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ENGL

Abba Kovner

Die Schriften des Feuers: Eine Nation kämpft um ihr Leben

[Judenverfolgung in 52 Kapiteln]

Kovner-Reisinger: Schriften des Feuers,
                      Titelblatt englisch  Kovner-Reisinger: Schriften des Feuers,
                      Titelblatt hebräisch

von Abba Kovner, mit Bildern von Dan Reisinger. Übersetzt von Shirley Kaufman mit Dan Laor. Keter Publishing House, Jerusalem 1981.

Ins Deutsche übersetzt von Michael Palomino (1998)

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Vorwort des Übersetzers zur Judenverfolgung

Die Kirche als Haupttäterin

Das Werk schildert auf 52 Seiten 52 Stationen der internationalen Judenverfolgung. Das Original (70 mal 100 cm) befinden sich in Beth Hatefutsoth. Die englische Übersetzung konnte ich im Nahum Goldmann Museum der jüdischen Diaspora in Tel Aviv beziehen. Die Übersetzung ist eine komplette Wiedergabe des englischen Textes, mit wenigen Ergänzungen in [eckigen Klammern].

Billet des Nahum-Goldmann-Museum der jüdischen
                    Diaspora (1996)
Billet des Nahum-Goldmann-Museum der jüdischen Diaspora (1996)

Das Werk gibt eine Grundlage der Dimension der weltweiten Judenverfolgung, zum Teil grundlos, zum Teil im sinnlosen Kampf um "heilige Berge", "heilige Städte" und um pauschale Vorwürfe des Jesusmords.

Treibende Kraft des Antisemitismus war die Kirche. Die Kirche ist bis heute antisemitisch, auch wenn der Vatikan immer wieder den Frieden predigt: Die "Heilige Schrift" sieht bis heute kriegerisch aus.

Mir kommt dabei immer der Gedanke, dass alle aggressiven Textstellen aus den "heiligen Büchern" gestrichen werden sollten, das heisst, eine umfassende Revision aller "heiligen Schriften" mit Anpassung an die Menschenrechte: eine pazifistische Bibelrevision, eine pazifistische Talmudrevision, eine pazifistische Koranrevision.


Da fehlen ein paar Dinge

Das Werk "Schriften des Feuers" erscheint ergänzungsbedürftig:

-- es wird nie erwähnt, wie Andersgläubige den Juden geholfen haben
-- es wird auch nicht erwähnt, dass sich Juden verschiedener Schichten zum Teil in der Entwicklung behindert haben
-- der erste Tempel hat gemäss Prof. Israel Finkelstein (Direktor des Archäologischen Instituts der Universität Tel Aviv) nicht existiert, weil kein einziger Überrest gefunden werden konnte (Buchempfehlung: Israel Finkelstein / Neil A. Silberman: Keine Posaunen vor Jericho, München 2002)
-- der Holocaust hat gemäss Gorbatschow-Akten schwerpunktmässig nicht in Auschwitz, sondern zu einem erheblichen Teil im Bunkerbau im Dritten Reich selbst stattgefunden nach dem Transport zurück ins Reich.

Das Beschwören eines Märtyrertums ist ebenso sehr kritisch zu sehen, da es den Kampf beschwört und eine Friedensarbeit fehlt. Über das jüdische Leben in Israel nach 1946 schweigt sich das Buch aus.

Es ist darüber hinaus eine generelle Frage, ob eine Religion als eine Nation angesehen werden kann. Das scheint nicht logisch. Juden sind eine Glaubensgemeinschaft, wie Christen und Muslime auch.

Die Fotos können alle vergrössert angeschaut werden.

Michael Palomino
1997 / 2003 / 2005 / 2008


  
Dan
                          Reisinger 1: Erster Tempel?


Zerstörung des ersten Tempels [gemäss Prof. Finkelstein gab es keinen ersten Tempel].

1
Das Weinen um einen Propheten:
Die Zerstörung des ersten Tempels 586 v.Chr.

[Gemäss Prof. Finkelstein hat dieser Tempel nie existiert, weil kein einziger Fund vorliegt].

Die ganze Nacht lodert das Flammenmeer um den Tempelberg, und Jeremia ging mit den weinenden Flüchtenden. Bis er sie verliess, um nach Jerusalem zurückzukehren, weil er die Zurückgebliebenen trösten wollte, die dort geblieben waren.

Die Ausgezogenen sahen ihn von ihnen gehen, und sie schluchzten:

Unser Vater, Jeremia, was wird denn aus uns werden?

Jeremia antwortete und sprach zu ihnen:

Ich schwöre beim Himmel und bei der Erde: Wenn ihr nur eine Träne vergossen hättet, als ihr noch in Zion wart, wäret ihr nicht vertrieben worden!






  
Dan
                          Reisinger 2: Babylonisches Exil 597-458
Babylonisches Exil

2
Die Elegie und das Echo:
Babylonisches Exil 597-458 v.Chr.

Wir waren nicht dort. Aber dieses Gedicht folgte uns, wo immer wir uns im Exil befanden:

An den Flüssen Babylons, wo wir sassen, dort weinten wir, als wir an Zion dachten.

Wir hängten unsere Harfen dabei hoch in die Weiden.

In der Gefangenschaft baten uns diejenigen, die uns verschleppt hatten, dass wir ihnen ein Lied von Zion singen sollten. Und sie verlangten von uns auch, dass wir fröhlich seien.

Wie aber sollten wir das Lied Gottes in einem fremden Land anstimmen?




3
Tapfere Männer konnten uns retten:
Die Gesetze des Antiochus Epiphanes - die Revolte der Makkabäer 168 v.Chr.


  
Dan Reisinger 3: Revolte der Makkabäer
                          168 v.Chr.
Die Dekrete von Antiochus Epiphanes und die Makkabäer-Revolte.

Fremdes Gesetz in unserem Vaterland ist so schlimm wie das Grab. Das Land schien uns wie eine fremde Seele, als Antiochus bekanntgab, dass wir die Gesetze der Nichtjuden befolgen, dass wir den Sabbat und unsere Feste entheiligen müssten und dass wir der Thora abschwören sollten. Das Volk Israel gelobte, keine unreine Nahrung zu essen oder die heiligen Prophezeiungen zu entkräften. So wählten sie ihren eigenen Tod.

Da liess der König den Priester Mattathias holen und befahl ihm, dem neuen Gesetz zu gehorchen.

Mattathias antwortete so:

Auch wenn alles besiegte Volk, das nun dem König gehört, den Riten ihrer Väter abschwört und die neuen königlichen Gesetze akzeptiert, so werden ich, meine Söhne und meine Brüder doch an unseren Prophezeiungen festhalten.

Und sein Sohn Judah Makkabäus wuchs heran und war bei allen seinen Brüdern und all den Nachfolgern seines Vaters gut aufgehoben. Und sie führten den Krieg Israels. Und sie retteten uns. Uns ihr Gedenken wird für immer geheiligt sein.




4
Ein hartnäckiges Volk:
Eine Statue im Tempel. Das Gesetz des Caligula 40 n.Chr.


  
Dan Reisinger 4: Statuenstreit wegen
                          Caligula 40
Der Streit um eine Statue von Caligula im Tempel 40


Das Gesetz Cäsars kam wie ein Donner an einem strahlenden Tag, und das Land zitterte. Denn Caligula befahl uns, seine "Heiligkeit" zu akzeptieren und seine Statue in unseren Jerusalemer Tempel zu stellen. So sammelten wir uns, wir waren viele, und gingen hoch nach Accra, wo der Gouverneur von Syrien und Israel seinen Sitz hatte. Tausende von uns standen auf dem Platz und beschworen Petronius:

Herrscher! Ihr könnt die Statue erst dann in den Tempel stellen, wenn all Ihr Volk gestorben ist!

Und so lagen wir unter freiem Himmel 40 Tage und 40 Nächte, Tausende.

Es war jedoch Erntezeit, und der Gouverneur wagte es nicht, das Gesetz des Königs auch durchzusetzen.
Und als endlich ein Befehl aus Rom kam, den Beschluss zurückzunehmen, liess er uns in Ruhe, zumindest für eine gewisse Zeit.










  
Dan
                          Reisinger 5: Zerstörung des Tempels 70
Die Zerstörung des zweiten Tempels 70 [gemäss Prof. Finkelstein der einzige jüdische Tempel]

5
Diese Nacht:
Die Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70

[Gemäss Prof. Israel Finkelstein war dies der einzige jüdische Tempel].

Die ganze Nacht loderte das Meer der Flammen um den Tempelberg. Und die Soldaten von Titus setzten weiter alle Gebäude des Tempels in Brand, bis der ganze Platz ein einziger Feuersturm war.

Die obere Stadt jedoch stand immer noch. Und als die drei Türme des Herodesplatzes zusammengebrochen waren, nach fünf Monaten Belagerung, konnten die Römer ihren Triumph über di Stadt feiern, die sich in ihrem eigenen Blut geschlagen geben musste, bevölkert mit Leuten, die dem Tod in die Augen sahen inmitten der Niedergemetzelten, inmitten der glühenden Kohlenstücke und der Aschenhaufen.

Am neunten des Av war der erste Tempel zerstört worden. Und am neunten des Av war auch der zweite Tempel zerstört worden. Und jeder Dichter sah das Morgenrot aufsteigen über dem Herzen Jerusalems:

Unser Tempel wurde verwüstet und unser Altar

wurde zerstört und unser Heiligtum geschändet, und unsere Harfe

hörte auf zu spielen und unser Gesang erstarb.




  
Dan
                          Reisinger 6: Fall von Massada 73
Der Fall von Masada 73

6
Der Stein und das Volk
Der Fall von Masada (auch: Massada) im Jahre 73

Die ganze Nacht loderten die Flammen über Masada. Und als die römischen Soldaten über die Wälle stürmten, die sich gegen die schwelende Festung anhäuften, überlebte nicht ein einziger der Verteidiger. Die Juden lagen auf dem Boden, wo sie gestorben waren, jeder Mann neben seiner Frau und seinen Kindern, sich in Liebe umarmend.

Und die zehn Männer, die offensichtlich durch das Schicksal auserwählt waren, diese Zurückgebliebenen zu erschlagen, wurden auch noch auf die Erde gestreckt, Schulter an Schulter. Der letzte hielt dabei noch das Messer in der Hand. Und es war keiner unter den Belagerern, der den Mut zu dieser Tat nicht gehabt hätte.

