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Der Ölschaden der "Zivilisation" (Teil 1)

Die Umweltschäden durch die Erdölförderungen sind nicht abschätzbar, und auch die Krankheiten und die Todesopfer und die toten Tiere nicht, die durch die Ölförderung und durch Öl-Havarien entstehen

Also: Eigentlich müsste man die Ölförderung verbieten, und der Transport von Öl auf dem Wasserweg in Tankern und Bohrplattformen auf hoher See müssten sofort total verboten werden...


Aus
                          dem Bohrloch der "Deepwater Horizon"
                          sprudelt Öl, Unterwasser-Foto vom 26.5.2010  3.6.2010: Das BP-Öl erreicht die ersten
                          Strände von Florida$  Golf
                          von Mexiko 2010, ölverschmierter Pelikan  BP hochkriminell, Logo
Und nicht nur BP ist hochkriminell - dabei hat BP doch eine Solarfirma, aber das ist nur Fassade...

Meldungen

präsentiert von Michael Palomino

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20 minuten online, Logo

Schwere Unfälle mit Todesopfern und Öl-Havarien durch Unfälle mit  Öl-Bohrinseln. Chronologie

Wie man sieht, ist die Ölförderung auf Öl-Bohrinseln im Meer sehr, sehr gefährlich. Das hält die Industrie aber nicht davon ab, diese "Technik" weiter anzuwenden, und die Regierungen erlauben die Ölförderung im Meer mit Öl-"Bohrinseln" weiterhin. Es müsste eher heissen Öl-"Schleuderinsel". Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Vor der Küste Louisianas: Bohrinsel gesunken - Öl strömt ins Meer; 23.4.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/28795989

<27. März 1980: Im Sturm bricht einer der fünf schwimmenden Ponton- Pfeiler der norwegischen Versorgungsinsel «Alexander Kielland» im Ekofisk-Feld in der Nordsee. Die Insel diente als schwimmendes Hotel für die Mannschaft der Bohrinsel «Edda». Von den 212 Mann an Bord können 123 nicht gerettet werden. 75 werden tot geborgen, 48 bleiben vermisst. (sda) Transocean bestätigte das Unglück am Donnerstagabend. Der Grund für das Feuer sei nach wie vor unbekannt. Es brach ausgerechnet am «Tag der Erde» aus. Nach der Explosion brannte die Plattform zwei Tage lang wie eine riesige Fackel, über hundert Meter stachen die Flammen in den Himmel. Alle Löschversuche scheiterten.>

<15. Februar 1982: Im Atlantik vor Neufundland (Kanada) kentert die in den USA registrierte Bohrinsel «Ocean Ranger». Alle 84 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Wegen eines Defekts war über die vorderen Ballasttanks bei stürmischer See Wasser eingedrungen.>

<16. August 1984: Nach einer Gasexplosion auf der Atlantik- Bohrinsel «Enchova» vor Rio de Janeiro (Brasilien) entsteht ein Brand. 37 Arbeiter sterben, 5 bleiben vermisst.>

<25. März 1993: Eine Explosion auf einer Erdölplattform im Maracaibo-See im Westen von Venezuela kostet mehr als 20 Menschen das Leben.>

<18. Januar 1995: Im Atlantik vor der Küste Nigerias sterben bei einer Explosion auf einer Erdölplattform sechs Menschen, vier bleiben vermisst.>

<15. März 2001: Explosionen beschädigen einen Schwimmpfeiler der damals weltgrössten Ölplattform P-36, die etwa 120 Kilometer vor der Atlantikküste Brasiliens liegt. Elf Männer werden getötet. Die 120 Meter hohe Anlage mit 1,2 Millionen Liter Diesel und 300'000 Liter Rohöl in ihren Tanks gerät in Schräglage und sinkt fünf Tage später.>

<27. Juli 2005: Vor der indischen Küste etwa 160 Kilometer westlich von Bombay prallt ein Versorgungsschiff bei schwerer See gegen die Ölbohrinsel «Mumbai High North». Die Plattform gerät in Brand. Elf Menschen kommen ums Leben, zwölf weitere bleiben vermisst.>

<23. Oktober 2007: In schwerer See stossen zwei Ölplattformen im Golf von Mexiko zusammen. 22 Menschen werden getötet, 63 können gerettet werden. Betroffen sind die Plattform «Usumacinta» und der kleinere Bohrturm «Kab 101». Das Unglück rund 30 Kilometer vor dem Hafen von Dos Bocas im mexikanischen Bundesstaat Campeche ereignet sich bei Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 130 Stundenkilometern und bis zu acht Meter hohen Wellen.>


n-tv online,
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Ecuador 2007 ca.: Erdrutsch zerstört Erdölpipeline im Amazonasgebiet - Ölpest

aus: n-tv online: Pipeline zerstört. Ölpest im Amazonasgebiet
http://www.n-tv.de/927341.html?010320081327

Ein Erdrutsch infolge heftiger Regenfälle hat im ecuadorianischen Amazonasgebiet eine Pipeline zerstört und eine Öl-Pest ausgelöst. Mindestens 4000 Barrel seien unterhalb des aktiven Vulkans El Reventador in einen Sumpf geflossen. Etwa 80 Meter der Pipeline Sote seien zerstört, teilte der Präsident der staatlichen Erdölgesellschaft Petroecuador, Fernando Zurita, mit. Auf einer grossen Fläche seien schwarz-glänzende, mit Erdöl gefüllte Tümpel zu sehen, berichtete die Zeitung "El Comercio".
 
Obwohl Arbeiter versuchten, die Abfliessen des Öls zu verhindern, gelangte ein Teil den Berichten zufolge in den Fluss Aguarico, aus dem viele Menschen Fische fangen und Trinkwasser schöpfen. In den Regenwäldern im Osten Ecuadors ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu Hunderten solcher Unfälle gekommen. Auch durch eine aufwendige monatelange Säuberungsaktion, bei der grosse Teile des versuchten Erdreiches abgetragen werden, kann nur etwa ein Drittel des ausgelaufenen Öls wieder eingesammelt werden. Der Rest gelangt in die Flüsse und ins Grundwasser. Die Bereiche der Erdölförderung gelten inzwischen als flächendeckend verseucht.>

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Frankreich 7.8.2009: <Naturkatastrophe:  Lecke Ölpipeline verschmutzt Vogelschutzgebiet

aus: 20 minuten online; 7.8.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Lecke--lpipeline-verschmutzt-Vogelschutzgebiet-31034152

In Südfrankreich ist eine Ölpipeline gebrochen. Das ausgelaufene Öl hat ein Vogelschutzgebiet in der Ebene von La Crau (Bouches-du-Rhône) verschmutzt.

Nach Angaben der französischen Behörden liefen 4000 Kubikmeter Rohöl aus; es bildete sich ein rund zwei Hektar grosser Ölteppich.

»Das ist eine ökologische Katastrophe», sagte Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno in Saint-Martin-de-Crau. Das betroffene Gebiet, das Reservat Coussouls de Crau, liegt am Rande der Camargue, östlich von Arles und nordwestlich des Étang de Berre, eines grossen Teiches mit Verbindung zum Mittelmeer.

Das Reservat hat eine Fläche von 7400 Hektar. Es war 2001 zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Dort leben zahlreiche Arten, die aus afrikanischen Steppengebieten dorthin gelangten, darunter tausende Vögel und Heuschrecken.

Das Leck war am Freitagmorgen gegen 08.00 Uhr festgestellt worden und konnte am späten Vormittag abgedichtet werden. Helfer begannen bereits mit Aufräumarbeiten. Nach Angaben der Behörden soll die gesamte durch Öl verseuchte Erde abgetragen werden.

Journalisten wurden zum Unglücksort nicht vorgelassen. Sicherheitskräfte umstellten das betroffene Gebiet wegen der giftigen Dämpfe. Die Pipeline wurde auf einer Länge von 20 Kilometer unterbrochen.

Ursache unklar

Eine Sprecherin der Betreibergesellschaft SPSE (Société du Pipeline Sud-Européen) sagte, es sei unklar, wie das Leck entstanden sei. In einem ersten SPSE-Kommuniqué war davon die Rede gewesen, dass kein bewohntes Gebiet und keine Wasserläufe betroffen seien.

Die Staatsanwaltschaft in Tarascon leitete am Freitag Ermittlungen ein, die sich zunächst gegen die Betreiber der Pipeline richten.

Rohöl auch für die Schweiz

Die unterirdische Pipeline ist 769 Kilometer lang und führt von Fos-sur-Mer bei Marseille nach Cressier (NE), ins Elsass und nach Karlsruhe in Deutschland. Sie war 1971 gebaut worden und liegt rund 80 Zentimeter unter der Erde.

Jährlich werden gemäss SPSE rund 23 Millionen Tonnen Rohöl durch die Pipeline gepumpt - fast ein Drittel des gesamten Rohöls, das in Europa über Pipelines transportiert wird.

In Cressier verarbeitet die Raffinerie von Petroplus das Rohöl aus der französischen Pipeline. Die Pipeline-Betreiber versicherten, ihre Kunden würden weiter ohne Unterbrechung beliefert. Bei Petroplus waren die Besitzer am Freitag nicht in der Lage, die möglichen Folgen des Pipeline-Bruches abzuschätzen.

(sda)>

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20 minuten
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4.9.2009: <Madagaskar: Ölteppich wird zur Tragödie für Wale

aus: 20 minuten online; 4.9.2009; http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/20187119

An den Traumstränden der Tropeninsel Madagaskar spielt sich ein Umweltdrama ab. Nach der Havarie eines türkischen Frachters droht vor allem Buckelwalen eine Tragödie. Sie sind in dem Gebiet zu ihren Winterquartieren unterwegs.

Die Küste ist kilometerweit ölverschmiert. Das nationale Fernsehen zeigte am Donnerstagabend erste Aufnahmen von den pechschwarzen Stränden sowie zahlreichen toten Meerestieren.

Auf den Bildern ragten noch Teile des zerbrochenen und teilweise gesunkenen Frachters «Gulser Ana» aus dem Indischen Ozean. Das Schiff hatte nach Regierungsinformationen knapp 40 000 Tonnen Phosphat und insgesamt rund 700 000 Liter Öl geladen. Ein Grossteil davon sei ins Meer geflossen.

Die Havarie hatte sich vor einer Woche im äussersten Süden der als ökologisch besonders wertvoll geltenden Inselregion ereignet. In dem unwegsamen Gelände sollen nun rund 800 Helfer versuchen, die Folgen der Ölpest zu beseitigen.

(sda)>

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20 minuten
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13.9.2009: Öl sprudelt durch ein offenes Bohrloch vor Australien ins Meer und bedroht Wale und Meeresschildkröten

aus: 20 minuten online: Umweltkatastrophe: Öl bedroht Kinderstube der Buckelwale; 13.9.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/-l-bedroht-Kinderstube-der-Buckelwale-14251273

Die zuständige Firma PTTEP Australasia wollte am Sonntag mit den Bohrungen für einen neuen Tunnel beginnen. Er soll 2,6 Kilometer unter dem Meeresboden auf den lecken Schacht treffen und genutzt werden, um die sprudelnde Ölquelle mit Schlamm zuzuschütten. Die Arbeiten könnten dreieinhalb Wochen dauern, teilte die Firma mit.

Umweltschützer warnten vor einem Desaster für Wale und Schildkröten. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF ist die Region eine der wichtigsten Durchzugsgebiete für Meerestiere. Für Buckelwale sei die Küste von Kimberly die «Kinderstube».

Fischer haben nach Angaben von Umweltschützern bereits Öl verschmierte Schildkröten gefunden. Der australische Energieminister Martin Ferguson meinte dagegen, es gebe keine Anzeichen für eine Bedrohung der Tierwelt.

Mit Chemikalien gegen Ölteppich

Die Behörde für Meeressicherheit hatte tagelang von Flugzeugen aus Chemikalien versprüht, um das Öl aufzulösen. Der Ölteppich schrumpfe inzwischen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Sonntag im Radio.

Chemiker Bob Kagi von der Universität Perth kritisierte die Aktion. «Sie versprühen die Chemikalien, um irgendetwas zu tun», sagte er. «Oft richten die Chemikalien aber mehr Schaden an als das Öl.»

1,3 Millionen Liter

Nach Angaben der Firma sprudelten anfangs bis zu 400 Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag ins Meer. Nach dieser Rechnung sind bislang fast 1,34 Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen.

Die Ölplattform Montara liegt rund 700 Kilometer westlich der Stadt Darwin zwischen Nordaustralien und Osttimor. Das Unternehmen ist eine Tochter der nationalen thailändischen Ölfirma PTTEP. Direktor Jose Martins sagte am Samstag in Perth, seine Firma trage alle Kosten für die Säuberungsarbeiten.

(sda)>

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Australien 23.10.2009: Das Öl sprudelt immer noch aus dem Bohrloch ins Meer

aus: n-tv online: Leck in Bohrloch vor Australien. WWF: Die Natur stirbt; 23.10.2009;
http://www.n-tv.de/wissen/weltall/WWF-Die-Natur-stirbt-article560037.html

<Der Austritt von Millionen Litern Rohöl aus einem Bohrloch vor der Nordwestküste Australiens bedroht nach Angaben der Umweltorganisation WWF tausende Meerestiere. "Die Natur stirbt", sagte die WWF-Biologin Gilly Llewellyn zur Lage rund um die Bohranlage West Atlas in der Timorsee. In den vergangenen Wochen scheiterten bereits mehrere Versuche, den Ölaustritt zu stoppen.

Die Bohranlage West Atlas: Seit Wochen treten dort Öl und Gas aus und gefährden massiv die Umwelt.

Seit zwei Monaten treten aus dem Bohrloch in dem Nebenmeer des Indischen Ozeans zwischen Australien und Osttimor Öl, Gas und Kondenswasser aus. Allein bis zu 2000 Barrel Öl gelangen nach australischen Regierungsangaben so jeden Tag ins Meer. Die Betreiber der Plattform schätzen den Ölaustritt laut WWF auf täglich 300 bis 400 Barrel. Die Ölgesellschaft PTTEP Australasia versucht derzeit bereits zum vierten Mal, das Leck zu stoppen.

Hunderte Delfine, Seevögel und Seeschlangen seien rund 250 Kilometer vor der australischen Küste giftigem Öl ausgesetzt, sagte Llewellyn. WWF-Mitarbeiter hätten mehrfach beobachtet, wie Delfine "buchstäblich in einem Ölmeer" auftauchten. Nach Kontakt mit dem Ölfilm seien bereits 16 Seevögel verendet. Die Biologin sprach von einer "massiven Verschmutzung", unter der vermutlich noch mehrere Generationen an Meerestieren zu leiden hätten.

Förderung aus dem Meer ein unkalkulierbares Risiko

"Die Tierwelt dieser artenreichen Region stirbt schon jetzt, kritisch sind aber vor allem die langfristigen Schäden, die ein solch massiver und dauerhafter Ölaustritt verursacht", erklärte Stephan Lutter, Experte für Meeresschutz des WWF Deutschland. In der untersuchten Region sind nach Angaben der Umweltorganisation mindestens fünf Arten von Meeressäugern, 17 Seevogelarten und Meeresreptilien, darunter vom Aussterben bedrohte Schildkrötenarten der tödlichen Gefahr ausgesetzt.

Die steigende Anzahl von Öl- und Gasförderungen auf dem Meer in sensiblen Regionen wie der Timorsee stelle ein unkalkulierbares Risiko für das marine Leben dar, kritisierte der WWF Deutschland. Auch mit den Erweiterungsplänen der Förderung im Nord-Ost Atlantik und in der Barentssee sei eine gesteigerte Unfallgefahr verbunden, die alle nordeuropäischen Anrainerstaaten betreffe. Lutter forderte, dem Naturschutz Priorität vor kurzfristigen Förderinteressen einzuräumen, "um industrielle Schäden am Ökosystem Meer zu vermeiden".

AFP>

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2.12.2009: "Forschende" Ölfirmen verbreiten Krankheiten im peruanischen Urwald

aus: 20 minuten online: Peru: Volksstamm stirbt wegen Hepatitis B aus; 2.12.2009;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18079517

<Die Volksgruppe der Candoshi aus dem Amazonas-Regenwald in Peru ist nach eigenen Angaben durch Hepatitis B mittlerweile vom Aussterben bedroht. "Mein Volk leidet und ist in Gefahr auszusterben", warnt Candoshi-Chef Venancio Ucama Simon.

Nach Angaben der Candoshi grassiert die Virus-Erkrankung bereits seit dem Jahr 2000. Ucama warf den Gesundheitsbehörden jahrzehntelange Nachlässigkeit beim Umgang mit Hepatitis B und anderen schweren Krankheiten vor.

Auch andere indigene Volksgruppen wie die Shapra, die Awajun, Achuar und Huambisa seien in Gefahr. Sie alle leben in der entlegenen Provinz Datem del Maranon im Norden des Landes.

Notstand ausgerufen

Kurz nach Ucamas Auftritt berief Perus Gesundheitsminister Oscar Ugarte eine Pressekonferenz ein, um einen Gesundheits-Notstand in der Region auszurufen. Die Regierung will die Krankheit jetzt unter Kontrolle bringen.

Seit 2000 seien bei den Candoshi bereits 80 Menschen an Hepatitis B gestorben, sagte eine zu der Volksgruppe gehörende Krankenschwester. Die Krankheit sei in den 1990er Jahren ausgebrochen, als ein Öl-Konzern die Gegend erforscht habe.

«Vorher gab es die Krankheit bei uns gar nicht.» Noch immer gebe es keine verlässlichen Statistiken zur Zahl der Infizierten in ihrer Volksgruppe.

Die aktuellste Statistik stamme aus dem Jahr 2000, hier seien 169 Infektionen verzeichnet. Ucama zufolge sind die hohen Kosten der Hepatitis-B-Behandlung ein Grund für die Nachlässigkeit der Behörden. Es gibt noch rund 2400 Candoshi.

(sda)>

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18.1.2010: Exon Valdez 1989: <20 Jahre nach der Katastrophe: Öl verschmutzt weiterhin Strände

aus: n-tv online; 18.1.2010; http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Oel-verschmutzt-weiterhin-Straende-article683726.html

Am 24. März 1989 läuft vor dem Hafen von Valdez an der Südküste Alaskas der 335 lange US-Supertanker "Exxon Valdez" auf ein Riff. Bis zu 42.000 Tonnen Rohöl laufen in den Prince-William-Sund. Sie verschmutzen 2000 Kilometer Küste. Mindestens 250.000 Seevögel und Tausende weitere Tiere verenden. Der betrunkene Skipper hatte dem unerfahrenen Dritten Offizier das Kommando überlassen.

Zwei Jahrzehnte nach der Katastrophe des Öltankers "Exxon Valdez", die auch Jahre später ungezählte Meerestiere tötete und gefährdet, verschmutze das Öl weiter die Strände, berichtet ein Team um Hailong Li und Michel Boufadel von der Temple University in Philadelphia. Ihre Studie ist im Journal "Nature Geoscience" nachzulesen. Die Forscher hatten in den Jahren 2007 und 2008 Strände auf Eleanor Island, Smith Island und Knight Island entlang des Prince-William-Sund erkundet.

Nun berichten die Forscher, dass die obere von zwei Bodenschichten des kiesigen Küstenstreifens als Reservoir für das Öl dient. In den natürlichen Zwischenräumen werde das Öl vor der Verwitterung geschützt und bleibe flüssig. Unter dieser Lage findet sich eine zweite, Grundwasser führende Schicht. Wenn der Flüssigkeitsspiegel darin sinkt, etwa durch fehlenden Wassernachschub von Land, sinkt auch das Öl in grössere Tiefe – und wird dort von Kapillarkräften festgehalten. Weil kaum Sauerstoff in diesen Bereich gelange, bleibe das Öl erhalten.

Sanierung eingestellt

Die Verschmutzungen enthalten nach wie vor Chemikalien, die die lokale Tierwelt schädigen können, berichtet das Team zudem. Bereits 1992 sei die Sanierung der Strände eingestellt worden, damals in der Erwartung, dass das restliche Öl im Laufe der nächsten Jahre von natürlichen Prozessen abgebaut werde. Li und Boufadel erwarten, dass es an vielen Kiesstränden weltweit ähnliche Prozesse gibt.>

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20 minuten
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23.4.2010: Ölschaden: Bohrinsel versinkt brennend im Golf von Mexiko - und aus dem Bohrloch sprudelt weiter Öl

Aus dem Bohrloch der "Deepwater
              Horizon" sprudelt Öl, Unterwasser-Foto vom 26.5.2010
Aus dem Bohrloch der "Deepwater Horizon" sprudelt Öl, Unterwasser-Foto vom 26.5.2010 [1]

aus: 20 minuten online: Vor der Küste Louisianas: Bohrinsel gesunken - Öl strömt ins Meer; 23.4.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/28795989

<Im Golf von Mexiko droht eine Ölkatastrophe: Zwei Tage, nachdem eine brennende Bohrinsel des Schweizer Unternehmens Transocean explodiert ist, fliesst Öl ins Meer.

Im Golf von Mexiko droht eine Ölkatastrophe: Zwei Tage nach einer schweren Explosion ist die brennende Bohrinsel des Schweizer Unternehmens Transocean vor der US- Küste gesunken. Experten sprechen vom schwersten Unfall dieser Art seit drei Jahrzehnten.

Bohrinsel-Katastrophen

Das Unglück auf der «Deepwater Horizon» ist nicht das erste seiner Art. Die bislang grösste Katastrophe ereignete sich am 6. Juli 1988 auf der US-Ölplattform «Piper Alpha» vor der schottischen Nordseeküste: Bei einer Explosion starben 167 Menschen.

Dann versank die Plattform «Deepwater Horizon», auf der über 120 Männer rund um die Uhr gearbeitet hatten, in den blauen Fluten des Golfs von Mexiko. Für elf vermisste Arbeiter des Ölkonzerns British Patrol BP besteht kaum noch Hoffnung. Und wenn aus dem Bohrloch in über 1500 Meter Tiefe weiter Öl sprudelt, droht auch eine Katastrophe für den Golf von Mexiko.

Am Freitag war das ganze Ausmass des Schadens noch nicht abzuschätzen. Zwar sagte eine Sprecherin der US-Küstenwache: «Im Augenblick kommt kein Rohöl aus dem Bohrkopf.»

Ölteppich ausgebreitet

Doch allein bisher habe sich ein langer Ölteppich ausgebreitet, der eine Fläche von 8 mal 1,5 Kilometer bedeckt. Die Gefahr einer schweren Ölverschmutzung sei nicht gebannt.

Noch am Donnerstagabend hatte der TV-Sender MSNBC gemeldet, es bestehe das Risiko, dass täglich rund 330 000 Gallonen Öl ins Wasser gespült würden, das sind etwa 1,2 Millionen Liter pro Tag.

Hinzu kommen mehr als 2,5 Millionen Liter (2100 Tonnen) Rohöl, die aus der Plattform selbst in den Golf gelangen könnten. Zum Vergleich: Bei der schweren Katastrophe des Tankers «Exxon Valdez» im März 1989 vor der Küste Alaskas flossen 42 000 Tonnen aus.

Doch das eigentliche Horrorszenario wäre, wenn ein solcher Ölteppich im Golf von Mexiko die rund 80 Kilometer entfernte Küste von Louisiana erreichen würde. Schon warnen Umweltschützer, die Brutstätten für Vögel seien gefährdet, ebenfalls Garnelenkulturen.

Es sei eine massive Räumungs- und Säuberungsaktion in Gang gesetzt worden, damit das Öl nicht an die Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi gelange, hiess es weiter.

Hilfe aus dem Weissen Haus

US-Präsident Barack Obama kündigte an, alles zu tun, um eine mögliche Umweltkatastrophe abzuwenden. In einer Erklärung des Weissen Hauses hiess es, Obama habe «jede erforderliche Hilfe» der Bundesregierung für die Rettungs- und Katastrophenschutzmassnahmen zugesagt.

Transocean verfügt über rund 140 bewegliche Bohranlagen und die grösste Flotte in der Branche. Die ursprüngliche US-Firma hat seit 2008 ihren Sitz im Kanton Zug. Seit Dienstag ist sie an der Schweizer Börse SIX kotiert, ihre Aktien werden zudem weiterhin an der New Yorker Börse NYSE gehandelt.

Die Plattform «Deepwater Horizon» wurde im Jahr 2001 gebaut. Analysten zufolge würde ein Wiederaufbau rund 600 Millionen Dollar kosten, schreibt das «Wall Street Journal». Der Ölkonzern BP sei zudem kurz davor gewesen, einen grossen Ölfund an der Stelle der Plattform bekanntzugeben.

Das Unglück ereignete sich rund drei Wochen nachdem US-Präsident Barack Obama angekündigt hatte, Öl- und Gasbohrungen vor der US- Atlantikküste zuzulassen. Seine Pläne stossen insbesondere bei Umweltschützern auf Widerstand.

(sda)>

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n-tv online,
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6.3.2010: Ölschaden: Unfälle auf Ölplattformen sind regelmässig - und der Ölschiefer-Abbau ist noch viel schlimmer

aus: n-tv online: Ölbohrungen in der Tiefsee: "Es kracht halt regelmässig"; 6.3.2010;
http://www.n-tv.de/politik/dossier/Es-kracht-halt-regelmaessig-article858921.html

<Bei Tiefseebohrungen wird es immer wieder zu Unfällen kommen, sagt der Erdölgeologe Wolfgang Blendinger. Ihn wundert, "dass hier viel Lärm um eine Sache gemacht wird, die im Moment vielleicht spektakulär erscheint, die aber bei weitem nicht so schlimm ist wie die chronischen Verschmutzungen im Zusammenhang mit der Ölgewinnung und dem Ölverbrauch". Der Abbau von Teersanden in Kanada sei eine viel grössere Umweltsauerei als die Ölpest im Golf von Mexiko.

n-tv.de: Haben Sie eine Vorstellung, wie es zu dem Unglück gekommen ist?

Wolfgang Blendinger: Bislang ist das zum grossen Teil Spekulation. Offenbar war es ein Blowout, also ein unkontrollierter Austritt von Öl, aber es gibt unterschiedliche Arten von Blowouts. Noch ist ja nicht einmal klar, warum die Plattform in Brand geraten ist. Denn damit scheint es ja angefangen zu haben: Zuerst ist der Bohrturm abgebrannt und im Meer versunken. In der Folge oder parallel dazu gab es am Meeresboden den Abriss, der zum Austritt von Öl führte.

Ein Ventil unten am Bohrloch, ein so genannter Blowout-Preventer, soll versagt haben.

Auch das ist im Moment noch Spekulation. Tatsache ist, dass etwas versagt hat, was nicht hätte versagen dürfen. Diese Blowout-Preventer sollen dafür sorgen, dass man bei einem unkontrollierten Austritt ein Ventil zumachen kann. Aber natürlich ist ein Blowout-Preventer nur so gut wie seine eigene Abdichtung. Das ist eine kniffelige Angelegenheit, man kann diese Blowout-Preventer ja nicht im Felsen verankern, sondern nur mit den Rohren verbinden, die ins Bohrloch gehen. Diese Verrohrung wird teleskopartig immer dünner; dass sind einzelne Rohre, die nicht miteinander verschraubt sind, sondern mit einer Art Beton verbunden werden. Wenn der Beton nicht hält, kann es sein, dass der Blowout-Preventer in die Luft fliegt.

Im Golf von Mexiko strömen täglich rund 700 Tonnen Rohöl ins Meer ...

 Unfälle lassen sich nicht vermeiden: "Wir haben die Sache schlicht und ergreifend nicht vollständig im Griff."

Das wissen wir nicht, das kann niemand messen, weil da unten alles kaputt ist. Das kann man nur schätzen. Und die Schätzungen reichen von 1000 Fass pro Tag im günstigsten Fall - pro Fass 159 Liter! - bis zur 169-fachen Menge. Das ist die Schätzung von BP im ungünstigsten Fall: 169.000 Fass pro Tag. Ich vermute, dass das die sogenannte Bohrungskapazität ist, also die Menge, die vor dem Unglück aus der Bohrung geströmt wäre, wenn man das Öl hätte ungehindert fliessen lassen.

Glauben Sie, dass BP das Bohrloch schliessen kann?

In den meisten Fällen ist das in der Vergangenheit auf die eine oder andere Art gelungen. Wir haben hier allerdings erschwerte Umstände, weil die Unglücksstelle 1,5 Kilometer unter dem Meeresspiegel liegt. Mit Unfällen in einer solchen Tiefe gibt es keine Erfahrungen. Die einfachste Methode, das Bohrloch abzudichten, ist vermutlich die Kuppel, die dort aufgesetzt werden soll.

Wie funktioniert das?

Im Prinzip ist das ganz primitive Mechanik: Da wird eine Kuppel mit einem grossen Gewicht auf das Bohrloch gesetzt. Das Öl sammelt sich unter der Kuppel und wird an die Oberfläche abgeleitet. Eine dauerhafte Lösung ist das nicht, weil auf dem Meeresboden um die Bohrstelle herum alle möglichen Unebenheiten natürlicher und auch künstlicher Art sind. Aber es ist ein Zeitgewinn. Danach kann man eine Entlastungsbohrung starten, um den Druck von der Unfallstelle wegzunehmen.

In so grosser Tiefe ist eine solche Kuppel noch nie auf ein leckes Bohrloch gesetzt worden.

Da möchte ich nicht unken und sagen, dass das nicht funktioniert. Technologisch gesehen ist das eine ganz einfache Methode.

Ist nicht zu erwarten, dass das Öl einfach irgendwann von alleine aufhört zu sprudeln?

Wenn so eine Ölquelle ungehindert sprudelt, dann kommt dabei nicht nur Öl raus, sondern auch Gas und Gesteinspartikel. Die können dafür sorgen, dass die Unfallstelle im Laufe der Zeit von selbst verstopft. Das kommt sehr häufig vor. Man kann nur nicht vorhersagen, wann es passiert.

