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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

9. Tausendundzweite Nacht - die Toleranz-Märchen aus Andalusien sind ERFUNDEN

9f. Zersplitterung in Fürstentümer (Taifas) - Dschihad-Terror - und die zweite Zersplitterung

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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9f. Zersplitterung in Fürstentümer (Taifas) - Dschihad-Terror - und die zweite Zersplitterung

9f. Die Fürstentümer auf der Iberischen Halbinsel ab 1031 -- Dauerkampf jeder gegen jeden -- El Cid -- Die nördliche Fürstentümer werden immer stärker, die südlichen immer schwächer -- Fürsten in Südspanien holen muslimische Killerbanden aus Afrika zuhilfe: al-Mutamid sterilisiert Sevilla -- Almoraviden besetzen Andalusien 1090-1094 - die brutale Allah-Mohammed-Fantasie aus Nordafrika zerstört die Toleranz -- Kreuzzüge im "Heiligen Land" - und Dschihad auf der Iberischen Halbinsel -- Extremisten auf "christliche" Seite mit Kreuzzügen und "Mission" auf der Iberischen Halbinsel - muslimische Besetzungen im Süden der Halbinsel - Conquista und Reconquista -- Die erneute Zersplitterung - die Rache für die Kreuzfahrerstaaten: Die Fantasie des "Urislam" der Almohaden auf der Iberischen Halbinsel - 40 Jahre Kriege -- Almohaden-Terror auf der Iberischen Halbinsel 1147 bis 1212

Die Fürstentümer auf der Iberischen Halbinsel ab 1031

[Dauerkampf jeder gegen jeden]

Das Gebilde zersprang zwar nicht in die sprichwörtlichen tausend Stücke, aber ein paar Dutzend waren es schon: die "Taifas", [[das heisst]] die "kleinen Königreiche". Die schon in der Endzeit der "Omayaden" schwindende Zentralmacht ermöglichte das Entstehen zahlreicher kleiner und kleinster Königreiche und Fürstentümer. Es gab zu besten Zeiten 60 an der Zahl, aber ihre Anzahl und Grösse änderte sich permanent. Die Regenten waren Araber verschiedener Clans, Berber diverser Stämme, Romanen, Normannen, Goten, Piraten, um nur einige zu nennen. Auch sämtliche [S.195] religiöse Schattierungen waren vorhanden. Dies macht deutlich, dass es keine "natürlichen" Bündnisverhältnisse gab. Jeder paktierte mit jedem und jeder gegen jeden. Die kleinen Reiche versuchten, in permanenten Kriegen ihre Territorien zu halten oder zu vergrössern.

[El Cid]

In diesem Wirrwarr agierte der kastilische Ritter Rodrigo Diaz de Vivar, der unter dem Namen El Cid zum spanischen Nationalhelden avancierte und der in bester Taifa-Tradition mehrfach die Seiten zwischen Spaniern, Arabern, Berbern, Christen sowie Muslimen wechselte und zwischendurch auch als Kriegsherr auf eigene Rechnung tätig war.

[Die nördliche Fürstentümer werden immer stärker, die südlichen immer schwächer]

Während die Kleinreiche von al-Andalus einander ständig schwächten, nahmen die christlichen Reiche im Norden ständig an Macht zu. Eine Reihe von Taifas konnte ohne den Beistand aus dem Norden gar nicht mehr existieren, aber dieser Beistand oder der Nichtangriffspakt war nicht umsonst zu haben. Er kostete Schutzgeldzahlungen und Tribute. Dazu kam die wohl als Kompensation ihrer Unbedeutendheit ausufernde Haus- und Hofführung der Kleinstregenten, die zwar eine künstlerische Blüte bewirkte, aber im Ruin endete. Al-Andalus blutete aus, und die Schwerpunkte verlagerten sich unmerklich, aber stetig Richtung Norden. Aber das war nur ein Teil des Problems.

[Fürsten in Südspanien holen muslimische Killerbanden aus Afrika zuhilfe: al-Mutamid sterilisiert Sevilla]

Einer der kleinen Fürsten mit dem grossen Namen al-Mutamid [115]
[115] Muhammad al-Mutamid bin Abbad (Abbad = der Ibadit)
aus Sevilla rief die Herrscher Nordafrikas zu Hilfe. Es waren dies die Almoraviden, eine Dynastie militanter Muslime aus der Sahara. Sei wandten sich gegen alles, was nicht ihrer Auffassung von Religion entsprach. Sie bekämpften natürlich die Christen, räumten aber auch unter ihren muslimischen Verbündeten auf. Die Fürsten Mutamid und Mutawakkil wurden kurzerhand umgebracht, als sie Tendenzen zeigten, doch lieber mit ihren spanischen Glaubensgegnern als mit den Glaubensbrüdern aus der Wüste zu kooperieren. Mit dem Lotterleben, den Weingelagen und Tanzdarbietungen in Córdoba, Sevilla und anderswo war es vorbei.

[Almoraviden besetzen Andalusien 1090-1094 - die brutale Allah-Mohammed-Fantasie aus Nordafrika zerstört die Toleranz]

Nun zum zweiten Mal: Die Geister, die sie riefen, wurden die Spanier, wenn auch nun die Andalusier, nicht mehr los. Die Almoraviden waren nicht länger an blosser Hilfeleistung interessiert, sie wollten al-Andalus [S.196] unter ihre Herrschaft bekommen und die angrenzenden christlichen Königreiche noch dazu. Die Unterwerfung von al-Andalus unter almoravidisches Joch fand in den Jahren 1090 bis 1094 statt.

