Wenn Männer Gewalt ausüben und man das zeigt, darf man bei google keine Werbung schalten. Was ist das? ZENSUR.

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Islamischer Rassismus gegen Frauen -
und die schlafende Justiz in Europa und Nord-"Amerika" (Teil 2)


Frauen im Islam werden diskriminiert, ermordet oder sogar lebendig begraben

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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Wenn Männer Gewalt ausüben und man das zeigt, darf man bei google keine Werbung schalten. Was ist das? ZENSUR.

Die Meldungen bestätigen meine Einschätzung der radikal-islamischen Männer.

Der radikale Islam-Rassismus gegen Frauen findet sich auch hier: Schlägertypen - Zwangsheirat

Deutschland 27.10.2010: Die feige, deutsche Politik kümmert sich nicht um die Einhaltung der deutschen Gesetze in islamisch-extremen Kulturkreisen

Es nützt leider nichts, dass Herr Özdemir in der deutschen Politik ganz oben steht. Sondern die konsequente Ahndung von Menschenrechtsverletzungen durch extrem-muslimische Eltern würde etwas nützen. Bis heute hat sich da nicht viel getan, und muslmische Mädchen werden weiter den Zwängen der muslimischen Väter und Brüder ausgesetzt. Es ist eine Katastrophe. Die Muslime sind in Deutschland inzwischen derart grosse Gruppen geworden, dass sie kaum noch Kontakt zu Deutschen haben. Muslimische Jugendliche lachen über die muslimischen Mädchen, die immer zu Hause sein müssen und nicht ins Jugendzentrum dürfen. Das Jungfernhäutchen der Töchter ist der zentrale Punkt der "Ehre" der extrem-muslmiischen Familien etc. etc. In den extrem-muslimischen Familien herrscht in Deutschland der absolute Schwachsinn. Aber lesen Sie selbst das vorliegende Interview, was die Autorin und Journalistin Güner Balci darüber zu sagen hat, die selbst aus dem türkischen Kulturkreis kommt und regelmässig über die muslimischen Migranten schreibt [web01]. Viele Muslime in Deutschland hassen die deutsche Kultur, aber leben weiterhin in Deutschland als Sozialschmarotzer. Sorry, das ist die WAHRHEIT. Aber lesen Sie selbst:

aus: Tagesanzeiger online: "Es wird noch mehr Ehrenmorde geben"; 27.10.2010; http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Es-wird-noch-mehr-Ehrenmorde-geben-/story/11000023

<Von Bettina Weber .

Die Autorin und Journalistin Güner Balci über Zwangsheiraten mitten in Deutschland, Thilo Sarazzin und die Feigheit von Politikern.

«Die Politiker schweigen aus Angst, als Rassisten zu gelten. Wobei diese Angst der eigentliche Rassismus ist»: Güner Balci.

Unerschrockene Kämpferin

Güner Balci, 35, ist als Tochter alevitischer Türken in Berlin-Neukölln aufgewachsen. Sie hat sich als ZDF-Journalistin mit islamkritischen Beiträgen einen Namen gemacht und auch Bücher zum Thema verfasst. Ihr aktueller Roman heisst «Arabqueen» (S. Fischer, Frankfurt a. M. 2010, 319 S., ca. 26 Fr.) und schildert aufgrund wahrer Begebenheiten das Schicksal zweier arabischer Schwestern, die 2010 mitten in Deutschland von ihrer Familie sämtlicher Freiheiten beraubt werden. Das Buch wirft ein Schlaglicht auf die viel zitierte Parallelgesellschaft, weshalb Balci von der FAZ als «eine Aufklärerin im besten Sinn» bezeichnet wurde.

Ihr Roman «Arabqueen» basiert auf wahren Begebenheiten. Das Happy End indes ist fiktiv – in Wirklichkeit wurden die beiden arabischen Frauen zwangsverheiratet. Gibt es das wirklich 2010 mitten in Deutschland?
Ja, das ist die gängige Praxis. Ich habe zwölf Jahre lang in einem Mädchentreff in Berlin-Neukölln gearbeitet und in dieser Zeit alles mitbekommen, was es so gibt. Ich wusste, dass es Zwangsehen gibt, aber ich kannte das Ausmass in dieser Härte nicht.

Es ist in der Tat schockierend: Die Mädchen werden eingesperrt, dürfen sich in der Öffentlichkeit nur mit einem Aufpasser bewegen, und der Besuch bei der Gynäkologin wird ihnen verboten, weil das Jungfernhäutchen verletzt werden könnte.
Es ist in diesen Kreisen eine Selbstverständlichkeit, dass muslimische Mädchen keine Freiheit haben und auch nicht über ihren Körper verfügen können. Zurzeit recherchiere ich für einen Film, eine Reportage über Neukölln, und da war ich gestern in einer Jugendeinrichtung, in der es ganz viele arabische und türkische Jugendliche hatte – alles nur Jungs, kein einziges Mädchen. Da hab ich natürlich nachgefragt. Und da meinte einer, die Mädchen gehörten hier nicht hin. Die hätten eine Aufgabe, nämlich den Haushalt zu machen, die müssten funktionieren für den Vater und die Brüder, später für den Ehemann. Sagte er und lachte dazu.

Woher kommt dieser Kontrollwahn über die Mädchen?
Die Ehre einer Familie liegt sozusagen zwischen den Beinen der Mädchen. Der Verlust der Jungfräulichkeit ist der soziale Tod für alle, und der ist schlimmer als der tatsächliche Tod.

Weshalb konnten sich solch archaische Ansichten behaupten? Es handelt sich ja oft schon um die 3. Generation von Muslimen.
Früher war die Gesellschaft gemischter. In meiner Jugend hatte man viel Kontakt mit Deutschen, man hat sich dadurch anders orientieren können im Leben. Heute sind die Muslime in gewissen Stadtteilen so unter sich, dass sie oft gar nichts anderes kennen. Die einzigen Deutschen, mit denen sie in Kontakt kommen, sind die Kassiererin im Supermarkt oder die Lehrerin in der Schule.

In der Schweiz wurde unlängst ein Bericht veröffentlicht, der das Problem der Zwangsverheiratungen hierzulande relativiert. Wie sehen Sie das aus der Ferne?
Ich habe eine Freundin in der Schweiz, die Lehrerin ist und mir das Gegenteil erzählt. Von Mädchen, die sich vor den Sommerferien in ihrem Heimatland fürchten, weil sie Angst haben, dort verheiratet zu werden. In der Schweiz gibt es keine Ghettobildung wie in Deutschland, deshalb ist das Ganze nicht so sichtbar. Das bedeutet aber nicht, dass es keine entrechteten Frauen gibt.

Ähnlich irritierend wie der Umgang mit den Mädchen ist auch der Hass auf die deutsche Lebensweise. Mit Verlaub: Wieso bleibt jemand in einem Land, das er derart verabscheut?
Das ist in der Tat die Frage, die man sich stellen muss. Obschon sich viele mit den Werten und den Moralvorstellungen des Gastlandes nicht einverstanden erklären, bleiben sie, weil es ihnen besser geht. Finanziell gesehen und weil es ein funktionierendes Gesundheitssystem und ein Sozialnetz gibt. Das ist ein Missbrauch des Sozialstaates für die eigenen Zwecke, denn man möchte seinen Teil nicht dazu beitragen und sich auch nicht anpassen. Das zu kritisieren, kann aber lebensgefährlich sein.

Wurden Sie auch schon bedroht?
Ja, nachdem ich einen Bericht gemacht hatte über einen Hassprediger in Berlin. Das war sehr schlimm. Ich gebe offen zu, dass es Themen und Personen gibt, mit denen ich sehr vorsichtig umgehe, weil ich nicht bereit bin, mein Leben oder das meiner Familie zu gefährden.

Das ist bedenklich.
Ja. Und es zeigt, wie sehr man in unserer Demokratie bereits bereit ist, bezüglich der oft gepriesenen Meinungsfreiheit Rückschritte zu machen.

Wo sind eigentlich all die Politiker, die sich dafür einsetzen müssten?
Die schweigen aus Angst, als Rassisten zu gelten. Wobei diese Angst der eigentliche Rassismus ist. Weil man diese Apartheid einfach akzeptiert und es sich bequem macht, indem man «diese anderen» zwar bemitleidet, aber immer auch marginalisiert, indem man zum Beispiel muslimische Frauen und Mädchen nicht als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft ansieht. Alle sind empört, wenn in Afghanistan die Frauen entrechtet werden, aber sie wollen nicht wahrhaben, dass bei ihnen um die Ecke ähnliche Dinge passieren. Es geht um die Existenzrechte von Frauen, wenn da eine Gruppe der Meinung ist, Frauen dürften sich nicht alleine in der Öffentlichkeit bewegen, müssten sich verhüllen und verstecken. Das geht uns was an, auch wenn wir nicht betroffen sind.

Die Politik hat also versagt?
Absolut. Es frustriert mich, wenn ich Schicksale von Frauen miterlebe und sehe, wie falsch die deutschen Behörden reagieren: Man guckt über die eigentlichen Opfer hinweg. Wir müssen für alle Errungenschaften des modernen Rechtsstaates einstehen und kämpfen. Dieses Bewusstsein fehlt, man geht viel zu fahrlässig damit um. Ich sehe deshalb die Entwicklung sehr pessimistisch. Die deutsche Gesellschaft wird noch viel getrennter werden, als sie es jetzt schon ist, und den Nachteil werden die muslimischen Mädchen haben. Es wird auch noch mehr Ehrenmorde geben, weil sich wegen der Isolation die Strukturen verfestigen.

Dann hat Thilo Sarazzin recht?
Ich lese gerade sein Buch. Wenn er diese Eugenik nicht reingebracht hätte, hätte ich mich hinter ihn stellen können. Aber so geht das nicht. Ansonsten sagt der Mann nichts Falsches. Ich kann nachvollziehen, dass die Menschen sich von ihm verstanden fühlen – sie sind täglich mit Problemen konfrontiert, um die sich die Politik nicht kümmert.

Würde Zwang bei der Integration helfen?
Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen. Aber man kann Menschen zwingen, die Gesetze in diesem oder in Ihrem Land einzuhalten. Zum Beispiel hat der Staat die Aufgabe, einzuschreiten, wenn Eltern nicht mehr in der Lage sind, ihren Pflichten nachzukommen. Egal, ob es sich um Verwahrlosung handelt oder ob einem Kind der Schwimmunterricht verboten wird. Wir sind als Gesellschaft verpflichtet, dies allen Kindern zu garantieren. Da hilft nur Zwang durch Sanktionen. Man sieht ja, wohin es führt, wenn man es nicht macht: Wir diskutieren schon über Gebetsräume an Schulen. Das dürfen wir nicht zulassen.

Sind Sie für ein Kopftuchverbot?
An Schulen ganz klar. Weil ich Mädchen kenne, die gezwungen sind, eines zu tragen, und die keine Möglichkeit haben, sich dagegen zu wehren. Die Gesellschaft muss es diesen Mädchen ermöglichen, dass sie in den zehn Pflichtschuljahren die Freiheit haben, ihre Haare offen zu tragen. Das hat mit Menschenwürde zu tun. Es geht in einer Demokratie immer um den Schutz der Schwächsten – in dem Fall sind es die Mädchen, die gezwungen werden.

Wie soll man mit der Burka verfahren?
Die fällt für mich unter das Vermummungsverbot, das es in Deutschland bereits gibt. Es ist eine Zumutung, in einer Bank jemanden mit einer Burka bedienen zu müssen. Es gibt gewisse Normen und Verhaltensweisen, die eine Gesellschaft zusammenhalten. Bei uns gehört dazu, dass man sich ins Gesicht guckt.

Wie sähe in Ihren Augen eine geglückte Integration aus?
Wenn der Würde des Menschen, der Gleichberechtigung von Mann und Frau und der Freiheit des Individuums alles andere untergeordnet wäre – auch die Religionsfreiheit. Wenn jeder Einzelne nach seinem Gutdünken seine Freiheit leben und sich entfalten könnte.

Dann müsste es auch die Freiheit geben, ein Kopftuch tragen zu dürfen.
Natürlich soll jede die Freiheit haben, die Unfreiheit zu wählen. Aber es gibt begründeten Anlass dafür, anzuzweifeln, dass diese Kopftücher alle selbst gewählt sind. Und solange diese Kopftuchverfechterinnen nicht garantieren können, dass kein einziges Mädchen dazu gezwungen wird, so lange haben sie keine Berechtigung, ihr Kopftuch als Selbstverständlichkeit einzufordern. Es geht ja ohnehin nie um die Selbstbestimmung von muslimischen Frauen und Mädchen – es geht immer nur um das Recht auf das Kopftuch oder um das Recht, sich vom Klassenlager dispensieren lassen zu dürfen.

Es gibt tatsächlich kaum Kritik aus den eigenen Reihen. Weshalb nicht?
Weil die liberalen Muslime keine Lobby haben. Gehör verschaffen sich die Eiferer, für die der Zusammenhalt der Muslime über alles geht. Dass keine muslimische Gesellschaft auf die Strasse geht, wenn der Filmregisseur Theo van Gogh abgeschlachtet wird auf offener Strasse, ist kein Zufall. Auch beim Karikaturenstreit hat sich keine muslimische Organisation davon distanziert, dass dieser arme Mann jetzt unter Polizeischutz leben muss. Im Gegenteil: Man gibt sich in der Öffentlichkeit auch noch beleidigt, weil jemand eine Karikatur über den Propheten macht. Das zeigt, dass der Glaube über allem steht. Und deshalb muss man sich nichts vormachen: Das ist ganz eindeutig demokratie- und menschenfeindlich.

(Tages-Anzeiger)>

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Saudi-Arabien 1.12.2010: Väter hindern erfolgreiche Töchter an der Heirat, und das Gehalt der Tochter fliesst auf ein vom Vater kontrolliertes Konto

Schlimmer geht's nimmer: Saudische Väter rauben Töchtern die Liebe zu Männern mit Heiratsverboten und auch noch das Gehalt der Tochter. Scheinbar ist diese "Methode" in Saudi-Arabien Gang und Gäbe, schätzungsweise 800.000 für das Jahr 2010. Ah, mit Saudi-Arabien hat der Westen ja die Öl-Kontakte, und deswegen können die Männer dort bis heute tun und lassen, was sie wollen. Mit Sonnenenergie und mit einer Unabhängigkeit vom Erdöl wäre das alles ein bisschen anders. Die arabischen Frauen in Saudi-Arabien leiden und leiden, denn auch die Macho-Justiz hilft den Frauen nicht. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Adhl: Erfolgreiche Töchter dürfen nicht heiraten; 1.12.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/16680674


<von Maggie Michael, AP
- In Saudi-Arabien zwingen Väter ihre Töchter dazu, alleinstehend zu bleiben. Ihr Geld fliesst auf ein Konto. Diese Methode verstösst gegen das islamische Recht. Nun regt sich Widerstand bei den Frauen.

Jahr für Jahr bleibt die saudi-arabische Chirurgin Single. Dabei möchte die 42-Jährige endlich heiraten und Bewerber gab es in den vergangenen Jahren genug. Aber ihr Vater weist alle Männer ab, während ihr ansehnliches Gehalt weiter auf sein Konto fliesst. Die Frau, die ihren Namen nicht nennen will, weiss, dass ihr Vater gegen das islamische Recht verstösst, indem er sie zwingt, alleinstehend zu bleiben. Für diese Methode gibt es sogar einen Namen: Adhl. Also verklagte sie ihn - mit wenig Aussicht auf Erfolg.

[Saudische Feministin Wadscheha al Hawaidar darf keine Bücher veröffetnlichen und nicht im TV auftreten]

Immer mehr Frauen wenden sich in Fällen von Adhl an die Medien und suchen Hilfe bei der Justiz. Ein Opfer dieser Praxis hat sogar eine eigene Seite in dem Online-Netzwerk Facebook eingerichtet, auf der sich die betroffenen Frauen austauschen können. Die saudi-arabische Feministin Wadscheha al Hawaidar beschreibt die männliche Vormundschaft als «eine Form der Sklaverei». «Eine saudische Frau kann ohne Erlaubnis ihres Vormunds nicht einmal ein Telefon kaufen», erklärt sie. «Dieses Gesetz behandelt Frauen wie Kinder, die nicht für sich selbst verantwortlich sein können und gibt gleichzeitig den Männern alle Rechte.» Al Hawaidar darf wegen ihrer Unterstützung für die Frauen in Saudi-Arabien keine Bücher veröffentlichen und auch nicht im Fernsehen auftreten.

[Die Vormundschaftsregel wird zu kapitalistischen Zwecken missbraucht]

Die panarabische Zeitung «Al-Hajat» berichtete kürzlich, bei der Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte seien in diesem Jahr 30 Fälle von Adhl eingegangen. Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch gezählt. Eine Facebook-Gruppe, die von einer Professorin eingerichtet wurde, schätzt, dass es 800 000 Fälle im ganzen Land gab. Die 421 Mitglieder der Gruppe setzen sich für härtere Strafen gegen Männer ein, die ihre Vormundschaft missbrauchen.

Viele Gründe für Adhl - [was die arabischen Väter so alles für Gründe erfinden, um Heiraten der Töchter zu verhindern - gegen den Koran - und die Justiz hilft den Frauen nicht]

In Saudi-Arabien sind geschätzte vier Millionen Frauen über 20 Jahre nicht verheiratet. Sohila Sein el Abdidin, ein prominentes Mitglied der von der Regierung ins Leben gerufenen Nationalen Gesellschaft für Menschenrechte erklärt, nach ihrem 20. Geburtstag gälten Frauen in Saudi-Arabien rasch als zu alt, um noch zu heiraten.

Die Väter nennen viele Gründe, wenn sie die Heirat ihrer erwachsenen Töchter ablehnen: So gehört der Bewerber nicht dem gleichen Stamm an oder einem Stamm, der nicht angesehen genug ist. In anderen Fällen wollen die Väter die staatliche Hilfezahlung nicht aufgeben, die die Regierung alleinstehenden Frauen aus armen Familien gewährt, oder sie können sich keine Mitgift leisten.

Der Koran fordert muslimische Männer auf, einer Heirat ihrer Töchter, Schwestern oder sonstigen weiblichen Verwandten nicht im Wege zu stehen. Damit könnten sie sexuellen Beziehungen ausserhalb der Ehe Vorschub leisten, heisst es. Allerdings interpretieren die Richter das Gesetz so, dass als Höchststrafe die Aufhebung der Vormundschaft droht. Und fundamentalistische Richter lehnen sogar das ab.

Familie drohte mit «Tod und Folter» - [die saudische Justiz bewertet das Selbstbestimmungsrecht als "Auflehung gegen den Vater" und bestraft die Frauen wegen "Ungehorsams"]

Die Gründerin der Facebook-Gruppe, die sich als Amal Saleh vorstellt, sagte der saudi-arabischen Zeitung «Al Watan», sie sei ins Internet gegangen, weil Gerichte die Adhl-Opfer im Stich liessen. Ihre Familie habe ihr «Tod und Folter» angedroht, als sie darauf bestanden habe, noch vor ihrem 30. Geburtstag zu heiraten. Inzwischen ist sie 37 und immer noch Single.

