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Der Sandschaden der "Zivilisation"

Wie die der Sand zu Ende geht - Sandgewinnung  vom Meeresboden zerstört alles - Sandgewinnung vom Erdboden zerstört alles - Mai 2017: Sandstrand ist plötzlich wieder da -

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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21.4.2014: Geplanter Sandabbau am Meeresboden - katastrophale Folgen

aus: gmx-Nachrichten: Die Umweltzeitbombe Sand - Dokumentation zeigt grausame Ausmaße; 21.4.2014; 

weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/wissen/klima/90b7ry6-umweltzeitbombe-sand-dokumentation-zeigt-grausame-ausmasse#.A1000146
http://www.gmx.net/themen/wissen/klima/90b7ry6-umweltzeitbombe-sand-dokumentation-zeigt-grausame-ausmasse#.focus.Sand%20ist%20eine%20tickende%20Bombe.691.1280

<Sand ist mehr als eine Urlaubskulisse am Strand. Er steckt im Handy, im Wein, im Haarspray. Weltweit wird er als Baustoff gebraucht. Da Wüstensand nicht für Beton taugt, gerät der Meeresboden ins Visier.

Berlin (dpa) - Sand ist in alle Ritzen unseres Alltags eingedrungen. Man verarbeitet ihn zu Glas. Aus Sand wird aber auch Siliciumdioxid gewonnen. Das ist eine chemische Verbindung, die in Weinen enthalten ist, aber auch eine wichtige Rolle bei der Herstellung von vielen Alltagsprodukten spielt: Wasch- und Reinigungsmittel, Papier, getrocknete Lebensmittel, Haarspray, Zahnpasta, Kosmetika und und und.

"Ich bezeichne den Sand gern als den unbekannten Helden unserer Zeit; denn er ist in unserem Alltag allgegenwärtig, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusstwerden", sagt Geologe Michael Welland in der faszinierenden Arte-Dokumentation "Sand - Die neue Umweltzeitbombe" am Dienstag um 20.15 Uhr. Der Film zeigt, wie abhängig wir schon sind und was für eine Ökokatastrophe durch weltweiten Sand-Raubbau droht.


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Stoffe im Sand sind wichtig für die Industrie

"Im Sand sind wichtige Minerale enthalten - wie Silicium, Thorium, Titan und Uran", sagt die britische Umweltexpertin Kiran Pereira in dem Film. "Denken Sie nur an Computer und Elektronik. Ohne hochwertigen Sand könnten überhaupt keine Chips hergestellt werden."

Doch nicht nur die Informationsgesellschaft ist auf Sand gebaut. "Wer von einem Ort zum anderen reist, denkt nicht daran, wie viel Sand in unseren Verkehrsmitteln steckt", schildert Pereira. Zum Beispiel in einem Flugzeug - vom Kunststoff über den Leichtmetall-Rumpf, die Triebwerke und die Farben bis hin zu den Reifen. "Das ist wie mit der Luft, die wir atmen. Wir denken nicht an sie. Aber ohne sie könnten wir nicht leben", fasst Pereira zusammen. Und das hat Folgen.


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Denn das unverzichtbare Material ist bedroht, vor allem durch den weltweiten Bauboom. Stahlbeton besteht zu einem Drittel aus Zement und zu zwei Dritteln aus Sand. Es sei nur als Größenordnung erwähnt: In einem Einfamilienhaus werden 200 Tonnen Sand verbaut. Nun könnte man meinen, in der Sahara gebe es ja Sand genug. Wüstensand ist aber zu glatt und daher nicht zur Betonproduktion geeignet. Deshalb haben Baukonzerne lange Zeit Sand aus Flussbetten oder Kiesgruben abgebaut. Da dieser Vorrat aber langsam zur Neige geht, hat die Bauwirtschaft den Meeresboden ins Visier genommen - eine ökologische Zeitbombe.

