Sinkende Städte - da steckt ein Prinzip dahinter - auch die Rettung ist ein Prinzip



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Sinkende Städte - da steckt ein Prinzip dahinter - auch die Rettung ist ein Prinzip

Bangkok, Shanghai, Mexiko-Stadt: Der Schwammboden verträgt die schweren Steinhäusern und Wolkenkratzer nicht (Schlamm und Schlick) -- das Anlegen einer Nachbarsmetropole auf sicherem Boden -- Missbrauch des Grundwassers -- die Umwandlung des Schlammbodens in eine fruchtbare Landwirtschaftszone -- und auch Venedig bestand einmal aus Holzhäusern -- versinkende Ortschaften auf auftauendem Permafrostboden


Wer eine Stadt in einem Sumpf baut (hier:
                          Aapa mire in Finnland)...
Wer eine Stadt in einem Sumpf baut (hier: Aapa mire in Finnland)... [13]
... muss sich nicht wundern, wenn die
                          Stadt dann sinkt, wenn man auch noch das
                          Grundwasser verbraucht (hier: Shanghai)
... muss sich nicht wundern, wenn die Stadt dann sinkt, wenn man auch noch das Grundwasser verbraucht (hier: Shanghai) [2]


von Michael Palomino (2013)

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1. Sinkende Städte auf Sumpf, Schlick oder Schlamm oder Pfählen an der Küste

Wir haben

-- ein sinkendes Shanghai (China) - auf einem Schwemmkegel aus Schlick gebaut im Jangtse-Delta, sinkt 8,7 mm pro Jahr
-- insgesamt über 50 sinkende Städte in China, die alle auf weichem Boden gebaut sind, und wo Grundwasser entnommen wird
-- sinkendes Bangkok (Thailand) - auf einem Sumpf gebaut an der Mündung des Praya-Flusses, sinkt 5 bis 8 oder z.T. auch 10 cm pro Jahr
-- sinkendes Mexiko-City (Mexiko) - in einem ausgetrockneten See auf Schlammboden gebaut, Steinbauten sinken in den Schlammboden ein und auch die gesamte Stadt sinkt ein
-- sinkendes Venedig (Italien) - an der Küste auf Pfählen gebaut, sinkt 2 bis 3 mm pro Jahr

Zuerst bestanden diese Städte alle nur aus Holzhäusern, und da sank gar nichts.

Seit 100 Jahren stehen dort Steinhäuser, und seit 50 Jahren Wolkenkratzer und schwere Betonbauten, und nun sinken die Städte ein, weil die Häuser für den Schwammboden (Schlick, Sumpf, Schlamm) zu schwer sind. Und die Grundwasserentnahme beschleunigt noch diesen Prozess. Es fehlen Stauseen, Seen und Kläranlagen an Flüssen für eine Wasserversorgung ohne Grundwasserentnahme.

Ausserdem sinken seit ca. 10 Jahren immer mehr Ortschaften in Polargebieten, wo der Permafrostboden auftaut (Russland, Kanada, Alaska, China).

Schauen wir uns die Zusammenhänge genauer an:

2. Der Fall der sinkenden Stadt Shanghai


Shanghai, die Skyline einer sinkenden
                            Stadt.
Shanghai, die Skyline einer sinkenden Stadt [1]
Auf Sumpfgebiet gebaut hält der weiche
                            Boden von Shanghai die schweren
                            Wolkenkratzer nicht mehr aus, und die
                            Grundwasserentnahme lässt die Stadt noch
                            schneller sinken.
Auf Sumpfgebiet gebaut hält der weiche Boden von Shanghai die schweren Wolkenkratzer nicht mehr aus, und die Grundwasserentnahme lässt die Stadt noch schneller sinken [2]
Die
                            Stadtteile von Shanghai auf einer Karte. Die
                            meisten Wolkenkratzer stehen in Pudong
Die Stadtteile von Shanghai auf einer Karte. Die meisten Wolkenkratzer stehen in Pudong [3]


Shanghai ist auf Schlick gebaut, wirklich nicht stabil: Hier ist der Wikipedia-Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Shanghai):
<Shanghai liegt in einem großen Delta, das der Jangtsekiang bei seiner Mündung in das Ostchinesische Meer bildet. Das gesamte Tiefland zu beiden Seiten des Stromes besteht aus dunklem, lößfreiem Alluvialboden, der von den Sedimenten des Jangtse gebildet wird. Die aus seinem Schlick aufgebaute, von Kanälen und Dämmen durchzogene Ebene des Deltas ist eines der fruchtbarsten Gebiete Chinas und gleichzeitig sein Hauptbaumwolllieferant.>

Die ARD meldete am 23. September 2005 im Teletext auf Tafel 160 mit dem Titel "Shanghai versinkt im Morast", dass die Stadt 8,7 mm pro Jahr sinkt:
<"Chinas Metropole Schanghai versinkt langsam im morastigen Untergrund. 2004 sei die 16-Millionen-Einwohner-Stadt um 8,7 Millimeter abgesackt, berichtete die Zeitung "Shanghai Daily" unter Berufung auf geologische Untersuchungen. Experten zufolge ist das Gewicht der Stadt mit ihren zahlreichen Wolkenkratzern zu hoch für den Schwemmland-Boden.

Immerhin habe sich das Sink-Tempo abgeschwächt. 2003 waren es noch 10,4 Millimeter. Sollte die Stadt jährlich 10 mm sinken, wird sie nach Expertenberechnungen in 40 Jahren auf Meeresspiegel liegen.">
Diese Meldung über das sinkende Shanghai ist keine "Eintagsfliege", sondern wird zum Beispiel von der Zeitschrift "Science" am 21. Mai 2012 mit einer Meldung mit dem Titel "Fliegend in den Untergang: Wie der Städtebau Shanghai ins Sinken bringt" (orig. Englisch: "Soaring to Sinking: How Building Up Is Bringing Shanghai Down"):
(http://science.time.com/2012/05/21/soaring-to-sinking-how-building-up-is-bringing-shanghai-down/)