Sie haben es erwähnt, das Bohrloch liegt in einer Tiefe von 1500 Metern. Wie viel Erfahrung haben die Ölgesellschaften mit solchen Tiefen?

Gebohrt wird in solchen Tiefen schon seit vielen Jahren. Das ist nicht unbedingt Neuland. Trotzdem bleibt die grosse Entfernung zwischen der Wasseroberfläche und dem Bohrloch ein Problem. Eineinhalb Kilometer sind eine gewaltige Distanz, da kommt man nicht direkt hin, nur indirekt, etwa mit einem Roboter. Da wird sehr deutlich, dass dieses ganze Gerede von technologischem Fortschritt nur Geschwätz ist. Wir haben die Sache schlicht und ergreifend nicht vollständig im Griff.

Die Ölfirmen bohren in immer grösseren Tiefen. Wird das Risiko von Unfällen damit grösser?

Das kann man so pauschal nicht sagen, denn die Sicherheitsvorkehrungen der Ölfirmen werden auch immer besser. Auf der anderen Seite: Je komplexer die Bohrungen sind, umso komplexer sind auch die Massnahmen nach einem Unfall. Jeder Unfall läuft anders ab und hat andere Ursachen. Da kann man keinen Plan A oder B aus der Schublade ziehen.

Also doch immer mehr Unfälle?

Es ist nicht so, dass bald jeden Tag ein Unfall zu erwarten ist, aber es kracht halt regelmässig. Das kann man letztlich nicht verhindern. Zumal es häufig ganz einfache Dinge sind, die versagen. Solche Unfälle lassen sich auch mit noch so ausgeklügelten Sicherheitsvorschriften nicht verhindern.

Greenpeace sagt, dass nicht nur spektakuläre Ölkatastrophen wie jetzt im Golf von Mexiko die Meere belasten, sondern auch der alltägliche Austritt von Öl. In die Nordsee würden jährlich 20.000 Tonnen Öl geleitet, der Nordseeboden an den Plattformen sei praktisch tot.

Ach, Greenpeace mag es gern spektakulär. Die ganz unspektakuläre Tatsache, dass wir Tag für Tag 85 bis 86 Millionen Barrel Öl in CO2 umwandeln, ist doch die grössere Sauerei. Dagegen ist dieser Oilspill im Golf von Mexiko vergleichsweise lächerlich. Von der Menge her ist das sehr wahrscheinlich auch deutlich weniger als die Ölmenge, die 1991 in Kuwait ausgetreten ist, als die abziehenden Iraker halb Kuwait unter Öl gesetzt haben. Das hat damals niemanden interessiert. Und diese latenten Umweltsauereien, die beim Abbau von Teersanden in Kanada passieren, sind summa summarum wahrscheinlich viel grösser als das, was derzeit im Golf von Mexiko abläuft. Natürlich ist das eine schlimme Sache, aber in ein paar Wochen haben sich alle abgeregt.

Und dann?

Dann wird weitergemacht wie bisher.

Was ist die Alternative?

Hier wird viel Lärm um eine Sache gemacht wird, die im Moment vielleicht spektakulär erscheint, die aber bei weitem nicht so schlimm ist wie die chronischen Verschmutzungen im Zusammenhang mit der Ölgewinnung und dem Ölverbrauch. Und das droht noch schlimmer zu werden. Wir machen immer wieder Experimente mit den sogenannten Ölschiefern: Da bleiben hoch toxische Abfälle zurück. In grossen Mengen ist das mindestens so problematisch wie die Teersande.

Wird Ölschiefer denn schon in grossem Stil abgebaut?

 Der Abbau der Ölsande am Fluss Athabasca in der kanadischen Provinz Alberta erstreckt sich über ein Gebiet, das grösser ist als Bayern. Und die Fläche wächst noch immer.

Zum Teil wird Ölschiefer in Ländern wie China und Russland zur Stromerzeugung eingesetzt, aber in grossem Stil wird er bislang nicht abgebaut. Aber Ölschiefer und Teersande sind ja die immer wieder angeführte Zukunftshoffnung; darauf will man setzen, wenn das Öl knapp wird. Die dann zu erwartenden Umweltbelastungen werden um einiges höher sein als das, was im Golf von Mexiko passiert. Schauen Sie sich mal Satellitenbilder von den Tagebauen in Kanada an. Das sieht aus wie Braunkohletagebau zu dreckigsten DDR-Zeiten - das ist eine gigantische Schweinerei.

Sind Tiefseebohrungen besser als Teersande?

Das ist die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Ich persönlich würde sagen: Verbietet den ganzen Zirkus, wenn euch die Umwelt lieb ist. Wenn man künstlich ins natürliche Gleichgewicht der Erde eingreift, ist das irgendwann nicht mehr beherrschbar.

Keine Tiefseebohrungen? Ohne Öl läuft doch so gut wie nichts?

 Wolfgang Blendinger ist Professor für Erdölgeologie an der TU Clausthal und Vorsitzender der deutschen Sektion von ASPO, der Association of the Study of Peak Oil and Gas.
Die Mengen, die aus der Tiefsee kommen, liegen im unteren Prozentbereich, bezogen auf die Gesamtmenge, die wir fördern. Aber klar, wenn wir freiwillig auf ein paar Millionen Barrel Tiefseeöl verzichten würden - was natürlich völlig utopisch ist, das wird nie passieren -, dann steigt natürlich der Preis.

Wir könnten uns umstellen.

Sie und ich vielleicht, auch viele andere, aber solange die Wirtschaftsinteressen von Staaten und grossen Konzernen vom Öl abhängen, sehe ich da eher schwarz. Nur aus besserer Einsicht werden die nicht das Notwendige tun.

Mit Wolfgang Blendinger sprach Hubertus Volmer>

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Spiegel
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30.4.2010: Ölpest an US-Golfküste: Rohstoff-Roulette in der Tiefsee [mit Ölplattformen und Ölbohrungen]

aus: Spiegel online; 30.4.2010; http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,692200,00.html

<Von Stefan Schultz

Die Ölpest im Golf von Mexiko offenbart ein Dilemma der Industriestaaten: Bohrungen in der Tiefsee sind hochriskant - doch viele Regierungen dulden sie in der Hoffnung auf energiepolitische Unabhängigkeit.

Hamburg - Der amerikanischen Golfküste droht eine Umweltkatastrophe ungeahnten Ausmasses. Ein gewaltiger Ölteppich breitet sich im Golf von Mexiko aus, erste Ausläufer haben die Küstengewässer erreicht. Die Fischerei und der Tourismus, zwei Branchen, die sich gerade erst von den Folgen des verheerenden Hurrikans "Katrina" von 2005 erholt haben, erwarten neue schwere Schäden.

Ursache der Katastrophe ist die Havarie einer Ölplattform im Golf von Mexiko. Die "Deepwater Horizon" war nach einer Explosion im Meer versunken, elf Menschen kamen nach derzeitigen Erkenntnissen ums Leben. Mit der "Deepwater Horizon" hatte der Tiefsee-Bohrspezialist Transocean für den Energieriesen BP nach Öl gebohrt. Nach der Explosion speit der Meeresgrund nun in gut 1500 Meter Tiefe riesige Mengen Öl. 800.000 Liter, gut 700 Tonnen, sprudeln täglich aus drei Lecks.

Die Energiewirtschaft stellt das Desaster vor essentielle Fragen: War die Technik zur Ölförderung in der Tiefsee wirklich ausgereift? Waren die Sicherheitsvorkehrungen streng genug? Oder haben Konzerne und Regierungen bei ihrer Rohstoffjagd zu grosse Umweltrisiken in Kauf genommen?

Golf von Mexiko: Der verzweifelte Kampf gegen das Öl

Fakt ist: Konzerne wie Exxon Mobil Chart zeigen oder BP haben sich in den vergangenen Jahren zu immer waghalsigeren Hochseeabenteuern hinreissen lassen. Immer tiefer wird das Meer, in dem sie nach Öl bohren. Und am Meeresgrund ist noch lange nicht Schluss: Dort schrauben sich die Rohstoffsauger noch viele Meter weiter ins Gestein, um zu neuen, unerschlossenen Ölfeldern vorzustossen.

Technische Hybris?

"Technische Fortschritte und ein steigender Ölpreis machen die Förderung Hunderte Meilen vor der Küste rentabel", sagt Steffen Bukold vom Beratungshaus Energycomment. Nicht nur im Golf von Mexiko, auch vor den Küsten Brasiliens und Angolas drängten die Bohrinseln immer tiefer vor.

Für die Konzerne lohnt sich die Rohstoffjagd in der Tiefsee. "Zwar sind die Investitionen immens", sagt Bukold. Im Golf von Mexiko koste eine Bohrung bis zu 100 Millionen Dollar. "Doch die Felder, die aufwendig erschlossen werden, sind riesengross. Die Konzerne können Öl im Wert von vielen Milliarden Euro fördern."

Fischer in Louisiana: "Dann kann ich mein Geschäft zumachen"

Allerdings bewegen sich die Energiemultis bei der Förderung hart an der Grenze des technisch Machbaren. "In der Tiefe herrschen extreme Druck- und Temperaturverhältnisse", sagt Bukold. "Die Umgebungsbedingungen sind extrem." Fehler bei der Bohrung könnten schnell unbeherrschbar werden. Noch immer seien Tiefseebohrungen ein riskantes Unterfangen.

Schon in seichteren Gewässern ist die Offshore-Technik enorm störanfällig. Nach Angaben der US-Regierung gab es zwischen 2001 und 2007 mehr als 1400 Unfälle auf Ölplattformen mit 41 Toten und Hunderten Verletzten.

Jetzt ist eine Tiefseebohrung spektakulär gescheitert - und es wird zu klären sein, ob technische Hybris die Ursache war oder menschliches Versagen.

Katastrophe historischen Ausmasses

Schon jetzt steht fest: Die Havarie der "Deepwater Horizon" ist einer der schlimmsten Ölunfälle in der Geschichte Amerikas. Wird das Leck nicht bald gestopft, könnte die Katastrophe die Ausmasse der bislang schlimmsten Ölpest übertreffen: die Havarie der "Exxon-Valdez". 1989 setzte ein betrunkener Kapitän den Tanker auf ein Riff. 40.000 Tonnen Öl verseuchten fast 2000 Kilometer Küste.

Sprudeln die Lecks am Meeresgrund noch gut 50 Tage weiter, wäre der bisherige Negativrekord eingestellt. Und schnell reagieren kann BP offenbar nicht. "Das Öl-Gas-Gemisch schiesst mit gewaltigem Druck aus der Erde", sagt Bukold. Die übliche Methode, die Lecks zu schliessen, sei, ein neues Loch zu bohren und das Öl in die neue, intakte Leitung abzulenken. Doch bis der Konzern das Material für eine neue Bohrinsel an die Unfallstelle geschafft hat, bis diese aufgebaut ist und im Untergrund eine geeignete neue Bohrstelle identifiziert ist - bis dahin wird wohl noch viel Öl aus dem Untergrund sprudeln.

Von allein wird die Quelle wohl nicht so schnell versiegen. "Die undichte Lagerstätte befindet sich vermutlich in einem gewaltigen Ölfeld", sagt Bukold. Es gebe die vage Möglichkeit, dass die Lagerstätte nicht mit dem gesamten Feld verbunden sei - doch Informationen darüber habe BP bislang nicht gegeben. "Es zeichnet sich ab, dass eher Monate denn Tage vergehen werden bis zu einer Lösung", sagte auch Dougie Youngson, Ölanalyst bei Arbuthnot.

Umweltexperten graut vor diesem Szenario. "Ich habe Angst", sagte David Kennedy, seit mehr als 20 Jahren in Diensten der amerikanischen Ozean- und Atmosphärenbehörde NOAA. "Das ist eine sehr, sehr grosse Sache." Der schiere Umfang der Bemühungen, die zur Eindämmung der Katastrophe nötig sind, sei "überwältigend".

Milliardenkosten für BP

Das wird auch BP zu spüren bekommen. Für die Katastrophe muss der Konzern, der inzwischen die Übernahme der Kosten zugesagt hat, wohl Milliarden berappen:

    * Allein die gesunkene Bohrinsel war mehrere Hunderte Millionen Euro wert.
    * Hinzu dürften hohe Schadensersatzforderungen kommen. In der betroffenen Region werden jährlich Meeresfrüchte und Fisch im Wert von 1,8 Milliarden Euro gezüchtet und gefangen. Krabbenfischer aus Louisiana und Alabama haben bereits eine Sammelklage gegen BP eingereicht.
    * Die Umweltkosten sind beträchtlich. BP hat sich bereiterklärt, die Kosten zur Beseitigung der Ölpest im Golf von Mexiko zu übernehmen.
    * Das US-Präsidialamt warnte zudem davor, dass der Ölteppich die Schifffahrt im Golf von Mexiko massiv behindern könnte. Schiffe könnten die Seewege nicht mehr uneingeschränkt befahren.
    * Durch Förderausfälle dürften dem Konzern Umsätze von vielen Millionen Euro entgehen.

Wie hoch die Gesamtkosten sind, ist unklar. Insider sprechen von bis zu 14 Milliarden Dollar. Die US-Grossbank Goldman Sachs hält diese Schätzung in einer ersten Analyse für übertrieben - und empfiehlt, weiter BP-Aktien zu kaufen.

Tatsächlich dürfte die Katastrophe dem Konzern die Bilanz verhageln - in Existenznöte bringen wird sie ihn nicht: Allein im ersten Quartal verdiente das Unternehmen 5,6 Milliarden Dollar ; im Gesamtjahr 2009 nahm BP 13,9 Milliarden Dollar ein.

Zudem erhöht die Katastrophe paradoxerweise die Margen anderer Förderfelder. "Es gibt Grund zur Annahme, dass der Ölpreis steigt", sagt Carsten Fritsch, Energieanalyst bei der Commerzbank. Spekulanten dürften den Preis nach der Katastrophe in die Höhe treiben. Entsprechend mehr Geld verdient BP an seinem Öl.

Experten erwarten keine ernsthaften politischen Konsequenzen

Bleibt die Frage, was die Katastrophe für die Energiewirtschaft bedeutet. Experten sagen: vermutlich nichts. Denn die Entdeckung neuer Quellen im sogenannten Tiber-Feld 400 Kilometer südöstlich der US-Stadt Houston gilt nicht nur für die Konzerne als Goldgrube - auch die Regierung setzt grosse Hoffnungen in sie.

Erst Ende März hatte US-Präsident Barack Obama angekündigt, erstmals seit den sechziger Jahren Ölbohrungen vor der amerikanischen Ostküste und in zusätzlichen Gebieten im Golf von Mexiko zu genehmigen.

Jetzt setzen die USA neue Tiefseebohrungen vorerst aus. Die Bohrarbeiten in neuen Feldern würden erst wieder genehmigt, wenn die Ursache des Unglücks geklärt sei, sagte Präsidenten-Berater David Axelrod am Freitag dem Fernsehsender ABC.

Dass dieses Moratorium von Dauer ist, glauben Experten indes nicht. "Die US-Regierung wird den Vorfall genau prüfen", sagt Fritsch von der Commerzbank. "Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie die Förderung in der Tiefe auf Dauer aussetzt."

Denn die Erschliessung der Ölfelder schafft nicht nur Arbeitsplätze, sie erhöht auch die Unabhängigkeit Amerikas von anderen Energielieferanten. Die grösste Industrienation der Welt führt viel Energie aus krisenanfälligen Staaten wie den Opec-Ländern ein.

Als wahrscheinlich gilt daher, dass die Regierung die Sicherheitsvorschriften erhöht - und die Tiefsee wieder für Bohrungen freigibt. Die Konzerne dürften die Ausbeutung des Meeresbodens dann rasch vorantreiben: Erst kürzlich übernahm BP vom US-Rivalen Devon Energy zahlreiche Ölfelder im Golf von Mexiko .

Mit jedem technisch heiklen Bohrprojekt aber wächst die Gefahr von neuen ökologischen Katastrophen.>

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Spiegel
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1.5.2010: Ölplattformen: Bohren bis zum Bruch

aus: Spiegel online: Explodierte Ölplattform: Bohren bis zum Bruch; 1.5.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692427,00.html

<Teil 1: Bohren bis zum Bruch

Aus New Orleans berichtet Philip Bethge

War ein Ventil defekt, haben Ölarbeiter bei Probebohrungen versagt? Experten streiten über die Ursachen für die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko. Die Risiken bei den Arbeiten waren bekannt, immer wieder kommt es zu schweren Unglücken - doch die Industrie hat die Probleme verdrängt.

In 1500 Meter Wassertiefe im Golf von Mexiko strömen jede Minute 500 Liter Öl aus dem Meeresgrund - jetzt, gestern und auch schon vor einer Woche - seit die Ölplattform "Deepwater Horizon" am 22. April in der Tiefe versank. Und fast ebenso lange laborieren Experten der Ölfirma BP mit Hilfe ferngesteuerter Unterseeroboter an einem Bauteil herum, das mittlerweile traurige Berühmtheit erlangt hat.

Der Blowout-Preventer ist ein Sicherheitsventil direkt über dem Bohrloch einer jeden Bohrinsel. Eigentlich ist er dafür da, den Ölfluss im Katastrophenfall abzuwürgen. Im Fall der "Deepwater Horizon" jedoch hat er nicht funktioniert.

Und nun zeigt sich: Es ist nicht das erste Mal, dass es in der Bohrbranche Probleme mit dem Ventil gibt.

Während vor der Küste Louisianas mehr als tausend Helfer weiterhin mit dem Mut der Verzweiflung gegen einen Ölteppich kämpfen, der mittlerweile die Grösse Jamaikas erreicht hat, verschärft sich in den USA die Debatte über die Ursachen des Unglücks.

Zementarbeiten am Bohrloch der "Deepwater Horizon" werden als Auslöser der Explosion diskutiert. Gleichzeitig konzentrieren sich die Ermittlungen auf das Sicherheitsventil in der Tiefe. Ein Bericht der für die Ölexploration zuständigen US-Regierungsbehörde "Minerals Management Service" von 1999, der jetzt von der US-Senatorin Maria Cantwell präsentiert wurde, dokumentiert 117 Fälle aus dem späten neunziger Jahren, in denen der Blowout-Preventer Probleme bereitete.

"Regelmässige Defekte"

"Festzustellen, dass die ultimative, angeblich versagensfreie Waffe nicht funktioniert, ist überraschend", sagte Cantwell, die als Mitglied verschiedener Senatsausschüsse auch in den Anhörungen zur Ölpest im Golf von Mexiko eine Rolle spielen wird. Der Report habe "regelmässige Defekte" dokumentiert, so Cantwell. Sie fürchte, die Verantwortlichen für die jetzige Ölpest würden versuchen, den Defekt als ein seltenes Ereignis darzustellen. "Aber das ist nicht der Fall."

Blowout-Preventer sind etwa 15 Meter hoch und können mehr als 200 Tonnen wiegen. Meist drei Ventile hintereinander sollen das Bohrloch im Katastrophenfall sicher verschliessen und so den Öl- oder Gasfluss stoppen. Während das erste Ventil ("blind ram") das Bohrloch komplett abdichtet, versiegelt das zweite Ventil etwaige im Bohrloch verlaufende Leitungen von aussen ("pipe ram").

Das dritte Ventil schliesslich, "shear seal" genannt, besteht aus gehärtetem Stahl. Es zerschneidet bei Aktivierung alles in seinem Weg, verschliesst das Bohrloch hermetisch und ist damit der letzte Notnagel, um das Austreten von Öl oder Gas zu verhindern.>

Teil 2: Hat der Ölplattform-Betreiber gespart?

aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,692427-2,00.html

Warum das Bauteil im Fall der "Deepwater Horizon" nicht funktionierte, bleibt bisher reine Spekulation. Kritiker bemängeln, der "Blowout-Preventer der Ölplattform sei nicht mit einem sogenannten akustischen Schalter ausgerüstet gewesen. Das über Schallwellen ferngesteuerte Bauteil löst im Katastrophenfall automatisch den Verschluss des Bohrlochs aus. In den USA ist es bisher nicht vorgeschrieben.

Doch andere Experten bezweifeln, dass der zusätzliche Schalter einen Unterschied gemacht hätte. "Blowout Preventer werden immer automatisch gesteuert", sagt Tim Robertson von der Beratungsfirma Nuka Research and Planning Group aus Seldovia in Alaska: "Sie schliessen sich - es sei denn man sagt ihnen, dass sie offen bleiben sollen." Der Blowout Preventer funktioniere wie eine Lkw-Bremse, so Robertson. Ob er akustisch oder über eine hydraulische Leitung gesteuert werde, sei dabei unerheblich.

Auch das Argument, der Ölplattform-Betreiber Transocean habe sparen wollen und den Schalter deshalb nicht eingebaut, hält Robertson für lächerlich. "Wenn ich eine halbe Million Dollar pro Tag für den Betrieb einer Ölplattform ausgebe, werde ich nicht über das Geld für einen Notfallschalter diskutieren."

Gefährliche Risse im Zement

Der Ölexperte glaubt, dass die Ursache des Unfalls an anderer Stelle liegen muss. In Frage kommen etwa die Zementarbeiten, die zum Zeitpunkt des Unglücks an der Bohrung durchgeführt wurden. Die "Deepwater Horizon" führte im Maconco-Ölfeld eine Erkundungsbohrung durch. Das etwa 25 Zentimeter messende Bohrloch sollte gerade mit Zement abgesichert und verschlossen werden - ein normaler Vorgang im Ölgewerbe. Zu einem späteren Zeitpunkt wären die Bohrteams wieder angerückt, um mit der Ölförderung zu beginnen.

Mit dem Zementieren des Bohrlochs war die US-Firma Halliburton betraut. 20 Stunden vor dem Unglück seien die Arbeiten allerdings vorläufig eingestellt worden, teilte das Unternehmen mit.

Doch die Technik birgt Gefahren. Denn entstehen beim Aushärten Risse im Zement, können Öl und Gas austreten und mit grosser Wucht nach oben schiessen. Ein Funken reicht dann aus, um die explosive Mischung zu entzünden.

"Es ist wahrscheinlich, dass das Ausströmen des Gases an die Oberfläche etwas mit dem Zement zu tun hatte", sagt der ehemalige Ölingenieur Robert MacKenzie, der heute bei der Investmentbank FBR Captial Market arbeitet. Eine MMS-Studie von 2007 kommt zu dem Ergebnis, dass bei 18 von 39 Bohrlochexplosionen der Zement eine Rolle spielte.

Klar ist, dass ein solcher Vorfall katastrophale Folgen haben kann. Bohrmatsch, vermischt mit Öl und Gas, schiesst dann aus der Tiefe nach oben. Der Druckabfall beschleunige den Prozess.

Robertson hat einen solchen "Blowout" bereits selbst erlebt. 1987 arbeitete er auf einer Bohrinsel südlich von Anchorage in Alaska. Um fünf Uhr nachmittags - wiederum während Zementarbeiten am Bohrloch durchgeführt wurden - sei plötzlich "wie aus einem Düsentriebwerk" Gas aus der Bohrung geschossen. Die Crew wurde sofort evakuiert. Robertson und einige andere blieben, um den Schaden zu beheben.

Nach einigen Stunden jedoch habe sich plötzlich das Fauchen des Gases verändert, erinnert sich der Ingenieur. Die Arbeiter blickten nach oben. Vermutlich am Funken einer zersplitterten Lampe hatte sich das Gas entzündet. Robertson und seine Kollegen konnten sich retten. Die Ölplattform ging in Flammen auf und brannte für mehrere Wochen.>

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Tagesanzeiger
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8.5.2010: <Jede Ölkatastrophe wird zur chronischen Belastung

aus: Tagesanzeiger online; 8.5.2010;
http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/Jede-lkatastrophe-wird-zur-chronischen-Belastung/story/22074488

<Von Martin Läubli.

Die Natur erholt sich auch nach Jahrzehnten nicht vollständig, wie das Beispiel Exxon Valdez zeigt.

Der Ölteppich im Golf von Mexiko ist mittlerweile auf 23 000 Quadratkilometer angewachsen.

Thriller auf hoher See

Die Nordamerikaner sprechen von Lord und Lady und meinen damit die Kragenente mit dem schmucken Harlekinmuster. Sie ist ein unscheinbares Tier, hat aber heute die volle Aufmerksamkeit verdient - in diesen Tagen, in denen Tausende von Helfern versuchen, die ökologisch sensiblen Küsten Louisianas vor dem nahenden Erdölteppich zu schützen. Die Kragenente ist bis heute ein Opfer des Öldesasters 1989 in Alaska. Sie steht für die chronischen Folgen nach Ölkatastrophen.

Kurz nach der Havarie des Öltankers Exxon Valdez vor gut 20 Jahren liess die Konzernleitung des Ölkonzerns Exxon verlauten, bereits in wenigen Jahren würde nichts mehr an die Katastrophe erinnern. Für Daniel Esler vom Zentrum für Wildtierökologie der amerikanischen Simon-Fraser-Universität ist die Kragenente - neben zahlreichen anderen Beispielen - eine weitere Bestätigung, dass Wildtiere viel länger an den Folgen von Ölverschmutzungen leiden können als bisher angenommen.

«Wenn das Öl die Strände von Louisiana erreicht, kann das die Reproduktion der Meeresorganismen über längere Zeit negativ beeinflussen», erklärt Jan Roelof van der Meer von der Universität Lausanne. Auch wenn das Ökosystem im Golf von Mexiko nicht vergleichbar mit jenem Alaskas und das Meerwasser hier zudem wärmer sei.

Ölalarm durch Bakterien

Der Wissenschaftler bezieht sich auf seine Erfahrungen im Katastrophengebiet der Exxon Valdez. Zusammen mit einem internationalen Forscherteam hat er Proben von natürlich kohlehaltigen Meeressedimenten im betroffenen Gebiet des Prince William Sound auf Polyaromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht. Das sind zum Teil langlebige und Krebs auslösende Bestandteile von Erdöl oder Kohle.

Mithilfe von genetisch veränderten Bakterien belegten die Wissenschaftler im Labor: Nicht die PAKs der Kohle, sondern nur jene von Ölrückständen der Exxon Valdez können gesundheitliche Schäden bei Organismen verursachen - vorausgesetzt, sie sind wasserlöslich. Die Bakterien, welche die Forscher einsetzen, sind sogenannte Biosensoren: Sie fressen quasi Ölbestandteile und beginnen dabei zu leuchten.

Die ausgesendete Lichtmenge gibt den Grad der Verschmutzung an. «Es gibt im Gebiet der Havarie verschiedene Zonen, wo Erdöl in den Boden versickert ist. Das ist heute zwar unsichtbar, kann das Ökosystem aber nach wie vor schleichend schädigen», sagt der Lausanner Forscher Jan Roelof van der Meer. Experten schätzen, dass etwa 80 000 Liter Öl in Form von Asphalt und Teerklumpen im Boden der Küste Alaskas verborgen sind.

Zweifel an den Resultaten

Die Studie hat Anfang Jahr eine Diskussion entfacht. Wissenschaftler, die einst für Exxon arbeiteten, zweifeln die Resultate vehement an und halten nach wie vor an der These fest: Die Ölbestandteile in den Sedimenten, welche Tiere gesundheitlich schädigen, seien natürlichen Ursprungs.

Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass es bei manchen Tieren in Alaska chronische Vergiftungen gibt. Zu ihnen gehören auch die Kragenenten. In einer neuen Studie in der Fachzeitschrift «Environmental Toxicology and Chemistry» ist der Unterschied zwischen Vögeln in verseuchten und sauberen Zonen eindeutig: Das Öl der Exxon Valdez hinterlässt in den Lebern der untersuchten Enten heute noch Spuren.

«Entfernen kann man nur das Öl, das bis etwa einen Meter in den Boden dringt. Deshalb ist selbst nach zwanzig Jahren immer noch Öl im Boden nachweisbar», sagt Jan Roelof van der Meer.

Teil des Öls verdampft

Wie stark die Küstengebiete von Louisiana betroffen sein werden, kann derzeit niemand abschätzen. Bis jetzt hat der Ölteppich einige unbewohnte Inseln erreicht. Ein Teil des Erdöls wird verdampfen. «Für Meerestiere giftige Bestandteile werden auf dem offenen Meer und auch an der Küste durch Bakterien abgebaut», sagt Jan Roelof van der Meer. Es braucht allerdings Wochen, bis sich grosse Bakterienstämme angesammelt haben.

Ein anderer Teil des Öls kann sich im Wasser auflösen. Was zurückbleibt, sind kleine Teer- und Asphaltkügelchen, die auf den Meeresboden sinken oder an Land gespült werden. Teer und Asphalt bauen hingegen keine Bakterien ab. Sie verkleben die Tiere - meistens tödlich. Helfen kann nur, wenn die Ölmasse abgespritzt oder weggewaschen wird.

Doch auch wenn alles unternommen wird wie nach der Katastrophe der Exxon Valdez: Alle Spuren lassen sich nicht verwischen.

(Tages-Anzeiger)>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 12.5.2010: Haarsträubende Mängel auf der explodierten Ölplattform

aus: Spiegel online: US-Ölpest: Schwere Sicherheitsmängel vor Explosion der Ölplattform; 12.5.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,694602,00.html

<Reuters

Zweiter Anlauf im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Eine neue, kleinere Stahlkuppel soll das grösste Leck am Meeresboden versiegeln. Zugleich wurden haarsträubende Details über Sicherheitsmängel auf der gesunkenen Bohrplattform "Deepwater Horizon" bekannt.

Washington - Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist in eine entscheidende Phase getreten. Der Ölkonzern BP hat eine neue, kleinere Stahlglocke ins Meer abgesenkt, die das unablässig ins Wasser strömende Öl weitgehend stoppen soll, sagte ein Sprecher des Einsatzstabes. Am Mittwoch erreichte die Glocke nach Angaben eines BP-Sprechers den Meeresgrund. Sie sei aber noch nicht über das grösste der Lecks in 1500 Metern Tiefe gestülpt worden.