Einige Richter bestrafen sogar die Frauen, weil sie sich gegen ihre Väter aufgelehnt haben. In einem prominenten Fall klagte eine junge Mutter gegen ihre Vater und forderte, ihm die Vormundschaft zu entziehen. Sie flüchtete im März 2008 in ein Frauenhaus und verbrachte dort zwei Jahre, während sie auf das Urteil wartete. Im April dieses Jahres bekam sie es: Das Gericht verurteilte sie wegen Ungehorsams zu sechs Monaten Gefängnis. Unter dem Druck von Menschenrechtsaktivisten kam sie im Oktober frei. Der Richter übertrug die Vormundschaft auf ihren Onkel. Noch ist nicht klar, ob der sie nun heiraten lässt. Ihr Anwalt Walid Abu Chair erklärte, fundamentalistische Richter hassten die Frauenhäuser, weil sie angeblich Frauen korrumpierten.

[Selbständige Frauen gibt es in Saudi-Arabien nicht - die Regeln für das Schlagen von Frauen - die Erziehung der Buben, Schwestern und Töchter zu überwachen]

In Saudi-Arabien kann keine Frau ohne einen «Mahram», einen Vormund, leben. Männer dürfen Frauen schlagen, die nicht gehorchen, mit der Auflage, nicht ihre Augen zu verletzten, keinen Arm zu brechen oder Spuren an ihrem Körper zu hinterlassen. In den öffentlichen Schulen werden Jungen darin unterrichtet, ihre Rechte als Vormund wahrzunehmen. «Sei eifersüchtig, schlage ihre Hände, beschütze sie und erlange Überlegenheit über sie», heisst es in einem Buch für die elfte Klasse. Für den konservativen Islam bedeutet das Konzept der Vormundschaft, dass der Mann der Frau überlegen ist. Gemässigtere Schulen betrachten die Vormundschaft eher als Anweisung an den Mann, die Frau zu schützen - finanziell, emotional und physisch.

Seit vier Jahren warten auf Gerechtigkeit - [Vormund soll Schutz sein, ohne Verbote - Terror-Vater kassiert die Gehälter aller Töchter]

Die Aktivistin Rawa Jussef will die Vormundschaft nicht abschaffen, sondern neu definieren. Seit 2009 hat sie 5.400 Unterschriften für die Kampagne «Unser Vormund weiss es am besten» gesammelt. Sie erklärt, Frauen, die sich ihrem Vormund widersetzten, heirateten die falschen Männer und brächten Schande über ihre Familien. «Ich sehe Vormund als Leibwächter, der Frauen dient und sie beschützt», sagt Jussef. «Das ist eine Verantwortung, keine Machtquelle.» Wenn ein Mann seine Macht missbrauche, müsse er sich Beratungsstunden unterziehen.

Die Chirurgin aus Medina wartet seit 2006 auf Gerechtigkeit. Dabei sollte eigentlich alles klar sein: In den Unterlagen finden sich Zeugenaussagen von abgewiesenen Bewerbern, Kontoauszüge, die zeigen, dass ihr Vater ihr Gehalt kassiert und medizinische Berichte, die körperliche Gewalt nachweisen. Auch ihre vier Schwestern, alle über 30, sind noch nicht verheiratet. Doch das Urteil lässt auf sich warten. Bisher hat ihr der Richter nur mitgeteilt, sie solle zu ihrem Vater zurückgehen und sich mit ihm versöhnen.

Die 42-Jährige lebt in einem Frauenhaus. Sie wird von Leibwächtern zum Gericht begleitet, weil sie die Rache ihres Vaters fürchtet. Sie erinnert sich gut an die letzte Begegnung mit ihm: «Ich habe seine Füsse geküsst. Ich habe ihn angebettelt mich freizugeben, um Gottes Willen.» Sie wird im nächsten Monat 43.>

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Iran 7.12.2010: Verzweifelte, gequälte Musliminnen ermorden immer mehr ihre Ehemänner - oder lassen den Ehemann ermorden - zu 66% aus Rache für Untreue bzw. wegen Verweigerung der Scheidung

In der Scharia gilt Schwarz oder Weiss, für mich oder gegen mich. Und so strukturieren sich viele ungebildete Musliminnen das Leben gemäss einer eigenen Scharia zurecht und greifen zur Selbstjustiz, weil die Scharia die Frau immer benachteiligt. Das heisst: Der Mord am Ehemann (zu 66% wegen Untreue) ist eigentlich ein Symbol dafür, die Scharia zu "ermorden" bzw. abzuschaffen. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Scharia. Wenn Ehefrauen zu Mörderinnen werden; 7.12.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/16344783

<von Omid Marivani
- Der Iran verzeichnet eine steigende Zahl von Frauen, die ihre Ehemänner ermorden - aus Verzweiflung über ein Rechtssystem, das sie systematisch benachteiligt.

Gerichtsurteile gegen Frauen, die ihre Ehemänner ermordet haben sollen, waren einst eine Seltenheit im Iran. Heute sind diese Geschichten so alltäglich, dass sie – zumindest dort – kaum noch Aufmerksamkeit erregen. Fälle wie das Steinigungsurteil gegen Sakineh Mohammadi Ashtiani, das im Westen hohe Wellen schlägt, sind die Ausnahme. «Die Alltäglichkeit mordender Ehefrauen ist ein neues Phänomen im Iran», sagte ein iranischer Anwalt, der anonym bleiben wollte, gegenüber «Mianeh», einem iranischen Nachrichtenportal. «Ich kann mich kaum an solche Fälle in den vergangenen 30 oder sogar 20 Jahren erinnern.»

Genaue Statistiken sind kaum verfügbar, aber die Sozialforscherin Samira Kalhor hat die Berichterstattung über solche Fälle im Jahr 2007 analysiert und Folgendes entdeckt: 22 Prozent aller Familienmorde entfielen auf Frauen, die ihre Ehemänner umbrachten, 27 Prozent auf Männer, die ihre Ehefrauen umbrachten. Diese Zahlen berücksichtigen keine Fälle, in denen die Frau als Komplizin verurteilt wurde, was offenbar ein häufiges Phänomen ist.

Früher vor allem «Ehremorde» - [Ehefrauen oder beauftragte Personen morden die brutalen Scharia-Ehemänner]

Schahla Moazzami und Mohammad Aschuri, zwei Professoren an der Universität Teheran, haben eine der wenigen Studien zu diesem Thema durchgeführt. Sie fanden heraus, dass bei der Tötung von Ehemännern nur ein Drittel der Verbrechen von den Ehefrauen selbst begangen wird. In den übrigen Fällen war eine Drittperson involviert, die in ihrem Auftrag handelte. Oft handelte es sich dabei um Männer, die eine Affäre mit den Frauen hatten. Aschuri sagte gegenüber der iranischen Tageszeitung «Hamschahri», dass Frauen im Iran wenig Verbrechen begehen, mit Ausnahme von Mord.

Das ist eine bedeutende Verschiebung innerhalb der iranischen Gesellschaft, wo traditionell so genannte «Ehrenmorde» vorherrschten: Artikel 630 des iranischen Strafgesetzes erlaubt einem Mann, sowohl seine Ehefrau als auch ihren Liebhaber zu töten, wenn er sie in flagranti erwischt. In der Realität begehen Männer «Ehrenmorde» vor allem aus Eifersucht und Argwohn – oder einfach um die Ehe zu beenden. Wenn Frauen ihre Ehemänner töten, geschieht dies laut den verfügbaren Daten in zwei Drittel der Fälle aus Rache für deren Untreue.

Verzweiflung mündet in unglaubliche Brutalität

Moazzami und Aschuri fanden zudem heraus, dass in 58 Prozent der Fälle die Frauen sich vergeblich um eine Scheidung bemüht hatten. Ihre Ehemänner hatten das Einverständnis verweigert, oder sie hatten Kinder und wären bei einer Scheidung mittellos geworden. Oft sind Frauen, die gewalttätig werden, zuvor selbst misshandelt worden. Vom iranischen Rechtssystem können sie indes wenig Gerechtigkeit erwarten.

Oft fehlt ihnen auch der Zugang: Viele von ihnen leben in den verarmten Vororten von Grossstädten, sind Hausfrauen und haben wenig Schulbildung. Sie wurden in jungen Jahren zur Ehe gezwungen, oft mit einem bedeutend älteren Mann. So haben sie kaum Möglichkeiten, sich aus ihrer Situation zu befreien und wählen in einem letzten Akt der Verzweiflung den Weg der Gewalt. In den urbanen Zentren sieht die Sache anders aus: Hier reichen gebildete, finanziell unabhängige Frauen immer häufiger die Scheidung ein und setzen sich damit auch durch, wie die «New York Times» berichtet.

Oft zeichnen sich die Mordfälle durch eine unglaubliche Brutalität aus. Behdschat Karimzadeh wartet derzeit im Gefängnis auf ihre Verurteilung wegen Mord an ihrem Ehemann zusammen mit einem Komplizen: «Ich erwürgte meinen Ehemann, und als ich ihn anschaute, bekam ich Angst, er könnte nicht tot sein. Also schnitt ich ihm mit einem Messer den Kopf ab.» Fatemeh, eine andere Verurteilte, erklärte nach zehn Jahren im Gefängnis: «Nachdem ich meinen Ehemann vergiftet hatte, schnitt ich ihm die Hände ab. Mit diesen Händen hatte er meine Nase gebrochen.»

«Blutgeld» kann Leben retten

Fatemehs Hinrichtung ist ausgesetzt, weil die Familie ihres Ehemanns einem Gnadegesuch zustimmte und auch auf die Zahlung von «Blutgeld» verzichtete. Auf diesem Weg kann eine Hinrichtung verhindert werden, was sich auch Menschenrechtsorganisationen zunutze machen. Im Fall der zum Tod verurteilten Akram Mahdavis überzeugten sie einen nahen Verwandten des Ehemanns, für dessen Tod «Blutgeld» zu akzeptieren. Jetzt sammeln sie Spenden, um die nötigen 75 Millionen Rial (rund 7000 Franken) zusammenzubekommen.

Mohammad Dschaavad Laridschani, der Vorsteher des Menschenrechtsrats der iranischen Justiz, hat in einem Interview angedeutet, Sakineh Ashtiani auf demselben Weg vor der Hinrichtung zu bewahren. «Blutgeld» bietet zwar einen Ausweg, trägt aber ebenfalls die Handschrift eines Rechtssystems, das Frauen systematisch benachteiligt: Das Blutgeld für eine Frau ist halb so hoch wie das für einen Mann. Ein Mann hat also grössere Chancen, das Geld für eine tote Frau zusammenzubekommen als umgekehrt.>

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Biel (Schweiz) 19.2.2011: Islamischer Zentralrat-Präsident in CH (Blancho) fordert moderne islamische Staaten und Frauenförderung

aus: 20 minuten online: Treffen in Biel: Blancho geisselt muslimische Länder; 19.2.2011;
http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Blancho-geisselt-muslimische-Laender-31228877

<Der Präsident des Islamischen Zentralrats, Nicolas Blancho, kritisierte am Jahrestreffen die Mehrheit der islamischen Länder als rückständig und forderte eine Besserstellung der Frauen.

Nicolas Blancho, der Präsident des Islamischen Zentralrats (IZRS), spricht zu den 1500 bis 2000 Besucherinnen und Besuchern des ersten Jahrestreffens in Biel am 19. Februar 2011. Blancho bemängelte die Rückständigkeit vieler muslimischen Länder. Er rief zu vermehrter Selbstkritik auf. Das Kongresszentrum in Biel war gut gefüllt. Shefqet Krasniqi, der Imam der Moschee von Pristina im Kosovo, hatte einen Gastauftritt. Blancho begrüsst Besucher. Gläubige beten. Ein riesiger Koran war während des Treffens ausgestellt. Am Rande kam es zu einer kleinen Demonstration. Die rund 50 Teilnehmer protestierten gegen die Diskriminierung von «über 200 Millionen Christen in arabischen Ländern».

Am ersten Jahrestreffen des umstrittenen Islamischen Zentralrats (IZRS) in Biel hat Präsident Nicolas Blancho die muslimische Gemeinschaft zu mehr Selbstkritik angehalten. Die islamische Gemeinschaft könne an Stärke und Macht gewinnen, wenn sie den Frauen mehr Platz einräume, sagte er vor gut gefüllten Rängen im Kongresszentrum in Biel. Er kritisierte in diesem Sinne auch Ehrenmorde und Zwangsheiraten.

Es gelte, mit den Reflexen der Vergangenheit zu brechen, sagte Blancho in deutsch und arabisch am Samstag vor 1500 bis 2000 muslimischen Mitgliedern und Interessierten aus der Schweiz und dem Ausland. Die Weisheit finde sich bei den Jungen.

Flankiert von zwei Bodygards rief der Gründer des IZRS die islamische Gemeinschaft dazu auf, sich nicht mehr zu beklagen und den Westen nicht mehr für alle Übel verantwortlich zu machen, sondern sich zu erheben und Verantwortung zu übernehmen. Der konvertierte Bieler unterliess jegliche Hasstiraden gegen andere Religionsgemeinschaften. Die Konferenz fand unter dem Motto «Islamische Identität und Moderne» statt.

Lichtshow und Schweigeminute

Eröffnet wurde das Jahrestreffen einerseits mit einem Lichtspektakel: Fotos von SVP-Persönlichkeiten und Bilder der Anti-Minarett-Abstimmung verschmolzen mit Bildern des Gründungsaktes des IZRS. Anderseits gedachten die Anwesenden den «gefallenen Märtyrern in Tunesien, Ägypten und Libyen», wie der IZRS mitteilte.

In der Medienmitteilung nannte Blancho den Event einen «historischen Meilenstein für die islamische Gemeinschaft in der Schweiz» und den grössten islamischen Event «in der Geschichte der Eidgenossenschaft».

Der Sprecher des IZRS, Qaasim Illi, sagte, die Schweiz müsse sich an die Idee einer muslimischen Gemeinschaft gewöhnen, die nicht mehr schweigen und sich auch nicht mehr verstecken werde.

Der Anlass sollte bis in die Nacht dauern. Als weitere Redner und Rednerinnen wurden Exponenten und religiöse Führer aus dem Ausland eingeladen, wie beispielsweise Shefqet Krasniqi, der Imam der grössten Moschee von Pristina oder die britische Journalistin Yvonne Ridley.

Friedlicher Protest

Rund 50 Demonstrierende machten vor Beginn des Jahrestreffens des IZRS auf die Millionen von verfolgten Christen in islamischen Ländern aufmerksam. Mit Ausnahme von einzelnen Wortgefechten verlief der Protest ruhig. Zäune trennten die Protestierenden von den Teilnehmenden der Konferenz.

Im Innern des Kongresszentrums war der IZRS für die Sicherheit verantwortlich. Er hatte Zugangskontrollen mit Metalldetektoren organisiert. Frauen und Männer betraten das Gebäude durch getrennte Eingänge und Treppen.

(sda)>


Hier ist eine weitere Meldung zum selben Tema:



Basler Zeitung
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Biel (Schweiz) 19.2.2011: Islamischer Zentralrat-Präsident in CH (Blancho) fordert die Kultur der Selbstkritik

aus: Basler Zeitung online: "Wir müssen lernen, uns selber zu kritisieren"; 19.2.2011;
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Wir-muessen-lernen-uns-selber-zu-kritisieren/story/17453432

<Von Andy Zesiger.

Hunderte Muslime haben sich in Biel zur Konferenz des islamischen Zentralrats eingefunden. Diese soll ein neues Kapitel in der Geschichte der Muslime in der Schweiz anstossen, sagt Präsident Nicolas Blancho.  

Die nationale Konferenz des islamischen Zentralrats (IZRS) hat in Biel abgesehen von einigen Wortgefechten ohne Zwischenfälle begonnen. Vor dem Kongresszentrum in der Innenstadt hatten sich am frühen Nachmittag eine kleine Gruppe von rund 50 Demonstranten aus christlichen Organisationen und Anhänger von anti-islamischen Vereinigungen getroffen. Auf ihren Plakaten machten sie auf verfolgte Christen in islamischen Ländern aufmerksam. Der umstrittene Mitorganisator und Präsident des Zentralrats, Nicolas Blancho, begrüsste die Protestierenden persönlich und überreichte ihnen als Geste der Offenheit demonstrativ eine Kugel voller Süssigkeiten.

In seiner Ansprache in der übervollen Kongresshalle in Biel sagte Blancho anschliessend, dass Frauen in vielen muslimischen Ländern unterdrückt würden. Er propagierte einen selbstkritischen Islam, der zu seinen Versäumnissen im sozialen und politischen Bereich stehe. «Wir müssen lernen, uns selber zu kritisieren», meinte er. Dazu brauche es einen Bruch mit den stagnierenden, altertümlichen Traditionen. Die «Weisheit liegt nicht im Alter, sondern in der Jugend.». Die Jugend werde eine neue Ära einläuten, sagte Blancho in Anlehnung an die Umbrüche in Ägypten und Tunesien.

Bekannte Referenten

Rund tausend Muslime waren am Samstag zur nationalen Konferenz des Islamischen Zentralrats in Biel erwartet worden. Unter den Rednern sind auch Exponenten und religiöse Führer aus dem Ausland, so etwa Shefqet Krasniqi, Imam der grossen Moschee von Pristina. Der Islamische Zentralrat Schweiz spricht von einem «unvergesslichen Zusammentreffen».

Auftreten werden auch der zum Islam konvertierte amerikanische Missionar Yusuf Estes oder die ebenfalls konvertierte britische Journalistin Yvonne Ridley. Qaasim Illi, Sprecher des Islamischen Zentralrats, erwartet, dass rund die Hälfte der 1700 Mitglieder der Organisation sowie mehrere hundert weitere Interessierte an der Veranstaltung teilnehmen werden.

Für die Sicherheit im Inneren des Bieler Kongresshauses, wo die Veranstaltung stattfindet, ist der Islamische Zentralrat selbst verantwortlich. Die Kantonspolizei ist vor Ort, um allfällige Übergriffe zu verhindern. Mehrere christliche und anti-islamische Organisationen haben friedliche Gegendemonstrationen gegen die Veranstaltung angekündigt. (baz.ch/Newsnetz)>

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20 minuten
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Frankreich 8.4.2011: Schleierverbot für Frauen - Burka-Verbot im öffentlichen Verkehr

aus: 20 minuten online: Neues Gesetz: Frankreich lässt den Schleier ablegen; 8.4.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/20511737

<Ab Montag macht Frankreich ernst: Kleidung, die das Gesicht verhüllt, ist in der Öffentlichkeit verboten. Betroffen sind hauptsächlich vollverschleierte muslimische Frauen.

Während die Burka in Bussen und U-Bahnen verboten ist, dürfen Frauen im Auto eine Burka tragen, da dies als privater Raum gilt.

Gegen einen «französischen Islam» hat Staatschef Nicolas Sarkozy nichts. Gegen einen «Islam in Frankreich», der die Werte der Republik auf den Kopf zu stellen droht, allerdings schon. Vor allem hat Frankreich etwas gegen vollverschleierte muslimische Frauen - deshalb gilt ab Montag ein Burkaverbot.

«Niemand darf in der Öffentlichkeit Kleidung tragen, die dazu bestimmt ist, das Gesicht zu verbergen», erklärt die französische Regierung auf einer eigenen Informationsseite zu dem neuen Gesetz im Internet. «Die Republik lebt mit unbedecktem Gesicht.»

Theoretisch kann die Polizei einer Muslimin künftig eine Strafe von bis zu 150 Euro und einen Schnellkurs in Staatsbürgerkunde aufbrummen, wenn sie sich mit verschleiertem Gesicht auf der Strasse erwischen lässt.