Die Schattenseiten des Sands

Der Dokumentarfilm des Franzosen Denis Delestrac zeigt Schauplätze rund um den Globus. In Marokko befeuert der Tourismus den illegalen Sandabbau und führt unweigerlich zum Verschwinden ganzer Strände. Singapur importiert ungeachtet aller Verbote weiterhin Sand aus den Nachbarländern. In Indonesien verschwinden ganze Inseln wegen des illegalen Abbaus. In Dubai haben Protz-Bauten die eigenen Ressourcen aufgezehrt, nun wird Sand aus Australien importiert. In Indien kontrolliert die Mafia die Bauwirtschaft, während die eigene Bevölkerung weiter in Slums hausen muss. In Florida werden Strände aufgefüllt, die zu neun Zehntel weggespült waren. In Frankreich kämpft die Bevölkerung gegen Konzerne, die sich Standorte in Küstennähe sichern, um in Schutzgebieten den Meeresboden abzubauen.

"Der Dokumentarfilm erläutert die Zusammenhänge und Hintergründe einer verheerenden Wertschöpfungskette und fördert mit Unterstützung von Wissenschaftlern und Nichtregierungsorganisationen eine beispiellose menschliche, soziale und ökologische Katastrophe zutage", fasst Arte zusammen. Wer diesen Film gesehen hat, denkt bei diesem Thema in Zukunft nicht mehr nur an Strand und Urlaub.>

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Schweizer Fernsehen online, Logo

Warnung der UNO 28.8.2014: Der Sandschaden wird offensichtlich - Massnahmen und Alternativen sind gefragt

aus: Schweizer Fernsehen online: «Sie haben den Strand einfach aufgeladen und mitgenommen»; 28.8.2014;
http://www.srf.ch/wissen/sand-das-neue-gold/sie-haben-den-strand-einfach-aufgeladen-und-mitgenommen

Zur Person:

Pascal Peduzzi (45) ist Umweltwissenschaftler und leitet die Global Change and Vulnerability Unit im Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Die Aufgabe des gebürtigen Genfers: Effekte von Umweltschäden früh erkennen und vor den Folgen warnen.

Der Artikel:

<Corinna Daus

Der Bauboom in Asien und erodierende Strände kurbeln die Nachfrage nach Sand stetig an. Ein profitables Geschäft – doch für Mensch und Umwelt hat es verheerende Folgen. Die Politik muss handeln, fordert der Schweizer Umweltwissenschaftler Pascal Peduzzi in einem Uno-Bericht. Aber wie? Ein Interview.

SRF: Pascal Peduzzi, Sie haben Ihren Bericht über den Raubbau am Sand als Warnung für die Vereinten Nationen geschrieben – wie ist die Lage?

Pascal Peduzzi: Es kommt darauf an, wo. In Europa haben wir eine ziemlich gute Gesetzgebung, was den Sandabbau betrifft. In Afrika und Asien ist das ganz anders – dort geschehen ziemlich viele illegale Aktivitäten.

Was passiert dort genau?

In Afrika ist der Diebstahl von Sand ein grosses Problem. Sand ist kostenlos, jeder kann an den Strand gehen, Sand nehmen und ihn verkaufen. Natürlich ist das vielerorts illegal, aber für Menschen, die nichts haben, ist das eine Möglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen. Auch in Indien gibt es tausende Orte, an denen Menschen Sand von den Stränden oder Küsten klauen. Es haben sich inzwischen richtiggehend mafiöse Strukturen gebildet.

Wer sind die Auftraggeber?