Die 3 Faktoren für das Sinken von Shanghai sind 1. der weiche Boden, worauf die Stadt sinkt; 2. die Grundwasserentnahme; und 3. der ansteigende Meeresspiegel:
<Durch die Massenmigration in die Stadt, den weichen Boden und die globale Erwärmung sinkt Shanghai, und dies schon seit Jahrzehnten. Seit 1921 ist Chinas bevölkerungsreichste Stadt um über 6 Fuss gesunken.>
(orig. Englisch: <Thanks to mass urban migration, soft soil and global warming, Shanghai is sinking, and has been for decades. Since 1921, China’s most populous city has descended more than 6 ft.>
Das Meer ist schon da:
(http://science.time.com/2012/05/21/soaring-to-sinking-how-building-up-is-bringing-shanghai-down/)
<"Wenn Sie Shanghai während der Flut-Gezeit erleben, dann können Sie sehen, dass der Wasserspiegel bereits über dem Niveau der Strassen steht und nur durch eine Mauer getrennt ist", sagt Li. [...] Küstenzonen, wo die Mehrheit der chinesischen Einwanderer gesiedelt hat, sind in grosser Gefahr.>
(orig. Englisch: <"If you look at Shanghai during high tide, you can see the water level is higher than the streets but separated by the wall,” Li says. [...] He is especially worried about severe flooding in the coastal areas, where the majority of Chinese migrants have settled.>
Und einer der wichtigen Faktoren für das Sinken ist die Grundwasserentnahme:
(http://science.time.com/2012/05/21/soaring-to-sinking-how-building-up-is-bringing-shanghai-down/)
Bis ins Jahr 1900 hatte sich die Bevölkerung auf 1 Million verdreifacht. Die Menschen konsumierten mehr Grundwasser, und die obenliegende Torfschicht konnte dies nicht mehr ausgleichen, so dass das Problem des Absinkens dramatisch zunahm. Bis in die 1950er und 1960er Jahre sank die Gegend um 4 Inch (10cm) pro Jahr. Das Tempo ging nach 1963 zurück, nachdem die Regierung eine beträchtliche Anzahl Brunnen geschlossen hatte. Als weitere Massnahme begann die Regierung, Wasser in die unterirdischen Grundwasserareale zurückzupumpen. Jeden Tag verteilt Shanghai auf diese Weise 60.000 Tonnen Wasser um, über 121 Brunnen. China Daily berichete darüber. Aber auch mit diesen Massnahmen ist die Stadt seit Ende der 1950er Jahre um weitere 16 Inch [38cm] gesunken.>

(orig. Englisch: By 1900, the population had tripled to more than 1 million. People started consuming more groundwater than the overlying turf could handle, and the problem worsened dramatically. By the 1950s and early ’60s, the area started sinking 4 in. per year. The pace slowed after 1963, when the government banned a significant number of wells. To take further precaution, the government also began pumping water back into underground reservoirs. Every day, Shanghai is redirecting 60,000 tons of water through 121 wells, China Daily reported. Even with these restrictions in place, the city has descended 16 in. in the last 50 years.>)
Grundwasserentnahme und das Gewicht der Wolkenkratzer:
(http://science.time.com/2012/05/21/soaring-to-sinking-how-building-up-is-bringing-shanghai-down/)
<Der einzige Weg, das Problem zu lösen, ist die Reduktion - oder besser, der komplette Stopp der Grundwasserentnahme. Eine weitere Massnahme wäre die Reduktion der Gebäude-Dichte, so dass weniger Wolkenkratzer stehen würden, vielleicht eine unrealistische Lösung für Chinas schnell wachsende Städte.>
(orig. Englisch: <The only way to really solve the problem is to reduce — or better yet, stop — groundwater pumping. Another option is to decrease the density of buildings, which would mean fewer heavy skyscrapers, perhaps an unrealistic solution for China’s rapidly growing cities.>

Nun, zuerst waren in Shanghai natürlich alles nur Holzhäuser, wo nichts sank, aber das chinesische Grosskapital zieht dort seit Jahrzehnten im Schlammboden die  Wolkenkratzer hoch (http://de.wikipedia.org/wiki/Shanghai):
<Der historische Kern ist weitgehend Neubauten gewichen und nur noch als Touristenattraktion vorhanden, während der Bau von Wolkenkratzern bei 24-stündiger Bautätigkeit zunimmt.>
Und genau in diesem Schlammboden von Shanghai werden die höchsten Gebäude von ganz China gebaut (http://de.wikipedia.org/wiki/Shanghai):
<Die meisten Wolkenkratzer werden in Pudong errichtet, dort steht auch das Shanghai World Financial Center, das am 14. September 2007 seine Endhöhe von 492 Meter mit 101 Stockwerken erreichte. Damit ist das Gebäude höher als der daneben stehende Jin Mao Tower (421 Meter) und der Oriental Pearl Tower (468 Meter), und somit das höchste Gebäude und Bauwerk der Volksrepublik China und (nach dem Burj Khalifa und dem Taipei 101) das dritthöchste Gebäude der Welt. Derzeit (2011–2014) wird ein noch höherer Wolkenkratzer, der den Namen Shanghai Tower tragen wird, gebaut.>
Nun sinken diese Wolkenkratzer stetig und die Stadtregierung hat deswegen neue Baurichtlinien erlassen, die bei neuen Wolkenkratzern lange "Beine" vorschreiben, wie der englische Artikel von Wikipedia besagt (http://en.wikipedia.org/wiki/Shanghai):
<Die Lage der Stadt auf einem flachen Schwemmkegel bedeutete, dass neue Wolkenkratzer über tiefe Betonpfeiler verfügen müssen, damit sie nicht in den weichen Boden absinken.>
(orig. Englisch: <The city's location on the flat alluvial plain has meant that new skyscrapers must be built with deep concrete piles to stop them from sinking into the soft ground.>)

Nun, Shanghai wird im Jahre 2045 voraussichtlich auf 0 Meter über Meer liegen, irgendwie selbstverschuldet. Die Verantwortlichen wollten irgendwie ein chinesisches New York aufbauen und haben in ihrem Ehrgeiz alle Fakten über den weichen Boden ausser Acht gelassen.

Wieso nur bauen Wirtschaftsstrategen eine schwere Beton-Wolkenkratzerstadt auf Schlick? Ganz einfach: Die Strategen nehmen die Natur nicht ernst. Dabei ist der Boden von Shanghai mit einem Schlickboden für den Bau einer schweren Wolkenkratzer-Stadt absolut ungeeignet. Es sollte schnellstens eine Nachbarsmetropole auf sicherem Boden gegründet werden.

Seit den 1980er Jahren sinken in China über 50 Städte

Bis in die 1980er Jahre war Shanghai die einzige sinkende Stadt in China. Seit den 1980er Jahren aber sind es in China über 50 Städte, die alle aus denselben Gründen sinken: zu viele schwere Steingebäude und Wolkenkratzer auf weichem Boden sowie die Grundwasserentnahme (aus: Zeitschrift "Science", 21. Mai 2012: "Fliegend in den Untergang: Wie der Städtebau Shanghai ins Sinken bringt" (orig. Englisch: "Soaring to Sinking: How Building Up Is Bringing Shanghai Down") (http://science.time.com/2012/05/21/soaring-to-sinking-how-building-up-is-bringing-shanghai-down/):
<Shanghai hatte dieses Problem [des Absinkens] schon vor den 1950er Jahren, aber andere Städte waren bis Anfang der 1980er Jahre alle stabil. Aber heutzutage trifft das Schicksal einer sinkenden Stadt gleich über 50 Städte im Land, so ein Bericht von "China Geology Survey". Speziell drei Regionen haben "schwere Absenkungsprobleme", darunter die Region im Jangtse-Delta, im Becken von Fenhe- und Weihe-Fluss, sowie in der Ebene Nord-Chinas. Gemäss CCTV sank die Stadt Cangzhou, eine Stadt in der nordchinesischen Provinz Hebei, bereits um 7 Fuss. Im Jahre 2009 musste die Stadt ein dreistöckiges Haus, eine Filiale des städtischen Volks-Spitals, abreissen, weil das Erdgeschoss praktisch unter die Erde abgesunken war.>

(orig. Englisch: <Shanghai may have had this problem before the 1950s, but it didn’t start emerging in other cities until the early ’80s. Now more than 50 cities across the country face sinking problems, according to a report by the China Geology Survey. Three regions in particular have “serious land-subsidence problems,” including the Yangtze River delta area, the Fenhe River–Weihe River basin and the North China Plain. According to CCTV, Cangzhou, a city in north China’s Hebei province, has descended nearly 7 ft. In 2009, the city had to demolish a three-story building housing a branch of the city’s People’s Hospital because the first level sank so low that it fell underground.>
Die Massnahmen sind immer dieselben:
1. Man muss die Wolkenkratzer dort bauen, wo der Boden stabil ist; und:
2. Man muss eine Wasserversorgung mit Stauseen und Seen einrichten, so dass kein Grundwasser entnommen werden muss.

