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Kolonialismus in Chronologie Kapitel II

2.2. Die "Vereinigte Ostindische Kompanie" VOC 1602 - Merkantilismus von Holland mit Gewinnmaximierung in Indien und Java - China, Japan, Russland, Brasilien und Australien

VOC Schiff Galeone des Kolonialismus Hollands
Holländische Galeone [91]

von Michael Palomino (1999 / 2003 / 2005 / 2009 / 2014)

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Quellen
-- Reinhard, Wolfgang: Geschichte der europäischen Expansion. Bd.I: Die Alte Welt bis 1818; Kohlhammer, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1983

-- Huby, Felix. Traumreisen; Auf den Spuren grosser Entdecker. Deutscher Bücherbund, Stuttgart, Hamburg, München, 1980

-- Payer, Margarete: Chronik zur Geschichte der Philippinen:
Internet: http://machno.hbi-stuttgart.de/~payer/weltw43.html (Stand März 2005)

Grunddaten ergänzt aus DTV-Atlas der Geschichte


1602: Gründung der "Vereenigde Oost-Indische Compagnie" - der Freibrief für Gewalt und Eroberung unter holländischer Regie

1602 schliessen sich die verschiedenen holländisch-indischen Handelsgesellschaften zur "Vereenigde Oost-Indische Compagnie" VOC zusammen,
-- unter Leitung von Johan van Oldenbarnevelt
-- mit Beteiligung der sechs "Generalstaaten" Hollands: Amsterdam, Middelburg, Delft, Rotterdam, Hoorn und Enkhuizen.

VOC Schiff Batavia Jacarta ship
                        Kolonialismus colonialism
Schiff der VOC [90]

Amsterdam und Middelburg leisten die Hauptbeteiligung. Damit verbunden ist ein Freibrief, ein Patent der Generalstaaten für die "V.O.C." für eine Zeitspanne von 21 Jahren mit dem Recht,

-- Krieg zu führen,
-- Verträge zu schliessen,
-- Land in Besitz zu nehmen
-- und Festungen zu bauen.

Die ganze holländische Bevölkerung kann ihr Geld bei der Gesellschaft anlegen und Teilhaber werden (Reinhard Bd.I.,S.114).


Eine Beschreibung der Kompanie liegt vom Anwalt Pieter van Dam vor in seinem Werk: "Beschryvinge van de Oostindische Compagnie" (1701/3), mit Beschreibung von Geschichte, Geschäftsabwicklung, "Handelsgebiete", "Verwaltung" und "kirchlichem Dienst".

Die militärischen Vorteile der V.O.C. gegenüber den portugiesischen Kräften
Die Holländer bauen kleinere und beweglichere Schiffe, die jedoch eine stärkere Bewaffnung und eine bessere Artillerie aufweisen. Zudem sind die Mannschaften (zumindest am Anfang) schärfer gedrillt (Reinhard Bd.I.,S.124).

VOC Schiff
                    Galeone des Kolonialismus Hollands
Holländische Galeone [91]

Die holländische Seeroute nach Java

Der direkte Weg zur Sunda-Strasse
Anders als die portugiesischen Schiffe fahren die holländischen Indienschiffe nach der Umrundung des Kap zwischen dem 38. und 42. Breitengrad mit dem Südwestpassat direkt auf die Höhe der Malakkastrasse, um dann mit dem Monsun nach Norden zur Sunda-Strasse zu gelangen. Den portugiesischen (und arabischen) Angriffen kann so ausgewichen werden.

Pro Jahr verlassen drei Flotten Amsterdam nach Batavia: im September, an Weihnachten und Ostern. Zwei Mal jährlich starten Flotten von Batavia in Richtung Holland: an Weihnachten und Januar/Februar.

Karte
                            mit den Routen der VOC von Holland nach
                            Indien und Indonesien
Karte mit den Routen der VOC von Holland nach Indien und Indonesien [92]
Karte mit der Sunda-Strasse
                            zwischen Sumatra und Java, gleich daneben
                            Jakarta / Batavia
Karte mit der Sunda-Strasse zwischen Sumatra und Java, gleich daneben Jakarta / Batavia [93]

Niedrige Verluste
Die Verluste der Seereisen der holländischen Schiffe betragen im Schnitt 4,5 %, meist wegen Überladung (Reinhard Bd.I.,S.125). Die Normalzeit einer Reise beträgt über sechs Monate. Prämien gibt es für den, der die Reise unter sieben oder sogar unter sechs Monaten schafft. Die Verluste sind sehr viel geringer als bei den Portugiesen, vor allem durch genauere Vorschriften beim Schiffsbau (Reinhard Bd.I.,S.126). Die Nahrungsvorschriften sind grosszügig bemessen, die Praxis sieht jedoch anders aus. Immerhin haben sich die Verhältnisse insofern verbessert, dass die Todesfälle sehr zurückgehen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Niedrige Bezahlung und Schmuggel
Die Bezahlung der Matrosen ist sehr niedrig. Bei gelungener Überfahrt werden die Beteiligten wie im portugiesischen System je nach Dienstgrad an Gewürzkisten beteiligt. Es beginnt sich auch, eine Korruption einzubürgern. Die Matrosen bilden sogar kleine Aktiengesellschaften für illegalen Handel zur Umgehung des Monopols der Arbeitgeberin (Reinhard Bd.I.,S.128).

Die "Geschäftspraktiken" der niederländischen V.O.C. - die Entwicklung der "actie"
Die Geschäftsführung erfolgt vor allem im Eigeninteresse der Amsterdamer Oligarchie. Gewürzreserven gelten als stille Reserven. Bei Geldknappheit - was nur den obersten Etagen bekannt ist - werden kurzfristige Anleihen zu hohem Zins aufgenommen, wobei die Gesamtheit der Teilhaber für die Zinsen aufkommen muss (Reinhard Bd.I.,S.115). Dividenden werden oft in Form von Gewürzen ausgeschüttet (Reinhard Bd.I.,S.122). Die Eigner aber füllen sich mit Profiten die Taschen (Reinhard Bd.I.,S.115).

Die V.O.C. hat wegen ihrer privilegierten Stellung der Halbstaatlichkeit die Pflicht, mit den Teilhabern alle zehn Jahre abzurechnen und jederzeit die Teilhaber samt Zinsbetrag auszahlen zu können. Die Abrechnung wird 1612 umgangen, indem die V.O.C. von den Generalstaaten entbunden wird. Die immerwährende Fähigkeit zur Auszahlung wird ebenfalls ignoriert. So bürgert sich das Wertpapier der "actie" ein, vermehrt ab 1606. Der Kurs der "actie" schwankt je nach Geschäftslage (Reinhard Bd.I.,S.116).

Die Pläne der holländischen V.O.C.
1602-1607 sind die Aktivitäten der holländischen V.O.C. vor allem gegen Portugal gerichtet. Die Gesellschaft verfolgt ein geopolitisches Konzept mit Eroberung von Stützpunkten. Ziele sind vor allem die Eroberung von Mosambik, Ceylon, Malakka und Goa, auch Eroberungen in Vorderindien zur Produktion von Textilien als Zahlungsmittel für Gewürze aus Hinterindien.

In Holland kommt Widerspruch gegen die Pläne auf, vor allem durch die Mennoniten, die ein "Prisenrecht", das Recht auf Kaperung von Schiffen, bestreiten. Die an der V.O.C. beteiligten Mennoniten verschenken denn auch einen Teil von geraubten Gütern. Ein "Gutachten" des Anwalts der V.O.C., Hugo Grotius, "De Jura Praedae Commentarius", befürwortet jedoch das "Prisenrecht". Das holländische Admiralitätsgericht entscheidet dann auch zugunsten der Raubpolitik der Kompanie (Reinhard Bd.I.,S.117).


"Merkantilismus"

Die Welthandelsgesellschaften, der erste "moderne Grossunternehmer"
Der Begriff "Merkantilismus" ist eigentlich eine "polemische Kreation" der Physiokraten und von Adam Smith (Reinhard Bd.I.,S.157). Im Zentrum steht dabei vor allem die Rentabilität und das Anhäufen von Gewinnen aus dem Aussenhandel. Im Gegensatz zu den päpstlich motivierten Eroberungen der Portugiesen und Spanier (die jedoch ebenso unglaublichen Raub und Mord beinhalteten) stehen die Indien- und "Amerika"-Fahrten ab dem Auftreten der Niederländer im Zeichen des Profits als erstes Kriterium. Es entsteht die Frühform des "modernen Grossunternehmers". Das Monopol ist Gewinngarantie und Selbstzweck und beinhaltet daneben auch Vertrags- und Kriegsbefugnisse.

Gleichzeitig wird eine Monopolgesellschaft zu Reinvestitionen verpflichtet, zur Übernahme von Unterhalt von Flotte und Stützpunkten. Die Gesellschaft soll sich somit selbst finanzieren, so dass eine Entlastung der öffentlichen Hand eintritt [was jedoch kaum der Hälfte der weltweiten Gesellschaften gelingt] (Reinhard, Bd.I., S.156).

Religionskampf und Kampf um den "Weltkuchen" zur "Selbsterhaltung"
Im Sinne der Religionskriege in Europa zwischen Protestanten und Katholiken beginnen die verschiedenen Staaten nun, diese Auseinandersetzung auf die ganze Welt zu übertragen. Es beginnt der Kampf um den "Weltkuchen", um "Selbsterhaltung" im Zeichen von Gewinnen und Ansehen [auf fremdem Boden]. Die Handelsbilanz im Wert von Edelmetall wird stolzer Gradmesser eines jeden Staates (Reinhard Bd.I.,S.157).

Intensivierung der Binnenwirtschaft und Anpassungszwänge / Umstrukturierungen
Gleichzeitig findet parallel zur Etablierung einer Handelskompanie für die "Aussenpolitik" (und Krieg) eine innere Intensivierung der Produktion statt. Produktionsweisen aus dem Ausland werden nachgeahmt oder verbessert. Gleichzeitig lauern Gefahren:

-- zum Teil führen die neuen Importe zu Firmenzusammenbrüchen und Arbeitslosigkeit im Inland, so dass staatliche Korrekturen notwendig werden, um neue Handelsströme zu schaffen, die sich nicht gegenseitig aufheben

-- liberal denkende Theoretiker und Historiker prangern zudem immer wieder die Monopolsituation an und appellieren an freien Welthandel

-- in gewissen Handelsgesellschaften spielt der Staat eine zu dominierende Rolle: Könige üben Druck aus, so dass keine optimale Verteilung des Kapitals stattfindet (Reinhard Bd.I.,S.157).

Die Tendenzen des Handels von Jahrhundert zu Jahrhundert
Zwischen Europa und Asien werden zuerst vor allem Gewürze gehandelt. Russland wird vom lukrativen Pelzhandel zur Expansion verleitet. Mit der Zeit ergänzen Textilhandel sowie Handel mit Kaffee aus Persien und Tee aus China die Möglichkeiten des Aussenhandels Europas. Kleine Staaten verbessern ihre Bilanzen zum Teil mit Schmuggel und Beihilfe zur Schattenwirtschaften (Reinhard Bd.I.,S.166).


Der Silberkreislauf durch "Amerika"

Silber als geraubtes, billiges europäisches Zahlungsmittel in Asien
Für den Handel mit Asien benötigen die Europäer zu einem grossen Teil Silber, da europäische Waren für Asien kaum attraktiv sind. Dieses in "Amerika" geraubte Silber kommt über Spanien in ungeheuren Mengen billig auf den europäischen Markt und kann über das Mittelmeer und den Nahen Osten ("Levante") in Indien und Ostindien teuer verkauft werden. Ein Teil des Silbers gelangt auch über den Pazifik von "Amerika" direkt nach Manila in die spanischen "Philippinen", um dort im Chinageschäft eingesetzt zu werden. Die Verhältnisse zu Gold:

Tabelle: Silber als geraubtes, billiges europäisches Zahlungsmittel in Asien
in "Amerika" Silber : Gold 17:1
in Europa Silber : Gold 15:1
in Indien Silber : Gold 12:1
in Ostasien Silber : Gold 9:1


(Reinhard Bd.I.,S.169)

Europa kann somit mit dem enormen Metallraub in Mittel- und Süd-"Amerika" allmählich seinen Reichtum und Luxus anhäufen, den es fortan bis heute nicht mehr weggeben sollte. Daneben steuert Japan mit billigem Edelmetall (Silber, Gold) zur europäischen Handelsaktivität in Asien seinen Beitrag bei (Reinhard Bd.I.,S.169).


Gold Silber Kreislauf2 des
                            Welthandel im Kolonialismus
Gold- und Silberkreislauf: Gold- und Silberraub und -handel weltweit um 1600, Schema von Michael Palomino; aus: Reinhard Band 1, S.101 [94]

Aus Mexiko und Süd-"Amerika" strömt Silber gratis an die "Philippinen" und nach Portugal. Von Portugal strömt das silber weiter nach Indien. Ebenso strömt Gold von Südost-Afrika nach Indien, aus Ägypten und Syrien strömen Gold und Silber nach Indien, ebenso aus Persien. Silber strömt von Indien weiter an die Molukken. China erhält Silber von den "Philippinen" und von Indien. Von China strömt Gold nach Indien und nach Japan, von Japan nach China strömt Silber.


Russische expansive Besetzungspolitik - Hollands "goldenes Jahrhundert"

Sibirien 1604: Gründung von Tomsk
durch die Kosaken als ein neuer "Regierungssitz" (Reinhard Bd.I.,S.87).


Die Gründe für den russischen Expansionswillen: Pelztierjagd
Triebkraft für die russische Expansion nach Osten ist vor allem die profitable Pelztierjagd, die 1644 bereits 10 % der Staatseinnahmen Russlands ausmacht. Die Eingeborenen sind in Zahl und technischer Ausrüstung unterlegen oder auch uneinig gegenüber dem neuen Gegner.

Die Vortruppen der Kosaken sind Pelzjäger, Pelzhändler mit Repräsentanten des Zaren und Kosaken mit nachfolgenden Verbannten, Siedlern und Glücksrittern "aller Art". Die Gebiete werden mit Forts ("Woiwoden") des Zaren verwaltet.

Die Eingeborenen müssen an den Zaren Tribute entrichten, dazu 10 % Umsatzsteuer bezahlen und die "Staatsjagd" auf die Tiere zulassen. Als die Pelztiere seltener werden, sind erste Bodenschätze in Sibirien bereits entdeckt. Die Bergung des sibirischen Schatzes beginnt (Reinhard Bd.I.,S.87).

Das "goldene Jahrhundert" für die Niederlande

Für die Niederlande wird das 17.Jh. zum "goldenen Zeitalter" durch "Expansion", rassistisch motivierten Gründungen von Kolonien und brutale Mordmethoden an Ureinwohnern (Reinhard Bd.I.,S.108).

Zunehmende Bedeutung indischer Textilien im Asienhandel ab 1600
Hauptproduktionszentren für die feinen, weissen, bedruckten und bemalten Baumwollstoffe sind Punjab, Gujarat, die Koromandelküste und Bengalen. Die Textilien werden in Europa wie aber auch in Ostasien sehr beliebt, so dass die Europäer die Textilien als Zahlungsmittel für Gewürze einsetzen (Reinhard Bd.I.,S.171).