Schleier im Auto erlaubt

Auch in Bussen und U-Bahnen, in Ämtern, Behörden, Spitälern und Schulen, bei Gericht und auf der Post sowie in Geschäften sind Ganzkörperschleier von der kommenden Woche an verboten - im Auto dagegen dürfen muslimische Frauen eine Burka tragen, denn es gilt als privater Raum. Ausgenommen sind natürlich auch Kopfbedeckungen wie Motorradhelme von dem Verbot.

Dass das Gesetz sich in erster Linie gegen Ganzkörperschleier wie die traditionelle afghanische Burka und den Nikab richtet, verschleiert die Regierung ihrerseits.

Vermutlich war die Sorge zu gross, die grösste muslimische Gemeinde Europas - in Frankreich leben schätzungsweise gut fünf Millionen Muslime - vollends gegen sich aufzubringen. Auf der Internetseite ist von «gemeinsamen Werten» die Rede, von den «Anforderungen des Zusammenlebens», auch von «Praktiken des Ausschlusses».

Jedes Kleidungsstück, unter dem das Gesicht eines Menschen nicht zu erkennen ist, fällt unter das Gesetz - insbesondere «das Tragen von Kapuzenmützen, von Vollschleiern (Burka, Nikab...), von Masken und jedem anderen Zubehör, welches (...) das Gesicht verbergen soll», wie es in den Erläuterungen heisst. Kein Wort von Frauen, Muslimen oder dem Islam.

Hunderte Musliminnen betroffen

Den Schätzungen der Regierung zufolge betrifft das Verbot in Frankreich mehrere hundert, vielleicht einige tausend Musliminnen. Beziehungsweise ihre Männer: Wer seine Frau zwingt, sich von Kopf bis Fuss zu verschleiern, muss mit einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe von 30 000 Euro rechnen. Und mit einer doppelt so hohen Strafe, wenn die Frau noch minderjährig ist.

Das Burkaverbot - mit dem Frankreich es dem Nachbarland Belgien gleichtut, das die Vollverschleierung vor einem Jahr verbot - sei keine religiöse Angelegenheit, betonte der damalige Aussenminister Bernard Kouchner, als die Diskussion aufkam. «Es ist eine Sache der Würde, der Solidarität und des Verständnisses für den Lauf der Welt.»

(sda)>

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29.4.2011: Auch Belgien verbietet die Burka

aus: n-tv online: SPD begrüsst Entscheidung: Belgien stimmt für Burka-Verbot; 29.4.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Belgien-stimmt-fuer-Burka-Verbot-article3215326.html

<Erst Frankreich, jetzt auch Belgien: Ein Gesetzentwurf zum Verbot von Ganzkörperschleiern wie Burka und Nikab nimmt die erste Hürde, fast einstimmig ist das Votum. In Deutschland begrüßt SPD-Fraktionsvize Schäfer die Entscheidung des Nachbarlandes.

In Europa wollen immer mehr Länder muslimischen Frauen das Tragen eines Vollschleiers in der Öffentlichkeit verbieten. Als zweites europäisches Land nach Frankreich hat auch Belgien ein Verbot der Burka auf den Weg gebracht. Die Niederlande und Spanien planen ähnliche Gesetze, auch in Deutschland meldeten sich Gegner einer Vollverschleierung. Das Unterhaus des belgischen Parlaments nahm nahezu einstimmig einen Gesetzentwurf an, der Frauen das Tragen von Ganzkörperschleiern wie Burka und Nikab in der Öffentlichkeit verbietet.

In Deutschland reagierte der SPD-Bundesfraktionsvize Axel Schäfer mit großer Zustimmung für das belgische Ja zum Burkaverbot. Der zum Linksflügel seiner Partei zählende Politiker zeigte sich offen für eine entsprechende parlamentarische Initiative auch in Deutschland. Zuletzt hatte das Bundesland Hessen im Februar das Tragen von Ganzkörperverschleierungen im öffentlichen Dienst verboten, Niedersachsen will ein ähnliches Verbot einführen.

Zustimmung aller Parteien

Die Entscheidung in Belgien fiel mit 129 Ja-Stimmen quer durch alle Parteien gegen eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Die Befürworter verwiesen darauf, dass der Schleier ein Symbol für die Unterdrückung der Frau sei und ihre Würde verletze. Nun muss die zweite Kammer, der Senat, noch zustimmen - ein Datum dafür gibt es noch nicht.

In Belgien darf laut dem Gesetzentwurf künftig niemand mehr sein Gesicht im öffentlichen Leben so verhüllen, dass er nicht mehr zu identifizieren ist: keine Busfahrt, kein Spaziergang und kein Besuch in Museen oder im Kino. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen zwischen 15 und 25 Euro oder bis zu sieben Tage Gefängnis.

"Symbol der Unterdrückung"

"Die Burka ist kein religiöses Symbol, sondern ein Symbol der Unterdrückung der Frauen", sagte der sozialistische Abgeordnete André Frédéric. Die Grünen-Abgeordnete Eva Brems, die gegen den Entwurf stimmte, sagte: "Wir machen Frauen, die nach den Fakten Opfer sind, juristisch zu Tätern." Sie befürworte, dass - wie in Frankreich - auch die Männer, die Frauen zum Tragen des Schleiers verpflichteten, bestraft würden.

Bereits vor einem Jahr hatte das Parlament einen entsprechenden Beschluss gefasst, der aber wegen des Rücktritts der Regierung nicht mehr in der zweiten Kammer verabschiedet werden konnte. Belgien wird seit fast elf Monaten von einer geschäftsführenden Regierung geführt. Als erstes Land Europas hatte Frankreich im September vergangenen Jahres ein Burka-Verbot verabschiedet, das Mitte April in Kraft trat. Komplett verschleierte Frauen sind vom öffentlichen Leben ausgeschlossen. Die Polizei hat bereits mehrfach Geldstrafen wegen Zuwiderhandlung gegen Frauen verhängt.

Niederlande und Spanien könnten nachziehen

Auch in den Niederlanden hat die von Islamgegner Geert Wilders unterstützte gelb-schwarze Minderheitsregierung ein Burkaverbot angekündigt. Ein Gesetz müsste aber nicht nur im Parlament, sondern auch in der mit dem Bundesrat vergleichbaren Ersten Kammer bestätigt werden. Dort haben die Regierung und Wilders Partei für die Freiheit (PVV) zusammen bislang keine Mehrheit, was sich jedoch bei den Wahlen zur Ersten Kammer am 23. Mai ändern könnte.

In Spanien hatte im Juni 2010 der Senat mit nur zwei Stimmen Mehrheit überraschend einen Antrag der oppositionellen Volkspartei (PP) angenommen, Burka und Nikab grundsätzlich aus dem Stadtbild zu verbannen. Die sozialistische Regierung muss ein entsprechendes Gesetz ausarbeiten, dazu ist es aber bislang nicht gekommen.

dpa>

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24.5.2011: Saudi-Arabien lässt Frau inhaftieren, weil sie selber Auto gefahren ist - und weitere Frauen sind wegen Autofahrens inhaftiert

Wie lange will der Westen noch von diesem rassistischen Staatssystem Saudi-Arabien Erdöl kaufen? So lange die dumme Oberschicht Europas und der "USA" die Sonnenenergie nicht entwickelt haben. Es wird langsam Zeit. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Saudische Aktivistin: Frau am Steuer landet im Gefängnis; 24.5.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Frau-am-Steuer-landet-im-Gefaengnis-26234419

<von Maggie Michael, dapd - Manal al Scharif kämpft dafür, dass die Frauen in Saudi-Arabien endlich Auto fahren dürfen. Jetzt haben die Behörden zugeschlagen und sie festgenommen.

Ihr Schicksal erinnert an Rosa Parks, die mutige Schneiderin, die sich 1955 in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama geweigert hatte, auf den hinteren Plätzen im öffentlichen Bus zu sitzen, wie es für Schwarze Vorschrift war. Ihre Festnahme und der anschliessende, vom Baptistenprediger Martin Luther King organisierte Busboykott wurden zu einem Meilenstein für die Bürgerrechtsbewegung und die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA.

Manal al Scharif widersetzt sich dem Auto-Fahrverbot für Frauen im erzkonservativen Königreich Saudi-Arabien. Nun wurde sie ihrerseits verhaftet. Ihr werde vorgeworfen, gegen die öffentliche Ordnung verstossen zu haben, sagte ein Sicherheitsbeamter am Montag. Sie bleibe fünf Tage in Gewahrsam, während in dem Fall ermittelt werde. Der Bruder der 32-jährigen Frau, der sich im Auto befand, als al Scharif hinter dem Steuer sass, wurde am Sonntag ebenfalls festgenommen.

Video im Internet veröffentlicht

Al Scharif hatte eine Kampagne im Internet gestartet, um gegen das langjährige Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien zu protestieren. Sie veröffentlichte ein Video, auf dem sie selbst hinter dem Steuer eines Autos zu sehen ist. Sie wurde deshalb am Samstag von der Religionspolizei festgenommen und erst wieder auf freien Fuss gesetzt, nachdem sie sich schriftlich dazu verpflichtet hatte, nicht mehr Auto zu fahren.

Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurde al Scharif am Sonntag bei Tagesanbruch erneut festgenommen. In einem Bericht der Tageszeitung «Al Watan» sagte der Chef des Gefängnisses in der Stadt Chobar, Ajub ben Nahit, al Scharif habe «die öffentliche Meinung aufgestachelt», in dem sie das Video ins Internet gestellt habe.

Sündige Verlockungen

Einem auf der Website der Zeitung «Al Riad» veröffentlichen Bericht zufolge wurden am Montag eine weitere Frau und zwei ihrer weiblichen Verwandten festgenommen, nachdem sie zu einem Lebensmittelgeschäft in der Provinz Al Ras nördlich der Hauptstadt Riad gefahren waren. Die Frau habe erklärt, keinen männlichen Verwandten zu haben, der sie zum Einkaufen fahren könne. Sie sei bereits in der Vergangenheit selbst zum Supermarkt gefahren, wurde sie von der Zeitung zitiert.

Saudi-Arabien untersagt Frauen als einziges Land weltweit, selbst Auto zu fahren. Ihre Familien müssen entweder Chauffeure anstellen, oder die Frauen sind auf einen männlichen Verwandten angewiesen, der sie zur Arbeit, zur Schule, zum Einkaufen und zum Arzt bringt. Nach Ansicht der saudischen Behörden sind Frauen am Steuer sündigen Verlockungen ausgesetzt, weil sie mit Polizisten oder Mechanikern in Kontakt kommen.

Aktivisten fordern Freilassung

Hunderte Aktivisten reagierten auf die Festnahme al Scharifs, indem sie auf Facebook ihre Freilassung und ein Ende des Fahrverbots für Frauen forderten. Der Aktivist Walid Abu el Cheir lancierte über Twitter eine an König Abdullah gerichtete Petition, die von mehr als 600 Personen unterschrieben wurde. Die Zeitung «Arab News» titelte am Dienstag in einem Kommentar: «Lasst Frauen Auto fahren .... überwindet eure Angst vor dem Unbekannten».

Manal al Scharif, eine Informatikerin, startete mit Freundinnen auf Facebook eine Seite unter dem Namen «Bring mir das Autofahren bei, damit ich mich selbst schützen kann» und forderte die Behörden auf, das Fahrverbot abzuschaffen. Frauen wurden für den 17. Juni zu einem «Massenfahren» aufgerufen. Die Facebook-Seite wurde gelöscht, nachdem zuvor mehr als 12 000 Menschen ihre Unterstützung für die Kampagne gezeigt hatten. Auch ein im Rahmen der Kampagne gegründetes Twitter-Konto wurde deaktiviert.

«Wenigstens für Notfälle»

Während einer Testfahrt in der Stadt Chobar im Osten des Landes hatte sich Manal al Scharif filmen lassen und die Aufnahme ins Internet gestellt. «Wenigstens für Notfälle, Gott bewahre. Was ist, wenn irgendjemand, der die Frauen fährt, einen Herzanfall hat?», erklärte sie ihre Forderung nach einer Fahrerlaubnis für Frauen.

Sie selbst hat nach eigenen Angaben im Alter von 30 Jahren im US-Bundesstaat New Hampshire fahren gelernt. «Wir wollen als vollständige Bürgerinnen leben, ohne die Erniedrigung, die wir jeden Tag ertragen müssen, weil wir an einen Chauffeur gebunden sind», hiess es in einem Facebook-Eintrag al Scharifs.>

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Spiegel online,
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25.5.2011: <Saudi-Arabien: Männer rufen zu Gewalt gegen autofahrende Frauen auf>

Hier sieht man, wie gnadenlos muslimische Männer sein können, und das ist in Saudi-Arabien legal.

aus: Spiegel online; 25.5.2011;
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,764923,00.html

<Schlagt Frauen mit einer Kordel, wenn sie sich dem Autofahrverbot widersetzen - mit dieser Forderung sorgt eine Facebook-Kampagne von Männern in Saudi-Arabien für Diskussionen. Eine Gegeninitiative setzt auf offenen Widerstand.

Riad - Die "Kampagne des Ikal" in Saudi-Arabien hat ein klares Ziel: Die Initiative von Männern ruft dazu auf, Frauen zu bestrafen, die bei einer Demonstration am 17. Juni das für sie geltende Autofahrverbot missachten wollen. Der Vorstoß ist nach der schweren Kordel benannt, mit der die traditionelle Kopfbedeckung der Männer befestigt wird.

Dem Aufruf zufolge sollen Männer Frauen mit der Kordel schlagen, sollten diese es wagen, sich dem Fahrverbot zu widersetzen. Tausende Männer haben sich bereits auf einer Facebook-Seite für die "Kampagne des Ikal" registriert.

Einige Aktivisten schlugen vor, ganze Kästen mit Ikals an Jugendliche zu verteilen, damit diese die Frauen damit schlagen könnten. Einige amüsierten sich darüber, dass die Preise für die Kordeln bereits angezogen hätten, seit es im Vorfeld der Frauen-Demonstration eine verstärkte Nachfrage gab.

Der renommierte saudi-arabische Romanautor Abdo Chal schrieb in der Zeitung "Okas", er wisse nicht, ob er angesichts der Situation lachen oder weinen solle. In einem Leitartikel in der Zeitung "El Watan" hieß es, autofahrende Frauen sollten lediglich wegen eines fehlenden Führerscheins strafrechtlich verfolgt werden.

Am Samstag war Manal el Scharif in dem Land festgenommen worden, nachdem sie im Osten des Landes Auto gefahren war. Unterstützer der Frau fordern nachdrücklich deren Freilassung, immer mehr Menschen unterzeichneten eine entsprechende Petition. Die Internet-Kampagne "Women2Drive" ruft saudi-arabische Frauen dazu auf, sich am 17. Juni möglichst zahlreich hinter das Steuer zu setzen und Auto zu fahren.

ulz/AFP>

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26.5.2011: Burka-Verbot in Belgien

aus: 20 minuten online: Neues Gesetz: Burka-Verbot in Belgien; 26.5.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/22356379

<Als zweites europäisches Land nach Frankreich verbietet Belgien den Vollschleier Burka.

Der Gesetzgebungsprozess im Parlament ist abgeschlossen, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Mittwoch. Der Senat liess die Frist zur nochmaligen Prüfung der Vorlage ohne Intervention verstreichen. Nun werde der Vorschlag zehn Tage nach seiner Veröffentlichung im Gesetzblatt zum Gesetz, hiess es weiter.

Bereits Ende April hatte das Unterhaus nahezu einstimmig den Entwurf angenommen. Die Befürworter verweisen darauf, dass der Schleier ein Symbol für die Unterdrückung der muslimischen Frau sei und ihre Würde verletze.

In Belgien darf künftig laut Gesetzentwurf niemand mehr sein Gesicht im öffentlichen Leben so verhüllen, dass er nicht mehr zu identifizieren ist.

Muslimischen Frauen ist das Tragen von den Ganzkörperschleiern Burka und Nikab in der Öffentlichkeit daher verboten - keine Busfahrt, kein Spaziergang und kein Besuch in Museen oder im Kino. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen zwischen 15 und 25 Euro oder bis zu sieben Tage Gefängnis.

Belgien ist in Europa das zweite Land nach Frankreich mit einem Burka-Verbot. Die Niederlande und Spanien planen ähnliche Gesetze.

(sda)>

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http://www.20min.ch/news/ausland/story/18552653

Saudi-Arabien 30.5.2011: Autofahrende Frau freigelassen - und gleich wieder festgenommen

aus: 20 minuten online: Saudi-Arabien: Autofahrende Frau wieder frei; 30.5.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/18552653

<Sie lehnte sich gegen das Fahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien auf und wurde deshalb verhaftet. Nun wurde Manal al-Scherif auf freien Fuss gesetzt.
Manal al-Scherif am Steuer.

Eine saudiarabische Aktivistin gegen das Fahrverbot für Frauen ist am Montag aus der Haft entlassen worden. Das teilte ein Sprecher von Manal al-Scherif am Montag mit. Die Freilassung sei unter dem internationalen Druck erfolgt, den die Festnahme erzeugt habe.


Die 32-Jährige hatte am 21. Mai eine Kampagne im Internet gestartet, um gegen das langjährige Fahrverbot für Frauen in Saudi- Arabien zu protestieren. Sie veröffentlichte ein Video, auf dem sie selbst hinter dem Steuer eines Autos zu sehen ist.

Sie wurde deshalb am Samstag von der Religionspolizei festgenommen und erst wieder auf freien Fuss gesetzt, nachdem sie sich schriftlich dazu verpflichtet hatte, nicht mehr Auto zu fahren. Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurde Al-Scherif am Sonntag bei Tagesanbruch erneut festgenommen.

(sda)>

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Welt online,
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31.5.2011: Ägyptische Rebellinnen zwangsweise von der ägyptischen Armee auf Jungfernhäutchen untersucht

aus: Welt online: Bei Demonstration: Armee quälte ägyptische Frauen mit "Jungfrauentests"; 31.5.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13404872/Armee-quaelte-aegyptische-Frauen-mit-Jungfrauentests.html

<Ägyptische Soldaten haben Demonstrantinnen auf Jungfräulichkeit untersuchen lassen – das bestätigte nun ein General. Die Begründung dafür klingt hanebüchen.

Mit Empörung haben ägyptische Frauen und liberale Aktivisten auf Berichte über "Jungfrauentests" reagiert, mit denen Soldaten im März junge Demonstrantinnen schikaniert hatten. Der Skandal ist ein weiterer Belastungstest für die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen der Demokratiebewegung und dem Militärrat, der nach dem Abgang von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar die Macht übernommen hat.

Die Armee hatte die Vorwürfe der Frauen zunächst bestritten. Nun räumte ein General im US-Fernsehsender "CNN" ein, dass die am 9. März festgenommenen Demonstrantinnen tatsächlich gegen ihren Willen von einem Arzt untersucht worden waren.

Dieser habe feststellen sollen, ob die Frauen noch Jungfrauen seien. Dem Bericht zufolge rechtfertigte der General das Vorgehen der Soldaten indem er sagte: „Wir wollten nicht, dass sie hinterher sagen, wir hätten sie sexuell belästigt oder vergewaltigt.“ Die Demonstrantinnen sollen laut "CNN" auch geschlagen und mit Elektroschocks gefoltert worden sein. Anschließend habe man sie wegen Prostitution belangen wollen.

