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Der Klimawandel mit Klimaerwärmung und die Auswirkungen (Teil 4)


Die Abwärme der Grossstädte spielt bei der Klimaerwärmung mit -- abgestorbene Korallenriffe erholen sich wieder -- Klimawandel der letzten 2000 Jahre rekonstruiert -- Temperaturzunahme war die letzten Jahre nicht so rasant -- die Inselgruppe Kiribati ist zum Teil bereits unter Wasser und plant die Umsiedlung nach Neuseeland -- friesische Inseln verlieren Schlick - und eine neue Insel kommt durch Sanddrift -- Wissenschaftler geben zu: Klimawandel ist normal -- Anstieg des Meeresspiegels um 3,4mm pro Jahr -- Schmetterlinge ziehen um -- Klimawandel tötet Pinguin-Küken in Argentinien -- Gebirge: Bröckelnde Berge, neue Quellen -- Grönland taut auch im Nordosten auf -- neue Messungen: In der Arktis wächst das Eis -- tropische Tierarten leiden unter dem Klimawandel -- Teile der Region Kopenhagen sind bei +80cm Meeresspiegel in Gefahr -- Tuvalu versinkt -- Süd-"Amerika": Kartoffelschädlinge steigen immer höher -- Gletscher schmelzen weg - Wasserquellen gehen zurück --

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino


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30.1.2013:
Die Abwärme der Grossstädte spielt bei der Klimaerwärmung mit - mit bis zu einem Grad Celsius

aus: Der Standard online: Abwärme von Städten beeinflusst Klima; 30.1.2013;
http://derstandard.at/1358304979220/Abwaerme-von-Staedten-beeinflusst-Klima

<Winter-Temperaturen auf der Nordhalbkugel steigen dadurch bis zu ein Grad Celsius .

San Diego - Die Abwärme der Ballungszentren beeinflusst auch noch tausende von Kilometern entfernt das Klima, berichten US-Forscher um Guang Zhang von der University of California in San Diego im Fachmagazin "Nature Climate Change". Sie haben ermittelt, wie stark die Abwärme von Haushalten und Industrie die Temperaturen in einigen Regionen auf der Nordhalbkugel durch den veränderten Verlauf von Atmosphärenströmungen steigen lässt.

Bis zu ein Grad Celsius steigen demnach die Winter-Temperaturen im nördlichen Asien, Europa und in Nordamerika, wie die Wissenschafter mithilfe eines Klimamodells errechneten. Sie vermuten, mit ihren Simulationen eine Lücke in bestehenden Klimamodellen geschlossen zu haben. "Wir folgern daraus, dass der Energiekonsum wahrscheinlich die Kraft ist, die in unseren Beobachtungen zum Winter-Erwärmungs-Trend bislang fehlte", schreiben die US-Forscher in der Studie. Die winterliche Erwärmung auf der Nordhalbkugel sei bisher mit Ursachen wie dem Treibhauseffekt nicht ausreichend erklärbar gewesen. (APA/red, derStandard.at, 29.1.2013)


Kommentar: 1 Grad ist ganz schön viel

<Die Abwärme hat einen Faktor von bis zu einem Grad, und das ist doch ganz schön viel. Insgesamt sind die Klimaschwankungen aber durch das Galaktische Jahr mit der Position der Erde innerhalb der Arme der Milchstrasse verursacht - was natürlich von der zensierten Presse bis heute kaum berichtet wird.

Das CO2 dagegen ist sicher NICHT ein Faktor für den Klimawandel. Der Autoverkehr verursacht einfach nur Krebs durch den Feinstaub, der durch den Abrieb von Asphalt, Reifen und Bremsscheiben entstehen. Wie gehabt. Das Auto zu Hause lassen und Fahrradstrassen bauen ist also weiterhin keine schlechte Entscheidung.>

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5.4.2013: Abgestorbene Korallenriffe erholen sich wieder: <Neues Leben nach großflächigem Tod: Für Korallenriffe gibt es Hoffnung>

aus: n-tv online; 5.4.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Fuer-Korallenriffe-gibt-es-Hoffnung-article10412701.html

<Für viele Korallenriffe ist es ein Todesurteil, wenn die Meerestemperatur um mehrere Grad Celsius steigt. An vielen Küstenregionen ist die sogenannte Korallenbleiche zu beobachten. Eine Untersuchung zeigt nun: Einige Riffe können sich besser von einer Zerstörung erholen, als Ozeanologen bisher dachten.

Einige Korallenriffe können sich besser von einer Zerstörung erholen, als Ozeanologen bisher dachten. Das zeigt eine Untersuchung eines Korallenriffs vor der Westküste Australiens. Das Forscherteam um James Gilmour vom Australian Institute of Marine Science hatte das Riff 16 Jahre lang beobachtet. 1998 starben in manchen Teilen des Scott Reefs bis zu 90 Prozent der Korallen. Innerhalb von zwölf Jahren sei fast die Hälfte der Nesseltiere in dem abgelegenen Riff wieder nachgewachsen, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Science".

Für viele der bunten Korallenriffe ist es ein Todesurteil, wenn die Meerestemperatur um mehrere Grad Celsius steigt. Denn dann lösen sich winzige Algen von den Korallen, die diese Nesseltiere über den Prozess der Photosynthese mit Energie versorgen. Zurück bleiben graue Steinskelette. In vielen Küstenregionen haben Forscher diese Korallenbleiche in den vergangenen Jahrzehnten beobachtet. Neben erhöhten Temperaturen können auch Wirbelstürme, Meeresverschmutzung und aggressive Fischerei-Kampagnen Korallen zerstören. Im Scott Reef war eine Hitzeperiode im australischen Spätsommer 1998 Auslöser für das Massensterben.

Bisher gingen Forscher davon aus, dass sich Korallenriffe vor allem mit Hilfe von benachbarten, gesunden Korallensystemen von der Bleiche erholen. Von dort können Korallenlarven das tote Riff neu besiedeln. Im isolierten Scott Reef war aber offenbar ein anderer Prozess dominant: Im Riff selbst könnten sich die Korallen wieder erholt und verbreitet haben, schreiben die Ozeanologen. Insbesondere pflanzenfressende Fische könnten eine Rolle dabei gespielt haben, vermuten sie aufgrund von Fischzählungen. So war die Zahl dieser Fische in den Jahren nach der Korallenbleiche vorübergehend stark gestiegen. Die Heilung eines Riffs könne allerdings nur gelingen, wenn es von menschlichen Einflüssen weitestgehend verschont bleibe.

Quelle: n-tv.de , dpa>

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Eis schmilzt im Untergrund:

20 minuten online, Logo

10.4.2013: Seit 2 Wochen immer neue Sinklöcher in Samara - Beresniki war 2005 bis 2010 dran

aus: 20 minuten online: Sinklöcher: Russische Stadt versinkt im Erdboden; 10.4.2013;
http://www.20min.ch/panorama/news/story/15159468

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Samara im Südosten Russlands erlebt einen apokalyptischen Horror. Überall in der Stadt tauchen Löcher im Boden auf. Autos und Busse werden regelrecht vom Erdboden verschluckt.

Seit ein Mann im US-Bundesstaat Florida während des Schlafs von einem Erdloch verschluckt wurde, ist das Phänomen der Sinklöcher in den Medien omnipräsent. Solche Löcher kommen weltweit denn auch immer wieder vor.

Doch eine derartige Häufung wie in der russischen Stadt Samara ist äusserst selten. Auf dem ganzen Stadtgebiet entstehen plötzlich grosse Löcher. Fahrzeuge können nicht ausweichen und verschwinden förmlich von der Oberfläche – auch ganze Lastwagen. Die Bevölkerung lebt in ständiger Angst.

Entstanden sind die Löcher durch getautes Eis im Untergrund. Sie kommen unter den Strassen, auf Parkplätzen und an Strassenrändern vor. Mindestens eine Person hat bisher ihr Leben verloren. Doch eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

In Russland haben häufig auftretende Löcher bereits die Stadt Beresniki in Angst und Schrecken versetzt. Zwischen 2005 und 2010 sind darum rund 12'000 Menschen aus der Stadt geflohen. Auch in Mittel- und Nordamerika sind Sinklöcher häufig.>

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Der Standard online, Logo

28.4.2013: Klimawandel der letzten 2000 Jahre rekonstruiert - galaktisches Jahr wird nicht erkannt

aus: Der Standard online: Klima der vergangenen 2.000 Jahre rekonstruiert;
http://derstandard.at/1363708897066/Klima-der-vergangenen-2000-Jahre-rekonstruiert

<Die sogenannte "Kleine Eiszeit" zwischen 1250 und 1860 hat auch das künstlerische Schaffen in Europa beeinflusst: Diese Winterlandschaft wurde von Pieter Brueghel dem Jüngeren im Jahre 1601 nach einer Vorlage seines Vaters aus dem Jahre 1565 gemalt.

Zentrales Ergebnis: Aktuelle Wärmephase beendete langjährigen Abkühlungstrend.

In der historischen Vergangenheit hat sich das Klima der Erde teilweise stark verändert. Dieser Wandel unterschied sich allerdings deutlich von Region zu Region. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, bei der internationale Wissenschafter erstmals die regionalen, kontinentalen Temperaturen der letzten ein- bis zweitausend Jahre umfassend rekonstruierten. Ein zentrales Ergebnis ist, dass der global vorherrschende Abkühlungstrend – hervorgerufen durch reduzierte Sonneneinstrahlung im Sommer und Vulkanismus – seit Ende des 19. Jahrhunderts durch Erwärmung abgelöst wurde.

Etwa achtzig Forscher aus aller Welt arbeiteten gemeinsam an der Untersuchung, die nun in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht wurde. Diese Arbeit stellt eine der umfassendsten und umfangreichsten zu diesem Thema dar. Das internationale Autorenteam wertete Klimaarchivdaten von allen Kontinenten aus, um die Temperaturschwankungen der vergangenen beiden Jahrtausende zu erfassen.

511 lokale Klimaarchive

In der Studie die beteiligten Wissenschafter unter Verwendung von 511 lokalen Klimaarchiven Temperaturkurven für sechs Kontinente sowie die Arktis auf. Diese Archive setzen sich zusammen aus Baumringen, Pollen, Korallen, See- und Meeressedimenten, Eisbohrkernen und Tropfsteinen sowie historischen Aufzeichnungen. Die meisten Daten haben hohe zeitliche Auflösung. Dadurch ist es möglich, Änderungen von Jahr zu Jahr zu untersuchen, anstatt über Jahrhunderte zu mitteln. Leider ist die Datenlage für Afrika noch nicht auf dem Niveau der anderen Regionen, so dass für diesen Kontinent keine Temperaturrekonstruktionen in dieser Qualität zur Verfügung stehen. Gleichwohl bildet dieser umfangreiche Datensatz eine gute Grundlage für weitere Untersuchungen. So können zum Beispiel Vergleiche mit Klimamodellen die Projektionen für zukünftige Klimaänderungen verbessern.