Karte von Indien mit dem Sultanat
                              Punjab
Karte von Indien mit der Provinz Punjab [95]
Karte von Indien mit dem Sultanat
                              Gujerat / Gujarat
Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat [96]

Karte von Indien und Bengalen
Karte von Indien und Bengalen [97]
Westküste: Malabarküste Karte mit Indiens Küsten:
                            Malabarküste (links) und Koromandelküste
                            (rechts) Ostküste: Koromandelküste

Karte mit Indiens Küsten: Malabarküste (links) und Koromandelküste (rechts) [98]


In der Folge versucht die V.O.C., sich planmässig an der Koromandelküste festzusetzen, um an Textilien zu gelangen, die dann für Gewürze eingetauscht werden. Die englische "East India Company" versucht es mit Textilien aus Gujerat / Gujarat (Reinhard, Bd.I., S.171).

Holländer vertreiben Portugiesen auf den Molukken 1605 - Monopolverträge zwischen Banda-Inseln und Holland 1605 - portugiesische "Entdeckung" des Tuamotu-Archipels und der Insel "Espiritu Santo" 1605 - neues portugiesisches Unterbistum Sâo Tomé-Maliapur 1606 - spanische Rückeroberung von Teilen von Ternate und ganz Tidores 1606, Rebellionen - holländische "Entdeckung" von "Australien" 1606 - spanisch-portugiesische "Entdeckung" "Australiens" auf den "Hebriden" - Nelkenvertrag zwischen Ternate und Holland 1607 - "Amerika" ab 1607: Erfolgreiche "Indianer-Reduktionen" - portugiesischer Jesuiten

1605 fällt auch die portugiesische Festung Tidore. Die Holländer vertreiben die Portugiesischen Besetzer aus Tidore und Amboina endgültig. Die Holländer schliessen mit den Bandu-Ureinwohnern Monopolverträge ab (Reinhard Bd.I.,S.117), die die Insulaner aber nicht eihalten, denn Java und England umwerben die Insulaner ebenso. Die holländische Aggression erhöht sich (Reinhard Bd.I.,S.73, 117).

1605 sticht der Portugiese Quirós mit drei Schiffen in See mit grossen Missionsplänen für den grossen zu suchenden Süd-Kontinent. Die "Mission" entdeckt den Tuamotu-Archipel [nahe Tahiti] und die Insel "Espiritu Santo" der heutigen "Neuen Hebriden" [heute der Staat Vanuatu]. Dann jedoch bricht die Expedition an inneren Konflikten zusammen (Reinhard Bd.I.,S.82).


Karte mit der Position der Insel
                            "Espiritu Santo" der "Neuen
                            Hebriden", heute Vanuatu
Karte mit der Position der Insel "Espiritu Santo" der "Neuen Hebriden", heute Vanuatu, neben Neukaledonien und den Salomon-Inseln, links davon Neuguinea und Australien [99]

Detailkarte mit den Salomon-Inseln,
                            den Santa-Cruz-Inseln und der Insel
                            "Espiritu Santo" (rechts unten)
Detailkarte mit den Salomon-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln und der Insel "Espiritu Santo" (rechts unten) [100]

Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem
                              Tuamotu-Archipel
Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem Tuamotu-Archipel [101]

Detailkarte mit Tahiti und dem
                              Tuamotu-Archipel
Detailkarte mit Tahiti und dem Tuamotu-Archipel [102]

1606 wird Sâo Tomé-Mailapur an der mittleren indischen Ostküste neues portugiesisches Unterbistum (Reinhard Bd.I.,S.66).

1606 erobern spanische Schiffe, die inzwischen mit Portugal in Personalunion stehen, Teile von Ternate und ganz Tidore zurück (Reinhard Bd.I.,S.73,117). In Ternate jedoch sind die Moslems mit denjenigen der Süd-"Philippinen" verbündet. So kommt es zu wiederholten Rebellionen gegen die spanische Besetzung (Reinhard Bd.I.,S.73).

Eine spanische Expedition unter dem Portugiesen Pedro Fernandez de Quirós ist auf der Suche nach dem sagenumwobenen "südlichen Kontinent" und landet auf den "Hebriden". Quirós, der meint, in Australien zu sein, erklärt alles Land "von hier bis zum Südpol" als "spanischen Besitz" (Huby, S.18).

Quirós kehrt noch im selben Jahr 1606 von "Espiritu Santo" nach Portugal zurück und schreibt eine Menge "Denkschriften" zur Eroberung des grossen "Süd-Kontinents". Er stirbt jedoch erfolglos (Reinhard Bd.I.,S.82).

Gleichzeitig 1606 setzen holländische Schiffe ihre erste Landmarke auf "Australien" am "Kap York". Allfällige portugiesische Seefahrer, die Australien erreichen, kommen nicht zurück (Reinhard Bd.I.,S.82).

Anders ausgedrückt:
Die holländische Expedition unter Willem Jansz entdeckt 1606 den "Südkontinent" bei der "Erkundung" Neuguineas, als die Schiffe in den Golf von Carpentaria abgetrieben werden. Willem Jansz beurteilt "diesen Strand" aber als Nebensache ohne Bedeutung (Huby, S.18).

Karte mit Kap York in Australien
Karte mit Kap York in Australien [103]
Kap York Ansicht, Australien
                              Australia
Kap York-Halbinsel [104]
Willem Jansz im Kolonialismus
                              Holland-Australien, Portrait
Willem Jansz auf einer holländischen Briefmarke [105]

1607 begibt sich Ternate unter holländischen "Schutz". Der Sultan schliesst einen Monopolvertrag für Nelken ab (Reinhard Bd.I.,S.117).

"Amerika": Ab 1607 werden von der portugiesischen Jesuitenmission "Indianer-Reduktionen" eingerichtet, Kollektiv-Siedlungen ohne Privatbesitz. Sie vergrössern sich laufend trotz  ständiger Überfälle ("Entradas") durch brasilianische Sklavenjäger (DTV I. S.277).


1607-1609: Spanisch-holländische Waffenstillstandsverhandlungen, Diskussion um "freien Seehandel" - V.O.C.-Auftrag 1609 für die Festlegung eines Zentrums der holländischen Kolonien - erste holländische Faktorei auf Japan 1609 - 1609: Banda-Insulaner töten 46 Holländer, um ihren Willen durchzusetzen - 1609: Geopolitisches "Programm" von Jan Pieterszoon Coen - "Amerika" 1609: Gründung der niederländisch Westindischen Kompanie

1607-1609 finden spanisch-holländische Waffenstillstandsverhandlungen statt. Darin einbezogen ist auch eine weltweit neue Diskussion um einen "freien Seehandel", der von holländischer Seite erwähnt wird. Die holländische Seite postuliert die These, der Nutzen von freiem Seehandel komme dem gesamten "Menschengeschlecht" zugute, wie es Hugo Grotius in seinem Gutachten über Seeprisen im Kapitel "Hugonis Groti Mare Liberum, sive De Iure quod Batavis competit ad Indicana commercia Dissertatio" erwähnt (Reinhard Bd.I.,S.117).

Hugo Grotius im
                      Welthandel im Kolonialismus
Hugo Grotius [106]

1609 veröffentlicht Grotius sein Kapitel über das "Mare liberum" ["Freies Meer"]. Jedoch kommt die öffentliche Diskussion darüber nun zu spät, um in den Waffenstillstand miteinbezogen zu werden. Fortan liegt das Thema aber "in der Luft" (Reinhard Bd.I.,S.118).

1609 ergeht der Auftrag der V.O.C.-Leitung an den Generalgouverneur, einen Mittelpunkt des holländischen Kolonialreiches zu bestimmen, entweder in Johore, Bantam oder Jacarta (Reinhard Bd.I.,S.118).

1609: Der japanische Kaiser Ieyasu lässt auf Hirado bei Kyushu eine holländische Faktorei errichten (Reinhard Bd.I.,S.84,117).

Kaiser Ieyasuvon Japan Japon
                                Nippon, Portrait
Japans Kaiser Ieyasu [107]
Karte
                            mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki
Karte mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki [108]

1609 will Holland sein Monopol auf den Banda-Inseln durchsetzen und erzwingen. Die Insulaner aber wehren sich und töten 46 Holländer, darunter den holländischen Admiral. Die Holländer können die Kontrolle "wiederherstellen", aber die Banda-Insulaner schliessen weiter nach ihrem Geschmack Verträge ab und lassen sich nicht zwingen (Reinhard Bd.I.,S.117).

Ab 1609 ist Jan Pieterszoon Coen Oberbuchhalter der holländischen V.O.C., dann Generaldirektor unter dem Gouverneur. Coen reorganisiert die Buchhaltung und entwirft ein politisches geopolitisches Programm zur Beherrschung des Erdballs "Discoers aen de Edelen Heeren Bewinthebberen touscherende den nederlantsche Indischen staet" (Reinhard Bd.I.,S.118).

"Amerika": 1609 erfolgt die Gründung der niederländisch Westindischen Kompanie mit Ziel von Kaperungen der spanischen "Silberflotten" und Eroberungen gegen die spanisch-portugiesischen Kolonialreiche Mittel- und Südamerikas (DTV I. S.277).


Portugiesischer Verzicht auf das Gewürzmonopol auf den Molukken 1610 - Jan Huyghens Reisebericht über Portugals Kolonien 1610 auf Französisch - ab 1611: Wieder Christenverfolgungen auf Japan - 1611: erste holländische Faktorei in Jacarta - 1612: die Textilien der Koromandelküste als "linker Arm der Molukken", "negroskleden" - erste englische Faktorei auf Japan 1613

1610 muss die portugiesische Krone ausdrücklich auf ihr Gewürzmonopol verzichten (Reinhard Bd.I.,S.73).

1610 erscheint der Reisebericht von Jan Huyghen über die portugiesischen Kolonien auch auf Französisch (Reinhard Bd.I.,S.113).

ab 1611: In Japan setzen wieder Christenverfolgungen ein, weil die japanischen Daimyo gegenüber dem christlichen "Herrn" an Autorität verlieren (Reinhard Bd.I.,S.85).

1611 erhalten Holländer vom Herrscher des kleinen Fürstentums Jacarta die erste Bewilligung für eine unbefestigte Faktorei. Gleichzeitig herrscht englische Konkurrenz (Reinhard Bd.I.,S.118).

1612 wird die Koromandelküste mit ihrer Baumwollproduktion von einem Niederländer als "linker Arm der Molukken" bezeichnet. Der Textilexport nach Europa ist vorerst nur ein Nebenzweig des Asiengeschäfts, der dann aber stark anwächst. Es kommt auch zu Kleiderexporten nach Afrika und "Amerika", vor allem für Sklaven, die eine spezielle "negroskleden" erhalten. Der Rassismus spricht scheinbar sogar durch die Kleider... (Reinhard Bd.I.,S.171).

1613: Auf Anregung des Engländers Adams wird auch eine englische Faktorei auf Japan auf Hirado erlaubt. Es entwickelt sich auf Japan ein dauernder gegenseitiger Hass zwischen Katholiken (Spanier, Portugiesen) gegen die Protestanten (Engländer, Holländer) und umgekehrt. Die Portugiesen werden jedoch wegen des Handels mit Macao nicht aus Japan rausgeworfen (Reinhard Bd.I.,S.84,85).


1614: Verschärfte Christenverfolgung in Japan - 1614: Dreikampf auf Java zwischen Holländern, Engländern und Javanesen - illegales holländisches Fort

Ab 1614 kommt es zu verschärften Christenverfolgungen in Japan (Reinhard Bd.I.,S.85).

Um 1614 kommt es auf Java zwischen der englischen und holländischen Faktorei zu bewaffneten Auseinandersetzungen in Bantam. Die Engländer vertreiben die Holländer, die Javanesen vertreiben die Engländer. Daraufhin lässt Coen die Javanesen vertreiben. Zudem lässt Coen in Jacarta illegalerweise ein holländisches Fort anlegen (Reinhard Bd.I.,S.120).

Jan Pieterszoon Coen, Massenmörder
                      Sklavenhändler im Kolonialismus von Holland
                      Niederlande
Jan Pieterszoon Coen, holländischer Massenmörder und Sklavenhändler [109]


1614: Coens geopolitisches Programm vor der Leitung der V.O.C.: Welteroberungs- und Erpressungsprojekte - Bewilligung des Gewürzmonopolprogramms - Preiszerfall für Gewürze in Europa - Ausrottung von Aufständischen und Zerstörung von Konkurrenzpflanzungen

Das geopolitische "Programm" zur holländischen Welteroberung wird der Führung der V.O.C. und den Generalstaaten Hollands vorgelegt und diskutiert. Coens Plan umfasst die drei Hauptpunkte Landhandel, Gewürzhandel und die Beherrschung von Siedlungen. Ziel ist es, vor allem Portugal und Spanien vom Landhandel aus Indien zu vertreiben. Die vorgeschlagenen Massnahmen sehen folgendermassen aus:

-- Bau grosser Flotten

-- das Handelsmonopol soll nur für die Gewürze gelten, so dass das Gesamtunternehmen auch für Aussenstehende attraktiv bleibt und die Spekulation erhalten bleibt

-- die Generalstaaten der Niederlande sollen mit Ihrem Kapital als Finanzreserve für die V.O.C. bürgen

-- Einrichtung von Seepatrouillen, um "Ordnung" zu schaffen (Reinhard Bd.I.,S.118)

-- "Kontrolle" des Reistransports von Java zu den Banda-Inseln, um so die Banda-Einwohner zu kontrollieren, weil dort kein Reis angebaut werden kann (Hungererpressung)

-- Projekte auf lange Sicht sollen sein: die Eroberung von Malakka, Macao, und nach dem Ablauf des Waffenstillstands mit Spanien 1621 auch die Eroberung von Manila

-- holländische Söldner, die sich bereits auf den Molukken "bewährt" hätten, können wieder angeheuert werden (Reinhard Bd.I.,S.120).

Coens grossmundige Pläne stossen bei den Anlegern in den Niederlanden auf Widerstand. Die Vorhaben seien zu kostspielig. Zudem sind nur kurzfristige Gewinne interessant. Coen bekommt von der V.O.C.-Leitung nur das Organisations- und Monopolprogramm bewilligt, die Eroberungen nicht (Reinhard Bd.I.,S.120).

Mit dem Auftreten der Holländer tritt wegen des erhöhten Angebots ein Preisverfall bei Pfeffer ein (Reinhard Bd.I.,S.169). Der Kapitalismus entdeckt, dass ein höherer Absatz bei niedrigem Preis nicht zu mehr Gewinn führt (Reinhard Bd.I.,S.170). Als Reaktion verfolgt die holländische V.O.C. eine brutale Monopolpolitik, indem sie in ganzen Landstrichen die Urbevölkerung ausrottet und auf Konkurrenzinseln Pflanzungen zerstört (Reinhard Bd.I.,S.122). Holländische Kriege gegen England in der zweiten Hälfte des 17. Jh. mit dem Zweck, auch ein eigenes Pfeffermonopol durchzusetzen, sind nur zum Teil erfolgreich (Reinhard Bd.I.,S.170).


