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Norbert G. Pressburg: Good bye Mohammed - Mohammed gab es nie

10. "Wer hat und das angetan?" - Erinnerungen an die Wirklichkeit

10e. Das ewige Selbstmitleid im Fantasie-Islam - Reform ist nur in der Diaspora möglich

Das ewige Selbstmitleid im Fantasie-Islam -- Immer werden Sündenböcke gesucht -- Multireligiöse Wirtschaftsinsel: Die Emirate mit westlicher Struktur und Religionstoleranz -- Multireligiöse Wirtschaftsinsel: Katar -- Emirate und Katar springen über ihren eigenen Schatten -- Muslime in nicht-muslimischen Ländern - dort ist die Reform möglich -- Die Diaspora - das verbotene Leben in einem "ungläubigen Land" - das Gebot, für den Islam zu wirken - die Nichtanpassungsfähigkeit -- Islam und Judentum sind ähnlich aufgebaut - keine Trennung von Kirche und Staat - die Reformation fehlt -- Das Gastland muss auf die Integration der Muslime pochen - die muslimischen Wiederkäuer - der Drang nach Wissen wird sich durchsetzen -- Zusammenfassung: Der Islam ist eine kriminelle Fantasie und Psychose des 9.Jh. -- Das erfundene Dogma des 9.Jh. gilt bis heute -- Erfundene Ausführungsbestimmungen (Hadithe) ohne Quellen und falscher Gehorsam -- Die Reform des Islams kann nur in der Diaspora erfolgen, wo keine Todesstrafe für Diskussionen gilt

präsentiert von Michael Palomino (2015)

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10e. Das ewige Selbstmitleid im Fantasie-Islam - Reform ist nur in der Diaspora möglich

Das ewige Selbstmitleid im Fantasie-Islam

[Immer werden Sündenböcke gesucht]

Wer hat ihnen das alles angetan?

Sie selber. Der tiefste Grund ist die historische Ablehnung von Wissen. Von früh an wurde verbogen, verboten, gefälscht, ausgegrenzt, bestraft. Diese Scheu vor Wissen, ja oft seine Kriminalisierung, wurde Teil des Systems. Kritik wurde zu persönlicher Beleidigung, zu Gotteslästerung und Verbrechen. Das resultierte in einem Kult des Beleidigtseins und einer medialen Wut- und Verschwörungsindustrie, die so typisch für die islamischen und ganz besonders die arabischen Länder ist.

Richtiggestellt kann die Eingangsfrage also nur so lauten: "Was hat uns der Islam angetan!" [S.233]

[Multireligiöse Wirtschaftsinsel: Die Emirate mit westlicher Struktur und Religionstoleranz]

Es steht gar nicht gut um die islamische Welt, der Schein täuscht. Aber es gibt Lichtblicke. Einer ist der Zusammenschluss kleiner Emirate am Persischen Golf, die "Vereinigten Arabischen Emirate": Auf noch gar nicht so alten Karten als "Piratenküste" verzeichnet, trifft sich dort heute die Welt. Völlig unbedeutend, am Rande der Arabischen Halbinsel gelegen, mit vergleichsweise bescheidenen Ölvorkommen ausgestattet, stattete Scheich Maktoum Rashid bin Maktoum (1943-2006) ein orientalisches Märchen. 1971 entstanden die Emirate aus dem Zusammenschluss von Dubai und Abu Dhabi, später kamen weitere Scheichtümer hinzu. Diese Miniländer nahmen eine bewusste Entwicklung in Richtung Moderne in Angriff.

Man holte zu diesem Zweck ausländische Spezialisten, die ein Land auf dem Reissbrett projektierten. Eine eigene Airline wurde eigens zur Anbindung an die Welt gegründet, günstige Wirtschaftsbedingungen machten aus dem Wüstenflecken Dubai bald ein beliebtes Einkaufsparadies und sorgten dafür, dass praktisch jede namhafte Firma der Welt hier eine Filiale gründete. Dies schuf Arbeitsplätze. Menschen aller Herren Länder haben sich inzwischen dort niedergelassen, mit Nachkommen bereits in der zweiten Generation: ein Gemisch an Kulturen, Farben, Sprachen und Religionen. Moscheen stehen neben Kirchen aller Konfessionen, Tempeln und Pagoden.

So muss Bagdad zu seiner arabischen [[arabisch-christlichen]] Blütezeit ausgesehen haben!

Aber genauso wie das alte Bagdad sind auch die Emirate eine arabische und keine islamische Erfolgsgeschichte. Gerade ihre Säkularität ist die Grundlage ihrer Blüte.

Für die arabische Welt haben die Emirate ungeheure Anziehungskraft. Saudis strömen für ihre - oft wenig islamischen - Aktivitäten über die Grenze, die zähen und verlässlichen Jemeniten stellen einen Grossteil des Polizeikorps, Libanesen sind in der Gastronomie erfolgreich, Palästinenser, Jordanier, Ägypter in der Geschäftswelt. Dazu kommen Nichtaraber fast sämtlicher Nationen.