Die Temperaturentwicklung über alle Kontinente war innerhalb der Hemisphären gleichförmiger als zwischen Nord- und Südhemisphäre. "Besondere Zeiträume wie die mittelalterliche Klimaanomalie oder die 'Kleine Eiszeit' fallen zwar auf, zeigen aber kein global einheitliches Muster", sagt der an der Studie beteiligte Jürg Luterbacher von der Justus-Liebig-Universität Gießen. Um das Jahr 1500 fielen die Temperaturen zwar überall unter das langjährige Mittel – allerdings fand der Temperaturrückgang in der Arktis, Europa und Asien einige Jahrzehnte vor dem in Nordamerika und der Südhemisphäre statt.

Deutliche Trendwende zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Das einheitlichste Muster über alle Regionen über die letzten 2000 Jahre war ein langjähriger Abkühlungstrend. Dieser wurde wahrscheinlich von einer Kombination verschiedener Faktoren hervorgerufen: Die vulkanische Aktivität höher, die die Sonnenaktivität ging zurück, die Landnutzung änderte sich und die Erdumlaufbahn ändert sich langsam. Diese Abkühlung endete allerdings gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die Erwärmung im letzten Jahrhundert war eine deutliche Trendwende. Nur in der Antarktis blieb es kühl. Eine Analyse von dreißigjährigen Durchschnittstemperaturen zeigt, dass der Zeitraum von 1971 bis 2000 wahrscheinlich der wärmste Zeitraum der letzten 1400 Jahre war.

Kühlere Perioden zwischen 830 und 1910 waren besonders zu Zeiten schwacher Sonnenaktivität und starker Vulkanausbrüche in den Tropen ausgeprägt. Beide Phänomene traten häufig simultan auf und führten zwischen 1251 und 1820 zu deutlich reduzierten Temperaturen in fünf unterschiedlichen Abschnitten von zwischen dreißig und neunzig Jahren.

Warmphase vor fast 2.000 Jahren

Die Erwärmung über das 20. Jahrhundert war im Durchschnitt auf der Nordhalbkugel doppelt so groß wie auf der Südhalbkugel. Allerdings gab es in einigen Regionen durchaus Dreißigjahresabschnitte, die mindestens so warm wie das 20. Jahrhundert waren. So war es vermutlich in Europa zwischen den Jahren 21 und 80 unserer Zeitrechnung wärmer als von 1971 bis 2000. (red, derStandard.at, 28.04.2013)>

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2.5.2013: Überschwemmtes Fischerdorf Waternoon in Thailand

Alte Abmessungen reichen nicht mehr aus. Das Fischerdorf Waternoon in Thailand war 2013 zum Beispiel gleich mehrere Tage überschwemmt. Der künstlich provozierte Klimawandel ist real, wie die Fotos zeigen:

Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 2
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 02
Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 3  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 4
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 3+4
Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 5  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 6
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 5+6
Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 7  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 8
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 7+8
Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 9  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 10
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 9+10
Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 11  Waternoon (Thailand), überschwemmtes
                          Fischerdorf 2. Mai 2013 12
Waternoon (Thailand), überschwemmtes Fischerdorf 2. Mai 2013 11+12

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n-tv online, Logo

20.5.2013: Die Temperaturzunahme war in den letzten 10 Jahren nicht so rasant

aus: n-tv online: Trotz heißestem Jahrzehnt: Erderwärmung ist langsamer als erwartet;
http://www.n-tv.de/wissen/Erderwaermung-ist-langsamer-als-erwartet-article10671656.html

<Der Klimawandel ist unter Wissenschaftlern ein heiß diskutiertes Thema. Er könnte lebensbedrohlich für die Menschheit werden. Dass sich die Erde im letzten Jahrzehnt nicht so stark erwärmt hat, wie bisher befürchtet, kommt allerdings nur einem kurzen Aufatmen gleich.

Die Erde wird sich einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten nicht so stark erwärmen wie befürchtet. Ohne weitere Klimaschutzfortschritte dürfte die Klima-Erwärmung aber auf längere Sicht ein Niveau erreichen, das als gefährlich für die Menschheit gilt. Dies ist das Ergebnis von Untersuchungen eines internationalen Wissenschaftlerteams, das am Sonntag veröffentlicht wurde.

Die Forscher berechneten den Temperaturanstieg auf Basis des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre. Dieser dürfte ungefähr Mitte des Jahrhunderts doppelt so hoch sein wie vor der Industriellen Revolution, sollte sich die Luftverschmutzung im aktuellen Tempo fortsetzen. Die Jahresdurchschnittstemperatur werde dann zwischen 0,9 und zwei Grad Celsius höher sein als zu vorindustriellen Zeiten, sagen die Experten voraus. Damit liegen sie merklich unter den Erhebungen von UN-Klimawissenschaftlern aus dem Jahr 2007, die den Anstieg auf ein bis drei Grad schätzten.

Vereinbarungen werden nicht erreicht

Die Regierungen der Welt haben sich darauf geeinigt, die Erderwärmung nicht über  zwei Grad steigen zu lassen. Viele Forscher gehen davon aus, dass der Menschheit ab dieser Schwelle gravierende Konsequenzen drohen wie eine Zunahme von Fluten und Hitzewellen sowie steigende Meeresspiegel.

Die neue, in der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" vorgestellte Studie könnte dazu führen, dass sich die Politik weniger stark unter Handlungsdruck sieht. Chefautor Alexander Otto von der Universität Oxford erklärte, für die Regierungen sei die Entwicklung der nächsten 50 bis 100 Jahre entscheidend. Co-Autor Reto Knutti nannte die neuen Berechnungen für diesen Zeitraum zwar willkommen.

Der Professor an der ETH Zürich mahnte aber zugleich, auf Sicht von Jahrhunderten werde die Erderwärmung deutlich über der Zwei-Grad-Marke liegen, falls sich der Trend bei den CO2-Emissionen fortsetzen sollte. In dieser langfristigen Berechnung lagen die Wissenschaftler im Rahmen ihrer UN-Kollegen, die von einem Temperaturanstieg von zwei bis 4,5 Grad ausgingen.

Tempo verlangsamt sich nur

Das Tempo der Erderwärmung hat sich in den letzten Jahren verlangsamt. In den 1980er und 1990er Jahren waren die jährlichen Wachstumsraten noch höher gewesen.

Insbesondere das starke Wirtschaftswachstum in China trägt zum Anstieg der Treibhausgase bei. In der EU soll vor allem der Handel mit Emissionsrechten zu einer Eindämmung führen. Nach Auffassung von Bundeskanzlerin Angela Merkel funktioniert dieses Instrument aber nicht wie gewünscht und muss daher reformiert werden.

Quelle: n-tv.de>

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20.6.2013: Die Inselgruppe Kiribati ist zum Teil bereits unter Wasser und plant die Umsiedlung nach Neuseeland

Manche Inseln von Kiribati sind bereits vom steigenden Meer überflutet
Kritibati, eine Insel ist so
                                überflutet, dass nur noch die Brücke aus
                                dem Wasser schaut
Kritibati, eine Insel ist so überflutet, dass nur noch die Brücke aus dem Wasser schaut [1]
Kiribati, ein Wachturm an einem
                                Strand steht bereits zur Hälfte im
                                Wasser
Kiribati, ein Wachturm an einem Strand steht bereits zur Hälfte im Wasser [2]
Kiribati, Palmen
                                auf einer Insel stehen im Wasser
Kiribati, Palmen auf einer Insel stehen im Wasser [3]



aus: Der Standard online: Die letzten Jahre eines Inselstaats: Kiribati wartet auf seinen Untergang; 20.6.2013;
http://derstandard.at/1371169694340/Die-letzten-Jahre-eines-Inselstaats-Kiribati-wartet-auf-seinen-Untergang

<Der infolge der Erderwärmung ansteigende Meeresspiegel wird den Pazifik-Archipel bis Ende des Jahrhunderts verschluckt haben

"Land ist ein äußerst wertvolles Gut in diesen ungeheuren Weiten des Ozeans." Diese Worte könnte auch Kevin Costner in der Sintflut-Dystopie "Waterworld" gesagt haben. Tatsächlich stammen sie vom Fotografen David Gray, der für Reuters den pazifischen Inselstaat Kiribati besucht hat.

Die meisten Inseln des Atolls liegen nur einen bis höchstens zwei Meter über dem Meeresspiegel. Und die Erhebungen werden weniger. Denn das steigende Ozeanniveau droht die größten Teile des Archipels dauerhaft zu überschwemmen.

Der schmerzhafte erste Tag ohne Land

"Für den Tag zu planen, an dem man kein Land mehr hat, ist natürlich schmerzhaft. Aber ich glaube, wir müssen das tun", sagte Kiribatis Präsident Anote Tong bereits 2008. Im selben Jahr suchte der Staat bei Australien und Neuseeland offiziell um die Anerkennung seiner über 100.000 Bürger als permanente Flüchtlinge an.

Phil Glendenning, der Präsident des "Refugee Council of Australia", hat erst vor wenigen Wochen seine Regierung angehalten, eine neue Einwanderungskategorie für die Aufnahme von Bewohnern pazifischer Inselstaaten zu schaffen.

Ende des vergangenen Jahrhunderts wurde bekanntgegeben, dass die ersten beiden Inseln des Kiribati-Archipels bereits im Meer versunken sind, sie waren unbewohnt. Eine der beiden, das 1851 entdeckte Winslow-Riff, liegt heute an seiner höchsten Stelle elf Meter unter der Meeresoberfläche. 

Höhenniveau der Meeresoberfläche steigt weiter

Bis Ende dieses Jahrhunderts sollen bis auf die Vulkaninsel Banaba, die 81 Meter aus dem Meer ragt, auch die meisten anderen der 32 Kiribati-Atolle verschwunden sein. Laut Prognosen des "Centre for Australian Weather and Climate Research", ist es sehr wahrscheinlich, dass der Meeresspiegel um weitere vierzig bis fünfzig Zentimeter ansteigt.