Holländische Kontakte zu Jemen 1615 - zu hohe Risiken für portugiesische Gewürzverträge ab 1616 - holländische Faktorei in Surat ab 1616 - 1616: erster holländischer Kaffeegenuss durch den Holländer Pieter van den Broecke - V.O.C.-Beteiligungen am Kaffeegeschäft ab 1616 - 1618-1675: fruchtlose russisch-chinesische Kontakte

1615 nimmt der holländische Kaufmann Pieter van den Broecke Kontakte zu Jemen auf (Reinhard Bd.I.,S.123).

Ab 1616 werden die Risiken auf den portugiesischen Indien-Fahrten wegen den Holländischen und englischen Flotten derart gross, dass sich die portugiesischen Gewürzverträge überhaupt nicht mehr "lohnen" (Reinhard Bd.I.,S.97).

1616 können die Holländer eine Faktorei in Surat in Indien errichten (Reinhard Bd.I.,S.123).

Karte:
                    Position der Stadt Surat in Indien
Indien: Karte mit der Position der Stadt Surat im Sultanat Gujarat / Gujerat [110]

Der "Mitbegründer" des holländischen Handelsimperiums im westlichen Indischen Ozean, Pieter van den Broecke, lernt in Mokka "eine Sorte schwarze Böhnchen" kennen, "aus denen sie schwarzes Wasser machen, das sie warm trinken".


Karte: Handelsstationen: Persischer
                            Golf, Indien, Arabien, Persien
Karte der Küstenstationen des europäischen Kolonialismus im arabischen und indischen Raum  [111]

Im arabischen Raum sind dies die Küstenstationen Mocha / Mokka, Aden, Basra, Gombroon, Hormuz, Jask, Sohar und Muscat / Muskat. An den indischen Küsten sind die europäischen Küstenstationen Surat, Bombay (Mumbay), Rajpur, Goa, Bhatkal, Mangalore, Cochin, Cape Comorin, Colombo, Galle, Jaffna, Pulicat, Madras, Masulipatnam, Balasore und Calcutta / Kalkutta.


Kaffee 
ist zu diesem Zeitpunkt schon über 100 Jahre im islamischen Kulturkreis verbreitet. Es besteht die Vermutung, dass die Kaffeebohne im 15.Jh. von Abessinien nach Südarabien gelangte (Reinhard Bd.I., S.174).

Die V.O.C. steigt ab 1616 nur mit Beteiligungen in den Kaffeehandel von Persien und Indien ein (Reinhard Bd.I.,S.175).

Von 1618 bis 1675 kommen regelmässige russisch-chinesische Kontakte zustande. Russische Emissäre sprechen regelmässig in Peking vor zur "Landeserkundung" und für "Handelsbeziehungen". Da die Russen aber - wie zuerst die Portugiesen - sich dem chinesischen Tributsystem nicht beugen wollen, kommen bis 1675 keine Geschäftsabschlüsse zustande (Reinhard Bd.I.,S.88).


1619: Die Kosaken gründen Jenesseisk - holländische These vom "Mare clausum" von John Selden 1619 - Jan Pieterszoon Coen ab 1619 neuer holländischer Generalgouverneur verstösst gegen die Statuten der VOC - neues "holländisches Zentrum" Batavia ab 1619 - Abkommen zwischen England und Holland 1619 gegen Spanien für Krieg ab 1621 - holländische Faktorei in Mokka 1620 - 1620 ca: Machtanspruch des Sultans von Mataram über ganz Java

1619 "gründen" die Kosaken Jenesseisk (Reinhard Bd.I.,S.87).

Gegner des "freien Seehandels" bekommen 1619 Unterstützung durch John Seldens Denkschrift "Mare Clausum seu De Dominio Maris" ("Das geschlossene Meer oder Über die Seeherrschaft"). Selden vertritt die These, Holland solle so schnell wie möglich sein "mare clausum" in Ostindien gegen Portugal aufbauen. Die Strategie eines Monopols sei gerechtfertigt (Reinhard Bd.I.,S.118).

1619 wird Jan Pieterszoon Coen neuer holländischer Generalgouverneur der holländischen Kolonien. Sein Vorgehen, ein stabiles "Kolonialreich" zu schaffen und ein absolutes Monopol für den Gewürzhandel einzurichten, ist brutal und widerspricht in allen Punkten den Vorgaben der Teilhaber der V.O.C. Seine drei Hauptpunkte
-- Landhandel,
-- Gewürzhandel und
-- Siedlungsbeherrschung

werden unter seiner Leitung durchgesetzt. Das Programm, das schon 1614 der Führung der V.O.C. vorgelegt wurde, nimmt er ohne Abstriche in Angriff. Coen wird zum "portugiesischen Albuquerque" (Reinhard Bd.I.,S.118).

1619 gründet Coen das neue holländische Zentrum "Batavia". Er benennt die Stadt Jacarta eigenmächtig um (Reinhard Bd.I.,S.120). [Wie das Land für "Batavia" besetzt wird, ist nicht geschildert...] (Reinhard Bd.I.,S.174).

Indonesien
                    Karte map Molukken Inseln Maluku Islands Borneo
                    Sulawesi Surabaya Mataram Batavia Java Sumatra
                    Malaya Neu Guinea
Karte der gesamtgeographische Lage von Batavia / Jacarta [112]: direkt neben der Sunda-Strasse,
und die Molukken / Banda-Inseln sind auch nicht weit.

1619 ist England und Holland bekannt, dass 1621 der Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien ausläuft. England und Holland teilen sich Interessensphären auf, um gemeinsam gegen Spanien vorzugehen:

-- die Holländer überlassen England 1/3 des Gewürzhandels
-- England darf in "Batavia" auch eine eigene Faktorei einrichten
-- der Plan einer gemeinsamen Ostindienkompanie wird jedoch aufgegeben (Reinhard Bd.I.,S.120).

Arabien: 1620 errichten die Holländer mit Erlaubnis des Sultans eine Faktorei in Mokka, die jedoch wegen der extremen egoistischen Politik der Holländer nicht lange bestehen bleibt (Reinhard Bd.I.,S.123).

Java: 1620 ca. beansprucht der Sultan des zentraljavischen Reiches Mataram die Herrschaft über ganz Java und legt sich den Titel "Susuhunan" ("Oberherr") zu. Mataram spielt eine entscheidende Rolle innerhalb der Inselgruppe als Reislieferant für Batavia, Sumatra, Malakka und die Molukken. Auseinandersetzungen mit der V.O.C. und der "East India Company" sowie mit anderen Sultanaten sind vorprogrammiert (Reinhard Bd.I.,S.215).


1620-1629: Der Aufbau des holländischen Handelsnetzes in Indien durch Pieter van den Broecke - holländischer Seidenhandel mit Persien

Indien: Von 1620 bis 1629 kann die holländische V.O.C. ihr Handelsnetz in Indien aufbauen, das Voraussetzung für einen erfolgreichen Kolonialismus ist. Der Leiter der Faktorei von Surat, Pieter van den Broecke, nach eigener Zuordnung auch "Direktor für Arabien, Persien und Indien", erreicht die Errichtung von "Stützpunkten" in Broach, Cambay, im Landesinnern Indiens Ahmadabad, Agra und Burhanpur (Reinhard Bd.I.,S.123).

Die V.O.C. kauft chinesische Seide, die wegen niedrigen Löhnen sehr billig ist, um diese gegen Edelmetall nach Japan zu verkaufen. Das Edelmetall wird für das Indiengeschäft gebraucht.

Daneben wird ungesponnene bzw. ungewobene persische Rohseide ein wesentlicher Anteil der europäischen Einfuhr von  ca. 15-20 %. Ein direkter Zugang zu China besteht für die V.O.C. nicht (Reinhard Bd.I.,S.174).


1621: Ende des Waffenstillstands zwischen Holland und Spanien - Coens "Politik der Nadelstiche" ab 1621 - holländischer Holocaust an der Urbevölkerung auf den Banda-Inseln 1621 - holländische Zerstörung von Muskatbäumen und fremden Nelkenbäumen ab 1621 - 1621 ruft Shah Abbas die Holländer zu Hilfe - Zerstörung von Hormuz, Gründung von Bändär Abbas 1622, persisches Seidenmonopol - 1622: vergeblicher holländischer Grossangriff auf Macao, holländische Besetzung der "Pescadores-Inseln", Bedrohung der chinesischen Küste - "Ballastladungen"

1621 läuft der Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien ab. Coen betreibt ab 1621 eine "Politik der Nadelstiche" gegen alle Seiten zugunsten seines Profits (Reinhard Bd.I.,S.120).

Massenmord auf den Banda-Inseln: Im selben Jahr 1621 "befriedet" Coen die Banda-Inseln. Die Inseln werden erobert und nach dem in Holland gültigen Römischen Recht die Ureinwohner als "Untertanen" betrachtet. Die Aufstand der Bandanesen ist nach diesem Recht als "Rebellion" zu werten, worauf die Todesstrafe steht. In der Folge werden die Bandanesen von Holländern und japanischen [!] Söldnern nach der Folterung von 47 Häuptlingen abgeschlachtet. Überlebende Bandanesen werden als Sklaven verkauft oder in die Berge vertrieben, wo sie dem planmässigen Hungertod ausgesetzt sind (Reinhard Bd.I.,S.122).

Coen, Massenmörder im Kolonialismus von
                      Holland, Niederlande
Rassist und Massakerist Coen [113]

Das Muskatmonopol scheint gesichert: Die Bandanesen müssen nun als Sklaven unter holländischer Herrschaft die Muskatbäume betreuen. Zudem wird die Anzahl der Muskatbäume absichtlich beschränkt, damit der Preis nicht zusammenbricht (Reinhard Bd.I.,S.122).

Coen unternimmt nun auch Expeditionen zur Vernichtung von Nelkenbäumen, sogenannte "Hongitochten"-Fahrten. Der Preis der Nelken kann so gehalten und gleichzeitig die Konkurrenz ausgeschaltet werden (Reinhard Bd.I.,S.122).

1621 ruft Shah Abbas "der Grosse" das Haus Habsburg gegen die Türken zu Hilfe, die jedoch keinen Beistand leisten wollen. Sodann ruft Shah Abbas die Niederländer gegen die Bedrohung der Türken zu Hilfe. Gleichzeitig ist geplant, an den Türken vorbei einen direkten Seidenhandel mit Europa aufzubauen (Reinhard Bd.I.,S.124).

1622 helfen holländische Kräfte Shah Abbas, das portugiesische Hormuz zu erobern und zu vernichten. Dafür gründet der Shah am Ufer gegenüber eine neue Stadt "Bändär Abbas" (Hafen des Abbas, Reinhard Bd.I., S.124). Holländer und Briten sichern sich mit dieser "Hilfe" das persische Seidenmonopol (Reinhard Bd.I., S.174).

1622 misslingt ein holländischer Grossangriff auf Macao. Die Portugiesen verteidigen ihr Handelsmonopol mit China erfolgreich (Reinhard Bd.I.,S.86,123). Coen lässt stattdessen die "Pescadores-Inseln" [auch: "Penghu" genannt] besetzen und von dort aus die chinesische Küste bedrohen (Reinhard Bd.I.,S.123).

Karte mit den
                    portugiesisch-kolonialen Pescadores-Inseln / Penghu
                    zwischen dem heutigen Taiwan und China
Karte mit den portugiesisch-kolonialen Pescadores-Inseln / Penghu zwischen dem heutigen Taiwan und China [114]

"Ballastladungen": Indigo, Salpeter, Zucker, japanisches Kupfer
Als "Ballastladungen" führen die englischen Schiffe Indigo und Salpeter, die holländischen Schiffe Zucker v.a. aus Java mit, seit 1621 auch japanisches Kupfer. Das japanische Kupfer lässt sich in Amsterdam bei gleicher Marge billiger verkaufen als das schwedische (Reinhard Bd.I.,S.179).

Holländischer Japanhandel: Billige Edelmetalle
Japan liefert billige Edelmetalle wie Silber, Gold und Kupfer. Der Japanhandel wird für die Edelmetallbeschaffung der Holländer zum äusserst wichtigen Faktor (Reinhard Bd.I.,S.180).


Abzug der englischen Faktorei aus Japan 1623 - China vertreibt die Holländer von den Pescadores-Inseln 1623 - holländische Faktorei in Bändär Abbas 1623 - "Massaker von Amboina" 1623 - 1624: Vertreibung spanischer Missionare aus Japan - 1624: Die Holländer erobern Taiwan/Formosa, Festung "Zeelandia" - "Amerika" 1624: Holländische Eroberungen in Süd-"Amerika" - Zucker, Kaffee, Sklavenhandel

1623 wird die englische Faktorei aus Japan wieder abgezogen (Reinhard Bd.I.,S.84,122).

1623 ca. werden die Holländer durch chinesische Armeen von den "Pescadores-Inseln" wieder vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.123).

1623 kann die V.O.C. in Bändär Abbas (Arabien) eine eigene holländische Faktorei einrichten (Reinhard Bd.I.,S.124).

Massenmord auf Amboina: 1623 lässt Coen auf der Insel Amboina wegen Verschwörungsgerüchten zehn Engländer, zehn Japaner und einen Portugiesen der dortigen englischen Faktorei hinrichten, obwohl die Auflösung der Faktorei bereits beschlossen war. Dieses "Massaker von Amboina" geht als Schlagwort in die Geschichte ein. Die Spannungen zwischen England und den Niederlanden wachsen. Die englische Propaganda nimmt das Vorkommnis immer wieder zum Anlass zur Hetze (Reinhard Bd.I.,S.120), zum Teil noch im Burenkrieg (Reinhard Bd.I.,S.122).

1624 werden die spanischen Missionare aus Japan vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.85).

Im selben Jahr 1624 erobern die Holländer die Insel Formosa vor China (Reinhard Bd.I.,S.86,123). Coen lässt die holländische Festung "Zeelandia" errichten [Eingeborene bauen und sterben?]. Unter den Holländern wird Taiwan/ Formosa zu eine Zentrum des China-Handels und China-Schmuggels (Reinhard Bd.I.,S.123).

Fort Zeelandia auf Formosa,
                              Kolonialismus Holland Niederlande Die Festung Zeelandia in der holländischen Kolonie Formosa (heute Taiwan) [115]

Die Insel wurde nach dem ersten holländischen Schiff benannt, das auf der Insel landete - "Formosa". Die Festung liegt auf einer Insel vor der Hauptinsel Formosa und jedes einlaufende Schiff muss daran vorbeifahren.

http://www.stumpfeldt.de/hcn29/desk.html (März 2005)

"Amerika": 1624 erobert die niederländisch Westindische Kompanie die "portugiesische" Provinz Bahia [heute Brasilien] sowie sechs portugiesische Kapitanien (Fürstentümer) an der Küste Süd-"Amerikas" (indianisches Territorium). Die Zucker- und Kaffeeplantagen werden ausgebeutet sowie mit dem Sklavenhandel Profite gemacht (DTV I. S.277).


Das kriminelle holländische "Landhandelsystem" der V.O.C.