Eventuell muss man eine Nachbarsmetropole auf sicherem Boden bauen oder eine Nachbarstadt vergrössern.

Städte, die am Meer liegen, sind zudem vom steigenden Meeresspiegel betroffen das Grundwassers wird versalzen und sowieso ungeniessbar. Wenn eine Stadt dann auch noch unter 0 Meter liegt, dringt ausserdem Meerwasser in die Fundamente der Stadt vor (Wasserdruck) und kann eventuell den gesamten, schlammigen Untergrund auflösen. Deswegen ist es absolut wichtig, die beiden ersten Massnahmen zu realisieren, BEVOR eine Stadt dazu tendiert, auf 0 Meter zu sinken.


3. Der Fall der sinkenden Stadt Bangkok


Die Stadt
                                    Bangkok mit dem Praya-Fluss wurde
                                    auf Sumpfboden gebaut...
Die Stadt Bangkok mit dem Praya-Fluss wurde auf Sumpfboden gebaut... [4]
... und die
                                    Wolkenkratzer und die
                                    Grundwasserentnahme bringen die
                                    Stadt zum Sinken
... und die Wolkenkratzer und der hohe Verbrauch an Grundwasser bringen die Stadt zum Sinken [5]

Karte von Bangkok am Meer. Sinkt die
                            gesamte Stadt unter 0 Meter, droht das
                            Grundwasser zu versalzen.
Karte von Bangkok am Meer. Sinkt die gesamte Stadt unter 0 Meter, droht das Grundwasser zu versalzen. Und ob der Schlammboden hält, ist eine weitere Frage. Das gilt auch für Shanghai [6]

Wenn dann gleichzeitig noch Grundwasser abgezapft wird, dann sinken die Städte um so schneller. Deswegen sinkt Bangkok 5 bis 8 oder sogar 10 cm pro Jahr und Venedig "nur" ca. 2 bis 3 mm pro Jahr.

Der Wochenblitz meinte im Jahr 2012 in einer allgemein gehaltenen Meldung, es lägen neue Satellitenmessungen vor und das Absinken von Bangkok sei massiv unterschätzt worden, und ab 2020 wird Bangkok überschwemmt:
<Bangkok - Spätestens seit den unerfreulichen Ergebnissen einer wissenschaftlichen Langzeitstudie, die im Dezember 2010 bekanntgegeben wurde, steht fest, dass Thailands Hauptstadt aufgrund der fortschreitenden Bodensenkung ab 2020 damit rechnen muss, vom Meer überflutet zu werden.>

In der Meldung "Bangkok sinkt immer tiefer" von Thailand Nang Rong vom 15.8.2012 (http://www.thailand-nang-rong.info/allgemein/bangkok-sinkt-immer-tiefer/) wird klar ausgedrückt, wie Bangkok es auf 10 cm pro Jahr Absinken bringt, und einige Teile von Bangkok sind schon unter 0 m über Meer. Bangkok wurde absichtlich im Sumpfland gebaut:
<Aus strategischen Gründen, zur besseren Verteidigung gegen Feinde bauten sie die Stadt im tiefliegenden Sumpfland.>

<Aber durch die in Bangkok angesiedelte Industrie und die enorm gestiegene Einwohnerzahl wurde ständig mehr Grundwasser hochgepumpt, um den Bedarf zu decken.>

<Alle Gebäude in der versinkenden Stadt Bangkok werden auf stabilen Pfählen gebaut, auch die Hochhäuser. Die Pfähle werden in den Boden getrieben bist sie auf eine feste Tonschicht stossen. Scheinbar gibt es keine andere Möglichkeit, Industrie und Einwohner mit ausreichend Wasser zu versorgen. So werden weiterhin unvorstellbare Mengen Wasser abgepumpt [so dass die Tonschicht sinkt]. Durch das Gewicht der Bauten wird zusätzlich Wasser aus der Tonschicht gedrückt und die festen Schichten verlieren an Tragkraft.>

Gewisse Stadtteile liegen heute schon unter 0 Meter über Meer:
<Einige Stadtviertel liegen schon heute unter dem Meeresspiegel.>

<Nach neuesten Berechnungen sinkt Bangkok jährlich um zehn Zentimeter. Da Bangkok eh nur noch etwa zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, kann sich jeder ausrechnen, wann sie endgültig versinkt.>
Gemäss dem Artikel über Bangkok von Wikipedia sind die Industrien in Bangkok, die so viel Wasser vom Grundwasser abzapfen, sogar von den Behörden bewilligt:
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bangkok)
<Zahlreiche Fabriken in der Metropolregion – darunter auch in vielen Wohngebieten – dürfen eigene Brunnen zur geregelten Wasserversorgung errichten, was zu einem kontinuierlichen Absinken des Grundwasserspiegels beiträgt.>

<Der Grundwasserspiegel sinkt durch den gestiegenen Verbrauch immer schneller.>

4. Strategie in Bangkok: Grundwasserentnahme sofort stoppen - Stauseen zur Wasserversorgung anlegen - neue Metropolen auf sicherem Boden bauen

Man sollte auf jeden Fall die Grundwasserentnahme sofort stoppen, sofort express (dringend!) Stauseen für die Wasserversorgung anlegen und eine neue Metropolen auf sicherem Boden festlegen (z.B. Chonburi ausbauen) und die Bevölkerung, Betriebe und Institute auf diesen sicheren Boden verlegen, damit in ca. 10 Jahren nicht die Katastrophe eintritt, wie sie sonst mit Dauerüberschwemmungen, Seuchen, Dysfunktion der Kanalisation und Massenflucht eintritt - denn dann müssen alle auf einmal gehen.

Die Betriebe sollten auf sicheren Boden verlegt werden und sollten eine Wasserversorgung "von oben" erhalten, also von Stauseen oder Speicherseen oder von Flüssen, damit das Grundwasser nicht angetastet werden muss.

So, und jetzt muss da niemand wütend sein, sondern sinkende Städte haben wirklich einfach Pech, wirklich Pech. Im Falle von Shanghai weiss man es, und im Falle von Bangkok weiss man es schon 20 Jahre lang. Es scheint nur eigenartig, dass noch niemand dieses weltweite Prinzip gefunden hat, die Städte zu verlegen und dann besten Landwirtschaftsboden zu gewinnen.