Die etwa zwei Tonnen schwere Konstruktion soll nun so bald wie möglich an ihren endgültigen Platz gebracht werden. Dann soll ein neuer Versuch zum Absaugen des Öls beginnen. Im besten Fall könnte die Kuppel bis zu 85 Prozent der austretenden Flüssigkeit aufhalten. Der Behälter ist mit inneren und äusseren Leitungen ausgestattet: zum Absaugen des Öl-Wasser-Gemischs und zum Einleiten von heissem Wasser und Methanol, um zu verhindern, dass Methanhydrate die Leitungen verstopfen. Ein erster Versuch mit einer mehr als 100 Tonnen schweren Stahlkuppel war am vergangenen Wochenende genau deswegen misslungen.

Falls auch der Versuch mit der kleineren Glocke schief geht, will der Plattformbetreiber Transocean auf Gummigeschosse setzen. Golfbälle, geschredderte Reifen und ähnliche Objekte sollen mit hohem Druck auf ein Abstellventil, den sogenannten Blowout Preventer, geschossen werden. Das Ventil hatte sich nicht vollständig geschlossen, als die Bohrinsel versank. Sollten auch die neuerlichen Versuche scheitern, werde das Öl im schlimmsten Fall noch bis August weiter ins Meer strömen, sagte US-Innenminister Ken Salazar dem Nachrichtensender CNN.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" war vor drei Wochen nach einer Explosion gesunken. Seitdem fliessen täglich etwa 800.000 Liter Rohöl aus zwei Lecks ins Meer. Während BP auch auf der Meeresoberfläche mit Hochdruck am Eindämmen der Ölpest arbeitet, gerät die Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen des Unglücks weiter in den Vordergrund. Der Betreiber BP, der Plattform-Eigner Transocean und der Ölfeldausrüster Halliburton schoben sich am Dienstag bei einer Anhörung im Senatsausschuss gegenseitig die Schuld zu.

"Mir wurde nie gesagt, dass wir uns den anschauen sollten"

US-Politiker und Umweltschützer machen ausserdem Behördenschlampereien für das Unglück mitverantwortlich, berichtete die "New York Times". So habe die für die Aufsicht der Ölförderung verantwortliche Rohstoffbehörde MMS ohne genaue Sicherheits- und Umweltprüfungen Genehmigungen erteilt. Der Behörde wurde in den vergangenen Jahren häufiger eine zu unkritische Haltung gegenüber der Ölindustrie bis hin zur Bestechlichkeit vorgeworfen.

Im konkreten Fall habe die MMS es unterlassen, den Blowout Preventer vor dem Einsatz auf Tauglichkeit zu prüfen. Das Ventil soll garantieren, dass kein Öl unkontrolliert aus einem Bohrloch am Meeresboden austritt. Der Chef von BP Amerika, Lamar McKay, bezeichnete die Vorrichtung als wichtigste Sicherungsmassnahme. "Mir wurde nie gesagt, dass wir uns den anschauen sollten", sagte ein MMS-Mitarbeiter bei einer Anhörung in New Orleans. Salazar kündigte an, die Behörde massiv umzugestalten und die Zahl der Sicherheitsinspektoren von 60 auf 300 zu erhöhen.

Unterdessen gibt es Hinweise darauf, dass der Blowout Preventer tatsächlich defekt war. Der demokratische Kongressabgeordnete Henry Waxmann erklärte, in einem entscheidenden Hydrauliksystem des tonnenschweren Bauteils habe es offenbar ein Leck gegeben. Ausserdem sei ein Sicherheitstest wenige Stunden vor der Explosion fehlgeschlagen. Das habe das Energie- und Handelskomitee des Senats herausgefunden.

Ölkonzerne sollen mehr in Fonds einzahlen

Längst läuft auch die Debatte um Schadensersatz. BP hat wiederholt erklärt, man werde alle "legitimen" Forderungen befriedigen. Experten rechnen mit einem Milliardenschaden für Fischer, Tourismus und Privatleute. Rund 275 Millionen Euro hat BP nach eigenen Angaben bereits ausgegeben, um die Ölpest-Schäden zu bewältigen.

Mit Blick auf kommende Ölkatastrophen will US-Präsident Barack Obama die Ölkonzerne offenbar stärker zur Kasse bitten. Die Unternehmen sollten künftig neun Cent pro Barrel geförderten Öls in einen Sonderfonds einzahlen. Aus ihm sollen im Unglücksfall die Bemühungen zur Bekämpfung von Ölkatastrophen mit finanziert werden. Bislang zahlen Konzerne acht Cent pro Barrel in den Fonds ein. Obama will laut einem Gesetzentwurf die Obergrenze für Auszahlungen aus diesem Topf von einer Milliarde auf 1,5 Milliarden Dollar erhöhen.

Der Entwurf, den das Weisse Haus zur Beratung an den Kongress geschickt hat, sieht ausserdem Finanzhilfen für Küstenbewohner vor, die wegen der Ölpest Arbeit und Einkommen verlieren. Er beauftragt die Regierung zudem, die Kosten für diese Ausgaben von den Verursachern der Ölpest einzutreiben. "Wir werden aggressiv auf volle Entschädigung durch BP und andere Verantwortliche drängen", kündigte das Weisse Haus an.

chs/dpa/ap/afp>

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Demonstration am 15.5.2010 in Zug
              (Schweiz) gegen Transocean gegen Tiefseebohrungen,
              Transparent
Demonstration am 15.5.2010 in Zug (Schweiz) gegen Transocean gegen Tiefseebohrungen, Transparent

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n-tv online,
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Ölschaden 19.5.2010: Die Ölpest vom Golf von Mexiko erreicht den Golfstrom

aus: n-tv online: BP will Quelle mit Schlamm schliessen: Ölpest erreicht den Golfstrom; 19.5.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Oelpest-erreicht-den-Golfstrom-article880189.html

<Der Ölunfall im Golf von Mexiko ist längst kein regionales Ereignis mehr. Erste Ausläufer des Ölteppichs treffen auf die Strömung, die im Uhrzeigersinn den Golf durchfliesst - den so genannten Loop-Current. Damit ist nicht auszuschliessen, dass das Öl die Florida Keys erreicht und über den Golfstrom die gesamte Ost-Küste verschmutzen könnte.
 
Die Ölpest im Golf von Mexiko nimmt immer grössere Ausmasse an. Schon in wenigen Tagen könnte es die Korallenriffe in Florida erreichen. Zudem erwarten Wissenschaftler, dass das Öl in den Golfstrom gelangen und dann sogar die US-Ostküste hochziehen könnte. Dann würden die langen Strände Georgias und South Carolinas mit den vorgelagerten Inseln betroffen sein.

Verschmutzt: Ein Greenpeace-Experte entnimmt Proben am Rand des Mississippi.
 
Im Bundesstaat Louisiana wurde derweil dickflüssiges Öl im Marschland am südlichen Mississippi entdeckt. Die Region ist ökologisch sehr empfindlich. "Das ist das erste Mal, dass wir so viel schweres Öl in unseren Feuchtgebieten sehen", sagte Louisianas Gouverneur Bobby Jindal. Wie die Zeitung "Houston Chronicle" berichtet, warnte der Politiker in der Stadt Venice: "Wir wissen, dass da draussen noch eine Menge dickes Öl ist, das bislang die Küste noch nicht erreicht hat."

Erste Ausläufer des Ölteppichs seien auf die Strömung getroffen, die im Uhrzeigersinn den Golf durchfliesst - den so genannten Loop-Current. Das zeigen Aufnahmen des Satelliten Envisat der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. "Mit diesen Bildern aus dem Weltraum haben wir den sichtbaren Beweis, dass zumindest Öl auf der Wasseroberfläche die Strömung erreicht hat", erläuterte Bertrand Chapron vom französischen Meeresforschungsinstitut IFREMER.

Öl bald in den Keys

Der sichtbare Ölfilm auf der Oberfläche zieht sich immer mehr nach Süden in die Länge, wo er den Kreisstrom berührt. "Es ist wahrscheinlich, dass er binnen sechs Tagen Florida erreicht", erklärte Bertrand Chapron.

Die von der NASA veröffentlichte Satelliten-Aufnahme zeigt den sichtbaren Verlauf des Öls.

Im Loop-Current dürfte sich das Öl stärker mit dem Wasser vermischen. "Das könnte den Ölfilm von der Oberfläche verschwinden lassen und uns daran hindern, ihn weiter mit Hilfe der Satelliten zu beobachten", sagte Chapron. "Doch die Verschmutzung wird wahrscheinlich das Ökosystem der Korallenriffe treffen." Andere Forscher hatten schon früher gewarnt, dass das Öl vom Unfall der Plattform "Deepwater Horizon" die Korallenriffe der Florida Keys beschädigen kann.

Eine grosse Menge des ausgelaufenen Öls treibt zudem unsichtbar unter der Wasseroberfläche. Dies ist auf den Einsatz von Chemikalien zurückzuführen. Längerfristig könnte ein Teil des Öls in den Golfstrom gelangen und dann sogar die US-Ostküste hochziehen. Der mächtige Golfstrom zieht aber nicht nur die Ostküste hinauf, sondern auch über den Atlantik nach Europa. Damit ist der Ölunfall im Golf von Mexiko längst kein regionales Ereignis mehr.

BP startet neuen Versuch am Wochenende

Unterdessen hat der Ölkonzern BP verkündet, die Öl-Quelle im Golf von Mexiko am Wochenende komplett zu schliessen. Das Unternehmen werde am Samstag oder Sonntag versuchen, schweren Schlamm in die seit vier Wochen sprudelnde Quelle in der Tiefe des Meeres zu pumpen, berichten US-Medien. Dabei sollen mehr als 6000 Liter pro Minute in die Öffnungen eines Ventilsystems gepresst werden, das über dem Hauptbohrloch installiert ist. BP hofft, dass das Loch dadurch verstopft wird. Danach könne es mit Zement abgedichtet werden.

Die Technik bislang nicht angewendet worden, weil Daten über die Druckverhältnisse in dem 450 Tonnen schweren Ventil-System gefehlt hätten, sagte ein BP-Sprecher. Die Ergebnisse eines Drucktests lägen aber nun vor. US-Innenminister Ken Salazar sagte vor einem Senatsausschuss in Washington, die Methode sei von Wissenschaftlern und BP-Ingenieuren als die aussichtsreichste bezeichnet worden. Sollte dieser Versuch scheitern, werde das Unternehmen versuchen, statt des Bohrlochs das Ventilsystem selbst zu verstopfen. Dafür müsste das Loch unter anderem mit kleinen Gummiteilen beschossen werden.

Probleme bei zweiter Plattform?
 
Aus der Luft ist das Ausmass der Katastrophe noch besser zu erkennen.

Am 22. April war die Ölbohr-Plattform "Deepwater Horizon" nach mehreren Explosionen untergegangen. Seitdem sprudeln täglich Hunderte von Tonnen Rohöl ins Meer. Einen Teil des Öls fängt der Plattformbetreiber, der Konzern BP, mittlerweile ab. BP pumpt es aus einem Leck in rund 1500 Meter Tiefe hoch in einen Tanker. Die genaue Menge des auslaufenden Öls ist aber unklar. BP gab den Wert lange mit etwa 700 Tonnen pro Tag an. Nun würden etwa zwei Fünftel davon abgefangen. Einige Fachleute vermuten allerdings, dass viel mehr Öl aus den Lecks sprudelt.

Die US-Regierung prüft derweil mögliche Sicherheitsprobleme auf einer weiteren Ölförderplattform des Konzerns BP. Salazar sagte, man gehe Hinweisen wegen möglicher Sicherheitsbedenken auf der Plattform "Atlantis" nach, die ebenfalls im Golf von Mexiko steht. Die Plattform, an der BP einen Anteil von 56 Prozent hält, ist mit einer Fördermenge von täglich 200.000 Barrel Öl eine der grössten Ölförderanlagen der USA.

Langfristige Folgen

Salazar räumte eine Mitverantwortung der US-Regierung für die Ölkatastrophe ein. Das Innenministerium und die ihm unterstellte Abteilung für die Ausbeutung der Bodenschätze seien mitverantwortlich, sagte der Minister. "In diesem Haus muss saubergemacht werden", fügte er hinzu.

Die Meereswelt im Golf von Mexiko wird nach Einschätzung der US-Naturschutzbehörde noch über Jahrzehnte die Folgen der Ölpest zu spüren bekommen. Allerdings könne das volle Ausmass der Schäden wohl niemals ganz ermittelt werden, weil die meisten betroffenen Tiere weit von der Küste entfernt lebten.

Ein Blick aus dem Weltraum auf den Golf von Mexiko verstärkt die Sorgen um die Auswirkungen der Ölpest. "Wir sind vor 30 Minuten über den Golf von Mexiko geflogen und haben Fotos von dem Ölfleck gemacht", sagte der Kommandant der Internationalen Raumstation ISS, Oleg Kotow, dem Fernsehsender CNN. "Es sieht sehr erschreckend aus. Es hat mir ein schlechtes Gefühl bereitet."

ppo/rts/dpa/AFP>


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Golf von Mexiko 23.5.2010: BP soll wissentlich die verminderte Sicherheit des Bohrlochs in Kauf genommen haben

aus: Ölpest: Hat BP mit der Sicherheit gespielt? 23.5.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/Hat-BP-mit-der-Sicherheit-gespielt--18042527

<Der Streit um die Verantwortung für die Ölpest verschärft sich. BP soll wissentlich die verminderte Sicherheit des Borlochs in Kauf genommen haben.
   
Verantwortlicher für Bohrungen nimmt den Hut

Der Erdölkonzern BP habe sich dafür entschieden, an einem «vorläufigen», aber weniger sicheren Ventil festzuhalten, statt ein beständiges Teil einzusetzen, berichtete die Zeitung «Washington Post» am Sonntag.

Die Zeitung berief sich dabei auf einen von einem BP-Verantwortlichen unterschriebenen Brief vom Oktober 2004. Das Ventil sollte eigentlich das Bohrloch im Falle einer Explosion verschliessen, um das Auslaufen von Öl zu verhindern.

In dem Brief erklärte Christopher Young von der Plattform-Betreiberfirma Transocean, dass BP mit der Unterschrift akzeptiert habe, dass das provisorische Ventil die Widerstandskraft des Sicherheitssystems «vermindert» und damit «die Risiken erhöht».

Ein BP-Sprecher sagte der «Washington Post» hingegen, Transocean sei allein für die Änderungen am Bohrloch verantwortlich. Bereits bei einer Senatsanhörung am 11. Mai hatten sich BP und Transocean gegenseitig die Verantwortung für die Erdölkatastrophe zugeschoben.

Bei der Explosion auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April hatte das Ventil nicht funktioniert. Laut «Washington Post» funktionierten aber auch zwei andere beständige Ventile nicht, die ebenfalls das Bohrloch hätten schliessen sollen.

BP räumt «Katastrophe» ein

Am Golf von Mexiko breiten sich inzwischen immer mehr Zorn und Hoffnungslosigkeit aus. Zum Wochenbeginn rechnen Experten mit der massiven Verseuchung eines Küstengebiets westlich des Mississippi.

BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest «katastrophal» sei. Es wird befürchtet, dass in den nächsten Tagen immer mehr Öl an vorgelagerten Inseln vorbei in die zahlreichen kleinen Buchten und ins Marschland des US-Staates Louisiana dringt.

Neuer Rettungsversuch verzögert sich

Ein Versuch, den anhaltenden Ölstrom ins Wasser zu stoppen, soll nach Worten des BP-Sprechers Dudley jetzt am Dienstagabend oder am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Dabei soll das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse geschlossen werden. Ursprünglich wollte BP das Manöver bereits am Sonntag starten. Nach Angaben des Unternehmens dauern die Vorbereitungen aber länger als gedacht, weil die Aktion kompliziert sei.

Klappt sie nicht, will das Unternehmen die sprudelnde Ölquelle zum Verstopfen mit Golfbällen und Gummiteilen bombardieren. Danach gebe es noch andere Möglichkeiten, sagte Dudley dem Sender CNN. «Wir werden es immer weiter versuchen, wir werden nicht bis August warten.»

Im August sollen die Bohrarbeiten an zwei Nebenzugängen zum Hauptbohrloch abgeschlossen sein. Dadurch würde BP dann eine schwere Flüssigkeit und Zement einleiten, um die Quelle für immer zu versiegeln.

Abgepumpte Ölmenge schwankt stark

Die aus dem offenen Bohrloch abgesaugte Ölmenge ist am Wochenende zurückgegangen. Ein Sprecher des Ölkonzerns BP sagte der Nachrichtenagentur AP am Sonntagmittag (Ortszeit), durch das zum Absaugen des Öls eingesetzte Rohr seien in den zurückliegenden 24 Stunden gut 200 000 Liter geflossen. Noch am Freitag waren es fast 350 000 Liter gewesen. BP hatte allerdings schon beim Anbringen der Rohrleitung vor einer Woche die Erwartung geäussert, dass die Menge des abgepumpten Öls stark schwanken werde.

Entgegen einer Anordnung der US-Umweltbehörde EPA will BP im Kampf gegen die Ölpest weiterhin eine umstrittene Chemikalie verwenden. Das Mittel sei die beste Lösung für den Einsatz in der Tiefe, erklärte der zuständige BP-Manager Doug Suttles in einem Schreiben an die EPA.

(sda/ddp)>

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Basler Zeitung
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27.5.2010: Ölschaden: Ein Tauchgang von Phillipe Cousteau im Golf von Mexiko zeigt den Albtraum der Zerstörung durch das Bohrloch von "Deepwater Horizon"

aus: Basler Zeitung online: «Der absolute Albtraum»; 27.5.2010;
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-absolute-Albtraum/story/19186052

<Forscher versuchen das Ausmass der Ölkatastrophe zu beschreiben. Unter ihnen Phillipe Cousteau, der im Golf von Mexiko auf Tauchgang war. Danach zeigte er sich schockiert.

Vom Ausmass der Verschmutzung schockiert: Phillipe Cousteau.

Sein Grossvater, der legendäre Meeresforscher Jacques Cousteau, wäre entsetzt gewesen: Was Philippe Cousteau Jr. bei einem Tauchtrip im Golf von Mexiko zu Gesicht bekam, beschrieb er schlicht als «absoluten Albtraum». «Da gibt es ein Gemisch aus Öl und chemischen Zersetzungsmitteln», sagte der Enkel des verstorbenen französischen Forschers dem Sender CNN. Wie befürchtet konzentriere sich diese «giftige Suppe» nicht nur an der Wasseroberfläche - selbst in mehreren Metern Tiefe seien Wolken von immer kleineren Partikeln um ihn «herumgewabert». Die Lage im Golf von Mexiko sei «sehr, sehr alarmierend», sagte er.

Cousteau und sein Team bereiteten ihren Tauchgang drei Wochen lang vor und trugen bei dem Trip schwere Tauchanzüge und Helme. «Unter Wasser diese Ölpest zu sehen und zu wissen, dass sich die Vergiftung über hunderte Meilen ausbreitet, war eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens», schreibt Cousteau in seinem Internet-Blog. «Würden mein Vater und mein Grossvater noch leben, hätten sie das auch getan und wären ebenso schockiert gewesen wie ich.» Zum Versuch des Ölkonzerns BP, das lecke Bohrloch nun mit einer Art Schlammkanone zu verschliessen, schreibt er weiter: «Auch wenn es ihnen morgen gelingen sollte, den Ölfluss zu stoppen, wird sich das bereits ausgetretene Öl noch weiter verbreiten.» Er könne nur hoffen, dass die Lektion aus der Katastrophe angekommen sei.

Seltene Fischarten sind bedroht

Auch Eric Hoffmayer, Biologe an der University of Southern Mississipi ist gemäss CNN von den Folgen der BP-Ölkatastrophe für die Ökologie im Golf von Mexiko entsetzt. Das auslaufende Öl sei in eine Strömungszone gelangt, die das Öl Richtung Süden nach Kuba und an Florida vorbei bis in den Atlantik tragen werde.

Diese Strömung sei nicht nur einer der zwei bekannten Laichgrunde des Blauflossen-Thunfischs. Der andere befindet sich im Mittelmeer. Die Bestände dieses Thunfisches seien in den letzten Jahren wegen Überfischung bereits um rund 80 Prozent zurückgegangen. Jetzt seien die Thunfischlarven, die sich in der obersten Wasserschicht bewegen, stark gefährdet.

Das Öl wirke sich, so Hoffmayer weiter, auch auf den grössten Fisch der Welt aus: den seltenen Walhai. Die von der Katastrophe betroffene Region sei für diese Art normalerweise ein wichtiger Futterplatz.

(mt)>

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n-tv online,
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27.5.2010: Ölschaden: Öl- und Gas-Plattformen verschmutzen systematisch die Nordsee

aus: n-tv online: Panorama: Verschmutzung der Nordsee: Greenpeace entdeckt Ölteppiche; 27.5.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Greenpeace-entdeckt-Oelteppiche-article891959.html

<160 Kilometer Strand hat die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko bislang verschmutzt - auch in der Nordsee könnte so etwas jederzeit passieren, warnt die Umweltorganisation Greenpeace. Die Bohrinseln seien nicht sicher, bei Kontrollen habe man Ölteppiche entdeckt.

"Rund um die Uhr wird Öl eingeleitet" - Bohrinsel in der Nordsee.

Öl- und Gas-Plattformen verschmutzen die Nordsee nach Greenpeace-Angaben schleichend. Die Umweltorganisation entdeckte während eines aktuellen Beobachtungsflugs bei 5 von 25 untersuchten Plattformen grosse schwimmende Ölteppiche. Insgesamt gibt es 400 Förderanlagen in dem Meer.

"Rund um die Uhr wird schon im Normalbetrieb Öl in die Nordsee eingeleitet", sagte Greenpeace-Meeresbiologe Christian Bussau. Die Plattformen würden den Rohstoff nicht in reiner Form fördern, sondern eine Mischung aus Öl, Gas und Wasser. Anschliessend werde das Wasser vom Öl getrennt und zurück ins Meer geleitet. Laut Greenpeace enthält das sogenannte Produktionswasser jedoch noch Restmengen an Öl. Schadstoffe daraus könnten sich in der Nahrungskette der Meerestiere anreichern.

Besonders scharf kritisierte Greenpeace die Ölförderung des BP-Konzerns westlich der Shetland-Inseln. Die dortige Offshore-Förderung in 400 Metern Tiefe berge unkalkulierbare Risiken. "Eine Öl-Katastrophe wie im Golf von Mexiko kann sich auch in der Nordsee jederzeit ereignen", sagte Bussau.

dpa>

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Spiegel
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31.5.2010: Auch in der Nordsee kann eine Bohrinsel explodieren - und es wäre fast so weit gewesen - das Lottospiel am Meeresgrund

<Teil 1: Subprime am Meeresgrund

aus: Spiegel online; 31.5.2010; http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697996,00.html

Von Marc Hujer, Cordula Meyer und Gregor Peter Schmitz

Immer tiefer, immer riskanter: Weltweit bohren Multis in der Tiefsee nach dem Rohstoff Öl. Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zeigt: Unbehelligt von wirksamen Kontrollen folgen die Firmen nur eigenen Interessen. Die Sicherheitsstandards sind auch in der Nordsee nicht besser.

[Beinahe-Explosion auf der Bohrinsel "Gullfaks C" in der Nordsee wegen Bedienungsfehler]

Es war kurz vor vier Uhr nachmittags, als plötzlich Gas aus dem Bohrloch am Meeresgrund fauchte. Panisch versuchten die Männer auf der Ölplattform, den Druck aus der Tiefe zu bändigen. Einige machten schon die Rettungsboote klar.

Tags darauf sah alles noch schlimmer aus. Verzweifelt mühten sich die Ölarbeiter, den Blowout Preventer, den letzten Schutz vor dem unkontrollierten Herausschiessen des Öls, zu aktivieren. Rund 90 Mann flohen von der Bohrinsel.

Nein, diese Szenen spielten sich nicht ab auf der "Deepwater Horizon", kurz bevor sie am 20. April explodierte. Der Zwischenfall passierte vor nicht einmal zwei Wochen, nur knapp tausend Kilometer von der deutschen Küste entfernt. Tagelang versuchten die Techniker auf der Bohrinsel "Gullfaks C" 200 Kilometer nordwestlich der norwegischen Stadt Bergen, das Bohrloch mit Schlamm und Zement zu stopfen.

"Noch immer ist die Situation nicht unter Kontrolle", sagt Frederic Hauge, Gründer der norwegischen Umweltorganisation Bellona, der das Szenario nach Interviews von Augenzeugen rekonstruiert hat. Grosse Mengen giftigen Bohrschlamms seien im Loch versickert, der Kopf des Bohrers stecke fest. Die Lage sei "ernst", konstatierte auch die norwegische Ölaufsichtsbehörde. Der Betreiber der Plattform versichert, inzwischen habe er die Lage im Griff.

"Es gibt viele Ähnlichkeiten zur 'Deepwater Horizon'", sagt Hauge. Wie dort, so sei auch auf der "Gullfaks C" schon früher Gas ausgetreten. Und genau wie dort wurden durch einen Bedienungsfehler gewaltige Brocken Dichtungsgummi aus dem Blowout Preventer nach oben gepresst, sagt Hauge. "Es stimmt eben nicht, dass so ein Unfall nicht auch in der Nordsee passieren könnte."

Das Desaster im Golf von Mexiko ist die wohl grösste Umweltkatastrophe der US-Geschichte. Zugleich aber ist es ein Menetekel für das, was auch in anderen Teilen der Welt passieren wird.

Hilflose Versuche des Ölkonzerns BP [- inzwischen ist im Golf von Mexiko die dreifache Menge der Exxon Valdez ausgelaufen]

Bis zu 126.000 Tonnen Öl sind in den Golf von Mexiko gesprudelt, das ist mehr als das Dreifache dessen, was vor 21 Jahren aus dem Tanker "Exxon Valdez" ins arktische Meer vor Alaska lief. Hilflos konnte die Welt live per Webcam zusehen, wie immer mehr der tiefbraunen Brühe aus dem Bohrloch schoss. Und hilflos muteten auch die Versuche des Ölkonzerns BP an, das Loch mit Bohrschlamm, Zement oder gar mit Golfbällen, Fetzen von Autoreifen, Kabeln oder anderem Müll zu stopfen.

Die Ölkonzerne kapitulieren vor der Technik, die Politik vor den Ölkonzernen: So lautete die Lehre dieser Bilder. Die Ölmultis, das offenbarte die Katastrophe, haben sich in einem technisch hochbrisanten Bereich jeder effektiven Kontrolle längst entzogen.

[Kontrollen auf Bohrinseln: unfähig, lax und korrupt - und es wird immer tiefer gebohrt]

Die Inspektoren der US-Regierung, die BP, Shell, Exxon und Co. eigentlich überprüfen sollten, waren unfähig, lax und korrupt - eben schlicht "fürchterlich", wie US-Präsident Barack Obama am vergangenen Donnerstag schimpfte. Unter der Bush-Regierung hatten sich die Inspekteure der zuständigen Aufsichtsbehörde Minerals Management Service (MMS) mehr als Unterstützer denn als Kontrolleure von Big Oil begriffen. Obama hatte Elizabeth Birnbaum zur neuen MMS-Chefin ernannt. Am Donnerstag musste sie gehen, weil sich nichts an den Zuständen geändert hatte.

Die Ölindustrie habe sich im wesentlichen "selbst reguliert", wetterte der US-Präsident. Damit solle es jetzt vorbei sein. Aber wie viel können seine angekündigten Verbesserungen tatsächlich ändern?

Immer tiefer dringen die Konzerne in die Ozeane vor. Immer weiter verschieben sie im Wettlauf um neue Quellen die technischen Grenzen. Damit steigt das Risiko.

Nur ein paar Monate bevor die Plattform "Deepwater Horizon" sank, hatte sie einen neuen Weltrekord für die tiefste Ölbohrung im Meer aufgestellt: 1250 Meter unter dem Meeresspiegel war sie noch einmal 9400 Meter in die Tiefe der Erdkruste vorgedrungen.

"Bedeutende Unsicherheit bezüglich der Leistungsfähigkeit dieser Systeme"

[Die Lotto-Faktoren bei Ölbohrungen im Meer: Kälte des Meerwassers, Hitze des Öls, der Druck, und neue Protoypen-Bohrsysteme]

Die Kälte des Wassers, die Hitze des Öls und vor allem der enorme Druck machen hier alles zum Experiment. Die Unternehmen entwickeln die Technik, während sie mit ihr arbeiten. Die Firmen seien "abhängig von Prototypen und neuer Technologie", konstatierten dänische Ingenieure im vergangenen Jahr in einem Fachjournal. Es gebe "bedeutende Unsicherheit bezüglich der Leistungsfähigkeit dieser Systeme".

Subprime am Meeresgrund: Wie die Banker mit immer riskanteren Derivaten hantieren, so improvisieren die Ölkonzerne mit immer gewagteren Bohrungen. Beide haben sie gehofft, dass alles schon gutgehen werde. "Die Ölindustrie hat die Risiken von Offshore-Bohrungen dramatisch heruntergespielt", sagt Umweltschützer Hauge. "Und den Kontrollbehörden fehlen das technische Wissen und die Mittel."