Die letzten Sandbänke und Felsen, die dann noch nicht unter Wasser liegen, sollen laut Experten nicht mehr bewohnbar sein.

Noch läuft das Leben in Kiribati im Alltag in den gewohnten Bahnen. Kinder spielen in den Pausen zwischen den Schulstunden, Kranke warten im Spital auf ihre Genesung. Die an den Küsten gestapelten Sandsäcke zeugen trotzdem von den Auswirkungen des Klimawandels, der wie ein Damoklesschwert über den letzten Landflächen Kiribatis hängt. (mm, derStandard.at, 19.6.2013)>

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Spiegel online, Logo

20.6.2013: Friesische Inseln verlieren Schlick - und eine neue Insel entsteht durch Sanddrift

aus: Spiegel online: Sanddrift im Wattenmeer: Neue Nordseeinsel trotzt allen Fluten; 20.6.2013;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ostfriesische-inseln-nordsee-messturm-im-wattenmeer-misst-sedimente-a-906388.html

<Von Axel Bojanowski, Neuharlingersiel

Die Ostfriesischen Inseln verlieren dramatisch an Land. Daten eines Hightech-Messturms im Wattenmeer zeigen, dass massenhaft Schlick in die offene Nordsee strömt. Die Sanddrift hat auch schöne Folgen: Aus dem Wasser erhebt sich eine neue Insel.

Deutschland bekommt Zuwachs: In Ostfriesland entsteht eine Insel. Eine alte Sandbank vor Juist wird nicht mehr von auflaufendem Wasser überspült. Bereits vor zehn Jahren hatten Medienberichte Neugierige an den neuen Sandfleck westlich von Juist gelockt, ihre lärmenden Flugzeuge und Schiffe vertrieben Tiere von dem Eiland.

Mittlerweile hat sich die Insel deutlich vergrößert. Sie trotzt nun selbst Sturmfluten, ihre Dünen sind inzwischen drei Meter hoch. Seehunde haben das Eiland erobert.

Kachelotplate heißt das inzwischen gut 150 Hektar große Eiland, es entspricht in etwa der Fläche von 200 Fußballfeldern. In wenigen Jahren dürfte es sich Prognosen zufolge mit der Vogelinsel Memmert vereinigen. Auch Memmert ist jung, sie stieg vor gerade mal rund 400 Jahren aus dem Meer. Nun fragen sich die Ostfriesen: Wo entsteht die nächste Insel?

Sorgen der Anwohner

Wissenschaftler rätseln noch. Sie treibt vor allem die Frage um, wo die dynamische Nordsee Sand abträgt - die ostfriesischen Inseln sind bedroht. Ihre Dörfer lagen einst zentral, nun stehen viele an den westlichen Inselkanten. Die vorherrschende West-Ost-Strömung der Nordsee reißt massenhaft Sand mit, der sich ostwärts ablagert - der Strand von Wangerooge lag einst auf Spiekeroog. An den Westküsten aber müssen Deiche ständig aufgeschüttet werden, an denen das gefräßige Meer genagt hat.

Seit gut zehn Jahren überwacht ein gelber Turm zwischen Langeoog und Spiekeroog den Wettstreit Wasser gegen Land. Im Minutentakt sammelt der mit Sensoren vollgestopfte Wächter des Wattenmeers etwa hundert Messwerte über Partikel, Nährstoffe und Eigenschaften des Wassers.

Die Bilanz der Messungen erhöht die Sorge der Anwohner, das Wattenmeer könnte Sand verlieren. "Wir haben einen Export insbesondere von feinem Schlick in die offene Nordsee festgestellt", sagt Jürgen Rullkötter, leitender Wissenschaftler am Institut für Chemie und Biologie des Meeres an der Universität Oldenburg (ICBM).

Havarie des Weltumseglers

Jüngst wurde ein Weltumsegler aus Hamburg von den untermeerischen Sandverlagerungen überrascht. Nach einem Törn rund um den Globus lief er auf seiner letzten Etappe vor Spiekeroog auf Grund - dabei brach der Kiel seiner Yacht. Statt triumphal im Hamburger Hafen einzulaufen, musste er mit dem Auto in die Heimat zurückkehren.

"Ursache der Havarie war, dass sich der sandige Meeresgrund hier so rasch verändert", sagt der Ozeanograf Thomas Badewien vom ICBM. Seekarten sind oft schon veraltet, kaum dass sie gedruckt wurden. Aus Seefahrtsrinnen können Monate später gefährliche Untiefen geworden sein. "Sichtbar wird ja nur, wie viel Sand Sturmfluten von den Inseln räumen", sagt Badewien. Unter Wasser jedoch richteten starke Strömungen mitunter in wenigen Tagen ähnliche Schäden an, haben die Forscher festgestellt.

Entscheidung im Tor zur Nordsee

Die Daten des Messturms belegen rasante Umwälzungen. Er steht im "Tor zur Nordsee" zwischen Langeoog und Spiekeroog, einer Passage, durch die mit den Gezeiten fast alles Wasser strömt, das sich bei Flut im Rückseitenwatt hinter beiden Inseln befindet. Fast alle Sandkörner, die mit den Gezeiten zwischen Watt und Nordsee transportiert werden, müssen die Enge passieren.

Bei Hochwasser ragt der Wachturm sieben Meter aus der wogenden Nordsee. Seinen Kopf ist ein klobiger gelber Container, der eine Forschungsstation fasst. Mittels Solarzellen und Windrad versorgt der Turm sich selbst mit Energie. Für Stromengpässe stehen 24 Batterien bereit, jeweils einen Meter hoch und 82 Kilogramm schwer.

Auf einer schmalen Metallleiter steigen Wissenschaftler und Ingenieure im Innern des Turms bis auf den Meeresgrund hinab. Dort schneiden fünf Rohre den 1,60 Meter dicken Messturm - durch sie strömt Meerwasser. Live-Daten aus der Strömung werden vom Turm in die Labore der Forscher an Land und teilweise ins Internet übertragen. Anhand der Daten prüfen die Forscher, wie viele Sandpartikel unterwegs sind.

Deichbau treibt die Strömung

Die Messungen zeigen: Die Sand- und Schlickebene der Nordseeküste scheint nicht unerschöpflich. Zwar spülen Flüsse Sand ins Meer. Und im Rhythmus der Gezeiten schwemmt die Flut zweimal täglich Sedimente in Richtung Küste, die sich während des kurzen Stillstands der Strömung beim Übergang zur Ebbe am Boden ablagern.

Das anschließend ablaufende Wasser scheucht nicht alle Sandkörner wieder auf. Daher erhöht sich das Watt solange, bis es über dem Meeresspiegel liegt und Marschland entsteht - oder bis eine Sturmflut den Sand zurück ins Meer holt. Doch Küstenbewohner sorgen sich seit langem, das System könnte aus dem Gleichgewicht geraten sein.

Seit der Mensch Deiche baut, schwappt das Meerwasser gegen Befestigungen, anstatt wie früher auszulaufen. So bleibt es in Bewegung - und darin auch die Sandkörnchen. Nur gröbere Partikel können sich noch aus der Strömung absetzen. Zugleich räumen vor allem Sturmfluten vor den Deichen den Sand erbarmungslos ab.

Rätsel der Strudel


"Wir wissen noch nicht genau, wie die Bilanz letztlich aussehen wird", sagt Badwien. Zu viele Einflüsse wirken sich aus: Gezeiten, Stürme, Strömungen, Landveränderungen. Die Schwankungen des Sandtransportes seien zu hoch, um bereits entscheiden zu können, wer gewinnen wird: Meer oder Watt.

Mit Hilfe von Schallwellen, die von der Plattform des Turms ausgesendet werden, messen die Forscher den Sandgehalt des Meerwassers auch von oben. Treibende Sandkörner reflektieren die Schallwellen Richtung Messpfahl, wo Sensoren sowohl die Größe als auch die Menge der Sediment-Teilchen bestimmen.

Womöglich liege das Geheimnis in den vielen Strudeln, die im Wattenmeer kreiseln, meint Badewien. Dunkle Färbung verrate, dass sie erhebliche Mengen Schlick aufwirbelten. Wie viel Sand schaffen sie weg? Die schaumberänderten Strudel sind flüchtig. Auch der Wächter-Pfahl im Watt kann sie nicht ergründen.>

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4.9.2013: Wissenschaftler geben zu: Klimawandel ist normal

aus: Eike Klima online: Die globale Erwärmung ‚ist kein planetarischer Notfall mehr’; 4.9.2013;
http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/die-globale-erwaermung-ist-kein-planetarischer-notfall-mehr/

<Christopher Monckton of Brenchley aus Erice, Sizilien

Von links: Christopher Essex, Pietro Grasso, Vaclav Klaus und Antonino Zichichi.

Erice, Sizilien – Jetzt ist es amtlich. Der Schrecken ist vorüber. Die WELTVEREINGUNG DER WISSENSCHAFTLER (WFS) wurde während ihres jährlichen Seminars zu Notfällen des Planeten von seinem eigenen Klima-Monitoring-Beraterstab darauf hingewiesen, dass die globale Erwärmung NICHT LÄNGER EIN PLANETARISCHER NOTFALL ist.

Der Präsident des italienischen Senats, Richter Pietro Grasso, der Richter auf dem ersten Großprozess in Sizilien war, auf dem Dutzende Mafiosi für insgesamt 2600 Jahre ins Gefängnis geschickt worden waren, hielt auf der Eröffnungssitzung des Seminars den beeindruckenden Einführungsvortrag. Das Seminar ging diese Woche zu Ende.

Sowohl Richter Grasso und der Präsident der Vereinigung, Professor Antonio Zichichi sagten, dass man Sorgfalt walten lassen sollte, wenn man die genaue Basis der Sorgen hinsichtlich von CO2-Emissionen untersucht, ebenso wie die Bedeutung und Kosteneffektivität der vorgeschlagenen Maßnahmen zu deren Abschwächung.

Den Einführungsvortrag des vorigen Jahres zu diesem Seminar war von Professor Vaclav Klaus gehalten worden, damals noch Präsident der Tschechischen Republik. Sein Vortrag trug den Titel The manmade contribution to global warming is not a planetary emergency.

Präsident Klaus hatte ausgeführt: „Sowohl gegenwärtig als auch realistischerweise in absehbarer Zukunft ist die globale Erwärmung und vor allem der menschliche Beitrag dazu kein planetarischer Notfall, der uns Sorgen machen sollte … Meine Studien sowohl der verfügbaren Daten als auch der sich widersprechenden wissenschaftlichen Argumente und Theorien erlaubt mir die Aussage, dass es nicht die durch menschliche Aktivitäten verursachte globale Erwärmung ist, die uns bedroht“.