Und die Anzahl der Gestorbenen war neunhundert und sechzig.

Und als die erstaunten Eroberer alles überblicken konnten, sagte einer der Söldner:

Der Stein und das Volk sind eins geworden.




  
Dan
                          Reisinger 7: Rebellion gegen Rom 115-117
Diaspora-Rebellion 115-117

7
Ihr Blut floss zum Meer hinab:
Die Diaspora - Rebellion in den Jahren 115-117

Die ganze Nacht loderte das Flammenmeer in Alexandria, in Kyrene und in Salamis, weil die Juden mit unglaublichem Mut zu gleicher Zeit in verschiedenen Ländern die Griechen angriffen, von denen sie verfolgt wurden.

Die jüdischen Rebellen führten ihren Aufstand zwei Jahre lang. Sie bezwangen die Besatzungen überall in der Kyrenaika, Ägypten und Zypern und zerstreuten sie. Bis die Legionen des Herrscher Trajan zusammengezogen wurden, und so wurde die Revolte mit schrecklichem Grauen unterdrückt.

Und so viele Juden wurden durch das Schwert umgebracht, dass ihr Blut bis zum Meer hinunterfloss.






  
Dan Reisinger 8: Revolte unter Bar Kokhba
                          132-135
Bar-Kokhba-Revolte 132-135

8
All die stolzen Söhne deines Volkes:
Bar Kokhba-Revolte in den Jahren 132-135

Jede Nacht entsprangen neue Flammenmeere über tausend Städte und Dörfer in Judäa, Galiläa und Samaria. Ein Führer der Juden war emporgekommen: Simeon Bar Kokhba, der die Fahne der Revolte hochhielt und Münzen für die Freiheit von Jerusalem prägen liess.

Von nah und fern zog das Römische Reich vierzehn Legionen gegen das kleine Judäa zusammen. Und Bar Kokhba bekämpfte sie und eroberte beinahe fünfzig Festungen im ersten Jahr. Die zweiundzwanzigste Legion vernichtete er völlig. Dreieinhalb Jahre vergingen, und die Schlachten wurden heftiger, bis es die Stärke der Nation überstieg. Betar fiel und Bar Kokhba wurde getötet mit all seinen Männern.

1800 Jahre später erzählt ein hebräischer Dichter:

Quellen der Stärke werden in Dir sein
und Ströme von Söhnen Deines Volkesstolzes
dessen Vorfahren mit Gott an ihrer Seite kämpften
und sie nahmen seinen Segen mit starker Hand.




  
Dan
                          Reisinger 9: Beschluss zur Selbstverteidigung
                          am Sabbat 135
Glaubenswechsel 135
9
Übertrete das Gesetz und vermeide so den Tod:
Der Moment der Umstellung im Jahre 135

Auf dem Marktplatz von Hebron, nahe der Tamariske von Abraham, verkauften sie Massen jüdischer Gefangener: die Juden wurden Sklaven. Es waren derer so viele, dass sie einen Juden für ein Pferd hergaben.

Das Land Judäa wurde eine Öde. Der Tempelberg erschien wie ein umgepflügtes Feld, und der Nation, nun zweimal in einer kriegerischen Auseinandersetzung geschlagen, war der Eingang zur heiligen Stadt verboten, für die sie ihr Leben riskiert hatte.

Und der Herrscher Hadrian verbot die Überwachung der Befehle, weil er jede Eigenheit vollends vernichten lassen wollte, die Israel von anderen Nationen unterschied.

Zu dieser Zeit versammelten sich die Weisen heimlich in der Dachstube des Hauses von Nithza in Lydda, und sie diskutierten die ganze Nacht, ob es einem Juden erlaubt werden könne, das Gesetz unter Zwang zu brechen, so dass er nicht getötet werde. Die Meinungen gingen auseinander. Da waren jene, die sagte: "Er soll durch die Eingebungen leben - nicht für sie sterben." Schliesslich entschieden sie: Er darf das Gesetz übertreten und muss nicht sterben. Ausgenommen im Falle des Götzendienstes, des Inzest und bei Mord.




  
Dan
                          Reisinger 10: Zehn jüdische Märtyrer 135-138
10 Märtyrer (1) 135-138




10
Die zehn Märtyrer der Jahre 135-138

[Märtyrertum muss sehr kritisch gesehen werden. Manchmal ist es besser, einige Jahre zu warten, bis eine gute Lösung gefunden wird, ohne dass dabei Leute sterben].

Als sie Rabbi Akiva packten und ihm mit eisernen Kämmen die Haut vom Fleische zogen, war es Zeit, das Shema aufzusagen. Er hob seinen Kopf und sprach sein Leiden aus:

"Gerade das ist Gott, dessen Werk perfekt ist."

Seine Studenten erzitterten: "Rabbi! Wie kannst du nur so etwas sagen?"

Er aber erklärte:

"Mein ganzes Leben habe ich mich bei diesem Satz unsicher gefühlt, "mit all deiner Seele" - sogar wenn er die Seele wegnimmt - und ich sagte: "Wann werde ich die Gelegenheit haben, sie zu gebrauchen?"

"Jetzt tue ich es, sollte ich nicht?"

Rabbi Akiva presste das letzte Wort der Shema heraus, bis seine Seele entschwunden war.




  
Dan
                          Reisinger 11: Zehn jüdische Marthyrer 135-138
10 Märtyrer (2) 135-138

11
Und für all diejenigen, an die ich mich erinnere:
Die zehn Märtyrer der Jahre 135-138

Nachdem sie Rabbi Judah bei Dama und Rabbi Hanoniah ben Hakhinai getötet hatten, packten sie Rabbi Yeshevav, den Schriftgelehrten, der beinahe 90 Jahre alt war.

Seine Studenten weinten und sagten: "Rabbi, was wird aus der Thora werden?"

Er antwortete ihnen: "Meine Söhne, die Thora wird vergessen werden. Wenn ich nur mein Leben dieser Generation geschenkt habe."

Sie fragten ihn: "Rabbi, was wird denn aus uns werden?"

Er antwortete wieder: "Haltet zusammen und haltet Frieden und die Gerechtigkeit in Ehren - vielleicht gibt es Hoffnung."

Der schlimmste aller Tode aber war für Rabbi Hananiah ben Teradyon bestimmt. Sie wickelten ihn in eine Thorarolle und umgaben ihn mit nassen Zweigen, so dass seine Seele nur schwer entweichen konnte.

Die Hartnäckigkeit der Juden erstaunte ihre Verfolger. Cäsar sprach einmal: "Gross ist das Lamm, das zwischen 70 Wölfen sich befindet."




  
Dan Reisinger 12: Judenverfolgung in
                          Syrien durch Byzanz 486-507
Verfolgungen durch Byzantiner in Syrien 486-507
12
Ohne Mitleid:
Verfolgung durch die Byzantiner in Syrien 486-507

Als sie dem Herrscher Zeno ankündigten, dass sie die Hauptsynagoge der Juden in Antiocha abgebrannt hatten, und die Mönche und der Mob auch noch die Knochen der neben dem Gebetshaus Begrabenen in Brand gesteckt hatten, rief Cäsar [?] aus:

"Warum habt ihr die lebendigen Juden nicht zusammen mit den toten verbrannt?"

Und Jerome, einer der Gründer der christlichen Kirche, der die Thora und auch hebräisch bei den weisen von Lydda studiert hatte, säte neue Samen des Hasses: "Juden", sagte er, "sind ein scheussliches, elendes Volk, das kein Mitleid verdient."







13
Ein Feuer frass dein Haus:
Die Zerstörung jüdischer Gemeinden in Südarabien 624


  
Dan Reisinger 13: Zerstörung jüdischer
                          Gemeinden in Südarabien 624
Zerstörung jüdischer Gemeinden in Süd-Arabien 624
Und die letzte Festung während der Kriege Mohammeds gegen die Nachkommen Israels war Kuraitha, nahe Medina, eine Siedlung, wo die Juden Palmen pflanzten. Das mutige Volk von Kuraitha hatte keine Zeit, seine Festungsmauern zu verstärken, bevor die Kräfte der Moslems sie erstürmten.

Vierzehn Tage lang hielten die Juden stand, und als sie besiegt waren, gab Mohammed den Befehl, sie zu massakrieren. Mohammed stand auf dem Platz und beobachtete, wie die Köpfe von 600 der Ältesten der Gemeinde auf dem Marktplatz von Medina abgehackt wurden, an einem Tag.

Und danach starb der Rest der Gemeindemänner für ihr Schicksal; Nur ein einziger rettete sein Leben, indem er zum Islam konvertierte.

Und eine anonyme Dichterin, eine Tochter des Kuraitah, schrieb das Gedicht:

Ermordet von den Oberen von Kuraitah,
durch Schwerter von Moslems, durch Lanzen und Spiessen -
es war ein einziges grauenhaftes Zerstörungswerk. Armes Wasser,
es wird bitter werden in unserem Mund. Ich wünschte, ich hätte
meine Seele freikaufen können gegen dieses Volk, das ohne ein Ebenbürtiges ist.





  
Dan
                          Reisinger 14: Erster Kreuzzug mit
                          Judenverfolgung 1096
Der erste Kreuzzug 1096

14
Erschlagen und nackt weggeschleift:
Der erste Kreuzzug 1096

Im eintausend und sechsundzwanzigsten Jahr unseres Exils kamen Fremde: Franzosen und Deutsche, wildes, unruhiges und erbittertes Volk, das es sich zur Aufgabe gemacht hatte, das Grab ihres Messias in der heiligen Stadt von den Moslems zu befreien. Und als sie durch die jüdischen Dörfer marschierten, berieten sie sich und sprachen:

"Gelobt sei Gott, wir hatten bisher einen langen Weg, und Juden mischen sich unter uns. Lasst uns zuerst Rache nehmen an ihnen, damit sie nie mehr eine Nation sein können, so dass nie mehr etwas an den Namen Israel erinnert."

Die ganze Nacht loderte an jedem Platz ein riesiges Feuer, dort, wo der Kreuzzug gerade war. Von Rouen in der Normandie den ganzen Weg entlang bis Jerusalem ermordeten sie die Juden. Und in den Rheingemeinden wurden an einem einzigen Tag 1100 Juden hingerichtet..

Es war das Jahr 1096 - wir hofften, es würde Trost und Erleichterung bringen; stattdessen brachte es uns Qual und Schmerz.