Die Holländer übernehmen auf der ganzen Welt in ihren Besitzungen das Pass- und Schutzgeldsystem der Portugiesen und wenden es auch für Landhandelswege an. Die Bevölkerung wird also mit Schutzgelderpressungen gefügig gemacht und die Konkurrenz zur Umleitung ihrer Handelswege gezwungen. Zudem werden Zölle auf eigene Rechnung erhoben. So nimmt die V.O.C. den Landhandel völlig in eigene Hand und kann auf eigene Rechnung arbeiten. Die völlige Kontrolle des Landhandels ist jedoch nicht möglich, da die Konkurrenz nicht schläft (Reinhard Bd.I.,S.180).

Verbot des Privathandels in der V.O.C.
Den V.O.C.-Mitarbeitern ist es verboten, Landhandel auf eigene Rechnung zu betreiben. Das Verbot wird jedoch mehr und mehr von den eigenen Mitarbeitern unterlaufen (Reinhard Bd.I.,S.180).


1628: Kosakische Eroberung der Flussgebiete um Jenessei, Tunguska und Angara - 1628-1633: Erfolglose portugiesische "Ost-Indien-Kompanie" - 1628/1629: Belagerung von Jakarta/"Batavia" durch den Sultan von Mataram, Abzug der englischen Faktorei aus Jakarta/"Batavia" nach Bantam - ab ca.1630: Makassar wird internationales Handelszentrum auf Celebes - "Amerika": 1630: Recife als holländisches Zentrum auf Süd-"Amerika" - 1632: Kosakische Gründung von Jakutsk - 1633: Konkurs der portugiesischen "Ostindienkompanie"

1628 haben die Kosaken die Flussgebiete von Jenessei, Tunguska und Angara besetzt (Reinhard Bd.I.,S.87).

1628 wird in Portugal nach niederländischem Vorbild der Versuch gemacht eine portugiesische "Ost-Indien-Kompanie" zu gründen. Die Investoren bleiben jedoch vor allem die portugiesische Krone und die Oberschicht portugiesischer Städte, davon vor allem Lissabon. Die Beteiligung der Oberschicht erfolgt dabei "keineswegs freiwillig" (Reinhard Bd.I.,S.97).

1628-1633 kann die portugiesische "Ostindienkompanie" nur bescheidene "Erfolge" einfahren, denn die Pfefferpreise bleiben niedrig und die Kompanie somit für privates Kapital unattraktiv. Wegen den "Neuchristen" jüdischer Herkunft, die man nicht partizipieren will, wird das Monopol der portugiesischen Flotte auf Pfeffer aufrechterhalten (Reinhard Bd.I.,S.97).

Java: 1628/1629 lässt der Sultan von Mataram Batavia belagern (Reinhard Bd.I.,S.215). Die Engländer ziehen ihre Faktorei in "Batavia" nach Bantam und nehmen zu den Niederlanden Distanz (Reinhard Bd.I.,S.122). Der Sultan kann die Holländer jedoch nicht vertreiben und kann die Seeherrschaft der Holländer um Java nicht verhindern (Reinhard Bd.I.,S.215).

Ab 1630 ca. wird die Stadt Makassar des gleichnamigen Sultanats auf Celebes / Sulawesi Zentrum des Gewürzhandels für Holland, England, Portugiesen und Dänen (Reinhard Bd.I.,S.123).

Indonesien: Karte mit der Position
                              der Insel Celebes / Sulawesi
Indonesien: Karte mit der Position der Insel Celebes / Sulawesi [116]
Karte: Position von
                              Makassar / Ujungpandang Celebes Sulawesi
                              Indonesien
Karte mit  Makassar / Ujungpandang auf Sulawesi [117]


"Amerika": Ab 1630 "übernimmt" Recife den "Schutz" der holländisch beherrschten Nordostküste Süd-"Amerikas" (DTV I. S.277).

Sibirien: 1632 gründen die Kosaken Jakutsk an der Lena (Reinhard Bd.I.,S.87).

Portugal: 1633 verschwindet die portugiesische "Ostindienkompanie" wegen Erfolglosigkeit von der Bildfläche (Reinhard Bd.I.,S.97).


1634: Vertreibung der Christen aus Äthiopien - "Amerika" 1634: Holländische Gründung von "Curaçao" - ab 1635: Ausländerfeindliche Politik in Japan - 1636: Einschränkung der Portugiesen auf Japan - Diemen neuer Generalgouverneur der V.O.C. 1636, Offensiven gegen Ceylon und Malaberküste - ab 1636: Jährliche V.O.C.-Blockade von Goa - Belagerung von Malakka - 1636: Selbsternennung des Mandschu-Herrschers zum Kaiser von China - "Amerika" 1636: Holländische "Gründung" von "Guayana"

1634 werden die Christen aus Äthiopien vertrieben (Reinhard Bd.I.,S.63).

"Amerika": 1634: Holländische "Gründung" von "Curaçao" (DTV I. S.277) [zuvor wurden die Ureinwohner dieser Karibik-Insel wahrscheinlich versklavt und ausgerottet].

1635 kommt es zur ausländerfeindlichen Politik in Japan. Allen Japanern werden Auslandsreisen verboten. Im Ausland befindliche Japaner müssen ins Land zurückkehren (Reinhard Bd.I.,S.85).

1636: Die Portugiesen auf Japan werden eingeschränkt und nur noch auf der kleinen künstlichen Insel Deshima im Hafen von Nagasaki zugelassen (Reinhard Bd.I.,S.85).

1636 wird Antonio van Diemen zum Generalgouverneur der holländischen V.O.C. ernannt (bis 1645). Diemen startet sofort eine Offensive gegen Ceylon (wegen Zimthandel) und gegen die Malabarküste Indiens (wegen Pfefferhandel). In Ceylon werden die Niederländer gar vom Fürstentum Kandy unter Radscha Sinha II. gegen die portugiesische Besatzung zu Hilfe gerufen, um schon länger anhaltende Konflikte zu "bereinigen" (Reinhard Bd.I.,S.124).

Antonio van Diemen VOC, Kolonialismus Holland
                      Niederlande
Antonio van Diemen [118]

Ab 1636 lässt Diemen jedes Jahr Goa mit einer neuen Flotte blockieren. Der Landhandel Portugals wird dadurch verunmöglicht, die Verbindungen nach Macao und Malakka abgeschnitten. Ebenso erfolgt mehr und mehr die Belagerung von Malakka, dem Nelken-Handelszentrum (Reinhard Bd.I.,S.124).

In China proklamiert sich 1636 der Mandschu-Herrscher eigenmächtig zum Kaiser von China. Es ist der Vater des Shunzhi, der später die Mandschu-Dynastie gründen wird (Reinhard Bd.I.,S.86).

"Amerika" 1636: holländische "Gründung" von "Guayana" (DTV I. S.277) [und auch hier kann angenommen werden, dass die Ureinwohner zuvor versklavt oder sogar ausgerottet wurden. Danach haben sich die Weissen mit den schwarzen Sklaven vermischt].


1637: Japanischer Eroberungsplan zu den "Philippinen", Aufstände in Japan - 1637: Billige bengalische Rohseide im Aufwind - 1638: Kosakische Gründung von Ochotsk am Pazifik - holländische Eroberung von Batticola 1638

1637 plant Japan mit holländischer Hilfe die Eroberung der "Philippinen". Im selben Jahr kommt es zu Aufständen von Shimabara und von geschunden Bauern und verfolgten Christen sowie von herrenlosen Samurais in West-Kyushu. Holländische Schiffsartillerie kann die Aufstände zum Stoppen bringen (Reinhard Bd.I.,S.85).

1637 kommt das holländisch-britische Seidenmonopol wegen Konflikten in Persien in grosse Schwierigkeiten. Die europäischen Seemächte machen im selben Zeitraum die Entdeckung, dass bengalische Rohseide billiger ist als persische und chinesische. Bengalen wird fortan als Standort attraktiv (Reinhard Bd.I.,S.174).


Karte von Indien und Bengalen
Karte von Indien und Bengalen [119]

1638 gründen die Kosaken die Stadt Ochotsk an der pazifischen Küste (Reinhard Bd.I.,S.87).

1638 erobert die V.O.C. Batticola im Osten Ceylons (Reinhard Bd.I.,S.124).

Ceylon: Karte
                    mit der Position von Batticaloa
Ceylon: Karte mit der Position von Batticaloa [120]

1639: Handelsverbot gegen Portugiesen in Japan - 1640: Hinrichtung der Gesandtschaft aus Macao in Japan - ab 1640: Aufstände auf den "Philippinen" und Rückgang des portugiesischen Manila-Handels - ab 1640: Unabhängigkeitskampf Portugals gegen Spanien - 1640: V.O.C. erobert Zimtzentrum Galle - ab 1640: Weltweite Depression

1639: Den Portugiesen wird in Japan der Handel verboten (Reinhard Bd.I.,S.85). Der Silberzustrom von Japan nach China geht zurück. Die politische Krise in Chinas Ming-Dynastie verschärft sich dadurch zusätzlich (Reinhard Bd.I.,S.86).

1640: Um die Autorität durchzusetzen, wird die portugiesische Gesandtschaft aus Macao in Japan hingerichtet. Die Innenpolitik Japans wird weiter religiös radikalisiert. Jeder Japaner muss in einem Tempel registriert sein. Im Aussenhandel bleiben begrenzter Warenaustausch mit Korea, den Riukïu-Inseln / Ryukyu-Inseln, China und der holländischen Faktorei übrig (Reinhard Bd.I.,S.85).

Karfte der Riukiu-Inseln / Ryukyu
                            islands in Japan Japon Nippon Karte mit den Riukiu-Inseln / Ryukyu-Inseln [121]
Der Archipel, der damals wie heute zu Japan gehört,
ist fast so lang wie die japanischen Hauptinseln selbst.

http://www.army.mil/cmh/books/ wwii/okinawa/chapter1.htm

Ab 1640 schwindet die spanisch-portugiesische Autorität auf den "Philippinen" und es kommt zu Aufständen. So sinkt der portugiesische Handel zwischen Manila und China. Die politische Krise um die "Ming"-Dynastie in China wird damit noch grösser (Reinhard Bd.I.,S.86).

Auf der iberischen Halbinsel beginnt 1640 der Unabhängigkeitskampf von Portugal gegen das Königreich Spanien (bis 1668; Reinhard Bd.I., S.86).

1640 erobert die V.O.C. die Stadt Galle in Südceylon, das Zimtzentrum der Insel (Reinhard Bd.I.,S.124).

Ceylon: Karte
                    mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in
                    der Inselmitte
Ceylon: Karte mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in der Inselmitte [122]

Ab 1640 beginnt eine allgemeine weltwirtschaftliche Depression (Reinhard Bd.I.,S.86).

Holländer in Ceylon
Die V.O.C. betätigt sich zuerst als "Treuhänder" des Radscha von Kandy. Ab 1641, nach dem Waffenstillstand mit Spanien/Portugal versuchen die Holländer eine Teilung der Zimternte mit den Portugiesen. Auch in Indien wirken die Holländer auf ein Arrangement mit den Portugiesen im Pfefferhandel der Malabarküste hin (Reinhard Bd.I.,S.124).

Die Holländische Taktik zum Erhalt der Monopole
Holland bekommt nun nach dem Nelken- und dem Muskat- auch mehr und mehr das Zimtmonopol in die Hand. Die Taktik wiederholt sich:

-- die Produktion wird gewaltsam beschränkt, um den Preis hoch zu halten
-- Ureinwohnern wird nur ein extrem niedriger Lohn und Preis bezahlt, wenn überhaupt

-- die Holländer setzen nicht nur für Europa, sondern auch für Asien hohe Preise fest, damit sich für die Konkurrenz der dortige Einkauf und Wiederverkauf in Europa nicht lohnt

-- ein zu hoher Preis hat sofort eine sinkende Nachfrage zur Folge, so ist für die Holländer der maximale Gewinn immer abschätzbar (Reinhard Bd.I.,S.170).


Holländische Schiffe in Australien - Tataren am Baikalsee und an der Bering-Strasse

1641: Versetzung der holländischen Faktorei in Japan nach Deshima - 1641: Malakka fällt an Holland - 1642: Das portugiesische Gewürzmonopol fällt ausser beim Zimt - 1642: Holländische Expedition unter Tasman: "Entdeckung" von "Tasmanien", Tonga- und Fidschi-Inseln - 1644 ca.: Holländische Landung auf Australien unter Tasman

Ab 1641 wird die holländische Faktorei in Japan nach Deshima [bei Nagasaki] versetzt. Die "Holländer-Wissenschaft" hat jedoch weiter einen gewissen Einfluss und ermöglicht auch Informationen über Japan in Europa (Reinhard Bd.I.,S.85). Der Japanhandel lohnt sich für die Holländer weiterhin. Die Gewinne betragen bis 1671 ein bis zwei Millionen Gulden (Reinhard Bd.I.,S.123).

1641 fällt Malakka an Holland. Die Portugiesen müssen sich aus den östlichen Meeren zurückziehen. Macao bleibt isoliert. Gleichzeitig erreicht Indien die Meldung vom Beginn des portugiesischen Kampfes gegen Spanien und dem Waffenstillstand zwischen Holland und Spanien. Diemen reagiert jedoch nicht, hält die kolonialen Portugiesen mit Verhandlungen hin und schickt bis 1643 weitere Blockadeflotten nach Goa aus (Reinhard Bd.I.,S.124).

Erst im Jahr 1642 fällt in Portugal das Gewürzmonopol der Krone unter der neuen, national-portugiesischen Dynastie Braganza, mit Ausnahme von Zimt, denn Zimt ist vorübergehend ein besseres Geschäft als Pfeffer (Reinhard Bd.I.,S.97).

1642 ist eine holländische Expedition unter Abel Tasman nach dem sagenhaften Südkontinent unterwegs,

Abel Tasman Seefahrer im
                              Kolonialismus von Holland Niederlande
Abel Tasman [123]
Karte von Australien mit der Position
                              von Tasmanien
Karte von Australien mit der Position von Tasmanien [124]


"entdeckt" dabei "Tasmanien" und umsegelt Australien, ohne die Küste zu entdecken,

Karte mit Australien und Neuseeland
landet auf Neuseeland [125]

und "entdeckt" auf der Rückfahrt durch den Pazifik die Tonga- und die Fidschiinseln (Huby S.19).

Karte mit der Position der
                              Tonga-Inseln
Karte mit der Position der Tonga-Inseln [126]
Karte: Fidschi-Inseln Fidschi Fijis
                              Fiji islands
Lage der Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln [127]
Fidschis Fidschi-Inseln Fidschi Fijis
                              Fiji Tonga islands Karte map
Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln und Tonga-Inseln im Detail [128]

1644 ca. ist Abel Tasman abermals auf holländischer Expedition nach dem sagenhaften Südkontinent und landet auch an der Nordküste Australiens (Huby S.19).

