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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

9. Tausendundzweite Nacht - die Toleranz-Märchen aus Andalusien sind ERFUNDEN

9h. Die Islam-Fantasie von 800 Jahren Muslim-Herrschaft - griechisch-römische Kultur auf der Iberischen Halbinsel

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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9h. Die Islam-Fantasie von 800 Jahren Muslim-Herrschaft - griechisch-römische Kultur auf der Iberischen Halbinsel

9h. Die Islam-Fantasie von 800 Jahren Muslim-Herrschaft - griechisch-römische Kultur auf der Iberischen Halbinsel -- Den Fantasie-Islam gab es in Andalusien erst ab dem 9. Jh. -- Fantasie-Islam-Extremismus 1090-1248 -- Der muslimische Zusammenbruch 1248-1491 -- Lügen über kulturell-muslimische Hochleistungen: Die römisch-architektonisch geprägte Iberische Halbinsel -- Muslimische Lügenkultur: Kulturell-muslimische Hochleistung auf der Iberischen Halbinsel ist gelogen -- Die Wahrheit über die Architektur in Spanien: Römisch und persisch -- Die Alhambra in Granada ist arabisch-christlich aus dem 8. Jh. - als es den Fantasie-Islam noch gar nicht gab


Die Islam-Fantasie von 800 Jahren Muslim-Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel

[Den Fantasie-Islam gab es in Andalusien erst ab dem 9. Jh.]

Gewöhnlich ist von 800 Jahren muslimischer Herrschaft in Spanien die Rede, in denen es die Wissenschaften und Künste zu ungeahnter Blüte gebracht hätten, wo religiöse Toleranz und überhaupt Friede, Freude, Eierkuchen herrschte. Bisweilen zirkulieren auch 900 Jahre und gewisse muslimische Kreise leiten daraus reale Besitzansprüche ab [119].
[119] Die Terroristen, die am 11. März 2004 in Madrider Zügen ein Blutbad mit 191 Toten anrichteten, bezogen sich auf die Forderung, dass Spanien wieder dem Dar al-Islam angehören müsse. [[Auch dieser Anschlag war vom CIA inszeniert, um in Spanien die Gesetze zu verschärfen, wie später auch in England]].
Weil das umgekehrt westliche Ansprüche auf die Türkei, Syrien, Palästina, Ägypten, Nordafrika mit weit valideren Gründen zur Folge hätte, wollen wir auf den Unsinn gar nicht erst eingehen.

Aber wie kommt man auf 800 Jahre muslimische Herrschaft in Spanien? Die Inbesitznahme des Süden Spaniens durch Berber und Araber [S.201] im frühen 8. Jahrhundert hatte keine religiöse Motive. Eine Religion namens "Islam" ist korrespondierend zum Osten zu dieser Zeit nicht existent. Die Eroberer Spaniens waren arianische Berber und ibaditische Araber christlichen Glaubens, die Spanien dem Machtbereich der "Omayaden" mit ihrer Hauptstadt Damaskus  einverleibten. Im Zuge der Vernichtung dieser Dynastie im Orient flüchtete ein Spross der Familie nach Spanien und führte die christlich-syrische Tradition dort fort. Parallel zur Entwicklung im Orient begann Mitte des 9. Jahrhunderts auch in al-Andalus ein religiöser Prozess, in dessen Verlauf sich das arabische Christentum zu einer eigenen Religion entwickelte. Dieser Prozess ist erst im 9. Jahrhundert so weit gediehen, dass man von der Existenz eines "Islam" in al-Andalus sprechen kann.

Wenngleich von Repressionen des Kalifats gegenüber Andersgläubigen berichtet wird, so spielte die Religion als trennendes Element noch in der Zeit der Taifas [[Fürstentümer]] (1031-1086) nur eine untergeordnete Rolle.

[Fantasie-Islam-Extremismus 1090-1248]

Dass es auch durchaus andere Ansichten über den richtigen Glauben geben konnte, wurde den andalusischen Muslimen sehr bald mit dem Auftauchen der nordafrikanischen Dynastien der Almoraviden und Almohaden (1090-1248) ins Bewusstsein gebracht. Diese fundamentalistischen Bewegungen bekämpften nicht nur die Ungläubigen, sondern lehrten auch die einheimischen Muslime Mores. Sie brachten den Dschihad nach al-Andalus, der auf den sich parallel dazu entwickelnden Kreuzzuggedanken traf. Der religiös motivierten "conquista" stellte sich die religiös motivierte "reconquista" entgegen. Auseinandersetzungen hatten bislang nur die Verschiebung von Grenzen zum Zweck gehabt, jetzt erhielten sie eine neue Qualität.