5. Bei 0 Meter über Meer erfolgt auch die Versalzung des Grundwassers

Wenn eine Stadt komplett auf 0 Meter über Meer sinkt, drohen nicht nur die Überschwemmungen und die Dysfunktion der Kanalisation und Seuchen und Massenflucht, sondern das Grundwasser droht dann auch noch zu versalzen. Auf verschiedenen Inselgruppen in Mikronesien in der Südsee ist das Grundwasser bereits versalzen und ungeniessbar geworden, wie der Artikel "Steigende Meeresspiegel versalzen das Grundwasser" klar schildert:
(http://www.dw.de/steigende-meeresspiegel-versalzen-das-grundwasser/a-5463581)
<Inselgruppen wie Mikronesien drohen in den steigenden Weltmeeren zu versinken. Die Vorboten der Bedrohung sind schon heute spürbar: Das Grundwasser versalzt und das Trinkwasser wird knapp. [...] Durch die steigenden Meere mischt sich Salzwasser ins Grundwasser. Die Trinkwasser-Vorräte werden so ungenießbar und die landwirtschaftliche Bewässerung immer schwieriger. Die Böden versalzen und sind damit oft auf Jahre unbrauchbar.>
Wie ist denn dieses Grundwasser überhaupt entstanden? Und wie geht das mit dem Wasser im Boden, das man nicht sieht?

Die Erde besteht nicht nur aus Gestein und Sand, sondern auch aus Höhlen und unterirdischen Kanälen. In diesen unterirdischen, zum Teil riesigen Höhlen sammelt sich nach dem Regen das durchsickernde Wasser an, das durch den durchlässigen Boden sickert, vor allem während Überschwemungen von Wiesen und Feldern. Diese mit Wasser gefüllten Höhlen nennt man "Grundwasser". Wenn der Boden durchlässig bleibt, dann füllen der Regen oder Überschwemmungen das Grundwasser immer wieder auf. Es kann auch sein, dass sich durch natürliche, unterirdische Kanäle das Grundwasser wieder auffüllt.

Wenn der Mensch nun Städte baut und mehr Grundwasser entnimmt als Regenwasser, Wasser durch Überschwemmungen oder unterirdisches Wasser nachkommt, dann sinkt der Grundwasserspiegel.  Ist der Boden mit Häusern und Strassen bebaut und hat keine Rasenflächen oder Wiesen mehr, so kann kein Regenwasser mehr durchsickern und der Grundwasserspiegel sinkt noch schneller. Ist der weiche Boden mit Wolkenkratzern und anderen schweren Betonbauten bebaut, dann sinkt der weiche Boden MIT DEM GRUNDWASSERSPIEGEL - und die Stadt sinkt dann sehr schnell. Dieser Prozess ist scheinbar in den Schulbüchern der Welt bis heute kaum oder gar nicht dargestellt worden, und deswegen weiss die Politik vor allem in Asien scheinbar das nicht. Und die Politik in Asien hat dieses Problem auch nie gross publiziert, weil die Menschen in Asien gemäss der asiatischen Mentalität erzogen sind, nicht über Probleme zu sprechen.

Wenn an Orten ohne Regen - zum Beispiel in der Wüste - Grundwasser entnommen wird, dann sinkt der Grundwasserspiegel ebenfalls, wenn das Grundwasser nicht durch natürliche, unterirdische Kanäle wieder aufgefüllt wird.

Und wenn nun eine Stadt am Meer mit ihrem Grundwasser auf unter 0 Meter sinkt, dann dringt das Meerwasser ins Grundwasser vor und versalzt das Grundwasser.

Man muss also mit allen Mitteln die Entnahme von Grundwasser verhindern, indem man andere Systeme für die Wasserversorgung grosser Städte und Industrien einrichtet: Seen, Stauseen oder die Wasserentnahme mit Kläranlagen an Flüssen. In Europa wurde dies grösstenteils gemacht, in Asien noch nicht. In arabischen Gebieten wurden zum Teil am Meer Wasserentsalzungsanlagen installiert, um das Grundwasser nicht weiter zu verbrauchen. Eine Wasserentsalzungsanlage ist nichts weiter als eine Kläranlage, die in riesigen Mengen aus Meerwasser das Salz entfernt und so Trinkwasser herstellt.


6. Die Historiker haben sich scheinbar NIE für sinkende Städte, für die Gründe und für Gegenstrategien interessiert

Scheinbar hat sich vor meiner Anwesenheit in Thailand noch NIE ein Historiker für diese Thematik der untergehenden Städte richtig interessiert und hat dieses Prinzip der sinkenden Steinhäuser auf Schlammboden noch nie richtig untersucht und eine Lösung propagiert. Das heisst: Scheinbar haben die europäischen Historiker, die eigentlich alle im analytischen Denken sehr begabt sein sollten, die Bevölkerungen der sinkenden Städte NIE richtig ernst genommen. Sie haben nie getüftelt und nach Lösungen gesucht, sondern sie sind aus Mexiko, Shanghai oder Bangkok oder Venedig immer schnell wieder abgereist...


36 Strategeme: Es fehlt Strategema Nr. 37: "Auf sicheren Boden wechseln - oder die Wasserzufuhr von aussen herstellen"

In China existieren die "36 Strategeme", die dem General Tan Daoji zugeschrieben werden. Das sind grundlegende, militärische Taktiken. Aber eine Taktik gegen sinkende Städte fehlt. Ich schlussfolgere also, hier fehlt ein Strategema Nr. 37 "Auf sicheren Boden wechseln - oder die Wasserzufuhr von aussen herstellen":

"Strategema Nr. 37: Wenn eine Stadt wegen zu viel Grundwasserentnahme sinkt, dann steht die Stadt auf einer Tonschicht und das Land ist für grosse Städte nicht geeignet und die Bevölkerung muss je nach Bedarf auf sicheren Boden umgesiedelt werden, bis die Stadt nicht mehr sinkt - oder das Trinkwasser und Industriewasser muss aus anderen Regionen oder aus Oberflächengewässern kommen, die sauberzuhalten sind."

Scheinbar fehlt dieses Wissen in der chinesischen Bevölkerung und in den chinesischen Generalstäben. Man könnte also dieses Strategema als Nr. 37 hinzufügen. Im Falle von Peking wird ja bereits ein halber Fluss umgeleitet, aber dann bleiben noch 49 sinkende Städte...

Dasselbe gilt für Bangkok in Thailand.

"Auf sicheren Boden wechseln" oder "die Wasserzufuhr von aussen herstellen" ist bei sinkenden Städten eine wichtige Strategie, Unglück zu vermeiden.


Frühere Zeiten: Leichte Holzhäuser und abgekochtes Flusswasser als Trinkwasser

Zu Zeiten von General Tan Daoji gab es noch keine sinkenden Städte, weil das damals meistens noch leichte Holzhäuser waren und das Grundwasser noch in Ruhe gelassen wurde. Das Flusswasser war nach dem Abkochen das Trinkwasser - was heute in China leider nicht mehr möglich ist. Die Strategen meinten, Industrialisierung geht ohne Kläranlagen, sie lassen das Grundwasser abpumpen, und nun sinken 50 Städte...