1644: Selbstmord des letzten Ming-Kaisers in China - ab 1644: Mandschu-Dynastie in China, Kaiser Shunzhi - ab 1644: Shunzhi bedrängt Zheng Chenggong in Süd-China - 17.Jh: Jesuiten in China unter den Mandschus, "China-Mode"

1644: Die Rebellen in China haben Peking erobert. Der letzte "Ming"-Kaiser erhängt sich. Nachfolger wird nicht der Rebellenführer, sondern der Fürst der Tungusen-Stämme der Mandschu, Shunzhi (bis 1661).

Kaiser Shunzhi von China, Quing-Dynastie
China: Quing-Kaiser Shunzhi [129]

Damit beginnt die "Mandschu"-Dynastie der Quing (bis 1911). Die Quing beginnen nun, den Prätentaten in Süd-China, Zheng Chenggong, zu bedrängen (Reinhard Bd.I.,S.86).

Machthaber
                    Zheng Chenggong in Südchina South China
Südchina: Machthaber Zheng Chenggong [130]

17.Jh.: Die europäischen Jesuiten erhalten nach der chinesischen Regierungsreform die Erlaubnis, sich in China am Hof aufzuhalten. Es entsteht in Europa eine regelrechte "China-Mode" (Reinhard Bd.I.,S.85).


1646: Vertrag zwischen V.O.C. und dem neuen Susuhunan Amangkurat I. von Mataram - holländische Faktorei in Kayamkulam ab 1647 - 1648: Kosakische Unterwerfung des Kontinents bis Kamtschatka und "Bering-Strasse", Unterwerfung des Baikalseegebiets - 1648: Ende des spanisch-holländischen Krieges im "Haager Frieden"

Java: 1646 wird Amangkurat I. (bis 1677) der neue Susuhunan von Mataram. Er "einigt" sich mit dem holländischen Generalgouverneur:

-- die V.O.C. anerkennt die Oberhoheit des Susuhunan an
-- die V.O.C. entrichtet dem neuen Susuhunan Tribut
-- die V.O.C. erhält das Monopol des Seehandels und des freien Handels im Landesinnern (Reinhard Bd.I.,S.215).

Indien: 1647 können die Niederländer in Kayamkulam an der Malabarküste eine erste eigene Faktorei eröffnen (Reinhard Bd.I.,S.124).

Russland: 1648 unterwerfen die Kosaken die Halbinsel Kamtschatka , die spätere "Bering-Strasse" und das Baikalseegebiet (Reinhard Bd.I.,S.87).

1648 endet der spanisch-niederländische Krieg (Reinhard Bd.I.,S.109). Spanien muss im "Haager Frieden" die Niederlande als Republik anerkennen. Der spanische Plan von Philipp II. zur "Hispanisierung" der Niederlande ist endgültig gescheitert (DTV I. S.245).


Kosaken und Holländer befestigen ihre Besetzungen - Kaffee als neuer Faktor

1650: Lissabon verliert seine Bedeutung als Gewürzhandelsort - 1651: kosakische Gründung von Irkutsk - 1652-1654: Englisch-holländischer Krieg um Liefer- und Exportmonopol in England - "Amerika" ab 1652 ca.: Beginnende portugiesische Rückeroberung der Küste Süd-"Amerikas" - 1652: Kapstadt holländische Kolonie

1650 verliert Lissabon endgültig seine Bedeutung als Gewürzhandelsort. Die Verteidigung der portugiesischen Kolonien verschlingt grosse Summen. Die Kolonien in Indien werden für Portugal defizitär, vor allem im Kampf gegen die Niederlande. Die Einnahmen sinken langsam aber stetig. Die Staatseinnahmen an Gewürzen betragen noch  ca. 20 % (Reinhard Bd.I.,S.106).

Die Bedeutung Indiens geht zugunsten der Bedeutung von Brasilien zurück. Die "führende" Rolle in der Weltwirtschaft wird von den Niederlanden übernommen (Reinhard Bd.I.,S.106).

Sibirien: 1651 "gründen" die Kosaken die Stadt Irkutsk (Reinhard Bd.I.,S.87).

1652 endet der Waffenstillstand der Niederlanden mit Portugal. Ab dem gleichen Jahr ist Holland jedoch mit einem Krieg gegen das englische Handelsmonopol seiner Häfen beschäftigt ("Navigationsakte", Reinhard Bd.I., S.124; DTV I. S.267).

Ab 1652 ca. können portugiesische Truppen die holländisch besetzte Nord-Ostküste Süd-"Amerikas" [indianisches Territorium] schrittweise zurückerobern, DTV I. S.277).

1652 wird Kapstadt zur holländischen Kolonie ausgerufen. Holländischen Indienschiffen ist es erlaubt, an der "Indischen Zeeherberg" [am Fusse des Tafelbergs] Station zu machen (Reinhard Bd.I.,S.125).


1654: Holland muss die englische "Navigationsakte" akzeptieren - 1654: Portugiesische Rückeroberung der Nord-Ostküste Süd-"Amerikas" gegen Holland - neue holländische Offensiven auf Ceylon ab 1654 - 1656: holländische Eroberung von Colombo und Tuticorin - 1657: Holländischer Gouverneur von Ceylon: Rijklof van Goens - Indien 1658: Jaffnapatam und Negapatam holländisch, ganze Ceylon-Küste holländisch

1654 beenden Holland und England ihren Seekrieg. Holland muss die englische "Navigationsakte" akzeptieren, dass künftig nur noch englische Schiffe Waren nach und aus England transportieren dürfen (Reinhard Bd.I.,S.124; DTV I. S.267)

"Amerika": 1654 können portugiesische Kräfte die portugiesischen Fürstentümer an der Nordost-Küste Süd-"Amerikas" gegen die Holländer vollends zurückerobern. Der niederländischen Westindien-Kompanie bleiben Curaçao und Guayana (DTV I. S.277).

Guayana und Curaçao
Karte mit der Position von Guyana
                              innerhalb von Süd-"Amerika"
Karte mit der Position von Guyana innerhalb von Süd-"Amerika" [131]
Karte mit der
                              Position der Insel Curaçao, auch
                              "Holländische Antillen" genannt
                              (mehrere Inseln)
Karte mit der Position der Insel Curaçao, auch "Holländische Antillen" genannt (mehrere Inseln) [132]
Detailkarte mit den
                            Niederländischen Antillen (Curaçao, Bonaire,
                            Aruba etc.)
Detailkarte mit den Niederländischen Antillen (Curaçao, Bonaire, Aruba etc.) [133]

Die niederländischen Antillen vor Venezuela, noch heute ein kolonialer, holländisch-strategischer "Überrest"

Ab 1654 hat die V.O.C. wieder alle Kraft für Feldzüge in Indien, besonders gegen die Portugiesen auf Ceylon (Reinhard Bd.I.,S.124).

1656 wird Colombo auf Ceylon holländisch, ebenso Tuticorin an der Koromandelküste Ceylon gegenüber (Reinhard Bd.I.,S.124).



Karte: Stadt Tutivcorin in Indien
                            India
Indien: Karte mit Tuticorin an der indischen Ostküste [134]
Karte von Tamil Nadu mit
                            Toothukudi, Indien India
heute innerhalb des Teilstaates Tamil Nadu im Distrikt Toothukudi [135]

1657 wird der Oberbefehlshaber der V.O.C. im Indischen Ozean, Rijklof van Goens, holländischer Gouverneur von Ceylon. Goens betreibt weiter eine konsequent aggressive Politik gegen die portugiesischen Gewürzhandelsstrukturen (Reinhard Bd.I.,S.124).


1658 erobert die V.O.C. auch die Stadt Jaffnapatam in Ceylon und Negapatnam an der Koromandelküste. Somit kontrollieren die Niederländer die ganze Küste der Ceylon-Insel (Reinhard Bd.I.,S.124).


Silberraub und Silberhandel
                            (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750,
                            Schema von Michael Palomino
Silberraub und Silberhandel (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750, Schema von Michael Palomino [136]

Aus Mexiko und Süd-"Amerika" strömt weiterhin Silber gratis in die "Philippinen" und nach Spanien / Portugal. Von Spanien-Portugal fliesst das Silber an die protestantisch-rassistischen Städte Amsterdam und London. Von London und von Amsterdam aus fliesst das Silber nach Indien (Bombay, Surat) und nach Indien (Madras und Kalkutta) sowie nach Indonesien (Batavia, heute Jacarta). Von Spanien / Portugal aus fliesst das Silber via Ägypten und Mokka sowie via Syrien und Persien nach Indien (Surat, Bombay). Von den Philippinen aus fliesst das Silber nach China (Kanton) und nach Indien (Madras). Japans Silber fliesst nach Indonesien (Batavia, Jacarta).


Ab 2.Hälfte 17.Jh.: Anziehende Kupferpreise, Holland profitiert - die V.O.C. verstärkt die Kontrolle über Java - Handel der "Philippinen" mit südlichen Nachbarn - ab 1660 ca.: Wachsender Textilienhandel Europa-Indien, französische Textilstadt Pondichéry - 1660-1669: Holländische "Expeditionen" gegen den Handel in Makassar - süd-chinesische Eroberung von Formosa 1661 - Quilon wird 1661 von V.O.C. erobert - 1661-1682: Anti-holländischer Sultan Agong in Bantam - erste offizielle Kaffeeladungen in Amsterdam 1661/62, "East India Company" im Kaffeegeschäft

Ab der zweiten Hälfte des 17.Jahrhunderts ziehen die Kupferpreise
an. Die holländischen Lieferungen von japanischem Kupfer nach Amsterdam verstärken sich (Reinhard Bd.I.,S.179).

Ab der 2.Hälfte des 17.Jh. strebt die V.O.C. eine verstärkte politische Kontrolle der Insel Java an. Nach und nach werden den Sultanen Zugeständnisse gegen Sicherheiten abgerungen oder widerspenstige Sultane mit Putschen beseitigt (Reinhard Bd.I.,S.214).

Ab der 2.Hälfte des 17.Jh. orientieren sich die "Philippinen" nach Hinterindien und Indonesien (Reinhard Bd.I.,S.86).

Ab 1660 ca. gewinnt der Textilhandel zwischen Europa und Indien an Bedeutung. Grosse handwerkliche Geschicklichkeit (Reinhard Bd.I.,S.170) und niedrige Löhne machen die indischen Produkte attraktiv. England und Frankreich errichten Konkurrenzfaktoreien, u.a. in der indischen Stadt Pondichéry (Reinhard Bd.I.,S.171).

Indien: Karte
                    des Territoriums der Union von Pondichéry,
                    französisches Kolonialgebiet in Indien
Indien: Karte des Territoriums der Union von Pondichéry, französisches Kolonialgebiet in Indien [137]

Celebes / Suawesi: 1660-1669 unternehmen die Holländer in drei "Expeditionen" alles, um die Handelsfunktion des  Sultanats Makassar zu vernichten (Reinhard Bd.I.,S.123).

China: 1661 erobert Zheng mit 900 Schiffen und 25.000 Mann die Insel Taiwan/Formosa und vertreibt damit die Holländischen Besatzer (Reinhard Bd.I.,S.86).

Indien: 1661 erobern die Niederländer Quilon an der Malabarküste (Reinhard Bd.I.,S.124)

Karte: Stadt
                    Quilon an der Malabarküste von Indien India
Indien: Karte mit der Position von Quilon an der Malabarküste (Westküste) Indiens [138]

Sumatra / Java: 1661 (bis 1682) kommt im Sultanat Bantam der Sultan Agong an die Macht. Das Sultanat Bantam beherrscht in Süd-Sumatra die Pfefferproduktion, betreibt einen unabhängigen Gewürzstapel und ist ein Lieferant an die Engländer. In der Folge betreibt Sultan Agong eine sehr pro-islamische und anti-holländische Politik (Reinhard Bd.I.,S.214).

Die V.O.C. hat derzeit jedoch wegen den Auseinandersetzungen in Vorderindien gegen Portugal und gegen das zentraljavische Reich Mataram keine Kraft, auf Bantam einzugreifen (Reinhard Bd.I.,S.215).

1661/62 kommen die ersten offiziellen Kaffeeladungen in Amsterdam auf den Markt. Vorerst sind es bis 1690 nur kleine Mengen (um die Gewinnspanne möglichst hoch zu halten). Parallel beginnt sich die "East India Company", im Kaffeegeschäft für England zu engagieren (Reinhard Bd.I.,S.175).


Cranganore wird 1662 von V.O.C. erobert, Portugiesen aus Sâo Tomé vertrieben - China 1662: Verbot der Schiffahrt und Zwangsumsiedelungen vom Ufer weg für Chinesen der Mandschu-Dynastie - Spanischer Rückzug aus Manila 1662 - holländisch-portugiesischer Frieden 1662

1662 erobern die Niederländer Cranganore [heute: Kodungallur / Kodungaloore] an der Malabarküste (Reinhard Bd.I.,S.124).

1662 helfen Kräfte der V.O.C. dem Herrscher von Golkonda bei der Vertreibung von Portugiesen aus Sâo Tomé bei Madras [heute Chennai]. Portugals Bevölkerung wird nach Goa ausgewiesen (Reinhard Bd.I.,S.124).


Indien, Karte mit Goa (links) und
                              Madras (heute Chennai) (rechts)
Indien, Karte mit Goa (links) und Madras (heute Chennai) (rechts) [139]

China: 1662 erfolgt die Reaktion der Mandschu-Dynastie auf die südchinesische Eroberung. Allen Chinesen unter ihrer Herrschaft wird jegliche Schifffahrt verboten. Zudem wird alle Küstenbevölkerung ins Landesinnere zwangsumgesiedelt (Reinhard Bd.I.,S.86).

Manila: 1662 wird die spanische Garnison wegen einem Gerücht um einen bevorstehenden chinesischen Angriff aus Manila abberufen (Reinhard Bd.I.,S.73,123). Damit werden holländische Angriffe auf die Molukken ohne jedes Risiko möglich (Reinhard Bd.I.,S.123)

1662 wird in Amsterdam der portugiesisch-niederländische Frieden ratifiziert. Trotzdem lässt Goens das Kolonialreich Portugals weiter unter Druck setzen und angreifen (Reinhard Bd.I.,S.125).


1663 erobert V.O.C. Kotschin / Cochin und Cannanore - portugiesische Australienexpedition und "Entdeckung" der Salomonen - 1669: Vernichtung von Makassar durch Holländer, holländisches Gewürzmonopol erreicht - Vertreibung der Holländer aus Mokka - 1670: Nachfolgestreit, Wirtschaftskrise und Aufstand auf Java gegen Amangkurat I. - englisches Drama zum "Massaker von Amboina" 1673

Indien: 1663 erobern die Niederländer Kotschin / Cochin, das Zentrum des portugiesischen Pfefferhandels, sowie Cannanore (Reinhard Bd.I.,S.124).

Karte: Stadt
                    Cannanore an der Malabarküste, Indien
Indien: Karte mit der Position von Cannanore an der Westküste (Malabarküste) [140]

Südsee: 1667/1668 unternehmen zwei portugiesische Expeditionsschiffe unter Alvaro de Mendana de Neira eine Fahrt zur angeblichen "Goldinsel im Westen", die in einer Inka-Legende beschrieben wird. Die Schiffe "entdecken" die Salomonen-Inseln östlich von Neuguinea, dürfen aber noch keine Eroberung vornehmen (Reinhard Bd.I.,S.82).