Tochter meiner Nation, wickle dich selbst in deine Qual.
Lasse dich nicht anhalten, behalte deine Augen offen.
Der Sohn ist erschlagen, der Vater preist Gott.
Wer immer solche Sachen sieht, kann nur weinen.




  
Dan
                          Reisinger 15: Judenverfolgung in Mainz 1096
Die Geschehnisse in Mainz 1096

15
Kann da ein Schmerz wie der meinige sein?
Die Geschehnisse in Mainz 1096

Am Mittag kam der Unterdrücker der Juden, Emicho, mit seiner ganzen Armee an das Stadttor von Mainz. Und als die Juden den ganzen Mob sahen, davor eine grosse Armee marschierend, hielten sie sich an ihren Schöpfer und rüsteten für die Schlacht, alle zusammen, Erwachsene und Kinder. Mit Rabbi Kalonymos, er war ihr Parnas als Führer, gingen sie hinaus, um die Träger des Kreuzes und die Bürger zu bekämpfen.

Und die Gegner triumphierten, sie eroberten das Stadttor, wenngleich die Schlacht bis Mitternacht dauerte. Um Mitternacht sandte der Erzbischof der Stadt einen Gesandten zu Rabbi Kalonymos. Er bot ihm an, ihn und seinen engen Kreis der Gemeinde zu retten. Als sie ihm nicht glaubten, gab er ihnen seinen Eid.

Der Gesandte führte sie in Booten über den Rhein und brachte sie zum Schloss des Erzbischofs.

Aber am nächsten Tag teilte ihnen der Erzbischof mit: Ich kann euch nicht retten, weil euer Gott euch verlassen hat. Akzeptiert unseren Glauben oder dann sollt ihr leiden für die Sünden eurer Vorväter!

Angefüllt mit Bitterkeit zog Rabbi Kalonymos ein Messer und warf es gegen den Erzbischof. An diesem Tag starb die ganze Gemeinde in der Heiligung ihres Namens. Und in ihren letzten Momenten schrieen sie mit lauter Stimme:

"Schaue hinunter vom Himmel und sieh an,
was wir getan haben, um Deinen Namen
und unserem Namen die Freiheit in Freiheit zu behalten!"



16
Wir sind Zeugen:
Der zweite Kreuzzug 1146 - Die Geschehnisse in Blois 1171


  
Dan Reisinger 16: Zweiter Kreuzzug mit
                          Judenverfolgung 1146 - Blois 1171
Zweiter Kreuzzug 1146
und die Geschehnisse in Blis 1171


Eliezer ben Nathan, der Dichter der Liturgie, wurde in Mainz geboren. Er sah sein Volk zerbrechen:

"Weil du, Gott, uns im Stich gelassen hast und uns
mehr als 1000 Jahre im Leid gelassen hast.
Du hast unseren Seelen den Frieden entzogen,
wir sterben für Dich alle Tage wie geschlachtete Schafe."

Rabbi Ephraim ben Jacob, der Dichter der Liturgie, war in Bonn geboren. Er war dreizehn, als er mit der ganzen Gemeinde von Köln zur Festung Wolkenburg entkam, wo die Juden um ihr Leben kämpften während dem zweiten Kreuzzug.

Im Alter von 38 Jahren beschrieb er das schreckliche Massaker an den Juden in Blois; und als er beinahe 70 war, gedachte er dem Volk in Würzburg und Speyer in einem Gedenkband:

"Ich werde einen Gedenkband schreiben, um den Schmerz aufzuzeichnen
und üble Verfolgungen, die wir erleiden.

Gott rettete uns für sein Schicksal. In seinem Erbarmen wird er an
jenen Rache nehmen, die unser Blut vergossen. er wird den Tempel wieder errichten in Zion."




  
Dan Reisinger 17: Judenverfolgung in
                          Deutschland 1180
Verfolgungen in Deutschland 1180




17
Mina, Gitele, Zipporah:
Verfolgungen in Deutschland 1180

In jeder Kirche regiert die Liebe - woher kommt der Hass?

Der Pöbel schnappte Gitele zuerst, sie war aus Aschaffenburg. Und als sie sich weigerte, im verteufelten Wasser getauft zu werden, packten sie sie, brachten sie an den Fluss und ertränkten sie. Darauf fingen sie Mina von Speyer, als sie gerade die Stadt verliess, und verlangten von ihr, dass sie den lebendigen Gott verleugnen sollte. Als sie sich wehrte, schnitten sie ihr ihre Ohren und ihre Zunge ab.

Und es war eine Frau namens Zipporah, die, schon in später Lebensphase, einen Sohn namens Isaac das Leben schenkte. Als Feinde ihr Haus umstellten und sie ein Messer in der Hand ihres Gatten sah, schrie sie:

"Mein Gott, richte nicht deine Hand gegen den Jungen, erschlage mich zuerst, lass mich nicht den Tod meines Kindes erleben!"

Dann erschlug sie der rechtlose Mob mit seinen Äxten, und Zipporah starb in ihrem Schrei. Kannst du dich immer noch zurückhalten, wenn du solche Dinge siehst, Gott?




  
Dan Reisinger 18: Bekehrungsgesetze in
                          islamischen Ländern 1146
Glaubenswechsel-Dekrete in islamischen Ländern 1146


18
Oh, deines Bruders Blut schreit vom Maghreb:
Bekehrungsgesetze in islamischen Ländern 1146

Als Almohades Sijilmassa in Marokko eroberte, sammelten sie die Juden der Stadt und verlangten von ihnen, zum Islam zu konvertieren. Sie verhandelten mit ihnen sieben Monate lang und während dieser ganzen Zeit fasteten und beteten die Juden. Nun kamen die Kommandeure zurück und die Juden weigerten sich weiterhin, ihm zu gehorchen. Darauf wurden 150 der besten Mitglieder der Gemeinde Sijilmassa auf schreckliche Weise getötet, sie hatten die Einigkeit mit Gott beschworen.

Folgt man den Nachrichten, was in den bleibenden Gemeinden des Barbarenstaates passierte - wer immer es hört, der wird erzittern vor Schauer.

Es folgten Jahre der Not, Dekrete und Übertritte in jüdischen Gemeinden in ganz Afrika, und so wurden die Worte des Propheten erfüllt:

"Solche sind dem Tod geweiht, dem Tod, und solche sind dem Schwert geweiht, dem Schwert; und solche sind dem Hunger geweiht, dem Hunger; und solche sind der Gefangenschaft geweiht, der Gefangenschaft.

Oh, ich werde klagen:
"Die Gemeinde von Sijilmassa,
Stadt der Weisen und Studenten,
Marrakesch das Erhobene,
sein bestes Volk ermordet
die ganze Gemeinde von Fez
von der Oberfläche verbannt."

Oh, ich werde klagen:
"Sebta und Meknes,
Dunkelheit bedeckt ihr Licht,
Tlemcen und Dra,
erschlagen durch das Schwert
Tunis und Sousse
das heilige Beten zu Gott."

Oh, ich werde klagen:
"Söhne von Gabes und sich in Strömen ergiessendes Blut.
Die Himmel hörten ihre Hilferufe und Schreie nicht."

Von meinen Augen liefen die Tränen wie Wasser.




19
Meine Vorfahren waren in York:
Der dritte Kreuzzug - Pogrome gegen die Juden in England 1190


  
Dan Reisinger 19: Dritter Kreuzzug mit
                          Judenverfolgung in England 1190
Dritter Kreuzzug, Pogrome gegen Juden in England 1190

... Und diese Geschehnisse müssen jeder Generation überliefert werden. Wie ein grosses und gutes Land ein Feld des Mordes wurde:

Am 6.Februar wurden die Juden in Norwich massakriert.

Am 6.März geschah selbiges in Stamford.

Am 18. geschah ebensolches in Bury St.Edmunds, Lincoln und Lynn.

Und am Tag der Krönung des Königs wurden die Juden von London geopfert.

Ganze Horden beeilten sich, sich den Aufgebrachten des Kreuzzuges anzuschliessen, und bevor sie Jerusalem erreichten, demonstrierten sie ihre "Tapferkeit" an den Juden. Viele englische Höhergestellte fühlten Erbarmen für die Massakeropfer, aber sie taten nichts, um das Blutvergiessen zu verhindern.

Josce [?], ein Führer in York, brachte es fertig, sein Volk ins Innere des Schlosses innerhalb der Schlossmauern zu retten, wo sie drei Tage und drei Nächte lang belagert wurden. Als sie sahen, dass niemand sie retten würde, beschlossen 500 der Verfolgten für die Heiligung des Namen Gottes zu sterben.

"Im Schloss von York bist Du, Gott, mit uns und für ewig.
Dein Sabbat und unser Körper sind untrennbar miteinander verbunden.
Und mit einer siebenarmigen Menora verbreiteten wir Licht
Deiner Allmächtigkeit Deines Namens und unserer letzten Nacht."




20
Das feierliche Übereinkommen der Tauben:
Heiligung des Namens durch alle Gemeinden während der Periode der Kreuzzüge

  
Dan Reisinger 20: Die Anrufung der
                          Identität während der Kreuzzüge: Jude sein
Geheiligt sei dein Name während der Kreuzzüge

Warum wurde Israel mit einer Taube verglichen?
weil die Taube nicht kämpft, wenn sie erschlagen wird,

Also: Israel kämpft nicht, wenn es geschlagen wird
in der Heiligung des Namen Gottes.

[Dieser Vergleich ist nur zum Teil richtig: Eine Taube fliegt bei aufkommender Gefahr davon].

Hier ist der Auftrag zur Heiligung des Namens, den die Juden beschlossen haben, dass er von jedem Juden ausgeübt werden soll:

Wenn sie dich geisseln und ausfragen wollen und Ansprüche an dich stelle, so soll das deine Antwort sein:

"Wieso fragst du mich? Ich bin ein Jude. Und ich werde als Jude sterben.

Ein Jude.
Ein Jude.
Ein Jude.

Hier bin ich bereit und es ist mein Wille, mich und mein Fleisch und meine Adern und mein Blut all diesen grässlichen und bitteren Torturen herzugeben, dem Allmächtigen zuliebe. Und zugunsten des Willens Deines Volkes Israel."