In diesem Jahr hat Dr. Christopher Essex, Professor für Angewandte Mathematik an der University of Western Ontario und Vorsitzender des Klima-Panels der Vereinigung auf der Schlusssitzung des Plenums bestätigt, dass „die Klimaänderung selbst kein planetarischer Notfall ist“.

Professor Essex wies darauf hin, dass es in der Geschichte immer wieder illegitime politische Bewegungen gegeben habe, die falsche Notfälle verkündet hatten, um demokratische Hindernisse auf ihrem Weg zur absoluten Macht zu umgehen.

Das Erdklima, sagte er, ist ein dynamisches und sich fortwährend änderndes System. „Menschliche Gesellschaften haben unter jedem denkbaren Klima gelebt und prosperiert. Moderne Technologie macht jede Anpassung an sich ändernde Wetterbedingungen vollständig zu Routine“.

Man kann davon ausgehen, dass der zunehmende CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu einer gewissen Erwärmung führen könnte, aber man hat akzeptiert, dass „die Vorteile hinsichtlich der Produktion von Nahrungsmitteln und die Linderung des Welthungers die Gefahren potentieller Klimaänderungen durch die Modifikation von Landschaften weit überwiegen“. Er sagte, dass sein Panel es als notwendig erachtet zu fragen, ob Ähnliches auch für die Erzeugung globaler fossiler Energie gelte.

Im Namen des Klima-Monitoring-Panels sprach Professor Essex auch für Wissenschaftler, die schikaniert, bedroht oder sogar entlassen worden sind, weil sie es gewagt haben, die Parteilinie [the Party Line] bzgl. des Klimas zu verlassen. Er sagte: „gegenwärtig besteht unsere größte Sorge darin, dass das intellektuelle Klima für wissenschaftliche Untersuchungen in dieser Frage so feindlich und politisiert geworden ist, dass die notwendige Forschung und Diskussion nicht mehr in Freiheit möglich ist.

Politische Hindernisse erfolgen in Gestalt von Erklärungen, dass die Wissenschaft ‚settled’ ist, obwohl das eindeutig nicht der Fall ist; außerdem werden Forschungen, die die Grundlage für Erneuerbare Energie bedrohen, verleumdet, und es wird ihnen die Förderung entzogen; oder in Gestalt anrüchiger Bezeichnungen wie „Leugner“ für Menschen, die von der offiziell sanktionierten Sichtweise zur Klimawissenschaft abweichen“.

Die Professoren Bob Carter und Murry Salby, die die Ernsthaftigkeit des menschlichen Einflusses auf das Klima in Frage gestellt hatten, wurden beide in diesem Jahr von ihren Universitäten entlassen.

Professor Essex rief nach einer „freien und offenen Debatte über alle Aspekte der Klimawissenschaft, selbst wenn man Hypothesen aufstellt, die den offiziellen Positionen politischer Einheiten offen widersprechen“.

Er sagte, dass das Panel überzeugende Indizien dafür gefunden habe, dass die Klimamodelle systematisch die natürliche Klimavariabilität unterschätzt und den Einfluss der CO2-Emissionen signifikant überschätzt haben. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass politische Maßnahmen in der Vergangenheit, jetzt oder in Zukunft keine Vorteile für die Gesellschaft zeitigen würden, egal wie stark sich der Planet erwärmt. Begrenzte Ressourcen sollten viel besser für drückendere Angelegenheiten zur Verfügung stehen.>

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Welt online, Logo

6.11.2.13: Klimawandel: <Wo sich die hohen Temperaturen verstecken> - angeblich in den Ozeanen

aus: Welt online; 6.11.2013;
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article121589786/Wo-sich-die-hohen-Temperaturen-verstecken.html

<Seit 1998 haben sich die globalen Temperaturen kaum erhöht, obwohl unvermindert Treibhausgase in die Umwelt gelangen. Macht der Klimawandel eine Pause? Nein, sagen Forscher - und haben dafür eine Erklärung.

Jahr für Jahr pustet die Menschheit mehr Kohlendioxid in die Luft, der Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre erreicht immer neue Spitzenwerte. Das treibt die globalen Temperaturen weiter nach oben – zumindest theoretisch. In der Realität sieht es aber anders aus: Verblüffenderweise verzeichnen die Meteorologen seit 15 Jahren keinen wesentlichen Temperaturanstieg mehr. Dennoch warnen die meisten Forscher davor, die Daten falsch zu interpretieren: Der Klimawandel nehme keine Auszeit. Das betont auch der neue Sachstandsbericht des Weltklimarates.

2000 bis 2009 war das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Messungen. 2010 erreichten die Temperaturen in Bodennähe den höchsten jemals verzeichneten Wert. Im Vergleich zu 1998 – ebenfalls einem sehr warmen Jahr – sind die Temperaturen indes nur geringfügig gestiegen: Die Temperaturkurve ist also deutlich abgeflacht.

"Das liegt aber im Rahmen der kurzfristigen Schwankungen, die seit jeher den Langzeit-Erwärmungstrend überlagern", unterstreicht Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Auch der ARD-Wetterexperte Sven Plöger erläutert: "Es gab in den vergangenen 70 Jahren immer wieder Temperaturrückgänge und -stagnationen. Das ist also gar nichts Ungewöhnliches." Für Klima-Trends seien ohnehin Zeiträume ab 30 Jahren entscheidend.

Dennoch stellt sich die Frage, wohin die Energie verschwunden ist, die infolge der Kohlendioxid-Zunahme dem Klimasystem in den vergangenen Jahren zugeführt wurde. Die These der Klimawissenschaftler: in die Ozeane. Denn die Weltmeere sind der größte Wärmespeicher. Wenn senkrechte Meeresströmungen wie in den vergangenen Jahren für eine kältere Wasseroberfläche sorgen, können die Ozeane mehr Wärme aufnehmen.

In der Folge – so die These der Forscher – erwärmt sich die Luft in Bodennähe weniger. "Der Treibhauseffekt hat nicht nachgelassen, es gibt nur mehr Wärme im tieferen Ozean und etwas weniger in Oberflächennähe", sagt Klimaforscher Rahmstorf.

Der Pazifik als Wärmeversteck

Eine zentrale Rolle dabei spielt der tropische Pazifik. Das dort immer wieder auftretende Wetterphänomen "La Niña" führt dazu, dass kälteres Wasser aus tiefen Schichten aufsteigt. "Die südlichen Ozeane können unglaublich viel Wärmeenergie aufnehmen und sind damit ein Puffer", erklärt Plöger.

Bei den El-Niño-Ereignissen beobachten Meteorologen den umgekehrten Effekt: Warmes Wasser kommt an die Oberfläche, der Ozean kann weniger Wärme aus der Atmosphäre aufnehmen, die Lufttemperaturen steigen. "Wenn ein El-Niño-Jahr kommt, wird es sehr wahrscheinlich wieder ein Jahr mit Rekordtemperaturen geben", sagt Rahmstorf. "Im Rückblick werden wir dann sehen, dass es keine signifikante Verlangsamung der Erwärmung gegeben hat."

Ein weiterer Faktor, der vermutlich die Temperaturentwicklung der vergangenen Jahrzehnte beeinflusst hat, ist Luftverschmutzung. Schwefeldioxidemissionen verringern die Sonneneinstrahlung. Vor allem die Smog-Glocken über asiatischen Großstädten haben einen beobachtbaren Effekt: "Das kann die Temperaturen drosseln", sagt Plöger, der das Phänomen als "Asian Dimming" bezeichnet.

Klimamodelle sind nicht genau genug

Für die verzögerte Erwärmung gibt es also plausible Erklärungen. Tatsache ist aber auch: Die Projektionen der Wissenschaftler haben es nicht vermocht, den abgebremsten Temperaturanstieg vorherzusehen. "Unsere derzeitigen Klimamodelle schaffen es nicht, Temperaturschwankungen innerhalb eines Jahrzehnts – die sogenannte dekadische Varianz – vorherzusagen", bedauert TV-Meteorologe Sven Plöger. "Hier besteht Handlungsbedarf!"

Forscher Rahmstorf ärgert sich indes über die Schlagzeilen, die die vermeintliche Klimawandel-Pause in den vergangenen Monaten gemacht hat: Wer diesem Phänomen übermäßige Beachtung schenke, verwechsle "das Rauschen der natürlichen Schwankungen mit dem Signal der globalen Erwärmung". Die häufige Berichterstattung über den abgebremsten Temperaturanstieg hält er für einen "Erfolg der Klimaskeptiker, die mit wenig seriösen Argumenten versuchen, Zweifel an der Erderwärmung säen".

epd/ph>

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n-tv online, Logo

13.11.2013: Anstieg des Meeresspiegels um 3,4 mm pro Jahr

aus: n-tv online: Taifune werden gefährlicherMeeresspiegel steigt in Rekordtempo; 13.11.2013;
http://www.n-tv.de/wissen/Meeresspiegel-steigt-in-Rekordtempo-article11721106.html

<Immer weiter dehnen sich die Ozeane aus - inzwischen doppelt so schnell wie im vergangenen Jahrhundert. Einmal in Gang gesetzt, ist die Entwicklung kaum zu bremsen. Experten sprechen von "tragischen Konsequenzen", besonders für Küstenbewohner.

Der Anstieg des Meeresspiegels hat nach Angaben der UN-Meteorologieorganisation WMO dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht: Mit derzeit 3,2 Millimetern pro Jahr sei der Anstieg doppelt so hoch wie im Schnitt des 20. Jahrhunderts, schreibt die Weltorganisation für Meteorologie in ihrem Zwischenbericht 2013. Durch den Anstieg der Meere würden die Küstengebiete zunehmend anfällig für Stürme wie den Taifun "Haiyan", der jüngst mehrere tausend Menschen auf den Philippinen das Leben kostete, warnte die Organisation.>

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Der Standard online,
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30.1.2014: Beweis für Klimaerwärmung: Schmetterlinge ziehen um

aus: Der Standard online: Schmetterlinge belegen: Klimawandel zwingt Arten zum Auswandern; 30.1.2014:
http://derstandard.at/1389858488317/Schmetterlinge-belegen-Klimawandel-zwingt-Arten-zum-Auswandern

<Das Ochsenauge (Maniola jurtina) liebt die Wärme. Dank des Klimawandels konnte die Art ihre Population im griechischen Dadia National Park in den letzten 13 Jahren verdoppeln.