Karte: Position der Solomonen-Inseln islands
Karte mit Australien und der Position der Salomonen-Inseln (englisch: Solomon Islands) [141]

1669 gelingt es den Holländern, das internationale Handelszentrum Makassar zu vernichten und militärisch zu besetzen. Das holländische Muskat- und Nelkenmonopol ist ab 1669 endgültig gesichert (Reinhard Bd.I.,S.123).

Als Gegenschlag gegen die brutale Monopolisierung werden die Holländer aus Mokka rausgeworfen (Reinhard Bd.I.,S.123).

Ab 1670 kommt auf Java ein Streit um die Nachfolge des Susuhunan Amangkurat I. auf, da keine Erbfolgeregelung existiert. Zudem herrscht in Nord-Java eine durch das holländische Monopol ausgelöste Wirtschaftskrise und ein Aufstand der Bevölkerung gegen die religiöse und politische Unterdrückung durch Amangkurat I. (Reinhard Bd.I.,S.215).

1673 schreibt der englische Dichter John Dryden eine Tragödie über das "Massaker von Amboina" von 1623: "Amboyna, or, The Cruelties of the Dutch to the English Merchans" (Reinhard Bd.I.,S.122).

John Dryden Portrait, Kolonialismus England,
                      Massaker von Amboina Amboyna
John Dryden Portrait, Kolonialismus England, Massaker von Amboina Amboyna [142]

Die Holländische Herrschaft auf Ceylon und in Indien

Die für den Handel notwendige Verwaltung

Die Herrschaft der Niederländer ist der der Portugiesen nicht unähnlich, unterscheidet sich jedoch in der Wertung des Mitmenschen entscheidend. Es wird nur Boden verwaltet, der dem Gewürzhandel dient. Sogenannte "Schutzherrschaften" gelten auf Java, den Molukken und auf Celebes / Sulawesi, im Dienste der "höheren Ziele der V.O.C.". Coens Pläne einer engeren Verbindung der Niederlande mit der asiatischen Umwelt werden nicht realisiert, sondern gezielt Distanz gehalten.

Besteht eine Territorialkontrolle, so werden Gouverneure eingesetzt, so auf Batavia, Amboina, den Molukken, den Banda-Inseln und Ceylon, in Makassar, Nord-Ostjava, Malakka und Südafrika. Bei Stützpunkten werden Direktoren eingesetzt, so an der Koromandelküste, den Bengalen, Surate und in Bändär Abbas, in Malabar, Galle und Jaffnapatum. Bleibt einem Fürsten die Herrschaft, so wird ein holländischer Resident danebengestellt (Reinhard Bd.I.,S.125).

Handel über Batavia - Profitgier - Matrosenrekrutierung
Das holländische System der V.O.C. hat zwei grosse einschränkende Bedingungen. Erstens muss der gesamte Handel über Batavia abgewickelt werden, was den Städten Vorderindiens beträchtliche Unkosten verursacht. Nur der holländische Chinahandel wird ab 1729 nicht über Batavia abgewickelt. Zweitens lassen die Holländer das Geld von zu Hause aus "arbeiten" und verlassen somit ihre Heimat nie, oder reisen fürs "schnelle Geld" in die Kolonien, um dann schnell wieder zurückzukehren.

Die Rekrutierung von Matrosen bereitet keine Probleme, denn in Holland existiert bereits ein Proletariat mit genügend Arbeitslosen. Ausserdem ist die Möglichkeit, Ausländer einzustellen, in Holland bereits sehr gegeben, denn Holland wird mehr und mehr Anziehungspunkt auch anderer Handelsnationen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Der Kolonialismus beginnt, die "Identität" der jungen Republik der Niederlande zu "stärken". Zum Beispiel kommt dies in Kolonialliedern zum Ausdruck, wo Rassismus und Profit verherrlicht werden. Der Dichter Joost van den Vondel, der Grotius und Oldenbarnevelt nahesteht, reimte zum Beispiel:


"Wohin Profit uns führen mag
zu jedem Meer und Strand,
aus Liebe zum Gewinn
erkunden wir die Häfen der weiten Welt." (Reinhard Bd.I.,S.128).

Joost van den Vondel Holland
                              Niederlande Kolonialismus colonialism
Joost van den Vondel 1587-1679
Johan van Oldenbarnevelt Portrait,
                              Kolonialismus Holland Niederlande
Johan van Oldenbarnevelt


Protestantischer Rassismus verhindert Familiengründungen

Die Propaganda kann sich in Holland nicht dazu durchringen, für Indien eine positive Stimmung gegenüber den dort lebenden Menschen zu erzeugen. Zudem gelten die holländischen Matrosen in Indien als versoffen und gewalttätig. Somit stossen sich beide Mentalitäten gegenseitig ab. Die Ansiedlungen auf fremdem Boden haben keinen Erfolg. Dazu erschwert die V.O.C. den Siedlern eine Gewinnbeteiligung, wenn die Siedler "vrijburger" (Freibürger) werden.

Es kommt somit zu keinem Aufstieg, und er ist auch nicht attraktiv. Auch lehnt die versnobte V.O.C. den Mittransport von "abenteuerlustigen" Mädchen ab und verunmöglicht so holländische Familiengründungen in den Kolonien. Heiraten mit indischen Frauen werden von indischer Seite her abgelehnt, da holländische, streng protestantische Schwiegersöhne keinesfalls geduldet werden. Heiraten mit portugiesischen Mischlingsmädchen wären Partien mit dem katholischen Klassenfeind, und Verbindungen zu Sklavenmädchen wären ein Abstieg (Reinhard Bd.I.,S.127).

So verlieren sich die Holländer in ihrem Reichtum und gleichzeitig in ihrem strengen Protestantismus und Rassismus. Jedoch werden sie von den eurasischen Mischlingen assimiliert, am ehesten noch als Wirt einer Kneipe. Die Holländer nehmen das Pidgin-Portugiesisch auf, die vorherrschende indische Kolonialsprache von 1500 bis ins 18. Jahrhundert, die bald auch in der V.O.C. und der holländischen Gesellschaft gesprochen wird. Erst ab dem 18. Jahrundert wird sich Englisch als Kolonialsprache in Indien durchsetzen und die Zahl der Europäer ein wesentliches Mass erreichen (Reinhard Bd.I.,S.127).

Bestechlichkeit und nahender Bankrott der V.O.C. Ende 17. Jh.
Ende 17.Jh. nimmt die Bestechlichkeit in der V.O.C. bis in die höchsten Ränge dermassen zu, dass die V.O.C. davon hohen Schaden erleidet (Reinhard Bd.I.,S.128). Auch höchste Ränge lassen sich in Schmuggel ein. Neutralität und Distanz in der Beurteilung in den Führungsetagen ist nicht mehr gewährleistet, weil die höheren Stellen nur durch persönliche Beziehungen innerhalb der städtischen Führungsgruppen besetzt werden oder Stellen zum Teil sogar "verkauft" werden (Reinhard Bd.I.,S.129).


V.O.C.: Religion und Forschung

Toleranz um des Profites Willen - Prediger als Wissensvermittler
Die V.O.C. folgt streng und intolerant der reformierten Linie. Sie unterhält einen Kirchenapparat und Missionen unter ihren "Untertanen", bis er ihr zu teuer wird und nicht mehr dem Profit-Denken entspricht. Gleichzeitig kommt es aus Profit-Denken zur Duldung protestantischer "Sekten" wie den deutschen "Lutheranern" und den "Papisten". Auf Missionsversuche in Japan und in muslimischen Gebieten wird aus Sensibilitätsgründen ganz verzichtet.

Prediger werden oft als Wissensvermittler eingesetzt. Holland wird führend in der asiatischen Reiseliteratur im 17. Jh., zum Beispiel über Hinduismus von Abraham Rogerius "De open Deure tot het verborgen Heydendom" / "Die offene Tür zu den Geheimnissen des Heidentums", 1651 (Reinhard Bd.I.,S.127).

Holländische Werke über Ostasien sind weiter

-- eine holländische Enzyklopädie über Indien von François Valentijn "Ond en Nieuw Oost Indien" (1724-1726)

-- holländische Werke der Botanik "Hortus Indicus Malabaricus" ["Indischer Garten in Malabar"] (1678-1703)

-- ein spezielles Werk über die Botanik der Insel Amboina von Georg Eberhard Rumpius "Amboinsch Kruidboek" (Kräuterbuch) 1697, in Amsterdam 1741-1750 veröffentlicht

-- ein spezielles Werk der "Ambinische Rariteytskamer" 1705 über Muscheln, Vögel und Gesteine.

Dazu kommen Japanberichte des Leiters von Desima, Isaac Tatsingh, die 1822 im Buch "Illustrations of Japan" zusammengefasst werden (Reinhard Bd.I.,S.128).


1674: Zusammenbruch von Mataram im Bürgerkrieg, holländische "Hilfe" für Amangkurat I. - 1675: geplante chinesische Aktionen gegen Russland - 1677: Tod von Amangkurat, Abtretungen des Nachfolgers an die V.O.C.: Provinzen und Importmonopol für Opium und indische Textilien - 1678: Der V.O.C.-Generalgouverneur krönt den neuen "Susuhunan" von Mataram

1674 bricht das Grosssultanat Mataram in einem grossen Aufstand zusammen. Der "Susuhunan" ("Oberherrscher") Amangkurat bittet um holländische "Hilfe" zum Machterhalt (Reinhard Bd.I.,S.215).

1675 gibt ein Pekinger Hofjesuit den russischen Emissären den Tip, dass China gegen Russland Aktionen plane (Reinhard Bd.I.,S.88).

1677 stirbt der "Susuhunan" ("Oberherr") des Sultanats Mataram auf Java und hinterlässt ein ungeordnetes Land, das von holländischer "Hilfe" abhängig gemacht wurde. Der Nachfolger tritt Landschaften südlich von Batavia, Krawang und Priangan sowie den Hafen Semarang an die V.O.C. ab. Die V.O.C. erhält weiter das Importmonopol für Opium und indische Textilien. Der Generalgouverneur der V.O.C. wird "Protektor" und "Vater" des Susuhunan, um die Macht gegenüber dem Volk zu festigen (Reinhard Bd.I.,S.215).

1678 wird der neue "Susuhunan" von Mataram vom holländischen Kommandeur gekrönt. Zu seinem Schutz bleibt eine holländische Garnison in seiner Residenz. Ab sofort können die Niederlande mitbestimmen, wer auf Java Herrscher ist. In den nächsten Jahrzehnten werden die Herrscher auf Java nach holländischem Belieben ausgewechselt, jeweils immer mit vertraglichem Zugewinn für die V.O.C. (Reinhard Bd.I.,S.215).


Neue Faktoren Südafrika, England und Industrialisierung

ab 1680: Propaganda in Holland für Umsiedlung nach Kapstadt - Bengalen als neues Textilproduktionszentrum - Webmaschinenentwicklung in England

Ab 1680 beginnt eine Ermunterungspropaganda in den Niederlanden für weitere weisse Siedlungen in Kapstadt. Es sind die Anfänge des "Weissen Südafrika" (Reinhard Bd.I.,S.125).

Indien: Die innerindischen Kriege in Gujerat / Gujarat und an der Südküste ab 1680 sowie die steigende Nachfrage nach feinen Stoffen veranlassen die Verlagerung der Textilproduktion nach Bengalen. Surats Baumwollproduktion für die "East India Company" geht gegen Null. Bengalen wird wichtigstes Gebiet des europäischen Textil-Asienhandels (Reinhard Bd.I.,S.171).

In England sind nebenbei Techniker mit der Erfindung von Webmaschinen beschäftigt. Sie haben den Willen, den Entwicklungsvorsprung von Indien bezüglich Textilien aufzuholen. Es ist dies ein wesentlicher Impuls für die Industrialisierung (Reinhard Bd.I.,S.174).

"Amerika" 1680: Portugiesische Gründung von "Sacramento"
1680 gründen die vordringenden "bandeirantes" die Kolonie "Sacramento" [heutiges Uruguay], (DTV I. S.277).

[Die Suche nach Edelmetall macht jede Meeresüberquerung möglich...].


1682: Putsch gegen Sultan Agong von Bantam - Holländer vertreiben Engländer aus Bantam wegen Pfeffermonopol

Mittels einer holländisch initiierten Hofintrige wird der anti-holländische Sultan Agong in Bantam 1682 gestürzt (Reinhard Bd.I.,S.215) und die Engländer aus Bantam / Jakarta vertrieben. Die holländische V.O.C. kommt dem letzten Gewürzmonopol, dem Pfeffermonopol, immer näher (Reinhard Bd.I.,S.122).


Hollands Vorhaben für ein Pfeffermonopol scheitert - holländisch-englisches "Gleichgewicht" im Pfefferhandel

Die englische "East India Company" hat grösste Schwierigkeiten, ihren Pfefferhandel gegen die holländische Mördermacht zu behaupten. England kann nach dem Verlassen Bantams aber weiter Pfeffer über Benkoolen auf Sumatra "beziehen". Der V.O.C. gelingt es zudem nie, die Malabarküste ganz zu kontrollieren. Zudem ist die Bilanz der Malabar-Orte für die V.O.C. anfangs eher defizitär (Reinhard Bd.I.,S.170).

Statt einem holländischen Monopol spielt sich ein "Gleichgewicht" zwischen den beiden Mächten in der Pfefferbelieferung nach Persien und China ein. V.O.C. wie "East India Company" können die Gewinne aus dem Persien- und Chinageschäft für den Einkauf von Waren für Europa verwenden (Reinhard Bd.I.,S.170).



China öffnet seine Häfen - chinesisch-russische Grenzkriege - Englands Schiffe auf Australien

1683: Die Mandschus erobern Taiwan/Formosa - ab 1684: Sultanat Bantam als Vasall Hollands - 1685: Öfnung aller chinesischen Häfen in China - 1685: Chinesische Truppen zerstören russische Station Albasin - 1687: Chinesische Belagerung von Albasin - 1688: Englische Expedition auf Australien - 1689: Russisch-chinesischer Vertrag über die gemeinsame Grenze mit Handelserlaubnis für Russland in Peking - 1698-1718: 10 russische Handelskarawanen in Peking

1683 wird Taiwan/Formosa von der Qing-Mandschu-Dynastie erobert (Reinhard Bd.I.,S.86).

1684 wird das Sultanat Bantam Vasall der V.O.C. Die V.O.C.
-- "übernimmt" die Pfefferproduktion von Süd-Sumatra
-- errichtet eigene holländische Festungen
-- vertreibt die letzten Engländer aus Bantam
-- schliesst den Hafen von Bantam für alle nicht-holländischen Schiffe (Reinhard Bd.I.,S.215).

1685 werden nach der Eroberung von Taiwan/Formosa die chinesischen Häfen geöffnet. Somit geht das Monopol der Portugiesen in Macao verloren (Reinhard Bd.I.,S.86).

Im selben Jahr 1685 zerstören chinesische Truppen in Nord-China die russische Station Albasin am Amur. Die Russen befestigen sofort neu (Reinhard Bd.I.,S.88).

