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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

10. "Wer hat und das angetan?" - Erinnerungen an die Wirklichkeit

10d. Muslimische Steinzeit-Wüstenkultur und Moslembrüder

Muslimische Steinzeit-Wüstenkultur=der ewige Verlierer -- Das Sündenbock-Denken im Islam - die Ursache für die Rückständigkeit wird immer "dem Westen" zugeschoben -- Die Moslembrüder und ihre Total-Zensur -- Die Moslembrüder mit der geistigen Totalblockade - Beispiel Sayyid Qutb: Diskussionsverbot über den Koran - das Fach Geschichte ist erfunden -- Der Vorläufer al-Maududi in Pakistan -- Die Verbindung von Qutb zu bin Laden und Saudi-Arabien -- Extremisierung in Saudi-Arabien ab 1979 -- Saudis und kriminelle "USA" ab 1990 - saudische "Missionstätigkeit" in der ganzen Welt - Salafisten gehen nach Afghanistan

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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10d. Muslimische Steinzeit-Wüstenkultur und Moslembrüder

Muslimische Steinzeit-Wüstenkultur=der ewige Verlierer

[Das Sündenbock-Denken im Islam - die Ursache für die Rückständigkeit wird immer "dem Westen" zugeschoben]

Es wurde in der islamischen Welt immer wieder die Frage aufgeworfen, warum nach so einer glorreichen Vergangenheit, den "Goldenen Zeiten des Islam", der Abstand zu den meisten Teilen der Welt so gross geworden war. In fast allen Belangen nimmt die arabisch-islamische Welt eine Position ganz hinten ein, wie auch der AHDR konstatierte.

"Wer hat uns das angetan?"

Die Antwort war und ist stets gleichlautend, "die Franken, der Westen, die USA ..."

Aber, und das ist der zweite Teil der Antwort: Das konnte nur geschehen, weil wir uns vom ursprünglichen Islam entfernt haben. Alles wird gut, wenn wir nur die Verhältnisse der 'Goldenen Jahre' wiederherstellen."

Das drückt so die "salafiyya" aus, die wieder modern gewordene Grundhaltung grosser Teile der islamischen Welt: ein idealisierter Blick zurück in eine nicht existierende Vergangenheit.


Die Moslembrüder und ihre Total-Zensur

[Die Moslembrüder mit der geistigen Totalblockade - Beispiel Sayyid Qutb: Diskussionsverbot über den Koran - das Fach Geschichte ist erfunden]

Sayyid Qutb war ein ägyptischer Moslembruder, 1966 unter Nasser hingerichtet. So klar wie kein anderer moderner islamischer Theoretiker forderte er die Rückkehr zur "salafiyya", zum buchstabengetreuen Befolgen des Korans als Patentlösung für alle Probleme dieser Welt, und setzte noch eins drauf: Der koranische Inhalt dürfe nicht einmal überdacht, geschweige denn diskutiert werden. Die Muslime lebten in einer zeitlosen Welt, ein Vergleich mit anderen Kulturen sei deshalb weder möglich noch statthaft. Zeitlos deshalb, weil zur Zeit des Propheten und der Kalifen die ideale Gesellschaft bestanden habe, und diese müsse wiederhergestellt werden. Geschichte sei eine europäische Erfindung, sie finde für den Islam nicht statt. Für Qutb ist es "eine unbestrittene Tatsache", dass die moderne Zivilisation auf dem tradierten "islamischen" Wissen basiere, das wiederum aus dem buchstabengetreuen Befolgen des Korans resultiere. Aus dem grundsätzlichen Nichtverstehen des übernommenen Wissens in Europa "resultiere die fluchbeladene Trennung von Religion und zivilisatorischer Renaissance" [S.230].

Man muss sich fragen, wer hier etwas nicht verstanden hat und auf welchem Wissensstand sich der Mann eigentlich bewegte. Qutb, dieser Prototyp des rückwärtsgewandten Radikalen, tat nichts weniger als Denken, Wissen, die Ratio, abzuschaffen, ja sogar zu verbieten. Al-Ghazali lässt grüssen. Qutb tat dies deshalb, weil er genau wusste, dass der Islam traditioneller Ausprägung der modernen Welt geistig und philosophisch nichts entgegenzusetzen hat. Also müssen Vergleiche als unstatthaft hingestellt und geschichtliche Prozesse als Erfindung bezeichnet werden.

Schuld an dem von ihm durchaus konstatierten miserablen Zustand der islamischen Welt seien ausländische Mächte: Europa, Amerika, die Sowjetunion, Israel, wie gehabt. Das einzige Heilmittel sei die wörtliche Befolgung des Korans. Wohlgemerkt, die "salafiyya" ist eine moderne Bewegung, und Qutb ist nicht irgendwer. Es wäre nun falsch zu behaupten, die Mehrheit der Muslime wären Qutbisten, also Radikale. Aber nichtsdestoweniger [S.231] repräsentiert sein Gedankengut eine bedeutende Strömung in der islamischen [[Fantasie]]-Welt.