  
Dan
                          Reisinger 21: Pogrome im 13. Jh. gegen Juden
Pogrome im Vorfeld der Pest im 13. Jh.
21
Das Jahrbuch:
13. Jahrhundert: Pogrome gehen der Pest voraus

[Für die damalige Medizin war die Pest unerklärlich und die Juden waren der Sündenbock, obwohl auch Juden an Pest starben. In diesem Zusammenhang wurde den Juden auch vorgeworfen, sie hätten Brunnen vergiftet und weitere Sachen. Die Pest aber wurde durch Ratten auf den italienischen Kreuzfahrtschiffen von Asien nach Europa gebracht. Auf den Kreuzfahrtschiffen herrschten schreckliche Zustände...]

Gibt es einen vergleichbaren Schmerz als den unseren?

Gibt es ein vergleichbares Jahrbuch als das unsere?

Sivan - der Ermordete von Frankfurt, im ersten Jahr des sechsten Jahrtausends, 1241. Av - der Ermordete von Kitzingen, 1243. Tishri - der Ermordete von Ortenburg, im Staate Bayern. Tammuz - der Ermordete von Pforzheim, der Nachbarstadt von Speyer. Nissan - der Ermordete von Koblenz. Av - der Ermordete von Arnstadt, im Staate Thüringen. Nissan - der Verbrannte von Mellrichstadt im Staate Franken. Passover - der Ermordete von Mainz am siebten Tag des Passahfestes und in Krakau am selben Tag, 1283. Nissan - der Ermordete von Rockenhausen. Heshvan - der Verbrannte von München 1285. Tammuz - der Ermordete von Weissenburg im Elsass. Der Ermordete von Kemeno bei Düsseldorf. Der Ermordete von Bonn. Av - der Ermordete von Münster. Elul - der Ermordete von Siegburg. Tishri - der Ermordete von Logostein. Adar - der Ermordete von Bernkastel an der Mosel. Der Ermordete von Altenahr im Kreis Köln.

Diesen heiligen Leuten zuliebe wird uns Erlösung und Trost zuteil werden, und Gott wird unsere Ausgestossenen mit erhobenen Händen sammeln.



22
Ein würdevoller Gesang:
Zerstörung von 1400 Gemeinden in der Zeit des Tyrannen Rindfleisch


  
Dan Reisinger 22: Vernichtung von 1400
                          jüdischen Gemeinden unter Rindfleisch
Zerstörung von 140 Gemeinden durch die Tyrannei Rindfleisch 1298

Neunzig Seelen klagten und seufzten
in Bitterkeit: "Wir sind arm", riefen sie.
"Warum vergesst ihr unser Blut? Nehmt
alles, was wir besitzen, aber nicht unsere Seelen."

Ein Gegner sagte: "Eure einzige Chance
am Leben zu bleiben, ist, wie wir
zu werden, nehmt unseren Glauben an. Wenn nicht,
beschliessen wir, dass ihr sterben müsst."

Die gepeinigten Auserwählten gaben
ihre Antwort: "Ein Ehrensitz
trägt uns zum Himmel. Gott wird uns
verstecken im Schatten seiner Hand."

Ein anderer Gegner beobachtete alles und
Wut stieg in ihm auf, bis er ein Feuer rund
um die Stadt legte, und er schlug
Holz, damit es noch höhere Flammen gebe.

Knochen erzitterten, während die Priester es
genossen, den Rauch zu sehen, der um die
Juden sich kräuselte, Männer und Frauen
verwandelten sich in ein brennendes Opfer.

Neunzig Seelen waren auf dem Altar,
Stimmen erhoben sich im Feuer
mit einem segnenden: "Höre, oh Israel!"
noch über den Flammen und höher.



23
Und das Land eurer Gegner werde auch zerstören:
Die erste Vertreibung aus Frankreich 1306


  
Dan Reisinger 23: Vertreibung der Juden
                          aus Frankreich 1306


Erste Vertreibung aus Frankreich 1306
Und König Philipp der Schöne verbannte alle Juden von seinem Königreich. Und er nahm von ihnen alles, was sie hatten: ihr Geld und ihr Gold, ihre Habe und ihr Land. Jene Gemeinden waren vorbildlich in ihrer Weisheit und gross in ihrer Anzahl: Sie hatten nach der Thora gelebt. Jetzt wurden sie verbannt, nackt und allen ihres Besitzes beraubt.

Sie packten mich von der Schule, zerrissen mir mein Hemd
und kleideten mich in eine Exil-Kleidung.

Inmitten meiner Studien wiesen sie mich hinaus
aus meinem angestammten Haus und aus meiner Heimat.

Ein junger Bub, und er schwindelte sich

von Christ zu Christ,
von Königreichen zu Völkern, denen ich begegnete.
Ich konnte die Sprache nicht, ich war verstossen.

Wenn du ein Vater bist, wo ist deine Liebe?
Wenn du ein Meister bist, wo ist deine Höhe?
Wie kannst du vom Verlust deiner Anhänger Zeuge werden?
Gott! Wohin kann ich mich wenden, wo kann ich mich verstecken?




  
Dan Reisinger 24: Judenverfolgung wegen
                          Pest in Mainz 1348
Die Pest 1348

24
Mainz - ein grossmütiges Erbe:
Die Pest im Jahre 1348

Und die Juden kamen zusammen, um für ihr Leben zu kämpfen. Als sie sahen, dass sie nicht der Gnade einer Nation angehören würden, so erhoben sich ihrer 300 Männer und begannen, Kriegsgerät zu sammeln. Die ganze Mainzer Gemeinde war mit ihnen. Und sie kämpften gegen ihre Gegner und um die 200 fielen von ihnen.

Für fünf Tage hielten die Belagerten die gesetzlosen Haufen aus. Und als sie das Land unter ihren Füssen hinwegschmelzen sahen, zündeten sie ihre Häuser an.

Die Sünde erreichte die Gemeinden von Oppenheim, Frankfurt und Köln, und de Juden verhielten sich wie ihre Brüder in Mainz. In Worms mussten zwölf Anführer als erste kämpfen und auch als erste sterben. Sie sind begraben in einem Gemeinschaftsgrab, das heute noch auf dem Mainzer jüdischen Friedhof sich befindet.

Und an diese Ereignisse erinnernd, sagen wir im Bestrafungsgebet (Selihot):

Wenn du den Raub an den Armen erblickst, die Schreie der Not,
die Morde mittels dem Schwert durch die Sünde und die Gier -
Kannst du dich auch da noch zurückhalten, mein Gott?




  
Dan
                          Reisinger 25: Verfolgung in den Pestjahren
                          1348-1352
Pestjahre 1348-1352
25
Das Tal der Tränen:
Die Pestjahre 1348-1352

Ich rufe zu meinem Gott
der auf meine Bitten antwortet,
an dich allein wende ich mich.


Sei meine Hilfe gegen diejenigen,
die mich zu Boden warfen.
Sie haben sich selbst
um mich herum aufgestellt.

Wie stark meine Gegner sind, wie viele sind es,
die mich niederschlagen, mich beraubt haben!
Wie viele erhoben sich gegen mich!
Wie viele sind über mir hergefallen!

Mein Sohn, sage nicht, dass es dieser nichtswissende Mob getan hat. Es war nur ein Volk, das in seiner Raserei verführt wurde, so dass es zehntausende Juden zusammentrieb, sie auf Haufen warf, alle Männer und Babys, Männer und Frauen, so dass daraus Freudenfeuer in dreihundert Städten Europas entstanden. Oder diese Leute, vom Terror besessen, suchten einen Sündenbock. Aber: Auch Juden wurden von der Pest geplagt und starben schrecklich dahin.

Ein schwarzer Hass gegen Israel ging der Pest voraus. Hitzige Prediger stachelten und förderten ihn. Kirchenglocken riefen nach Blut, als die Gebete zu Ende waren. Die Haufen formierten sich selbst in Regimentern. Und über ihnen waren verschiedene Verantwortliche und Bestimmungen, die einer anderen Richtung folgten. Einige von ihnen halfen uns sogar.




26
Der Tag, als ich von all meinen Nachbarn angegriffen wurde:
Ausschreitungen in ganz Spanien 1391


  
Dan Reisinger 26: Judenverfolgung in
                          Spanien 1391
Überfälle in ganz Spanien 1391

Kinder meines Volkes, sie weinen mit mir in der Asche und in noch glühenden Kohlenstücken. Für siebzig geheiligte Gemeinden in Kastilien und sechsunddreissig in Aragon, für Zehntausende unserer Brüder, hingerichtet während dem spanischen Exil im Jahr 1391.

Wir wachten eines Morgens auf und die hohe Gemeinde von Sevilla war nicht da; es war auch keine Spur der herrlichen Gemeinde von Mallorca mehr übrig.

Weil die spanischen Juden durch die Christen hingemetzelt wurden. Priester und Adlige der Stadt waren mit den Einwohnern daran beteiligt, auch die Leute aus den Dörfern, der Mob, die fremden Soldaten - an diesem Tag griffen mich alle Nachbarn an.

Unsere Töchter wurden geraubt. Die Ermordeten wurden an ihren Beinen herumgeschleift. Sie wurden an Bäumen aufgehängt und dort hängengelassen.

Ich sah unsere Brüder, die um ihr Leben kämpften und in der Heiligung des Namen Gottes getötet wurden. Ich sah die Marranen: konvertierte Juden. Ich sah jene, die ohne nichts nach Afrika flüchteten.

Ich war ein junges Kind, ich floh nach Barcelona, aber auch dort erreichte mich die Sünde.

Gott beantwortete unsere Hilferufe nicht.

Und es gibt dabei niemanden, den man fragen könnte, und niemand ist zu schützen.

Schöpfer der Welt, wo sind deine Wunder, wo
deine Hingabe und wo deine Kraft?
Wem hast du deine Herde überlassen
in dieser leeren Wüste?



27
Ich wäre bei Tageslicht erstaunt:
Die Judenverbrennungen in deutschen Städten - Pogrome in Polen - die Mordverleumdung in Trient im 15. Jahrhundert


  
Dan Reisinger 27: Judenverfolgung in
                          Deutschland und Polen - Mordverleumdung in
                          Trient 15.Jh.
Verbrennung von Juden in deutschen Städten, Pogrome in Polen, Blutverleumdung in Trient 15.Jh.
Ich bin der Mann, der den Tyrannen John Capistrano sah, eine kleine, ärmlich daherschauende Kreatur, die an unzähligen Seelen Feuer legte. Er war ein Abgesandter des Papstes und die Mönche wie auch der Mob folgten ihm, indem sie Mordverleumdungen erfanden in Schlesien und in allen deutschen Staaten.