Genau genommen war dies bereits das Ende von al-Andalus und manchen Zeitgenossen scheint dies durchaus bewusst gewesen zu sein.

Die Fundamentalisten aus Nordafrika brachten eine völlig neue Qualität der Auseinandersetzung nach Spanien: den Glaubenskrieg, den "Dschihad" und die Afrikanisierung des andalusischen Islam. Pakte über die Religionsgrenzen hinweg, in der Taifazeit die Normalität, waren die Ausnahme geworden; was zählte, war Eroberung im Namen Allahs.


Kreuzzüge im "Heiligen Land" - und Dschihad auf der Iberischen Halbinsel

[Extremisten auf "christliche" Seite mit Kreuzzügen und "Mission" auf der Iberischen Halbinsel - muslimische Besetzungen im Süden der Halbinsel - Conquista und Reconquista]

Aber auch auf christlicher Seite hatte sich einiges getan. 1071 fasste die Clunenser Bewegung [116]
[116] Die Bewegung geht zurück auf das Benediktinerkloster Cluny in Frankreich. Cluny stand für eine straffe Organisation des Mönchtums und war bis ins 12. Jahrhundert eines der einflussreichsten religiösen Zentren in Europa.
in Spanien Fuss, das bedeutete, die spanische Kirche kam unter den direkten Einfluss von Rom (ab 1076 wurde der gotische Ritus vom römischen abgelöst).
[[Gemäss neuer Forschung war Rom zwischen 1000 und 1300 nur ein Ruinenfeld und war durch viele schwere Erdbeben verwüstet. Den Vatikan gab es erst ab 1300, und es wurden 500 Jahre Kirchengeschichte gefälscht, die es gar nie gab. Siehe das Werk von Historiker Zillmer: Kolumbus kam als Letzter]].
1095 rief Papst [[Bischof]] Urban II. zum Kreuzzug auf, 1099 wurde Jerusalem [[von "christlichen" Extremisten und Vergewaltigern]] erobert, fast zeitgleich dazu fielen Granada, Sevilla, Valencia und Mallorca in die Hände der Dschihadisten aus Nordafrika [[das kann eine Racheaktion gewesen sein]].

Die Zeitwende vom 11. auf das 12. Jahrhundert stand im Zeichen eines schweren Konflikts Ost gegen West im Orient und Süd gegen Nord auf der Iberischen Halbinsel.

Vor diesem Hintergrund vollzog sich nun genauso wie die Afrikanisierung des spanischen Islam die Europäisierung des spanischen Christentums. Die Mega-Trends wurden also auf beiden Seiten vom Ausland importiert und bereiteten einem spezifisch spanischen Weg ein Ende. Es standen sich auf der einen Seite ein Dschihad und auf der anderen Seite ein Kreuzzug gegenüber. Genau genommen kann man erst ab jetzt von "Conquista" und "Reconquista" im Sinne einer islamischen "Eroberung" und einer christlichen "Rückeroberung" sprechen.

Die erneute Zersplitterung - die Rache für die Kreuzfahrerstaaten: Die Fantasie des "Urislam" der Almohaden auf der Iberischen Halbinsel - 40 Jahre Kriege

Der almoravidische Zauber dauerte nicht einmal ein Jahrhundert an und endete wiederum in zahlreichen, kleinen Fürstentümern, den zweiten [S.197] Taifas. IN Nordafrika gewann indes eine andere Bewegung an Macht: die der Almohaden. Ihre Name war Programm, nämlich die Verteidiger des "Glaubens an einen Gott" (al-muwahidun, von wahd, eins). Sie vertraten insofern den oft mit ihnen in Verbindung gebrachten "Urislam", als dass der fanatische Monotheismus frühislamischer Ausprägung auch ihr zentrales Anliegen war und der Prophet Muhamad keine Rolle spielte.

[Almohaden-Terror auf der Iberischen Halbinsel 1147 bis 1212]

Das Jahr 1147 markiert die endgültige Machtübernahme der Almohaden in Nordafrika, 1161 setzten sie erstmals nach Spanien über. Sie regierten wie auch schon die Almoraviden von Marrakesch aus und hatten mit ständigen Revolten und Widerständen zu kämpfen. Sie konnten zwar noch die grossen Aufstände von Ibn Mardanisch (ein arabisierter "Martinez") und Geraldo sem Pavor ("Gerhard ohne Furcht") niederschlagen, aber am 16. Juli des Jahres 1212 kam es zum grossen Showdown, der Schlacht bei Las Navas de Tolosa.

Unter Führung der Könige von Kastilien, Navarra und Aragon marschierte eine gewaltige Streitmacht von Rittern aus ganz Europa auf. Die andere Seite bot eine panmuslimische Streitmacht etwa gleicher Grösse auf mit Dschihadisten aus Nordafrika bis Zentralasien. Insgesamt sollen sich eine halbe Million Krieger gegenübergestanden haben. die islamischen Heere erlitten eine totale Niederlage, der almohadische Kalif flüchtete nach Nordafrika, die Macht der Muslime in Spanien war gebrochen. Es dauerte aber noch weitere 40 Jahre, bis der grösste Teil der spanischen Halbinsel, einschliesslich der Balearen und Portugals, unter der Herrschaft christlicher Könige stand.

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Fotoquellen

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