[Der Vorläufer al-Maududi in Pakistan]

Ziehvater Sayyid Qutbs war der Pakistaner al-Maududi (1903-1979), der durch seine Predigten und Publikationen wie kein anderer zum Chaos in seinem Land beigetragen hat, weil er mehr Einfluss auf die Volksseele besass als jeder Präsident der abgehobenen Politikerkaste.

[Die Verbindung von Qutb zu bin Laden und Saudi-Arabien]

Der Weg von Qutb führt  direkt zu bin Laden.

Unter dem Druck der Verfolgung unter Nasser emigrierten zahlreiche Moslembrüder aus Ägypten nach Saudi-Arabien, nach seiner Freilassung 1972 auch Mohammed Qutb, der Bruder Sayyids. Sie trafen dort auf ein saudisch-wahhabitisches System.

Der Sektengründer Abdel Wahhab (1703-1791) hatte einen Vertrag mit dem Clan der Al Sauds geschlossen, demzufolge die wahhabitische "Ulema" (Geistlichkeit) die Sauds unterstützen würde, umgekehrt würden diese die wahhabitische Koranauslegung als einzig Gültige zulassen.

Die Sauds gewannen im Laufe der Zeit so vollkommen die Macht, dass das Land sogar den Namen der Familie bekam. Damit verbunden wurde auch der Wahhabismus zur alles dominierenden Strömung. Es ergab sich so eine enge Verquickung zwischen den Interessen des Königshauses und denen der wahhabitischen Ulema, aber auch eine starke Unzufriedenheit bei Leuten, die weder den einen noch den anderen verbunden waren. Diese fanden einen neuen Hafen bei den zugewanderten Moslembrüdern, die eine noch radikalere Lebensführung nach dem Vorbild des Propheten im Sinne Sayyid Qutbs propagierten.

[Extremisierung in Saudi-Arabien ab 1979]

1979 erschütterte ein Ereignis das Königreich [[der Saudis]]: die Erstürmung der Moschee in Mekka durch eine ultrareligiöse, salafistische Gruppe, die sowohl das Königshaus als auch die wahhabitischen Ulema treffen wollte. In dasselbe Jahr fielen die iranische Revolution und die Invasion der Roten Armee in Afghanistan. In Saudi-Arabien setzte infolge dieser Vorgänge ein Konkurrenzkampf zwischen den Wahhabiten und Qutbisten ein, die sich an Radikalität gegenseitig überboten.

[Saudis und kriminelle "USA" ab 1990 - saudische "Missionstätigkeit" in der ganzen Welt - Salafisten gehen nach Afghanistan]

Dann kam der Mega-Schock für das Königreich: Am 2. August 1990 besetzte Saddam Hussein Kuwait. Niemand erwartete, dass sich Saddam mit Kuwait zufriedengeben würde und in Saudi-Arabien brach Panik aus. Bereits am 7. August rief König Fahd die USA zu Hilfe und bat um [S.232] Stationierung von Truppen. Das Vorhaben, ungläubige Truppen auf heiliger Erde zu stationieren, führte zu einer ungeheuren inneren Zerreissprobe und war ohne die Zustimmung der wahhabitischen Ulema nicht zu machen. Das Königshaus hatte keine Alternative, um zu überleben, aber mit dem Abgang der Dynastie Saud wäre es mit dem staatstragenden Einfluss der Wahhabiten ebenfalls zu Ende gewesen. Die Ulema stimmte deshalb der Stationierung fremder Truppen zu, liess sich diese Zustimmung allerdings mit Milliarden von Petrodollars vergolden, die in eine beispiellose, weltweite Missionierung flossen.

Die jungen, radikalen Salafisten waren damit zwar nicht zufriedenzustellen, aber es ergab sich eine andere Lösung für sie. In Afghanistan hatte sich eine Dschihadisten-Szene entwickelt, und dorthin wurden die radikalen Glaubenskämpfer weggelobt, versehen mit vielen Millionen Dollars als Startkapital. So exportierten die Saudis ihre Probleme nach Afghanistan.

Einer der Exportierten - denen dann umgehend die saudische Staatsangehörigkeit entzogen wurde - war Bin Laden. Er und seine ägyptischen Ideologen hatten sehr wohl verstanden, in welcher Lage sich die islamische Welt befindet, was man von der "Umma", der Gemeinschaft der Gläubigen, nicht behaupten kann. Bin Laden wählte die bewaffnete Variante, weil er sich in der Position des Verteidigers der Religion sah: Der Westen, besonders die USA, ist schuld an der islamischen Misere. Wiederum, die richtige Einsicht, die falschen Schlüsse.
[[Die "USA" unterstützte die Bin-Laden-Rebellen gegen die Sowjetunion. Danach wurde Afghanistan das Hauptanbaugebiet des CIA für Opium]].

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