Niemand befiehlt, Sand zu stehlen. Es gibt einfach die enorme Nachfrage der Bauunternehmer, sei es nach Sand, um Beton herzustellen, oder um Strände aufzuschütten. Und es gibt Menschen, die liefern. Ein Fall aus Indien war in der Presse. Dort hat ein Polizist versucht, die Menschen davon abzuhalten, Sand zu stehlen – er wurde erschossen. In Jamaika wurde mir von einem Strand erzählt, der über Nacht geklaut wurde. Da kam eine LKW-Kolonne und hat einfach den Strand eines kleinen Fischerdorfs aufgeladen und mitgenommen, weil er für die Strandaufschüttung einer grossen Hotelanlage gebraucht wurde. Oft stammt der Sand aber auch aus ganz legalen Quellen, aus Steinbrüchen zum Beispiel. Oder in den USA kommen immer öfter grosse Schwimmbagger zum Einsatz, die tonnenweise Sand aus dem Ozean absaugen.

Derzeit durchkämmen tausend solcher Schwimmbagger die Ozeane – je nach Grösse können sie bis zu 400'000 Tonnen Sand aufnehmen. Kann jeder einfach ein solches Schiff kaufen und Sand vom Meeresgrund nehmen?

Das ist total legal. In England kann man Konzessionen kaufen, um den Sand abzusaugen. In anderen Ländern braucht es noch nicht einmal das. In den USA reicht ein Führerschein für das Boot, dann kann man aufs Meer fahren und Sand absaugen. Dort gibt es keine Mafia, es gibt nur eine Industrie. Mit riesigen Auswirkungen auf die Umwelt – aber es ist legal.

Sind die Umwelteinflüsse heute schon spürbar?

Auf dem Meeresgrund sitzen die Sedimente, die Nahrungsgrundlage vieler Fische sind. Die werden mit dem Sand vom Meeresgrund abgesaugt. Das hat enorme Auswirkungen auf die Fischbestände – und auf die Fischer. Wenn der Sand erst einmal weg ist, braucht es Jahrzehnte, wenn nicht Jahrtausende, bevor die Fauna wieder zurück ist – je nachdem, wo der Sand entnommen wird. Und das ist kein Zukunftsszenario, das passiert bereits.

« Für viele Menschen ist es einfach Sand: Das ist das Problem. »

Ihre Aufgabe ist es, den Politikern das Ausmass der Lage vor Augen zu führen. Haben Sie Erfolg?

Die Politiker sind sich dieses Problems nicht bewusst. Bisher kam der meiste Sand vom Land, aus Steinbrüchen und Flüssen. Aber der Sandabbau beeinflusste den Wasserstand in den Flüssen, plötzlich gab es mehr Überschwemmungen und Trockenperioden. Sand wurde rarer, die Regulationen strikter, und Meeressand war eine Lösung. Er hat eine angenehme Seite: Niemand sieht, was auf dem Meeresgrund los ist. Also denkt man, es gäbe keine Auswirkungen. Für viele Menschen ist es einfach Sand: Das ist das Problem.

Am deutlichsten sieht man die Auswirkungen ja am Verschwinden der Strände, oder?

Für das Verschwinden der Strände gibt es verschiedene Gründe. Einer könnte der Klimawandel sein: Der Meeresspiegel steigt, wir haben dynamischere Wellen, deshalb erodieren die Strände. Aber oft verschwinden sie einfach, weil wir so nahe am Meer bauen, dass sich der Strand bei hohem Wellengang nicht mehr zurückziehen kann – dann wird er weggespült. In Miami und vielen anderen Orten pumpen sie deswegen Sand aus dem Meer und erneuern damit die Strände. Das hält dann für ein paar Jahre. Aber wenn wir mit Schwimmbaggern Sand vom Meeresboden absaugen, entsteht ein Loch. Dann fliesst der Sand, der mühsam auf den Strand geschafft wurde, irgendwann doch wieder zurück ins Meer. Das ist ein hochprofitables Geschäft. Die Unternehmen in diesem Markt haben eine lebenslange Auftragsgarantie. Das Modell funktioniert in Regionen, wo man es sich leisten kann, die Strände immer wieder aufzuschütten.

Was ist in anderen Regionen?

