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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

9. Tausendundzweite Nacht - die Toleranz-Märchen aus Andalusien sind ERFUNDEN

9j. Besetzungen und Konversionen - die Begriffe "Toleranz" und "Freiheit"

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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9j. Besetzungen und Konversionen - die Begriffe "Toleranz" und "Freiheit"
9j. Besetzungen und Konversionen -- Arabisch als Umgangssprache -- Zwangskonversionen ab Muhamad I. mit Kirchenzerstörungen und Tribut, Exil oder Tod -- Schöne Lügen über den Dschihad-Islam - Beispiel Professorin Menocal -- Andalusien 1066: Islamische Hetze gegen Juden und Massenmord an Juden -- Den Begriff "Toleranz" gibt es überhaupt erst seit der Renaissance - das muslimische Verständnis von "Freiheit" -- Islamische Dschihad-Extremisten besetzen und zerstören Andalusien - Christen, Muslime und Juden flüchten in den Mittelteil unter Alfons dem Weisen -- Bis ins 10. Jh. war die Iberische Halbinsel arabisch-syrisch-christlich -- Ab dem 10. Jh. wird Andalusien durch die Dschihad-Extremisten in die Steinzeit versetzt -- Mit der christlichen Rückeroberung von 1491 kommt auch Südspanien in die "Moderne" -- Die Alhambra ist heute ein Symbol der religiösen Toleranz? - Mitnichten -- Sondersteuern für Andersgläubige

[Arabisch als Umgangssprache]

Arabisch entwickelte sich im 9. Jahrhundert zur gebräuchlichen [S.210] Umgangssprache zwischen den einzelnen Gruppierungen. Neben den in ihren Territorien lebenden Christen und Muslimen gab es zu jeder Zeit spezielle Gruppierungen:
-- die zum Islam konvertierten Christen ("Muladen"),
-- unter dem Islam lebende Christen ("Mozaraber"),
-- zum Christentum konvertierte Muslime ("Morisken")
-- und unter dem Christentum lebende Muslime ("Mudecharen").

[Zwangskonversionen ab Muhamad I. mit Kirchenzerstörungen und Tribut, Exil oder Tod]

Die Konvertierungen waren niemals freiwillig. Sie erfolgten stets unter Zwang oder Druck, von rechtlicher Benachteiligung bis zu physischer Gewalt reichend.

Zu Zeiten der Eroberung stand Landnahme unter ethnischen Gesichtspunkten im Vordergrund. Nennenswerte religiöse Konflikte gab es nicht, denn die einzelnen Konfessionen standen sich im 8. Jahrhundert - trotz heftiger theologischer Dispute - noch viel zu nahe. Dies begann sich unter Muhamad I. zu ändern. Eulogius von Córdoba schreibt an Bischof Wilesindus von Pamplona:
"In diesem Jahr (851) entzündete sich die Raserei des Tyrannen gegen die Kirche Gottes, stürzte alles um, verwüstete alles, verstreute alles, kerkerte Bischöfe, Presbyter, Äbte, Diakone und den ganzen Klerus ein."
Wer nicht konvertierte, war Bürger zweiter Klasse ("Dhimmi"). Für sie gab es in al-Andalus nur die Möglichkeit Tribut, Exil oder Tod.

[Schöne Lügen über den Dschihad-Islam - Beispiel Professorin Menocal]

Dass man diese eigentlich unleugbare Alternative tatsächlich anders sehen kann, zeigt die Professorin Maria Rosa Menocal in ihrem Buch "The Ornament of the World", wenn sie meint:
"Die islamische Politik hat nicht nur das Überleben der Christen und Juden ermöglicht, sondern sie gemäss koranischem Auftrag im Grossen und Ganzen beschützt."
[Andalusien 1066: Islamische Hetze gegen Juden und Massenmord an Juden]

In der Zeit des Flickenteppichs der Taifas [[Fürstentümer]] war die Situation vollkommen unterschiedlich. Im Allgemeinen schien die Religion nicht im Vordergrund gestanden zu haben. Trotzdem fand 1066 in Córdoba das erste grosse Abschlachten von Juden statt [[ein gigantisches, muslimisches Pogrom - siehe S.215]].

Dem ging eine Denkschrift des frommen Rechtsgelehrten Abu Ishaq voraus:
"Diese Juden, die früher auf den Abfallhaufen einen Fetzen buntes Tuch suchten, um ihre Toten zu begraben, ... haben nun Granada unter sich aufgeteilt ... Sie ziehen Tribute ein und kleiden sich hochelegant ..., und der Affe Josef hat sein Haus mit Marmor ausgelegt ... Eilt, um ihm [S.211] die Kehle durchzuschneiden; er ist ein feister Hammel, nehmt ihm sein Geld weg, denn ihr verdient es eher als er!"
[Den Begriff "Toleranz" gibt es überhaupt erst seit der Renaissance - das muslimische Verständnis von "Freiheit"]

Die Toleranz, von der al-Andalus bestimmt gewesen sein soll, ist ein reines Märchen. Nirgendwo, nicht nur in Spanien, ist im europäischen Mittelalter Toleranz in unserem Verständnis zu finden. Das Toleranzkonzept stammt aus der Renaissance.