1687 belagern chinesische Truppen die russische Station Albasin. Der Kanxi-Kaiser gibt die Weisung an die chinesische Armee, die Russen "auszurotten" (Reinhard Bd.I.,S.88).

1688: Eine englische Piratenexpedition unter William Dampier landet an der Küste Nordwestaustraliens, "entdeckt" die Insel "Neubritannien" und umfährt "Neuguinea". Dampier legt sehr wertvolles und präzises Kartenmaterial an (Huby, S.18).


Die Lage der Insel Neubritannien

Karte mit Papua-Neuguinea und
                            daneben die Insel Neubritannien (mit der
                            Ortschaft Rabaul)
Karte mit Papua-Neuguinea und daneben die Insel Neubritannien (mit der Ortschaft Rabaul)

1689 kommen Verhandlungen und ein Vertrag zwischen Russen und Chinesen in Nertschinsk am Fluss Shilka zustande. Es ist das erste Mal, dass der chinesische Kaiser mit einem Staat ein Abkommen schliesst, ohne unterwerfende Tribute zu verlangen.

-- die Russen müssen die Station Albasin und das untere Amur-Gebiet aufgeben

-- die Grenze zwischen Russland und China verläuft dem Fluss Argun, dem oberen Amur und dann dem Stanowoi-Gebirge entlang bis zum Meer

-- China ermöglicht russischen Karawanen den Zugang zu Peking für einen zollfreien Handel (Reinhard Bd.I.,S.88).


ab 1690: Steigendes Kaffeegeschäft der V.O.C.
Die V.O.C. beginnt sich in rasch steigendem Umfang am Kaffeegeschäft zu engagieren [die Profitmarge scheint zu fallen] (Reinhard Bd.I., S.175).


"Amerika" 1693: Portugiesischer Goldfund in Minas Gerais
Die portugiesischen "bandeirantes" werden im Innern des süd-"amerikanischen" Kontinents fündig. Die neue Goldmine Minas Gerais veranlasst Dorfgründungen und Strassenbau. Es wird eine Konfrontation mit Spanien erwartet (DTV I. S.277).


ab 1696: Erste holländische Kaffeepflanzversuche auf Java
(Reinhard Bd.I.,S.175).

1698-1718 treffen zehn russischen Handelskarawanen in Peking ein (Reinhard, vol.I, p.88?).


Der Rentabilitätswahnsinn der V.O.C. und die koloniale Struktur der kolonialen Handelsgebiete ab 1700

Bis 1700 existiert nur ein auf das Minimum begrenztes koloniales System der V.O.C., das höchsten Profit abwirft. Nur für die "Ommelanden" rings um Jacarta/"Batavia" existiert ein europäischer Verwaltungsapparat. Der Rest der holländischen Herrschaft wird kostengünstig oder sogar mit Profit durch einheimisches Personal ausgeübt (Reinhard Bd.I.,S.217).

Ab 1700 führt die V.O.C. auf Java eine "indische" Verwaltung ein. An den Höfen der einheimischen Vasallen sitzen holländische "Residenten", die die einheimischen Regierungen überwachen. In Priangan südlich von Batavia gehen die Holländer sogar so weit, den Posten des Sultan nicht mehr zu besetzen, so dass die 16 Distrikte direkt holländischer Herrschaft unterstehen (Reinhard Bd.I.,S.217).

1705: Im Zuge einer neuen Einstellung des Susuhunan von Mataram auf Java wird Cheribon und der Osten Maduras durch Zugeständnisse des neuen Susuhunan der V.O.C. zugeschlagen. Zudem werden als Kriegsentschädigung regelmässige Reislieferungen eingeführt (Reinhard Bd.I.,S.215).

Karte mit der
                    Position der Insel Madura neben der Insel Java,
                    heute Indonesien
Karte mit der Position der Insel Madura neben der Insel Java, heute Indonesien

1709: Cheribon und Madura auf Java werden in 43 "Regentschaften" aufgeteilt. Die Regenten üben eine harte und unumschränkte Herrschaft über die Bevölkerung aus und machen auch vor Privateigentum, Ehe- oder Familienbande nicht Halt. Die Justiz wird noch schärfer als unter den Sultanen (Reinhard Bd.I.,S.217).

1711: Erste erfolgreiche holländische Kaffeeanpflanzung auf Java
(Reinhard Bd.I.,S.175).

ab1716: Holländische "Kommissare für Eingeborenenangelegenheiten", die nichts bewirken
1716 führt die V.O.C. als Gegenmittel gegen die überscharfe Herrschaft der "Regenten" gegenüber der Bevölkerung in Priangan holländische "Aufseher" unter einem "Kommissar für Eingeborenenangelegenheiten" ein. In anderen Gebieten werden für Gruppen von Regenten "Residenten" zugeteilt. Beide Kontrollmechanismen können jedoch kaum etwas bewirken. (Reinhard Bd.I.,S.217).


Die Vorschriften der V.O.C. für "Regenten" auf Java - die absolute holländische Herrschaftssicherung

Das Diktat der V.O.C. und der Profitmarge der "Regenten"
Erste Priorität hat die kostengünstige Lieferung von Handelsware wie Indigo und Pfeffer, ab 1711 auch Kaffee:

-- die Urbevölkerung der Bauern wird zu jährlichen Zwangslieferungen (gedwongen leveringen) gezwungen bzw. es müssen Kontingente (contingenten) eingehalten werden, zum Nulltarif oder zum Festpreis ("Sawah-System")

-- Abnahmemenge und "Festpreis" werden von Jahr zu Jahr je nach Marktlage von der V.O.C. diktiert, damit möglichst viel Profit herausschaut

-- bei niedriger Quote werden die Nomadenbauern ("Ladang-Bauern") angewiesen, Reisterrassen und Bewässerungssysteme im Prianggebiet anzulegen

-- Gewinnmargen bei Gewichtsdefinitionen:
oo ein Regent definiert 1 "Picul" (Gewichtseinheit) gegenüber der Bevölkerung mit 222 bis 270 Pfund
oo die Lagerhausverwaltung definiert 1 "Picul" gegenüber dem Regent mit 140 Pfund
oo die Lagerhausverwaltung definiert 1 "Picul" gegenüber holländischen Schiffen mit 126 Pfund

Ausserdem verwendet der Regent mit Duldung der Kompanie V.O.C. eigene, nicht geeichte, gefälschte Gewichte (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Verhältnisse zwischen V.O.C. und Regenten: Profit wird verschleudert und Schuldverhältnis
Die Regenten werden reich mit einem Jahreseinkommen von 50.000 bis 100.000 Gulden. Jedoch verspielen die Regenten zum Teil das Geld und beantragen Vorschüsse auf ihre Lieferungen. Somit werden sie absolut abhängig, und die V.O.C. macht mit den Zinsen auf die Vorschüsse zusätzlichen Gewinn (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Kredite werden vom Generalgouverneur zu 3 % dem Eingeborenenkommissar überlassen, der das Geld zu 9-12 % an den "Regent" weiterverleiht. So werden die "Eingeborenen-Kommissare" zu beliebten Posten, meist Verwandte oder Günstlinge der Generalgouverneure (Reinhard Bd.I.,S.217).

Die Eingeborenenbevölkerung: Kriegslose Zeit verursacht Wachstum
Trotz aller Drangsal der Sultane und holländischen "Beschützer" nimmt die Bevölkerung auf Java zu. Seuchen können das Wachstum nur für jeweils kurze Zeit zum Stillstand bringen. Das Wachstum erklärt sich von der geschützten Lage her: Die Niederländer bekämpfen England und Frankreich bereits in Indien, so dass Java von englischen oder französischen Schiffen nie erreicht wird, und somit kommt es in Indonesien nie zu grossen Kriegen (Reinhard Bd.I.,S.218).


"Amerika" 1720: Erneuter portugiesischer Goldfund: Matto Grosso
Die portugiesischen "bandeirantes" werden im Innern des süd-"amerikanischen" Kontinents erneut fündig. Die neue Goldmine Matto Grosso veranlasst weitere Dorfgründungen und Strassenbau [auf indianischem Territorium]. Die Kolonialgrenze schiebt sich dadurch immer mehr nach Westen auf spanisch "definiertes" Gebiet vor (DTV I. S.277).


1727: Russisch-chinesischer Vertrag für Mongolei-Grenzkommission - Mitte 18. Jh.: China unterwirft die Mongolei
1727 schliessen China und Russland in Kiachta einen Vertrag ab zur Einrichtung einer gemischten Kommission zur Festlegung der Nordgrenze der Mongolei. Den Russen wird zudem die Erlaubnis für eine orthodoxe Kirche mit Priestern und eigenen Studenten in Peking gegeben (Reinhard Bd.I.,S.88).

Mitte des 18.Jh. unterwirft China die Mongolei (Reinhard Bd.I.,S.88?).


Der beginnende Niedergang der V.O.C.

Der Niedergang der V.O.C. wird durch veraltete Strukturen und eingefahrene Gewohnheiten verursacht, die nicht mehr angepasst werden:

-- die Söhne werden zum schnellen Geldmachen nach Asien geschickt, v.a. ab dem 18. Jh., so dass erfahrene Leute innerhalb der Company immer seltener werden

-- die Regenten sind an der Erhaltung der V.O.C. Gerüchten zufolge nur noch interessiert, weil es an anderen Möglichkeiten fehlt, grosse Profite zu erzielen

-- in der Zeit der besten Erträge (1687-1736 immer eine "positive Bilanz") werden ständig hohe Dividenden von 16,5 % ausgeschüttet und die Reservenbildung vernachlässigt

-- die Aktienkurse der V.O.C. bleiben auf extrem hohem Niveau (Reinhard Bd.I.,S.129).

Durch dieses Verhalten bahnt sich eine andauernde Verschuldung an, die natürlich nur deswegen möglich ist, weil die holländische Oligarchie nicht nur die V.O.C., sondern auch die zuständige Amsterdamer Wechselbank verwaltet:

-- es werden keine Reserven gebildet
-- die langfristige Verschuldung durch Obligationen steigt

-- kurzfristige Schulden werden nicht abbezahlt, sondern mit Bewilligung der Amsterdamer Wechselbank nur umgelagert

-- die Geheimhaltung hat zur Folge, dass äussere Kreise keinen Zugang zu den Daten haben und die Oligarchie nicht auf die gefährliche Situation aufmerksam gemacht wird


-- die Öffentlichkeit wird durch die hohen Dividenden getäuscht (Reinhard Bd.I.,S.129).

Die Verluste der V.O.C. steigen im 18. Jh. immer mehr an:

-- weil die Nachfrage in Europa ändert und Güter gefragt werden, für die die V.O.C. kein Monopol besitzt

-- weil die holländischen Provinzen für die Verluste gerade stehen müssen, so dass weitere Vertuschung möglich ist

-- weil sich ein immer grösseres paralleles Schmuggelsystem entwickelt (Reinhard Bd.I.,S.129).

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Fotoquellen

[1] König Johann II. von Portugal: http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_II._%28Portugal%29
[2] Tordesillas Stadtbrücke: http://www.motoclubtordesillas.com/ informacion_tordesillas.htm
[3a] Karte mit der Positioin von Tordesillas: http://www.ezilon.com/maps/europe/spain-maps.html
[3b] Karte mit Tordesillas (Spanien) am Rio Duero: http://www.pueblos-espana.org/castilla+y+leon/ valladolid/tordesillas/
[4] Karte mit der Papstlinie vom 7.6.1494: http://www.bigoid.de/conquista/lexikon/tordesillas.htm
[5] Vasco da Gama: http://www.bbc.net.uk/history/historic_figures/gama_vasco_da.shtml

Calicut
[6] Karte mit der Lage von Calicut: http://www.weather-forecast.com/locations/Calicut.shtml
[7] Bewohnerin am Strand von Calicut / Kozhikode: http://robert-zeller.com/images/India-2003/Mysore/images.html
[8] Sonnenuntergang in Calicut / Kozhikode: http://www.calicut-kozhikode.indianvisit.com/about-calicut.html

Portugal als erste "christliche" Kolonialmacht
[9] Portugal: König Manuel I.: http://worldroots.com/brigitte/royal/royal5a.htm
[10] Pedro Álvares Cabral: www.superlegendas.com.br/valcir/pedro_alvares_cabral.htm
[11] Cabral auf der portugiesischen Banknote: http://www.bportugal.pt/bnotes/types/1000/1000_p.htm

[12] Indien: Karte mit der Position des Staats Kerala: http://www.vacationpackages-india.com/cochin-tours.htm
[13] Südindien: Karte der Westküste Indiens mit Cannanore / Kannur: http://www.weather-forecast.com/locations/Cannanore.shtm
[14] Karte mit der Sklaveninsel Sao Tomé: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_ST.aspx
[15] Caravelle, nachgebaut: http://www.vermietung.beroli.de/html/aktivitaten.html
[16] Galeone, Modellschiff: http://www.sell-it-easy.de/shop_d/index.php?cp_sid=118966cb6c8e&cp_tpl=5501
[17] Pfefferkörner: Schulfernsehen: Gewürze machen Geschichte: SWR: http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/ bg0059/gg02b.htm
[18] Pfefferernte an einer Pfeffer-Liane: http://www.indienerlebnis.de/g06/08/bpa05.html
[19] Skorbut: http://www.bam-international.com/bam/homepage/ag/Patologias__Escorbuto.html

Malakka
[20] Karte mit der Lage der Halbinsel Malakka: http://www.oldmapsbooks.com/MapPage/MapPages589xx/58991java.htm
[21] Malakka, Haus: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm
[22] Malakka, Elefant als Signet: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm
[23] Malakka, Velorikscha / Fahrradrikscha: http://www.malaysiasite.nl/malakkaeng.htm

Mozambique
[24] Karte mit der Provinz Sofala in Mozambique: http://atlas.bestpricetravel.de/mosambik-karte.php
[25] Karte von Afrika mit Mozambique: http://www.worldtimeserver.com/ current_time_in_MZ.aspx

Tansania, Kilwa
[26] Karte von Afrika mit Tansania:http://www.worldtimeserver.com/ current_time_in_TZ.aspx
[27] Festung von Kilwa auf einer Briefmarke: http://www.cham.asso.fr/pages_site/ p_tanzanie_gb.php
[28] Karte der Küste von Tansania mit Kilwa: http://geology.com/world/tanzania-satellite-image.shtml
[29] Kilwa an der Küste des heutigen Tansania, Detailkarte: http://african-sky.com/activities/mapkilwa.html

Kenia
[30] Karte mit Mombasa, Kenia: http://www.weather-forecast.com/locations/Mombasa.shtml

Seerouten und Meeresströmungen und Seewinde
[31] Karte mit den Seerouten von Lissabon nach Indien: Goa und Cochin / Kotschin:
http://www.lsg.musin.de/geschichte/Europa_20/Entdeckungen/Gama-Winde.jpg
[32] Karte mit einem Beispiel einer Segelroute von Lissabon nach Indien, Calicut und Bombay (Mumbai):
http://www.lsg.musin.de/geschichte/Europa_20/Entdeckungen/imageL6G.jpg