Einundvierzig wurden verbrannt in der Stadt Breslau; sechsunddreissig auf dem Marktplatz in Berlin; eine ganze Gemeinde wurde in Liegnitz verbrannt. Und all das wegen dem Gerücht, wir hätten uns an unseren Gastgebern vergangen. Nur die Gemeinde in Fürth sammelte genug Mut, um dem Gerücht entgegenzutreten, und sie wiesen die Kraft des Gerüchts aus der Stadt hinaus.

Da war ein Gerücht gegen die Juden von Trient. Sie wurden angeklagt, einen christlichen Jungen getötet zu haben, um mit seinem Blut für das Passahfest die Matzen zu backen. Die Juden wurden schrecklich zu Tode gequält, und aus dem vermuteten Opfer wurde ein Heiliger gemacht. Zu dieser Zeit schien in Italien das Licht der Renaissance.

Ich würde erstaunt sein schon bei Tageslicht, wie sie für alle schien.

Für dich und für mich aber wurde es finster.




  
Dan
                          Reisinger 28: Vertreibung der Juden aus
                          Spanien 1492
Vertreibung aus Spanien 1492

28
Erde! Verberge nicht mein Blut!
Die Vertreibung aus Spanien 1492

Zu Beginn des Monats Adar 1492 waren die Tage der Freude und des Glanzes vorbei. Es war eine grosse Angst in unseren Häusern, weil das Dekret zur Vertreibung geschrieben und unterschrieben worden war.

Und als der Befehl vom König und der Königin herausgegeben wurde, kam unser Volk von allen Seiten und versammelte sich an den Toren des Palastes. Sie riefen und flehten , aber da war keine Stimme, niemand gab Antwort, niemand, der zuhörte. Die Worte der grossen und machtvollen jüdischen Führer, Don Isaac Abarbanel und Don Abraham Senor, gaben keine Hilfe. Das Dekret war wahr und Verstand war eine Lüge.

Am siebenten des Av, nahe dem Datum des Falls der zwei Tempel, verliessen die letzten Juden Spanien - 250.000 von ihnen. Ungefähr 50.000 davon gingen nach Nordafrika, beinahe 150.000 gingen nach Portugal, einige gingen nach Italien und Avignon. Viele zogen so weit umher, wie das Ottomanische Reich gross war.

Sie sagten, dass Tausende ans Ende der Welt gesegelt seien, und es gibt keinen Weg herauszufinden, wie viele dabei in der Tiefe des Meeres ertrunken sind. Unsere Häuser und unser Besitz in Spanien wurde den Klöstern zugeteilt. Alle unsere Friedhöfe wurden in Viehweiden verwandelt.

Erde, verberge nicht mein Blut!




  
Dan
                          Reisinger 29: Vertreibung der Juden aus
                          Portugal 1496
Vertreibung aus Portugal 1496

29
Mit Stangen in ihren Händen:
Die Vertreibung der Juden aus Portugal 1496

In dunklen und gespenstischen Nächten marschierten immer wieder Umzüge von verlorenen Flüchtlingen an uns vorbei. Sie bekamen ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und eine Lampe, und sie begannen, uns von der schrecklichen Vertreibung unserer übrigen spanischen Brüder zu erzählen, die vom Regen in die Traufe fielen und aus Portugal vertreiben wurden.

Unser Rabbi Shimon starb daraufhin im geheiligten Namen Gottes. Jeder, der das Land nicht bis zum Ende des ersten Jahres verliess, wurde gezwungen zu konvertieren. Zwanzigtausend des Volkes Israel wurden in Lissabon ins Gefängnis geworfen und zur Taufe gezwungen.

Wir und unsere Kinder flüchteten, an unseren Lippen das Blut trinkend, und wir assen Gras.

Und weil der August so kalt war, weil wir keine Kleider gegen das kühle Wetter und auch keine Häuser zum Wohnen hatten, gruben wir Löcher im Dreck und legten unsere Körper hinein. Dies ist nur ein winziges Fragment des Leides, der Mühsal entlang des Weges, einer Welt, die verrückt geworden ist:

Unser Vater, ist er unser Lohn?

Wer ist der Vater, der seine Söhne emporhob, um an ihnen Rache zu nehmen?

Von wem ist der schreiende Zorn und die Wut, die in sie gefahren ist?

Wir sitzen auf dieser Erde und weinen.




  
Dan Reisinger 30: Verbrennung von Talmud
                          und anderen jüdischen Büchern in Italien
                          1553-1559
Talmudverbrennung [und Verbrennung anderer jüdischer Bücher] in Italien 1553-1559

30
Unser Talmud wurde verbrannt:
Talmudverbrennung in Italien 1553-1559

[Wenn man den Talmud liest, dann kommt man darauf, dass der Talmud ein Buch ist, das andere Religionen verteufelt und verdammt. Somit wäre zumindest eine Talmudrevision in Anlehnung an die Menschenrechte angebracht].

Es scheint, dass es nie ein solches Weinen gab vom einen Volk, das den Verlust ihres Teuersten beklagte, als dasjenige des jüdischen Volkes, das über den Tod seines Buches trauerte.

Am Sonntag des neuen Jahres 1553 beschloss Papst Julius III., dass der Talmud verboten und verbrannt werden sollte. Als die Inquisitionäre Rom, Venedig und Cremona erreichten, unterschieden sie aber nicht zwischen Talmud und anderen Büchern. Jedes hebräische Buch wurde aus den jüdischen Häusern gebracht und ins Feuer auf dem Campo dei Fiori in Rom geworfen -

Gehe - in deinem Leiden.

Weine - für das Licht der Thora und ihre Krone.

Dadurch, dass wir derart verstossen waren, wurden die Beschlüsse also so grausam. Wir waren an Demütigung, Vertreibung und Tod gewöhnt. Aber im Angesicht des Ketzergerichts über unsere Bücher fühlte eine ganze Nation, dass diejenigen, die sie bedrängten, ihnen die Seele rauben wollten!

Und als wir klagten, sagten wir:

Bewahre, es ist besser, durch das Schwert zu sterben als ohne Thora einsam und ohne Stütze zu sein.



31
Die Lichter sind ausgegangen:
16. Jahrhundert: Passionsspiele, von denen Pogrome ausgingen


  
Dan Reisinger 31: Antijüdische
                          Passionsspiele provozieren Pogrome, 16.Jh.
Passionsspiele provozieren Pogrome 16.Jh.

Derjenige, der ein Herz hat, soll jetzt genau zuhören und beobachten: Mit Musikinstrumenten und Chören im Hintergrund wächst der Hass gegen Israel auf der Bühne - in Rom und anderen Städten in Italien, in der Schweiz und in Deutschland wurden religiöse Spiele über Jesus und seine Kreuzigung aufgeführt.

Jahr für Jahr ist die Bühne mitten in der Kirche oder vor der Kirchentreppe aufgebaut. Der Himmel ist erleuchtet mit einer Flut von Feuerwerk und Kerzen, und die Strassen der Juden wurden ins Dunkel getaucht.

Einige der Spiele beschreiben das Leben von Jesus; andere seine Wunden. In einem Chor im Hintergrund singen sie Tag und Nacht, bis die Worte nicht mehr gehört werden, sondern nur noch der scharfe Klang des Hasses.

Und als die nichtssagenden Lippen eines Mannes nur noch die Worte herausbrachten -

"Sein Blut!
Sein Blut!"

- da schreit der Mob: "Auf sie und auf ihre Söhne!"
Und so dringt der Mob in die Häuser der Juden ein wie ein Messer.



32
Bis ans Ende der Welt:
Eine Seite des Tagebuchs der Marranen:
Die Verbrennung der Marranen im 16. und 17.Jh. [in Spanien, Mittel- und Südamerika]

  
Dan Reisinger 32: Verbrennung von
                          Marranen in Spanien, Mexiko und Peru 16. und
                          17. Jh.
Marranenverbrennungen 16. und 17. Jh.

Garcia da Orta,
ein berühmter Wissenschaftler in der portugiesischen Kolonie Goa, starb 1568. Zwölf Jahre nach seinem Tod wurde sein Körper aus dem Grab herausgelöst und zu einem "Gericht" gebracht, veranlasst durch die Inquisition. Er wurde angeklagt, er hätte im Geheimen die jüdischen Vorschriften eingehalten. Sein Körper wurde verbrannt und seine Asche in den Ozean geworfen.

Francisca Nuñez,
Schwester des Admiral Carvajal, flüchtete aus Spanien. Sie wurde in Mexiko verhaftet und mit ihren vier Kindern 1596 verbrannt.

Francisco de Silva,
ein Arzt, konvertierte heimlich zum Judentum zurück. Er wurde gefangengenommen und in Lima in Peru 1639 verbrannt.

Antonio Homem,
Enkel des spanisch-marranischen Arztes Moses Bueno von Oporto, wurde in Coimbra 1624 verbrannt.

Isaac de Castro
wurde in Recife in Brasilien gefasst und wurde nach Portugal der Inquisition überstellt. Er wurde in Lissabon 1647 verbrannt.

Am 11.April 1649 hörten die Einwohner Mexikos das letzte Flehen der 109 Marranen aus dem Feuer:

"Höre, oh Israel, der Heiland, unser Gott, der Heiland ist allmächtig!"



33
Am Rande der Vernichtung:
Massaker an Juden durch die Kosaken, Polen, Russen und Schweden 1648-1666


   
Dan Reisinger 33: Massaker an Juden
                          1648-1666
Massaker an Juden durch Kosaken, Polen, Russen und Schweden 1648-1666

Jede Nacht loderte das Flammenmeer über den Häusern Israels am verdammten Jahresfest der Kosaken. Nachdem der Tyrann Chmielnicki, verflucht sei er, die Stadt Nemirov erstürmt hatte, kam ein anderer Tyrann, Krivonos, in der Gemeinde von Tulchin an dei Macht. Er stand 10.000 Männern vor.

Die Polen schlossen einen Pakt mit den Juden, um einander zu helfen.

Und 2000 Juden verschanzten sich in der Festung Tulchin, um gegen die Kosaken zu kämpfen, aber die polnischen Adligen betrogen ihre Verbündeten und brachen ihr Versprechen. Die Juden wurden alleingelassen und kämpften, bis sie keine Kraft mehr hatten.