Dieser Toleranz liegen die Begriffe "Wahrheit" und "Freiheit" zugrunde. Bei Offenbarungsreligion, die jeweils einen Wahrheitsanspruch für sich reklamieren, ist es deshalb mit Toleranz nicht weit her, sobald sie in der Lage sind, diesen Wahrheitsanspruch politisch umzusetzen. Freiheit und Toleranz enden sehr bald bei religiösen Vorschriften.

Geschweige denn eine tolerante Gesellschaft zu sein, war al-Andalus nicht einmal eine pluralistische. Pluralismus beinhaltet den Konsens über die grundsätzliche Gleichberechtigung aller Kulturen. Davon konnte in al-Andalus nicht die Rede sein. Toleranz und Pluralismus waren dort das Sichfügen in Gegebenheiten, die man im Moment nicht ändern konnte - aber man arbeitete daran. Das ist die "pragmatische Toleranz" der analusbewegten Toleranzbewunderer.

Religöse Toleranz war niemals ein Konzept in al-Andalus. Die religiösen Gruppierungen betrieben stets eine Übernahme- oder Absonderungspolitik, die lediglich dann pausierte, wenn sie politisch nicht durchsetzbar war. Das war dann die legendäre "convivencia", das traute Zusammensein dreier Kulturen. Sie war angeblich das Markenzeichen von al-Andalus, aber sie war in Wirklichkeit die Ausnahme. Alle drei Kulturen waren überlappt und eng verzahnt, es dominierte aber immer der Wille zu Separation oder Eroberung.

[Islamische Dschihad-Extremisten besetzen und zerstören Andalusien - Christen, Muslime und Juden flüchten in den Mittelteil unter Alfons dem Weisen]
Die "convivencia" sah ihre beste Zeit vielleicht in der kurzen Zeit der Taifas [[Fürstentümer]] und im christlichen Toledo, als nämlich Christen, Muslime und Juden vor dem Ansturm der Nordafrikaner in grosser Zahl in die christlichen Landesteile flüchteten und dort zumindest vorübergehend, bis zum Tode Alfons des Weisen (1284), ungestört eine gemeinsame Kultur schufen.

Zeitgleich zerstörten die religiösen Eiferer im Süden alle Spuren christlich-jüdischer Bautätigkeit wie Kirchen, Synagogen, Friedhöfe, Schulen [S.212], Gemeindeeinrichtungen. Daher scheint heutzutage für den Ruinentourismus die Überlegenheit der maurischen Kultur ganz eindeutig zu sein. Manchem Historiker sind damit unglücklicherweise die archäologischen Beweise der "convivencia" unter islamischer Herrschaft abhandengekommen.

[Bis ins 10. Jh. war die Iberische Halbinsel arabisch-syrisch-christlich]

Koexistenz kann nur unter der Voraussetzung der Gleichzeitigkeit der involvierten Kulturen funktionieren. Sie müssen quasi aus derselben Zeit kommen, um auf gleicher Augenhöhe zu sein. Bis ins 10. Jahrhundert war der Grossteil der Iberischen Halbinsel unter der syrisch arabischen Leitkultur ein kulturell ziemlich homogenes Gebilde. Dies setzte sich mit Abstrichen auch noch in der Taifa-Zeit fort.

[Ab dem 10. Jh. wird Andalusien durch die Dschihad-Extremisten in die Steinzeit versetzt]

Ein erster Bruch in der Gleichzeitigkeit kam mit den fundamentalistischen Almoraviden und Almohaden. Sie nämlich kamen aus der Vergangenheit Afrikas nach Spanien in die Moderne, mit der sie nichts anfangen konnten. Sie wurden von dieser Moderne letztlich absorbiert, aber die nächste Welle mit dem unheilvollen Sog in die Vergangenheit war schon unterwegs: die neue, radikale Interpretation des Glaubens, die sich im Osten etabliert hatte und über al-Andalus hereinbrach.

Es waren nicht nur die Eiferer aus Nordafrika gewesen, die al-Andalus von der Moderne abschnitten, es war auch die Entwicklung im Osten, von der al-Andalus immer massgeblich beeinflusst war.