[33] Affonso de Albuquerque: http://www.iolaire.co.uk/heads/

Insel Sokotra / Socotra
[34] Karte mit der Insel Socotra am "Horn von Afrika" bei Somalia: http://www.i-cias.com/e.o/socotra.htm
[35] Socotra, Wadi, Flusslauf mit Palmen: http://www.i-cias.com/e.o/socotra.htm
[36] Socotra, Zentralplatz: http://asmialy.republika.pl/sokotra.htm

[37] Karte mit den Handelsorten am Persischen Golf und an der Strasse von Hormuz: http://www.dataxinfo.com/hormuz/intro.htm

Indien: Sultanat Gujarat
[38] Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat: http://en.wiktionary.org/wiki/File:India-GUJARAT.svg
[39] Karte mit Stadt Diu im indischen Sultanat Gujerat / Gujarat:
http://www.gesundheit-energie.ch/bea.peter/Routen/Route%205%20.htm
[40] Karte Indiens mit den Sultanaten im 16. Jh.: http://www215.pair.com/sacoins/images/maps/deccan_16thc.gif

Molukken-Inseln
[41] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln Ternate, Tidore, Seram / Ceram und Ambon: http://www.elaput.com/talbvlbs.htm
[42] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Ternate und Tidore: http://www.elaput.com/talbvlbs.htm
[43] Karte der Molukken-Inseln / Banda-Inseln: Die kleine Insel Amboina / Amboyna: http://www.fsmitha.com/h3/map24-nd.html

[44] Karte mit der Insel Madeira vor Afrika: http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/reise/2003/10/15
[45] Karte der Handelsstädte am Persischen Golf: http://www.dataxinfo.com/hormuz/intro.htm

Magellan
[46] Karte mit der Route von Magellan: http://www.oepfu.ch/australien/history/00_01.htm
[47] Magellan, Portrait: http://www.spiele-truhe.de/html/ besprechungen/magellan.html

Franz gegen Karl
[48] König Franz I. von Frankreich: http://www.bundtschuh.de/Knechte.html
[49] Kaiser Karl V. Gemälde von Tizian: http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_V._%28HRR%29

Gamellanstrasse
[50] Karte der Gamellanstrasse: http://biblio.unibe.ch/stub/ryhiner/images/400/7907/Ryh_7907_7_A.jpg
[51] Patagoniens Gebirge: http://wwwhephy.oeaw.ac.at/kraml/patagonia/welcome.html
[52] Patagoniens Pinguine: http://wwwhephy.oeaw.ac.at/kraml/patagonia/welcome.html
[53] Patagoniens Meergletscher: http://www.condorjourneys-adventures.com/chile_mare_australis.asp

[54] Gold- und Silberraub und -handel um 1520 (Schema von Michael Palomino): Reinhard Band II., S. 101

Cebu und die Tötung von Magellan
[55] Karte mit der Position der Insel Cebu: http://en.wikipedia.org/wiki/Cebu
[56] Karte Cebu und Maktan / Mactan: http://www.travelsmart.net/ph/Diving_Sites/Cebu-Mactan_Sitemap.htm
[57] Lapu-Lapu: http://www.eskrima-rotterdam.nl/html/docepares.htm

[58] Luzon Reisterrassen: http://www.vivien-und-erhard.de/reise/Philippinen/nordluzon.htm

Olinda, Brasilien
[59] Karte mit der Position von Olinda neben Recife: http://www.lonelyplanet.com/destinations/south_america/brazil/
[60] Bucht: http://www.brasil-exterior.com/englisch/htm/Recife.htm
[61] Häuserzeile von Olinda: http://www.adwbrasil.com.br/ english/recife.html
[62] Frauen am Karneval von Olinda: http://www.truenet.com.br/olinda-on-line/ portugues/normal/sabado/tvsab6.html
[63] Herren mit Posaunen am Karneval von Olinda:
http://www.truenet.com.br/olinda-on-line/portugues/normal/domingo/tvdom13.html

Indio-Ureinwohner in Brasilien
[64] Indio-Ureinwohner: http://www.comciencia.br/ reportagens/501anos/br16.htm
[65] Indio-Mädchen: http://freeweb.supereva.com/ mensageiro.freeweb/n114/ospovos.htm?p
[66] Indio mit Pfeilbogen auf der Jagd: http://www.nord-brasil.com/9801.html?* session*id*key*=*session*id*val*
[67] Indio-Ureinwohner in Brasilien in Hängematten: http://www.kulli.info/regenwald/zuruaha.htm

Indien
[68] Mogul-Kaiser Akbar: http://www.webindia123.com/history/MEDIEVAL/mughal%20period/mughal2.htm
[69] das Stammreich von Akbar und die Erweiterungen:
http://www.webindia123.com/history/MEDIEVAL/mughal%20period/mughal2.htm

[70] Francis Drake: http://www.sosuanieuws.com/

[71] Jan Huyghen: http://www.linschoten-vereeniging.nl/1.html

[72] Beispiel einer spanischen "Silberflotte", die angegriffen wird: http://www.payer.de/bolivien2/bolivien0206.htm

Tomar (Portugal), Gerichtsstadt für Philipp II. 1581
[73] Karte mit der Position von Tomar: http://www.dee.estt.ipt.pt/jornadas_dee/informacoes.html
[74] Innenstadt von Tomar: http://www.lefdal.cc/2003/Portugal2/index.php
[75] Tomar: Festungskathedrale, Ansicht von vorn: http://dejwy.net/cesty_sp.html
[76] Tomar: Festungskathedrale, Ansicht von hinten: http://www.kathi-und-peter.at/reisen/portugal/ port-gallery/pages/073-tomar.htm

"Philippinen"
[77] Karte der "Philippinen" mit Mindanao und dem Sulu-Archipel: http://www.drgeorgepc.com/Tsunami1976Phillipines.html
[78] "Philippinen": Karte mit der Insel Palawan: http://www.proel.org/mundo/palawan.htm

[79] Karte mit der Position der Insel Timor: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_TL.aspx

Japan
[80] Kaiser Toyotomi Hideyoshi: http://www.japan-zone.com/omnibus/history1.shtml
[81] Kaiser Toyotomi Hideyoshi, Portrait: http://www.pauline.or.jp/history/e-history03.html

[82] Karte der Sultanate von Indien im 16. Jh.: http://www215.pair.com/sacoins/images/maps/deccan_16thc.gif
[83] Karte der Salomon-Inseln bei Australien: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_SB.aspx
[84] Karte der Salomonen neben Neuguinea: http://www.asia.microsoft.com/games/combatfs2/map_santacruzislands.asp
[85] Karte mit Salomonen (links), rechts die Santa-Cruz-Inseln:
http://www.asia.microsoft.com/games/combatfs2/map_santacruzislands.asp
[86] Eine holländische Fluyt: http://www.malhatlantica.pt/mediateca/economia1600.htm

[87] Karte mit der Insel Java in Holländisch-Ostindien: http://www.blogigo.de/pisa/2004021

[88] Kart Nagasaki auf der Insel Kyushu, Japan: http://wwww.alexquinn.org/nihon/nagasaki.html

Holländischer Kolonialismus mit der VOC
[89] Karte mit Indiens Küsten: Westküste: Malabarküste; Ostküste: Koromandelküste: http://www.inde-en-ligne.com/geographie.htm
[90] Schiff der VOC: http://www.diabenco.com/BATAVIA1/page_02.htm
[91] Holländische Galeone: http://binky.thinkquest.nl/~jrc090/verhalen.html
[92] Karte mit den Routen der VOC von Holland nach Indien und Indonesien: http://www.bataviawerf.nl/en/voc_route.html
[93] Karte Sunda-Strasse, Sumatra und Java mit Jakarta / Batavia: http://www.haged.de/Indonesien/titel.htm
[94] Gold- und Silberkreislauf um 1600, Schema von Michael Palomino: Reinhard Band 1, S.101

[95] Karte von Indien mit dem Sultanat Punjab: http://sv.wikipedia.org/wiki/Punjab_(Indien)
[96] Karte von Indien mit dem Sultanat Gujerat / Gujarat: http://sv.wikipedia.org/wiki/Gujarat
[97] Karte von Indien und Bengalen: http://sv.wikipedia.org/wiki/Bengalen
[98] Karte mit Indiens Küsten: Malabarküste (links) und Koromandelküste (rechts): http://www.inde-en-ligne.com/geographie.htm

Pazifik-Inseln
[99] Karte mit der Insel "Espiritu Santo" im Staat Vanuatu: http://maps.google.ch/
[100] Detailkarte mit den Salomon-Inseln, den Santa-Cruz-Inseln und der Insel "Espiritu Santo" (rechts unten): http://www.scuttlebuttsmallchow.com/wdiary3.html
[101] Karte mit Neuseeland, Tahiti und dem Tuamotu-Archipel: http://www.polynesia.com/polynesian-triangle.html
[102] Detailkarte mit Tahiti und dem Tuamotu-Archipel: http://attahiti.free.fr/images/archipels.gif

Australien
[103] Karte mit Kap York in Australien: www.barrier-reef-holidays.com/ act4wdsafaris.htm
[104] Kap York-Halbinsel: http://benisworld.bdesign.org/ fotogalerie/k/kap-york-halbinsel.htm
[105] Willem Jansz auf einer holländischen Briefmarke:
http://www.deventerpostzegelclub.nl/html/Artikelen/Series/Nederlanders/bn_Blaeu.html

[106] Hugo Grotius: http://www.zuerich.de/wir_ueber_uns/leistung/innovator/archiv/hugo_grotius.jsp

[107] Japans Kaiser Ieyasu: http://www.japan-zone.com/omnibus/history1.shtml
[108] Karte mit der Insel Hirado beim Staat Nagasaki: http://www.coara.or.jp/~lucyfer/f/profile-f.html

[109] Jan Pieterszoon Coen, holländischer Massenmörder und Sklavenhändler: http://www.dit.is/jpcoen/

[110] Indien: Karte mit der Position der Stadt Surat im Sultanat Gujarat / Gujerat: http://www-cgi.cnn.com/WORLD/asiapcf/9812/28/india.01/

[111] Karte der Küstenstationen des europäischen Kolonialismus im arabischen und indischen Raum: http://cf.hum.uva.nl/galle/avondster/blessing.html
[112] Karte mit Batavia, Sunda-Strasse und Molukken-Inseln: Frank E. Smitha: http://www.fsmitha.com/h3/map24-nd.html

Hollands Rassistenkolonialismus
[113] Rassist und Massakerist Coen
www.numismania.cyberforce.nl/coin/nl/sets/prov/04wfr-us.htm
[114] Karte Pescadores-Inseln zwischen Taiwan und China: http://www.china-biz.org/Taiwan_Facts.htm
[115] Die Festung Zeelandia in der holländischen Kolonie Formosa (heute Taiwan): http://www.stumpfeldt.de/hcn29/desk.html
[116] Indonesien: Karte mit der Position der Insel Celebes / Sulawesi: http://www.starfish.ch/dive/Sulawesi-info.html
[117] Karte mit  Makassar / Ujungpandang auf Sulawesi: http://sites.uws.edu.au/vip/listerp/macass.htm
[118] Antonio van Diemen: http://home.wxs.nl/~arief/indonesia.htm

Indien
[119] Bengalen: http://sv.wikipedia.org/wiki/Bengalen
[120] Ceylon: Karte mit der Position von Batticaloa: http://www.npcanada.org/html/english/sriMap.htm

[121] Karte mit den Ryukyu-Inseln (heute Japan): http://www.army.mil/cmh/books/ wwii/okinawa/chapter1.htm

[122] Ceylon: Karte mit der Stadt Galle im Süden, und die Stadt Kandy in der Inselmitte
http://www.nojainpuglia.it/Laudadio/immagini/ceylon.GIF

Tasmans Entdeckungen in der pazifischen Inselwelt
[123] Abel Tasman: http://www.sculptor.co.nz/abel_tasman.htm
[124] Karte von Australien mit der Position von Tasmanien: http://de.wikipedia.org/wiki/Tasmanien
[125] Karte mit Australien und Neuseeland: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_NZ.aspx
[126] Karte mit der Position der Tonga-Inseln: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_TO.aspx
[127] Lage der Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln: http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_FJ.aspx
[128] Fidschi-Inseln / Fiji-Inseln und Tonga-Inseln im Detail: http://www.worldoceans.com/samoa.htm

China
[129] China: Quing-Kaiser Shunzhi: http://www.chinaknowledge.de/History/Qing/qing-rulers.html
[130] Südchina: Machthaber Zheng Chenggong: http://stephfer.free.fr/histoire3.htm

Guayana und Curaçao
[131] Karte mit der Position von Guyana innerhalb von Süd-"Amerika": http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_GY.aspx
[132] Karte mit der Position der Insel Curaçao, auch "Holländische Antillen" genannt (mehrere Inseln)
http://213.198.75.250/newsdetail.asp?newsid=612
[133] Detailkarte mit den Niederländischen Antillen (Curaçao, Bonaire etc.): http://playfair.homestead.com/files/scuba/curacao/map.html

Indien
[134] Indien: Karte mit Tuticorin an der indischen Ostküste: http://www.mapsofindia.com/maps/tsunami-in-india/earthquake/tuticorin.html
[135] Karte des indischen Teilstaates Tamil Nadu mit Distrikt Toothukudi: http://www.cultureholidays.com/states/tamil-nadu.htm

[136] Silberraub und Silberhandel (Silberkreisläufe) weltweit um 1650-1750, Schema von Michael Palomino: Reinhard: Geschichte der europäischen Expansion, Band 1, S.167

[137] Indien: Karte des Territoriums der Union von Pondichéry, französisches Kolonialgebiet in Indien: http://www.tlfq.ulaval.ca/axl/asie/inde-pondicherry.htm
[138] Indien: Karte mit der Position von Quilon an der Malabarküste (Westküste) Indiens: http://www.calicutnet.com/travel/kollam/kollam%20map.htm
[139] Indien, Karte mit Goa (links) und Madras (heute Chennai) (rechts): http://www.ecorentacar.com/about-eco-rent-car/network-franchises-affilates-eco-rent-car.html
[140] Indien: Karte mit der Position von Cannanore an der Westküste (Malabarküste): http://www.calicutnet.com/travel/kannur/kannur%20map.htm

Australien und Pazifikinseln
[141] Karte mit Australien und der Position der Salomonen-Inseln (englisch: Solomon Islands): http://www.worldtimeserver.com/current_time_in_SB.aspx

Englische und holländische Rassisten
[142] John Dryden Portrait, Kolonialismus England, Massaker von Amboina Amboyna: http://news.lesen.ch/d/autoren/detail.cfm?ID=84e
[143] Joost van den Vondel 1587-1679: http://www.nederlands.nl/nedermap/poezie/poezie/ 39099.html?zoekresultaat=ja
[144] Johan van Oldenbarnevelt: http://www.anno.nl/anno/anno/i000205.html

[145] Karte mit Papua-Neuguinea und daneben die Insel Neubritannien: http://www.geogr.uni-goettingen.de/kus/apsa/pn/pn-index.html
[146] Karte mit der Position der Insel Madura neben der Insel Java, heute Indonesien: http://indonesie2000.krej.cz/home1.htm


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