Und in der Stadt Uman kämpften die Juden alleine für ihre Leben. Sie hielten dem Gegner bis zum Morgen stand, bis sie grausam getötet wurden. Die Kosaken zogen ihnen die Haut ab und warfen ihre einzelnen Körperteile den Hunden vor. Die Kinder wurden an der Brust ihrer Mütter getötet, oder lebend über dem Feuer am Spiess gebraten.

Und das war erst der Beginn des Flächenbrandes.
Wir waren nahe daran, total vernichtet zu werden.
Alle die Söhne meines Volkes wurden erstochen,
die Städte sind ihres Blutes voll.





  
Dan Reisinger 34: Kantonistendekrete in
                          Russland mit Kinderraub 1827-1854
Kantonistendekrete in Russland 1827-1854

34
Über Kinder, die geraubt wurden:
Das Dekret der Kantonisten in Russland 1827-1854

Michael, der Vater deines Grossvaters, er feierte seinen zehnten Geburtstag, als er aus den Armen seiner Eltern gekidnappt wurde. Er wurde zu 25 Jahren russischem Armeedienst verurteilt. Es war der dritte Tag des Chanukka-Festes, als Zehntausende jüdischer Kinder aus ihren Häusern geraubt und in Konvois transportiert wurden. Michael wurde einem Konvoi von 3900 Kindern zugeteilt, einige von ihnen waren auch zwei Jahre jünger als er. Sie wurden zu Fuss hunderte von Meilen geführt, bis sie ihr Exil in Sibirien erreichten.

Die Kinder marschierten zehn Stunden am Tag, und die Soldaten, die sie beaufsichtigten, schlugen sie mit Peitschen. Ein Drittel starb auf dem Weg; viele wurden bewusstlos ins Spital gegeben. In behelfsmässigen Lagern entlang den Wegen wurde den Kindern befohlen, stundenlang im Dreck zu knien, und der Offizier befahl:

"Jene, die zum Christentum überwechseln wollen - tretet vor!"

Uns die tauften sie im Fluss, und der Offizier schrie vor der lachenden Menge:

"Jene, die immer noch zu den Juden halten - sie sollen mit den Schweinen im Stall schlafen!"

[So wie der Talmud alle anderen Religionen als "Schweine" bezeichnet, so werden hier Juden als "Schweine" bezeichnet].

Als Michael Kazan erreichte und in die Baracken gebracht wurde, war er zehn Jahre und fünf Monate alt. Die Soldaten entdeckten das vierfach gefranste Kleid (arba-hacanfot), das er anhatte. Sie setzten es in Brand und sie verbrannten auch seine Augenbrauen.

Er lehnte es ab, Schweinefleisch zu essen, für die ganze Zeit seines Sklavenlebens.

Der Vater deines Grossvaters, mein Sohn, er fiel als ein Held bei der Verteidigung von Sewastopol, in einem Krieg, der nicht der seine war, und er wurde nicht in einem jüdischen Grab begraben.

[Für Juden ist der Genuss von Schweinefleisch verboten. Dies ist gemäss den Mose-Büchern so vorgeschrieben als eine Distanzierung von anderen früheren Religionen, als das Schwein ein heiliges Tier war].




  
Dan Reisinger 35: Mordverleumdung in
                          Damaskus 1840
Blutverleumdung in Damaskus, 1840




35
Ich habe nichts als mein eigenes Blut:
Die Mordverleumdung in Damaskus 1840

Die Mordverleumdungen, die sich in den christlichen Ländern Europas verbreiteten, schlugen im Osten bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts keine Wurzeln. Es gab viele anständige Leute, die glaubten, dass diese Greuelgeschichten gar nicht dem Islam entsprungen waren. Und als der Pascha von Damaskus gegen den Rabbi die Hand erhob und ihm drohte, die Zunge abzuschneiden, wenn er nicht die Namen der Juden verraten würde, die einen Christen ermordeten und dessen Blut für die Matzen des Passahfestes verwendet hatten, da war unser Rabbi Jacob Antibi erstaunt und versuchte in würdigen Worten zu antworten:

"Es ist eine Lüge. Ich habe nichts als mein eigenes Blut!"

Unser Rabbi konnte sich die Grösse der drohenden Katastrophe nicht vorstellen. Am heiligen Sabbat wurden die Juden gezwungen, die Gräber ihres Friedhofs zu öffnen. In ihre Häuser aber wurde eingebrochen. Köpfe wurden zertrümmert. Ältere der Gemeinde wurden in Gefängnisse geschleppt. Die Fingernägel der Gequälten wurden abgezogen. Die Glieder von 70 Männern, die ausgefragt wurde, wurden zerschmettert, und jene, die dabei nicht starben, wurden zu falschem Zeugnis gezwungen.

Sie brachen dabei den Geist des Rabbi Jacob Antibi nicht.

Er ist der Held der Affäre von Damaskus.




  
Dan
                          Reisinger 36: Prozesse gegen Juden im Jeman
                          19. und 20. Jh.
Prozesse in Jemen 19.
und 20. Jh.
36
Die Füsse dürfen nur auf eine Seite:
Prozesse in Jemen im 19. und 20. Jahrhundert

[In den muslimischen Ländern war das Gesetz von Zeit zu Zeit sehr unterschiedlich, meist tolerant, aber einige Sultane waren sehr intolerant, bis zur Zerstörung von Synagogen und Kirchen und Pogromen].

"Juden sind nicht zugelassen ... im Herrensattel zu reiten, sondern sie müssen ihre Füsse auf einer Seite haben."

Leiden und Erniedrigung war das Los der Juden im Jemen während ihres Exils. Die Herrscher waren grausam. Sie gaben Bekehrungsvorschriften heraus und zerstörten Synagogen. Im Jahr 1818 waren Pogrome in der Stadt Sana. Heldenhafte junge Männer erhoben sich unter uns und schlugen zurück. Zehn von ihnen, ihr Gedenken sei geheiligt, wurden gefangen genommen und auf dem Platz enthauptet. Und verdorbene Männer machten Schuhe aus unseren Thora-Rollen.

Die Beschlüsse, die die Waisenkinder betrafen, werden wir nie vergessen, denn es war ein derartiger Terror. Im Jahr 1928 wurde ein altes Gesetz wieder zugelassen, das den Moslems erlaubte, jedes jüdische Kind, Sohn oder Tochter, zum Waisenkind zu machen und es den Eltern zu entreissen. Es wurde erlaubt, solche Kinder zum Glaubensübertritt zur Religion Mohammeds zu zwingen. Und jeder, der ein Waisenkind versteckte, haftete dafür, sein eigenes Leben zu verlieren.




  
Dan Reisinger 37: Pogrome gegen Juden in
                          Südrussland 1881-1883
Pogrome in Südrussland 1881-1883

37
Stürme im Süden
Pogrome in Südrussland 1881-1883

[Eine Staatskrise ist Grund genug, die Juden zu beschuldigen, sie zu berauben und zu töten, statt Russland in einen modernen Staat umzuwandeln. Und die Kirche ist dabei...]

Schau dir diesen schwarzen Terror an: Vom einen Ende Russlands zum anderen, eine einzige Welle von Pogromen.

Riesige Mobhaufen griffen unsere Häuser an mit überschäumender Wut.

Sie besoffen sich vor Sonnenuntergang. Priester heiligten sie, als sie nach draussen gingen. Das Schlagwort - "Schlage die Juden und rette Russland!" - wurde propagiert, von der Intelligenz! Und die Polizei gab ihnen Immunität.

Sie waren bereit - und wir warteten auf sie jede Nacht:

am 15.April  in Yelizavetgrad

am 27.April in Kiew

am 2.Mai in Balta

am 20.April in Kishinew

am 1.Mai in Minsk

am 3.Mai in Odessa

[ohne Jahresangabe]

... schlimmer als alles andere war das Warten auf das Pogrom.
Um vier Uhr am Morgen, als ich noch in meinem Bett war, hörte ich die Stimme meiner Grossmutter:

"Nahum! Wohin sollen wir die Waisenkinder bringen? Sie kommen und schlachten uns alle!"

Meine kleine Schwester und ich waren Waisen. Onkel Nahum sagte:

"Wir werden uns nicht im Stall verstecken!"

Onkel Nahum war ein ausserordentlicher Mann, bekannt für seinen Mut. Er ging in den Hof hinaus und wartete, um für sein Leben zu kämpfen. Das gesetzlose Volk machte kurzen Prozess mit ihm, sie erschlugen ihn mit Eisenstangen.






Dan
                          Reisinger 38: Pogrom gegen Juden in Kishinev
                          1903
Pogrome in Kishinew 1903
38
Beim Gemetzel:
Pogrome in Kishinew im Jahr 1903

"Himmel! Habe Mitleid mit mir!
Wenn da ein Gott in dir ist, ein Weg zu ihm
so habe ich ihn nicht gefunden -
Bete für mich!

Mein Herz ist tot, kein Gebet kommt mehr über meine Lippen.
Ich bin hilflos, und es gibt keine Hoffnung mehr -
Bis wann... wie lang... bis wann?"









  
Dan Reisinger 39: Pogrome gegen Juden
                          1905 und Selbstverteidigung
Selbstverteidigung: Pogrom 1905

39
Der geblasene Shofar:
Selbstverteidigung während den Pogromen  1905

[Russland erlebte 1905 die Bauernrevolution, und bei jeder Revolution wurden wieder Aktionen gegen Juden durchgeführt].

Unsere Barrikaden aus Bündeln lagen vor uns am Boden, weil wir in Zeiten des Kampfes immer bereit waren. Wieder einmal ging grosse Angst um und um die jüdischen Häuser wehte der Wind.

Viele Fragen zermürbten unsere Herzen:

Wohin können wir fliehen? Wohin schicken wir unsere Kinder? Wann kommen sie?

Geheime Kommandos liessen Massen aus den Aussenquartieren und den umliegenden Orten zusammenkommen. Die Haufen waren bewaffnet mit eisernen Ketten, Haken, Äxten und Gewehren; Soldaten und Offiziere ritten an ihrer Spitze.

Unsere älteren Brüder trafen sich in einem Versteck, und ein Gerücht gab ihnen etwas Hoffnung: Die Regimenter von Bar Kokhba würden für uns da sein, wenn wir sie brachten.