Alle Araber beneiden die Emirate und stellen sie ihren Regierungen gegenüber als Beispiel hin, als Messlatte, an der sie sich beweisen müssen [S.234].

[Multireligiöse Wirtschaftsinsel: Katar]

Katar hat den ersten Schritt in dieselbe Richtung getan. Es begann 2007 mit der unscheinbaren Meldung, dass dort eine Kirche gebaut werde. Das Land hat den Ehrgeiz, sich als internationales Wissenschaftszentrum zu etablieren und unternimmt grosse Anstrengungen dafür. Das ist schlichtweg eine atemberaubende Entwicklung.

[Emirate und Katar springen über ihren eigenen Schatten]

Es ist nun beileibe nicht alles Gold, was in den Emiraten glänzt. Man muss abwarten, wie sie sich in schwereren Zeiten bewähren werden und wie sie mit dem zunehmenden religiösen Druck von aussen fertigwerden. Und man sollte an den Libanon denken, der von einem arabischen Musterländle in ein Chaos gestürzt ist. Man sollte aber auch nicht ständig auf die im Überschwang produzierten Übertreibungen starren und diese hämisch kommentieren. In Wirklichkeit sind diese islamischen Herrscher aus dem letzten Winkel Arabiens über ihren eigenen Schatten gesprungen. Ein Prozess von wahrhaft historischen Dimensionen.


Muslime in nicht-muslimischen Ländern - dort ist die Reform möglich

[Die Diaspora - das verbotene Leben in einem "ungläubigen Land" - das Gebot, für den Islam zu wirken - die Nichtanpassungsfähigkeit]

Der zweite Hoffnungsschimmer für die muslimische Welt ist weniger spektakulär, womöglich aber noch hoffnungsträchtiger: Es ist die Diaspora.

So gut wie alle Muslime lebten traditionell in einem Land, in dem sie die Mehrheit stellten und wo ihre Gesetze galten. Heute aber leben viele Muslime in nichtmuslimischen Ländern als Minderheit; etwa Türken in Deutschland, Algerier in Frankreich, Pakistaner in England.

Das Leben als Minderheit in einem nichtislamischen Land ist eine relativ neue Erfahrung für Muslime und eigentlich nicht vorgesehen. Es gibt schon seit der Niederlage des spanischen Kalifats Diskussionen unter den Korangelehrten, ob Muslime überhaupt in einem nichtislamischen Land leben dürfen. Die aus dem Koran abgeleitet Antwort ist ein eindeutiges Nein. Ein Muslim darf in einem ungläubigen Land nicht leben, und wenn, dann nur, um dort für den Islam zu wirken. Bin Laden antwortete auf die Frage nach den muslimischen Opfern im zusammengestürzten World Trade Center, Gläubige hätten dort nichts zu suchen gehabt. Sie hätten sich entgegen den Geboten des Koran dort aufgehalten und damit ebenfalls den Tod verdient [129].
[129] Interview mit der pakistanischen Zeitung "Dawn", 10.11.2007

[[Bin Laden ist eine Puppe des CIA und spielt das Theaterspiel mit. Die WTC-Türme wurden nicht von Muslimen zerstört, sondern vom CIA selbst mit unterirdischen Atombomben 70m unter dem Boden, mit Erdbeben von 2,8 und 3,1, mit weissem, radioaktivem Pulver als Asche etc. Die Filme mit Flugzeugeinschlägen sind alle gefälschte CIA-Produkte]].
Besonders gewarnt wird vor sogenannten toleranten Ländern, denn sie stellten die grösste Gefahr für Gläubige dar. Nur im "Dar al-Islam", dem gemeinsamen Reich der Muslime, liessen sich die Gebote des Korans und der Scharia erfüllen. Wenn ein Muslim in einem nichtislamischen Land leben müsse, dann nur, um für den Islam zu wirken. Dies ist nicht graue Theorie, wie die Erfahrungen seit dem 11. September 2001 zeigen.

Sicher, den durchschnittlichen muslimischen Arbeitnehmer in Europa oder anderswo dürften solche Überlegungen nicht sonderlich beschäftigen. Aber die Forderungen sind bekannt, im Unterbewussten vorhanden und heimliches Gift für eine erfolgreiche Sozialisation, denn sie erzeugen ein latent schlechtes Gewissen. IN der Tat tut sich niemand so schwer wie Muslime, sich ihrem jeweiligen Gastland anzupassen.

[Islam und Judentum sind ähnlich aufgebaut - keine Trennung von Kirche und Staat - die Reformation fehlt]

Der Islam ist eng verwandt mit dem Judentum. Er hat die gleichen Wurzeln und stellt ähnlich radikale Anforderungen an seine strenggläubigen Mitglieder. Trotzdem haben sich die Juden meist bestens an ihre Gastländer adaptiert. Der Grund liegt in dem jüdischen Gebot "dina demalkhuta dina": "Das Gesetz des jeweiligen Landes ist Gesetz."