Ich bin in ein Projekt in Jamaika involviert. Dort wollte die Regierung wissen, warum der Strand verschwindet. Nach einer Studie war klar, dass der Klimawandel gerade mal neun Prozent des Problems ausmacht. 91 Prozent der Erosion kamen, weil am Strand gebaut worden war. Sie hatten die Korallen getötet und das Seegras entfernt – Touristen mögen kein Seegras am Strand. Aber die Korallenriffe haben den Strand vor den Wellen geschützt, und die Algen haben ihm Halt gegeben. Nun wird dort Seegras neu angebaut, aber etwas weiter entfernt vom Touristenstrand.

« Ein wirklich dringendes Problem, das wir nicht haben kommen sehen. »

Das Thema steht auf kaum einer politischen Agenda, das Business ist hochprofitabel – wie waren die Reaktionen auf Ihren Uno-Bericht?

Die Industrie hat ihn, so gut es ging, ignoriert. Doch viele Menschen waren sehr überrascht, auch in der Politik. Die Regierungen sind schon mit Klimawandel, Artenschwund, Luftverschmutzung und anderen Problemen beschäftigt, Sand ist nun ein weiteres Thema, mit dem sie sich wahrscheinlich nicht unbedingt befassen wollen. Aber dies ist ein wirklich dringendes Problem, das wir nicht haben kommen sehen.

Was also muss geschehen, damit wir es in den Griff bekommen können?

Uns geht es zurzeit vor allem darum, das Problem ins Bewusstsein der Politiker zu bekommen und vor den Folgen des Sandabbaus zu warnen. Wenn wir sie überzeugt haben, können wir anfangen, über Gesetze und Regulierungen zu sprechen. Und wir müssen die Bevölkerung aufklären. Die Industrie wird nicht von selbst reagieren. Aber wenn es Gesetze gibt und die Bevölkerung nur noch zertifizierten Sand nutzt, so wie es mit FSC-Holz jetzt schon geschieht, dann kann sich etwas ändern.

Gibt es auch schon Ansätze für konkrete Lösungen?

Die grosse Nachfrage nach Sand besteht ja, weil wir so viel mit Beton bauen. Aber wir könnten zum Beispiel die Asche unserer Müllverbrennung nutzen, um den Sand bei der Betonherstellung zu ersetzen. Das würde funktionieren und zudem noch unser Müllproblem lösen. Wir könnten aber auch anders bauen. Wir müssten zum Beispiel die Anzahl von Strassen überdenken, die wir bauen. In der Schweiz haben wir ausserdem viel Holz, das wir nutzen könnten.

Man liest seit einigen Jahren von Stränden aus Glas, das verkleinert ganz ähnliche Eigenschaften wie Sand hat. Eine Lösung?

Das wird oft vorgeschlagen, aber es überzeugt mich nicht. Wir müssen Glas recyclen, um daraus Glas zu machen. Dann müssen wir nicht weiteren Sand für die Glasproduktion abbauen. Glas in einen Strand zu recyclen, löst meiner Meinung nach das Problem nicht.

Ohne Sand kein Beton, und momentan ist Sand der billigste Werkstoff, um zu bauen. Solange das so bleibt, bleibt also das Problem bestehen?

Es gibt Alternativen, aber die sind sehr teuer. Es ist billiger, ein Gebäude abzureissen und den Müll zu entsorgen als das Material aufzubereiten und weiterzuverwenden. Manchmal wird der Bauschutt schon für den Strassenbau genutzt, das ist ein Anfang. Solange Sand aber so billig ist wie derzeit, wird nichts passieren. Da müssten Regulierungen her, die vorschreiben, wie viel Sand abgebaut werden darf. Auch Steuern würden helfen.