"Diese Frauen waren nicht wie ihre oder meine. Sie haben in Zelten gecampt, darin fanden wir Molotov Cocktails und Drogen", so der General, der anonym bleiben wollte, zu "CNN". Am Ende habe sich heraus gestellt, dass keines der Mädchen noch junfräulich gewesen sei.

Wut bei Frauen und Intellektuellen

Am Dienstag machten vor allem Frauen und Intellektuelle in ägyptischen Internetforen ihrem Ärger über die Behandlung der 17 Frauen Luft.

Beim Ägyptischen Zentrum für Frauenrechte hieß es: „Das Schlimmste ist, dass es dieses Vorgehen, das typisch ist für das alte Regime, nach dem Rücktritt von Mubarak gab.“

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte das gewaltsame Vorgehen der Armee gegen die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz am 9. März verurteilt. Vertreter der Demokratiebewegung hatten in den vergangenen Wochen mehrfach über Menschenrechtsverletzungen seitens der Armee geklagt.

„Geht zurück in eure Kasernen!“, schrieb ein ägyptischer Internet-Aktivist am Dienstag. Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, hat der Militärrat nun Vertreter der Jugendbewegung, die mit ihren Protesten den Sturz von Mubarak herbeigeführt hatten, für Mittwochabend zu einer Aussprache eingeladen.

dpa/pku>

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17.6.2011: <Schändungen im Iran: Vergewaltigte Frauen gelten als selber schuld>

aus: 20 minuten online; 17.6.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/iran/story/Vergewaltigte-Frauen-gelten-als-selber-schuld-17250957

<Sittenwächterinnen ermahnen 2007 iranische Frauen, sich anständiger zu kleiden. Selber Schuld, wenn sie es nicht tun und vergewaltigt werden, sagen die iranischen Behörden.

Unter iranischen Frauen geht die Angst um, nachdem sich in jüngster Zeit Fälle von Vergewaltigung gehäuft haben. Die Justiz ist dabei wenig hilfreich: Sie sieht das Problem im Verhalten der Opfer.

Frauen sind im Iran rechtlich gegenüber den Männern benachteiligt und kämpfen täglich gegen verschiedene Arten der Diskriminierung. Dass sie obendrein noch an Leib und Leben gefährdet sind, zeigt ein schockierendes Verbrechen in einer Kleinstadt im Süden des Landes. Das brutale Vorgehen der Täter und das unfassbare Verhalten der Behörden wühlen derzeit die iranische Öffentlichkeit auf, wie die BBC berichtet.

Das besagte Verbrechen ereignete sich laut Medienberichten am 24. Mai in Chomeinishahr in der Nähe von Isfahan. Zwei Familien hatten Freunde zu einer Party eingeladen, die im von Mauern umgebenen Garten eines Privathauses stattfand. Zu später Stunde tauchten plötzlich über ein Dutzend mit Messern bewaffnete Männer auf. Die Männer unter den insgesamt 14 Gästen wurden in ein Zimmer eingesperrt oder an einen Baum gefesselt. Die Frauen, eine davon offenbar hochschwanger, wurden auf ein benachbartes Grundstück verschleppt und dort vergewaltigt. Einem der Gäste gelang es, einen Notruf an die Polizei abzusetzen. Als diese eintraf, waren die meisten Angreifer bereits geflohen, vier konnten später verhaftet werden.

«Keine lobenswerten Frauen»

Nachrichten über das unvorstellbare Verbrechen verbreiteten sich in der Kleinstadt in Windeseile – obwohl die staatlichen Medien nicht darüber berichteten und die Behörden zunächst keinerlei Erklärung abgaben. Erzürnt über das offizielle Schweigen und aus Sorge um die Sicherheit ihrer Frauen organisierte sich die Bevölkerung spontan über SMS zu einer Protestaktion vor dem Gerichtsgebäude der Stadt. Was sie im Anschluss zu hören bekamen, schlägt dem Fass den Boden aus.

«Die Vergewaltigten waren keine lobenswerten Frauen», sagte der Imam von Chomeinishahr, Musa Salami, in seiner Freitagspredigt. «Nur 2 der 14 Personen waren miteinander verwandt. Sie sind in unsere Stadt gekommen, um zu feiern und andere mit ihrem Tanzen und Weintrinken zu provozieren.» In dasselbe Horn blies der Polizeichef der Stadt, Oberst der Revolutionsgarden Hossein Jardusti: «Die Familien der vergewaltigten Frauen sind schuld, denn hätten sich diese korrekt gekleidet und wäre die Musik nicht so laut gewesen, wären die Vergewaltiger nicht auf die Idee gekommen, es könnte sich um eine entartete Versammlung handeln.»

Eine Woche später wurde in der Pilgerstadt Maschad im Osten des Landes eine Studentin von unbekannten Angreifern vergewaltigt. Der Campus der Universität ist streng überwacht, was sofort Gerüchte in Gang setzte, der Sicherheitsdienst und die Übeltäter steckten unter einer Decke. Auch in diesem Fall machten die Behörden geltend, die Frau sei aufreizend gekleidet gewesen.

Hinrichtungen sollen Volkszorn besänftigen

Iranische Frauenrechtsorganisationen schlagen inzwischen Alarm. Schadi Sadr, eine iranische Aktivisten und Anwältin, sagte gegenüber dem persischen Dienst der BBC, dass die abwertenden Erklärungen der Behörden «schwerwiegende gesellschaftliche Konsequenzen» haben könnten: Sie implizieren, dass die Vergewaltigung einer Frau gerechtfertigt ist, wenn sich diese nicht anständig genug kleidet und verhält.

Andere verweisen auf das lang bekannte Problem sexueller Spannungen in der jungen iranischen Bevölkerung. Aufgrund der rigiden Moralgesetze gibt es kaum Möglichkeiten für junge Männer und Frauen, miteinander zu interagieren. Oppositionelle wiederum sehen eine weitere Ursache in den sexuellen Übergriffen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2009, die solche Verbrechen für gewisse Bevölkerungsschichten legitimiert haben könnten.

Die Hauptverantwortlichen in beiden Vergewaltigungsfällen wurden bisher nicht gefasst. Vermutlich aufgrund der grossen Empörung in der Bevölkerung, haben die Behörden am 9. Juni drei Männer gehängt (zwei von ihnen öffentlich), die zuvor in anderen Vergewaltigungsprozessen zum Tod verurteilt worden waren.

(kri)>

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http://www.n-tv.de/ticker/Islampolizei-jagt-Autofahrerinnen-article3602946.html

Freitag 17. 06. 2011, 12:48 Uhr

MenschenrechteIslampolizei jagt Autofahrerinnen

Riad (dpa) - Dutzende langbärtige Islam-Polizisten sind in Riad aufmarschiert, um Frauen am Autofahren zu hindern. Augenzeugen in der saudischen Hauptstadt sahen die Vertreter der Behörde für die Förderung der Tugend und die Verhinderung des Lasters rund um die König-Abdulasis-Straße. Aktivistinnen hatten den 17. Juni zum «Tag des Autofahrens» erklärt. Sie riefen Frauen auf, sich trotz des geltenden Frauenfahrverbotes ans Steuer eines Autos zu setzen und durch die Innenstadt von Riad zu fahren. Zahlreiche Islamgelehrte hatten sich gegen eine Aufhebung des Verbots ausgesprochen.

Quelle: n-tv.de / dpa

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http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Viele-Maenner-haben-es-auch-satt-immer-den-Chauffeur-zu-spielen/story/21477786

«Viele Männer haben es auch satt, immer den Chauffeur zu spielen»

Dr. Elham Manea arbeitet als Privatdozentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich. Sie wurde in Ägypten geboren und besitzt sowohl die Schweizer als auch die jemenitische Staatsangehörigkeit. In zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten hat sie sich mit der Situation der Frauen in arabischen Ländern befasst.



Aktivistinnen haben im Internet die Frauen in Saudiarabien dazu aufgerufen, heute Auto zu fahren – trotz des Verbots und Drohungen von Traditionalisten. Expertin Elham Manea von der Universität Zürich erklärt die Situation im Gottesstaat.

Frau Manea, das Fahrverbot für Frauen in Saudiarabien sorgt für immer mehr Proteste – obwohl es nicht auf einem Gesetz beruht, sondern auf Anweisungen von Geistlichen. Könnten sich die Frauen auf rechtlichem Weg dagegen überhaupt wehren?
Leider nein. In Saudiarabien herrscht eine strenge Auslegung des Islam, und für die Frauen gibt es wenig gesetzlichen Spielraum. Das hat auch damit zu tun, dass sie nicht als mündig betrachtet werden. Sie brauchen in fast jeder Hinsicht einen männlichen «Vormund».

Warum haben die protestierenden Frauen gerade das Auto als Vehikel für ihre Forderungen gewählt?
Autofahren bedeutet nicht nur Mobilität, sondern eben auch Unabhängigkeit von der Aufsicht der Männer – und damit einen Schritt hin zu weniger Kontrolle.

Auf Foren wie Facebook und Twitter bekunden viele Menschen Solidarität mit den Autofahrerinnen – allerdings häufig aus Ländern, wo solche Grundrechte selbstverständlich sind. Bekommen sie auch in Saudiarabien Unterstützung?
Ich denke schon – übrigens auch von Männern. Viele von ihnen haben es nämlich auch satt, immer den Chauffeur für die Frauen spielen zu müssen. Und viele Männer wünschen sich auch eine humanere und offenere Gesellschaft in Saudiarabien.

Traditionalisten haben für heute auf Facebook dazu aufgerufen, Auto fahrende Frauen zu schlagen – mit dem Ikal, einer schweren Kordel, mit der die traditionelle Kopfbedeckung der Männer befestigt wird. Offenbar haben Tausende diesen Aufruf unterschrieben…
Solche Reaktionen sind zu erwarten. In der politischen Elite gibt es viele Kräfte, die sich gegen Veränderungen wehren. Immer dann, wenn eine Kampagne für mehr Offenheit beginnt, gibt es auch bald eine Gegenkampagne.

Könnte der Widerstand der Frauen nicht eine starke Gegenreaktion hervorrufen, so wie es der Opposition im Iran ergangen ist? Wäre es strategisch womöglich klüger, behutsamer vorzugehen?
Eine Gegenreaktion ist doch unvermeidlich. Denken Sie nur an die Rassentrennung in den USA. Wenn sich die Menschen nicht massiv dagegen gewehrt hätten, wäre nicht viel passiert. Und das Schöne in Saudiarabien ist, dass die Frauen auf friedliche Weise protestieren – so, wie sich Martin Luther King damals für die Farbigen eingesetzt hat.

Frauen haben noch immer kein Wahlrecht in Saudiarabien – auch wenn es in der jüngeren Vergangenheit Anzeichen gegeben hatte, dass der Gottesstaat die Zügel etwas lockern könnte. Wie entwickelt sich die Situation aus Ihrer Sicht?
Es gibt schon ein Öffnung in diesem System. Zum Beispiel die Tatsache, dass Frauen heute eine eigene Identitätskarte haben – das war ein grosser Schritt in diese Richtung. Und die Schulbildung untersteht anders als früher nicht mehr direkt den Geistlichen, sondern einem Ministerium. Diese Veränderungen wurden alle unter König Abdullah al-Saud vorgenommen, der seit August 2005 an der Macht ist. Das reicht aber noch nicht, um die systematische Verletzung der Frauenrechte zu beenden. (baz.ch/Newsnetz)>

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20 minuten
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29.6.2011: Saudi-Arabien lässt fünf Autofahrerinnen verhaften

aus: 20 minuten online: Saudi-Arabien: Fünf Autofahrerinnen verhaftet; 29.6.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/13751918

<von Brian Murphy, AP
- Rückschlag für die Frauen in Saudi-Arabien. Wegen Aktionen gegen das inoffizielle Fahrverbot wurden fünf Frauen inhaftiert.

In Saudi-Arabien sind nach Angaben einer Frauenrechtlerin fünf Frauen wegen Autofahrens festgenommen worden. Es ist ein erster Rückschlag für die Kampagne gegen das inoffizielle Fahrverbot für Frauen in dem Golfstaat. Die Frauen seien am Dienstag in Dschidda am Roten Meer festgenommen worden, sagte Eman al Nafdschan am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Seit fast zwei Wochen protestieren Frauen in Saudi-Arabien gegen das inoffizielle Fahrverbot.

Es gibt zwar kein Gesetz, das Frauen das Autofahren untersagt. Das in der Welt einmalige Verbot geht aber auf die als Fatwas bezeichneten Anweisungen von islamischen Geistlichen zurück. Diese haben den Erlass damit begründet, dass mobile Frauen Sittenwidrigkeiten und Versuchungen ausgesetzt seien. Wegen der Fatwa müssen viele Familien einen Fahrer einstellen oder sich auf männliche Autofahrer in der Familie verlassen.

Kampf für mehr Rechte

Mit einer gross angelegten Kampagne haben Aktivisten die Frauen in Saudi-Arabien dazu aufgefordert, sich dem Fahrverbot im Königreich zu widersetzen. «Wir wollen, dass die Frauen von heute damit beginnen, ihre Rechte auszuüben», erklärte die saudiarabische Frauenaktivistin Wadscheha al Huwaidar. So richte sich der Aktionsplan an Frauen, die ihre Führerscheine im Ausland erworben hätten, um nun tägliche Besorgungen machen oder pendeln zu können.

«Was heute auf den Strassen passiert, ist nur der Beginn einer langen Kampagne», sagte al Huwaidar. Im Jahr 2008 hatte sie Fotos von sich im Internet veröffentlicht, die sie beim Autofahren zeigten. «Wir machen weiter, bis das Verbot durch einen königlichen Erlass rückgängig gemacht wird,» erklärte sie.>

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20 minuten
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14.7.2011: <Burka-Verbot in Belgien tritt in Kraft> - ab 23. Juli 2011 ist in Belgien Schluss mit Burka in der Öffentlichkeit

aus: 20 minuten online; 14.7.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Burka-Verbot-in-Belgien-tritt-in-Kraft-31765654

<Ab dem 23. Juli ist das Tragen einer Burka oder Nikab (im Bild) in Belgien verboten.

Nach Frankreich führt Belgien als zweites europäisches Land ein Burka-Verbot ein. Ab dem 23. Juli ist es muslimischen Frauen untersagt, ihr Gesicht im öffentlichen Leben zu verhüllen.

Wie in Frankreich ist auch in Belgien von kommender Woche an das Tragen des Vollschleiers Burka verboten. Das Gesetz sei im Amtsblatt erschienen und trete am 23. Juli in Kraft, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Donnerstag.

Die Befürworter verweisen darauf, dass der Schleier ein Symbol für die Unterdrückung der muslimischen Frau sei und ihre Würde verletze. Nach Schätzungen tragen rund 270 Frauen in Belgien eine Burka.

Künftig darf in dem Land niemand mehr sein Gesicht im öffentlichen Leben so verhüllen, dass er nicht mehr zu identifizieren ist. Muslimischen Frauen ist das Tragen von Ganzkörperschleiern wie Burka und Nikab in der Öffentlichkeit daher untersagt - keine Busfahrt, kein Spaziergang und kein Besuch in Museen oder im Kino.

Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen bis zu 137,50 Euro oder bis zu sieben Tage Gefängnis. Belgien ist in Europa das zweite Land nach Frankreich mit einem Burka-Verbot. Die Niederlande und Spanien planen ähnliche Gesetze.

(sda)>

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Welt online,
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27.7.2011: Der systematische Psychoterror gegen Frauen im Islam - Beispiele

aus:- Welt online: Meinung: "Auf eine Zigarre": Triebgesteuerte Männer gehören an die Leine; 27.7.2011;
http://www.welt.de/debatte/kolumnen/auf-eine-zigarre/article13510495/Triebgesteuerte-Maenner-gehoeren-an-die-Leine.html

<Autor: Joumana Haddad

Arabische Männer haben in fast jeder Beziehung Vorrechte gegenüber Frauen. Warum eigentlich? Ein paar politisch inkorrekte Fragen zur Gleichberechtigung.

Würde es nicht mehr Sinn machen, Männer, die ihre Triebe nicht unter Kontrolle haben, an die Leine zu nehmen, anstatt Frauen unter einem Tuch zu ersticken?

Auch wenn ich nicht verallgemeinern möchte, und auch wenn ich durchaus Unterschiede in meiner werten arabischen Welt wahrnehme, komme ich nicht umhin, mir folgende Fragen zu stellen:

Warum gilt ein arabischer Mann, der sich einer Frau annährt, als kess, und eine arabische Frau, die sich einem arabischen Mann annähert, als hurenhaft?

Warum gilt ein arabischer Mann der Sex mag, als männlich, und eine arabische Frau, die gerne Sex hat, als nymphomanisch? Warum gilt ein arabischer Mann, der sich Stripperinnen ansieht, als normal, eine arabische Frau aber, die sich Stripper anschaut, als entartet?

Warum heißt es bei einem arabischem Mann, der seine Frau betrügt, dass er nur einen „kleinen Fehler gemacht habe“ und ihm verziehen werden müsse, und bei einer arabischen Frau, die ihren Mann betrügt, dass sie eine tödliche Sünde begangen habe und es verdient habe, gesteinigt zu werden?

Warum gilt ein 50-jähriger arabischer Mann, der mit einer 25-jährigen Frau anbändelt, als heldenhaft, und eine 50-jährige arabische Frau, die mit einem 25-jährigen Mann ausgeht, als erbärmlich? Warum gilt ein 40-jähriger arabischer Mann, der Single ist, als gute Wahl, und eine 40-jährige arabische Frau, die nicht vergeben ist, als verbrämte Jungfer?

Warum heißt es von einem erfolgreichen arabischen Mann, er sei gescheit, von einer erfolgreichen arabischen Frau aber, sie würde sich nach oben schlafen? Warum gilt ein arabischer Mann, der lauthals lacht, als selbstbewusst, eine laut lachende arabische Frau aber als geschmacklos?

Warum ist es dem arabischen Mann gestattet, sein bestes Stück einzusetzen, wenn er mag, während von einer arabischen Frau erwartet wird, bis zur Hochzeit „rein“ zu bleiben? Und nicht zuletzt: Warum können arabische Männer in bequemen Klamotten auf der Straße laufen, während von arabischen Frauen erwartet wird, dass sie ihren Körper verhüllen?

Falls die letzte Frage damit beantwortet werden soll, dass die Männer „nicht vom Anblick des weiblichen Körpers in Versuchung geführt werden sollen“, heißt dies, dass die Männer Tiere sind und ihre Triebe nicht kontrollieren können? Und wenn sie Tiere sind, die ihre Triebe nicht kontrollieren können, würde es nicht mehr Sinn machen, sie an die Leine zu nehmen, anstatt Frauen unter einem Tuch zu ersticken?

Ich muss mich für diese inkorrekten Fragen entschuldigen. Sehen Sie, ich bin eine arabische Frau, die mit einem Makel geboren wurde: einem großen Mund. Und ich mag es, ihn zu benutzen.

Die Autorin ist libanesische Schriftstellerin. Sie schreibt donnerstags im Wechsel mit Sebastian Turner.>


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Welt online,
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29.7.2011: Es sind bestimmte Faktoren, die islamische Männer zum "Ehrenmörder" machen

aus: Welt online: Typologie: Das macht Männer zu Ehrenmördern; 29.7.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13515662/Das-macht-Maenner-zu-Ehrenmoerdern.html

<Autor: Claudia Ehrenstein

Eine Studie zeigt, dass "Ehrenmörder" meist ohne Schulabschluss und schlecht integriert sind. Gerichte berücksichtigen das Ehrmotiv sogar als strafmildernd.

