deshalb gelang, weil ein Hirte einen Riss in der Stadtmauer verriet. Dasselbe Element finden wir bei der "muslimischen Eroberung" von Damaskus, Cäsarea, Alexandrien, Kairo und Tustan. Tripolis wurde erobert, weil das Wasser zurückwich und wieder ansteigend die Gegner verschlang. Es finden sich natürlich die durch Posaunenbeschallung einstürzenden Stadtmauern im Stile Jerichos ebenso wie der Anführer, der Wasser aus dem Felsen schlug und so seine Armee rettete.

[Namenssymbolik in der "muslimischen Geschichtsschreibung"]

Typische Namenssymbolik finden wir bei dem Truppenführer Tarif, ein Name, der sich wohl vom realen Ort Tarifa ableitet und auf eine zu schaffende Persönlichkeit übertrug.

Ähnlich der Feldherr Tariq. "Tariq" bedeutet der "Weg" und wird in der arabischen Literatur im Sinne von "nomen est omen" gerne zu Wortspielen benützt, ein sogenannter "sprechender Name", der sich zu einer legendären Person dieses Namens verselbständigte. In den verschiedenen Geschichten wird Tariq einmal als Araber, dann als Perser und dann wieder als Berber dargestellt. Dies zeigt die Unzuverlässigkeit der Berichte, denn irgendeine Evidenz der Existenz der Personen Tariq und Tarif haben wir nicht. Es ist viel wahrscheinlicher, dass "Tariq" seinen Namen von "Gibraltar" bezog als umgekehrt [S.182].

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Fotoquellen

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