[BP-Manager sparten an der Sicherheit - und die "Kontrolleure" haben keine Ahnung]

Wie sehr sich die Konzerne inzwischen jeder Kontrolle entziehen, das wurde jetzt vor zwei Untersuchungsausschüssen des Kongresses und der US-Küstenwache offenbar. Die Mitglieder hörten Augenzeugen, Techniker und Manager, sie sichteten firmeninterne Dokumente. Rasch zeigte sich dabei, wie BP-Manager an der Sicherheit sparten. Sie trieben die Arbeiter auf der "Deepwater Horizon" zur Eile an und vertrauten offenbar darauf, dass nichts passieren werde. Dass US-Behörden dem Konzern mehrfach grobe Schlamperei vorgeworfen hatten, scherte dabei wenig.>


<2. Teil: "Die haben mit unserem Leben gespielt" [und spielen weiter mit dem Leben von Millionen Menschen und Tieren]

aus: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697996-2,00.html

[Ein Bohrtag kostet 533.000 Dollar - und die "Deepwater Horizon" war bereits 43 Tage im Verzug]

Für BP zählte nur, dass man auf der "Deepwater Horizon" wegen technischer Schwierigkeiten hinter dem Zeitplan lag. Die Bohrung sollte abgeschlossen, das Loch versiegelt werden. Nun bohrten die Ingenieure schon 43 Tage länger als vorgesehen. Und für jeden Tag stellte Transocean, der Betreiber der Bohrinsel, dem BP-Konzern 533.000 Dollar in Rechnung. "Wir erfuhren während eines Sicherheitstreffens, dass um die 25 Millionen im Schlamm verschwunden sind", sagt Mike Williams, der Chefelektriker auf der Plattform. "Wenn sie anfangen, mit solchen grossen Zahlen herumzuwerfen, dann kommt der Druck - der Druck, schneller zu machen."

[Ein falsch berührter Schalter lässt ein Bohrrohr durch ein geschlossenes Ventil stossen]

Vier Wochen vor dem Unglück wurde dann auch noch der Blowout Preventer beschädigt, erzählt Williams. Ein Arbeiter habe versehentlich einen Schalter berührt, das Bohrrohr sei daraufhin mit der Wucht mehrerer Tonnen durch ein geschlossenes Ventil geschossen. Später tauchten grosse Gummibrocken im Bohrschlamm auf, so Williams. "Keine grosse Sache", habe der Vorarbeiter gesagt.

[Verschluss des Bohrlochs mit nur einer Schutzhülle - Sparen bei der Sicherheit trotz Milliardengewinnen in der Bilanz]

Wenige Tage vor der Explosion schien alles so weit, das Bohrloch sollte geschlossen werden. Eine oder zwei Schutzhüllen? BP stand nun vor zwei Optionen. Die Firma entschied sich für die einfache Version, das, so heisst es in einem BP-Dokument, sei "die wirtschaftlichste Variante". "Es war auch die riskantere", sagt Greg McCormack, Ölexperte an der University of Texas in Austin. Der Arbeiter Stephen Stone ist sicher: "Die haben mit unserem Leben gespielt."

17 Milliarden Dollar verdiente BP im vergangenen Jahr, im ersten Quartal dieses Jahres übertraf der Konzern seinen Vorjahresgewinn noch einmal um fast 140 Prozent. Gespart wurde trotzdem - auch und gerade, wenn es um die Sicherheit ging.

[Das Ersetzen von schwerem Schlamm durch Meerwasser im Bohrloch]

So war die Bohrinsel unter der Flagge der Marshall-Inseln registriert. Die Kontrollen der Küstenwache gingen dann blitzschnell vonstatten. Um elf Uhr morgens am 20. April, dem Tag des Unglücks, kam es dann zum offenen Streit zwischen einem Mitarbeiter von BP, dem Mieter der Bohrinsel, und deren Betreiber Transocean. Der BP-Mann wollte schweren Schlamm durch leichteres Meerwasser ersetzen, das werde die Arbeiten beschleunigen. Die Transocean-Crew protestierte. Vergebens. "Die Mieter zahlen die Rechnung, sie bestimmen, was gemacht wird", sagt Carl Smith, ein ehemaliger Kapitän der Küstenwache, vor dem Ausschuss in Louisiana.

Und es gab viel zu bestimmen an diesem 20. April. Der Druck im Bohrloch war gesunken, das sprach für ein Leck. Doch nach einem Test gab die Mannschaft Entwarnung und füllte Wasser in das Loch.

Am Meeresboden lauerte eine grosse Gasblase

Zu dieser Zeit lauerte unten am Meeresboden längst eine grosse Gasblase. Doch erst 51 Minuten vor der Explosion wurde das erste Leck gemeldet, zehn Minuten später das zweite. Dann schossen zischend Gas und Bohrschlamm nach oben. Von zwei Explosionen wurde Elektriker Williams umhergeschleudert. "Ich dachte, ich werde genau jetzt hier sterben", sagt er.

In dem Moment, als die letzte Notabschaltung, der sogenannte Dead Man Switch, versagte, brach auch das System zusammen, dem die Ölkonzerne ihre astronomischen Gewinne verdanken. Mit dem emporquellenden Rohöl trat die Tatsache an die Oberfläche, wie sehr die Multis in Amerika seit Jahren machen konnten, was sie wollten.

[Die Strukturen der Korruption bei den Aufsichtsbehörden in den "USA": MMS als alte "Kameraden" - die Prüfberichte sind von den Ölmanagern selber geschrieben]

Der MMS, eine der grössten Aufsichtsbehörden der Welt, vergibt alle Bohrlizenzen in den Vereinigten Staaten. Seine Aufgabe ist es, Sicherheit und Umweltverträglichkeit der Bohrinseln zu überwachen. Doch der MMS ist berüchtigt für seine Willfährigkeit gegenüber Big Oil.

Bezirksmanager Larry Williamson gibt zu: "Es ist doch klar. Wir kommen alle aus den gleichen Teilen des Landes. Fast alle Inspektoren haben einmal für die Ölfirmen da draussen auf den Bohrinseln gearbeitet. Manche kennen sich, seit sie Kinder waren. Sie gehen zusammen jagen, und sie fischen zusammen."

Beamte der Behörde, so offenbarte jetzt ein Bericht des Innenministeriums, haben sich zu Jagdausflügen und Footballspielen einladen und mit Ölfirmenjets herumfliegen lassen. Im Gegenzug durften Ölmanager ihre eigenen Prüfberichte ausfüllen, mit dem Bleistift. Die Beamten zogen sie dann nur noch mit dem Kugelschreiber nach.

Wenn die MMS-Behörde einmal fachlichen Rat sucht, dann fragt sie gern beim American Petroleum Institute an. Bezahlt wird das von der Industrie. "Das ist so, als ob man Dracula mit der Verwaltung der Blutbank betraute", spottet der ehemalige Ölmanager Ben van Bilderbeek.

Viele Bohrprojekte wurden ohne die vorgeschriebene Umweltprüfung erlaubt

[MMS-Praxis: Umweltprüfung wird einfach nicht durchgeführt - und die Ölkonzerne schreiben mit Schmiergeldzahlungen vor, wie geprüft wird]

Die MMS-Beamten scheuen sich nicht einmal, zugunsten der Industrie Gesetze zu missachten: Viele Bohrprojekte wurden ganz ohne die vorgeschriebene Umweltprüfung erlaubt.

"Der MMS ist die korrupteste, unqualifizierteste Behörde, mit der ich in den letzten 20 Jahren zu tun hatte. Er hat jede Absicht aufgegeben, die Ölindustrie zu regulieren", resümiert Kieran Suckling, Chef der Umweltorganisation Center for Biological Diversity.

Und wenn der MMS dann doch einmal strengere Standards einführen will, lassen die Ölkonzerne eben ihre Verbindungen spielen. Allein BP liess sich die Lobbyarbeit in Washington im vergangenen Jahr die enorme Summe von 16 Millionen Dollar kosten.

Unter der Regierung von Präsident George W. Bush war der Einfluss der Ölmultis allgemein bekannt, schliesslich sassen ihre Förderer direkt im Oval Office: Präsident Bush entstammte einer texanischen Öldynastie, und Vize-Präsident Dick Cheney war einst Vorstandschef der Ölzulieferfirma Halliburton gewesen.

Im MMS aber hat der Geist dieser Ära bislang gut überdauert: An seiner Praxis, auf Umweltprüfungen zu verzichten, hat der Regierungswechsel nichts geändert; sogar nach der Explosion der "Deepwater Horizon" stellte der MMS noch ein Dutzend Bohrgenehmigungen aus.

[Systematisch nicht kontrollierte BP - kriminelle BP ohne Lerneffekt: defekte BP-Pipeline in Alaska - 15 Tote bei Explosion einer BP-Raffinerie in Texas City - und läppische Bussgelder]

So lax und wohlwollend verhielten sich die Kontrolleure, dass dies die Nachlässigkeit in den Konzernen geradezu fördern musste - kaum irgendwo aber offenbar so systematisch wie bei BP. Über 700 Verwarnungen der US-Arbeitssicherheitsbehörde kassierten die Briten im vergangenen Jahr. Die nächstfolgende Firma erhielt gerade einmal 8.

Und Katastrophen schienen dabei keinerlei Lerneffekt zu erzeugen: Am 2. März 2006 flossen im grössten Ölfeld Alaskas in Prudhoe Bay fast eine Million Liter Öl aus einer durchgerosteten BP-Pipeline in eine Region voller Eisbären, Eisfüchse und anderer seltener Arktisbewohner. Bereits Jahre vorher hatten BP-Techniker auf die Mängel in der Pipeline hingewiesen.

Nur knapp ein Jahr zuvor waren bei einer Explosion in einer BP-Raffinerie in Texas City 15 Arbeiter gestorben. Es war das schlimmste Industrieunglück in den USA seit mehr als 15 Jahren. Die Überwachungsbehörde, das Chemical Safety Board, begann die grösste Untersuchung ihrer Geschichte. Das Ergebnis: Schlamperei, Sparmassnahmen, fehlende Sicherheitsstandards. Der zuständige Untersuchungsleiter Don Holmstrom beklagte "ein Versagen des Konzerns auf allen Ebenen".

Genützt haben seine Warnungen nichts - und schon gar nicht die Bussgelder, die der MMS 2007 gegen BP verhängte. Auf der BP-Bohrinsel "Ocean King" war es 2002 nach hohem Gasdruck zu einem Beinahe-Blowout gekommen. Der MMS warf BP vor, in der Firma fehle es an Leitlinien für den Notfall, die Arbeiter hätten nur mangelhaftes Wissen über das System. BP musste Strafe zahlen: 41 000 Dollar. Das ist nicht einmal ein Zehntel der Tagesmiete für eine Bohrinsel.

[Korrupte Kontrollpraxis von Bohrinseln auch in Norwegen, Kambodscha, Nigeria]

Doch sind die Kontrollbehörden anderer Länder wirklich besser? Werden die Multis in Europa enger an die Leine gelegt? "In diesem Punkt ist die Praxis mehr oder weniger überall gleich", konstatiert der norwegische Ölexperte Per Holand.

So schreibt die britische Ölbohr-Aufsicht lediglich vor, dass Umwelt- und Sicherheitsrisiken "so gering wie vernünftigerweise möglich" sind. Und Ole-Johan Faret, Sprecher der norwegischen Ölsicherheitsbehörde, gesteht unumwunden: "Es geht darum zu überprüfen, wie die Firmen sich selbst überprüfen."

Noch weitaus schlechter steht es um die Standards vieler anderer Länder, vor deren Küsten ebenfalls Öl aus der Tiefe sprudelt. Die Aufsichtsbehörde in Kambodscha operiert unter strikter Geheimhaltung. Und vor Nigeria, so schätzen die Experten, läuft aus Bohrlöchern jedes Jahr so viel Rohöl ins Meer wie beim Unglück der "Exxon Valdez" - die Katastrophe als Alltag.

[Aus Bohrinsel-Unglücken in Mexiko (1979) Schottland (1988) nichts gelernt]

Da ist es kaum verwunderlich, dass es immer wieder zu Beinahe-Blowouts und Katastrophen kam. Im Juli 1988 starben vor Schottland 167 Menschen auf "Piper Alpha", als Gas entwich und sich entzündete. Nach mehreren Explosionen stand die Plattform in Flammen und sank.

Die Mutter aller Bohrinsel-Unglücke aber ereignete sich vor 31 Jahren vor der Südküste Mexikos - nur 1000 Kilometer vom Ort der "Deepwater"-Katastrophe entfernt. Die Techniker auf der mexikanischen Plattform "Sedco 135" konnten damals den Druck nicht mehr regulieren, als Bohrschlamm in Rissen neben dem Bohrloch versickerte. Wie bei "Deepwater" versagte auch hier der Blowout Preventer. Neun Monate lang konnte das Bohrloch nicht gestopft werden.

Selbst der legendäre Feuerteufel Paul "Red" Adair konnte den Ölfluss nicht stoppen. Zwei Entlastungsbohrungen blieben vergebens. Insgesamt 500 Millionen Liter Öl strömten vor Mexiko ins Meer.

Gespenstisch vertraut mutet die Chronik des Desasters an: Die US-Küstenwache nutzte damals Absperrungen und Abschöpfer, um ihre Küsten zu schützen, genau wie dieses Mal. Auch über einen Sandwall, wie ihn der Gouverneur von Louisiana jetzt bauen will, wurde schon damals diskutiert. Und genau wie heute stritten sich die US-Behörden über die Verwendung des Ölzersetzers Corexit, den Flugzeuge im Auftrag der Mexikaner auch seinerzeit auf dem Golf versprühten.

Immer kühnerer, immer riskanterer Vorstoss in die Tiefe

Den immer aufwendigeren, immer kühneren, immer riskanteren Vorstoss in die Tiefe hat die Erfahrung der "Sedco 135"-Katastrophe nicht gebremst. Wird es nach der "Deepwater Horizon" anders sein?

[Obama will neue Sicherheit - aber auch Brasilien will nun Ölplattformen]

Präsident Obama hat für ein halbes Jahr alle Neubohrungen im Golf gestoppt. Auch in der Arktis und vor der Küste Virginias ist das Schlürfen nach Öl vorerst abgesagt. Zudem will Obama die Sicherheitsstandards verbessern. Eine Kommission soll rasch neue Vorschriften erarbeiten.

"Unter der letzten Regierung war die Öl- und Gasindustrie der absolute König", sagt sein Innenminister Ken Salazar und verspricht: "Damit ist es nun vorbei."

Umweltexperte Hauge aus Norwegen ist skeptisch. Er fordert, auch in der Nordsee Neubohrungen auszusetzen, bis mehr über die Ursachen des Unglücks im Golf bekannt ist.

Doch selbst wenn der Ölboom in Europa und den USA einen Dämpfer bekäme - andernorts geht die Offshore-Euphorie unverdrossen weiter. Die nächste Front wird gerade in Brasilien eröffnet.

800 Kilometer lange Ölfelder liegen dort vor den Küsten, 7000 Meter tief unter Ozean und Salzschichten, zugänglich nur unter technischen Extrembedingungen. 170 Milliarden Dollar will Brasiliens Staatsölfirma Petrobras für die Erschliessung ausgeben. Der Konzern lässt gerade die "P-56" bauen. Die Bohrinsel erfülle den letzten Stand der Technik, heisst es. In wenigen Monaten werden die ersten Testbohrungen gemacht.

Die "P-56" ist so ähnlich gebaut wie die "Deepwater Horizon".>

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3.6.2010: Das BP-Öl erreicht die
              ersten Strände von Florida$
3.6.2010: Das BP-Öl erreicht die ersten Strände von Florida [3]

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Spiegel
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4.6.2010: Der Ölteppich driftet mit dem Golfstrom an die "US"-Ostküste bis nach Europa

aus: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698722,00.html

Der Ölteppich im Golf von Mexiko
              driftet an die "US"-Ostküste bis nach Europa
Der Ölteppich im Golf von Mexiko driftet an die "US"-Ostküste bis nach Europa [4]

Die Computersimulation sagt voraus, dass der Golfstrom den Atlantik in Mitleidenschaft ziehen wird, eventuell bis Europa:

Computersimulation des Ölteppichs vom Gof von Mexiko
              bis in den Atlantik, eventuell bis Europa
Computersimulation des Ölteppichs vom Golf von Mexiko bis in den Atlantik, eventuell bis Europa [5]

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20 minuten
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8.6.2010: Norwegen verbietet Tiefseebohrungen

aus: 20 minuten online: Ölpest und die Folgen: Norwegen verbietet Tiefsee-Bohrungen; 8.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/25543180

<Norwegen wird vor seiner Küste keine Tiefsee-Bohrungen mehr genehmigen, bis der Hintergrund der Öl-Pest im Golf von Mexiko geklärt ist.

1|19Immer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von Tierschutzorganisationen.  Weniger...Immer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von Tierschutzorganisationen. Bildstrecke nochmals anschauen Bild: Keystone/Bill HaberImmer mehr Vögel landen in den Hilfsstationen von Tierschutzorganisationen.

Energie-Minister Terje Riis-Johansen teilte am Dienstag mit, dass sämtliche neue Bohrungen verboten sind. Es müsse zuerst herausgefunden werden, was die Katastrophe auf der Bohrplattform «Deepwater Horizon» ausgelöst habe und welche Folgen dies für die norwegischen Vorschriften habe.

Seit einer Explosion auf der von BP betriebenen Bohrplattform im April tritt in 1,6 Kilometern Tiefe Öl in den Golf von Mexiko aus. Es ist die schlimmste Ölverschmutzung in der US-Geschichte.

(sda)>

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Stern online,
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9.6.2010: Ölschaden: Autofahrer und Ölprodukte fordern immer weitere Bohrungen - und die Politiker wollen keinen Wechsel

aus: Stern online: Ölpest im Golf von Mexiko: Wir sind alle BP; 9.6.2010;
http://www.stern.de/panorama/oelpest-im-golf-von-mexiko-wir-sind-alle-bp-1571594.html

<An der Ölpest im Golf von Mexiko ist nicht nur BP Schuld. Es ist auch unser unstillbarer Öldurst, der die Konzerne dazu bringt, der Erde den letzten Rest des kostbaren Rohstoffs abzuringen. Ein Kommentar von Niels Kruse


Ein Schiff in einem Meer aus Öl: Wut auf Ölkonzerne, die ihre Technik nicht im Griff haben

Mit zähem Öl verklebte Vögel, unter schwarzem Schlick begrabene Strände, Mangroven, in denen sich das Schmiermittel der Globalisierung für immer festzusetzen scheint: Die Bilder, die aus dem Mississippi-Delta um die Welt gehen, sind fürchterlich. Sie machen traurig angesichts der unvorstellbaren Schäden, die das ausströmende Öl anrichtet. Und sie machen wütend auf Ölmultis wie BP und ihre Partnerfirmen, die nicht in der Lage sind, Förderplattformen sicher zu betreiben.

Sich über die Ölpest zu empören, die dem Untergang der "Deepwater Horizon" folgte, gehört zum guten Ton, ist einfach, aber auch wohlfeil. Denn selbst wenn korrupte Behörden unerprobte Bohrtechniken genehmigen und Mineralölkonzerne nicht wissen, was im Fall des Unglückfalles zu tun ist - eine Mitschuld an der Tragödie vom Golf von Mexiko trifft uns alle.

Ob als Konsument, der im Supermarkt kiloweise Kunststoffe kauft. Als Urlauber, der tonnenweise Kerosin in die Luft bläst. Als Arbeitnehmer, der seinen Weg zum Job im Auto zurücklegt. Als Bürger, der seine Regierung nicht genug zu einer Energiewende drängt. Es ist schlicht unser Durst nach Öl, der die Nachfrage antreibt. Es ist unser Durst, der Firmen wie BP dazu anstachelt, dem Planeten immer mehr schwarzes Gold abzupressen - in immer größeren Tiefen, mit immer aufwändigeren Bohrungen, mit immer unkalkulierbareren Risiken.

14 Milliarden Liter Öl werden täglich verbraucht

Rund 86 Millionen Barrel Erdöl werden laut der Internationalen Energieagentur, einer Unterbehörde der OECD, jeden Tag weltweit verbraucht. Das entspricht einem Volumen von rund 14 Milliarden Litern täglich - notwendig für Benzin und Diesel, für Medikamente, Düngemittel und Textilien, für Verpackungen, Waschmittel und Farben. Allein für Kunststoffe wird in Deutschland ein Viertel des Öls verwendet. Die Kunststoffindustrie berichtet erfreut, dass ihre Umsätze seit 1950 im Schnitt um neun Prozent gewachsen sind - pro Jahr. Auch die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass der Kunststoffhunger noch lange nicht gestillt ist.

Das hat direkte Folgen für den Ölverbrauch, der in Deutschland zwischen 2007 und 2008 um 4,7 Prozent gestiegen ist. In den USA, dem größten Ölschlucker der Welt, war der Konsum zwar zuletzt rückläufig, hat in den vergangenen Jahren aber insgesamt zugenommen. Das gilt auch weltweit: Die Internationale Energieagentur schätzt, dass der Bedarf um ein Prozent pro Jahr steigen wird.

Der Hauptgrund dafür ist, dass allein der Plastikkram, der den Alltag frisch, praktisch und bunt macht, all die Kaffeeverpackungen, der Leim und die Druckerschwärze für Bücher, Zahnpastatuben, Kugelschreiber, Panini-Bildchen, PET-Flaschen, CD-Rohlinge, Einkaufstüten und Blumentöpfe aus den Fabriken in die Supermärkte und von dort in die Stuben der Konsumenten, also zu uns allen gelangen muss. Mehr als die Hälfte des weltweit produzierten Erdöls wird von Autos und Lkw, von Bussen und Schiffen verbrannt - und die Gesamtmenge steigt gerade dann, wenn es der Wirtschaft gut geht und viele Menschen viele Waren kaufen. Wer eine blühende Wirtschaft will, muss auch eine blühende Erdölindustrie in Kauf nehmen.

Zwei, drei Mal im Jahr grassiert die Benzinwut

Die Kehrseite des gewünschten Wohlstands: ein steigender Ölpreis, den die Autofahrer am deutlichsten an der Zapfsäule zu spüren bekommen. Deutschland gerät zwei bis drei Mal im Jahr in Benzinwut, wenn, meistens zu Beginn der wichtigen Ferienzeiten, die Ölkonzerne die Spritkosten hochsetzen. Zwar mag die Preisgestaltung auf fragwürdige Weise zustande kommen - doch die Empörungswelle zeigt vor allem, dass Treibstoff als Grundnahrungsmittel betrachtet wird, wie Bier und Brot, dauerverfügbar und billig. Wer kann es den Ölkonzernen verdenken, dass sie diese Nachfrage stillen wollen?

Das Problem ist nur, dass der Rohstoff langsam ausgeht. Experten sind sich uneinig darüber, wann genau der "Peak Oil" erreicht ist, der Punkt, von dem an nicht mehr Öl gefördert werden kann. Einige glauben, er sei bereits 2007 überschritten worden und die Vorräte werden in den nächsten 30 bis 40 Jahren aufgebraucht sein. Die größten Rest-Ressourcen, so der aktuelle Stand, liegen kilometertief unter den Weltmeeren, vor allem im Golf vom Mexiko, vor Westafrika und der brasilianischen Küste. Wegen der politisch angespannten Lage in den klassischen Petrostaaten des Nahen Ostens bohren sich die Ölgesellschaften deshalb in 3000 Meter Tiefe vor, um dem Volk zu geben, was das Volk wünscht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die Zahl der Autos steigt rasant, doch alternative Antriebe haben es weiter schwer. Die Politik greift nicht hart genug durch, doch die Benzinpreise sind sakrosankt.>

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20 minuten
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Golf von Mexiko 10.6.2010: Nun werden auch Menschen krank: Übelkeit, Kopfweh, Augenentzündungen, Atembeschwerden

aus: 20 minuten online: Ölkatastrophe: Jetzt lässt die Ölpest Menschen erkranken; 10.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/15023281

<Sieben Wochen dauert die Ölpest im Golf von Mexiko schon - und inzwischen macht sie auch Menschen krank. Diese leiden unter anderem unter Atembeschwerden.

Mehr als 70 Menschen suchten mittlerweile alleine in Louisiana ärztliche Hilfe, unter anderem leiden sie unter Übelkeit, Kopfweh, entzündeten Augen und Atembeschwerden. Das meldete die zuständige staatliche Behörde. Acht Patienten mussten in Spitälern behandelt werden.>

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n-tv online,
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Golf von Mexiko 11.6.2010: Wo ist das Schiff mit dem aufgesaugten Öl? - Hochkriminelle Firma BP

aus: n-tv online: Video: Wo ist das aufgesaugte Öl? Die Wut auf BP wächst;
http://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Die-Wut-auf-BP-waechst-article918103.html

Tatsache ist, dass die kriminelle, englische Firma BP seit ca. einer Woche behauptet, es würden täglich 2 Mio. Liter Öl mit einem Absaugtrichter abgesaugt und in ein Schiff verladen.

Tatsache ist aber auch gemäss der "US"-Geologiebehörde, dass die kriminelle, englische Firma BP bisher niemandem gezeigt hat, wo sich dieses Schiff befindet, das das angeblich abgesaugte Öl aufnimmt.

Dieses Verhalten der kriminellen, englischen Firma BP lässt darauf schliessen, dass die Angabe, es werde Öl abgesaugt, gelogen ist.

Text des Sprechers im Video:

<Es ist ein Alptraum, der da im Golf von Mexiko vor sechs Wochen begonnen hat. Und offenbar ist alles noch schlimmer als befürchtet. Deutlich mehr Öl als angenommen ströme aus, sagt die US-Geologiebehörde jetzt, sechs Millionen Liter täglich. Bis zu 380 Millionen Liter Öl könnten seit der Explosion der Plattform ausgelaufen sein.

Und was bringt die von BP installierte Auffangglocke?

"Es kommt immer noch die gleiche Menge Öl an die Wasseroberfläche wie zu Beginn, bilanziert der Professor von der Universität Miami.

Was auffällt, ist, bisher gibt es kein einziges Fernsehbild von aufgesaugtem Öl oder dessen Abtransport in einem Tankschiff. Laut BP werden aber täglich mehr als 2 Mio. Liter Öl aus dem Leck auf ein Schiff abgepumpt. Wo ist dieses Öl?

Die Wut auf den Konzern wächst. Die betroffenen Fischer warten bisher vergeblich auf Geld von BP, ebenso die Familien der Arbeiter, die bei der Explosion der "Deepwater Horizon" umgekommen sind. Präsident Obama hat die Angehörigen jetzt empfangen und versichert, er werde die Opfer nicht vergessen. Obama hat auch die BP-Führungsspitze ins Weisse Haus zitiert und hat dem Konzern ein Ultimatum gestellt. Bis morgen sollen neue Pläne auf dem Tisch liegen, wie das Ölloch gestopft werden kann.>

Schlussfolgerung: BP ist hochkriminell
Dieses Verhalten der kriminellen, englischen Firma BP lässt darauf schliessen, dass die Chefetagen der "hohen Krawatten" bei BP weiterhin in einer arroganten Art und Weise meinen, sie könnten mit der Weltbevölkerung "spielen", weil man sowieso nicht kontrollieren könne, was da am Meeresboden passiert.

Doch, man kann durch Unterwasserkameras kontrollieren, was dort am Meeresboden passiert, und bisher wurde weder ein Absaugtrichter noch das Schiff mit dem abgesaugten Öl gezeigt. Es scheint alles gelogen, und es scheint, dass diese kriminelle, englische Firma BP nicht nur kriminell ist, sondern hochkriminell.

Michael Palomino, 11.6.2010

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Spiegel online,
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Kriminelle Vertuschung am Golf von Mexiko 12.6.2010: BP sperrt Strände ab, um das Ausmass der Ölpest zu vertuschen, und behauptet: "Das ist unser Öl" - die kriminelle BP verhält sich wie eine Regierung, der die Strände gehören

BP-Logo mit
            Ölpest, eine kriminelle Firma (BP) spielt Roulette mit
            Millionen Menschen und Tieren auf der ganzen Welt  Golf von Mexiko
            2010, ölverschmierter Pelikan
BP-Logo mit Ölpest, eine kriminelle Firma (BP) spielt Roulette mit Millionen Menschen und Tieren auf der ganzen Welt, z.B. ein ölverschmierter Pelikan [6,7]

aus: Spiegel online: Ölpest im Golf: BP-Zensoren verschleiern die Umweltkatastrophe; 12.6.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,700128,00.html

<Von Marc Pitzke, New York

DPA

Am Golf von Mexiko bestimmt BP, wer die Ölpest zu Gesicht bekommt. Die Firma blockiere die Berichterstattung über die Katastrophe, sagen Journalisten. Mit riskanten Tricks erlangen Reporter Zugang zur Sperrzone - ihnen bieten sich grausige Bilder.

Kelly Cobiella kennt sich aus mit dramatischen Storys. Die Reporterin für CBS News hat schon über Buschfeuer berichtet, über das spurlose Verschwinden der Schülerin Natalee Holloway in Aruba und die Abberufung des kalifornischen Gouverneurs Gray Davis. Doch im Mississippi-Delta, da stieß sie schließlich an ihre Grenzen.

Als Cobiella mit ihrem Kamerateam von der Südspitze des Deltas aus in See stach, um zu einem ölverdreckten Strand zu fahren, schnitt ihnen ein anderes Boot den Weg ab. An Bord waren fünf Arbeiter des Ölmultis BP und zwei uniformierte Beamte der US-Küstenwache.

Die Beamten forderten Cobiella und ihre Kollegen auf, sofort umzukehren, sonst würden sie verhaftet. "Dies sind die Vorschriften von BP", sagte der Mann am Ruder, "nicht unsere."

Der Vorfall vom Mai, der auf Video festgehalten wurde (siehe Video unten), schien anfangs nur ein Einzelfall - ein Missverständnis vielleicht, behördlicher Übereifer angesichts der eskalierenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. "Weder BP noch die US-Küstenwache haben Vorschriften, die den Medien den Zugang zu betroffenen Gebieten verwehren würden", erklärte Küstenwachtsprecher Rob Wyman. Bei CBS sei es um "Fragen der Sicherheit" gegangen.