Die junge Frau wurde in Deutschland geboren, sie wuchs hier auf – und sollte doch mit einem Mann in der jordanischen Heimat der Familie verheiratet werden. Die 17-Jährige aber verliebte sich in einen 21-jährigen Italiener und wollte ihm ins Ausland folgen. Als sie in der elterlichen Wohnung um Geld und Reisepass bat, wurde sie von ihrem Vater und zwei Brüdern bewusstlos geschlagen, in einen Wald verschleppt und dort mit zehn Beilhieben getötet. Erst durch einen anonymen Hinweis erfuhr die Polizei drei Monate später von der Tat.

Ein solch heimtückischer Mord ist eine "archaisch anmutende Form der Gewalt gegen Frauen“, heißt es in der Studie „Ehrenmorde in Deutschland“, die "Welt Online" vorliegt. Im Auftrag des Bundeskriminalamts (BKA) haben Kriminologen des Freiburger Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht „ehrbezogene Tötungsdelikte in Familien und Partnerschaften“ erstmals systematisch untersucht.

Was treibt diese Täter? Was ist ihr kultureller Hintergrund? Und in welcher Beziehung standen sie zu ihren Opfern?

Seit im Jahr 2005 die Deutschtürkin Hatun Sürücü in Berlin auf offener Straße von ihrem Bruder ermordet wurde, ist das Phänomen des sogenannten Ehrenmords schlagartig in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. „In der deutschen Öffentlichkeit werden Ehrenmorde als Beleg für die Modernisierungs- und Integrationsdefizite der Einwanderer wahrgenommen“, heißt es in der Studie. Sie gelten als ein „Symbol der kulturellen Unterschiede“.

Die Studie bemüht sich nun um eine möglichst nüchterne Untersuchung des Phänomens. Insgesamt 78 Fälle aus den Jahren 1996 bis 2005 haben die Kriminologen anhand von Prozessakten analysiert. Dabei differenzieren sie zwischen Grenzfällen zur „Partnertötung“ und zur „Blutrache“.

Ein Viertel der untersuchten Taten klassifizieren sie als „Ehrenmord im engeren Sinne“: Tötungsdelikte, die von blutsverwandten Männern an Frauen begangen werden, um die vermeintlich verletzte Ehre der Familie wiederherzustellen. Anlass können der westliche Lebensstil der Frau oder ihr Streben nach Unabhängigkeit sein.

Anlass – "unerwünschte Liebesbeziehung"

Bei vier von fünf untersuchten Ehrenmorden im engeren Sinne war eine „unerwünschte Liebesbeziehung“ Anlass für die Tat. Häufig werden mit den weiblichen Opfern auch deren unerwünschte Partner angegriffen. Daraus erklärt sich der mit 43 Prozent unerwartet hohe Anteil von männlichen Opfern, schreiben die Kriminologen. Der Altersschwerpunkt der Opfer liegt zwischen 18 und 29 Jahren. Die Täter dagegen sind in der Regel älter; ein Drittel ist über 40 Jahre alt. Oft sind mehrere Täter beteiligt,

An den 78 untersuchten Straftaten mit insgesamt 109 Opfern waren 122 Täter beteiligt. Fast alle Täter wurden außerhalb Deutschlands geboren und hatten keinen deutschen Pass. Zwei Drittel der Täter stammten aus der Türkei. Viele lebten zwar schon lange in Deutschland, waren aber schlecht in die deutsche Gesellschaft integriert. Die Mehrheit der Täter hatte weder einen Schulabschluss noch eine Berufsausbildung; ein Drittel war zum Zeitpunkt der Tat arbeitslos.

Ehrenmorde seien demnach fast ausnahmslos das Phänomen einer schlecht integrierten ethnischen Unterschicht, schreiben die Kriminologen und ziehen daraus den Umkehrschluss, „dass dieses Phänomen in den sozial und wirtschaftlich stabilisierten und besser integrierten Einwanderermilieus praktisch nicht vorkommt“.

Die Täter stammen nur in seltenen Fällen aus der zweiten oder dritten Migrantengeneration. Es gebe keine Hinweise, dass die Zahl der Ehrenmorde in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Die Kriminologen gehen pro Jahr von etwa zwölf Fällen aus, die von der Justiz erfasst werden. Angesichts von etwa 700 Tötungsdelikten pro Jahr seien Ehrenmorde quantitativ „sehr seltene Ereignisse“.

Familienehre spielt eine wichtige Rolle

Die Studie widerlegt damit die Befürchtung, das Phänomen des Ehrenmords könnte sich dauerhaft als ein Gewaltphänomen in Deutschland etablieren. Erhalten hat sich dieses gewalttätige Ehrkonzept bis heute in manchen wirtschaftlich rückständigen Agrarregionen, die geprägt sind von einem trockenen Klima und einer teils noch nomadischen Weidewirtschaft.

Dort lässt sich Reichtum der einen Familie lediglich auf Kosten anderer Familien erzielen. So stehen Familien „in latent gewaltsam ausgetragener Feindschaft zueinander“, heißt es in der Studie. Die Verteidigung der Familienehre spielt dabei eine wichtige Rolle. Frauen müssen sich der männlichen Herrschaft unterordnen.

Hatun bezahlte ihre Selbstständigkeit und Erfolg

Bislang, wurde das Phänomen des Ehrenmords vor allem in den Herkunftsländern der Migranten untersucht, schreiben die Autoren der Studie. Wenig erforscht aber sei bislang, wie sich dieses Ehrkonzept bei Migranten in Deutschland verändert. Es kann langsam verblassen – unter besonderen Umständen aber noch an Bedeutung gewinnen. So zeigen die Fallanalysen der Kriminologen, dass oft dann Konflikte entstehen, wenn sich etwa junge Türkinnen besser integrieren und im Beruf erfolgreicher sind als gleichaltrige Türken.

Wenn sich diese erfolgreichen Türkinnen dann noch wie die deutschen Frauen verhalten und kleiden, grenze dies in den Augen mancher Türken an Verrat, heißt es in der Studie. Die Deutschtürkin Hatun Sürücü bezahlte ihre Selbstständigkeit und ihren Erfolg – sie stand kurz vor der Gesellenprüfung zu Elektroinstallateurin – mit dem Leben. Ihr Bruder Ayhan wurde zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zwei weitere Brüder, die an der Planung der Tat beteiligt gewesen sein sollen, wurden zunächst mangels Beweisen freigesprochen.

Ehre als niedriger Beweggrund

Im Fall der 17-jährigen Deutschjordanierin wurden der Vater und die beiden Brüder wegen Mordes zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. In 66 der 78 untersuchten Fälle kam es zu Verurteilungen. Drei Verfahren endeten mit einem Freispruch. In den übrigen neun Fällen wurden das Verfahren eingestellt oder aber die Täter konnten nicht gefasst werden. Von den insgesamt 122 Tätern wurden 87 rechtskräftig verurteilt.

„Es fällt auf, dass nur gegen 23 Täter eine lebenslange Freiheitsstrafe verhängt wurde“, kritisieren die Kriminologen. Auffällig sei auch, dass in den meisten Urteilen die Frage, ob die Ehre einen niedrigen Beweggrund darstelle, gar nicht aufgeworfen wurde. Im Gegenteil wurde das Ehrmotiv bei 15 Tätern von den Gerichten sogar als strafmildernd berücksichtigt. In keinem einzigen Fall wirkte es strafverschärfend – obwohl nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sogenannte Ehrenmorde grundsätzlich als Morde aus niedrigen Beweggründen eingestuft werden.>

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n-tv online,
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16.9.2011: Burka wird nun auch in Holland verboten

aus: n-tv online: Wilders setzt sich durch: Regierung verbietet Burkas; 16.9.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Regierung-verbietet-Burkas-article4325646.html

<Vollschleier, die das Gesicht verdecken, sollen in den Niederlanden künftig verboten werden. Die Regierung bringt ein Gesetz zum Verbot von Burka und Co. auf den Weg. Durchgesetzt hat diese Maßnahme der Rechtspopulist Wilders.

Die niederländische Regierung hat ein Burka-Verbot im öffentlichen Raum beschlossen. "Es wird in der Öffentlichkeit ein allgemeines Verbot des Tragens von Kleidungsstücken geben, die das Gesicht bedecken", teilte das Innenministerium nach einer Kabinettssitzung mit. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Burka in öffentlichen Raum einschließlich von Bildungseinrichtungen, Krankenhäusern und öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln verboten wird.

Das Innenministerium erklärte, die Regierung sei der Ansicht, dass die Bedeckung des Gesichts "grundsätzlich unvereinbar" sei mit Grundsatz, dass alle gleichermaßen erkennbar sein müssten. Zudem verstoße der islamische Vollschleier gegen die Gleichberechtigung der Geschlechter, da diese Art Kleidung nur von Frauen getragen werde. Auch wenn das Verbot als Einschränkung der Religionsfreiheit gewertet werden könne, sei dies gerechtfertigt, um die "guten Sitten" im öffentlichen Leben zu bewahren.

Der Vorsitzende der rechtspopulistischen und islamfeindlichen Freiheitspartei (PVV), Geert Wilders, hatte das Burka-Verbot bei den Koalitionsverhandlungen im September 2010 durchgesetzt. Die Minderheitsregierung von Liberalen (VVD) und Christdemokraten (CDA) ist auf die Duldung der PVV angewiesen.

Der Entwurf soll nun dem obersten Verwaltungsgericht zur Prüfung vorgelegt werden, bevor er an das Parlament zur Verabschiedung überwiesen wird. Bisher haben nur Frankreich und Belgien ein ähnliches Verbot erlassen.

AFP>

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Der Standard
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6.9.2011: Mallorca ohne Gurka (Burka)

aus: Der Standard online: Erstes Burka-Verbot auf Mallorca: Konservatives Stadtoberhaupt einer Kleinstadt im Nordosten macht Sicherheitsgründe geltend; 6.9.2011;
http://diestandard.at/1315005613419/Erstes-Burka-Verbot-auf-Mallorca

<Palma de Mallorca - Nach einzelnen Gemeinden auf dem spanischen Festland hat nun auch eine erste Stadt auf der Ferieninsel Mallorca ein Burka-Verbot verhängt. Nach einem Beschluss des Gemeinderats ist es in der Kleinstadt Sa Pobla im Nordosten der Insel künftig untersagt, in öffentlichen Gebäuden sowie auf Straßen und Plätzen Ganzkörperschleier zu tragen.

Der konservative Bürgermeister Biel Sierra begründete die Entscheidung am Dienstag mit Fragen der Sicherheit. Menschen müssten in der Öffentlichkeit erkennbar und identifizierbar sein, sagte er. In Sa Pobla stammt etwa ein Fünftel der 12.000 EinwohnerInnen aus Marokko und anderen Ländern der islamischen Welt. Der Ort lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft und wurde vom Tourismus nur wenig berührt.

Einzelfälle

Auf dem spanischen Festland hatte die katalanische Gemeinde Lérida vor gut einem Jahr als erste Stadt ein Burka-Verbot eingeführt. Mehrere Orte in der Region Katalonien im Nordosten Spaniens folgten dem Beispiel. Im Juni 2010 sprach sich auch das Oberhaus des spanischen Parlaments (Senat) überraschend für ein Verbot von Vollschleiern aus. Die Regierung in Madrid griff die Initiative aber nicht auf. (APA/Ag.)>

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Der Standard
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22.9.2011: Erstes Gurka-Urteil in Frankreich gegen Gurka-Trägerin

aus: Der Standard online: Fankreich: Erstes Gerichtsurteil gegen Vollverschleierte; 22.9.2011;
http://diestandard.at/1316390269717/Frankreich-Erstes-Gerichtsurteil-gegen-Vollverschleierte

<In Frankreich wurde das Verbot von Vollschleier erstmals von einem Gericht durchgesetzt. Polizeigericht verurteilte zwei Frauen zu Geldstrafen von zusammen 200 Euro - Anwalt kündigt Berufung bis zum Menschenrechtsgerichtshof an.

Paris - Rund fünf Monate nach Inkrafttreten des Burkaverbots in Frankreich hat ein Gericht am Donnerstag erstmals zwei Frauen verurteilt, die  verschleiert waren. Die beiden Französinnen waren Anfang Mai in ihren Burkas vor dem Rathaus von Meaux im Großraum Paris erschienen. Das Polizeigericht von Meaux verurteilte sie deshalb zu Geldstrafen von zusammen 200 Euro.

Ein Anwalt kündigte an, dass die beiden Frauen in Berufung gehen werden. Falls auch die höhere Instanz die Strafen bestätigt, wollen die beiden Verschleierten vor den Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg ziehen.

Seitdem das Verschleierungsverbot in Frankreich gilt, mussten bereits mehrere Frauen Bußgelder zahlen. Bisher setzte allerdings noch kein Gericht das Verbot durch. Schätzungen zufolge tragen rund 2000 Frauen in Frankreich einen Vollschleier. In dem Land leben rund fünf Millionen MuslimInnen und damit die größte muslimische Gemeinschaft Europas. (APA)>

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Basler
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21.11.2011: Muslimische Frauen protestieren immer merh gegen die Männer-Unterdrückung im Internet

aus: Basler Zeitung online: Der Ungehorsam der arabischen Frauen; 21.11.2011;
http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Der-Ungehorsam-der-arabischen-Frauen-/story/25853288

<Von Nina Merli

Araberinnen machen sich für ihre Rechte stark wie nie zuvor. Mit immer grösserem Mut verkünden sie via Internet und mittels Protestaktionen ihre Forderungen – wenns sein muss, auch nackt.

Gegen Verbote, für die Frauenrechte: Die Saudiaraberin Manal al-Scharif steuerte trotz Fahrverbots für Frauen ein Auto und stellte das Video auf Youtube.

Der Fall der 20-jährigen Ägypterin, die in ihrer Heimat mit gebloggten Aktfotos eine Welle der Entrüstung auslöste und sogar Todesdrohungen erhielt, ist nur eine von vielen Protestaktionen, die dieses Jahr durch islamische Frauen durchgeführt wurden. Ende Oktober hatte al-Mahdi in ihrem Blog «a rebel's diary» (Tagebuch einer Rebellin) ein Schwarzweiss-Selbstporträt – auf dem sie ausser halterlosen Strümpfen und roten Ballerinas nichts trägt –, mehrere Aktzeichnungen und das Bild eines nackten Mannes gepostet. Dies tat sie, um für die Ausdrucksfreiheit zu protestieren. Eine gewagte Aktion, denn in Ägypten ist Nacktheit, auch in der Kunst, verboten. Genauso wie das Küssen in der Öffentlichkeit – ein Verbot, das al-Mahdi und ihr Freund Karim Amer ebenfalls missachtet haben. Solidarität erfährt die junge Ägypterin nun aus Israel: Am Wochenende unterstützte eine Gruppe von Aktivistinnen unter der Führung der 28-jährigen Or Tepler die in Ungnade gefallene Bloggerin – sie zeigten sich ebenfalls nackt (siehe Box).

Die arabischen Frauen haben genug

2011 scheint ein Jahr des Durchbruchs für Frauen in islamischen Ländern zu sein, allen voran im arabischen Raum. Denn noch nie haben sich Araberinnen mit derart vielen Aktionen gegen die herrschenden Missstände aufgelehnt, wie der saudiarabische Schriftsteller Ahmed Alwassel gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte. So gründeten im März dieses Jahres Fawzia al-Hani und Inaam al-Usfur die sogenannte «Baladi»-Kampagne, mit dem Ziel, Frauen die Mitgliedschaft im Schura-Rat zu ermöglichen und das aktive sowie passive Wahlrecht für Frauen durchzusetzen. Mit Erfolg: Diesen Herbst kündigte der saudiarabische König Abdallah bin Abdul Aziz an, dass Frauen 2015 erstmals an die Urnen gelassen werden sollen.

Via Twitter formierte sich im Februar die Bewegung «Revolution der saudiarabischen Frauen», die regelmässig dazu aufruft, sich aktiv für die Frauenrechte stark zu machen. Wenn nötig, auch mit Protestaktionen. So forderte eine Frauengruppe mit mehreren Sitzstreiks in Riad und Dammam die Freilassung von Häftlingen, die ohne Gerichtsprozess im Gefängnis sassen. Lehrerinnen gingen wegen der Analphabetismus-Probleme auf die Strasse und im August legten Studentinnen mehrere Universitäten lahm: Denn die Regierung hatte jungen Frauen die Einschreibung an der Universität verweigert – ein Entscheid, den die Frauen nicht akzeptierten.

Hupen als Protestmittel

Doch arabische Frauen sehen sich auch mit weitaus banaleren Verboten konfrontiert: So dürfen sie zum Beispiel nicht Auto fahren. Sich dagegen aufgelehnt haben sie sich schon vor über zwanzig Jahren. Wie «Zeit online» berichtet, fand die erste grössere Fahrverbots-Demonstration am 6. November 1990 statt. Rund 47 Frauen fuhren damals im Konvoi durch die Innenstadt von Riad – bis sie verhaftet wurden. Doch damit nicht genug: Die Frauen verloren ihre Arbeit, wurden beschimpft und diskriminiert. Seither hätten sich die Ur-Demonstrantinnen jedes Jahr getroffen und ein T-Shirt mit der Aufschrift «Driver» getragen, hinter ein Steuer hätten sie sich allerdings nicht mehr gewagt.

Bis die junge Manal al-Scharif auftauchte und Ende Mai 2011 ein brisantes Video auf die Internet-Plattform Youtube stellte. Es zeigte die 32-Jährige, wie sie am Steuer eines Autos durch die Stadt Khobar fuhr. Der öffentliche Ungehorsam al-Scharifs hatte eine umgehende Verhaftung zur Folge, die wiederum eine Welle von Solidaritätsprotesten auslöste. Via Facebook formierten sich immer wieder neue Info-Seiten und Beiträge von Frauen weltweit, die die Araberinnen in ihrem kämpferischen Vorhaben unterstützten. Zwar blockierte die Regierung mehrere arabische Seiten, doch kommen immer wieder neue dazu. Gegen die Verbreitung von Nachrichten im Netz ist man machtlos und die Araberinnen sind fest entschlossen, ihren Kampf weiterzuführen.

(baz.ch/Newsnet)>

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Spiegel
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Ägypten 21.11.2011: <Nacktfoto-Streit in Ägypten: Religiöse Eiferer zeigen Kunststudentin an> - der islamische Männer-Terror gegen Frauen kennt auch im revolutionierten Ägypten keine Grenzen


Alia, Aktfoto 2011
Alia, Aktfoto 2011


aus: Spiegel online; 21.11.2011;
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,798857,00.html

<Ihr Nacktfoto im Netz hat Ägypten aufgewühlt, jetzt könnte Kunststudentin Alia Magda al-Mahdi ein Gerichtverfahren drohen. Radikalislamische Juristen haben die junge Frau angezeigt und werfen ihr und ihrem Freund vor, die Gesellschaftsordnung zu untergraben.

Hamburg - Sie wollte mit einem schwarzweißen Akt im Internet für freie Kunst und Ausdrucksfreiheit eintreten, doch nun bekommt die ägyptische Kunst- und Medienwissenschaftsstudentin Alia Magda al-Mahdi möglicherweise Ärger mit der Justiz. Eine Gruppe radikal-religiöser Juristen hat die junge Frau und ihren Freund, den Blogger Karim Amer, bei der Generalstaatsanwaltschaft angezeigt, berichtet die halbstaatliche ägyptische Tageszeitung "al-Ahram" in ihrer englischen Online-Ausgabe.