[Der muslimische Zusammenbruch 1248-1491]

Die "reconquista" verlief so erfolgreich, dass Mitte des 13. Jahrhunderts nur mehr Granada als einzig muslimisches Reich in Spanien übriggeblieben war. Es war eine Vasallenexistenz von Gnaden der katholischen Herrscher aus dem Norden. 1482 leitete König Ferdinand die schrittweise Liquidierung Granadas ein, die er 1492 mit dem triumphalen Einzug in die Alhambra abschloss.

Man sieht die Geschichte verläuft alles andere als kontinuierlich, von einer 800-jährigen muslimischen Herrschaft, geschweige denn Dominanz, kann überhaupt nicht die Rede sein. In der Rückschau wird deutlich, dass [S.202] der politische Niedergang des muslimischen Spanien bereits mit dem Tode Hakam II. (976) einsetzte, also kaum dass der Islam sich etabliert hatte. Die muslimische Herrschaft über al-Andalus reduziert sich auf etwa 250 Jahre, nämlich die kurze Zeit des omayadischen Kalifats und die Zeit der nordafrikanischen Fremdherrschaft.

Granada war eine territorial und bedeutungsmässig stets schrumpfende Enklave, die zum Schluss nur noch aus der Stadt selber bestand. Ihre Bedeutung war umgekehrt proportional zur heute üblichen Betrachtung.


Lügen über kulturell-muslimische Hochleistungen: Die römisch-architektonisch geprägte Iberische Halbinsel

[Muslimische Lügenkultur: Kulturell-muslimische Hochleistung auf der Iberischen Halbinsel ist gelogen]

Die gängige Literatur ist voll der Lobpreisung der maurischen Kulturleistungen. Demnach müssten die erobernden Araber geradezu in ein Entwicklungsland einmarschiert sein und hätten die rückständigen Spanier kulturell und zivilisatorisch erst wachgerüttelt. Die für ihre agrarische und wasserwirtschaftliche Hochblüte bekannten Wüstensöhne hätten eine Feldwirtschaft ohnegleichen implantiert. Auch die in den römischen Provinzen vollkommen unbekannte Badekultur hätten demzufolge arabische Beduinen importiert. Auch wurden Bäder wie Häuser, so ist in einem Reiseführer zu lesen, mit den "typischen arabischen Luftziegeln" eingedeckt (also jene panmediterranen Ziegel, wie man sie zum Beispiel in Pompeji und noch älteren Städten besichtigen kann). Bei der in Spanien vorgefundenen architektonischen Substanz muss es sich anscheinend um eine Lehmbaukultur gehandelt haben, erst die augenblicklich aus dem Boden gestampften maurischen Prachtbauten wie die Alhambra waren offenbar geeignet, Kultur in Spanien zu manifestieren. Wie uns die UNESCO-Website mitteilt, hatten die Eroberer auch Toleranz und den Rationalismus im Gepäck. Die Spanier müssen also eine Sternstunde in ihrer Geschichte erlebt haben.

[Die Wahrheit über die Architektur in Spanien: Römisch und persisch]

In Wirklichkeit kamen die Eroberer aus Africa, dem Rand der römischen Welt, nach Hispania, in ein Herzland der römischen Welt mit allen infrastrukturellen Errungenschaften der Antike, wie das beste Strassennetz und Wasserversorgungssystem der Welt, Tempelanlagen, Paläste, Bäder, Theater, grosszügig angelegte Städte mit Frisch- und Abwassersystemen [S.203]. Es gab eine ganze Menge Nutzbares, auch noch nach dem offiziellen Ende Roms (Die erste Mezquita besteht fast ausschliesslich aus antikem Raubgut, aus "Zweitverwendungen", wie es so schön heisst).

Oleg Grabar, der exzellente Kenner islamischer Architektur und Baugeschichte, weist auf die Ähnlichkeiten andalusischer Paläste zu antiker Architektur hin. Die Traumvorlagen seien nicht ominöse "islamische" Paläste gewesen, sondern Neros Domus Aurea oder Hadrians Villa. Unmittelbare architektonische Vorbilder waren die Paläste römischer Provinzgrössen in Spanien und Nordafrika. Diese geben mit ihren Arkaden, Säulenbögen, Doppelfenstern und Innenhöfen jene Elemente vor, die für die andalusischen Paläste typisch waren. Das Element der Wassergärten, wie der Generalife, ist sehr persisch. Die ummauerten Höfe mit ihren Gärte und Wasserspielen  sind als Miniaturabbildungen des Paradieses aufzufassen, eines recht ausschweifenden, vorislamischen persischen Paradieses. Diese "Paradiesgärten" waren weit verbreitet von Syrien bis Afghanistan und fanden ihren Weg über die aus Persien stammenden "Omayaden" nach Spanien.