Sandentnahme in Europa

In Europa ist die Sandentnahme keinen internationalen Regeln unterworfen, weil der Abbau auf nationalem Territorium stattfindet: Entweder wird er direkt am Strand abgebaut oder vom Meeresgrund abgesaugt. Da dies meist in einer Tiefe unter 50 Metern stattfindet, also in relativer Küstennähe, handelt es sich noch um nationale Gewässer.

Kommentar: BAMBUS
Zuerst einmal muss Beton viel teurer sein als bisher, wenn der Sand knapp wird. Ausserdem muss man mehr mit Bambus bauen und weniger Beton verwenden, bis man auf 0% Beton kommt. Es gibt keine andere Lösung. Bambus ist auch erdbebensicher. Das heisst: Es muss ein Gütesiegel her für sandfreies Bauen.

Michael Palomino, 28.8.2014

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Netzfrauen online, Logo

Westlich von Köln 15.9.2014: Für den Sand-Abbau soll der Buschbeller Wald zerstört werden

aus: Netzfrauen online: EILT! Sand-Abbau stoppen – Lebensraum Wald retten; 15.9.2014;
http://netzfrauen.org/2014/09/15/eilt-sand-abbau-stoppen-wald-retten/

Meine Kinder lieben ihn, den Buschbeller Wald. Und mein Dackel auch. Über am Wegrand liegende Bäumen und Steine balancieren sie alle gern. Er ist Ziel von Familienausflügen mit meinen Eltern, die ganz in der Nähe wohnen.

140 Jahre alte Eichen und Buchen sind dort zu sehen und wenn der Dackel mal nicht kläfft, entdeckt man seltene Vogelarten. Auch Feuersalamander soll es dort geben. Danach suchen dann die Großeltern mit den Kids, wenn die nervigen Eltern nicht dabei sind und das quirlige Dackeltier.

Doch nun soll der Buschbeller Wald weichen. Für einen Rohstoff, der uns ebenfalls vor allem aus unserer Kindheit bekannt ist. Hätten wir jemals gedacht, dass wir eines Tages entscheiden müssten, das eine Wunder der Natur gegen das andere einzutauschen? Aus wirtschaftlichen Gründen?

Es geht um Sand – und um viel Geld!

Dass Sand ein Milliardenmarkt ist, berichtete Netzfrauen-Gastautor Andreas Müller-Alwart erst kürzlich in seinem Artikel „Auf Sand gebaut“.

„Flüsse, Seen, Meere – alles wird leergebaggert. In einem mittelgroßen Haus befinden sich rund 200 Tonnen Sand. Wenn Sie das nächste Mal 900 Kilometer auf einer Autobahn zu Ihrem Lieblingsstrand an die Costa-wo-es-so-schön-ist donnern, rechnen Sie mal mit: 30.000 Tonnen Sand stecken in jedem Kilometer Autobahn. Im Irrwitz menschlicher Energieerzeugung, einem Atomkraftwerk, werden rund 12 Millionen Tonnen verbaut – lächerliche 400 Kilometer Autobahn. 40 Milliarden Tonnen soll der jährliche Bedarf an Bausand betragen und 15 Milliarden Euro sollen der Natur entnommen werden – Jahr für Jahr. So ganz genau weiß das niemand, denn Sie können sich vorstellen, dass ein Milliardenmarkt bei rarer werdenden Ressourcen natürlich die Sandmafia anzieht wie reife Zwetschgen die Wespen.“

Nun also auch noch der Wald…

„Der Wald ist Sauerstofflieferant, Luftbefeuchter, Windbrecher, Feinstaubfilter – was die Stäube und die Feinstäube der A4 und dem Quarzsandtagebau angeht. Er ist Naherholungsgebiet hier für die Anwohner…”, sagt Tanja Keßels vom BUND in einem Beitrag der „Aktuellen Stunde

Und hier ist es nicht irgendein Wald. Es ist einer der letzten Altwälder rund um Köln. Wegen seiner biologischen Vielfalt hätte der Wald nach den Meldekriterien der Europäischen Gemeinschaft als Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet gemeldet werden müssen. Hätte – wären da nicht die Quarzsandvorkommen unter dem Wald – und jene, die die großen Gewinne wittern.