Am Freitag habe demnach ein Anwalt die beiden jungen Erwachsenen der Ermittlungsbehörde gemeldet, weil sie als Paar zur Verbreitung von Nacktbildern aufriefen und im Widerspruch zu religiösen und gesellschaftlichen Regeln unverheiratet zusammenlebten. Einen Tag zuvor hatte eine Gruppe von islamischen

Rechtswissenschaftsabsolventen die beiden mit der Begründung bei der Staatsanwaltschaft angeschwärzt, sie verbreiteten Unmoral. Wegen Missachtung der Religion sollten sie nach islamischem Recht bestraft werden.

Hinter der ersten Anzeige soll eine Gruppe namens Koalition der islamischen Absolventen der Rechtswissenschaften stehen, berichtete das ägyptische Internet-Nachrichtenportal "Bikya Masr" am Donnerstag. Die Eiferer sollen Mahdi und ihren Freund auch über die Facebook-Seite ihrer Gruppe angeprangert haben.

Schläge oder Gefängnis als Strafe für ein Aktbild?

Ein Sprecher der Gruppe sagte, das Paar korrumpiere die ägyptische Gesellschaft mit "fremden, inakzeptablen Verhaltensweisen, wie etwa der Forderung nach sexueller Freiheit". Mahdi und Amer sollten daher mit "Schlägen, einer Gefängnisstrafe oder was immer das Gericht für richtig hält", bestraft werden, zitiert ihn das Portal "Bikya Masr".

Bloggerin al-Mahdi ist 20 Jahre alt, studiert an der American University in Kairo und bezeichnet sich in einem Twitter-Profil unter ihrem Namen als säkulare, liberale Feministin. Von Religion hält sie offenbar nichts, bei Twitter steht unter ihrem Namen auch der Satz: "Ich bin Atheistin, seit ich 16 bin."

Solche Aussagen und die Aktfoto-Aktion sind eine scharfe Provokation im islamisch geprägten Ägypten, in dem das Mubarak-Regime religiöse Kräfte bis zur Revolution im Frühjahr brutal verfolgen ließ. Als ungehörig gilt in der arabischen Welt außerdem, dass sich Mahdi auf dem Profilbild ihres Blogs Arm in Arm mit einem jungen Mann, vermutlich ihrem Freund Amer, zeigt, aber nicht mit ihm verheiratet ist.

Der bizarr anmutende Bilderstreit um die nackte Studentin fällt in die heiße Phase des Parlamentswahlkampfs in dem noch immer von einem Militärrat regierten Land. Säkulare und islamische Kräfte, die gemeinsam den Sturz des Mubarak-Regimes im Februar erkämpften, ringen während der Wahlen Ende November um Macht und Einfluss und greifen auch vermehrt zu gewaltsamem Protest gegen der unbeliebte Militärregierung. Am Freitag und Samstag war es in Kairo und Alexandria zu den schwersten Ausschreitungen zwischen Staatsmacht und Demonstranten seit der Abdankung von Staatspräsident Husni Mubarak gekommen. Dabei starben mindestens drei Menschen, mehr als 700 wurden verletzt.

Ob die Staatsanwaltschaft überhaupt die Vorwürfe gegen Kunststudentin Mahdi und ihren Freund anerkennt und ihnen nachgehen wird, ist bislang nicht klar. Die Wahl allerdings wird dem Land eine neue Richtung geben. Danach wird auch darüber zu entscheiden sein, ob im neuen Ägypten nach Mubarak Aktfotos künftig unter Strafe stehen sollen oder nicht.

cht>

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Welt online,
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Ägypten 25.11.2011: Sexuelle Misshandlungen an drei Frauen auf dem Tahrir-Platz - und Kampfstoff-Tränengas

aus: Welt online: Ägypten: Frauen prangern sexuelle Gewalt auf Tahrir-Platz an; 25.11.2011;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13735793/Frauen-prangern-sexuelle-Gewalt-auf-Tahrir-Platz-an.html

<Autor: Birgit Svensson

Mindestens drei Frauen sind in Kairo misshandelt worden, darunter zwei Journalistinnen. Derweil gibt ein ominöses Tränengas Rätsel auf.

Menna ist klein und pummelig, trägt Jeans und einen Schleier, der ihre Haare verdeckt. An ihr kommt keine Frau vorbei, die zum Tahrir-Platz in Kairo will. Sie überprüft Ausweise und untersucht Handtaschen. Auf ihrer Armbinde steht auf Arabisch „Sicherheit“.

Als Menna den deutschen Pass sieht, leuchten ihre Augen und sie verrät, dass sie an der Deutschen Universität in Kairo Ingenieurwesen und Kommunikation studiert. „Wir sind alle hier“, behauptet die 23-jährige Ägypterin. „Auch die Amerikaner sind mit dabei“, sagt sie und meint die Studenten der Amerikanischen Universität. Jetzt, am Tag der „letzten Chance“ des Protestes vor den Wahlen, ist sie schon morgens gekommen. Es ist wieder Freitag, der islamische Sonntag.

Bevor sich Menna den nächsten Besucherinnen zuwendet, gibt sie noch einen Mund- und Nasenschutz aus, der aussieht wie eine Filtertüte mit Gummiband. „Die brauchst du nachher für das Gas“, sagt sie und zeigt auf eines der fünf Feldlazarette, die am Tahrir Verletzte versorgen. Dort steht ein junger Medizinstudent in weißem Kittel und einer soliden Atemschutzmaske aus Plastik.

Woraus bestand das ominöse Tränengas?

Auch zwei Tage nach den größten Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften behandelt Alaa noch immer Menschen, die über Übelkeit, Kopfschmerz und Krämpfe klagen, bis hin zu Kreislaufversagen. Polizei und Armee schossen die Gaspatronen teilweise wild in die Menge, die Gase waren ganz offensichtlich stärker als handelsübliche Tränengase. Manche sprechen gar von Kampfstoffen.

Alaa kann das nicht bestätigen, meint aber, dass ein Reizgas verwendet wurde, das stärker gewesen sei als jenes im Januar zu Beginn der Revolution. Er zeigt auf eine Kartusche, die CR-Gas (Tränengas) aus den USA ausweist. Auf der Rückseite steht „Made in USA“, Produktionsdatum 11. März 2011. Eine Laboruntersuchung werde endgültig Aufklärung bringen, meint Alaa.

Er könne sich nicht vorstellen, dass Kampfgase eingesetzt wurden, sagt der Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo, Andreas Jacobs. Senfgas, wie teilweise vermutet werde, hätte keiner überlebt. Wohl aber könne es sein, dass das eingesetzte Tränengas jetzt eine stärkere Wirkung habe als noch im Januar. Das hätte auch mit der Temperatur zu tun. Ihm sei berichtet worden, dass einige Kartuschen wohl aus alten Beständen der Polizei stammten und das Verfallsdatum abgelaufen sei.

„Die Toten, die es gegeben hat, sind alle erschossen worden“, bestätigt der angehende Arzt Alaa. „Wir haben Gummigeschosse in allen möglichen Körperteilen gefunden.“ Alaa zeigt auf einen Mann, der mitten auf dem Tahrir-Platz in einem Zelt sitzt und den Tod seines Sohnes beklagt. „Sie haben ihn in den Kopf und in die Brust geschossen“, klagt der Vater.

Dabei habe Feldmarschall Hussein Tantawi erklärt, sie hätten nicht eine Kugel in die Brust eines Ägypters geschossen. „Wer denn dann?“, fragt der Mann verzweifelt. Die fast 40 Ägypter hätten sich doch nicht selbst umgebracht. Er werde nicht vom Tahrir-Platz weichen, bis der Militärrat zurückgetreten sei, sagt der Vater und ist sich darin einig mit vielen anderen Angehörigen der Toten vom Tahrir.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International unterstreicht, dass die Methoden der regierenden Militärs dieselben seien wie die unter dem gestürzten Präsidenten Husni Mubarak, teilweise sogar schlimmer. So sei 12.000 Zivilisten in den vergangenen Monaten vor Militärgerichten der Prozess gemacht worden. Mindestens 13 von ihnen wurden zum Tode verurteilt.

Die angeblichen Vorwürfe gegen die Beschuldigten: Rücksichtsloses Verhalten, Missachtung der Ausgangssperre, Sachbeschädigung oder Beleidigung der Armee. Kritiker des Militärrates, Demonstranten, Journalisten, Blogger oder Streikende würden verfolgt und schonungslos zum Schweigen gebracht, so Amnesty. Folter gehöre noch immer zu den Methoden der Sicherheitskräfte.

Journalistinnen misshandelt

Keine leeren Anschuldigungen: Mit Entsetzen hat die Weltöffentlichkeit das Schicksal der ägyptisch-amerikanischen Journalistin Mona al-Tahawy aufgenommen. Als sie vor dem Innenministerium fotografieren wollte, habe man sie aufgegriffen und zwölf Stunden lang festgehalten. „Sie haben mich mit Stöcken an den Armen und am Kopf geschlagen“, berichtet die Journalistin nach ihrer Freilassung über Twitter. „Sie haben mich sexuell belästigt, an die Brüste gefasst und ihre Hände zwischen meine Beine gelegt.“

Bei den Misshandlungen seien ihr der linke Arm und die rechte Hand gebrochen worden. Röntgenaufnahmen könnten dies beweisen, schreibt die 44-Jährige. Erst als sich herausstellte, dass sie neben der ägyptischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft halte, habe man sie frei gelassen.

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ forderte die Weltmedien dazu auf, derzeit keine weiblichen Berichterstatter nach Ägypten zu entsenden.

„Ich dachte, ich würde sterben“, zitierte die Zeitung „Le Figaro“ die französische Reporterin Caroline Sinz. Sinz wurde nach eigenen Angaben am Rande des Tahrir-Platzes in Kairo von einer Horde Jugendlicher überfallen und sexuell bedrängt. Ihr seien die Kleider vom Leib gerissen worden.

Die unsittlichen Berührungen entsprächen dem Straftatbestand einer Vergewaltigung, zitierte die Zeitung die Frau.

Arabische Nachrichtenwebsites veröffentlichten ein Video, auf dem zu sehen ist, wie eine junge Frau in Jeans und Sweatshirt von jungen Männern auf dem Tahrir-Platz betatscht und geschlagen wird. Auch Ägypterinnen sind häufiger Opfer sexueller Übergriffe. Eine Studie der Universität Kairo belegt, dass 75 Prozent der ägyptischen Frauen schon einmal sexuell belästigt worden sind – egal ob verschleiert oder nicht.>

Kommentar

Der Islam und seine Sexprobleme - eine unendliche Geschichte. Die Ursache der Männergewalt ist in der Jugenderziehung zu suchen, denn wenn in der Jugend alles tabu und verboten ist, dann kommen gewalttätige Männer ohne Verantwortungsgefühl dabei heraus.

Michael Palomino, 25.11.2011

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Welt online,
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Deutschland 27.11.2011: <Gewalt an Frauen in muslimischen Familien nicht zurückgegangen> - Ehrenmorde

aus: Welt online: Zwangsheirat und "Ehrenmord": Im Namen der Ehre die Kehle durchschneiden; 27.11.2011;
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13737784/Im-Namen-der-Ehre-die-Kehle-durchschneiden.html

<Autor: Janina Harder

Eine vollverschleierte Frau. Immer noch werden zahlreiche muslimische Frauen Opfer von Gewalt in ihren Familien.

Eine neue Untersuchung zeigt, dass Gewalt an Frauen in muslimischen Familien nicht zurückgegangen ist. Hamburg will dagegen ankämpfen.

[Versuchter Mord wegen Kind mit einem Kurden]
Dass ihre kleine Tochter heute am Leben und gesund ist, grenzt für Serap Y. an ein Wunder. Denn im Oktober 2010 hatte ihr Bruder Ibrahim Y. die damals hochschwangeren Frau in ihrer Wohnung in Wilhelmsburg aufgesucht, sie auf den Boden geworfen, ihr in Bauch und Rücken getreten und sich schließlich auf sie gestellt. Weil ihr ungeborenes Kind aus einer unehelichen Verbindung mit einem Kurden stammte, habe sie die Familienehre verletzt. Die Frau rief eine Freundin zu Hilfe, überlebte schwer verletzt und brachte dennoch ein gesundes Kind zur Welt. Zurzeit wird der Fall am Harburger Schöffengericht verhandelt.

[Mord wegen "westlichem Lebensstil]
In anderen Fällen wie dem von der Deutsch-Afghanin Morsal Obeidi kam jede Hilfe zu spät. Im Mai 2008 hatte ihr Bruder die 16-Jährige in einem Hinterhof im Hamburger Stadtteil St. Georg mit 23 Messerstichen getötet, weil sie mit ihrem westlichen Lebensstil gegen die Regeln der afghanischen Familie verstoßen hatte.

Die Fälle reihen sich ein in eine Ansammlung von Schicksalen, die durch Gewaltanwendung im Namen einer vermeintlichen „Ehre“ erfolgten.

[Auf Gewalt in der Erziehung folgt die gewaltsame Zwangsheirat]
Auch Zwangsehen können als Folge dieses Ehrverständnisses verbucht werden. Dass sie oftmals eine Vorgeschichte voller Gewalt haben, belegt eine neue Studie, die erstmals das Phänomen der Zwangsheirat bundesweit untersucht. Demnach waren zwei Drittel der von Zwangsverheiratung Betroffenen bereits in ihrer Erziehung Gewalt ausgesetzt.

Mehr als die Hälfte erlebte im Zusammenhang mit der Zwangsverheiratung körperliche Übergriffe. Fast jede Dritte wurde mit einer Waffe oder mit Mord bedroht. Im schlimmsten Fall endet ein solcher Übergriff, den die Schuldigen im Namen einer vermeintlichen Wiederherstellung der „Familienehre“ begehen, für die betroffenen Frauen tödlich.

[Der patriarchale Islam-Terror ist auch in Deutschland ungebrochen - und alles wegen dem Wort "Ehre": Türkischer Bruder sperrt die Schwestern ein, zu lange aus dem Fenster schauen wird körperlich bestraft - selbstbestimmte Mädchen werden verstossen]

„Der Patriarchalismus ist kein Phänomen der Vergangenheit“, sagt Heidemarie Grobe von Terre des Femmes Hamburg. „Das Leben nach seinen traditionellen Wertemustern schränkt auch heute die freie Entfaltung vieler Mädchen und Frauen ein, besonders auch der in Deutschland lebenden Migrantinnen muslimischen Glaubens.“ Spätestens, wenn es um die Selbstbestimmung und um die Frage der Heirat gehe, treten für viele Migrantinnen die Probleme auf.

Auch in Hamburg ist nach Einschätzung von Sozialarbeitern innerhalb der vergangenen zehn Jahre ein gleichbleibendes Maß an Gewalt vorhanden. „Allerdings gibt es für Betroffene immer mehr Möglichkeiten, sich Unterstützung zu holen und das Thema ist stärker ins Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt“, sagt Sozialpädagogin Tanja Brückmann von Basis & Woge, einem Jugendhilfeträger für die Notaufnahme und Betreuung von Mädchen und jungen Frauen, die von Zwangsheirat und familiärer Gewalt bedroht sind.

„Wenn ich schon das Wort ‚Ehre' höre, werde ich wütend“, sagt Ceylan Yildirim, die sich auf Einladung von Terre des Femmes entschlossen hat, einer Hamburger Zuhörerschaft ihr persönliches Schicksal zu erzählen. Die 37-Jährige war vor 20 Jahren mit einem türkischen Mann zwangsverheiratet worden – mittlerweile ist sie geschieden und führt ein Leben auf der Flucht.

Als Sechsjährige war sie aus Ostanatolien mit ihren Eltern und sieben Geschwistern nach Deutschland gekommen. „Der Begriff der Familienehre prägte die familiäre Denkweise, solange ich denken kann“, sagt Yildirim. Daran habe auch der Umzug nach Deutschland nichts geändert. Als zwei Jahre später ihre Eltern tödlich verunglückten, habe ihr ältester Bruder, damals 20-jährig, bei der Betreuung der jüngeren Geschwister genau auf die Einhaltung traditioneller Regeln geachtet.

„Er hat uns auf Schritt und Tritt kontrolliert, wir Mädchen durften tagsüber nicht raus. Schaute meine größere Schwester mal etwas zu lange aus dem Fenster, schlug er sie.“ Die beiden älteren Schwestern rissen aus. Die Tatsache, dass sie mit anderen Männern zusammenlebten, machte sie zu Aussätzigen, die von der Familie verstoßen wurden.

Mit 15 Jahren verheiratet - [die Sklavin in der türkischen Familie - Bildungsverbot]

Ceylan kam kurz darauf in eine katholische Einrichtung, besuchte bis zu ihrem 14.Lebensjahr das Gymnasium. Bis zu jenem Tag, an dem ihre ältere Schwester mit ihr unter dem Vorwand eines gemeinsamen Urlaubs in die Türkei reiste. „Sie ließ mich dort zurück und sagte, sie würde wieder kommen – aber ich begriff, dass ich verheiratet werden sollte.“

Sie hatte die Wahl zwischen einem ihrer Cousins oder dem zehn Jahre älteren Geschäftsfreund ihres Schwagers. Letzteren musste sie im Alter von nur 15 Jahren heiraten, gebar mit 18 einen Sohn. Dem Willen ihres Ehemanns und dem seiner Familie habe sie sich bedingungslos unterordnen müssen. „Die Familie war der Überzeugung, dass ein Mann seine Frau züchtigen darf, wann und aus welchem Grund auch immer“, erzählt Yildirim. „Wenn wir aßen, durften alle Familienmitglieder zuerst essen und zuletzt kam ich. Ich war quasi eine Bedienstete meiner Schwiegermutter.“

Auch als sie mit ihrem Ehemann nach Deutschland zog, verbesserte sich die Situation kaum. Sie wurde bestraft, wenn sie sich zu westlich gab. Auch alle Kontakte zu deutschen Freundinnen unterband er. „Er wollte nicht, dass ich mich bilde. Er sagte immer, je gebildeter du bist, desto schneller verlässt du mich.“

Ihr Mann wollte ihr die Kehle durchschneiden - [der türkische Zwangs-Ehemann rastet aus wegen einem "Annäherungsversuch"]

Trotzdem holte sie ihre Schulabschlüsse nach, floh immer wieder in Frauenhäuser, traute sich viele Jahre jedoch nicht, den türkischen Mann zu verlassen. Bis zu dem Tag, an dem sie mit ihm auf einer Hochzeit war, und ein fremder Mann einen Annäherungsversuch wagte. „Mein Mann tobte, und es endete in einer Massenschlägerei. Weil er davon ausging, dass ich als Frau die Situation provoziert hatte, wollte er mir vor den Augen von 200 Menschen die Kehle durchschneiden“, sagt Yildirim. „Ich habe nur überlebt, weil mein Sohn mich verteidigt hat. Meine restliche Familie wollte mich tot sehen.“

Seit diesem Vorfall lebt sie getrennt von ihrem Mann, hat sich scheiden lassen. „Ich bin noch immer auf der Flucht, bin in eine andere Stadt gezogen, weil er und meine Familie mich finden und umbringen wollen“, sagt die 37-Jährige. Dennoch hoffe sie, ein neues Leben beginnen zu können und durch ihr neues Studium in Zukunft möglichst vielen Betroffenen helfen zu können.