7. Venedig


Venedig mit
                                      Brücke und Gondel
Venedig mit Brücke und Gondel [7]
Venedig mit
                                      Anlegestelle, Häusern und Kanal
Venedig mit Anlegestelle, Häusern und Kanal [8]


Karte der Lagune von
                              Venedig mit Venedig und weiteren
                              besiedelten Inseln
Karte der Lagune von Venedig mit Venedig und weiteren besiedelten Inseln [9]


Venedig sinkt
-- 1 bis 2 mm pro Jahr (so der Artikel "Venedig sinkt weiter" der Süddeutschen Zeitung vom 22. März 2012:
(http://www.sueddeutsche.de/wissen/steigende-meeresspiegel-venedig-sinkt-weiter-1.1315251)
<Die Sinkgeschwindigkeit beträgt ein bis zwei Millimeter pro Jahr, schließen Geophysiker aus Satellitendaten der Jahre 2001 bis 2011.>

-- 3 mm pro Jahr bzw. 30 cm in 100 Jahren (so der Artikel "Venedig sinkt schneller als bisher befürchtet" der Welt vom 20. Oktober 1999):
(http://www.welt.de/print-welt/article594059/Venedig-sinkt-schneller-als-bisher-befuerchtet.html)
<Fundamente sind in 100 Jahren um 30 Zentimeter abgesackt.>

-- 3 to 5 mm each year (so pro Jahr (so der Artikel von "Könige" vom Oktober 1993
(http://www.koenige.org/1993/venezia/)
<Früher sank Venedig durchschnittlich zwei Millimeter pro Jahr, heute sind es drei bis fünf Millimeter, in Alt-Venedig sogar bis zu sechs Millimeter.>

Warum das?

Ein Teil geht auf Kosten des angestiegenen Meeresspiegels:
<Ein wenig steigt aber auch heute schon das Meer an. In den letzten 100 Jahren so zwischen 10 und 20 cm. Und es steigt immer schneller an. So waren es in den letzten 10 Jahren schon ungefähr 3 cm. Nur hat das mit dem Eis noch wenig zu tun. Der Hauptgrund liegt darin, dass sich das Wasser der Ozeane erwärmt hat. Zuerst wird zwar die Atmosphäre durch die Treibhausgase wärmer. Langsam aber gibt diese die Wärme auch an das Wasser der Meere ab. Und wenn Wasser wärmer wird, dehnt es sich aus wie jeder Körper. >
(http://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Meeresspiegelanstieg_%28einfach%29)
Und der andere Teil?

Venedig liegt in einer Lagune. Ursprünglich befanden sich die Bewohner in der Hafenstadt Chioggia, die aber immer wieder geplündert wurde. Die Bewohner zogen sich daraufhin auf eine Insel in der Lagune zurück.
(http://www.sightsofeurope.de/04Italien/Chioggia/Chioggia.htm)

Venedig besteht aus etwa 120 Inseln in einer grossen Lagune, und der Boden ist nur Watt und Marschland:
<Die Siedlungen, aus denen Venedig entstand, liegen auf Schwemmland, das nacheiszeitliche Flüsse hervorbrachten. Die in deren Mündungsgebiet entstandene Lagune umfasst eine Fläche von rund 550 km² und wird von rund 60 km langen Sandbänken gegen die Adria abgegrenzt. Nur etwa drei Prozent dieser Fläche bedecken Inseln, der Rest besteht aus Watt- und Marschland.>
(https://de.wikipedia.org/wiki/Venedig)

Unter dem Schlamm und Watt ist eine harte Tonschicht, auf der man Pfähle aufsetzen kann:
<Die Orte der Lagune wurden auf Millionen von Holzpfählen errichtet, die man in den Untergrund rammte. Man hatte früh entdeckt, dass sich unter der Schlammablagerung fester Lehmboden, der Caranto (spätlat. caris, Fels) befand, und dass sich auf Pfählen, die man in diese Schicht hineinrammte, Gebäude errichten ließen. Auf dieser ersten Ebene ruhte der so genannte Zattaron, eine Art Ponton aus zwei Schichten von Lärchenbohlen, die mit Backsteinen befestigt wurden. Auf den Zattaron stützen sich die Grundmauern und schließlich das oberirdische Mauerwerk. Die Bauten selbst wurden, um Gewicht zu sparen, aus leichten, hohlen Tonziegeln, den mattoni, erbaut.>
(https://de.wikipedia.org/wiki/Venedig)

Anfangs waren es Holzhäuser, und dann erst waren es Steinhäuser:
<Die Menschen flohen vor den Langobarden und den Hunnen ins venetische Sumpfgebiet. Vor allem waren es die Abkömmlinge römischer Senatoren, die sich ob der Unwegbarkeit dort sicher fühlten. Es gab über 100 Inseln, größere und kleine, auf denen anfangs Holzhütten gebaut wurden, ab dem 11. Jahrhundert begann man mit Stein- und Ziegelbauten. [...] Da diese Baumstämme immer unter Wasser sind, wurden sie im Laufe der Jahrhunderte hart wie Stein.>
(http://www.gutefrage.net/frage/wie-ist-venedig-entstanden-sind-die-haeuser-gebaut-worden-als-ringsrum-noch-kein-wasser-war)

Die Grundwasserentnahme ist massiv und dadurch sinkt die Stadt:

Der englische Wikipedia-Artikel "Venice" (http://en.wikipedia.org/wiki/Venice) gibt an, seit in den 1960er Jahren die artesischen Brunnen in Venedig verboten worden seien [die aus dem Grundwasser gespiesen wurden], habe sich der Sinkvorgang in Venedig erheblich verlangsamt:
<Der Sinkvorgang hat sich erheblich verlangsamt, seit die artesischen Brunnen in den 1960er Jahren verboten wurden.>
(orig. Englisch: <The sinking has slowed markedly since artesian wells were banned in the 1960s.>)

Ausserdem wird an der Lagune generell manipuliert:
<Das Strömungsverhalten von Ebbe und Flut wurde zusätzlich durch das Ausbaggern tiefer Fahrrinnen für die Überseeschiffe, die den Hafen von Marghera ansteuern, ungünstig beeinflusst, so dass Fundamente unterspült wurden. Schließlich sind Wohnungen in der Altstadt erheblich teurer als auf dem Festland und daher vielfach unbewohnt.>
(https://de.wikipedia.org/wiki/Venedig)

Und ausserdem steigt der Meeresspiegel. Was ist zu tun?