Die laut Schätzungen des BUND gut 84 Hektar Wald werden von mindestens zehn Fledermausarten genutzt und sind Heimat von Schwarz- und Mittelspecht, der Waldohreule, des Waldkauzes und des Uhus. Auch Feuersalamander und Springfrösche sind hier zu finden, neben einer Vielzahl weiterer streng geschützter Tier- und Pflanzenarten, die auf Altwälder angewiesen sind. Einige Arten sind bei einer Artenschutzprüfung in 2012 und der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Abbau einfach außer Acht gelassen worden, wodurch die Quarzwerke GmbH Frechen jahrzehntelang ihren Raubbau betreiben konnte.

Seltener Wald

Wir berichteten bereits in unserem Artikel „Unter unserem Himmel – Energie aus dem Wald – Ausverkauf des deutschen Waldes“, dass in Deutschland – z.B. im Bayrischen Staatsforst – Holz gefällt und containerweise exportiert wird. Das statistische Bundesamt erfasste die Ausfuhren von Buchenrohholz nach China und meldete gut 330.000 Tonnen für das Jahr 2012. Für diese Menge muss etwa ein Areal von 2.400 Fußballfeldern Buchenwald kahl geschlagen werden. Und das nur, weil China seine eigenen Wälder zu stark gerodet hat. Als die ökologischen Folgen spürbar wurden, wurde das Abholzen gestoppt. Seither werden gigantische Mengen von Bäumen aus aller Welt importiert, um den Holzhunger – vor allem für die Bauindustrie – zu stillen. Extra deshalb wurden auch die Importbestimmungen gelockert.

Nicht erst die Geschichte des Buschbeller Waldes zeigt, dass Politik und Wirtschaft auch hierzulande nur allzu häufig die Bereitschaft zeigen, den Gewinn von Projekten vor die daraus entstehenden ökologischen Konsequenzen zu setzen. Dass der Waldanteil im Rhein-Erft-Kreis nur noch 11 Prozent (weniger als die Hälfte des Landesdurchschnitts) beträgt, ist genau dieser Art Raubbau zu verdanken, den nicht nur die Quarzwerke sondern auch die ehemalige Rheinbraun – heute RWE Power – betrieb und nach wie vor betreibt.

Wundersame Vermehrung

Die Quarzwerke GmbH Frechen antwortete auf eine Petition von „Rettet den Regenwald e.V.“ in dem Tenor, dass die Rodung der Natur einen Profit bringen werde.

„Der Sandabbau schreite im Jahr um lediglich 5 Meter voran. Für jeden Hektar gerodeten Wald würden drei Hektar aufgeforstet. Die Renaturierung geschehe auf „höchstem Niveau“. Die Renaturierung sei erfolgreich, viele seltene Arten wie Orchidee und Falter siedelten sich an, in der Sandgrube lebten sogar Kreuz- und Wechselköten. Altwaldarten wie Salamander kehrten zurück.“

Die Firma betont, dass am Ende des Abbaus aus 110 Hektar Wald 240 Hektar Wald werden. Dazu kämen 60 Hektar Biotop- und Sukzessionsflächen.

Aus 110 mach 240? Wow! Mit den Profiten des Unternehmens funktioniert dies bestimmt problemlos, wenn deren Pläne umgesetzt werden. Ob der Wald aber in ähnlicher Weise profitieren wird, ganz abgesehen von den vielen Tieren, die bei einer Rodung ihr Leben lassen müssen, wagen wir zu bezweifeln.