Diese Nacht war ich in Heder mit den anderen Jungen, und der Rabbi lehrte uns das Kapitel, das so anfängt: "Und dies sind die Generationen..." Überwältigt von dem, was ich an diesem Tag gesehen hatte, war ich tief in Gedanken versunken, und als ich mit Lesen an die Reihe kam, redete ich ohne meinen eigentlichen Willen:

"Die Stimme ist Esaus Stimme, aber die Hände sind die Hände Jakobs..." Sofort senkte ich meinen Blick, ich hatte Angst, dass der Rabbi mich ohrfeigen würde wegen meinem Fehler. Aber der Rabbi war lange still. Plötzlich glühten seine Augen. "Mein Sohn", sagte er, "die Worte eines Kindes gehören unserem Vater im Himmel, sollen sie erfüllt werden!"

In diesem Moment fielen draussen Schüsse, und sofort hörten wir den brechenden Klang des Shofar. Mein Herz hämmerte. Ich wusste, dass es mein Bruder war, der den Shofar blies, und dieses Mal war es das Zeichen zur Selbstverteidigung, um die Juden zusammenzurufen, um für unser Überleben zu kämpfen.




  
Dan
                          Reisinger 40: Pogrome gegen Juden in der
                          Ukraine 1919
Petlyura-Pogrom 1919

40
Aus den Tiefen:
Petlyura-Pogrome 1919 [Pogrome in der Ukraine]

[Russland wurde von einer jüdischen Clique unter Lenin und Stalin regiert, und weil die Kolonialmächte nicht fähig waren, die Gründung von Israel zuzulassen, gründeten sich jüdische Organisationen, was wiederum eine klare Antwort der Europäer zur Folge hatte mit Pogromen und Diskriminierungen. In der Ukraine fanden viele Pogrome statt, als Polen für einige Monate bis Kiew vordrang, dann aber die russischen Truppen bis zur Weichsel vor Warschau vorstiessen].

Sarah Fuchs war eine Revolutionäre in in Russland, eine der tapfersten Kämpferinnen in den Reihen der sozialistischen Partei, de "Bund". Im Jahr 1919 wurde sie nominiert für die Vorsitzende des Hilfskomitees für das geschädigte Volk des Pogroms von Kiew.

Ausgestattet mit dieser Macht bereiste sie die Ukraine und sah, wie die jüdischen Dörfer geplündert wurden. Plötzlich fiel der Fahnenstolz, fielen die Hüllen und Schleier, und Russen starrten sie an mit riesigen Augen. Danach nahm sie genaue Zeugenaussagen der Überlebenden der Massaker auf. Sie legte den Report dem Zentralkomitee vor.

"Kameraden", so versuchte Sarah zu berichten, "ich habe die Wahrheit gesehen."

Aber die Kameraden verstanden nicht.

Sarah Fuchs war 28. An diesem Tag ertränkte sie sich selbst im Dnjepr.

Ihr Andenken wird bei all unseren Brüdern und Schwestern bewahrt bleiben, in ihrem Tod, der uns befielt zu leben.




  
Dan
                          Reisinger 41: Deportation von Minsker Juden,
                          Trennung von Vater und Sohn 1941
Ghetto Minsk 1941

41
Vater, Vater:
Das Minsker Ghetto 1941

[Man muss wissen: Der Kommunismus wurde von den Financiers der "USA" finanziert, und das Dritte Reich ebenfalls. Der Plan der angelsächsischen Freimaurer mit Zentrum in Schottland, Europa zu zerstören, so dass die "USA" dann als Führungsmacht der Welt dastehen sollte, ging auf. Und die jüdischen Flüchtlinge in den "USA" arbeiteten für sie...].

Es ist fünf Uhr am morgen. Das Volk wird aus allen Höfen getrieben. Von den Rufen der Deutschen und ihren Gewehrkolben getrieben [mit Kollaborateuren] gehen wir in der allgemeinen Verwirrung die Strasse hinunter, um uns dort zu versammeln, Frauen und Kinder. Jeder versucht, in die Mitte des Platzes zu gelangen, um so von der Polizei geschützt zu sein. Die Erwachsenen tragen grosse, in Betttücher eingewickelte Bündel auf ihren Schultern. Ich weine nicht, ich halte nur fest die Hand meines Vaters. Seine Hand ist nass, und ich schmiege mich ihr an ohne einen Laut. Wir marschieren.

Ich kann nicht sehen, wohin wir gehen, weil vor mir Leute mit Bündeln laufen. Wenn ich durch die Ritzen des Mantels meines Vaters gucke und sehe, wie hoch und gross er ist, überkommt mich keine Angst. Ich versuche, ganz nah bei ihm zu bleiben. Plötzlich kommt eine Terrorstimme aus der vordersten Linie, auf deutsch, und dann wird die Volksmasse zweigeteilt. Die Hand meines Vaters wird der meinigen entrissen. Vater!

Wo ist mein Vater?




  
Dan Reisinger 42: Juden im
                          Deportationszug haben Durst 1942
Zaglembia 1942: Durst im Deportationszug

42
Eine Schneeflocke:
Zaglembia 1942

[Ein Zug in Richtung Osten hatte viele Zielpunktmöglichkeiten. Auschwitz war nur eine Möglichkeit von vielen, darunter KZs in den Baltenstaaten oder auch im vergrösserten Rumänien und in der Ukraine. Einige Züge waren mehrere Wochen unterwegs, weil Deportationszüge die unterste Priorität hatten].

Wir bewegten uns still, passierten Eisenbahnstationen und Brücken, und seit dem Morgen war es uns allen klar, dass wir nach Auschwitz gebracht wurden [meist als Zwischenlager]. Aber die Leute in den Güterwagen dachten nur an eines: Wasser, etwas Wasser. Das Todesröcheln von sterbenden Menschen wurde überall wahrgenommen; die Leute verschieden, aber sie blieben stehen, denn es war kein Platz, um umzufallen.

Ich war zwölf, und mein kleiner Bruder neben mir schwitzte total. Mit all meiner Kraft schob ich mich hinauf zu der verschlossenen Luke, ihn mit mir ziehend.

"Streck deine Hände nicht hinaus, Kind, das ist gefährlich!" warnte man mich. Aber ich versuchte wieder, eine Hand voll Schnee von draussen einzufangen. Ich werde den Moment nie vergessen, als es mir doch noch gelang, einige Flocken einzufangen. Ich trug den Schnee in meiner hohlen Hand wie einen kleinen verletzten Vogel und wollte den Schnee meinem Bruder anbieten. Andere Kinder aber streckten ihre Zunge aus, darum bettelnd, den Schnee auflecken zu dürfen, aber ich knirschte mit den Zähnen und stiess sie weg. Und dann sah ich eine Frau, wie sie verschied, mit eine Baby an der Brust. Ich gab ihr die letzte Schneeflocke, und mein Bruder sagte:

"Ich bin nicht durstig."

Ich küsste ihn, und beide brachen wir in Tränen aus. Da war ein langes Pfeifen. Der Zug erreichte Auschwitz [und meist wurden die Transportierten in Lager weiter östlich und bis Rumänien oder in die Baltischen Staaten transportiert].

[1943-1945 wurden die Juden aus Osteuropa zum Teil ins Reich zurückdeportiert. Die meisten Juden wurden dann im Bunkerbau eingesetzt und starben dort zu 10.000en].




  
Dan Reisinger 43: Deportation: Trennung
                          von Mutter und Kindern
Kowno 1943

43
Das auserwählte Volk:
Kovno 1943

Das Zusammentreiben der Kinder ging weiter von Dienstag bis Samstag. Mütter versuchten, ihre Babys zu schützen. Sie wurden geschlagen, bis sie bluteten, und die Kinder wurden ihnen weggerissen.

Die Kinder wurden auf Lastwagen geworfen. Eine Mutter, deren drei Kinder brutal von ihren Armen gerissen wurden, schrie etwas. Sie weinte nicht; es war ein grosses Heulen, das den Wind vom einen Ende der Plattform zum anderen Ende durchbrach. Still waren alle anderen Stimmen, vom Terror erdrückt, es war wie der Schrei eines verwundeten Tieres. Sogar die Deutschen [und ihre Kollaborateure] waren schockiert, und der Offizier sagte ihr:

"Klettere auf den Wagen und nimm dein Kind heraus." -

Unser Atem stoppte einen Moment, da fügte der Offizier hinzu:

"Aber du musst eins auswählen, hörst du, Jüdin, nur eins!"

Als die Mutter auf den beladenen Wagen stieg, streckten ihr die Kinder ihre Arme entgegen. Alle drei schrien sie: "Mutter, rette uns, Mutter!"

Die Mutter fror. Alles war verschwommen, da wurde sie wieder hinausgebracht, mit leeren Händen.




  
Dan
                          Reisinger 44: Beschluss zum jüdischen
                          Widerstand 1942
Ghetto Wilna, 1.1. 1942

44
Aufruf:
Vilnaer Ghetto am 1.Januar 1942

Juden, wir werden nicht wie Schafe zu unserer eigenen Schlachtung gehen!

Jüdische Jugend, glaubt denen nicht, die euch betrügen.

Von 80000 Juden im Jerusalem Litauens bleiben nur 20.000...

Wer immer durch das Ghettotor abgeholt wird, wird nicht  mehr zurückkommen.

Alle Wege der Gestapo führen nach Polen. Und Polen ist der Tod.

Hitler hat beschlossen, alle Juden Europas zu vernichten. Es ist das Schicksal der Juden Litauens, die ersten hierfür zu sein.

Lasst uns nicht wie Schafe zur Schlachtung gehen!

In der Tat sind wir schwach und ohne Waffen, aber die einzige Waffe gegen den Mord ist unsere Selbstverteidigung!

Brüder! Es ist besser, als freie Kämpfer zu sterben als unter der Gnade von Mördern zu leben. Wir werden uns verteidigen bis zum letzten Atemzug!




  
Dan
                          Reisinger 45: Beschluss zum Widerstand im
                          Warschauer Ghetto 1943
Warschau 19.4.1943

45
Die Taubenrevolte:
Warschauer Ghetto am 19.April 1943

[Tauben fliegen bei drohender Gefahr davon - aber die Juden konnten nirgendwo hin flüchten. Der Vergleich, dass Juden Tauben seien, ist aber zweifelhaft, wenn man die Verdammungen in den jüdischen "heiligen Schriften" liest].