Bestehende Schutzgebiete beherbergen langfristig nicht mehr jene Arten, für deren Schutz sie einst bestimmt waren.

Der Klimawandel zwingt viele Tier- und Pflanzenarten zur Wanderung. Als Folge der Erwärmung verlassen sie ihre bisherigen Verbreitungsgebiete und begeben sich langsam nach Norden oder in höhere Gebirgslagen. Dies bedeutet auch, dass bestehende Schutzgebiete langfristig nicht mehr jene Arten beherbergen werden, für deren Schutz sie einst bestimmt waren. Zu diesem Ergebnis gelangte ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Universität Wien anhand der Untersuchung von Schmetterlingen im griechischen Dadia National Park.

Ausgangspunkt für die Untersuchung waren die 1998 von Andrea Grill im Rahmen ihrer Diplomarbeit erhobenen Daten von Schmetterlingen im griechischen Dadia National Park, der in den Rhodopen im Nordosten des Landes liegt. Heute forscht die Biodiversitätsforscherin am Department für Tropenökologie und Biodiversität der Tiere der Universität Wien. "Wir konnten, indem wir die damaligen Ergebnisse mit aktuellen verglichen, beweisen, dass Schmetterlinge relativ rasch auf Klimaveränderungen reagieren", so Grill.

Temperaturanstieg um  0,95 Grad Celsius in 13 Jahren

In ihrer aktuellen Publikation im Fachmagazin "PLOS ONE" beschreiben die Wissenschafter, wie sich die Schmetterlingsgemeinschaften im Dadia National Park von 1998 bis 2012 verändert haben. Die griechische Biologin Konstantina Zografou von Universität Ioannina führte in den Jahren 2011 und 2012 Folgestudien durch, und zwar an exakt denselben geographischen Punkten, wo Grill 1998 ihre Daten erhoben hatte.

"In diesem Zeitraum – also in den letzten 13 Jahren – stieg die Jahresdurchschnittstemperatur im Untersuchungsgebiet um 0,95 Grad Celsius. In der Folge verschoben sich die Artengemeinschaften in den griechischen Rhodopen eindeutig zugunsten wärmeliebender Arten aus dem Flachland. Arten, die hauptsächlich in höheren Lagen verbreitet sind und kühlere Habitate bevorzugen, sind seltener geworden, wärmeliebende Arten wurden hingegen häufiger", erklärt Andrea Grill. Einige Augenfalter, wie der Große Waldportier (Hipparchia fagi) und das Schattensandauge (Kirinia roxelana), verdoppelten ihre Individuenzahlen, aber auch das Ochsenauge (Maniola jurtina) konnte im letzten Jahrzehnt wesentlich häufiger gezählt werden.

Sensible Schmetterlinge

Die Körpertemperatur von Schmetterlingen ist von der Umgebungstemperatur abhängig
Schmetterlinge reagieren rascher auf Klimaveränderungen als Wirbeltiere, wie zum Beispiel Vögel. Sie haben vergleichsweise kurze Generationszeiten und reagieren ausgesprochen sensibel auf die Temperatur ihres Lebensraums. Nicht nur, weil sie oft hochspezialisiert auf bestimmte Raupenfutterpflanzen sind, deren Vorkommen ihrerseits wiederum vom Klima abhängt, sondern auch weil die Körpertemperatur von Schmetterlingen von der Umgebungstemperatur abhängig ist. Säugetiere hingegen regulieren durch ihren Blutkreislauf die Körpertemperatur und sind von der Außentemperatur unabhängig.

Wenn sich für andere Tiergruppen und in anderen Schutzgebieten ähnliche Trends zeigen, müsste der Artenschutz in Nationalparks neu überdacht werden. Schutzgebiete mit feststehenden Grenzen verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung, wenn die Arten, für die sie errichtet werden, sie verlassen. Nationalparks könnten aber auch neue Bedeutungen gewinnen, zum Beispiel wenn neue Arten einwandern. Die Erkenntnis, dass natürliche Ökosysteme ständig im Wandel begriffen sind, ist essentiell im modernen Naturschutz. (red, derStandard.at, 30.1.2014)

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Der Standard online,
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Argentinien 31.1.2014: <Klimawandel tötet Pinguin-Küken>

aus: Der Standard online; 31.1.2014;
http://derstandard.at/1389858987078/Klimawandel-toetet-Pinguin-Kueken

<Washington - Heftige Regenfälle und Hitzeextreme setzen dem Nachwuchs von Magellan-Pinguinen in Argentinien immer mehr zu. Eine aktuelle Studie im Fachblatt "PLoS One" rechnet vor, dass zuletzt pro Jahr bis zu 50 Prozent der Küken Wetterbedingungen zum Opfer fielen, die auf die globale Erwärmung zurückzuführen sind. (tberg/DER STANDARD, 1. 2. 2014)

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n-tv online, Logo

31.3.2014: Gebirge: Bröckelnde Berge, neue Quellen

aus: n-tv online: Bröckelnde Berge, neue GewässerErderwärmung belastet Alpenraum; 31.3.2014;
http://www.n-tv.de/wissen/Erderwaermung-belastet-Alpenraum-article12564171.html

<Mehr Regen, weniger Schnee, Steinschlag, Überflutungen, Wassermangel: Der Klimawandel bringt Extreme - mit drastischen Folgen für die Alpen. Es werden Dinge geschehen, "die außerhalb des menschlichen Erfahrungsbereichs liegen", warnt ein Experte.

Schmutzig weiß zieht sich der Rest einer Skipiste durch grüne Wiesen: Schon vor Ostern ist vielerorts in den Nordalpen die Wintersportsaison beendet. Der milde Winter scheint manchen Menschen ein Vorgeschmack auf den Klimawandel zu sein. Doch einige Experten warnen, das Wetter einzelner Jahre als Hinweis auf die Erwärmung zu betrachten.

"Es war extrem, dass die Wetterlagen in diesem Winter im Grunde auf der ganzen Nordhalbkugel der Erde so lange angehalten haben. Aber das gesamte Muster dieses Winters mit klirrender Kälte in Nordamerika und warmen Temperaturen und Stürmen in Europa ist kein Hinweis auf den Klimawandel", sagt der Leiter der GeoRisiko-Forschung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, Peter Höppe.

Abschmelzen der Alpengletscher

Der Klimawandel bringt nach Ansicht vieler Forscher nicht  einfach milderes Wetter, sondern vor allem mehr Extreme mit Stürmen, Fluten und Dürren. Das Ausmaß der Extreme ist demnach kaum einschätzbar. "Das Problem am Klimawandel ist, dass Dinge passieren werden, die bisher nicht passiert sind, die außerhalb des menschlichen Erfahrungsbereichs liegen", sagt Frank Paul vom Geografischen Institut der Universität Zürich.

In den Alpen werden die Durchschnittstemperaturen bis 2100 je nach Klimaschutz und Modellrechnung um wenige bis einige Grad steigen. Die Folgen: Grüne Almen statt Skipisten, Regen statt Schnee. Steinschlag und schwindende Gletscher.

Folgen für Stromversorgung

Der Schweizer CH2014-Impacts-Bericht zur Abschätzung der Klimafolgen zeigt anhand einer Simulation an 50 Gletschern, dass deren Eismasse bis Ende des Jahrhunderts fast ganz verlorengehen wird. Auch viele weitere Alpenregionen dürften bis dahin weitgehend gletscherfrei sein.

Das "Wasserschloss" Alpen würde seine Regulationskraft verlieren. "Es gibt große Abhängigkeiten, die man so gar nicht sieht", sagt Paul. Gletscherwasser füllt Stauseen, die auch als Puffer und Speicher für das europäische Stromnetz fungieren. "Fällt die Speicherkraft der Stauseen weg, dann werden Stromausfälle wahrscheinlicher."

Überflutungen programmiert

Da die Gletscher gerade erst schmelzen, entstehen derzeit neue Seen - 500 könnten es in der Schweiz bis Ende des Jahrhunderts sein. Blaues Wasser in blitzendem Eis: schön - und gefährlich. Vielerorts wurden Schutzbauten errichtet - falls die Seen sich sturzbachartig entladen.

Tausende Kilometer östlich im Himalaya sind die Menschen mit denselben Problemen konfrontiert. Dort schmelzen jedoch viel größere Gletscher, die Fluten bedrohen ganze Dörfer. Schutzmaßnahmen gibt es kaum. "1964 barst der Zangjyangbo Boku See in China und überschwemmte die Städte stromabwärts in Nepal. Er brach wieder 1981. Er wurde wieder randvoll - und kann wieder bersten", warnt Pradeep Mool vom International Center for Integrated Mountain Developement (Icimod) in Nepals Hauptstadt Kathmandu.

Erhöhte Steinschlag- und Bergsturzgefahr

Auch in den Alpen gibt es gelegentlich bedrohliche Situationen. Am Grindelwaldgletscher füllte sich vor einigen Jahren ein See, den Pegel zu senken, kostete Millionen Schweizer Franken. Im extrem heißen Sommer 2003 häuften sich Steinschlag und Bergstürze. Am Matterhorn brachen in 3400 Meter Höhe Felsen ab. Bergsteiger mussten mit Hubschraubern geborgen werden. Selbst wenn viele Forscher den einzelnen Sommer 2003 nicht als Vorbote des Klimawandels sehen, so gab er doch einen Eindruck von den Auswirkungen, die mit der Erwärmung kommen könnten.

Eis, das die Felsen zusammenhält, indem es das Eindringen von Wasser verhindert, taut. Im Permafrost, dem ständig gefrorenen Boden, steigt die Temperatur. Liftanlagen, einst auf eishartem Boden gebaut, gleiten. Hütten bekommen Risse. Steinschlag und Muren häufen sich. Felsen rutschen. Gipfelteile und Bergflanken sacken weg. Der Gipfel des Hohen Sonnblick in Österreich sei eigens mit Beton befestigt worden - auch, um die Wetterstation dort oben zu erhalten, sagt Paul.

Wandel im Tourismusbetrieb

Manch attraktiver Berg könnte für die Besteigung zu gefährlich werden - zu Lasten des Tourismus. Einige Wintersportorte stöhnen schon jetzt über Einbußen. An der Zugspitze und in anderen Gletscherskigebieten decken Liftbetreiber im Sommer kostbaren Schnee mit Isoliermatten ab - kein Gletscher-, aber Pistenschutz. Einige Modelle ergaben, dass nur Orte über 2000 Metern Höhe auf Dauer noch Pistenvergnügen bieten werden.