Petition

„Rettet den Regenwald e.V.“ hat eine Petition an die Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission, den Landrat Michael Kreuzberg, den Landesumweltminister Johannes Remmel und die Quarzwerke verfasst:

Sehr geehrter Generaldirektor Karl Falkenberg,
sehr geehrter Landrat Michael Kreuzberg,
sehr geehrter Umweltminister Johannes Remmel,
sehr geehrte Geschäftsleitung der Quarzwerke GmbH,
 

der Buschbeller Wald soll gerodet werden, damit Sand abgebaut werden kann. Bei dem Gebiet handelt es sich jedoch um einen der letzten Altwälder im Rhein-Erft-Kreis. Viele geschützte Arten wie Pirol, Mittelspecht und Feuersalamander leben dort. Wegen seiner Artenvielfalt könnte der Buschbeller Wald unter dem Schutz der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen.
 

Trotzdem hat die Firma Quarzwerke GmbH beantragt, den Wald für den Abbau von Sand zu roden. Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung und der Artenschutzprüfung wurden jedoch viele Pflanzen- und Tierarten wie Fledermäuse nicht berücksichtigt.

Weltweit ist Sand der am häufigsten abgebaute Rohstoff. Auf den Sand vom Buschbeller Wald zu verzichten, fiele wirtschaftlich nicht ins Gewicht und würde einen Naturschatz erhalten.
 
Bitte räumen Sie der Natur einen höheren Stellenwert ein als dem Rohstoffabbau und erhalten Sie den Buschbeller Wald.
 

Freundliche Grüße

Bereits am morgigen Dienstag, 16.09.2014 sollen die Unterschriften übergeben werden. Bitte beteiligen auch Sie sich umgehend an der Petition von „Rettet den Regenwald e.V.“ und informieren Sie Ihre Kontakte.

Der Schutz unser aller Umwelt muss Vorrang haben vor dem Gewinnstreben einzelner Unternehmen!

Netzfrau Andrea Wlazik>

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Irland 9.5.2017: Sandstrand ist plötzlich wieder da
Irisches Dorf jubelt: Verschwundener Sandstrand nach 33 Jahren wieder da
http://www.krone.at/viral/verschwundener-sandstrand-nach-33-jahren-wieder-da-irisches-dorf-jubelt-story-568506

[Ich denke, das ist ein Streich der Ausserirdischen. Denn Sandspiele gab es schon in Nasca in Peru].

09.05.2017, 21:16

Die Bewohner der Ortschaft Dooagh auf der kleinen irischen Insel Achill können ihr Glück kaum fassen: Ein Sandstrand, der vor 33 Jahren von mehreren Stürmen weggespült worden war, ist quasi wieder zurückgekehrt. Wie das örtliche Tourismusbüro mitteilte, sind über die Osterfeiertage an der Küste der Gemeinde Hunderttausende Tonnen Sand angespült worden.

Dooagh hatte zuletzt im Jahr 1984 einen Sandstrand und war damals ein beliebter Ferienort mit mehreren Hotels. Bei mehreren Stürmen wurde der Sand aber weggewaschen, zurück blieben nur Felsen. In der Folge mussten mehrere Hotels und Restaurants schließen, weil keine Touristen mehr kamen.

Insel kann sich vor Besuchern kaum retten

Inzwischen könne sich die über eine Brücke mit dem Festland verbundene Insel mit ihren etwa 2500 Einwohnern kaum vor Besuchern retten, sagte eine Sprecherin des örtlichen Tourismusbüros am Dienstag. "Wir hoffen, dass der Strand dauerhaft bleibt, garantieren können wir das aber nicht."

Eiland war einst Rückzugsort von Heinrich Böll

Die Insel Achill im Westen von Irland war einst Rückzugsort des deutschen Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll (1917- 1985), der dort einmal im Jahr ein kleines Ferienhaus bezog. Teile seines 1957 veröffentlichten "Irischen Tagebuchs" sind dort entstanden. Das Haus dient heute als Rückzugsort für Künstler und ist eine Touristenattraktion.>






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