Solches Engagement wird auch notwendig sein, denn die Ergebnisse der Studie sind laut Experten alarmierend: Im Jahr 2008 wurden deutschlandweit 3443 von Zwangsverheiratung bedrohte oder betroffene Personen beraten. 93 Prozent davon waren Mädchen und Frauen.

Hohe Dunkelziffer - [deutscher Pass schützt nicht vor Türken-Terror und auch nicht vor Zwangsheirat]

Für Hamburg gibt es derzeit nur Zahlen aus einer Studie von 2005. Laut Lawaetz-Stiftung sind zu jenem Zeitpunkt in 26 befragten Hamburger Einrichtungen 210 Beratungsfälle erfasst worden. Dabei waren 82 Prozent der Hilfesuchenden muslimischen Glaubens, der Großteil von ihnen hatte türkische, afghanische oder kurdische Wurzeln.

Heidemarie Grobe von Terre des Femmes Hamburg: „Nur die mutigsten Mädchen suchen aktiv Hilfe bei einer Beratungsstelle, wir gehen von einer weit höheren Dunkelziffer aus.“ Dies bestätigt die Studie, in der 25 Prozent der Betroffenen berichteten, dass auch andere Familienmitglieder von einer Zwangsverheiratung betroffen sind.

Auffallend ist, dass die Betroffenen vermeintlich gut integriert sind. 32 Prozent sind in Deutschland geboren und 44 Prozent besitzen einen deutschen Pass. Doch ihre Zukunft liegt nicht in Deutschland: Mehr als 52 Prozent der Zwangsverheiratungen finden im Ausland statt oder sind dort geplant. 43 Prozent der Betroffenen befürchten, ins Ausland verschleppt zu werden und dort langfristig leben zu müssen.

„Das im Juli 2011 in Kraft getretene Gesetz gegen Zwangsverheiratung greift in diesen Fällen nicht, da versäumt wurde, Zwangsverheiratung in den Katalog der Auslandsstraftaten aufzunehmen“, sagt Heidemarie Grobe von Terre des Femmes.

Auch die Sensibilisierung an den Schulen fehle. Beunruhigend sei die Tatsache, dass vor allem junge Frauen unter 21 Jahren betroffen sind. Knapp ein Drittel der Betroffenen sind sogar unter 18 Jahren. Um einen Bewusstseinswandel zu schaffen, fordert Terre des Femmes, dass das Thema Zwangsverheiratung in alle Lehrpläne ab der 7.Klasse aufgenommen wird.

Der Hamburger Senat will auf diese Problematiken und den daraus folgenden Handlungsbedarf mit einem Landesaktionsplan reagieren, der die Weiterentwicklung von Zielen und Maßnahmen zur Unterstützung von Betroffenen und zur Bekämpfung von Zwangsheiraten vorsieht.

„Unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse aus der bundesweiten Studie zur Zwangsheirat werden vor allem die Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen im Bereich Schule, Kinder- und Jugendhilfe angegangen“, sagt Sozialbehörden-Sprecherin Nicole Serocka. „Insbesondere soll die Aufmerksamkeit dabei der interkulturellen Elternarbeit und Jungensozialisation gelten.“

Zudem will die Hansestadt den Ausbau der Kooperationsstrukturen zwischen Einrichtungen des Opferschutzes und der Beratungsstellen für homosexuelle Männer und Frauen ausbauen.>

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20 minuten
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Afghanistan 2.12.2011: Vergewaltigte Frau wird des Ehebruchs bezichtigt - und soll dann den Vergewaltiger auch noch heiraten

aus: 20 minuten online: Gewalt gegen Frauen: Vergewaltigte muss ihren Peiniger heiraten; 2.12.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/afghanistan/story/Vergewaltigte-muss-ihren-Peiniger-heiraten-20746840

<Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat eine von ihrem Cousin vergewaltigte Frau begnadigt - mit Folgen. Zudem wurde in Afghanistan eine 17-Jährige mit Säure attackiert.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Freilassung eines wegen Ehebruchs inhaftierten Vergewaltigungsopfers angeordnet. Wie Karsais Sprecher Aimal Faisi am Donnerstag sagte, soll Gulnaz nun aber den Vergewaltiger heiraten.

Rund 5000 Menschen hatten eine Petition zur Freilassung der Frau unterzeichnet, die seit zwei Jahren wegen Ehebruchs in Haft sitzt, nachdem sie in ihrem Haus von ihrem Cousin vergewaltigt worden war. Ursprünglich wurde Gulnaz zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt.

Sie brachte im Gefängnis ein Mädchen des Täters zur Welt. Angesichts der Empörung über ihre Verurteilung berief Karsai eine Sitzung von Justizvertretern ein, auf der ihre Begnadigung beschlossen wurde, wie Faisi mitteilte.

Gegenseitiger Deal

Nach Angaben des Sprechers soll sie nun den Vergewaltiger heiraten. «Sie hat der Hochzeit zugestimmt, aber nur wenn seine (des Vergewaltigers) Schwester ihren Bruder heiratet», sagte Faisi.

Demnach soll die Hochzeit sicherstellen, dass sie in der konservativen afghanischen Gesellschaft nicht weiteren Angriffen ausgesetzt ist. Faisi betonte aber, dass die Hochzeit nicht die Bedingung für ihre Freilassung sei. Gulnaz möchte ihren Vergewaltiger nicht heiraten, sagte eine US-Abgeordnete in Kabul gegenüber CNN. Sie wolle lieber einen «gebildeten» Mann heiraten. Sie werde Gulnaz nach ihrer Freilassung an einen sicheren Ort führen.

Säureattentat auf 17-Jährige

Unbekannte verübten unterdessen ein Säureattentat auf ein 17-jähriges Mädchen und seine Familie. Der Vater des Mädchens sagte, die bewaffneten und vermummten Täter seien um Mitternacht in sein Haus eingedrungen, hätten ihn, seine Frau und seine Töchter geschlagen und dann Säure in das Gesicht seiner Tochter Mumtas gesprüht. Auch die Mutter und die anderen Töchter wurden demnach durch die Säure verletzt.

Die Täter konnten fliehen, bevor die Polizei eintraf. Mumtas wurde ins Spital eingeliefert und hatte grosse Schwierigkeiten zu sprechen. Der afghanische Innenminister Bismullah Mohammadi ordnete Ermittlungen zu dem Fall an.

Afghanische Frauen Ziele der Gewalt

Gewalt gegen Frauen ist in der afghanischen Gesellschaft weit verbreitet. Die Unabhängige Afghanische Menschenrechtskommission verzeichnete mehr als tausend Fälle für das zweite Quartal 2011.

Im gesamten Jahr 2010 belief sich die Zahl der Delikte demnach auf rund 2700. Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam vom Oktober gaben 87 Prozent der afghanischen Frauen an, Opfer von körperlicher, sexueller oder seelischer Gewalt geworden zu sein.

(kub/sda)>

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Islam-Terror gegen Frauen:


El
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Bangladesh 16/12/2011: <Sujeto le corta los dedos a su esposa por estudiar sin su permiso>


Bangladesch 16.12.2011: <Objekt schneidet der Ehefrau die Finger ab, weil sie ohne Erlaubnis gelernt hat>

de / aus: El Ojo del Perú online; 16/12/2011;
http://ojo.pe/ojo/nota.php?txtSecci_id=51&txtNota_id=660978

<Un hombre de Bangladesh le cortó los dedos de la mano derecha a su esposa con un machete porque ella continuo estudiando pese a que él se lo había prohibido.

La amputación se produjo cuando la joven Hawa Akhter Jui se encontraba en casa de su cuñada y apareció por sorpresa su marido, Rafiqul Islam, emigrante en Dubái.

"Me dijo que quería darme una sorpresa, me tapó los ojos. Podía sentir que estaba enojado pero no me atreví a protestar", relató la joven a la prensa local.

"De repente me dijo que debía poner fin a mis estudios" En ese instante le cortó los dedos con un machete y los echó a la basura.

Después de tres horas y tras mucho insistir a la familia de su marido, la víctima fue trasladada a un hospital cercano, donde, debido al tiempo transcurrido, no pudieron unir los dedos a la mano.

Tras el arresto de su marido, Jui se encuentra en la casa de sus padres y quiere seguir con los estudios.

"Haré todo lo posible por continuar. Quiero llegar a ser abogada", concluyó.>


<Ein Mann aus Bangladesch hat seiner Ehefrau mit einer Machete die Finger der rechten Hand abgeschnitten, weil sie weiter gelernt hatte, was ihr vom Ehemann verboten worden war.

Die Amputation ereignete sich, als die junge Hawa Akhter Jui im Hause ihrer Schwägerin befand und überraschend der Ehemann Rafiqul Islam auftauchte, ein Auswanderer aus Dubai.

"Er sagte mir, dass er mir eine Überraschung schenken wolle und verband mir die Augen. Ich empfang das als etwas ungemütlich, aber ich traute mich nicht zu protestieren", berichtete die junge Frau der lokalen Presse.

"Plötzlich sagte er, dass er meinem Lernen ein Ende setzen müsse2. In diesem Moment schnitt er mit einer Machete die Finger ab und warf sie in den Müll.

Nach 3 Stunden und durch den Widerstand der Familie des Ehemanns wurde das Opfer ins nahe Spital gebracht, wo man die Finger wegen der verpassten 3 Stunden nicht mehr annähne konnte.

Da sich der Ehemann in Haft befindet, ist Jui nun im Haus seiner Eltern und will sie Studien fortsetzen.

"Ich werde alles Mögliche dafür tun um weiterzumachen, um am Ende Anwältin zu werden", schloss sie.>

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Der Standard
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20.12.2011: <Pakistan: Fast 700 Frauen "im Namen der Ehre" ermordet> - davon 70 Minderjährige

aus: Der Standard online; 20.12.2011;
http://diestandard.at/1324170320779/Pakistan-Fast-700-Frauen-im-Namen-der-Ehre-ermordet

<20. Dezember 2011 13:23


Horrende Statistik 2011: Human Rights Watch prangert Unfähigkeit des Staates an, Gewaltschutz durchzusetzen

Islamabad - Nachdem am Montag ein weiterer Fall von unterlassener Strafverfolgung in einem extremen Fall von Gewalt gegen Frauen in Pakistan publik wurde (dieStandard.at berichtete), wurden am Dienstag neue Zahlen zur umfassenden Gewalt-Problematik im Land veröffentlicht: Fast 700 pakistanische Frauen und Mädchen sind in den ersten neun Monaten dieses Jahres Opfer sogenannter Ehrenmorde geworden.

Insgesamt 675 Frauen und Mädchen seien von Januar bis September "im Namen der Ehre" in Pakistan getötet worden, sagte ein ranghoher Beamter der pakistanischen Menschenrechtskommission. Bis Februar soll ein Bericht für das gesamte Jahr 2011 vorgelegt werden. Im Jahr zuvor waren 791 Frauen "Ehrenmorden" zum Opfer gefallen.

Über 70 Opfer minderjährig

Mehr als der Hälfte der Opfer wurde vorgeworfen, eine "verbotene Beziehung" geführt zu haben. 129 wurden getötet, weil sie ohne Erlaubnis heirateten. Einige Frauen seien vor ihrem Tod zudem Opfer von Vergewaltigungen oder Massenvergewaltigungen geworden. In einigen Fällen wurden die Frauen von ihren Söhnen oder Vätern getötet, vielfach auch von den Ehemännern. Mehr als 70 Opfer waren noch minderjährig.

Keine Gewaltschutzgesetze, laxe Strafverfolgung

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Gewalt, das viele Frauen im konservativ-muslimischen Pakistan erleiden. Ein Gesetz gegen häusliche Gewalt gibt es nicht. AktivistInnen fordern von der Regierung eine gezieltere Strafverfolgung von Mördern in Fällen, die von der Polizei häufig als private Familienangelegenheiten abgetan werden. Der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge ist die Unfähigkeit des Staates, ein entsprechendes Gesetz durchzusetzen, eines der Hauptprobleme. Stattdessen würden die Fälle Stammesältesten überlassen. (APA)>

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Welt online,
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27.1.2012: Burka-Verbot kommt nun auch in Holland

aus: Welt online: Muslmische Kleidung: Niederländische Regierung beschließt Burka-Verbot;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13837694/Niederlaendische-Regierung-beschliesst-Burka-Verbot.html

<Burkas und andere verschleidernde Kleidungsstücke sollen in Holland aus dem Alltag verschwinden.

Das Tragen der Burka ist in Holland bald nicht mehr erlaubt, das Kabinett hat einem entsprechenden Verbot zugestimmt. Für Geert Wilders eine "fantastische Neuigkeit".

In den Niederlanden soll künftig das Tragen der Burka und anderer gesichtsverhüllender Kleidung verboten werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf beschloss die Mitte-Rechts-Regierung am Freitag in Den Haag.

Ein Verstoß gegen das Verbot kann danach mit einer Geldstrafe von bis zu 340 Euro geahndet werden. Der Gesetzentwurf muss noch vom Parlament verabschiedet werden.

Innenministerin Liesbeth Spies teilte nach dem Kabinettsbeschluss mit, das Verbot gelte für alle Arten gesichtsbedeckender Kleidung, also auch Biwakmützen und Helme. Ausnahmen gebe es für Verkleidungen an Karneval und Nikolaus.

Das Verbot sei "von größter Wichtigkeit", sagte die Ministerin, auch wenn es nur wenige Frauen mit Burka gebe. In einer offenen Gesellschaft müssten Bürger sich unverhüllt begegnen.

Bisher gibt es Burka-Verbote bereits in Frankreich und Belgien. In Deutschland macht sich die Hessen-CDU für ein Burka-Verbot stark.

In den Niederlanden gehört ein Burka-Verbot zu den Forderungen der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit von Geert Wilders, auf deren Tolerierung die Regierung von Christdemokraten und Rechtsliberalen angewiesen ist. Der bezeichnete den Beschluss des Kabinetts als "fantastische Neuigkeit".

Das Staatsrat, das höchste Beratungsorgan der niederländischen Regierung, hatte von einem entsprechenden Gesetz dringend abgeraten. Nach Ansicht der Juristen verstößt es gegen die Freiheit der Religionsausübung. Dagegen argumentierte die Regierung, die Europäische Menschenrechtskonvention lasse eine Einschränkung der Religionsfreiheit zu, wenn dies im Interesse der öffentlichen Ordnung sei.

Zugleich ist der Schritt eher symbolisch – Schätzungen zufolge tragen lediglich etwa 300 muslimische Frauen im Land die gesichtsverhüllende Kleidung in der Öffentlichkeit.

epd/ap/toto>

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20 minuten
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30.1.2012: <Vier Frauen ertränkt: «Ehrenmorde» erschüttern Kanada>

aus: 20 minuten online; 30.1.2012;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/13397747

<Ein 58-jähriger Afghane, seine Frau und sein Sohn wurden in Kanada zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie haben vier Frauen - 19, 17, 13 und 52 Jahre alt - der «Ehre» wegen ermordet.

Schuldsprüche für vier «Ehrenmorde» in Kanada: Eine Jury in Kingston in der Provinz Ontario hat einen aus Afghanistan stammenden 58-jährigen Mann, seine 42-jährige Frau und den 21 Jahre alten Sohn wegen vierfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die drei Angeklagten wurden am Sonntag für schuldig befunden, drei Töchter der Familie und die erste Frau des Vaters ermordet zu haben, berichtete der kanadische Sender CTV. Die vier Frauen - zum Zeitpunkt ihres Todes 19, 17, 13 und 52 Jahre alt - waren 2009 ertränkt in einem Auto im Rideau-Kanal in der Nähe von Kingston gefunden worden.

«Völlig verdrehtes Konzept der Ehre»

«Es ist schwierig, eine verabscheuungswürdigere, abscheulichere, unehrenhaftere Tat zu begehen», sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Die Gründe hinter den kaltblütigen Morden lägen in einem «völlig verdrehten Konzept der Ehre», so der Richter.

Laut CTV hatten die jüngeren Schwestern durch westliche Kleidung und Freundschaften mit Männern in den Augen des Vaters Schande über die Familie gebracht.

Die drei Verurteilten hatten während der 10-wöchigen Verhandlung auf ihre Unschuld beharrt, belastende Tonbänder und Zeugen sowie widersprüchliche Aussagen der Angeklagten hätten die Jury nach einer 15 Stunden dauernden Beratung aber zum Schuldspruch bewegt. Die Verurteilten haben für die nächsten 25 Jahre kein Recht auf eine Bewährung.>

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Welt online,
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30.1.2012: <Afghanistan: Frau erwürgt, weil sie nicht den erhofften Sohn bekam> - die dritte Tochter war "zu viel" für den Muslim-Macho

aus: Welt online; 30.1.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13841842/Frau-erwuergt-weil-sie-nicht-den-erhofften-Sohn-bekam.html

<Die Geburt ihrer dritten Tochter war das Todesurteil für eine 28-jährige Afghanin. Weil sich der Ehemann einen Sohn erhofft hatte, erwürgte er die Frau.

Ein afghanischer Mann hat seine Frau umgebracht, weil sie eine Tochter statt des erhofften Sohnes geboren hat.

Die 28-Jährige sei von dem Mann und ihrer Schwiegermutter erwürgt worden, teilte die Polizei in der Provinz Kundus mit, in der auch Bundeswehr-Soldaten stationiert sind.

Der Vorfall habe sich am Samstag im Dorf Mohasili ereignet. Den Angaben zufolge hatte der Mann auf einen Sohn gehofft.

Seine Frau gebar aber zum dritten Mal eine Tochter. Während die Schwiegermutter festgenommen worden sei, verstecke sich der Mann vermutlich bei anderen Mitgliedern einer Miliz.

Afghanistan am frauenfeindlichsten

Frau sein ist gefährlich – in vielen Ländern der Welt.

Eine Studie von TrustLaw, einer Stiftung von Thomson Reuters, hat jüngst untersucht, in welchen Ländern Frauen die größten Gefahren drohen. Das schlimmste Land ist demzufolge Afghanistan, dicht gefolgt vom Kongo.

Die schlechte medizinische Versorgung, Armut und Gewalt machten Afghanistan zum gefährlichsten Land, stellte ein Experte fest.

Frauenrechtlerinnen fürchten Verschlechterung der Lage

Antonella Notari, die Chefin von "Women Change Makers", einer Gruppe, die weibliche Unternehmer unterstützt, fügte den Krieg mit Nato-Luftschlägen und die kulturelle Praxis als Gründe hinzu.

Frauen, die festgefahrene Rollenbilder verließen und beispielsweise als Polizistinnen oder Nachrichtenjournalistinnen arbeiteten, würden häufig eingeschüchtert oder sogar ermordet. Jede elfte Frau stirbt laut Unicef bei der Geburt eines Kindes.

Weil die letzten ausländischen Kampftruppen das Land im Jahr 2014 verlassen sollen, fürchten Frauenrechtlerinnen eine Verschlechterung der Lage.

Reuters/pku/smb>

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n-tv online,
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Indonesien 7.3.2012: Parlamentarierinnen dürfen weiterhin Miniröcke tragen - Minirockverbot gescheitert

aus: n-tv online: Empörung in Indonesiens Parlament: Miniröcke bleiben unantastbar; 7.3.2012;
http://www.n-tv.de/panorama/Miniroecke-bleiben-unantastbar-article5691116.html
<Frauen im indonesischen Parlament sollten nach dem Willen ihres Parlamentsvorsitzenden künftig keine Miniröcke und andere "provozierende Kleidung" mehr tragen. Nachdem ein Aufschrei durch die Reihen geht, ist dieser Vorschlag vom Tisch.