Inzwischen aber häufen sich die Klagen von immer mehr Journalisten und Fotografen, die sich daran gehindert fühlen, hautnah über das Desaster zu berichten. Die Beschwerden kamen erst sporadisch, dann immer häufiger: BP und die Küstenwache erschwerten ihnen die Arbeit an der Golfküste - offenbar, um die schlimmsten Bilder des Öls zu zensieren oder zumindest zu kontrollieren.

AP, die größte US-Nachrichtenagentur, hat sich der Kritik seither ebenso angeschlossen wie "Newsweek", die "Washington Post" und die "New York Times". Solche anekdotenhaften Vorfälle, resümierte die "Times" diese Woche, deuteten auf ein größeres Problem: "Dass die Verantwortlichen die Bilder vom Ölteppich filtern, die die Außenwelt zu sehen bekommt."

"Es tut mir zutiefst leid"

"Sie versuchen, den Zugang einzuschränken", schimpft auch der demokratische Abgeordnete Ed Markey, der BP fast täglich mit bösen Briefen zu mehr Transparenz nötigt.

Die Medienblockade am Golf steht im krassen Gegensatz zu der Imagekampagne, die BP zeitgleich gestartet hat. Täglich bittet der Konzern, der in den USA längst zum Feindbild Nummer eins geworden ist, mit ganzseitigen Anzeigen und einem TV-Spot in Dauerrotation um Vergebung. "Es tut mir zutiefst leid", sagt BP-Chef Tony Hayward in dem Video, das sonnige Bilder von Säuberungsaktionen zeigt, aber keine sichtbare Spuren des Öls selbst. "Wir werden es wieder in Ordnung bringen."

In dem 60-Sekunden-Clip, der 50 Millionen Dollar gekostet hat, versichert Hayward weiter: "Wir wissen, dass es unsere Verantwortung ist, Sie auf dem Laufenden zu halten." Die Aufrichtigkeit dieser Aussage ziehen jedoch immer mehr Beobachter vor Ort in Zweifel.

Zum Beispiel Mac McClelland, ein Reporter für das investigative Magazin "Mother Jones": McClelland wollte sich den Schaden auf Elmer's Island anschauen, einem Dünen-Refugium für bedrohte Tierarten in Louisiana. Die Sheriffs, berichtet er, hätten die Halbinsel jedoch "an jeder Biegung" abgeriegelt und ihn an ein "BP-Informationszentrum" verwiesen, wo eine BP-Vertreterin die Sperrung so begründet habe: "Wir haben schon genug blaue Augen." Warum BP die Hoheit über den Strand übernommen habe? Ihre Replik: "Dieses Öl gehört BP."

Ted Jackson, Fotograf für die Zeitung "Times-Picayune" in New Orleans, stieß auf ähnliche Hindernisse - in der Luft. Denn er wollte den Ölteppich von einem Flugzeug aus inspizieren.

"BP will seine Darstellung in der Presse kontrollieren"

Den Routineantrag der Chartergesellschaft Southern Seaplane auf Fluggenehmigung habe das BP-Lagezentrum jedoch abgelehnt. Die Begründung, so Rhonda Panepinto, die Chefin von Southern Seaplane, in der "Times-Picayune": "Absolut keine Medien oder Presse." Panepinto beschwerte sich schriftlich bei ihrem republikanischen Senator David Vitter: "BP will seine Darstellung in der Presse kontrollieren."

Vitters demokratischer Kollege Bill Nelson spürte die Medienbeschränkungen am eigenen Leibe. Er hatte Reporter und Kameraleute zu einem Erkundungsflug über den Golf eingeladen. Die Mitfluggenehmigung wurde den Journalisten jedoch am Vorabend kurzfristig versagt - nicht von BP, sondern vom US-Heimatschutzministerium. Politiker und Medien, so die Auskunft, würden generell nicht in derselben Maschine befördert.

Die Küstenwache hat im Benehmen mit BP sowieso über weite Bereiche des Golfs ein Tiefflugverbot verhängt. Privatmaschinen kommen so nicht nahe genug an den Ölteppich heran, als dass er sich erkennen ließe. "Du knipst aus einem Kilometer Höhe durch die Wolken", sagte Fotograf John McCusker der "New York Times". "Da ist es schwer, den Unterschied zwischen einem Ölflecken und dem Schatten einer Wolke zu erkennen."

Wie aggressiv BP um die Bilderhoheit kämpft, merkte auch Matt Gutman, Korrespondent für ABC News. Als der sich am Donnerstag an einem Strand in Alabama, den BP-Arbeiter gerade säuberten, mit seinem Laptop zu einem Video-Chat aufbaute, versuchte ein BP-Manager, ihn zu verscheuchen. "Diese Bedingungen machen es unglaublich frustrierend, hier zu arbeiten", sagte Gutman in dem anschließenden Chat. "Wohin du auch gehst, du stößt auf Polizeibarrikaden, auf Leute, die dir verbieten, dieses oder jenes zu tun oder mit Leuten zu reden."

BP weist die Vorwürfe zurück - halb. "Unsere kategorische Haltung ist es, den Medien und anderen so viel Zugang wie möglich zu geben, ohne unsere Arbeit zu kompromittieren", erklärte BP-Sprecher David Nicholas gequält.

Heimliche Führung durchs Katastrophengebiet

Gelegentlich bietet die Küstenwache Reportern an, sie über den Golf zu fliegen. Diese Flüge verlaufen allerdings unter strikter Aufsicht. "Ich verstehe, dass es etwas Frustration geben mag", erklärte David Mosley, der zuständige Offizier der Küstenwache. "Aber es gibt andauernde Bemühungen, den Anfragen der Medien nachzukommen." Bisher habe man so mehr als 400 Journalisten ausgeholfen.

AP-Chefredakteur Michael Oreskes vergleicht die Lage seiner Leute mit Reportern, die in Kriegsgebieten wie Afghanistan beim Militär "embedded" sind, eingebettet. "Es herrschen ständige Anstrengungen, den Zugang zu kontrollieren", klagte er in der "New York Times". In der Tat offeriert die Küstenwache besagte Flüge in ihren offiziellen E-Mails als "embedded flights".

Trotz dieser Probleme sickern mittlerweile erschreckende Bilder und Berichte aus der Krisenzone durch. Die Reporter schaffen das oft nur mit riskanten Tricks.

[BP-Mitarbeiter gibt "private Führung" auf der Grand Isle vor Louisiana]

Matthew Lysiak von den New Yorker "Daily News" scheiterte zunächst, als er Grand Isle besichtigen wollte, eine gesperrte Düneninsel vor Louisiana. Schließlich habe ihm ein über das Verhalten der eigenen Firma "empörter" BP-Arbeiter eine heimliche Führung gegeben. Das Ergebnis sei grausig gewesen.

[BP will keine tote Tiere in den Medien sehen - "geteerte" Tiere am Strand - BP befielt, was die Polizei zu tun hat]

Ein Foto eines toten Delfins illustriert den Report Lysiaks. "Als wir diesen Delfin fanden, war er mit Öl gefüllt", zitiert der Reporter den Arbeiter. "Öl floss nur so aus ihm heraus. Es war ein verdammt trauriger Anblick." Der Mann selbst sei entsetzt gewesen: "Es wird viel vertuscht. Sie haben uns spezifisch angewiesen, dass sie keine Bilder von den toten Tieren wollten. Sie wissen, dass der Ozean die meisten Beweise wegspülen wird."

"Als ich abtauche, ist Öl das einzige, was ich sehe"

Lysiak berichtet von Stränden, die "von geteerten Meereslebewesen übersät" gewesen seien, "einige tot und andere, die sich unter einer dicken Schicht Rohöl abkämpften". Als er einen zweiten Strand habe begehen wollen, so Lysiak, hätten ihn Polizisten forteskortiert. "Sie sagten, sie handelten auf Befehl von BP."

[Journalist Rich Matthews auf Tauchgang: Alles ist nur noch Öl]

Andere setzen sogar ihre Gesundheit aufs Spiel, um die Zerstörung zu dokumentieren. AP-Reporter Rich Matthews schlüpfte in einen Neoprenanzug und stieg ins ölverseuchte Meer vor Louisiana. "Als ich abtauche, ist Öl das einzige, was ich sehe", erzählte er. "Zur Linken, rechts, oben und unten. Unter dem Schlick lebt nichts mehr, aber ich sehe tote Quallen." Auch er hält das auf Video fest.

AP-Reporter Rich Matthew setze seine Gesundheit aufs Spiel, um die Zerstörung im Meer zu dokumentieren. Er filmte erschreckende Bilder:

[Krimineller BP-Terror: Drohung mit Verhaftung für Journalisten]

Arbeiter des Ölmultis BP und Beamte der US-Küstenwache fordern Journalisten auf, umzukehren, sonst würden sie verhaftet:
Selbst Starregisseur James Cameron ("Avatar") blitzte bei BP ab. Cameron, der seit seiner Erkundung des "Titantic"-Wracks viel Erfahrung mit Unterwasserkameras hat, bot sich an, die BP-Reparaturarbeiten an der Quelle des Öllecks am Meeresboden zu filmen. BP lehnte ab. "Das ist, als erstelle der Straftäter das Polizeivideo vom Tatort", echauffierte sich Cameron im Sender MSNBC.

[Die kriminelle BP hat Angst vor Boykotten - die Manipulationen der kriminellen BP, auch für Präsident Obama]

Die Angst von BP vor den Ölbildern kommt nicht von ungefähr. Als der Öltanker "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska havarierte, gingen die Fotos toter Vögel und Fische binnen weniger Tage um die Welt. Sofort gab es weltweite Boykotte, die Exxon finanziell schwer trafen.

Von Anfang an versuchte BP, den Bild- und Informationsfluss zu steuern. Die Roboter-Videokamera in der Tiefe schaltete es erst auf Druck des Kongresses live. Das Scheitern der Operation "Top Kill" gab es erst zu, als ihm die Reporter auf die Schliche kamen. Und als US-Präsident Barack Obama zum zweiten Mal nach Louisiana kam, da karrte es eigens rund 600 Aufräumarbeiter für die TV-Bilder an. Tags darauf waren die wieder verschwunden.

Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko übertrifft die schlimmsten Erwartungen von Beobachtern: Die US-Geologiebehörde hat ihre Prognose für die bislang ausgeflossene Ölmenge erhöht. Der BP-Konzern erwägt nun, seinen Aktionären die Dividende zu streichen.>

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Golf von Mexiko 13.6.2010: Es sprudeln 8 Mio. Liter Öl pro Tag ins Meer

aus: 20 minuten online: Ölpest: Obama wendet sich an die Nation; 13.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/Obama-wendet-sich-an-die-Nation-29938072

<Das Öl sprudelt ununterbrochen - laut neuesten Schätzungen acht Millionen Liter täglich. US-Präsident Obama stellt am kommenden Dienstagabend Massnahmen der Regierung vor.

Die Rede an die Nation erfolgt den Angaben zufolge nach der Rückkehr Obamas von seinem vierten Besuch in der Katastrophenregion an der US-Golfküste, der am Montag und Dienstag geplant ist. Der Präsident werde dabei Massnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Ölpest bekanntgeben. Das kündigte Präsidentenberater David Axelrod am Sonntag in der NBC-Sendung «Meet the Press» an.

Nach jüngsten Erkenntnissen treten aus der beschädigten Bohrleitung bis zu acht Millionen Liter täglich aus, doppelt so viel wie bislang angenommen.>

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Golf von Mexiko 16.6.2010: BP wollte 10 Mio. Franken sparen und verzichtete auf Sicherheitstests - BP spielte mit der Welt wie in einem Spielcasino

Die kriminelle
            Firma BP spielt mit der Weltbevölkerung und mit der
            weltweiten Fauna und Flora nachweislich Roulette. BP ist
            eine kriminelle Vereinigung
Roulette [8]: Die kriminelle Firma BP spielt mit der Weltbevölkerung und mit der weltweiten Fauna und Flora nachweislich Roulette. BP ist eine kriminelle Vereinigung

aus: 20 minuten online: Sicherheitstests unterlassen - BP wollte 10 Millionen sparen; 15.6.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/27588808

<Die Internationale Raumstation ISS fotografierte den Ölteppich am 19. Mai 2010 aus 350 km Höhe. «Es sieht sehr erschreckend aus», sagte ISS-Kommandant Oleg Kotov danach.

Nach dem Untergang der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko erheben US-Politiker schwere Vorwürfe gegen BP.
 
Der Öl-Konzern habe aus Kosten- und Zeitdruck mindestens fünf hoch riskante Entscheide getroffen, die das Unglück ausgelöst haben könnten, heisst es in einem Brief zweier hochrangiger Abgeordneter an BP-Chef Tony Hayward.

Die Opfer der Ölkatastrophe

Eine Prüfung interner BP-Dokumente habe ergeben, dass an Material gespart wurde und wichtige Sicherheitstests unterlassen wurden. Insgesamt habe der Konzern durch diese Entscheide 7 bis 10 Millionen ­Dollar gespart, schreiben die Demokraten Henry Waxman und Bart Stupak. Sie leiten Ausschüsse des US-Kongresses, vor denen in dieser Woche Topmanager von BP und anderer Ölfirmen aussagen sollen. Es geht um die Frage, wer schuld an der grössten Ölpest in der US-Geschichte sei. Ihren Erkenntnissen zufolge seien BP die Probleme mit Deepwater Horizon lange vor der Katastrophe bekannt gewesen. Auch ExxonMobil-Chef Rex Tillerson warf BP vor den Abgeordneten Versäumnisse vor: «Dieser Vorfall stellt eine dramatische Abkehr von den Branchen-Normen bei der Tiefseebohrung dar.»

Derweil verbreitete Präsident Barack Obama optimistische Töne. Er werde alles tun, um die Wirtschaft in den von der Ölpest betroffenen Staaten zu unterstützen.

(20 Minuten)>

Kommentar: BP spielt mit der Welt wie im Spielcasino - BP liquidieren
Mit der Tatsache, dass Sicherheitstests nicht eingehalten wurden und auf Kosten der Sicherheit "Material gespart" wurde, ist es nun bewiesen, dass die hochkriminelle Firma BP mit der Welt spielt wie in einem Spielcasino. Bei BP sind Spielertypen in der Führung und keine Menschen, die die Menschen und die Natur ernst nehmen. Eine dermassen hochkriminelle Firma muss liquidiert werden. Es gibt genügend andere Firmen, die das Ölfeld mit anderen Ölplattformen "beruhigen" können, und dann sollte jegliche Off-Shore-Bohrung verboten werden. Das Risiko der Technik ist zu gross, und das Meer und das Wasser ist zu kostbar, als dass man weiterhin damit "spielen" sollte.

Michael Palomino, 18.6.2010

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16.6.2010: Ölfirmen sind überhaupt nicht auf eine Ölplattform-Havarie vorbereitet - aber die Propaganda ist gut vorbereitet

Wieso werden bis heute Off-Shore-Bohrungen erlaubt? Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Golf-Katastrophe: Arbeiter warnte vor «Ölquelle des Alptraums»; 16.6.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Arbeiter-warnte-vor---lquelle-des-Alptraums--12495265

<Nicht nur BP, auch die vier anderen führenden Ölkonzerne haben sich im Zuge der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko im US-Kongress massive Vorwürfe anhören müssen.
 
Von links: Rex Tillerson von ExxonMobil, John Watson von Chevron, James Mulva von ConocoPhillips, Marvin Odum von Shell und Lamar McKay von BP.

Keine der fünf vorgeladenen Firmen verfüge über angemessene Pläne zur Bewältigung eines Vorfalls, wie er sich nach der Explosion der BP-Plattform vor gut zwei Monaten ereignete, sagte der Abgeordnete Henry Waxman.

Das Ausmass des Öllecks im Golf von Mexiko ist nach Angaben von Wissenschaftlern noch grösser als befürchtet. Nach neuen Schätzungen eines staatlichen Wissenschaftlergremiums strömen aus dem Leck zwischen 5,5 Millionen bis 9,5 Millionen Liter am Tag. Bisher lag die höchste Schätzung bei 8,3 Millionen Liter am Tag. Die Unternehmen wiesen lediglich «Massnahmen von der Stange» vor, von denen sich einige bereits als nutzlos erwiesen hätten, warf der Demokrat den Spitzenmanagern von BP, Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Royal Dutch Shell vor.

Die Notfall-Pläne aller Konzerne seien «praktisch wertlos, wenn sich tatsächlich eine Ölpest ereignet», kritisierte auch der Abgeordnete Bart Stupak.

Viel PR, wenig Umweltschutz

Er hob insbesondere Exxon Mobil hervor. Der Konzern verfüge über eine 40-seitige Medienstrategie, die fünf Mal länger sei als sein Plan zum Schutz der Umwelt. Exxon Mobil mache sich offenbar mehr Sorgen um die öffentliche Wahrnehmung als um die Natur, sagte Stupak.

Exxon-Chef Rex Tillerson sagte, dass es den Unternehmen vorwiegend darum gehe, Ölkatastrophen zu vermeiden. Wenn sie sich dann doch ereigneten, «sind wir nicht sehr gut aufgestellt, um damit umzugehen», räumte er ein.

Tillerson warf BP vor den Abgeordneten Versäumnisse vor. «Dieser Vorfall stellt eine dramatische Abkehr von den Branchen-Normen bei der Tiefseebohrung dar», sagte er.

Die vorgeladenen Manager hörten sich regungslos die Vorwürfe der Mitglieder des Unterausschusses im Repräsentantenhaus an, vor dem sie Rede und Antwort zu Fragen der Sicherheit der Ölförderung auf offener See stehen sollen. Deren Erkenntnissen zufolge seien BP die Probleme mit der «Deepwater Horizon» lange vor der Katastrophe bekannt gewesen. Mehr als eine Woche vor der Explosion habe ein Mitarbeiter in einer E- Mail von einer «Ölquelle des Alptraums» gesprochen.

Tote Experten und ausgestorbene Walrösser

Kritik kam unter anderem vom demokratischen Abgeordneten Ed Markey. Die Untersuchung der Notfallpläne habe ergeben, dass diese veraltet und teilweise unbrauchbar seien. In zwei der untersuchten Plänen sei die Telefonnummer eines «seit langem verstorbenen Experten» angeführt, kritisierte Markey.

BP und drei weitere Konzerne erwähnten in den Dokumenten des weiteren den Schutz von Walrössern, «die seit drei Millionen Jahren nicht mehr im Golf von Mexiko beheimatet sind».

Industrie unter Druck

Die Anhörung könnte erheblich Einfluss darauf haben, wie künftig mit Offshore-Bohrungen verfahren wird. Im Gespräch sind höhere Strafen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Betroffen ist somit nicht nur BP, sondern die gesamte Branche.

Die Ratingagentur Moody's hatte am Montag erklärt, die schlimmste Ölpest in der US-Geschichte werde zu einer noch nie dagewesenen Krise bei Firmen führen, die im Golf von Mexico tätig sind. Auch internationale Auswirkungen sind denkbar, da andere Länder geplante strengere US-Vorschriften womöglich übernehmen.

Bereits jetzt hat die amerikanische Regierung wegen der Katastrophe Tiefseebohrungen im Golf für sechs Monate untersagt. All das könnte zum Rückzug von Firmen aus dem ölreichen Gebiet führen.

Obama überzeugt Amerikaner nicht

Doch nicht nur die Ölkonzerne, auch Politiker geraten wegen des immer schlimmer werdenen Desasters zunehmend unter Druck - allen voran Präsident Barack Obama. Eine Mehrheit der Amerikaner ist laut Umfragen der Ansicht, dass er sich nicht ausreichend genug eingebracht hat, um der Katastrophe Herr zu werden.

Beobachter gingen davon aus, dass Obama seine mit Spannung erwartete Rede zur Nation in der Nacht zum Mittwoch dazu nutzen würde, auf solche Vorwürfe zu reagieren.

(sda/ddp)>

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17.6.2010: BP-Chef
                      Tony Hayward redet von einer "beispiellosen
                      Serie von Fehlern", aber eigentlich gäbe es
                      nur eines für diesen Mann: 100 mal lebenslängliche
                      Gefängnisstrafe 17.6.2010: BP-Chef Tony Hayward redet von einer "beispiellosen Serie von Fehlern" [9], aber eigentlich gäbe es nur eines für diesen Mann: 100 mal lebenslängliche Gefängnisstrafe, weil er seine Firma nicht im Griff hat und ein Desaster provoziert hat, das 100e von Jahren braucht, um eliminiert zu werden.

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n-tv online,
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17.6.2010: Ölschäden durch die Erdölförderung in Urwäldern

aus: n-tv online: Bilderserie: Die absehbare Katastrophe: Das rapide Schwinden der Urwälder; 17.6.2010;
http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wissen/Das-rapide-Schwinden-der-Urwaelder-article12372.html

[Ölindustrie in Ecuador verseucht inzwischen flächendeckend Regenwaldgebiete]
<Auch die Ölindustrie trägt zur Zerstörung des einmaligen Amazonas-Gebiets bei. Regelmässig kommt es in den Regenwäldern im Osten Ecuadors zu einer Ölpest, wenn wieder mal eine Pipeline platzt. Die Regionen der Erdölförderung sind mittlerweile flächendeckend verseucht.>

[Öl und Gas fördern die Urwaldvernichtung in den nordischen Urwäldern]
<Weitere Urwälder fallen der Öl- und Gasförderung, dem Bergbau und dem Bau von Wasserkraftanlagen zum Opfer.>

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Spiegel online,
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Golf von Mexiko 17.6.2010: Fische fliehen vor dem Öl in andere Buchten und Seichtgewässer

aus: Spiegel online: Fische fliehen vor dem Öl; 17.6.2019;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,701215,00.html

<Durch die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko verlieren Meeresbewohner ihre natürliche Umgebung: Schwärme von Haien und anderen Fischen wandern vom offenen Meer an die Küsten Floridas. Doch dort droht den Tieren ein qualvoller Tod.

Miami - Wissenschaftler haben an der Küste Floridas unerwarteten Besuch entdeckt: Delfine, Haie und Rochen zeigen sich im flachen Wasser, Krabben und andere Meeresbewohner sammeln sich dort zu Tausenden. Die Forscher vermuten, dass die Tiere vor dem Öl im Golf fliehen und saubere Gewässer in Küstennähe suchen.

"Ich halte es für sehr realistisch, dass die Tiere vom Ort der Katastrophe flüchten, weil das marine Ökosystem dort im großen Umfang zerstört worden ist", sagt Julian Gutt, Meeresbiologe am Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Um genau festzustellen, welche Wege die Tiere zurücklegen, wären allerdings aufwendige Untersuchungen nötig." Es sei möglich, dass die Ölverschmutzung die gesamte Nahrungskette von Algen bis hin zu Wirbeltieren beschädigt hat - viele Tiere wanderten demnach aus, weil sie keine Nahrung mehr finden. "Unser Mitleid bezieht sich oft nur auf ölverschmierte Vögel, die an Land sichtbar sind. Dabei ist der Schaden unter der Wasseroberfläche vermutlich viel größer", sagt Gutt.

Wissenschaftler wie der Meeresbiologe Larry Crowder von der Duke University halten diese Entwicklung für alarmierend, denn in den Küstengewässern wird es wohl eng für all die Flüchtlinge. Die Forscher befürchten, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser dadurch zu stark sinkt und die Tiere massenweise sterben. Weitere Gefahren: Falls mehr Öl als bisher in Richtung Küste treibt, wird der neue Lebensraum der Tiere immer enger. "Dann sitzen sie in der Falle", befürchtet der Crowder.

Vor dem Öl sicher sind die Tiere an der Küste aber nicht: Der Greenpeace-Meeresbiologe John Hocevar berichtet schon jetzt von Dutzenden Delfinen in der Barataria Bay nahe Louisiana, die mit Öl verschmiert seien. Kleinere Fische seien ihren natürlichen Feinden hilflos ausgeliefert und könnten von Haien oder Seevögeln gefressen werden.

Die besten Fänge seit Jahren

Leichte Beute sind die Meeresbewohner auch für Menschen: Einige Gebiete, in die sich die Tiere geflüchtet haben und in denen die Fischerei nicht verboten ist, haben sich paradoxerweise zum Paradies für Fischer entwickelt. Während manche Fischereien wegen der Ölpest um ihre Existenz fürchten müssen, berichten Fischer aus Panama City in Florida von den besten Fängen seit Jahren.>

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Golf von Mexiko 18.6.2010: Die typischen BP-Fehler bezüglich der explodierten Bohrinsel "Deepwater Horizon"

Die kriminelle Vereinigung BP hat im Golf von Mexiko derart viele Fehler begangen, dass man eigentlich meinen würde, dass diese kriminelle Firma sofort geschlossen wird. BP ist hochkriminell. Aber lesen Sie selbst:


BP
                      hochkriminell, Logo
BP hochkriminell, Logo [10]

aus: 20 minuten online: Die dümmsten BP-Fehler; 18.6.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/16651753

<Der Ölkonzern BP steht von allen Seiten unter Beschuss, und das nicht zu Unrecht. Im Zusammenhang mit der Ölpest hat er eine Reihe von gravierenden Fehlern begangen.

Zahlreiche Kommunikationspannen haben das Image von BP seit Beginn der Katastrophe im Golf von Mexiko massiv besudelt. Daneben aber hat das Unternehmen ganz konkrete, teils haarsträubende Unterlassungen begangen. Das Magazin hat die «acht dümmsten Fehler» von BP zusammengefasst, die nach Ansicht von Experten zur Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» geführt und sie noch verschlimmert haben, basieren auf Berichten in US-Medien:

1. Schlechter Rettungsplan: Der offizielle Plan zur Bekämpfung eines Ölteppichs im Golf von Mexiko hat die Einsatzbereitschaft von BP weit überschätzt und den möglichen Schaden massiv heruntergespielt. Der vom US-Innenministerium 2009 genehmigte Plan enthielt unter anderem den Namen eines toten Wissenschaftlers, Teile davon wurden mit Bleistift verfasst.

2. Riskantes Sicherheitsventil: Ein «Blowout Preventer», ein gigantisches Ventil, soll eigentlich Katastrophen wie die Explosion auf der «Deepwater Horizon» verhindern. Für dieses Projekt wählte BP jedoch ein Modell mit bekannten Konstruktionsmängeln. Laut einer Untersuchung des US-Kongresses befand sich der Preventer zudem in miserablem Zustand. Unter anderem war die Batterie leer. Ausserdem verzichtete BP auf einen Akustik-Schalter im Wert von 500 000 Dollar, mit dem ein leckes Bohrloch auch bei einem Ausfall des Sicherheitsventils per Fernbedienung hätte versiegelt werden können.

3. Fehlerhafte Rohre: Um Geld zu sparen, entschied sich BP Tage vor der Explosion, nur eine einwandige Stahlrohr-Verkleidung des Bohrlochs zu verwenden – im Bewusstsein, dass dadurch das Risiko für Gasexplosionen zunimmt. Laut Bohrexperten enthielten die Förderrohre im Bohrschacht zudem einen schweren Konstruktionsfehler, der es fast unmöglich machte, eine effiziente Betonversiegelung anzubringen.

4. Klare Warnsignale ignoriert: Bevor die Arbeiter auf der Bohrinsel den letzten Betonverschluss anbringen wollten, führten sie einige Tests auf Gaslecks durch. Dabei wurde offenbar eine «sehr grosse Abnormität» übersehen, weshalb sie entschieden, den schweren Bohrschlamm im Förderrohr durch leichtes Meerwasser zu ersetzen. Dies verringerte den Druck, wodurch Gas aufsteigen und die Explosion verursachen konnte.

5. Fehlender Sicherheitstest: Ein Fachmann, der die Betonversiegelung begutachten sollte, wurde von BP elf Stunden vor der Explosion nach Hause geschickt, ohne dass er den entscheidenden Sicherheitstest durchführen konnte. Ein Vertreter von BP soll zudem weitere Sicherheitsbedenken einfach bei Seite gewischt haben, darunter den Austausch des Bohrschlamms durch Meerwasser.

6. Unklare Ölmengen: BP hat die Menge des auslaufenden Öls konstant unterschätzt oder heruntergespielt. Noch zwei Tage nach der Explosion am 20. April sagte BP, es trete gar kein Öl aus. Drei Tage später hiess es, rund 1000 Barrel (160 000 Liter) pro Tag würden ins Meer fliessen. Inzwischen beziffern die Experten die auslaufende Ölmenge auf bis 60 000 Barrel (9,5 Millionen Liter) pro Tag.

7. Alles immer schlimmer: Die zahlreichen Versuche von BP, das Bohrloch zu versiegeln, haben nach Ansicht von Experten das Problem noch verschlimmert. Die Steigleitung sei dadurch beschädigt und der Ölfluss massiv erhöht worden. Das gelte auch für den derzeit verwendeten Absaug-Trichter. Ein Fachmann der Universität von Kalifornien glaubt, dass die inzwischen sogar 100 000 Barrel (16 Millionen Liter) pro Tag auslaufen könnten.

8. Fehlende Kapazitäten: Der Trichter erlaubt es BP immerhin, einen Teil des Öls abzufangen. Nur kann man es nicht verstauen. Ein Tanker, der anfangs dafür verwendet wurde, konnte nur 18 000 Barrel pro Tag aufnehmen. Nun hat BP eine spezielle Plattform über dem lecken Bohrloch in Stellung gebracht, auf der Öl und Gas mit Luft vermischt und in grossen Mengen verbrannt werden kann. Die Anlage soll bis Ende Juni 8,3 Millionen Liter Öl auffangen könnten, etwa 90 Prozent der auslaufenden Menge.