Dennoch kommt der CH2014-Impacts-Bericht zu dem Schluss, dass der Klimawandel für den Tourismus nicht nur Nachteile bringt. Ohne drastische klimapolitische Maßnahmen werde sich in der Schweiz bis 2085 die Zahl der Sommertage mit über 25 Grad verdoppeln. "Diese Entwicklung könnte für den Tourismus und die Freizeitindustrie eine Chance darstellen." Umweltschützer verlangen längst, statt auf neue Schneekanonen lieber auf den Sommertourismus zu setzen.

Weniger Frost bedeutet eine längere Vegetationsperiode und kann somit Chancen für die Landwirtschaft bieten, wenngleich mit unklaren Folgen für die Artenvielfalt. Gerade in den Hochlagen ist das ökologische Gleichgewicht sensibel. Trotzdem kommt der Alpenraum mit gemäßigtem Klima und reichen Anrainerstaaten im Vergleich zu anderen Regionen in der Welt glimpflich weg. "Ich sehe keine Katastrophe auf die Alpen zu kommen", sagt Peter Höppe von Munich Re.

Quelle: n-tv.de , Sabine Dobel, dpa>

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Spiegel online, Logo

17.3.2014: Grönland taut auch im Nordosten auf

aus: Spiegel online: Klimawandel: Grönlands Nordosten beginnt zu tauen;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-groenlands-nordosten-taut-wegen-erderwaermung-a-958993.html

<Von

Der Nordosten Grönlands galt als tiefgefroren und stabil trotz Erderwärmung. Nun aber haben Wissenschaftler eine erschreckende Entdeckung gemacht: Gletscher der Region schrumpfen. Was bedeutet das für den Anstieg der Ozeane?

Hamburg - Als größtes Risiko des Klimawandels gilt der Eispanzer Grönlands. Wie stark wird die erwartete Erwärmung ihn tauen lassen? Das Schmelzwasser Grönlands entscheidet wesentlich darüber, wie hoch die Meere steigen werden. Neue Daten zeigen, dass der Eisverlust des Nordkontinents unterschätzt worden sein könnte.

Nach bisherigen Rechnungen trägt die Schmelze des Grönlandeises einen halben Millimeter zum Meeresspiegelanstieg von gut drei Millimetern pro Jahr bei. Das Tauwasser stammt nach bisherigen Erkenntnissen vor allem aus Gletschern im Südosten und Nordwesten des Landes. Nun aber zeigen Messungen, dass auch der Nordosten Grönlands schmilzt. Die Region habe jährlich zehn Milliarden Tonnen Eis verloren, berichten Forscher um Shfaqaz Khan von der Technical University of Denmark im Fachmagazin "Nature Climate Change".

Damit dürfte der Nordosten Grönlands knapp 0,03 Millimeter pro Jahr zum Anstieg der Ozeane beigetragen haben, mithin knapp ein Zwanzigstel der Gesamtmenge Grönlands. Die Erkenntnis ist eine böse Überraschung: "Der Nordosten Grönlands ist sehr kalt, sein Eis galt als stabil", resümiert Mitautor Michael Bevis von der Ohio State University. "Aber unsere Studie zeigt, dass sich der Eisverlust im Nordosten beschleunigt." Es scheine mithin, dass alle Ränder Grönlands instabil seien.

Fatale Kettenreaktion

Die Forscher stützen sich auf Daten von GPS-Stationen entlang der grönländischen Küste, die per Satellit ihre Lage melden. Seit 2003 hätten die Stationen im Nordosten von Jahr zu Jahr höher gelegen, berichten Khan und seine Kollegen. Das Land habe sich also offenbar beschleunigt gehoben. Ursache wäre wohl der Verlust an Eismasse, vermuten die Experten. Satellitenbilder der Landschaft stützten die Annahme, schreiben sie in der Studie. Vor 2003 hingegen sei die Region stabil gewesen.

Ursache der Schmelze sei vermutlich eine Kettenreaktion: Im außergewöhnlich warmen Sommer 2003 taute ungewöhnlich viel Meereis vor der Küste Grönlands. Damit sei anscheinend eine wichtige Barriere gebröckelt, schreiben Khan und seine Kollegen: Der gigantische Zachariae-Eisstrom im Nordosten Grönlands, der bislang vom Meereis gebremst worden sei, habe Fahrt aufnehmen können - verstärkt bröckeln Eisberge ins Meer.

"Indirekte Rückkopplungen können die Gletscherschmelze verstärken", folgert Bevis. Grönlands Beitrag zum künftigen Meeresspiegelanstieg drohe mithin größer auszufallen als angenommen. Andere Messungen müssen die Daten aus Nordost-Grönland allerdings noch bestätigen. Zu klären wird sein, warum etwa Messungen der Erdanziehungskraft in der Region bislang keine bedeutenden Änderungen der Eismasse zu zeigen schienen.

Schwierige Prognosen

Ob die Beschleunigung der Gletscher andauern wird, lässt sich nicht prognostizieren. Prognosen zur Grönlandschmelze gelten als besonders schwierig, zu viele Faktoren spielen eine Rolle. Verstärktes Tauen an den Rändern dürfte im Zuge der erwarteten Erwärmung teils ausgeglichen werden durch vermehrten Schneefall im Landesinneren, wo in höheren Lagen auch künftig ewiger Frost herrscht. Und Daten aus früheren Warmzeiten legen nahe, dass Extremszenarien ausgeschlossen scheinen: Selbst bei einer Erwärmung von acht Grad bliebe demnach ein Großteil des Grönlandeises stabil.

Beschleunigtes Tauen Grönlands würde gleichwohl in den kommenden Jahrzehnten Hunderte Küstenstädte bedrohen. Die neue Studie unterstreicht das Risiko indirekter Effekte auf die Stabilität der Gletscher. Verlieren Eisströme ihren Halt, rutschen sie schneller ins Meer. Die Daten aus Grönlands Nordosten, meinen die Forscher, sollten eine Warnung sein.>

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Deutsche
                            Wirtschaftsnachrichten online, Logo

7.9.2014: Neue Messungen: An den Arktis wächst das Eis

aus: Deutsche Wirtschaftsnachrichten online: Sensationelle Messungen in der Arktis: Ist der Klimawandel abgesagt?; 7.9.2014;
http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/neue-wissenschaften/markus-gaertner/sensationelle-messungen-in-der-arktis-ist-der-klimawandel-abgesagt-.html

<Markus Gärtner

Schwere Watsche für Nobelpreisträger Al Gore. Als der ehemalige Vizepräsident von Bill Clinton vor sieben Jahren seine Ehrung entgegennahm, sagte er das Abschmelzen des Polar-Eises bis in diesem Jahrzehnt vorher. Doch jetzt zeigt sich: Das Gegenteil passiert. Die Eiskappen in der Arktis schmelzen nicht völlig ab. Im Gegenteil: Sie legen wieder zu. Und das schon im zweiten Jahr hintereinander.

Neueste Satellitenaufnahmen beweisen, wie falsch Al Gore mit seiner Prognose gelegen hat. Sie zeigen, dass sich der jahrelange Schmelzprozess wieder umkehrt. Die britische Presse – allen voran die Daily Mail und ihre Online-Ausgabe - bringen große Berichte, wonach im zweiten Jahr in Folge die arktische Eisdecke dicker und größer wird als im Jahr 2012. Die Angaben beruhen auf Bildern und Messungen des »Cryosphere«-Projekts an der University of Illinois.

Demnach ist eine Fläche von der Größe Alaskas – dem größten Bundesstaat der USA – die vor zwei Jahren noch mit Wasser bedeckt war, jetzt von Eis eingeschlossen. Im Jahr 2007, so erinnert sich die Daily Mail genüsslich, habe der frühere US-Vizepräsident Al Gore gewarnt, das Eis könne in sieben Jahren komplett abgemscholzen sein. »Doch jetzt wächst es seit zwei Jahren wieder an.«

Die Zeitung beruft sich auch auf Daten einer anderen Quelle. Es ist die am häufigsten zur Analyse des arktischen Eispanzers verwendete Aufnahmenserie, die täglichen Satellitenmessungen des US National Snow and Ice Data Center. Das Zentrum wird von der NASA mitfinanziert. Das ist schwere Beweislast gegen den prominentesten Aktivisten gegen den Klimawandel.

Demnach haben mit Stand vom 25. August diejenigen Regionen im arktischen Ozean, die zu mindestens 15 Prozent von Eis bedeckt sind, zusammen eine Fläche von 5,62 Millionen Quadratkilometern erreicht. Dies ist laut den Aufzeichnungen die größte Ausdehnung seit dem Jahr 2006. Die Zunahme seitdem entspricht 43 Prozent.  Die Daily Mail spottet daher in ihrer Sonntagsausgabe schon über den »Mythos vom arktischen Meltdown.«

Die Umkehr des Schmelzprozesses stellen die Prognosen, wonach sich die Arktis in einer klimatischen Todesspirale mit eisfreien Sommern und schweren Folgewirkungen für das gesamte Erdklima befinde, infrage. Zu diesen Prognosen gehören eine gigantische Freisetzung von Methan in die Atmosphäre und beschleunigter Klimawandel, weil die Wärmeeinstrahlung der Sonne nicht länger vom Eis reflektiert wird.

Auch Daten des Dänischen Meteorologischen Instituts belegen eine Zunahme, sogar deutlich größer als die Cryosphere-Messungen. Die dänischen Meteorologen, die Flächen messen welche zu 30 Prozent vereist sind, registrieren eine Zunahme der Eisdecke um 63 Prozent, von 2,7 Millionen auf 4,4 Millionen Quadratkilometern.

Die Eisdecke ist nicht nur größer und dicker, sie ist auch dichter geworden. Das bedeutet, sie ist resistenter gegen weiteres Abschmelzen, wie Professor Andrew Shepherd von der Leeds University anmerkt. Auch nach seinen Beobachtungen hat das Eis in der Arktis sich in den vergangenen Monaten »signifikant erholt.«

Und die Atmosphären-Expertin Judith Curry vom Georgia Institute of Technology in Atlanta stimmt zu. »Die Abwärtsspirale des Eispanzers in der Arktis scheint sich umgekehrt zu haben.«

Damit sind die völlig eisfreien Sommer oberhalb des nördlichen Polarkreises erst einmal abgesagt. Inwieweit das den geplanten Seeverkehr zwischen Alaska und dem Atlantik durch den hohen Norden betrifft, bleibt abzuwarten. Hier freuen sich ganze Industrien wie Reedereien, Kreuzfahrtunternehmen und Energieförderer auf ein neues Milliardengeschäft.