Am Vorabend des Passahfestes war das Warschauer Ghetto umstellt. Vom Guckloch aus beobachtete ich die Armee, die sich in Kolonnen dem Quartier näherte. Ich sah Massen von glitzernden Helmen in der Morgensonne, und mein Herz schien zu versagen. Ich zog den Haken der Handgranate und schleuderte sie aus dem Fenster.

Von diesem Moment an wurde jedes Haus im Warschauer Ghetto ein strategischer Punkt. Aus den Fenstern, auf jedem Stockwerk wurde Feuer gegen die Deutschen und Ukrainer gegeben.
Deborah stand am Fenster über mir.

Ein Soldat bemerkte sie und rief zu seinem Kamerad:

"Schau mal, Hans, eine Jüdin mit einer Waffe!"

Sie zielten ihre Gewehr nach ihr, aber Deborah war schneller. Sie schleuderte eine Granate nach ihnen, die einzige, die sie hatte.




  
Dan
                          Reisinger 46: Das Warschauer Ghetto brennt
                          1943
Warschau 23.4.1943

46
Das Ghetto brennt:
Warschau, 23.April 1943

Jede Nacht loderte das Flammenmeer und riesige Flammen kreisten über dem Warschauer Ghetto. Ein Haus nach dem anderen brach zusammen, und der Himmel nahm eine gespenstische Farbe an.

Und daneben, auf der anderen Seite der Mauern, nahm das Leben seinen normalen Lauf. Die Bürger der polnischen Hauptstadt kamen als Passanten und belustigten sich, und sie sahen den dicken Rauch am Tag und eine Feuersäule in der Nacht. Da waren einige, die es wagten, sich der Ghettomauer zu nähern, um zu sehen, "wie die Juden brennen".

Und als der Wind die Flammen hinübertrug und ein Haus auf der anderen Seite der Mauer in Brand setzte, kamen schnell Feuerwehrleute und löschten das Haus. Nur unser Feuer wurde von niemandem gelöscht.





  
Dan
                          Reisinger 47: Das Warschauer Ghetto in Flammen
                          1943
Mila 18, Warschau 25.4.1943

47
Der Abschied des Kommandeurs
Mila am 18., Warschau am 25.April 1943

... Ich weiss nicht, was ich euch erzählen soll. Etwas ist geschehen, das jenseits unserer Träume steht: Die Deutschen wurden zweimal aus dem Ghetto vertrieben.

... Seit drei Tagen steht das Ghetto in Flammen. Diese Nacht gehen wir über in einen Guerillakrieg.

... Ich kann unseren derzeitigen Zustand nicht beschreiben. Nur einige wenige werden überleben; jeder andere wird früher oder später umkommen. Unser Schicksal ist besiegelt. In all den Bunkern kann man keine Kerze anzünden, weil es dort keine Luft hat.

... Ade, teurer Freund, der letzte Wunsch meines Lebens wurde erfüllt. Ich bin schon dadurch bevorzugt worden, dass ich die jüdische Verteidigung im Ghetto in ihrer Grösse und ihrem Ruhm mitverfolgen konnte.

Mordechai Anielewicz

[Diese "Grösse und Ruhm" sind mit der Verdammungen aller anderen Religionen in den "heiligen Schriften" verbunden. Somit scheint die "Grösse" und der "Ruhm" nicht mehr so "gross" und "ruhmreich" zu sein...]






  
Dan Reisinger 48: Krakau entleert ohne
                          Juden 1944
Krakau 1944

48
Mit jedem allein:
Krakau 1944

Sie stand in der vertrauten Strasse, das Ende des schwarzen Saumes zwischen ihren Fingern, und eine Puppe unterm Arm. Ihre Augen gingen über dem geschlossenen Fenster hin und her, und ein Fremder sagte ihr:

"Hier gibt es nichts zu suchen, Kind." - "Ich suche meine Stadt, Krakau."

"Das ist die Stadt. Wohin willst denn du?" - "Zu unserer Synagoge, die Synagoge REMA."

"Wen suchst du denn in der Synagoge?" - "Meinen Vater, den Kantor."

Da sagte er zu ihr:
"Diese Häuser, mein Kind, sie sind leer." - "So bin ich alleine", sagte das Kind, "ich bin zu spät. Meine Brüder wurden alle in die Waggons gebracht."





  
Dan
                          Reisinger 49: Jüdischer Widerstand im
                          Partisanenwald 1944
Partisanenwälder 1944

49
Das Klirren und die Wut:
Die Wälder der Partisanen 1944

Der Winter 1944 ging seinem Ende entgegen. Der Waldboden taute immer mehr, von Tag zu Tag, und in der Nacht war die Erde wieder gefroren, wie scharfes Glas.

Die Partisanen, die den Eingang des Dorfes im Schutz der Dunkelheit erreichten, teilten sich in zwei Gruppen: Die russische Kompanie nahm im Westen und Süden Position, während die jüdische Kompanie sich am Ufer des gefrorenen Flusses eingrub. Wir mussten sieben Minuten laufen, bis das erwartete Signal ertönte. Die lauten Stimmen der deutschen Soldaten [und der Kollaborateure] wurden langsam stumm hinter den Häusern. Baruch und Uri waren in diesen Häusern aufgewachsen. Sie hatten in den Strassen gespielt und geträumt. Im Wald, nahe dem alten Friedhof, wo sei zum ersten Mal geküsst hatten, waren ihre Familien massakriert worden. ein rotes Licht wurde angezündet, und Zaytzev's Gruppe schrie sofort:

"Vorwärts, Kameraden, für unser Vaterland!"

Im selben Moment hörte man die Stimme Baruchs in klarem Jiddisch:

"Für das vergossene Blut, Kameraden, für unsere Brüder!"

Uri entsicherte seine Waffe und sprang herbei. Die Worte stockten. Und er hörte nichts anderes als das Feuer vor sich und das klirrende Eis unter seinen Füssen.




  
Dan Reisinger 50: Die Kerze der
                          Namenlosen 1945
Europa 1945

50
Die Kerze der Namenlosen:
Europa im Jahr 1945

An diesem Tag kamen die Überlebenden: zwei aus einer Stadt, eine aus einem Dorf. Eine Frau und ihr Kind krochen aus einem Bunker unter Ruinen hervor.

Ein Mann kroch aus einem Abwasserkanal heraus. Überlebende kamen aus den Partisanenwäldern.

Gerettete kamen aus Auschwitz. In Europa schien wieder die Sonne - und die Welt war wieder auf ihrem Kurs. Die Leute, sie standen zwischen Steinhaufen und Asche, einen heissen Stein in ihren Händen:

Stadt.
Stadt.

Wie soll man eine Stadt beklagen?

Welche Leute sind gestorben und welche sind noch am Leben im Herzen?

[Ein grosser Teil der jüdischen Bevölkerung wurde in Ghettos und Lagern durch Krankheiten getötet, ein anderer Teil starb bei der Zwangsarbeit im Bunkerbau, ein weiterer Teil wurde von Stalin nach Sibirien deportiert, begleitet von einer hohen Todesrate, und ein weiterer Teil wurde von Schleppern getötet, und einem weiteren Teil gelang es zu überleben oder gelang die Flucht. Und der Vatikan hatte die ganze Zeit ein spezielles Abkommen mit Hitler persönlich, und bis heute ist der Katholik Hitler auch posthum nicht exkommuniziert...]



  
Dan Reisinger 51: Das Leid geht 1945
                          weiter
Das Leid geht weiter

51
Der Leidensweg, der noch nicht vorüber ist

Für die Gefangenen von Zion, die die ganze Zeit in der Sowjetunion verfolgt wurden.

Für jüdische Schriftsteller, die in sibirischen Konzentrationslagern ermordet wurde, weil sie treu zur Sprache ihrer Väter standen.

Für die Lehrer und ihre Studenten, die die Kultur Israels bewahrten, die Verhöre und Qualen erleiden mussten.

Für jüdische Physiker, die Opfer einer riesigen Verleumdung wurden.

für die führenden Schreiber der Jiddischen Sprache, die im kalten Blut des stalinistischen Russland enthauptet wurden, währenddem die Asche der Öfen in Auschwitz noch warm war.

Ihr Andenken wird bewahrt bleiben in den Feuerrollen der Nation, das für ihr Leben kämpft.

[Russland führte gegenüber Juden zuerst eine warmherzige Politik an in der Hoffnung, dass Israel ein kommunistischer Satellitenstaat werden würde. Als die jüdische Politik dann aber mit dem CIA gemeinsame Sache machte, wandte sich die russische Politik mit aller Kraft gegen die Juden, auch innerhalb Russlands].




  
Dan Reisinger 52: Gedenken an die
                          Judenvernichtung nach 1945
In Memoriam: Dan Reisinger 52: Gedenken an die Judenvernichtung nach 1945

52
Und erinnern wir uns

an die Fallschirmspringer, Botschafter Israels, die die ersten waren, der in Europa belagerten Nation Hilfe zu bringen und die nicht zurückkamen.

Und erinnern wir uns
an die Freiwilligen der kämpfenden jüdischen Brigade,
an die jüdischen Soldaten und Offiziere in den Armeen der Alliierten, die im Krieg gegen Nazi-Deutschland fielen.

Und erinnern wir uns
an die namenlosen illegalen Immigranten und ihre Führer, die im Meer ertranken mit einer Vision ihres Vaterlandes.

Und erinnern wir uns
derer, die an den Galgen kamen und ihr Leben für die Freiheit Israels hingaben
Und erinnern wir uns
an den mutigen Geist der Widerstandskämpfer und der Soldaten der israelischen Verteidigungskräfte auf dem Schlachtfeld.

Und erinnern wird uns
an all jene, die an den Schlachten um die Erlösung fielen und uns durch ihren Tod befahlen, weiter zu leben.


[Fakt ist, dass die Juden in den "USA" und in England bis in die 1960er Jahre mit einer starken Diskriminierung zu kämpfen hatten, in Deutschland aber gar nicht. Die angelsächsische Diskriminierung wird aber nie erwähnt.

Der Rassismus von Herzls Buch "Der Judenstaat" von 1896 mit der pauschalen Verurteilung der Muslime als "Barbarei" wird auch nie erwähnt. Zwischen Judentum und Islam fehlt eine konsequente Friedensarbeit und eine pazifistische Revision der "heiligen Schriften"].


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