Rettung von Venedig: Grundwasserentnahme auf 0 reduzieren - Wasserversorgung mit Seen und Kläranlagen - Hausbauten reduzieren
Grosse Steinbauten sind auf einer Tonschicht ungeeignet, und dem steigenden Meeresspiegel wird Venedig nicht gewachsen sein. In Venedig sollten alle Wohnhäuser durch Holzhäuser ersetzt werden, oder man sollte die Wohnhäuser zumindest auf ein Stockwerk begrenzen, um den die Tonschicht unter Venedig zu entlasten. Die Grundwasserentnahme muss auf 0 reduziert werden. Die repräsentativen Bauten können bleiben. Dies sollte ausreichen, um das weitere Absinken des Bodens zu verhindern. Es kann sein, dass sich dann der Boden sogar wieder hebt. Oder man baut schwimmende Häuser, die an Pfählen befestigt sind.

Was sind denn das für Zustände in Venedig? Eine Kanalisation gibt es nicht (2013) sondern ist erst im Bau. Aber die Entnahme des Grundwassers findet bis heute (2013) kein Ende und Venedig sinkt deswegen weiter. Das Schleusensystem der italienischen Regierung an der Lagune wird alle Meeresströmungen in der Lagune blockieren und die Lagune massiv verändern oder verlanden lassen. Und wenn das Schleusensystem den Wasserspiegel zu sehr absenkt, kommen die Baumstämme zum Vorschein und faulen mit der Reaktion von Sauerstoff an der Luft (http://www.dumontreise.de/artikel/stirbt_venedig.htm).

Es gibt also für Venedig nichts anderes als
-- die Grundwasserentnahme auf 0 zu reduzieren
-- eine Wasserversorgung mit Stauseen, Seen oder Kläranlagen an Flüssen aufzubauen, oder Wasserentsalzungsanlagen
-- leichtere Wohnhäuser (Holzhäuser) hinzustellen oder alle steinernen Wohnhäuser auf ein Stockwerk zu reduzieren.


8. Der Fall von Mexiko-Stadt



Mexiko-Stadt
                                      mit Wolkenkratzern
Mexiko-Stadt mit Wolkenkratzern [10]
Die
                                      Schlammebene des ehemaligen
                                      grossen Sees ist vollständig
                                      zugebaut und der Boden sinkt durch
                                      das Gewicht der Häuser und die
                                      Grundwasserentnahme
Die Schlammebene des ehemaligen grossen Sees ist vollständig zugebaut und der Boden sinkt durch das Gewicht der Häuser und die Grundwasserentnahme [11]



Karte von
                              Mexiko-Stadt, eine (unregelmässig!)
                              sinkende Stadt im Morast eines
                              trockengelegten Sees
Karte von Mexiko-Stadt, eine (unregelmässig!) sinkende Stadt im Morast eines trockengelegten Sees [12]


Und in Mexiko-City ?

Wikipedia sagt im Artikel über Mexiko-Stadt (http://de.wikipedia.org/wiki/Mexiko-Stadt):
<Wie zahlreiche andere Gebäude der Stadt versinkt auch die Kathedrale langsam im sumpfigen Boden.>

Der Sumpfboden von Mexiko-City verträgt scheinbar auch nur Holzhäuser.

Aber auch in Mexiko-Stadt wird das Grundwasser reduziert, wodurch der gesamte Boden von Mexiko-Stadt immer mehr einsinkt:
(http://en.wikipedia.org/wiki/Mexico_City)
<Mexiko-Stadt ist durch übermässige Grundwasserentnahme auch eine sinkende Stadt. [...] Dieser Sinkprozess erzeugt grosse Probleme bei der Kanalisation und beim Abwassersystem bis zum Erzeugen von Überschwemmungen, speziell während der Regenzeit. Das gesamte Seebecken ist inzwischen asphaltiert.>
(orig. Englisch: <as well as a sinking city due to overextraction of groundwater, groundwater-related subsidence.) [...] This sinking is causing problems with runoff and wastewater management, leading to flooding problems, especially during the rainy season.The entire lake bed is now paved over.>)

Also spricht auch im Falle von Mexiko City alles dafür, eine Nachbarsmetropole auf sicherem Boden anzulegen oder bestehende Nachbarstädte auszubauen und den Boden von Mexiko-Stadt zum grossen Teil in eine fruchtbare Landwirtschaftszone umzuwandeln.


9  Das historische Prinzip der Schwammböden - Nachbarsmetropole errichten - Schlammböden für fruchtbare Landwirtschaftszone

Die sinkenden Städte sind also ein historisches Prinzip: Zuerst waren es nur Holzhäuser auf Schwemmland oder Sumpf, und nun verträgt der weiche Boden die schweren Steinhäuser und Wolkenkratzer nicht, und die Entnahme von Grundwasser fördert ausserdem den Sinkprozess. Und man kann von Glück sprechen, dass es nicht noch mehr Städte trifft. Man muss die Verlagerung der Stadt auf sicheren Boden umsetzen, die Wasserversorgung aus den Bergen sichern und kann auf dem Schlammboden eine sehr fruchtbare (!!!) Landwirtschaftszone anlegen (Mineralien!). Dann kommt die Katastrophe sicher nicht. Da Bangkok aber eine tropische Monsun-Regenzeit hat und Teile von Bangkok schon unter 0 Meter liegen und gleichzeitig die Regenmengen durch den Klimawandel immer weiter steigen, weil bei höheren Temperaturen die Wolken mehr Wasser aufnehmen, sind die Teile von Bangkok unter 0 m schon absolut gefährdet und sollten eigentlich schon geräumt sein. Und auch Shanghai liegt in einer tropischen Monsun-Klimazone. Auch Shanghai sollte mit der Räumung beginnen und eine Nachbarsmetropole auf festem Boden aufbauen.

In diesem Fall der sinkenden Städte haben die Historiker generell "geschlafen", weil sie sinkende Städte einfach nie beachteten und die Politik mit der Stadt alleine liessen. Aber ich schlafe nicht.


Und da ist noch etwas: Es versinken nämlich noch mehr Ortschaften:

10. Polargebiete (vor allem Russland, Kanada, Alaska und China): Auftauender Permafrostboden bringt neuen Sumpf und versinkende Dörfer



Auftauender Permafrost und die schlimmen Auswirkungen



Permafrost getaut:
                              Haus mit Rissen in Chersky, Russland
Permafrost getaut: Haus mit Rissen in Chersky, Russland [14]
Permafrost getaut:
                              Deformiertes Haus in Sibirien
Permafrost getaut: Deformiertes Haus in Sibirien [15]
Karte mit den
                              Permafrostgebieten auf der Nordhalbkugel
Karte mit den Permafrostgebieten auf der Nordhalbkugel [16]. Dort taut der Boden auf [16]



Permafrost getaut:
                              Sinkendes Postgebäude in Wiseman, Alaska,
                              "USA"
Permafrost getaut: Sinkendes Postgebäude in Wiseman, Alaska, "USA" [17]
Permafrost getaut:
                              Versinkendes Haus in Irkutsk, Russland
Permafrost getaut: Versinkendes Haus in Irkutsk, Russland [18]
Permafrost getaut:
                              Schiefes Haus in Dawson, Yukon, Kanada,
                              das ehemalige Flora Dora Hotel
Permafrost getaut: Schiefes Haus in Dawson, Yukon, Kanada, das ehemalige Flora Dora Hotel [19]