Nicht nur Energiefirmen wollen den seit Jahren anhaltenden Schwund der Eismassen in der Arktis dazu nutzen, die Förderung zu forcieren und nördlich des Polarkreises nach Öl und Gas zu bohren. Auch Reedereien und Kreuzfahrt-Veranstalter reiben sich seit Jahren die Hände, während Umweltschützer und besorgte Anwohner in Ländern wie Kanada, Dänemark und Russland die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Die Crystal Serenity, ein amerikanisches Kreuzfahrtschiff, will im August 2016 von Seward in Alaska aus 32 Tage lang 1.000 Passagiere durch den arktischen Ozean transportieren und nach Stopps in Ulukhaktok in den Northwest Territories und der Cambridge Bay schließlich Grönland und dann New York ansteuern. Schon zwei Jahre vor dieser Jungfernfahrt des Luxus-Liners wurden 90 Prozent der Tickets für Preise zwischen 20.000 und 120.000 Dollar verkauft.

Die NASA, so scheint es, hält erst einmal an ihrer Langfrist-Prognose fest. Im Rahmen des Projektes ARISE (Arctic Radiation-IceBridge Sea and Ice Experiment) studiert sie in großem Umfang den Rückzug der Eiskappen in der Arktis. In diesem Jahr wird vom 28. August bis 1. Oktober gemessen. Im August wurde die schwimmende Eiskappe über dem Nordpol mit 2,31 Millionen Quadratkilometern vermessen. Das war laut NASA mehr als am Tiefpunkt 2012, aber unterhalb des Durchschnitts für die vergangenen 30 Jahre.  – Doch die Prognosen von Al Gore haben sich eindeutig als falsch erwiesen.

Red: Aktualisiert>

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Stimme Russlands
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22.9.2014: Sonnenaktivität geht zurück - Klima kühlt sich wieder ab

aus: Stimme Russlands online: Neue Mini-Eiszeit: Die Sonne macht erstmal Pause; 22.9.2014;
http://german.ruvr.ru/news/2014_09_22/Neue-Mini-Eiszeit-Die-Sonne-macht-erstmal-Pause-4580/

<STIMME RUSSLANDS Die globale Klimaerwärmung hat ihren Höhepunkt überschritten: Die Sonnenstrahlung ist in den vergangenen Jahren schwächer geworden, was in absehbarer Zeit zu einem weltweiten Temperaturrückgang führen kann - der so genannten Kleinen Eiszeit.

Der Sonnenforscher Chabibullo Abdussamatow vom St. Petersburger Observatorium äußerte sich zu diesem Thema in einem Interview mit RIA Novosti.

„Seit mehr als 17 Jahren steigt die Temperatur auf der Erde nicht mehr an und hat sich schrittweise stabilisiert. Seit 1997 gibt es keine Klimaerwärmung mehr. Die Strahlungskraft der Sonne wird zunehmend geringer. Seit 1990 wird die Erde von der Sonne nicht mehr so stark wie früher erwärmt“, betonte er.

Nach seiner Meinung könnte bereits Ende dieses bzw. Anfang des nächsten Jahres die so genannte Kleine Eiszeit beginnen. „Die Kleine Eiszeit lässt sich auf die abnehmende Sonnenstrahlung zurückführen und hat eine Quasiperiode von 200 Jahren oder besser gesagt von zwei Jahrhunderten plus/minus 70 Jahren“, so der Astronom.

Während der Kleinen Eiszeit fallen die Temperaturen auf der Erde um etwa ein bis anderthalb Grad. Ihren Tiefpunkt werden die Temperaturen laut Abdussamatow „gegen 2060 plus/minus elf Jahre“ erreichen.

Die Kleine Eiszeit wird laut seiner Prognose 45 bis 65 Jahre dauern. Zu Beginn des 22. Jahrhunderts werde „ein neuer Quasizyklus der Klimaerwärmung beginnen.“

Die Menschheit müsse sich also auf eine Abkühlung gefasst machen, so Abdussamatow. Nach seinen Worten muss „der wirtschaftliche Einfluss der Kleinen Eiszeit einkalkuliert werden: auf die Industrie, die Landwirtschaft, die bewohnten Gebiete usw“.

RIA Novosti / STIMME RUSSLANDS
Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_09_22/Neue-Mini-Eiszeit-Die-Sonne-macht-erstmal-Pause-4580/
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Sputnik online,
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Dänemark 25.10.2014: Teile der Region Kopenhagen sind bei +80cm Meerespiegel in Gefahr

aus: Sputnik online: Dänemark geht unter; 25.10.2014;
http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/news/2014_10_25/Danemark-geht-unter-9971/

<STIMME RUSSLANDS Gegen Anfang des nächsten Jahrhunderts wird die Untergrundbahn von Kopenhagen regelmäßig schließen müssen. Die Stadt Aaalborg an der Nordwestküste Dänemarks wird durch Hochwasser bedroht werden, und die Häuser am Ufer von Fjord Roskilde werden von Zeit zu Zeit überflutet werden.

Diese Prognose enthält ein Bericht, den das Umweltschutzministerium vorgelegt hat.

Laut diesem Dokument wird der Wasserpegel um Dänemark, dessen Territorium sich aus 400 Inseln ergibt, um 70 bis 80 Zentimeter ansteigen, sollte die Menge der in die Atmosphäre ausgeschiedenen Treibhausgase nicht zurückgehen.>

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Schweizer
                              Fernsehen online, Logo

30.10.2014: Tuvalu versinkt - Film: "Thule Thuvalu"

aus: Schweizer Fernsehen online: «ThuleTuvalu»: Klima-Film ohne Mahnfinger; 30.10.2014;
http://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/thuletuvalu-klima-film-ohne-mahnfinger

<Peter Höllrigl

Der Schweizer Dokumentarfilm «ThuleTuvalu» schildert das Schicksal von Menschen, die bereits vom Klimawandel betroffen sind: Es sind Jäger in Nordgrönland und Bewohner der Pazifikinsel Tuvalu. «Einstein» hat den Film angeschaut und beleuchtet die Anatomie der Klima-Kommunikation.

Trotz riesiger Entfernung sind die beiden Orte Thule und Tuvalu schicksalhaft miteinander verbunden. Während in Thule, im obersten Norden Gröndlands, das Eis schmilzt, steigt das Wasser rund um Tuvalu seit Jahren stetig an. Der kleine Inselstaat im Südpazifik verschwindet langsam.

«Klimawandel ist etwas sehr unspektakuläres«, sagt der Schweizer Filmemacher Matthias von Gunten gegenüber «Einstein».«Obwohl es etwas Gewaltiges, Riesiges ist, passiert er sehr still und ohne grosse Ereignisse».

Klimawandel? Viele Menschen können das nicht mehr hören. Sind wir klimamüde? Ja, meint Medienforscher Schäfer. Zum Artikel

Es gibt nichts zu zeigen. Von Gunthen hat deshalb einen Film gemacht, in dem die Menschen die Hauptrolle spielen, deren Leben sich durch den Klimawandel verändert hat. Die sich noch erinnern können, wie es vorher war und so die Tragweite des Phänomens erlebbar machen.

Keine Daten, sondern Schicksale

Obwohl viele Experten schon von Klimamüdigkeit sprechen und wir fast täglich neue Schlagzeilen zum Thema lesen, ist Matthias von Gunthen von seinem Film überzeugt: «Ich glaube, dass ich einen Ansatz gefunden habe, der noch nicht existiert hat. Thule und Tuvalu waren schon oft in den Medien, doch noch nie war ein Filmemacher an allen beiden Orten», erzählt der gebürtige Basler. Auch seine Protagonisten habe das interessiert. «Die Menschen in Tuvalu wollten wissen, wie es denn in Grönland ist, und umgekehrt. Auch sie haben gemerkt, dass das ja zusammenhängt.»

Auf die mahnenden Finger der Klimaforscher verzichtet der Regisseur ganz bewusst: «Ich habe keine Experten rein genommen, weil sich der Zuschauer nicht mit Daten befassen soll, sondern nur mit den Menschen. Die Ebene, die ich anspreche, können die Wissenschaftler nicht anbringen. Sie müssen Daten liefern, das ist ihr Job».

Der Film «ThuleTuvalu» ist ab 30.Oktober 2014 in Schweizer Kinos zu sehen. Hier geht es zur Filmkritik.>

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Schweizer
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Süd-"Amerika" 2.12.2014: Kartoffelschädlinge steigen immer höher

aus: Schweizer Fernsehen online: Kartoffeln als Lebensversicherung gegen den Klimawandel; 2.12.2014;
http://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/kartoffeln-als-lebensversicherung-gegen-den-klimawandel

Bildtexte:

Kartoffelernte auf 4000 Metern: Weil die Erderwärmung immer mehr Schädlinge bringt, müssen die Bauern in grössere Höhen ausweichen.
Mehr als 3000 Kartoffelsorten: Das Kartoffelforschungszentrum CIP in Lima hat eine Gendatenbank für die meisten der einheimischen Kartoffeln.

Der Artikel:

<Thomas Häusler

In Perus Hauptstadt Lima tagt der Weltklimarat. Ausserhalb des Konferenzzentrums kämpfen Kleinbauern in den Anden bereits gegen die Folgen der Erderwärmung. Ihre Waffe: Sie sammeln Kartoffelsorten, die ihr Überleben sichern sollen.

Frühstück bei der Kleinbauernfamilie Chipa Tacuri in Amaru, einem Dorf auf 3'800 Metern Höhe in den Anden: Es gibt Maisfladen, Bohnen – und vor allem Kartoffeln. Hier dreht sich fast alles um die Kartoffel. Vermutlich ist sie vor 8000 Jahren in dieser Region von der Wild- zur Kulturpflanze gezüchtet worden. «Wir haben sehr viele Kartoffelsorten», sagt Pedro Condori Quispi, ein Bekannter der Familie Chipa in der lokalen Sprache Quechua.

Kartoffeln als Lebensversicherung gegen den Klimawandel

4:15 min, aus Rendez-vous vom 01.12.2014

Zum Beispiel die Bitterkartoffeln, die in Wasser eingelegt und danach über viele warme Tage und eisige Nächte gefriergetrocknet werden müssen, damit sie geniessbar sind. Danach sind sie für Jahre haltbar. Oder es gibt die farbigen Sorten oder jene für Suppe. Insgesamt bewahren die Kleinbauern der Gegend über 1000 Sorten auf. Die Papa – das ist der ganze Stolz der Bauern – und der Kern ihrer Kultur.