(pbl)>

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Golf von Mexiko 20.6.2010: Austritt von 15,9 Mio. Litern Öl täglich möglich

aus: n-tv online: Internes Dokument bringt BP in neue Schwierigkeiten; 20.6.2010;
http://bazonline.ch/ausland/amerika/Internes-Dokument-bringt-BP-in-neue-Schwierigkeiten/story/23633358


Ein amerikanischer Abgeordneter hat einen bislang geheimen Bericht des Konzerns veröffentlicht. Darin stehen brisante Daten zur Ölkatastrophe – und womöglich der Beweis, dass BP nicht die Wahrheit sagte.

Aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko könnte deutlich mehr Öl austreten als bislang angenommen. Im schlimmsten Fall könnten unter bestimmten Bedingungen bis zu 15,9 Millionen Liter pro Tag ausfliessen, heisst es in einem internen BP-Dokument.

Dieses Dokument wurde am Sonntag vom US-Kongressabgeordneten Ed Markey veröffentlicht. Bislang wurde die maximal mögliche Menge von der US-Regierung auf 9,5 Millionen Liter geschätzt.

BP erklärte, die Zahlen aus dem Dokument seien nicht relevant. Sie bezögen sich auf den Fall, dass das Absperr-Ventil am Bohrloch entfernt worden wäre - was aber nicht geschehen sei. Markey hingegen sagte, das Dokument werfe «die sehr beunruhigenden Fragen auf, was BP gewusst hat und wann sie es gewusst haben». «Es ist klar, dass BP von Anfang an in Bezug auf das wirkliche Ausmass des Öl-Lecks nicht ehrlich mit der Regierung und dem amerikanischem Volk umgegangen ist», sagte der Demokrat.

Zahlen immer grösser

Das Öl strömt seit dem 20. April ins Meer. Damals war die BP- Bohrplattform «Deepwater Horizon» nach einer Explosion gesunken. Anfangs hatte es geheissen, es strömten wohl bis zu 59'000 Liter Öl pro Tag ins Meer, kurz darauf war von bis zu 795'000 Litern die Rede.

Die Zahl hielt sich bis fast Ende Mai, dann sprach die Regierung von bis zu 3 Millionen Litern. Ab Mitte Juni gingen US-Experten von bis zu 6,4 Millionen Litern aus, zuletzt war dann von 9,5 Millionen Litern die Rede. (oku/sda)>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 20.6.2010: Auch die Entlastungsbohrungen haben Risiken

aus: Spiegel online: Umwelt: "Bottom Kill" unter dem Meer; 20.6.2010;
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,700546,00.html

<Von Philip Bethge

Mit zwei Entlastungsbohrungen will BP das Ölleck im Golf von Mexiko endlich stoppen. Doch die Methode birgt Risiken. Das Öl könnte noch bis zum Spätherbst weitersprudeln.

Die Ingenieure hatten Glück im Unglück. Bis auf 3500 Meter unter dem Meeresgrund hatten sie ihre Bohrung getrieben, als plötzlich Gas und Öl nach oben schossen. Doch eine Explosion blieb aus. 69 Arbeiter wurden evakuiert. Alle kamen mit dem Leben davon.

Am Morgen des 21. August vergangenen Jahres geriet die Bohrung der "West Atlas"-Bohrplattform in der Timorsee vor Australiens Nordküste außer Kontrolle.

Zehn Wochen dauerte es, bis der Ölfluss gestoppt war. Rund 4300 Tonnen waren ins Meer gelaufen. Erst durch eine sogenannte Entlastungsbohrung gelang es der thailändischen Betreiberfirma, so viel Bohrschlamm in das Bohrloch zu pumpen, dass der Ölfluss versiegte.

Die Methode gilt auch den BP-Ingenieuren am Golf von Mexiko als letzter Ausweg, um das immer noch sprudelnde Bohrloch der Ende April havarierten Ölplattform "Deepwater Horizon" zu stopfen. Bereits seit vorigem Monat werden zwei Entlastungsbohrungen vorangetrieben. BP-Chef Tony Hayward gibt sich überzeugt, dass die Methode "letztendlich erfolgreich" sein werde. Anfang August rechnet er damit, das Leck im Macondo-Ölfeld endgültig stopfen zu können.

Doppeltes Problem

Doch unabhängige Fachleute warnen: Auch Entlastungsbohrungen sind riskant. "Es könnte mehr Öl austreten als zuvor, weil das Feld erneut angebohrt wird", sagt etwa Fred Aminzadeh, Geophysiker an der University of Southern California. Ähnlich äußert sich der Geochemiker Ira Leifer von der University of California in Santa Barbara: "Im schlimmsten Fall hätten wir es plötzlich mit zwei Lecks zu tun; das Problem würde sich verdoppeln."

Leifer ist Mitglied eines von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Expertenteams, das die Menge des derzeit in den Golf von Mexiko strömenden Öls abschätzen soll. Fast täglich korrigieren die Geoforscher ihre Schätzung nach oben.

Die letzten Bemühungen von BP, den Ölfluss zu stoppen, hätten die Situation sogar noch verschlimmert, sagt Leifer. So hatten die Ingenieure versucht, das Leck von oben abzudichten ("Top Kill"). Dies sei jedoch gescheitert und habe das Bohrloch noch vergrößert, so Leifer. Nun ströme das Öl fast ungebremst nach oben.

Die meisten Experten gehen deshalb inzwischen davon aus, dass die Entlastungsbohrungen trotz ihrer Risiken die letzte Chance sind. Das Prinzip des Verfahrens klingt simpel: Die Ingenieure bohren senkrecht in die Tiefe, dann schräg auf das außer Kontrolle geratene Bohrloch zu. Haben sie es erreicht, bohren sie es von der Seite an und pumpen große Mengen schweren Bohrschlamms hinein. Die Masse füllt die Bohrung von unten auf und wirkt schließlich wie ein Stöpsel. Am Ende wird das Bohrloch wie ein kariöser Zahn mit Zement verschlossen. "Bottom Kill" heißt das Verfahren (siehe Grafik in der Fotostrecke).

Schlechte Erfahrungen mit Entlastungsbohrungen

Doch was einfach klingt, war in der Vergangenheit nicht immer leicht zu bewerkstelligen. Die Katastrophe in der Timorsee etwa endete mit einem Debakel. Fünf Versuche waren nötig, um das Bohrloch im Untergrund überhaupt zu finden. Kurz vor Schluss ging die "West Atlas"-Bohrplattform doch noch in Flammen auf.

Auch ein anderer Fall ist ein Menetekel für BP. Im Juni 1979 verloren Ingenieure der mexikanischen Ölgesellschaft Pemex ebenfalls im Golf von Mexiko die Kontrolle über die Explorationsbohrung Ixtoc I. Wie jetzt im Fall der "Deepwater Horizon"-Katastrophe setzten Experten auch damals zwei Entlastungsbohrungen.

Die erste war bereits Ende November fertig. Dennoch konnte das Öl erst im März 1980 abgewürgt werden, mehr als neun Monate nach dem Unglück. 480.000 Tonnen waren ins Meer geflossen - die bislang zweitgrößte Ölkatastrophe.

Wiederholt sich die Geschichte? Auch das Macondo-Ölfeld könnte noch weit über den von BP angepeilten August-Termin hinaus unkontrolliert sprudeln. Mit weiteren "vier bis fünf Monaten" rechnet der Pemex-Direktor Carlos Morales, der BP derzeit technisch berät. Auch Leifer glaubt, dass sich die Katastrophe am Meeresgrund "bis zum Spätherbst" hinziehen könnte.

Zwar haben die BP-Techniker eine der Entlastungsbohrungen bereits zwei Drittel des Weges in die Tiefe getrieben. Besonders schwierig sei es jedoch, mitten im Gestein "das außer Kontrolle geratene Bohrloch zu finden", sagt David Rensink, designierter Präsident der American Association of Petroleum Geologists.

"Es geht darum, 4000 Meter unter dem Meeresgrund ein Bohrloch von etwa 18 Zentimeter Durchmesser zu treffen", sagt Rensink. Dieses beim ersten Versuch zu schaffen, gleiche einem "Lotteriegewinn".

Stattdessen müssten die Ingenieure den Bohrkopf vermutlich mehrfach ein Stück zurückfahren, um die Richtung zu korrigieren, prophezeit Rensink: "Wenn sie es in drei oder vier Versuchen schaffen, können sie sich sehr glücklich schätzen."

"Man will ja nicht dasselbe Desaster noch einmal erleben"

Vor allem aber bereitet ihm Sorge, dass BP mit den Entlastungsbohrungen in genau jene Gesteinsformation vordringt, deren extreme Druck- und Temperaturverhältnisse den Unfall vom April begünstigten. Mit Gasblasen und strömendem Öl müssen die Profis in der Tiefe rechnen. "Jede Entlastungsbohrung muss vorsichtiger durchgeführt werden als die ursprüngliche Bohrung", warnt Donald Van Nieuwenhuise von der University of Houston, "man will ja nicht dasselbe Desaster noch einmal erleben."

Trotz der Hindernisse sind sich die meisten Bohrgeologen allerdings einig: Am Ende wird BP mit der Methode Erfolg haben. "Ich habe noch nie erlebt, dass das überhaupt nicht geklappt hat", sagt Van Nieuwenhuise. Den BP-Ingenieuren stehe sehr gute Technik zur Verfügung. So ist ein moderner Bohrstrang mit Sensoren gespickt, die ständig das umliegende Gestein scannen. Es lässt sich problemlos um die Ecke bohren. Die Spezialbohrschlämme sind so schwer, dass sie selbst unter höchstem Druck stehendem Öl standhalten können. "Letztendlich wird die Methode den Ölfluss stoppen", glaubt daher auch Rensink, "die Frage ist nur, wann genau das sein wird."

Denn neben technischen Widernissen könnten auch drohende Unwetter einen schnellen Erfolg verhindern. Anfang Juni hat im Golf von Mexiko die Hurrikan-Saison begonnen. Sie soll in diesem Sommer besonders schwer ausfallen. Und bei starken Stürmen müssen die Bohrungen unterbrochen werden.>

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n-tv online,
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Nordsee 23.6.2010: Leck in dänischer Ölplattform verursacht 6 km2 grossen Ölteppich - EU will Bohrungen prüfen

aus: n-tv online: Panorama: EU will Bohrungen prüfen: In Nordsee läuft Öl aus; 23.6.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/In-Nordsee-laeuft-Oel-aus-article936186.html

<Durch ein Leck einer dänischen Ölplattform ist Öl in die Nordsee gelaufen. Das Leck sei behoben, eine etwa sechs Quadratkilometer großer Ölteppich treibe auf dem Wasser. Die EU-Kommission kündigt an, die Praxis der Bohrungen in der Nordsee überprüfen zu wollen.

Aus einer dänischen Öl-Plattform in der Nordsee ist Öl ins Meer gelaufen. Das Leck sei mittlerweile aber wieder geschlossen, das Öl werde die Küste wohl nicht erreichen, teilte die Umweltschutzbehörde in Kopenhagen mit.

Der Ölteppich habe eine Größe von sechs Quadratkilometern, etwa 820 Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter) seien ausgetreten. Der Bohrturm der dänischen Fracht- und Ölgesellschaft A.P. Moller-Maersk arbeitet im Auftrag des staatlichen Unternehmens DONG Energy.

EU prüft Öhlbohrungen

Die EU-Kommission erwägt derweil strengere Sicherheitsauflagen für Bohrungen in der Nordsee. Derzeit prüft Energiekommissar Günther Oettinger angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die Notfallpläne der in der Nordsee tätigen Ölkonzerne und nimmt die Haftungsregeln für mögliche Unfälle unter die Lupe. "Sollten wir Schwachstellen finden, werden wir sie beseitigen", sagte eine Sprecherin der Kommission.

Oettinger hat die Manager der in der Nordsee aktiven Ölkonzerne für den 14. Juli nach Brüssel eingeladen. Im Herbst könnte die Kommission dann konkrete Gesetzesvorschläge machen. "Ich will sicherstellen, dass die notwendigen Gesetze da sind und angewendet werden", hatte Oettinger gesagt. Die Industrie müsse alles tun, um einen ähnlichen Unfall zu vermeiden. Nach Kommissionsangaben stehen in der Nordsee rund 400 Ölförderanlagen. Bislang ist es Sache der Mitgliedsstaaten, die Arbeiten auf den Bohrinseln zu kontrollieren.

Auch das EU-Parlament macht Druck. Die Abgeordneten haben einen europäischen Entschädigungsfonds gefordert, aus dem im Ernstfall Schäden beglichen werden können. Dieses Thema ist nicht neu: Bereits vor Jahren war nach der großen Havarie des Tankers "Erika" ein solcher Fonds im Gespräch, wurde aber nie eingeführt.

rts/dpa>

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Blick online,
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Golf von Mexiko 23.6.2010: Unterwasser-Roboter beschädigt die Auffangkappe

aus: Blick online: Neue BP-Pannen im Golf von Mexiko: Auffang-Kappe defekt - Helfer kamen ums Leben; 23.6.2010;
http://www.blick.ch/news/ausland/auffang-kappe-defekt-helfer-kamen-ums-leben-149723

<Washington - Die Kappe, die das ausströmende Öl im Golf von Mexiko auffangen sollte, ist defekt. Ein Unterwasser-Roboter ist mit ihr zusammengestossen. Zugleich kamen zwei Helfer ums Leben.

Neue Panne im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Wegen technischer Probleme habe BP heute das Auffangen des Öls unterbrochen, teilte der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen, mit.

Es gebe Probleme mit einer Abzugsöffnung der Kappe, nachdem anscheinend einer der Unterwasser-Roboter mit ihr zusammengestossen sei, sagte der Admiral. Nun könnten sich Kristalle bilden, die die Auffangvorrichtung verstopfen könnten.

Ähnliche Schwierigkeiten hatten bereits vor Wochen einen der ersten Versuche zunichtegemacht, das ausströmende Öl direkt über der Quelle aufzufangen.

Helfer erschossen?

Zudem kamen heute zwei Helfer ums Leben. Eines der beiden Todesopfer sei bei einem Schwimmunfall ertrunken. Der andere Mann habe eines der eingesetzten Privatboote gesteuert, sagt Allen. Dem US-Fernsehsender CNN zufolge gibt es Berichte, nach denen der Helfer durch einen Schuss ums Leben kam.>

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Golf von Mexiko 2.7.2010: Hochkriminelle BP schüttet einfach Sand auf die ölverseuchten Strände

aus: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke

Die Firma BP treibt ihre Kriminalität am Golf von Mexiko nun auf die Spitze. Zeugen berichten am 2.7.2010, dass BP einfach Sand über die ölverseuchten Strände schüttet.

Golf von Mexiko 2.7.2010: Augenzeugen
              berichten, BP schütte an gewissen Stränden einfach Sand
              über das Öl.
Golf von Mexiko 2.7.2010: Augenzeugen berichten, BP schütte an gewissen Stränden einfach Sand über das Öl [11]

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20 minuten
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Nigeria 5.7.2010: <Pipelines, Diebstahl, Sabotage: Die ganz alltägliche Ölpest [seit 50 Jahren]

Die Strände von Nigeria sind seit Jahrzehnten mit Öl verseucht. Das Land hat seit 50 Jahren die Ölpest.

aus: 20 minuten online; 5.7.2010; http://www.20min.ch/news/ausland/story/20971159

von Jon Gambrell, AP
- Während die Welt gebannt auf die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko starrt, gehört die Ölpest in Nigeria seit 50 Jahren zum Alltag. Wer ist verantwortlich?

Wie Blutspuren ziehen sich die braunen Flecken den einsamen Strand beim Fischerdorf Iwuo-Okpom entlang. Erdöl treibt die Wirtschaft Nigerias an und macht seine Strände kaputt. Regelmässig schwappt es an Land, sagen die Dorfbewohner, ruiniert ihren Fang und ihren kargen Lebensunterhalt.

Wie Blutspuren ziehen sich die braunen Flecken den einsamen Strand beim Fischerdorf Bodo entlang.

Während die Weltöffentlichkeit gebannt auf die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko starrt, gehört die Ölpest in Nigeria zum Alltag. Seit 50 Jahren fördern hier ausländische Konzerne das leicht zu raffinierende nigerianische Öl. Nach Schätzung von Umweltschützern sind seither zwei Milliarden Liter davon ins Nigerdelta geflossen - das ist ungefähr einem Tankerunglück wie bei der «Exxon Valdez» jährlich vergleichbar.

Schwarzes Rohöl verpestet die Sümpfe, die Mangroven und Wasserläufe im Nigerdelta, ein Gebiet etwa so gross wie Portugal. Doch wer ist verantwortlich, wer müsste saubermachen? Die Antworten sind so trübe wie das Wasser.

6800 Ölunfälle in 25 Jahren

«Sie zahlen, wenn in ihrem eigenen Land etwas ausläuft. Alle diese Ölfirmen kommen aus Ländern der Weissen», sagt Pastor Samuel Ayadi, der für die Fischer spricht. «Aber in unserem Land, da lassen sie die Fischer leiden.»

Nigerias Aufstieg zur Ölmacht begann 1956 mit der ersten erfolgreichen Bohrung von Royal Dutch Shell im Nigerdelta. Andere Konzerne folgten, darunter Chevron und Exxon Mobil, Total und Eni. Alle arbeiten mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft zusammen.

Die OPEC beziffert die tägliche Fördermenge auf zwei Millionen Barrel. Nach amtlichen Angaben gab es in Nigeria von 1976 bis 2001 6800 Ölunfälle, bei denen fast 500 Millionen Liter beziehungsweise drei Millionen Barrel Öl ausliefen. Umweltschützern zufolge ist darin noch nicht die Menge enthalten, die in entlegenen und gefährlichen Gebieten sowie bei Überfällen Radikaler austritt, die ein grösseres Stück des Kuchens für die Deltaregion fordern.


«Alles wird schwarz»

Von Iwuo-Okpom aus, einem Küstenort mit 7000 Einwohnern, ist am Horizont eine winzige Flamme zu sehen: eine Bohrinsel von Exxon Mobil. Hier an der Atlantikküste kam es im Januar 1998 zu einem der schwersten Ölunfälle Nigerias, als aus einer geborstenen Mobil-Pipeline sechs Millionen Liter ins Meer liefen. Der Ölteppich breitete sich bis zur 200 Kilometer entfernten Millionenstadt Lagos aus.

Tade Amuwa räuchert in Iwuo-Okpom Fische. Die in Ortsnähe gefangenen liessen sich schlecht verarbeiten, klagt die 35-Jährige. «All das Zeug, alles wird schwarz», sagt sie und zeigt auf öldurchtränktes Treibholz und mickrige, verfärbte Fische.

Die nigerianische Tochterfirma von Exxon Mobil erklärt, sie habe Ölflecken der letzten Zeit mit Lösungsmitteln besprüht, doch sei «bedauerlicherweise etwas Öl an die Küstengebiete gelangt». Auch seien den Einheimischen Arbeitsverträge angeboten worden, beim Säubern zu helfen. Die Dorfältesten sagen, sie wüssten nichts davon.


Keine Vögel, keine Fische

Über 7000 Kilometer Pipelines laufen durch das Delta, manche jahrzehntealt, verrostet und anfällig. Nicht alle Öllecks sind den Konzernen anzulasten. Seit 2006 greifen militante Gruppen die Leitungen an, verschleppen Ölarbeiter und kämpfen gegen Regierungssoldaten. Aus Furcht vor Überfällen und Entführungen zögern die Firmen, Personal zu den Lecks zu schicken. Häufig sind die Beschäftigten auf die Bohrinseln oder militärisch bewachte Unterkünfte beschränkt.

Im Ogoniland probten die Einheimischen in den 90er Jahren den Aufstand und verjagten die Ölfirmen. Doch immer noch verlaufen Shell-Pipelines durch das Sumpfgebiet im Delta. In Bodo City im Ogoniland triefen bei Ebbe die freiliegenden Mangrovenwurzeln vor Öl. Es gibt keine Vögel am Himmel, keine Fische im Wasser. «Die sind eingegangen», sagt Mike Vipene, ein Jugendvertreter des Orts. «Die kommen nicht wieder.»


Raffinerie im Busch

Die Einheimischen geben einer lecken Shell-Pipeline die Schuld. Das Unternehmen möchte sich zu Einzelfällen nicht äussern. Einem Umweltbericht der Firma zufolge waren nahezu alle Fälle austretenden Öls vergangenes Jahr, über 15 Millionen Liter, auf Sabotage zurückzuführen.

In entlegenen Gegenden werden Pipelines öfters von kriminellen Banden angezapft. Amtlichen Schätzungen zufolge stehlen sie bis zu 15 Prozent des Öls aus dem Delta. Es wird für den Schwarzmarkt verschifft oder gleich im Busch raffiniert und am Strassenrand als Treibstoff verscherbelt. Das Motiv der Diebe ist ganz einfach, sagt Young Kibara von der Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volks: «Armut - jeder will überleben.»


Vom Konflikt zur Krise zum Krieg

Im Gegensatz zu den Diebstählen haben die Überfälle in den vergangenen Monaten nach einem Amnestieangebot der Regierung nachgelassen. Der neue Präsident Goodluck Jonathan stammt selbst aus dem Delta und hat versprochen, sich vorrangig um eine Friedenslösung zu kümmern. Doch die Amnestie scheint an Zugkraft zu verlieren, und die vom Öl Betroffenen verlangen weiterhin Entschädigung.

Der Dorfvorsteher von Iwuo-Okpom, Okon Sunday, verlangt von Exxon Mobil Milliardensummen für seine Gemeinde. Wenn die Entschädigungsforderungen nicht ernst genommen würden, werde das unausweichlich zu Gewalt führen, warnt er: «Da wird ein Konflikt zur Krise, eine Krise zum richtigen Krieg.»>

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Spiegel
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16.07.2010: Die Ölschäden in der ganzen Welt werden zum Teil vergessen

aus: Spiegel online und Manager-Magazin:  Ölpest: Big Oil und die vergessenen Lecks; 16.7.2010;
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955,00.html

<Von Kai Lange

Jiri Rezac / GreenpeaceBP hat eine Stahlglocke über dem Leck im Golf von Mexiko platziert - und meldet erstmals einen Etappensieg im Kampf gegen die Ölpest. Unterdessen laufen weltweit große Mengen Öl und Gas unkontrolliert aus - und vergiften seit Jahren die Umwelt, weil sich kaum jemand für diese Lecks interessiert.

Hamburg - "Alle hoffen, dass BP das Ölleck endlich schließt", sagt Christian Bussau. Der Teamleiter für Sonderprojekte bei Greenpeace Deutschland verfolgt die Tests der Stahlglocke über dem Ölleck im Golf von Mexiko erwartungsvoll. "Die spannende Frage ist, ob BP es schafft, auch auf die öffentliche Diskussion einen Deckel zu setzen und aus den Schlagzeilen zu kommen."

Bussau spricht aus Erfahrung. Seit 15 Jahren ist er mit Kollegen der Umweltschutzorganisation Greenpeace an Orten unterwegs, wo Öl oder Gas in großen Mengen unkontrolliert austritt - und Abhilfe nicht in Sicht ist, weil es kaum öffentlichen Druck auf die vor Ort verantwortlichen Förderunternehmen gibt.

Um die Folgen dieser chronischen Umweltvergiftung zu besichtigen, müsse man nicht erst nach Westafrika in das berühmt-berüchtigte Nigerdelta fahren, wo auslaufendes Öl seit Jahrzehnten das einst fruchtbare Land zerstört. Im kanadischen Alberta, wo sämtliche Big Player der Ölindustrie aktiv sind, sind durch den Abbau der Ölsande riesige Giftseen und tote Flächen entstanden. In Westsibirien laufen jährlich laut Schätzungen von Umweltorganisationen mehr als 600.000 Barrel Öl aus dem maroden Pipeline-Netz aus, das Öl unter anderem nach Deutschland bringt.

Auch vor der deutschen Küste gehört Umweltverschmutzung zum Tagesgeschäft: "Die rund 400 Förderplattformen in der Nordsee stehen in einem Ölteppich - das gehört zum Normalbetrieb", sagt Bussau. Mitten in der Nordsee, östlich von Schottland, findet sich zudem eine der größten Methangasquellen Europas: "Die Folgen eines Blowouts. Hier tritt seit 20 Jahren Gas aus", sagt Bussau. Die einzige Chance, diesen Prozess weltweit zu stoppen, seien schärfere Auflagen und regelmäßige Kontrollen. Doch danach sieht es derzeit noch nicht aus, wie eine Tour durch zahlreiche Förderstätten zeigt.>


<2. Teil: Westsibirien: Öl für Deutschland fließt durch marode Pipelines

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-2,00.html

Der Großteil der Öl- und Gasexporte Russlands werden in Sibirien gefördert - auf einer Fläche, die mehr als 20-Mal so groß ist wie die Bundesrepublik. Doch das riesige Pipeline-Netz, durch das das Öl nach Deutschland und Westeuropa fließt, ist marode: Mehr als 100.000 Tonnen Rohöl pro Jahr laufen nach Schätzungen von Greenpeace allein durch die amtlich registrierten Havarien und Pipeline-Brüche aus. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein.

"Es ist ein riesiges, veraltetes Netz. Russland hat das Problem zwar erkannt, die Altlasten aber noch lange nicht bewältigt", sagt Bussau. Die veralteten Leitungen halten die extremen Temperaturschwankungen in der Region nicht aus: Immer wieder reißen Schweißnähte, so dass regelmäßig "ganze Landschaften in Öl stehen", berichtet der Greenpeace-Mitarbeiter.

Der BP-Konzern ist gemeinsam mit dem russischen Ölförderer TNK in der Region aktiv. TNK-BP ist nach Rosneft und Lukoil der drittgrößte Ölkonzern in Russland. Man setze neue Technologien ein, um den Zustand der Leitungen zu verbessern, heißt es bei TNK-BP. Die Zahl der Lecks sei in den vergangenen fünf Jahren stark zurückgegangen. Nach Einschätzung von Bussau bleibt jedoch noch viel zu tun: Allein in den Samotlor-Ölfeldern in Westsibirien, die zu den größten der Welt zählen, müssten noch Tausende Kilometer Pipelines ausgetauscht werden. "Seit 60 Jahren wird dort Öl gefördert, und seit 60 Jahren läuft dort Öl aus.">


3. Teil: Ölsande in Kanada: Das schmutzigste Öl der Welt

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-3,00.html

Der US-Kongress hat BP-Chef Tony Hayward bei einer Anhörung in Washington wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko an den Pranger gestellt. Doch auch den schärfsten Kritikern war bewusst, dass die USA noch viele Jahre vom Öl abhängig bleiben werden und die großen Energiekonzerne in der Vergangenheit kaum kontrolliert wurden. Während die Abgeordneten BP beschimpfen, treibt die US-Regierung den Bau einer weiteren Pipeline von Texas nach Alberta voran: Dort, im westlichen Kanada, werden durch den Abbau von ölhaltigen Sanden täglich riesige Mengen Treibhausgase und giftige Abwasser freigesetzt.

Von Kanada bis zur Nordsee: Wo Öl weltweit unbeachtet ausfließt
"Die Ölsande in Kanada haben für die USA strategische Bedeutung. Sie bieten die zweitgrößten Ölreserven der Welt, alle Big Player der Ölindustrie sind dort aktiv", sagt Christoph van Lieven, Ölexperte bei Greenpeace. Das Öl muss in einem aufwendigen Verfahren zunächst mithilfe von heißem Wasser aus dem Sand ausgewaschen werden: Bei dem Verfahren entstehen pro Tag 300 bis 500 Millionen Liter Produktionsabwässer, von denen rund elf Millionen Liter im Boden versickern, schätzt von Lieven. Bei der Ölgewinnung aus Ölsand werden zudem große Mengen Treibhausgase frei. Nach Einschätzung von Umweltverbänden ist das aus Ölsand gewonnene Öl das "schmutzigste Öl der Welt".

Rund um die Förderstätte Fort McMurray sind aus der Luft riesige Seen aus toxischen Abwässern zu besichtigen, die Tierwelt ist nach Angaben von Greenpeace bereits zu 80 Prozent reduziert. Vogelscheuchen sollen die verbliebenen Vögel von den Fördergebieten fernhalten. Obwohl die Ölgewinnung aus Sand auch für die Fördergesellschaften vergleichsweise teuer ist, bleiben sie vor Ort aktiv: "Für den Börsenwert eines Ölkonzerns spielt die Höhe der Reserven eine wichtige Rolle ", sagt van Lieven. In Kanada sei inzwischen ein Industriegebiet von der Größe Englands entstanden. "Wenn der Abbau der Ölsande so weitergeht, wird Kanada in fünf Jahren das Land mit dem höchsten CO-2-Ausstoß der Welt sein.">


<4. Teil: Nigerdelta: Shell und die Umweltkatastrophe in Südnigeria

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-4,00.html

Seit 50 Jahren wird in der einst fruchtbaren Region des Nigerdeltas im Süden Nigerias Öl gefördert. Einer der wichtigsten Akteure vor Ort ist der Shell-Konzern. Seit Jahren läuft aus dem maroden, 6000 Kilometer langen Pipeline-Netz immer wieder Öl aus. Hinzu kommen Sabotageakte unterschiedlicher Rebellengruppen: Sie zapfen Ölleitungen an oder sabotieren Pipelines, teils aus Protest gegen die Ölförderung, die den Fischern die Lebensgrundlage zerstört hat, und teils aus anderen politischen Motiven.

Nach Schätzungen von Umweltorganisationen verschmutzen pro Jahr rund 13 Millionen Barrel auslaufendes Öl das Nigerdelta - das entspricht etwa der Menge Öl, die 1989 aus der Exxon Valdez ins Meer auslief, als der Tanker vor Alaska auf ein Riff lief. Shell versucht inzwischen, die Lage schon aus eigenem Interesse zu stabilisieren. Doch ein großer Teil des Geldes, das der Ölkonzern an die Regierung zahlt, versickert in den Taschen korrupter Regierungsbeamter wie das Öl im Boden des Deltas. Die Region wird sich nach Einschätzung von Greenpeace von 50 Jahren chronischer Verschmutzung kaum erholen können.