Permafrost getaut:
                              Gekipptes Haus durch Flusserosion, wenn
                              der Fluss den aufgetauten Boden
                              wegerodiert hat, Shishmaref, Alaska,
                              "USA"
Permafrost getaut: Gekipptes Haus durch Flusserosion, wenn der Fluss den aufgetauten Boden wegerodiert hat, Shishmaref, Alaska, "USA" [20]



Ein Schlammboden kann auch "von der anderen Seite" her erzeugt werden, zum Beispiel, wenn durch den Klimawandel der Permafrostboden auftaut. Diejenigen Dörfer und Städte, die in einem Klima von dauerhaft unter 0 Grad gebaut wurden, sind nun existenziell bedroht, wenn sich der aufgetaute Boden zu Schlamm verwandelt und die Häuser dann versinken. Über den Norden Russlands (Sibirien) mit auftauendem Permafrostboden berichtet der Spiegel am 21. November 2012 im Artikel "Tauender Permafrost: Städten des Nordens droht der Schlammtod":
(http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/polarforscher-entwickeln-datenbank-fuer-permafrost-boeden-a-867490.html)
<So liegt beispielsweise die russische Großstadt Jakutsk vollständig auf Permafrost. Die meisten Häuser stehen auf Betonpfeilern, damit der Boden darunter nicht von der abgestrahlten Wärme aufgetaut wird. "Wenn der Permafrost in solchen Gegenden taut, wird der Untergrund matschig und die Häuser vieler Menschen wären einsturzgefährdet. Auch die Infrastruktur bekäme direkte Auswirkungen zu spüren", sagt Lantuit.>

Versinkende Dörfer gibt es in Russland bereits viele, und die junge Generation hat sich jeweils von diesen Dörfern abgewandt, wie der folgende Reisebericht zeigt:
(http://www.tlc-exped.net/R25Russland.html)
<Russland im Frühling: das war für uns eine nicht endenwollende Fahrt auf meist miserablen Teerstrassen durch weite eintönige Landschaften, die nur allmählich ihren Charakter veränderten. Riesige Felder, verdorrte und von Schmelzwasser überschwemmte Wiesen, verborgene Sümpfe, die man zur Nachtplatzsuche tunlichst meidet, helle Birkenwälder, noch unbelaubt, die man irgendwann einfach nicht mehr ausstehen kann, finstere dunkle Taiga, harmonische grüne Wiesenhügel in Burjatien und dann die Idylle des Baikal Sees. Und immer wieder armselige, im Schlamm versinkende Dörfer, in denen es nur noch Alte zu geben schien. Wo es ausser einem sauren russischen Brot und Coca Cola und Fanta nichts zu kaufen gab. Die Jungen hingegen sind schon lange geflüchtet.>

Wenn die Erderwärmung so weitergeht, schmelzen bis ins Jahr 2200 zwei Drittel der Permafrostböden, so die Zeitung "Die Welt" im Artikel "Zwei Drittel der Permafrostböden schmelzen bis 2200" vom 17. Februar 2011
(http://www.welt.de/wissenschaft/article12576021/Zwei-Drittel-der-Permafrostboeden-schmelzen-bis-2200.html)
<US-Forscher haben mit neuesten Berechnungen zur weltweiten Eisschmelze bisher gültige Klimaschutzziele in Frage gestellt. Der Studie der University of Colorado zufolge werden im Jahr 2200 bis zu zwei Drittel der Permafrostböden der Welt geschmolzen sein.>

Permafrostböden bestehen in der gesamten Polarregion, nicht nur Russland, sondern auch Alaska, Kanada, Grönland und auch noch Teile der Mongolei sind vom auftauenden Permafrostboden betroffen (http://de.wikipedia.org/wiki/Permafrostboden)
<20 bis 25 % der Landflächen der Erde sind Permafrostböden, wobei Grönland zu 99 %, Alaska zu 80 %, Russland zu 50 %, Kanada zu 40 bis 50 % und China bis zu 20 % aus Permafrostböden bestehen. [...] Geographisch gesehen handelt es sich um große Teile Nordkanadas, Alaskas, Grönlands und Ostsibiriens. Nach Süden reichen einige Permafrostgebiete bis in die Mongolei.>

11. Schlussfolgerung für sinkende Städte und Ortschaften: Rasches und richtiges Handeln ist gefragt: Nachbarmetropolen auf sicherem Grund bauen, sichere Trinkwasserversorgung mit Stauseen und Speicherseen einrichten etc.

Wir sehen, sinkende Städte und Ortschaften sind KEIN Einzelfall, sondern das ist ein weltweites Phänomen und rasches handeln ist gefragt, denn es muss unbedingt das Versalzen des Grundwassers verhindert werden. Es gibt nichts anderes, als sinkende Ortschaften und Städte auf sicherem Boden wieder aufzubauen oder bestehende Nachbarstädte auszubauen und alles zu unterlassen, was zu einem sinkenden Boden beiträgt. Da darf sich niemand entmutigen lassen, sondern energische und resolute Schritte in Richtung eines sicheren Bodens sind gefragt:

-- alle Grundwasserentnahmen stoppen
-- eine Wasserversorgung mit Stauseen und Speicherseen und mit Kläranlagen an Flüssen anlegen, und in trockenen Regionen am Meer auch mit Entsalzungsanlagen, und alle Gewässer sollten sauber gehalten werden
-- Industrien, die Grundwasser verbrauchen, müssen an wasserreiche Orte mit Seen und Flüssen verlegt werden, damit das Grundwasser unangetastet bleibt
-- die betroffenen Bevölkerungen auf sichere Böden bringen, effiziente Siedlungen auf sicheren Böden bauen oder benachbarte Siedlungen ausbauen, Dächer mit Fachdach, so dass man weitere Stockwerke draufbauen kann
-- in der betroffenen Schlammbodenzone alle schweren Häuser abreissen, um den weichen Boden und Tonschichten zu entlasten
-- den Schlammboden zur Landwirtschaftszone (ist sehr fruchtbar, weil mineralienhaltig!)
-- generell sollten Wolkenkratzer NIE am Flussufer oder am Strand gebaut werden

-- Sumpfboden, Schwemmkegel-Boden, Seeschlamm-Boden oder Schlammboden ist für schwere Steinhäuser nicht geschaffen
-- auf solchem "Schwamm"-Boden sollte man wirklich nur Holzhäuser bauen, und nur jedes 100. Haus sollte ein Steinhaus sein.
-- die Holzhäuser sollten dabei nicht dicht beieinander stehen, um Feuersbrünste möglichst zu verhindern.

Was passiert, wenn nichts geschieht und die Städte komplett auf 0 Meter über Meer sinken:
-- Versalzung des Grundwassers (bei Städten am Meer)
-- dauerhafte Überschwemmungen, eventuell entstehen grosse Seen
-- die Kanalisation funktioniert nicht mehr, Fäkalien treiben herum und wenn das Grundwasser verseucht wird, dann breiten sich die Seuchen rasant aus
-- Seuchengefahr (Ruhr, Typhus)
-- planlose Massenflucht, wenn alle auf einmal flüchten wollen.