Die Qualität der andalusischen Steinmetzarbeiten reicht an jene der Gotik oder Antike nicht heran. Statt aufwendiger Bearbeitung des Steins selber wurde der tragende Unterbau mit Stuckaturen überzogen. Die typischen Verzierungsformen, die "Muqarnas" ("Stalaktiten", "Bienenwaben" etc.), sind ebenfalls persischer Herkunft.

[Die Alhambra in Granada ist arabisch-christlich aus dem 8. Jh. - als es den Fantasie-Islam noch gar nicht gab]

Die andalusische Pracht- und Monumentalarchitektur geht in erster Linie auf römisch-antike und in geringerem Masse auf persische Vorbilder zurück. "Islamische" Vorgänger - was immer das sein mag - gibt es nicht. Die heutige Alhambra, in den Augen vieler das islamischste aller islamischen Bauwerke, entstand in einer Zeit, als Spanien beim besten Willen nicht mehr islamisch genannt werden kann [S.204].

Der älteste Teil der Mezquita, Córdoba, aus dem 8. Jh. Es handelte sich dabei um keine Moschee, sondern um eine "masjid", eine christlich-arabische Verehrungsstätte in syrischem Kirchenstil [S.205].

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Sakralbauten. Wie wir wissen, benutzten die nordafrikanischen Invasoren die Kirche San Vicente in Córdoba einträchtig mit den Einwohnern, bevor der aus Syrien geflüchtete Abd er-Rahman darüber sein Heiligtum baute. Dieses war eine Kirche im Stile seiner Heimat, mit auf antiken Säulen ruhenden Bögen als prägendes Element. Die Bögen waren typischerweise ocker / rot segmentiert, vorgegeben von der Farbe der ursprünglichen Materialien, nämlich Ziegel und Stein. Über [S.204] 100 Jahre diente die "mezqita" von Córdoba als arabische Kirche, bis sie sich allmählich in eine Moschee transformierte. Äusserlich gab es dabei kaum Unterschiede, mit Ausnahme der Anbringung einer Gebetsnische ("Mihrab"), die den Unterschied von Kirchen und frühen Moscheen ausmachten. Das Bauwerk wurde ständig erweitert, die Grundelemente blieben jedoch dieselben. Der Bau von Abd er-Rahman I. (756-788) und die Erweiterung Abd er-Rahman II. (822-852) sind grosse Hallen mit einem Wald unterschiedlicher antiker Säulen und rot-weissen Doppelbögen darüber.

Einen völlig neuen Stil und ein künstlerisch ungleich höheres Niveau zeigt der Anbau Hakam II. (961-976), des ersten Kalifen. Besonders beeindruckt die Ausführung der Gebetsnische, aber sie erweckt zugleich Verwunderung, denn sie wird von einer prachtvollen byzantinischen Kuppel überwölbt, die ja bekanntlich auf einem Kreuzgrundriss basiert. Dieser Ausbau ist ein Geschenk des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas, der die Künstler samt ihren Werkzeugen und dem gesamten Material nach Córdoba entsandte. Was könnte der Grund gewesen sein? Wohl Beziehungspflege: denn Byzanz, das früher ja in Hispania präsent gewesen war, suchte das Kalifat wiederholt als Bündnispartner zu gewinnen [S.206].

Mezquita, Córdoba. Mihrab und Kuppel der Erweiterung von Al Hakam II. um 965. Die Arbeit samt Materialien und Ausführung ist ein Geschenk des byzantinischen Kaisers Nikephoros II. Phokas. Sie stellt eine völlig neue Stilrichtung dar [S.205].

Der bald darauf folgende letzte Anbau von Al Mansur ist eine Rückkehr zum Säulenwald, aber in deutlich schlechterer Ausführung. Wohl mangels Alternative wurden oft minderwertige und beschädigte antike Säulen verwendet, die Bögen waren nicht mehr aus Stein und Ziegel gefügt, sondern einfach in Ziegeloptik bemalt. Die Stilrichtungen der Mezquita, die syrische Bogenarchitektur und der byzantinische Ausbau Hakam II., sind nicht andalusisch. An der Herkunft auch der sakralen Architektur des islamischen Spaniens ist absolut nichts "islamisch", weil es eben keine islamischen Vorbilder gab.

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Fotoquellen

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