Nach einem Aufschrei der Empörung auf Twitter und Facebook wollen indonesische Abgeordnete nun doch keine Miniröcke aus dem Parlamentsgebäude verbannen. Das versicherte der stellvertretende Präsident des Repräsentantenhauses, Priyo Budisantoso.

Sein Chef Marzuki Alie hatte tags zuvor den Zorn von Frauenrechtlerinnen auf sich gezogen. Er verkündete, das Parlament wolle Miniröcke verbieten, weil das die Männer verleite. "Man kennt Männer ja", sagte er Vivanews.com. "Wenn Frauen solche Röcke tragen, turnen sie die Männer an."

"Die Abgeordneten wollen die Miniröcke als Ausrede für ihre schlechten Leistungen nutzen", schrieb eine Frau namens Riri auf Twitter. "Sie haben wohl wenig Hirn." Frauen hatten Jakartas Gouverneur Fauzi Bowo erst im vergangenen Jahr heftig kritisiert, als er meinte, wenn Frauen sich nicht aufreizend anziehen, würden sie auch nicht vergewaltigt.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa>

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Welt online,
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8.3.2012: Islam-Terror: Z.B. Film "Kairo 678" über Frauenbelästigung in Kairo - Reaktion der Musliminnen mit Haarnadeln und Selbstverteidigungskursen

aus: Welt online: Sexuelle Belästigung: In Kairo wimmelt es von Brustgrapschern; 8.3.2012;
http://www.welt.de/kultur/kino/article13908199/In-Kairo-wimmelt-es-von-Brustgrapschern.html

<"Kairo 678" ist ein Drama über Frauen, die von Männern körperlich bedrängt werden. Sie sehen nur noch eine Lösung: Haarnadeln und Selbstverteidigungskurse.

Von Barbara Schweizerhof

Ein Film über sexuelle Belästigung im heutigen Kairo scheint verdammt dazu, in die Kategorie "Themenfilm" zu fallen: das bloße Interesse daran verleiht dem hiesigen Zuschauer schon das wohlige Gefühl des Engagiertseins. Dabei hat Mohamed Diabs Alltagsdrama sehr viel mehr zu bieten.

Drei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus führt er zusammen: die Kopftuchträgerin Fayza, die bei ihrer täglichen Busfahrt zur Arbeit den körperlichen Bedrängungen nach außen hin absichtsloser Männer ausgesetzt ist; die emanzipierte Schmuckmacherin Seba, die nach einer schlimmen Erfahrung im Gedränge nach einem Fußballspiel Selbstverteidigungskurse gibt, und die junge Stand-up-Komikerin Nelly, die abwägt, den guten Ruf ihrer Familie zu riskieren, um einen Brustgrapscher vor Gericht zu bringen.

Auch die Männer sind frustriert

Als Fayza eines Tages aus Verzweiflung beginnt, die sie attackierenden Männer mit einer Haarnadel zu stechen, spitzen sich die Dinge zu. In immer neuen Wendungen, die alles andere als den voraussehbaren Weg einschlagen, entfaltet "Kairo 678" das komplexe Geflecht aus Schuld und Scham, aus Gesetz, Tradition und Rachebedürfnis, das die sexuellen Beziehungen in der modernen ägyptischen Gesellschaft auf so fatale Weise bestimmt.

Ohne je ins Melodramatische oder Plakative abzudriften, bezieht Diab auch die Not und den Frust der Männer in sein Panorama mit ein und gibt damit ein sehr viel differenzierteres Bild als andere Filme über den arabischen Frühling .>

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Welt online,
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17.3.2012: Saudische Frau klagt gegen Vormund wegen Qual

aus: Welt online: Saudi-Arabien: Wenn der peinigende Vater zum grössten Feind wird; 17.3.2012;
http://www.welt.de/politik/ausland/article13927922/Wenn-der-peinigende-Vater-zum-groessten-Feind-wird.html

<Samar Badawi (Mi.) bei der Preisverleihung mit US-Außenministerin Hillary Clinton (r.) und First Lady Michelle Obama

Die Saudi-Araberin Samar Badawi hat ihren Vormund verklagt, weil er sie gequält hat. Das ist eine Sensation im Land der Sittenwächter und Frauenfeinde.

Etwas verlassen steht Samar Badawi auf der großen Bühne in Washington. Schüchtern, bescheiden lauscht sie den hehren Worten, die diese weltberühmte Frau über sie spricht: „Sie bewegen wirklich etwas. Und dafür danken wir Ihnen.“ Und plötzlich steht die kleine, ganz in Schwarz gewandete Frau aus der saudischen Hafenstadt Dschidda zwischen den beiden mächtigsten Frauen der Erde: Der amerikanischen First Lady Michelle Obama und US-Außenministerin Hillary Clinton.

Clinton hatte gerade ihre Laudatio anlässlich der Verleihung des Preises ihres Ministeriums für mutige Frauen gehalten. Seit 2007 werden jährlich zehn Frauen weltweit nach Vorschlägen der US-Botschaften ausgewählt, nach Washington eingeladen und feierlich geehrt. In diesem Jahr kommen die Preisträgerinnen aus Birma, Pakistan, Afghanistan und Kolumbien.

Jede dieser Kämpferinnen hätte es verdient, an dieser Stelle gewürdigt zu werden. Sie alle kämpfen gegen Diskriminierung, Kriminalität, Korruption und täglichen Terror. Aber vielleicht ist Samar Badawi im Kreis dieser starken Frauen tatsächlich etwas Besonderes. Denn sie (über-)lebt in Saudi-Arabien, dem wohl frauenfeindlichsten Staat der Welt.

Ihre Lebensgeschichte ist die einer unterdrückten, gepeinigten und gedemütigten Frau, die gegen das moralinsaure Mauerwerk einer ganzen Gesellschaftsstruktur anrennt. Sie hat ihren eigenen Vater verklagt. Das ist eine Sensation im rigiden Saudi-Arabien mit seinem System der Sittenwächter und Vormundschaften, der Klientelwirtschaft und des Nepotismus.

Die 31-jährige geschiedene Mutter eines zehnjährigen Sohnes hat sogar die Regierung verklagt, das Frauenwahlrecht eingefordert sowie das Recht, ein Auto selbst fahren zu dürfen. „Samar ist eine Kämpferin, mutig und stark genug, einen solchen Schritt zu tun. Ich ziehe meinen Hut vor ihr“, sagt die saudische Bloggerin und Medizinstudentin Omaima al-Nadschar über sie.

Gegen das System anzugehen ist gefährlich

Um zu ermessen, welcher extremen Gegenwehr sowohl der saudischen Männer als auch der Machtelite Samar Badawi ausgesetzt ist, lohnt ein Blick in das Alltagsleben einer Frau in der absolutistischen Monarchie. Jedes weibliche Wesen, ob Mädchen, Teenager, Ehefrau oder Großmutter braucht einen männlichen Begleiter in der Öffentlichkeit, auf Reisen, im Restaurant oder im Auto.

Eine saudische Frau ist in fast allen Belangen abhängig von ihrem Vormund oder Beschützer, der ihr Vater, ihr Ehemann, Onkel oder Bruder sein kann. Sie braucht seine Erlaubnis für Heirat und Ehe, für eine Scheidung, Auslandsreisen, Ausbildung und sogar für so etwas Banales wie die Eröffnung eines Bankkontos.

Dagegen anzugehen ist gefährlich: 2009 hat ein Vater seine Tochter in eine Nervenheilanstalt einweisen lassen, weil sie gegen seinen Willen in einen anderen Stamm einheiraten wollte. Das System führt zu bizarren Konstellationen, etwa zu jener, von der die geschiedene Wajeha al-Huwaider berichtet: „Wenn ich noch einmal heiraten wollte, müsste ich die Erlaubnis meines Sohnes einholen.“

Sie musste nach der Scheidung bei ihrem Vater einziehen

Samar Badawi hat inzwischen einige Erfahrung als Einzelkämpferin in einer von Männern dominierten Welt. Sie wurde für ihre Überzeugung verhaftet, angeklagt und ins Gefängnis geworfen. Ihr Verbrechen: Sie hatte als geschiedene, aber gestandene Frau und Mutter von 30 Jahren ihrem Vater nicht gehorcht, einem paranoiden, Drogen nehmenden Psychopathen mit 14 Ehefrauen, wie der unabhängige Psychologe einer Organisation für Familienschutz befand.

„Meine Mutter starb an Krebs, als ich 13 Jahre alt war“, sagt sie, „mein Vater schlug mich regelmäßig, beschimpfte mich und warf mich sogar aus dem Haus.“ Selbst als sie eine verheiratete Mutter war, habe ihr Vater ständig in ihr Leben eingegriffen.

Sie ließ sich scheiden – das allein schon ist in Saudi-Arabien keine Kleinigkeit und wird als Rebellion gegen die patriarchalische Gesellschaftsstruktur angesehen – und musste gemäß saudischer Patronatsgesetze wieder in das Haus ihres Vaters einziehen. Ihr Martyrium des körperlichen und verbalen Missbrauchs begann von Neuem.

Allein muss sie nicht mehr kämpfen

Irgendwann ertrug sie es nicht mehr, nahm ihr Kind, floh in ein Frauenhaus und verklagte ihren Vater. Badawis Bruder sagte zu ihren Gunsten aus, weshalb sie in erster Instanz gewann. Doch der strengte eine zweite Klage an, nicht ohne sich zu vergewissern, dass er diesmal einen konservativen Richter zugewiesen bekommen würde. Samar Badawi musste ins Gefängnis.

Ihr Fall aber hatte inzwischen die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit. Eine Internetkampagne setzte ein. Sieben Monate dauerte die globale „Befreiungsaktion“. Badawi kam frei und in die Obhut ihres Onkels. „Ich ging als eine gebrochene, verletzte Frau ins Gefängnis“, sagte Badawi.

„Aber ich kam siegreich wieder heraus und war stolz auf mich, diese schwierige Zeit gemeistert zu haben. Ich hatte viel Zeit, über meinen ungerechten Vater und den furchtbaren Richter nachzudenken. Und über meinen Sohn – das waren die Momente, in denen ich geweint habe.“

Samar Badawis Kampf ist noch nicht zu Ende. Man könnte sogar sagen, er hat gerade erst begonnen. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, nahm sie ihr nächstes Projekt in Angriff: das Wahlrecht für saudische Frauen. Im vergangenen April legte sie los, ein paar Monate später verkündete König Abdullah, in 2015 dürften Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen und sich sogar in den das Königshaus beratenden Schura-Rat wählen lassen.

Ob Badawis Einsatz ursächlich war für diese revolutionäre Neuerung ist nicht überliefert. Klar aber ist, dass sich Badawi auch damit nicht zufriedengibt. Die Visagistin will jetzt Auto fahren, hat einen Führerschein beantragt, nervt täglich die Zulassungsstelle von Dschidda und schreibt Beschwerden an das Innenministerium.

Ihre Argumente sind nicht besonders schwer zu verstehen: „Ich bin eine arbeitende Mutter und habe keinen Chauffeur. Was ist gefährlicher: In das Auto eines Fremden einzusteigen oder mich selbst hinter das Steuerrad meines eigenen Autos zu setzen?

Allein muss sie nicht mehr kämpfen, viele Leidensgenossinnen stehen zu ihr und haben aus dem Recht zu fahren eine Kampagne gemacht: „Women to drive“. Sie fahren illegal, vorwiegend nachts, lassen sich filmen und stellen die Videos ins Internet. Sie riskieren damit Anklagen und Strafen, fahrende Frauen werden zu zehn Peitschenhieben verurteilt.

Badawi ist auch schon gefahren, unterstützt von ihrem Strafverteidiger und zweiten Ehemann Walied Abu al-Chair, einem Cambridge-Juristen, den sie übrigens auch gegen den Willen ihres Vaters heiratete. „Unsere Gesetze sind in Ordnung“, sagt Badawi, „aber es fehlt an rechtlichem Bewusstsein und an Selbstbewusstsein bei den Frauen.“ Der König sollte froh sein über solche Untertanen.>

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Spiegel
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22.3.2012: <Pakistan: Menschenrechtler melden tausend "Ehrenmord"-Opfer>

aus: Spiegel online; 22.3.2012;
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,823093,00.html

<In Pakistan steigt offenbar die Anzahl sogenannter Ehrenmorde. Nach Angaben der Menschenrechtskommission wurden 2011 fast tausend Frauen und Mädchen im Namen der Familienehre ermordet. Viele waren zuvor vergewaltigt worden, Täter sind oft Brüder oder Ehemänner.

Islamabad - Knapp tausend pakistanische Frauen und Mädchen sind im vergangenen Jahr Opfer sogenannter Ehrenmorde geworden. Mindestens 943 Frauen seien ermordet worden, weil sie die Ehre ihrer Familie verletzt haben sollen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht der pakistanischen Menschenrechtskommission. Die Zahlen zeigten das wachsende Ausmaß von Gewalt gegen Frauen im konservativ geprägten muslimischen Pakistan. Gesetze gegen häusliche Gewalt existieren in dem Land den Angaben zufolge nicht.

Von den getöteten Frauen waren 93 noch minderjährig, berichtete die größte Menschenrechtsorganisation des Landes. Unter den Opfern seien auch sieben Frauen christlichen Glaubens sowie zwei hinduistische Frauen.

Im Jahr 2010 lag die Zahl der bei "Ehrenmorden" getöteten Frauen der Kommission zufolge bei 791. Von den im Jahr 2011 ermordeten Frauen seien 595 wegen "verbotener Beziehungen" getötet worden, 219 wegen einer unerlaubten Heirat. Viele der Frauen seien vor ihrem Tod Opfer von Vergewaltigungen oder Massenvergewaltigungen geworden, die meisten Frauen seien zudem von ihren Brüdern oder Ehemännern getötet worden.

Trotz der steigenden Zahl der Tötungen lobten Aktivisten die Verabschiedung von Gesetzen im Parlament, die Frauen vor Missbrauch schützen sollen. Menschenrechtsaktivisten fordern jedoch weitere Anstrengungen, um Frauen in Pakistan vor Gewalt, Belästigung und Diskriminierung zu schützen.

ffr/AFP>

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Der Standard
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Afghanistan 28.3.2012: Rund 400 Afghaninnen inhaftiert, weil sie häusliche Gewalt nicht mehr aushielten oder sexuelle Beziehungen ohne Heirat hatten - oder vergewaltigt wurden oder zur Prostitution gezwungen wurden

aus: Der Standard online: Menschenrechtsbericht: Hunderte Afghaninnen wegen "moralischer Verbrechen" in Haft; 28.3.2012;
http://diestandard.at/1332323979467/Menschenrechtsbericht-Hunderte-Afghaninnen-wegen-moralischer-Verbrechen-in-Haft

<Auch zehn Jahre nach dem Sturz der Taliban ist es um Frauenrechte in Afghanistan schlecht bestellt. Die Flucht vor häuslicher Gewalt gilt als "moralisches Verbrechen".

Human Rights Watch prangert zehn Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen an.

Kabul - In Afghanistan sitzen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hunderte Frauen wegen sogenannter "moralischer Verbrechen" im Gefängnis - etwa weil sie wegen häuslicher Gewalt ihren Ehemann verließen oder außereheliche Beziehungen hatten. Die Zustände seien zehn Jahre nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban "schockierend", erklärte die Organisation am Mittwoch in einem in Kabul veröffentlichten Bericht. Demnach sind landesweit rund 400 Frauen und Mädchen wegen "moralischer Verbrechen" inhaftiert. 

Lange Gefängnisstrafen für Unschuldige

Einige Frauen und Mädchen seien wegen außerehelicher sexueller Beziehungen verurteilt worden, nachdem sie vergewaltigt oder zur Prostitution gezwungen worden seien, erklärte HRW. Die Frauen würden "häufig auf Grundlage von 'Geständnissen' verurteilt, die in Abwesenheit von Anwälten gemacht und die von Frauen 'unterschrieben' wurden, die weder lesen noch schreiben können und denen das Geständnis nicht vorgelesen wurde". Sie würden häufig zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, "in manchen Fällen mehr als zehn Jahre".

Der Fall einer Frau namens Nilofar ist exemplarisch für die Missachtung der Frauenrechte im Land: Nachdem sie ihr Ehemann mit einem Schraubenzieher schwer an Kopf, Oberkörper und Armen verletzt hatte, weil sie einen Mann ins gemeinsame Heim eingeladen hatte, wurde nicht er, sondern sie verhaftet, berichtet HRW. Auch würden einige Vergewaltigungsopfer inhaftiert mit der Begründung, dass unehelicher Geschlechtsverkehr verboten sei. "Mein Schicksal war bereits mit meiner Geburt im negativen Sinne besiegelt", zitierte HRW die 17-jährige Amina. Sie verbrachte Monate im Gefängnis, nachdem sie zuvor zur Prostitution gezwungen worden war. Einige der inhaftierten Frauen, mit denen HRW sprach, gaben zudem an, sie hätten Angst, nach einer Entlassung von Familienangehörigen aus Gründen der "Ehre" ermordet zu werden.

Zu viele Kompromisse

Die Menschenrechtsorganisation wirft in ihrem Bericht auch Präsident Hamid Karsai vor, mit seiner unsteten Politik in Sachen Frauenrechten negative Folgen in Kauf genommen zu haben. Die Behandlung von Frauen und Mädchen in Bezug auf "moralische Verbrechen" beschädige das Image sowohl der Post-Taliban-Regierung als auch seiner internationalen UnterstützerInnen. Allesamt hätten sie versprochen, die Erfüllung von Frauenrechten würde die neue Regierung von der alten unterscheiden.

Die jetzige "Situation ist durch die oft wechselnde Position Karsais bei Frauenrechten unterstützt worden", hieß es in dem Bericht. "Er ist oft Kompromisse eingegangen, die zu negativen Auswirkungen für Frauen geführt haben." Die Regierung habe es versäumt, ihren Verpflichtungen gemäß international geltenden Menschenrechtsstandards gerecht zu werden, erklärte HRW weiter.

Karsais Haltung

Zwar begnadige Karzai immer wieder Frauen, die wegen "moralischer Verbrechen" verurteilt worden seien. Das sei aber nicht ausreichend, sagte HRW-Expertin Heather Barr: "Es ist schön, dass er das macht, das gleicht aber die zugrunde liegende Ungerechtigkeit nicht aus." Dass Karzai Frauendiskriminierung überhaupt aus der Welt schaffen will, ist nach der Veröffentlichung einer Erklärung von Islam-Experten auf der Website des Präsidenten zu bezweifeln. Darin werden Frauen als dem Mann "zweitrangig" bezeichnet und wird ihnen ein strenges Verhaltenskorsett verpasst, berichtet der "Spiegel". Karzai unterstützt diese Haltung.

Zwar hat sich nach dem Sturz der Taliban die Lage der Frauen in Afghanistan in einigen Bereichen verbessert, so steigt etwa die Zahl junger Schülerinnen stark an. Menschenrechtsorganisationen beklagen aber vor allem in ländlichen Gebieten immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen. (APA/Reuters/red, 28.3.2012)

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Wenn Männer Gewalt ausüben und man das zeigt, darf man bei google keine Werbung schalten. Was ist das? ZENSUR.

Quellen

[web01] http://de.wikipedia.org/wiki/Güner_Yasemin_Balcı

Fotoquellen

[1] Alia, Aktfoto 2011: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/bild-798857-284403.html

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