Mutter Erde hat Fieber

Doch seit einigen Jahren beobachten sie auf ihren Feldern und Bergen Beunruhigendes, berichtet der Bauer Walter Quispe Wilka: Ihre Eltern hätten kaum Kartoffelschädlinge gekannt, doch nun gebe es immer mehr davon, weil es wärmer geworden sei. Gleichzeitig sei das Wetter unvorhersehbarer geworden: Hagel, Frost, Trockenperioden und Flutregen hielten sich nicht mehr an die altbekannten Regeln. Kurz gesagt, Mutter Erde hat Fieber und das heisst, die Bauern müssen sich anpassen.

Dass die Menschen von Amaru und den anderen Dörfern der Gegend angesichts der Klimaveränderungen nicht die Hände in den Schoss legen, zeigt ein Lehmgebäude auf über 4000 Metern Höhe. Hier bleibt es immer kühl. In dieser Arche Noah hüten die Bauern ihre 1300 Kartoffelsorten als Lebensversicherung gegen den Klimawandel. Manche Sorten halten Frost besser aus, andere Schädlinge.

Arche Noah für Kartoffelsorten

Sie haben schon vor einigen Jahren mit der Sammlung begonnen, damals auf eigene Faust. Dann merkten sie, dass Wissenschaftler des internationalen Kartoffelforschungszentrums CIP in Lima in den 1970er-Jahren etwa 400 Sorten aus der Gegend mitgenommen haben, ohne um Erlaubnis zu fragen. Darauf vereinbarten die Kleinbauern mit dem CIP eine Rückführung dieser Sorten und sie fingen an, mit den Forschern zusammenzuarbeiten. Das CIP und eine lokale Entwicklungsorganisation halfen beim Bau des Kühl- und eines Gewächshauses, wo die Bauern ihre Sorten für die Aufbewahrung vorbereiten.

Vor kurzem haben sie gemeinsam den Anbau von 50 Sorten zwischen 3700 und 4550 Metern getestet. Sie wollen wissen, welche Sorten grössere Höhen und Frost ertragen. Denn die Bauern müssen den Schädlingen ausweichen, die wegen der Erwärmung immer höher steigen. Diese Versuche sicherten ihnen nicht nur das Überleben, sondern sie geben ihnen die Freiheit, auch künftig selber bestimmen zu können, was sie essen möchten.

Diese Selbstbestimmung ist den Bauernfamilien sehr wichtig. Aber sie möchten sie nicht nur für sich bewahren. Darum haben sie mit Bewohnern in anderen Andengegenden schon manche vielversprechende Kartoffelsorten getauscht. Die Bergbauern von Amaru und den anderen Dörfern warten nicht, bis Hilfe von aussen kommt – sie helfen sich selbst, so gut sie können.>

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Schweizer
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Peru 5.12.2014: Gletscher schmelzen ab - Wasserquellen gehen zurück - Mineraliendepots werden frei

aus: Schweizer Fernsehen online: Wassermangel im Gletscher-Paradies; 5.12.2014;
http://www.srf.ch/wissen/natur-umwelt/wassermangel-im-gletscher-paradies

<Thomas Häusler

In Peru finden sich 70 Prozent der tropischen Gletscher. Dennoch droht den Menschen in den Anden Wasserknappheit, denn die Gletscher schmelzen. Ein von der Schweiz unterstütztes Projekt soll helfen.

Zahlreiche Bäche fliessen von den hohen Andengipfeln ins Tal. Scheinbar unerschöpflich liefern mächtige Gletscher Nachschub. Es mutet absurd an angesichts all der Gletscher, Bergseen und Bäche – aber die Bauern im Tal leiden an Wassermangel. Das hat vor kurzem eine Studie gezeigt, die von der Entwicklungsorganisation Care und der Universität Zürich durchgeführt wurde. Das Gemeinschafts-Projekt soll helfen, dass die Bewohner der Anden auf die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels reagieren können.

Streit um das Wasser

«In den letzten 30 Jahren hat Peru bereits 40 Prozent seiner Gletscherfläche verloren», sagt der Glaziologe Christian Huggel, der Leiter des Projekts. Zur Anschauung fährt er zu einer Stelle auf 3700 Metern Höhe. Dort entnimmt die Stadt Carhuaz, die unten im Haupttal liegt, aus einem Bergbach ihr Trinkwasser. Doch das gefällt den Bauern nicht.

«Es gibt bereits Konflikte, wie man mit dem Wasser umgeht», sagt Huggel, «die Bauern hier sind besorgt, dass die Stadt zu viel Wasser entnimmt.» Dann könnte zu wenig Wasser für die Bewässerung der Felder, die Tiere oder den Haushalt übrig bleiben. Das halbe Jahr über herrscht Trockenheit, zu dieser Zeit sind die Bergbauern besonders auf das Gletscherwasser angewiesen. Mancherorts ist es bereits knapp, und mit dem weiteren Abschmelzen der Gletscher könnte sich die Situation noch verschärfen.

Mit schädlichen Mineralien belastet

Einige Täler weiter, im Dorf Ollerus, leiden die Bauern bereits unter dem Wassermangel, berichtet Amelia Saenz. Sie verkauft Getränke auf dem Dorfplatz. Das Trinkwasser im Dorf kommt per Leitung von einer Fassung weit oben am Berg. Dieses Wasser sei kostbar, erzählt Saenz, selbst für die Bewässerung der Kartoffeläcker und Maisfelder sei es viel zu knapp. Zwar fliesse am Dorf ein Bach vorbei, doch er ist seit einigen Jahren mit schädlichen Mineralien belastet. Sein Wasser töte die Pflanzen ab, es sei zu nichts zu gebrauchen.

Die Dorfbewohner geben einer Mine weiter oben am Berg die Schuld dafür. Untersucht hat das bisher jedoch niemand. Wissenschaftler haben Hinweise dafür gefunden, dass eine solche Verschmutzung auch durch den Rückzug der Gletscher auftreten kann: Das abschmelzende Eis gibt Gestein frei, dessen Verwitterung die schädlichen Mineralien freisetzt.

Noch viel Sparpotenzial

Der Wassermangel muss so oder so bekämpft werden, sagt Christian Huggel. Er und die Mitarbeiter von Care setzen dafür bei den Bauern an. Sie können noch viel Wasser sparen. «Häufig überfluten die Bauern ihre Felder noch, oder die Kanäle werden einfach in den Boden gegraben, ein grosser Wasser-Verlust ist die Folge. Wenn man da zum Beispiel mit Röhren oder mit Tröpfchen-Bewässerung arbeiten würde, wäre noch viel heraus zu holen», ist Glaziologe Huggel überzeugt.

Zu sehen ist solch eine Bewässerungsanlage auf der kleinen Pflanzung von Roque Ramirez Gomez. Umgeben von Mauern aus Lehmziegeln wachsen hier Mais, Spinat, Salat und Heilpflanzen. Gomez hat mithilfe des Projekts eine sparsame Bewässerung installiert. Kleine Düsen geben direkt über den Pflanzen einen feinen Wassernebel ab. Künftig werde es wohl noch weniger Wasser geben, und so sei er froh, dass er nun diese sparsame Anlage besitze, erzählt der Kleinbauer.

Es geht nicht von heute auf morgen

Viele seiner Nachbarn sind seinem Beispiel noch nicht gefolgt – auch wenn ihnen das schweizerisch-peruanische Projekt bei der Finanzierung helfen würde. Um Wasser zu sparen brauche es nicht nur Technik, man müsse auch das Vertrauen der Menschen gewinnen, weiss Christian Huggel. Und das geht nicht von heute auf morgen.

Eine weitere Hilfe im Kampf gegen den Wassermangel orten die Forscher hoch oben am Berg Hualcan. Dort liegt in einer Felsmulde ein See, den das schmelzende Eis eines zurückweichenden Gletschers nährt. Künftig soll ein künstlicher Abflusstunnel diesen Wasserspeicher anzapfen. In der Feuchtzeit soll der See gefüllt werden und in der Trockenzeit kann das Wasser abgelassen werden. «Vielleicht braucht es in Zukunft noch mehr solcher Reservoir-Seen», sagt Glaziologe Huggel. Damit Peru die Probleme meistern kann, die der Klimawandel mit sich bringt, wird ein Lösungsansatz allein wohl nicht reichen.>

Kommentar: Neue Wälder pflanzen - neue Quellen kommen
Das einfachste Mittel, Trinkwasserquellen zu haben, ist, neue Wälder zu pflanzen. Die Wälder speichern die Feuchtigkeit, die Feuchtigkeit fliesst an den Wurzeln in die Erde, und so legt der Wald selbst neue Quellen an. Man muss den Jungwuchs einfach gut bewachen, damit die Tiere die Pflanzung nicht beschädigen. Ab einem Wald von 500 mal 500m vermehrt sich der Wald dann von selbst. Scheinbar fehlt da eine Schulung, nicht nur in Peru, sondern auch in den kriminellen "USA"...

Michael Palomino, 7.12.2014

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Michael Palomino, Portrait
Michael Palomino, Portrait

Die zwei prinzipiellen Antworten auf den Klimawandel mit wärmerem Klima:

7.12.2014: FLUSSBETTEN VERDOPPELN - NEUE WÄLDER PFLANZEN

von Michael Palomino

Die Massnahmen als Antwort auf den Klimawandel sind die folgenden:
1. Man muss die Flussbetten verdoppeln, damit die neuen Regenmengen aufgenommen werden können. Und
2. Man darf keine Wälder abholzen, sondern man sollte eher neue Wälder pflanzen, damit die Regenmengen schon dort aufgefangen werden, wo sie fallen.

Wer da schläft, wird zum Swimming Pool. Da die Entwicklungsländer aber keinen Geographieunterricht kennen, wissen sie nichts davon und meistens wissen sie gar nicht, was sie tun sollen, z.B. Thailand, das in der Regenzeit monatelang zum Swimming-Pool wird, oder die "USA", denen bald in Arizona komplett das Trinkwasser ausgeht, oder Peru, wo die Gletscher dramatisch abschmelzen.

Sie haben richtig gelesen: Die "USA" sind ein Entwicklungsland geworden...


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Fotoquellen
[1,2,3] versinkendes Kiribati: http://derstandard.at/1371169694340/Die-letzten-Jahre-eines-Inselstaats-Kiribati-wartet-auf-seinen-Untergang

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