"So lange es nichts oder so gut wie nichts kostet, die Umwelt zu verschmutzen, wird sich kaum etwas ändern", sagt Greenpeace-Aktivist van Lieven. Kosten durch Umweltschäden hätten in der Kalkulation der Förderkonzerne bislang nur einen verschwindend geringen Anteil. Während die Kosten für BP durch die Ölpest im Golf von Mexiko immens ausfallen dürften, habe Shell in Nigeria bislang nur wenig zu befürchten: Die meisten Schadensersatzforderungen hat der Konzern bislang erfolgreich abgewehrt.>


<5. Teil: Nordsee: Ölschwaden und der vergessene Blowout

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,706955-5,00.html

Das Wort "Blowout" erreichte erst durch den Untergang der Deepwater Horizon und die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko traurige Berühmtheit. Doch bereits 1990 sorgte die englische Ölfirma Mobil North Sea Limited mitten in der Nordsee für einen Blowout, als sie auf der Suche nach Öl eine unter Überdruck stehende Gasblase anstach. "Der Überdruck entlud sich durch das Bohrgestänge, doch die Bohrinsel ist damals im Gegensatz zur Deepwater Horizon nicht explodiert", berichtet Greenpeace-Experte Bussau. Die Bohrungen wurden sofort eingestellt, die Bohrinsel abgezogen - und seit 20 Jahren strömen gewaltige Mengen Methan aus dem unverschlossenen Leck am Meeresgrund aus.

Nachfolger der Mobil-Organisation wurde im Dezember 1999 der Ölkonzern Exxon. Die britische Regierung hat die Untersuchung des Gaslecks bereits vor Jahren eingestellt - es bestehe keine Gefahr für die Umwelt, heißt es. Doch aus diesem Bohrloch entweichen nach Berechnungen des Instituts für Meereswissenschaften an der Uni Kiel etwa 25 Prozent des gesamten Methanausstoßes der Nordsee.

"Es ist eine der größten Methangasquellen Europas. In den Seekarten sind entsprechende Warnhinweise eingezeichnet", berichtet Bussau. Während Verbraucher versuchten, die CO-2-Belastung durch umweltbewusstes Verhalten zu senken, ströme dort das als Treibhausgas weitaus wirksamere Methan weiterhin ungehindert aus.

Methangas ist unsichtbar. Deutlich sichtbar sind jedoch die Ölschlieren, die sich um die rund 400 Ölförderplattformen in der Nordsee legen. Seit 1995 überfliegt Bussau regelmäßig die Förderanlagen in der Nordsee, zuletzt im Mai 2010. "Die Plattformen stehen bei ganz normalem Betrieb in einem Ölteppich - denn nachdem das geförderte Gemisch aus Öl, Wasser und Gas getrennt worden ist, wird das ölhaltige Restwasser wieder abgelassen." Eine bessere Filterung wäre für die Fördergesellschaften aufwendig und teuer. Solange es keine entsprechenden Auflagen gebe, sei eine chronische Verschmutzung der Umwelt die günstigere Lösung.>


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Basler Zeitung
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China 21.7.2010: Ölteppich im Gelben Meer nach Explosion einer Ölpipeline in Dalian

aus: Basler Zeitung online: Der Ölteppich im Gelben Meer breitet sich aus; 21.7.2010;
http://bazonline.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Der-lteppich-im-Gelben-Meer-breitet-sich-aus/story/13048880

<Hunderte Boote nehmen nach der Pipeline-Explosion im chinesischen Hafen von Dalian an den gefährlichen Säuberungsaktionen teil. Im Hafengebiet spielen sich dramatische Szenen ab.

Im Nordosten von China bedroht ein 430 Quadratkilometer grosser Ölteppich Meerestiere und Strände. Das Büro für Maritime Sicherheit in der Hafenstadt Dalian warnte am Mittwoch vor einer grossen Gefahr für die Wasserqualität im Gelben Meer. Auslöser der Umweltkatastrophe war eine Pipeline-Explosion vor fünf Tagen.

Hunderte Boote nahmen an den Säuberungsaktionen teil. Dabei wurde ein 25-jähriger Feuerwehrmann getötet, als eine Welle ihn über Bord spülte. Strände in der Nähe von Dalian wurden geschlossen, als das erste Öl die Küste erreichte, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte Fotos, die ölverschmierte Felsbrocken an Stränden und Einsatzkräfte bei der Arbeit zeigten.

Säuberungsarbeiten dürften länger dauern

Wie viel Öl genau austrat, war nicht bekannt. Das staatliche Fernsehen berichtete von einer Schätzung von 1500 Tonnen, was etwa 1,5 Millionen Liter entsprechen würde. Obwohl sich der Ölteppich weiter ausbreitete, erklärten die Behörden, es laufe kein Öl mehr ins Meer.

Das ausgetretene Öl solle innerhalb von fünf Tagen aufgenommen werden, sagte der stellvertretende Bürgermeister von Dalian, Dai Yuli, am Dienstag der Xinhua. Ein Vertreter der Meeresbehörde erklärten dagegen, es dürfte schwierig sein, die Säuberungsarbeiten in der doppelten Zeit abzuschliessen.

Ursache unklar

Der Auslöser der Pipeline-Explosion war unklar. Am Freitagabend schossen bis zu 30 Meter hohe Flammen in die Luft. Die Feuerwehr benötigte mehr als 15 Stunden, um den Brand zu löschen. Der Hafen von Dalian ist der zweitgrösste für Rohölimporte in China. (jak/dapd)>

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n-tv online,
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Golf von Mexiko 23.7.2010: Alarmsignale der "Deepwater Horizon" waren ausgeschaltet, damit niemand in der Nacht geweckt würde

Die Verantwortungslosigkeit und Arroganz bei der Ölförderung scheint wirklich zum Kotzen, wenn man den folgenden Artikel liest. Es wird einfach alles in Kauf genommen, und die Arbeiter sollen dabei ruhig schlafen, statt dass eine Nachtwache organisiert würde, die abschätzt, ob ein Alarm ein Fehlalarm ist oder nicht. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Alarm auf Plattform manipuliert; 23.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Alarm-auf-Plattform-manipuliert-article1116726.html

<Die Arbeiter sollten nicht schon „um drei Uhr morgens“ durch einen Fehlalarm geweckt werden. Deshalb schalten Manager auf „Deepwater Horizon“ die Alarmsignale aus – und die BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko versinkt nach einer Explosion im Meer. Derzeit naht ein Tropensturm und zwingt zum Abbruch der Arbeiten am lecken Bohrloch.

Auf der im Golf von Mexiko nach einer Explosion versunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“ wurde offenbar schon Monate vor dem Unglück ein wichtiger Alarm deaktiviert. Bei einer Anhörung in New Orleans zur Klärung der Unglücksursache sagte der leitende Elektrotechniker der Bohrinsel, Mike Williams, Manager auf der Plattform hätten die Alarmsignale ausschalten lassen, damit die Arbeiter nicht „um drei Uhr morgens“ durch einen Fehlalarm geweckt würden.

Die vom britischen Erdölkonzern BP betriebene Bohrinsel war am 20. April nach einer Explosion gesunken und hatte die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Bei der Explosion kamen elf Arbeiter ums Leben.

Die Sensoren des Alarms, der vor Feuer oder einer hohen Konzentration giftiger oder explosiver Gase warnt, hätten zwar funktioniert, die Alarmsignale seien aber blockiert worden, sagte der Techniker. Er habe dies vor einem Jahr zum ersten Mal bemerkt.>

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n-tv online,
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Golf von Mexiko 23.7.2010: BP-Schweine wollen den Wissenschaftlern einen Maulkorb umhängen - krimineller geht es nicht mehr

BP spielt sich weiterhin wie eine Weltregierung auf. Aber irgendwann ist es genug der Manipulationen im Erdölgeschäft. Die BP-Verantwortlichen werden als Schweine erkannt, und gehören eigentlich in den Zoo, aber sicher nicht in die Führungsetage einer Weltfirma. Da wollten die Verantwortlichen von BP Forscher anstellen, aber die Untersuchungsergebnisse sollten so lange geheimgehalten werden, bis die "US"-Regierung den Schadenersatz festgelegt hat. Schlimmer gehts nimmer, und deswegen ist die Formulierung "BP-Schweine" legitim.

Und: Es ist anzunehmen, dass die Praktiken bei BP kein Einzelfall sind, sondern dass andere Ölkonzerne in gleicher Manier verfahren. Man kann als Konsument nur noch eines tun: sich von allen Erdölprodukten lossagen, Solaranlage und Erdwärme einrichten, Velo fahren, so wenig wie möglich Plastik kaufen etc. Die Erdölfirmen müssen von der Welt verschwinden, und es müssen Ersatzprodukte her. Aber lesen Sie selbst, wie BP nun auch die Wissenschaft manipulieren will:

aus: n-tv online: Panorama: Angst vor Schadenersatz-Forderungen: BP unterwandert US-Universitäten; 23.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/BP-unterwandert-US-Universitaeten-article1117246.html

BP soll wegen der Ölpest im Golf von Mexiko Wissenschaftler angeheuert haben, sie jedoch zum Schweigen über ihre Forschungsergebnisse verpflichten - bis die US-Regierung die Höhe des Schadenersatzes festgelegt hat. Der britische Öl-Konzern dementiert.

Angesichts erwarteter Klagen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko soll der britische BP-Konzern versucht haben, das Schweigen von Experten zu erkaufen. Hier habe ein Großunternehmen umfassend versucht, sich Stillschweigen zu sichern, sagte Cary Nelson vom Amerikanischen Verband der Professoren im britischen Rundfunksender BBC.

Von BP angebotene Verträge verlangen laut BBC von Wissenschaftlern, dass sie ihre Forschungen im Auftrag des Konzerns nicht veröffentlichen. Sie dürften zudem über die enthaltenen Daten mindestens drei Jahre lang nicht sprechen - oder jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt nicht, an dem die US-Regierung die Schadenersatzzahlungen wegen der Katastrophe abschließend festlege.

Reihenweise Experten unter Vertrag

An Universitäten entlang der Golfküste seien reihenweise führende Wissenschaftler von BP-Vertretern angesprochen worden, berichten US-Medien. Für Beratertätigkeiten neben ihrer Arbeit an den Hochschulen bietet der Ölkonzern demnach 250 Dollar - pro Stunde. Im Gegenzug verpflichten sich die Unterzeichner, auch vor Gericht keine Forschungsergebnisse preiszugeben.

"Es geht BP nicht darum, dass wir für sie aussagen, sondern dass wir nicht gegen sie aussagen", wird ein führender Wissenschaftler zitiert. Mehrere Universitätsverwaltungen geben den Meldungen nach an, Mitarbeiter von ihnen hätten die angebotenen Beraterverträge unterschrieben.

BP dementiert Klausel

Der BP-Konzern gab in einer Erklärung an die BBC zwar an, mehr als ein Dutzend Wissenschaftler mit Fachkenntnissen zum Golf von Mexiko angeheuert zu haben. Das Unternehmen erlege Forschern aber "keine Beschränkungen dabei auf, über wissenschaftliche Daten zu reden".

Bop Shipp, der Leiter der Meeresforschung an der Universität von South Alabama, sagte dem Sender jedoch, Anwälte von BP hätten ihn angesprochen und seine ganze Abteilung gewollt. Als er die Grundregeln festgelegt habe, dass alle Daten der Wissenschaftsgemeinschaft frei zugänglich sein und unabhängig überprüft werden müssten, seien die BP-Vertreter schnell wieder abgezogen. "Wir haben nie mehr von ihnen gehört."

rpe/AFP>

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Cronicaviva
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Arktis und Alaska 23.7.2010: Eskimos wollen keine Ölbohrungen vor ihren Küsten in der Arktis und vor Alaska

aus: Cronicaviva online: Esquimales rechazan exploración petrolifera; 23.7.2010;
http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/mundo/america/699-esquimales-rechazan-exploracion-petrolifera-video

<Durch das gigantische Auslaufen von Rohöl im Golf von Mexiko lehnen nun viele Eskimos die Erforschung von Ölfeldern an der arktischen Küste und vor Alaska ab, denn sie sehen, dass damit grosse Gefahren verbunden sind, die ihre Lebensform zerstören kann.

Das Thema ist umstritten, denn gemäss eines Berichts der britischen BBC World meinen viele Bewohner Alaskas, die keine Eskimos sind, dass die Erdölreserven für die Wirtschaft wichtig seien und unterstützen deswegen Shell bei der Erdölsuche am Meeresgrund.

Diejenigen, die die Erforschung von Erdölfeldern unterstützen, meinen, dass nur die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden müssten.>

(orig. Spanisch:
<Esquimales rechazan exploración petrolífera.

Tras el gigantesco derrame de crudo en el Golfo de México, numerosos esquimales rechazan la exploración petrolífera en la costa del Océano Ártico, en Alaska, temerosos de  que su forma de vida se destruya.

El tema es polémico porque, de acuerdo al informe de la cadena británica BBC Mundo, muchos habitantes de Alaska, no esquimales,  creen que las reservas de combustible son importantes para su economía y apoyan la exploración de Shell en busca de petróleo en el fondo marino.

Los que apoyan la explotación petrolífera creen que solo es necesario reforzar las medidas de seguridad.>)


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Golf von Mexiko: 24.7.2010: Cheftechniker Mike Williams: "Der Alarm war abgestellt" - andere Mitarbeiter behaupten, Alarmsignale gehört zu haben

aus: n-tv online: Explodierte Ölplattform: "Der Alarm war abgestellt"; 24.7.2010;
http://www.n-tv.de/panorama/Der-Alarm-war-abgestellt-article1122971.html

Bei einer Befragung durch US-Ermittler sagt ein Techniker von der "Deepwater Horizon", der Alarm auf der gesunkenen Ölplattform sei schon seit einem Jahr abgestellt gewesen. In der Nacht der Katastrophe habe es keinen Alarm gegeben. Ein Unwetter stoppt derweil den Kampf gegen die Ölpest.

Auf der im Golf von Mexiko gesunkenen Ölplattform "Deepwater Horizon" war nach Darstellung eines Technikers ein Notalarm mit Absicht abgestellt worden. Die Manager der Ölplattform hätten verhindern wollen, dass die Mannschaft nachts durch einen Fehlalarm geweckt werde, sagte Plattform-Cheftechniker Mike Williams vor Ermittlern im US-Bundesstaat Louisiana. Der Alarm hätte die aufsteigende Wolke entflammbaren Methangases melden können, so Williams.

Nach seiner Darstellung war das Alarmsystem so eingestellt, dass aufsteigende Gase zwar registriert wurden, jedoch kein akustisches oder sichtbares Signal losging. Williams sagte, er habe dies bereits vor etwa einem Jahr entdeckt und sich daraufhin nach dem Grund erkundigt. Als Erklärung habe man ihm gesagt, "dass sie nicht wollten, dass die Leute um drei Uhr morgens wegen falschen Alarms geweckt werden". In der Nacht des Feuers sei kein Alarm zu hören oder zu sehen gewesen. Bei der Explosion der Plattform am Abend des 20. April starben elf Menschen.

Im Gegensatz zu Williams haben jedoch mehrere Mitarbeiter des Bohrturms gegenüber Ermittlern angegeben, Alarmsignale gehört zu haben. Transocean, das die Plattform für BP betrieb, teilte mit, der Alarm sei nach üblicher Praxis eingestellt gewesen.

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n-tv online,
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Libyen-Bucht 24.7.2010: Die BP-Schweine machen "weiter so": Tiefseebohrung vor Libyens Küste

Statt die Sonnenenergie voranzutreiben - BP hat doch eine Sonnenenergiefirma ("BP Solar", siehe hier:
http://www.bp.com/sectiongenericarticle.do?categoryId=9071&contentId=7038231)


BP solar, Logo
BP solar, Logo [12]

und da war doch vor zwei Tagen gerade ein Sonnenflugzeug 2 Wochen in der Luft gewesen
(http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Solarflugzeug-wieder-gelandet-article1122526.html) -

Da hat doch ein unbemanntes Solar-Segelflugzeg
                einen 2-wöchigen Flug hingelegt
Da hat doch ein unbemanntes Solar-Segelflugzeg einen 2-wöchigen Flug hingelegt [13]

also, statt dass BP die Sonnenenergie mit der eigenen FIrma vorantreibt, betreiben die BP-Schweine nun auch noch Tiefseebohrungen im Mittelmeer, wobei man genau im Mittelmeerraum jegliche Sonne zur Verfügung hätte, um Sonnenenergie zu betreiben, und so würde das Risiko von Umweltverschmutzung auf quasi 0% sinken. Aber das wollen die BP-Schweine scheinbar nicht sehen, und Gadhafi macht mit. Man fragt sich, wann die BP-Chefs endlich umdenken, und man merkt, dass die "BP Solar" nur Fassade ist, und Denken und die Minimierung von Risiko ist bei BP nicht gefragt. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Guter Draht nach Libyen: BP bohrt im Mittelmeer; 24.7.2010;
http://www.n-tv.de/politik/BP-bohrt-im-Mittelmeer-article1124601.html

<Schon bald sollen die Bohrungen des britischen Ölkonzerns vor der libyschen Küste beginnen. Ob das etwas mit der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Megrahi aus schottischer Haft zu tun hat, prüft derzeit der US-Senat.

Der britische Energiekonzern wird in wenigen Wochen mit einer Ölbohrung vor der libyschen Küste beginnen. Die Tiefseebohrung erfolge im Golf von Sirte, berichtet die "Financial Times". BP hatte die Rechte zur Erschließung des riesigen Öl- und Gasfeldes demnach 2007 erworben. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Geschäfte des britischen Energiekonzerns mit Libyen könnten bei der vorzeitigen Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi aus schottischer Haft eine Rolle gespielt haben.>


Diese Tiefseebohrung vor Libyen ist sogar tiefer als diejenige vor dem Golf von Mexiko. Jeder gesunde Menschenverstand sagt: Spinnts dene? - Und die Antwort ist: Ja, denen Idiote spinnts:


Libyen-Bucht 24.7.2010: BP-Schweine wollen Tiefseebohrung in 1750 m Tiefe realisieren, 250 m tiefer als im Golf von Mexiko

BP behauptet, im Mittelmeer würden bessere "Sicherheitsstandards" gelten als im Golf von Mexiko. Wieso ist denn für BP das Meer nicht überall gleich viel Wert? BP ist nicht nur eine hochkriminelle, sondern auch eine rassistische Vereinigung. Wieso darf diese Firma überhaupt noch existieren? Aber lesen Sie selbst die Details, was da vor Libyen geplant ist:

aus: 20 minuten online: Trotz Ölpest: BP bohrt nach Öl vor Libyen; 24.7.2010;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699

<Ungeachtet der Katastrophe im Golf von Mexiko will BP nächste Woche mit Tiefseebohrungen im Mittelmeer beginnen. Nach der Ölpest im Golf von Mexiko will der Energiekonzern BP die nächste Tiefseebohrung im Mittelmeer vor der Küste Libyens starten. Die USA werfen BP vor, die vorzeitige Freilassung des libyschen Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al- Megrahi vor einem Jahr vorangetrieben zu haben, um das Millionengeschäft zu starten.

Al-Megrahi wurde wegen einer Krebserkrankung im Endstadium von Schottland begnadigt. Zur Begründung hiess es damals, seine Tage seien gezählt. Er lebt heute in seiner Heimat. Bei dem Attentat auf ein Pan-Am-Flugzeug nahe dem schottischen Lockerbie waren 1988 insgesamt 270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US-Bürger.

Der Konzern bestätigte, der britischen Regierung unter Premierminister Tony Blair damals zu einer schnellen Einigung über einen Gefangenenaustausch geraten zu haben.

«Die Bohrungen werden in wenigen Wochen beginnen», sagte BP- Sprecher David Nicholas am Samstag der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der «Financial Times». Die Quelle soll spätestens in einem halben Jahr erschlossen sein.

Auch Erdgas

In dem Feld soll es grosse Mengen Erdöl und bis zu 850 Millionen Kubikmeter Erdgas geben. Der Energiekonzern wies Sicherheitsbedenken über die neue Tiefseebohrung zurück.

Die Bohrung erfolgt in der Mittelmeerbucht Grosse Syrte. Etwa 200 Kilometer westlich der Hafenstadt Bengasi liegt die Quelle in rund 1750 Metern Tiefe.

Damit wird dort 250 Meter tiefer nach den beiden Energierohstoffen gebohrt als bei der Tiefseebohrung im Golf von Mexiko. In dem Randmeer löste die Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April mit elf Toten die noch andauernde Ölpest aus, die grösste Naturkatastrophe vor der US-Küste.

«Keine Parallelen»

Zwischen den beiden Bohrfeldern gebe es allerdings keine Parallelen, betonte BP-Sprecher Nicholas. Hohe Sicherheitsstandards seien vor Libyen gewährleistet.

«Wir haben weltweit viele Bohrungen durchgeführt und dort nun zusätzliche Vorsichtsmassnahmen getroffen, darunter eine vollständige Kontrolle der Ölbohrplattform vom Typ «Noble», die wir nutzen werden», sagte Nicholas. Die Quelle ist laut BP in einer Gesteinsformation mit geringer Durchlässigkeit eingeschlossen.

Die Rechte für die Erschliessung der Ölquelle hatte BP vor drei Jahren von Libyen für 900 Millionen Dollar gekauft. BP-Chef Tony Hayward bezeichnete den Deal als bis dahin grösste Einzelinvestition.

BP hatte seine Ölgeschäfte in Libyen 1971 einstellen müssen, weil Machthaber Muammar al-Gaddafi die britischen Besitztümer verstaatlichte. BPs Partner bei der neuen Quelle ist die staatliche Libyan Investment Corporation, die 15 Prozent der Erträge erhält.

(sda)>


Schlussfolgerung: Hochkriminelle Vereinigung BP
BP ist, was Naturschutz angeht, somit eine kriminelle Vereinigung, die wissentlich alle Meere mit Ölpest bedroht, statt endlich die Sonnenenergie mit quasi 0% Umweltrisiko zu privilegieren. BP spielt weiter mit dem Leben von Millionen Menschen und Tieren in hochkrimineller Art und Weise.

Die hochkriminelle Vereinigung BP muss verboten werden. Leider gibt es scheinbar keinen anderen Weg für BP, denn ein Umdenken bei dieser Firma ist nicht sichtbar geworden.

Ausserdem wäre ein generelles, weltweites Verbot für Tiefseebohrungen angebracht, und die konsequente, weltweite Förderung der Sonnenenergie ebenfalls. BP hat ja eine Solarfirma. Wieso tut man das dann nicht? Weil die hohen Kravatten Öl-Idioten sind, und weil man noch nicht für alle Öl-Produkte Ersatzprodukte hat.

Michael Palomino, 25.7.2010

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20 minuten
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Golf von Mexiko 26.7.2010: BP vergoldet dem kriminellen Chef Hayward noch den Abgang mit 14 Millionen Euro - und der Kriminelle bleibt bei BP

Kriminelle Firma schenkt dem kriminellen Chef eine Abfindung von 14 Millionen Euro. Das gibt es, bei der hochkriminellen Firma BP, und die Gesetze lassen dies zu, und die Umwelt hat keine Rechte. Es ist absolut pervers, und der kriminelle Chef Hayward kommt keinen Tag ins Gefängnis, sondern bleibt auch noch bei BP. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: 14 Mio. Euro Abfindung: BP-Chef Hayward geht mit voller Brieftasche; 26.7.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/BP-Chef-Hayward-geht-mit-voller-Brieftasche-19484910

<von Robert Barr, AP - Nach schlechten Krisenmanagement und verbalen Ausrutschern steht der umstrittene BP-Chef Tony Hayward kurz vor seiner Ablösung. Er bekommt 14 Millionen Euro Abfindung und «sein Leben zurück».

Tony Hayward wird wohl bei BP bleiben.

Die «Financial Times» berichtete, der Konzernchef werde im Amt bleiben, während an einer dauerhaften Abdichtung des Öllecks durch Entlastungsbohrungen gearbeitet wird. Am Wochenende soll bereits über die Bedingungen des Abgangs verhandelt worden sein.

Versiegelung von Ölleck Anfang August geplant

Mehr als drei Monate nach Beginn des Öl- Dramas im Golf von Mexiko rückt eine endgültige Versiegelung der Quelle näher. Am 2. August solle damit begonnen werden, Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu pumpen, teilte der Einsatzleiter der Regierung, Admiral Thad Allen, am Montag mit.

Etwa fünf Tage später sei geplant, die Quelle durch eine Entlastungsbohrung, an der während der vergangenen Wochen gearbeitet worden war, quasi von unten ebenfalls mit Zement endgültig zu versiegeln.

Selbst wenn das Problem-Bohrloch letzten Endes gestopft ist, sei aber noch über Wochen damit zu rechnen, dass Öl an Land geschwemmt werde, sagte Allen weiter. Als das Drama im Golf begann, habe es auch vier bis sechs Wochen gedauert, bis das Öl das Ufer erreicht habe.

Bei dem für den 2. August geplanten Manöver, das Experten «Static Kill» nennen, sollen Schlamm und Zement nach den Worten Allens von oben so tief wie möglich in das Bohrloch gepresst werden, das seit Mitte des Monats provisorisch mit einer Kappe verschlossen ist.

Etwa fünf Tage danach sei der sogenannte «Bottom Kill» geplant, bei dem Zement über die Entlastungsbohrung in die Quelle gepumpt wird. In den nächsten Tagen seien entsprechende Vorbereitungen vorgesehen.

Laut einem Bericht der «Times» geht Hayward mit Abfindungen und Pensionszahlungen in Höhe von insgesamt zwölf Millionen Pfund (14 Millionen Euro). Ein BP-Sprecher hatte noch am Sonntag erklärt, der Konzernchef geniesse weiterhin das Vertrauen des Aufsichtsrats.

Dass BP Hayward, der wegen seines miserablen Krisenmanagements und diverser unglücklicher Aussagen heftig kritisiert wurde und für die Öffentlichkeit zum Gesicht der Ölpest geworden ist, loswerden muss, gilt unter Experten als ausgemacht.

«Um einen Schlussstrich ziehen zu können, brauchen sie einen neuen Vorstandschef», sagte Börsenmakler David Battersby von Redmayne Bentley Stockbrokers. Haywards Ablösung sei reine Beschwichtigungspolitik von BP gegenüber den USA, meinte David Cumming, Aktienchef Grossbritannien bei der Versicherungsgruppe Standard Life Investments. Der Konzern wolle den Druck der Medien und aus Washington mindern und sein Ansehen in den USA wieder aufbauen.

Hayward bleibt bei BP

Kreisen zufolge soll der 53-Jährige aber im Konzern bleiben: Er werde ab Oktober einen Posten bei TNK-BP erhalten, einem Joint Venture in Russland, hiess es am Montag. Hayward, der auf dem Höhepunkt der Krise erklärt hatte, er wolle «sein Leben zurück», wird der Wechsel britischen Medienberichten zufolge mit 14 Millionen Euro versüsst.

Der Vorstand des britischen Ölkonzerns traf sich am Montag in London, um über die Personalie zu beraten. Hayward selbst stieg nach der Sitzung in einen silbernen Lexus und brauste davon, ohne mit der wartenden Presse zu sprechen. Die BP-Aktie schnellte am Montagmittag in New York in Erwartung einer Ankündigung fast fünf Prozent nach oben. In London schloss sie um 4,6 Prozent höher bei 416,95 Pence.

Vor Markteröffnung in London erklärte der Konzern in einer Börsenmitteilung, noch keine endgültige Entscheidung zum Wechsel an der Führungsspitze getroffen zu haben. Auch stünden die Belastungen durch die Ölpest noch nicht fest. Am (morgigen) Dienstag veröffentlicht BP die Bilanz für das zweite Quartal. Es wird allgemein erwartet, dass der Schadenersatz bereits in die Halbjahresbilanz einfliessen wird. Analysten rechnen mit vorläufigen Rückstellungen bis zu 30 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro). Vergangene Woche hatte das Unternehmen die bislang aufgelaufenen Kosten mit annähernd vier Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass eine Gesamtsumme noch nicht abzusehen sei.>


Kommentar: Der wirkliche Schlussstrich
Der Schlussstrich unter die Katastrophe am Golf von Mexiko ist erst dann gezogen,
-- wenn BP nicht mehr existiert
-- wenn alle Tiefseebohrungen verboten und eingestellt werden
-- wenn für alle Erdölprodukte Ersatzprodukte gefunden und erforscht worden sind.

Michael Palomino, 26.7.2010

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Und es hört nicht auf im Golf von Mexiko: Ein neues Bohrloch ist defekt:

27.7.2010: <Neuer Ölteppich: Schiff rammt Bohrloch im Golf von Mexiko

aus: 20 minuten online; 27.7.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/29305113

Im Golf von Mexiko ist es zu einem weiteren Unfall mit einer Ölplattform gekommen.

Vor der Küste des US- Bundesstaats Louisiana rammte am Dienstag ein Schiff ein Bohrloch in der Barataria Bucht, wie die Küstenwache mitteilte.

Neben Gas, das in die Luft entweiche, sei auch Öl ins Meer ausgetreten. Der Ölteppich habe bislang eine Ausdehnung von 1,6 Kilometern und sei knapp 50 Meter breit.

Die Küstenwache richtete eine Sicherheitszone um die Unglücksstelle ein, damit andere Schiffe das Öl nicht weiter ausbreiteten. Als Besitzer des Bohrlochs sei das Unternehmen Cedyco identifiziert worden. Ein Sprecher von Cedyco war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Küste von Louisiana ist in weiten Teilen bereits mit Öl verschmutzt, das in den vergangenen drei Monaten aus dem Leck der explodierten BP-Plattform «Deepwater Horizon» in mehr als 1500 Metern Tiefe ausgetreten war.