Jesus drückte es ähnlich aus: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist." Dies bedeutet im Grunde schon die Privatisierung der Religion ganz im Sinne der viel später in Europa aufgekommenen Trennung von Staat und Religion. Ausserdem hatte das Judentum im 19. Jahrhundert seine Reformation durchgangen, die Haskala ("Bildung"), die durchaus Vorbild für die unvermeidliche Reformation des Islam sein könnte.

Im islamischen Verständnis ist Religion immer noch öffentlich, ihr haben sich sämtliche Lebensbereiche unterzuordnen. Das "wirkliche" Recht ist religiöses Recht, eine Trennung von Religion und Staat ist nicht vorgesehen. Deshalb ist der Islam politisch. Und daher ist es für seine Anhänger so schwierig, in einer nichtislamischen Welt zurechtzukommen und diese zu akzeptieren.

[Das Gastland muss auf die Integration der Muslime pochen - die muslimischen Wiederkäuer - der Drang nach Wissen wird sich durchsetzen]

Die Muslime, die als Minderheit in einem nichtislamischen Land leben, haben ausser der Wiederauswanderung auf lange Sicht nur die Möglichkeit der Integration, um ein friedvolles, erfolgreiches Dasein führen zu können. Auf die Integration muss das Gastland mit allem Nachdruck [S.236] pochen. Denn sie bedingt die Übernahme der jeweiligen Gesetze und Normen, was letztlich die Privatisierung der Religion bedeutet.

Sofern die Diaspora ein westliches Land ist, wird durch den unumgänglichen Schulbesuch gleichzeitig der Bildungsstandard der Muslime ansteigen. Es wird eines Tages nicht mehr befriedigen, den Koran nur zu rezitieren, anstatt zu verstehen und jahrhundertealte Interpretationen wiederzukäuen. Der selbst erschlossene Inhalt wird in einer wissensorientierten Umgebung in den Vordergrund treten, und über kurz oder lang muss die jeweilige Landessprache auch die Sprache der Religion werden.


Zusammenfassung: Der Islam ist eine kriminelle Fantasie und Psychose des 9.Jh.

[Das erfundene Dogma des 9.Jh. gilt bis heute]

Wie hoffentlich deutlich wurde, haben die historischen Grundlagen des Islam nichts mit der traditionellen Darstellung zu tun. Die islamische Welt selber weiss wenig bis nichts über ihre eigenen historischen Wurzeln, sie ist immer noch im dogmatischen Geschichtsbild des 9. Jahrhunderts verhaftet. Aber auch die islamische Welt kann sich dem fortschreitenden Wissen auf Dauer nicht entziehen. Dies macht eine Neubewertung des Korans und anderer Schriften über kurz oder lang unumgänglich. Um eine scheinbare Utopie fortzusetzen: In das Zentrum der Bemühung könnte rücken, theologische Inhalte von später hinzugekommenen Ausführungsbestimmungen und den peripheren, mündlichen Überlieferungen zu trennen, die nur den Blick auf das Wesentliche verstellen. Das heisst, die Konzentration auf die theologisch relevanten "mekkanischen Suren", und damit ein Ende der äusserst hinderlichen Fixierung auf die sozialen Verhältnisse einer mittelalterlichen Beduinengesellschaft als zentraler Bestandteil der Lehre.

[Erfundene Ausführungsbestimmungen (Hadithe) ohne Quellen und falscher Gehorsam]

Es könnte sich ferner herausstellen, dass Theologie und Intention des Korans von späteren Ausführungsbestimmungen fast bis zur Unsichtbarkeit überwuchert wurden. Eine kohärente Theologie fehlt bis auf den heutigen Tag, an ihrer Stelle steht buchstabengetreuer Zitatengehorsam, gespeist aus teils nicht nachvollziehbaren Quellen. Diese sind in gegenwärtiger muslimischer Praxis undiskutierbar, die Forschung wird aber vor Tabus nicht haltmachen.

Der sudanesische Theologe Mahmud Muhammad Taha hatte die Zurückstellung der "medinischen Suren" gefordert, weil sie nur zeitbedingt [S.237] für das 7. Jahrhundert gültig wären. Er wurde dafür als "Abtrünniger" 1985 in Khartum hingerichtet.

[Die Reform des Islams kann nur in der Diaspora erfolgen, wo keine Todesstrafe für Diskussionen gilt]

Der Islam wird allgemein für nicht reformfähig gehalten. Das mag auf seine klassischen Verbreitungsländer zutreffen. In der westlichen Diaspora dagegen steht der Islam unter dem Zwang, sich zu reformieren oder, je nachdem, zu einer belächelten oder bekämpften Sekte zu verkommen. Die klassischen, bärtigen Korangelehrten haben versagt und ausgedient. Der theologische Schock einer unumgänglichen Reformation wird ein ungeheurer sein. Aber von wem könnten die anstehenden Probleme sonst bewältigt werden als von gebildeten, wissensorientierten Muslimen in der westlichen Diaspora?

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