Oder will man für 10 Millionen Menschen im Monsun-Regen Flüchtlingslager einrichten? Das geht wohl nicht!

Und vom auftauenden Permafrost kann man nur wegrennen, bis sich dort in einem wärmeren Klima eine feste Erdschicht gebildet hat. Das dauert schätzungsweise ca. 200 bis 500 Jahre. Was Russland anbelangt wurden die Menschen von Stalins Terror in den Permafrost geschickt, dort zu leben. Diese Flucht kann also nur mehr Leben bedeuten!

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Zusatzinformationen

Auch Jakarta versinkt - und auch dort kann der Fluss nicht aufwärts fliessen...

Indonesien 20.11.2014: Jakarta sinkt bis zu 5cm pro Jahr: <Ein Riesendamm soll Jakarta vor Fluten schützen>

aus: Tagesanzeiger online; 20.11.2014;
http://bazonline.ch/wissen/technik/Ein-Riesendamm-soll-Jakarta-vor-Fluten-schuetzen-/story/13935009

<Bis zu fünfzehn Zentimeter sinkt Jakarta jährlich ab. Die indonesische Hauptstadt droht dereinst im Meer zu versinken. Ein gigantisches Bauvorhaben soll dies verhindern.

Ü
ber eine Woche stand Jakarta im Januar 2013 unter Wasser. Zehntausende Anwohner mussten während dieser Zeit evakuiert werden, fast fünfzig Menschen starben. Es war eine der verheerendsten Fluten, welche die Stadt je heimgesucht hatten – bei weitem aber nicht die einzige. Teile der indonesischen Hauptstadt stehen jedes Jahr mehrere Male unter Wasser. Meist dann, wenn die Kanalisation die grossen Regenmengen nicht mehr schlucken kann und gleichzeitig starke Gezeiten vom Meer her in die Stadt drücken.

Jakarta gehört zu jenen Städten, die am stärksten vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind. 240 Quadratkilometer der 30-Millionen-Metropole liegen unter Meereslevel. Jedes Jahr sinkt die Stadt zwischen sieben und fünfzehn Zentimeter ab.

Anfang Oktober hat die indonesische Regierung nun das Startzeichen für ein gigantisches Projekt gegeben, mit welchem Jakarta künftig vor Fluten geschützt werden soll. Vor der Nordküste der Stadt wird in den nächsten Jahren der Giant Sea Wall entstehen. Die 32 Kilometer lange Barriere soll die Metropole vor dem steigenden Meeresspiegel schützen. Laut «Jakarta Post» wird das Bauwerk 75 Meter hoch und fast 14 Meter breit werden.

17 künstliche Inseln und ein Riesenvogel

Wie Bloomberg berichtet, handelt es sich beim Bauvorhaben um ein regelrechtes Küstenentwicklungsprojekt. Durch Landrückgewinnung soll anschliessend an den Schutzwall eine riesige Insel in Form des mythischen Vogels Garuda, des indonesischen Nationalsymbols, entstehen. Zusätzlich werden weitere 17 künstliche Inseln gebaut.

Das ganze Projekt soll 40 Milliarden US-Dollar kosten. Der Staat Indonesien und die Stadt Jakarta werden die ersten acht Kilometer des Walls bauen. Die restlichen 24 Kilometer sollen Investoren bis 2030 errichten. Im Gegenzug erhalten diese das Recht, auf den neuen Inseln zu bauen. Auf dem neu gewonnenen Land sollen einst bis zu zwei Millionen Menschen leben. Die neuen Stadtteile werden durch Autobahnen und Tramsystemen verbunden.

Kritik von allen Seiten

Das gigantische Unterfangen ist nicht ohne Kritiker. Das Projekt diene primär Grossinvestoren und der Immobilienbranche, heisst es aus Teilen der Bevölkerung. Die Fischer wiederum fürchten, die jahrelangen Bauarbeiten könnten die Fischgründe vor Jakartas Küste zerstören. Andere kritisieren schliesslich, der Giant Sea Wall löse das Problem der ungenügenden Kanalisation nicht; sei diese nicht genügend ausgebaut, werde Jakarta auch künftig bei starken Regenfällen überflutet. (kpn)>

[Schlussendlich kann ein Fluss nicht aufwärts fliessen und auch dort wird ein See entstehen, wenn Jakarta unter 0m zu liegen komme...]


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Fotoquellen

[1] Shanghai, Skyline: http://wikitravel.org/de/Shanghai
[2] Shanghai voller Wolkenkratzer: http://www.itcmchina.com/article.php?article_id=2949
[3] Shanghai, Karte mit den Stadtteilen: http://de.wikipedia.org/wiki/Shanghai
[4] Bangkok mit Fluss Praya: http://www.zoover.de/thailand/thailand/bangkok/wetter
[5] Bangkok voller Wolkenkratzer: http://de.123rf.com/photo_9583388_blick-ber-bangkok-skyline-zeigt-b-rohauser-und-kondominien.html
[6] Bangkok, Karte mit den Stadtteilen: http://67-20-109-184.bluehost.com/Links_Pages_hotel-travel.com.htm
[7] Venedig mit Brücke und Gondel: http://www.enfocado.com/?foto=119
[8] Venedig, Schiffsanlegestelle, Häuser und Kanal: http://www.panoramio.com/photo/17895253
[9] Venedig, Karte mit Lagune: http://www.sightsofeurope.de/04Italien/Chioggia/03html/Chioggia01.htm
[10] Mexiko-Stadt mit Wolkenkratzern: http://www.scientificamerican.com/blog/post.cfm?id=mexico-city-develops-health-care-pl-2009-07-31
[11] Mexiko-Stadt, die vollgebaute Ebene: http://mlbreports.com/2012/03/18/mlbinmexico/
[12] Mexiko-Stadt, Karte: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Location_map_Mexico_City.png
[13] Sumpf Aapa mire, Finnland: http://www.schoepfung.eu/landschaften-pflanzenwelt/flachland/sumpf.htm
[14] getauter Permafrost, Haus mit Rissen, Chersky, Russland: http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_14.html
[15] getauter Permafrost, deformiertes Haus, Sibirien: http://blog.goethe.de/klimablog/index.php?archives/56-Default.html&serendipity[lang_selected]=default
[16] Karte der Permafrostgebiete auf der Nordhalbkugel: http://www.klimanotizen.de/html/newsletter_14.html
[17] getauter Permafrost, sinkendes Postgebäude von Wiseman in Alaska: http://hannahgoesfishing.blogspot.com/2010_06_01_archive.html
[18] getauter Permafrost, sinkendes Haus in Irkutsk, Russland: http://onebigtraintrip.wordpress.com/2012/08/12/irkutsk-and-the-sinking-house/
[19] getauter Permafrost, schiefes Flora Dora Hotel in Dawson, Yukon, Kanada: http://www.worldisround.com/articles/171079/photo23.html
[20] getauter Permafrost, gekipptes Haus in Shishmaref, Alaska, "USA": http://motherboard.vice.com/read/climate-change-will-knock-your-house-over



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