Von der almoravidischen Fremdherrschaft an bis zum Ende von Granada kann man nicht mehr von Gleichzeitigkeit sprechen. Man lasse sich nicht von prächtigen Stuckaturen in einem kleinen Teil der Alhambra täuschen. Die Kathedrale von Burgos war vollendet, der Kölner Dom im Bau, pompöse Kirchen und zauberhafte "palazzi" waren in Florenz entstanden, die Pisano mit seinen unvergleichlichen Plastiken ausschmückte. Was Entwicklungen beflügelt, ist der Geist. Aber mit der Eliminierung Ibn Ruschds war in der islamischen Welt die geistige Versteinerung, die "versiegelte Zeit" nach Dan Diner [123]
[123] Dan Diner: Die Versiegelte Zeit; Berlin 2007
eingetreten.

[Mit der christlichen Rückeroberung von 1491 kommt auch Südspanien in die "Moderne"]

Nichts könnte den Seitenwechsel der Moderne in Spanien mehr verdeutlichen als das Zusammentreffen zweier Ereignisse: 1492, in dem gleichen Jahr, als Ferdinand und Isabel die Kapitulation Granadas [S.213] entgegennahmen und der letzte muslimische Herrscher Spanien verliess, verabschiedeten sie einen Kapitän namens Christoph Columbus, der in ihrem Auftrag auf seine Entdeckungsreise in eine neue Welt ging, die man hinter dem Horizont des runden Globus vermutete.
[[Viele Kulturen waren schon vor Kolumbus nach "Amerika" gefahren. Kolumbus machte nur eine grosse Show. Gewisse Angaben deuten darauf hin, dass er ein Jude war und für jüdische Leute Land suchte, weil alle Juden aus Spanien und Portugal vertrieben wurden]].
Einst hatte der arabische (nicht-islamische) Herrscher al-Mamun die Weltkugel bis auf ein paar Kilometer genau vermessen lassen. Jetzt sandten die Europäer Schiffe zur Umrundung dieser Kugel aus, während man sich in der nun islamisierten, arabischen Welt die Erde flach vorzustellen hatte, so wie es das Heilige Buch befahl. Durch den Einzug in die Alhambra vollzogen die königlichen Herrschaften aus dem Norden [[Ferdinand und Isabella aus Madrid]] zunächst einmal kastilische Staatsräson. Aber sie vollzogen auch den Einzug der Moderne in die Vergangenheit.

[Die Alhambra ist heute ein Symbol der religiösen Toleranz? - Mitnichten]
"Sicherlich kann jedoch die Alhambra ein sinnbildliches Vorbild sein für ein neues, vereinigtes Europa, in dem wie nie zuvor verschiedene Religionen und Kulturen zusammenfinden können und müssen." [124]

[124] Lubisch: FAZ, 12.8.2004
Wieso gerade die Alhambra? Welche Kulturen und Religionen sollen sich vorbildhaft in ihr zusammengefunden haben?

Wenn man schon unbedingt ein Symbol für das Zusammenleben der drei Kulturen benennen will, ist es Toledo. Wenn man schon unbedingt ein Bauwerk als Sinnbild für al-Andalus identifizieren muss, dann es nur die Mezquita von Córdoba sein. Diese Mezquita ist ein bizarres Bauwerk. Es beginnt seine Existenz auf einem ausgebeuteten Jupitertempel und einer gotischen Kirche. Es folgten eine christlich-arabische Verehrungsstätte in syrischem Kirchenstil, mit Erweiterungen als Moschee, die ihren künstlerischen Höhepunkt in einem zur Gänze vom Ausland, nämlich Byzanz, bezogenen Anbau findet. Der Rückfall in einen künstlerisch minderwertigen letzten Zubau folgt auf dem Fusse. Und dann wird eine Kathedrale mitten in die Moschee gesetzt. Sie passt wie die Faust aufs Auge, aber: Die Moschee wurde von den Siegern nicht plattgemacht, wie man eigentlich erwarten müsste, sondern durch eine Kathedrale mitten darin "ergänzt". Freilich, die Kathedrale dominiert, das Minarett ist vom [S.214] Kirchenturm ummantelt - aber was könnte den historischen Zickzack kurz besser versinnbildlichen als dieses Gebäude, das die Grundelemente der Geschichte von al-Andalus in sich vereint?

[Sondersteuern für Andersgläubige]

Vorwiegend von islamischer Seite kommen Appelle und Reminiszenzen an die so tolerante Zeit des Islam in Spanien. Mehr Vorsicht wäre das angebracht, nachdem überall und zu jedem Zeitpunkt die nichtislamischen Bürger mit Sondersteuern belegt waren und mit verminderten Rechten auskommen mussten. Alle Nichtmuslime in al-Andalus waren im "Dhimmi-Status" Bürger zweiter Klasse. Sieht so Toleranz aus?

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