(sda)>

Kommentar

Wahrscheinlich ist ein solcher Vorfall, dass ein Schiff ein Bohrloch "rammt", etwas "ganz Normales". Man sollte einfach auf jegliche Ólbohrungen im Meer verzichten und endlich auf Sonne umsteigen. Die Südstaaten der "USA" und Mexiko haben doch genug Sonne, oder?

Michael Palomino, 27.7.2010

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Es geht weiter so mit dem teuflischen Öl, das fast alle haben wollen, das aber fast alles verschmutzt am Schluss. Wann kommt denn endlich die Energie-Wende mit Sonne, Wind und Erdwärme, und Ersatzprodukte für die Ölprodukte?

China 30.7.2010: <Greenpeace greift China an: Ólpest schlimmer als gedacht

aus: n-tv online; 30.7.2010; http://www.n-tv.de/panorama/Oelpest-schlimmer-als-gedacht-article1173541.html

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace befürchtet, dass das wahre Ausmaß der Ölpest im Gelben Meer weitaus größer ist, als von der chinesischen Regierung bislang angegeben. Nach Angaben der Umweltschützer flossen seit der Explosion zweier Pipelines im Hafen von Dalian im Nordosten des Landes vor zwei Wochen zwischen 60.000 und 90.000 Tonnen Rohöl ins Meer - bis zu sechzig Mal mehr als die offiziellen Zahlen angeben. Den chinesischen Behörden zufolge flossen bislang 1500 Tonnen Öl ins Meer.

Die Ölpest in China sei "eine der 30 schlimmsten in der Geschichte", sagte Greenpeace-Experte Richard Steiner. "Wenn unsere Schätzungen stimmen, ist das Ausmaß größer als bei der Exxon-Valdez-Ölpest in Alaska 1989", sagte Steiner, der sich in den vergangenen Tagen vor Ort ein Bild von der Katastrophe gemacht hatte. Seinen Angaben zufolge könnte die Ölverschmutzung auch die Küste Nordkoreas bedrohen. Die fehlende Luftüberwachung des Ölteppichs mache eine genaue Einschätzung der Lage allerdings schwierig.

Die beiden Pipelines des größten staatlichen Ölkonzerns China National Petroleum waren am 16. Juli in der Hafenstadt Dalian in der Provinz Liaoning explodiert. Bis sich die Umwelt von der Ölpest erholt, könnten nach Einschätzung von Greenpeace bis zu zehn Jahre vergehen.

AFP>

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Spiegel online,
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Golf von Mexiko 1.8.2010: Ölpest mit Unmengen giftiger Chemikalien bekämpft [mit "Ausnahmegenehmigungen der Küstenwache für "Epa": Das Öl wird in kleine Tröpfchen verwandelt und verteilt]

Man fragt sich, wo bleibt die Forschung nach Ersatzprodukten für die Erdölprodukte. Aber nein, die BP-Kriminellen haben die Chemikalie "Epa" benutzt, um den Ölteppich unsichtbar zu machen. Sie meinen, so löse man Probleme. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online; 1.8.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,709541,00.html

<AP

Welches Risiko gehen BP und die US-Regierung im Kampf gegen die Ölpest ein? Ein Abgeordneter hat jetzt Brisantes herausgefunden: Trotz eines weitreichenden Verbots der Umweltbehörden wurde giftige Chemie auf hoher See versprüht - die Küstenwache erlaubte es mit Ausnahmegenehmigungen.

New Orleans - Eigentlich hat die US-Umweltbehörde Epa den großflächigen Einsatz von Anti-Öl-Chemikalien im Golf von Mexiko verboten. Zu groß schien die Gefahr durch die giftigen Substanzen. Doch jetzt kommt heraus: Das Verbot war offenbar weitgehend wirkungslos - weil der Konzern BP zuhauf Ausnahmegenehmigungen bekam.

In den vergangenen Wochen seien Hunderttausende Liter giftiger Chemikalien zur Bekämpfung der Ölpest eingesetzt worden, sagte Edward Markey, Chef des Unterausschusses für Energie und Umwelt im US-Abgeordnetenhaus. Die US-Küstenwache habe das über Sondergenehmigungen zugelassen - obwohl das Epa-Verbot vom 26. Mai nur wenige Ausnahmen vorsah.

Die Küstenwache habe BP innerhalb von 48 Tagen nach Erlass des Verbots den Einsatz der umstrittenen Substanzen insgesamt 74-mal erlaubt. BP habe an vielen Tagen 20.000 bis 40.000 Liter davon versprüht, sagte der Demokrat Markey nach Prüfung von Unterlagen des Unternehmens. Das Verbot sei dadurch faktisch bedeutungslos geworden. In einem Brief an den US-Krisenkoordinator der US-Regierung, Thad Allen, beklagt Markey ein "Flächenbombardement des Ozeans mit diesen Chemikalien".

Insgesamt sind seit Beginn der Ölpest am 20. April gut 6,8 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden - etwa 3 Millionen davon nahe dem Leck am Meeresboden. Umweltexperten befürchten ökologische Langzeitschäden insbesondere wegen der Verwendung unter Wasser, daher hatte die Epa die Einschränkungen verfügt.

Die Stoffe lösen das Öl nicht auf, sondern verwandeln es nur in eine Menge kleinerer Tröpfchen, die dann vom Wasser umschlossen werden. Ein Prinzip, das man zu Hause beim Abwaschen mit Spülmittel kennt. Neben den direkten Umweltauswirkungen der Substanzen sorgt das auch dafür, dass sich das Öl über einen größeren Bereich der Wassersäule verteilt.

Einleitung von Schlamm und Zement ab Dienstag geplant

Inzwischen arbeitet BP an den letzten Vorbereitungen zur Versiegelung des lecken Bohrlochs. Seismische und akustische Tests in der Nähe des lecken Bohrlochs sollten "die Intaktheit des Bohrlochs" sicherstellen und mögliche Unregelmäßigkeiten in dem Gebiet aufspüren, erklärte die Firma. Der steigende Druck im Bohrloch spreche dafür, dass das Öl sich nicht an anderen Stellen seinen Weg ins Meer bahne.

BP will am Dienstag mit der Versiegelung des Bohrlochs mit Bohrschlamm und Zement anfangen. Bei der static kill genannten Methode soll das Füllmaterial durch die Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt werden, mit der das Bohrloch Mitte Juli vorerst verschlossen worden war. Die Versiegelungsarbeiten verzögerten sich nach Angaben von Krisenkoordinator Allen, weil rund um das Bohrloch die Folgen des Tropensturms "Bonnie" beseitigt werden mussten.

BP-Vizechef Kent Wells sagte, es habe seit der Anbringung der Verschlusskappe vor zwei Wochen keine Anzeichen für weitere Lecks gegeben. Das stimme ihn zuversichtlich für die Versiegelung. Außerdem wolle BP zusätzlich zu static kill noch eine zweite Versiegelungsmethode namens bottom kill anwenden. Dabei soll auch ein Entlastungsbohrloch mit Schlamm und Zement verfüllt werden. Das Entlastungsbohrloch soll laut Wells in acht bis zehn Tagen bis zu dem ursprünglichen Bohrloch reichen, Ende August könne dann seine Versiegelung beginnen.

Die Ölpest hatte sich nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" am 20. April ausgebreitet. Seitdem traten Schätzungen zufolge 3 bis 5,3 Millionen Barrel Öl aus. Krisenkoordinator Allen will demnächst eine genauere Aufstellung des ausgelaufenen und des aufgefangenen Öls vorlegen.

"Wir werden für Jahre hierbleiben"

Der designierte BP-Chef Bob Dudley sicherte bei einem Besuch in dem von der Ölpest betroffenen Bundesstaat Mississippi zu, dass sich sein Unternehmen langfristig an der Bewältigung der Umweltkatastrophe beteiligen werde. "Wir werden für Jahre hierbleiben", sagte er. Für Arbeitslose an der Golfküste schaffe BP einen 100-Millionen-Dollar-Fonds.

Das Entfernen von Schutzbarrieren im Meer und der Einsatz von weniger Reinigungsteams an den Stränden seien "absolut kein Rückzug", versicherte Dudley, der im Oktober die Konzernführung von dem in die Kritik geratenen Tony Hayward übernehmen soll.

Louisiana hat inzwischen einen Teil seiner Fischgründe wieder freigegeben. Der kommerzielle Fang von Fischen und Garnelen in den Gewässern östlich der Mündung des Mississippi sei wieder möglich, teilten die Fischereibehörde des Bundestaates und die US-Lebensmittelbehörde FDA mit. Wegen der Ölkatastrophe hatten die US-Behörden für mehr als ein Drittel ihrer Gewässer im Golf von Mexiko ein Fischfangverbot erlassen.

Als Konsequenz aus der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko will das US-Repräsentantenhaus die Regeln für die Ölförderung verschärfen. Der am Freitagabend verabschiedete Gesetzentwurf sieht strengere Sicherheitsstandards für Tiefseebohrungen vor, außerdem sollen die verantwortlichen Unternehmen in Zukunft unbeschränkt für Schaden haften. Die Zustimmung des Senats steht allerdings noch aus.

chs/afp/apn>


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Golf von Mexiko 3.8.2010: Es war die grösste Ölpest der Geschichte der "USA" - und das Öl ist nun in den Sandstränden drin

aus: 20 minuten online: Ölpest: Spuren im Sand; 3.8.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/31639451

Die Ölpest im Golf von Mexiko scheint überstanden, doch das ausgelaufene Öl ist nicht einfach weg. Meeresschützer haben es gesucht – und gefunden.
OFS-Cheftaucher Matt Ferraro erläutert den Fund. Jetzt steht es fest:

Die Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon» hat die grösste Ölpest der Geschichte verursacht. Rund 780 Millionen Liter Rohöl sind in den Golf von Mexiko geströmt. Der Ölteppich allerdings hat sich weitgehend aufgelöst. Wissenschaftler warnen, das Öl befinde sich unter der Wasseroberfläche und werde weiterhin die Umwelt belasten. Allerdings findet man nicht nur dort Spuren der Katastrophe.



Taucher der Meeresschutz-Organisation Ocean Futures Society (OFS) besuchten am Wochenende auf Wunsch des stark betroffenen Landkreises Plaquemines die US-Südküste im Bundesstaat Louisiana, um die Folgen der Ölpest für die Umwelt zu untersuchen. Im Wasser fanden sie wenig, dafür umso mehr an Land, wie OFS-Cheftaucher Matt Ferraro erklärte: «Als wir die Küste absuchten, fanden wir kleine Löcher im Sand. Wenn man neben diesen Löchern auftritt, fühlt sich der Sand matschig an, und es tritt Öl aus.»

Selbst an vermeintlich gesäuberten Stränden ist das Schlimmste also nicht überstanden. Für Matt Ferraro kein Wunder: «Mikroben mögen einen Teil des Öls fressen, doch es handelt sich um die grösste Ölpest der Geschichte, und wir haben keinen Grund anzunehmen, dass es schneller verschwinden wird als in früheren Fällen.» Gegründet wurde die Ocean Futures Society von Jean-Michel Cousteau, dem Sohn des legendären Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau.

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Golf von Mexiko 4.8.2010: Ölpest: Das Loch ist gestopft [und das nächste folgt sogleich...]

aus: 20 minuten online; 4.8.2010; http://www.20min.ch/news/ausland/story/26151943

Mehr als drei Monate nach der Bohrinsel-Explosion im Golf von Mexiko hat BP offenbar erfolgreich das lecke Bohrloch verschlossen: "Static kill" habe das "gewünschte Ergebnis" erbracht.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen.

Bei der Operation «Static kill» wurde mit hohem Druck Schlamm und Zement in das seit Mitte Juli provisorisch abgedichtete Bohrloch gepumpt. Der Druck des Bohrlochs werde durch den eingepumpten Schlamm «kontrolliert», hiess es in der Mitteilung des britischen Energiekonzerns BP. Damit sollen das Öl und Gas im Loch in ihr Reservoir zurückgedrängt werden. Nun soll der Schlammpfropfen mit Zement gefestigt werden.

Der «finale Akt» zur Versiegelung steht noch an: Die Ingenieure wollen auch das Öl-Reservoir in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden verschliessen. Bei dieser «Bottom Kill» genannten Operation sollen ebenfalls Schlamm und Zement in die Steigleitung gepumpt werden. Das geschieht durch eine seitliche Entlastungbohrung, die seit Mai gebohrt wird.

Mit dem «bottom kill» will BP Mitte August beginnen. Nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April waren aus dem lecken Bohrloch nach US-Regierungsangaben rund 780 Millionen Liter (4,9 Millionen Barrel) Rohöl ausgelaufen. Damit ist die Katastrophe der grösste Ölunfall aller Zeiten. Gemäss Forschern wurde bei der aktuellen Katastrophe nicht einmal ein Fünftel (800 000 Barrel) des ausgetretenen Öls aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt.

(sda/ddp)>

Kommentar: Der WWF versagt total
Das nächste offene Borhloch wird folgen, das ist eigentlich vorprogrammiert, denn die Tiefseebohrungen hören ja nicht auf, sondern gehen weiter. Die Regierungen und die Richter sind bis heute nicht bereit, den Planet Erde vor diesem Wahnsinn der Tiefseebohrungen zu schützen, und das nächste Loch und die nächste Ölpest folgt sogleich, es ist nur eine Frage der Zeit. Dabei hat die Wissenschaft den Auftrag, die Sonnenenergie, Windenergie und Erdwärme rentabel zu machen und Ersatzprodukte für die Erdölprodukte zu finden. Der WWF versagt total, und der Ölschaden nimmt weiter seinen Lauf.
Michael Palomino, 4.8.2010

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Golf von Mexiko 5.8.2010: Und es geht weiter mit Problemen auf den Ölplattformen

aus: 20 minuten online: Sicherheitsberichte: Unfall-Serie auf Transocean-Plattformen; 5.8.2010; http://www.20min.ch/finance/news/story/29543690

<Das Ölbohrunternehmen Transocean hatte ernsthafte Probleme mit mehreren Plattformen im Golf von Mexiko. Dies zeigen vertrauliche Berichte.
 
Die «Development Driller II» war eine der untersuchten Bohrinseln. Derzeit wird sie von BP für die Entlastungsbohrungen am Unglücksort eingesetzt.

Zweites Quartal: Ölpest vermiest Transocean das GeschäftBörse: Transocean erstmals im SMI geführtSchmutzfink im SMI: Plattformbesitzer kommt in beste BörsenkreiseÖlpest: Explosion der Bohrinsel gibt weiter Rätsel aufÖlpest: Betreiberin sorgte sich um SicherheitTransocean hat seinen Sitz in Zug und gilt damit als Schweizer Unternehmen, im Juni wurde die Aktie in den Swiss Market Index (SMI) aufgenommen. Weltweit betreibt das Unternehmen 139 Ölbohrplattformen, 14 davon im Golf von Mexiko. Mit einigen gab es offenbar Probleme, die so ernsthaft waren, dass Transocean rund einen Monat vor der Katastrophe auf «Deepwater Horizon» bei der Risikomanagement-Organisation Lloyd’s Register eine Untersuchung seiner Aktivitäten in Nordamerika in Auftrag gab.

 Demnach kam es zu «einer Serie von ernsthaften Unfällen und Beinahe-Zwischenfällen», weshalb Transocean die Sicherheitskultur auf vier Bohrinseln, darunter «Deepwater Horizon», sowie im Hauptquartier in Houston untersuchen liess. Die vertraulichen Berichte liegen der «New York Times» vor. Die Ergebnisse bestätigen nicht nur die bereits bekannten Probleme, sondern werfen auch ein neues Licht auf die noch immer ungeklärte Frage, warum die Unglücks-Plattform nach der Explosion am 20. April gesunken ist.

Probleme mit Ballast-System

Demnach gab es auf «Deepwater Horizon» schon früher Probleme mit dem Ballast-System, das die Bohrinsel stabilisiert und auf dem Meer schwimmen lässt. Im Mai 2008 musste Transocean sogar mehr als 70 Arbeiter evakuieren, weil die Plattform Schlagseite bekommen hatte. Die Frage ist laut «New York Times» deshalb von Bedeutung, weil es ohne den Untergang von «Deepwater Horizon» nach der Explosion «möglicherweise nie zu einem Leck» und damit zur verheerenden Ölpest gekommen wäre.

Als Gründe für die Sicherheitsprobleme auf den vier Bohrinseln erwähnt der Bericht unter anderem einen Mangel an erfahrenen Arbeitern und Aufsehern sowie «eine erstickende Bürokratie», die durch das Management an Land verfügt wurde. Rund 43 Prozent der befragten Arbeiter erklärten, sie hätten Angst vor Repressalien, wenn sie Probleme meldeten. Im Fall von «Deepwater Horizon» waren es sogar 54 Prozent. Einige Arbeiter behaupteten, das Unternehmen vernachlässige den Unterhalt, um Geld zu sparen.

«Der Sicherheit und dem Unterhalt verpflichtet»

Ein Sprecher von Transocean schrieb der «New York Times», das Unternehmen sei der Sicherheit und dem Unterhalt verpflichtet und habe deshalb vorsorglich unabhängige Untersuchungen in Auftrag gegeben. Der Unterhalt von «Deepwater Horizon» habe den Standards «entsprochen oder sie übertroffen». Dank der vorausschauenden Politik habe «Deepwater Horizon» sieben Jahre in Folge «ohne Vorfall mit Zeitverlust oder grösseres Umwelt-Ereignis» betrieben werden können. Worum es sich bei den «ernsthaften Unfällen und Beinahe-Zwischenfällen» handelte, wollte der Sprecher nicht erläutern.

Tatsächlich enthalten die Berichte auch positive Punkte. So sei die Führung der Bohrinseln von den Arbeitern insgesamt gelobt worden. 87 Prozent erklärten, sie hätten genügend Zeit, um ihre Arbeit nach den Regeln und Abläufen zu erledigen. Dennoch dürften die Dokumente nach Ansicht der «New York Times» die Diskussion darüber ausweiten, wer für die Explosion am 20. April und die 11 toten Arbeiter verantwortlich ist. Bislang konnte sich Transocean der Empörung weitgehend entziehen, sie richtete sich primär gegen BP. Doch das US-Justizministerium will die Rolle aller beteiligten Firmen untersuchen.

Plattform für BP im Einsatz

Eine der Bohrinseln, die von der Untersuchung erfasst wurden, ist derzeit am Unglücksort im Einsatz. Die «Development Driller II» wurde von BP für eine der beiden Entlastungsbohrungen gemietet, mit denen das Unglücks-Leck endgültig gestopft werden soll. Wo die beiden anderen Plattformen im Einsatz sind, ist laut «New York Times» unklar.

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Golf von Mexiko 5.8.2010: Ölpest verringert sich dank Bakterienreichtum

aus: 20 minuten online: US-Bericht verwirrt: Wie sich eine Ölpest in Luft auflöst; 5.8.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/28082548

<von Seth Borenstein, AP - Erstaunlich: Der grösste Teil der Ölpest im Golf von Mexiko ist schon wieder verschwunden. Sagt zumindest die US-Regierung. Experten zweifeln daran.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen.

Dass das Öl aus den Augen ist, heisst allerdings nicht, dass die Gefahr gebannt oder der Golf wieder sauber wäre. Selbst bei mikroskopisch kleinen Spuren können die schädlichen Folgen des Bohrinselunglücks noch Jahre anhalten, wie ein führender Wissenschaftler der Bundesbehörden warnt.

 Robert Gibbs, rechts, und Jane Lubchenco erklären die Ansicht der US-Regierung.

 Annähernd 70 Prozent des ausgetretenen Öls hat sich den Angaben zufolge auf natürliche Weise oder mit Hilfe von Chemikalien aufgelöst, wurde abgefackelt, abgeschöpft oder aufgefangen, so dass fast nichts mehr zu sehen ist - zumindest an der Oberfläche. Am gleichen Tag wie dieser Bericht kam die Erfolgsmeldung, dass das Leck mit Bohrschlamm abgedichtet werden konnte.

Nur noch knapp 200 Millionen Liter Öl schwimmen den Angaben der Meeresschutzbehörde NOAA und des Geologischen Diensts zufolge noch im Meer. Das sind etwa 31 Prozent der ausgelaufenen und nicht aufgefangenen 651 Millionen Liter. Aber auch immer noch fast fünf Mal so viel, wie bei dem Tankerunglück der «Exxon Valdez» 1989 ausströmte.

Nichtsdestoweniger zeigte man sich im Weissen Haus vorsichtig optimistisch. «Ich glaube, man kann ziemlich sicher sagen, dass viele der Weltuntergangsszenarien, über die wir gesprochen haben, nicht eingetreten sind und nicht eintreten werden», sagte Regierungssprecher Robert Gibbs.

Dass die schwarze Brühe sich so einfach in Luft auflöst, hat mit der Selbstreinigungskraft des Golfs mit seinem reichen Vorkommen an Bakterien zu tun, die das Öl vertilgen. Dazu kommt, dass Öl in Meerwasser verdunstet und sich binnen etwa einer Woche auf die Hälfte des ursprünglichen Volumens auflöst, wie auch Kritiker bestätigen.

«Wissenschaftlich geraten»

Die amtlichen Berechnungen beruhen auf Messungen der rund 68 Millionen Liter Öl, die verbrannt oder abgeschöpft wurden. Die übrigen Zahlen sind «wissenschaftlich geraten», wie NOAA-Wissenschaftler Bill Lehr einräumt. Öl, das sich aufgelöst hat, lasse sich eben nicht messen.

Genau das macht ja anderen Wissenschaftlern Sorgen. «Das ist ein wackeliger Bericht. Je öfter ich ihn lese, desto unzufriedener bin ich mit der Gründlichkeit der Darstellung» sagt der Ozeanografie-Professor Ian MacDonald aus Florida. «Hier werden grosszügige Annahmen getroffen.»

NOAA-Chefin Jane Lubchenco räumt ein, dass die Zahlen um bis zu zehn Prozent danebenliegen können. Dem Wissenschaftler Ed Overton, der den Bericht gegengelesen hat, ist nicht ganz wohl dabei, dass die NOAA einen exakten Prozentsatz des Ölanteils angibt, der noch im Meer schwappt. Zutreffender wäre seiner Ansicht nach eine Spanne von etwa 150 bis 227 Millionen Litern.

Trotzdem findet er, der Bericht sei überwiegend gute Arbeit. Ein grosser Teil sei dem Golf selbst zu verdanken: Das Gewässer sei «unglaublich widerstandskräftig».>

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Golf von Mexiko 12.8.2010: Texas klagt gegen Bohrmoratorium ab 150 m Tiefe - wo bleibt der gesunde Menschenverstand?

Texas ist ein Sonnen-Staat und hätte ein Potential von Millarden Kilowattstunden an Sonnenenergie. Aber was macht die Texas-Regierung? Sie will mehr riskante Ölbohrungen im Golf von Mexiko. Die Regierung von Texas scheint von Blindheit geschlagen. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Ölpest: Texas klagt gegen Bohrmoratorium; 12.8.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/29152644

<Das zeitweilige Verbot, im Golf von Mexiko nach Öl zu bohren, ist für den Bundesstaat Texas «eine unbegründete, willkürliche und kapriziöse Politik».

Arbeiter auf einer Bohrinsel bei Port Fourchon, Louisiana (11. August 2010).

Der US-Staat Texas klagt gegen das von der Bundesregierung in Washington verfügte Ölbohrmoratorium im Golf von Mexiko. Die am Mittwoch vom texanischen Generalstaatsanwalt Greg Abbott bei einem Bundesgericht in Houston eingereichte Klage wirft US-Innenminister Kenneth Salazar und anderen Bundesbehörden vor, das Moratorium am 12. Juli ohne Absprache mit Texas als einem der betroffenen Golfküstenstaaten verhängt zu haben.
Bildstrecken Ölteppich vor der US-Küste Infografik Ausgelaufenes Öl im Golf von MexikoUmwelt-Katastrophen

Washington reagierte damit auf die gewaltige Ölpest nach dem Untergang der Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» am 20. April. Ölbohrungen tiefer als 150 Meter sind seitdem untersagt.

Abbott nennt das Verbot in seiner im Auftrag von Gouverneur Rick Perry eingereichten Klage «eine unbegründete, willkürliche und kapriziöse Politik, die den Küstenorten Schaden zufügen wird». Eine Sprecherin des Washingtoner Innenministeriums, Kendra Barkoff, bezeichnete das Moratorium dagegen als «einfach gesunden Menschenverstand», wollte sich aber nicht näher zu der Klage äussern.

(ddp)>

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Spiegel
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16.8.2010: <Tiefseebohrungen: Obama beschliesst strenge Umweltauflagen

aus: Spiegel online; 16.8.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,712161,00.html

Eine solche Katastrophe soll sich nicht wiederholen: Als Reaktion auf die Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Obama eine neue Meerespolitik angekündigt - Bohrvorhaben in der Tiefsee unterliegen jetzt strikten Auflagen.

Washington - Die US-Regierung will mit neuen Gesetzen versuchen, die Umwelt und die Meere zu schützen. Als Reaktion auf die schwere Ölpest im Golf von Mexiko sollen in den USA neue Bohrvorhaben in der Tiefsee nur noch erlaubt werden, wenn strikte Umweltauflagen eingehalten werden.

US-Präsident Barack Obama kündigte am Montag die neue Meerespolitik an. Auch Flachwasserbohrungen sind davon betroffen. Jedem Vorhaben muss demnach ein ökologisches Gutachten vorausgehen. Bis Ende November gilt zudem ein generelles Moratorium für Tiefseebohrungen.

Außerdem werde an der Einrichtung einer unabhängigen Überwachungsbehörde und an noch strengeren Regeln für Ölbohrungen gearbeitet, sagte der Leiter der Behörde für Rohstoffverwaltung (MMS), Michael Bromwich. Dies habe zum Ziel, dass das Land und die Industrie künftig auf Katastrophen mit einem Ausmaß wie der Ölpest im Golf von Mexiko vorbereitet seien, erklärte Bromwich.

Zuvor kam der Rat für Umweltqualität im Weißen Haus zu dem Ergebnis, dass dem britischen Ölkonzern BP Ausnahmeregelungen gewährt wurden, die auf überholten Dokumenten basierten. Die von BP geleaste Bohrinsel "Deepwater Horizon" war am 22. April nach einer Explosion gesunken, große Mengen Rohöl strömten aus mehreren Lecks. Die ökologischen und wirtschaftlichen Folgen sind fatal.

Der Ölkonzern BP hat jetzt 52 Millionen Dollar für die Behandlung psychischer Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit der Ölpest bereitgestellt. Mit dem Geld sollen unter anderem eine Telefon-Hotline für Hilfesuchende sowie Projekte zum Kampf gegen Depressionen, Angstzustände und andere Stresserkrankungen finanziert werden, kündigte der Chef von BP America, Lamar McKay, an.

Ausgezahlt würden die Mittel in den von der Umweltkatastrophe betroffenen US-Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida. Die Ölpest und ihre Folgen hätten in der Region "ein großes Maß an Stress und Sorgen" verursacht, sagte McKay. "Wir wollen sicherstellen, dass die Betroffenen Hilfe erhalten."

lgr/AP/AFP>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 19.8.2010: <Studie weist 35 Kilometer lange BP-Ölfahne nach> [unterirdisch]

aus: Spiegel online; 19.8.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,712791,00.html

Golf von Mexiko 19.8.2010, Wasser
              blau und Ölwasser braun: Das Öl bzw. Ölwasser befindet
              sich in 1100 bis 1300 Metern Tiefe [15]
Golf von Mexiko 19.8.2010, Wasser blau und Ölwasser braun: Das Öl bzw. Ölwasser befindet sich in 1100 bis 1300 Metern Tiefe [15]

<Bilder aus der Studie von Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI): Das Meeresforschungsinstitut belegt, was bereits vermutet wurde - dass das Öl aus der "Deepwater Horizon"-Katastrophe keinesfalls "verschwunden" ist. [Das Wasser in 1100 bis 1400 Metern Tiefe ist braun statt blau...]
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410.html)

Bei der Vorstellung der Ergebnisse am Donnerstag in Washington: Im Golf von Mexiko wurde eine Ölschwade von mindestens 22 Meilen (rund 35 Kilometer) Länger gefunden.
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410-2.html)

Die Wissenschaftler Rob Munier (links) und Christopher M. Reddy (2. von links) sprechen über ihren Fund: Forscher der Universität von Georgia warnten in dieser Woche, es werde noch Jahre dauern, bis das Öl abgebaut sei. Die US-Regierung hatte in voreiligen Schätzungen davon gesprochen, dass bereits ein Großteil des ausgelaufenen Öls "verschwunden" sei. Die aktuelle Untersuchung weckt neue Zweifel.
(http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410-3.html)

AFP

US-Wissenschaftler haben im Golf von Mexiko einen riesigen unterseeischen Ölschwaden entdeckt, der aus dem BP-Leck stammen soll. Es ist der erste konkrete Hinweis, dass das Öl nicht wie angegeben zum Großteil zersetzt wurde - die Studie weckt damit Zweifel an offiziellen Angaben.

Washington - 35 Kilometer lang und zwei Kilometer breit ist die Ölfahne, die durch den Golf von Mexiko wabert. Rund 900 Meter unter der Wasseroberfläche entdeckten Experten des Meeresforschungsinstituts Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) den Schwaden aus einem Öl-Wasser-Gemisch, dessen Existenz bislang nur vermutet worden war. Er soll aus dem kürzlich geschlossenen BP-Bohrloch stammen.

Die im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Untersuchung widerlegt mit dem konkreten Fund optimistische Regierungsangaben. Drei Viertel der rund 780 Millionen ausgelaufenen Liter Rohöl seien bereits verschwunden, lautete kürzlich eine umstrittene Schätzung der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA.

Bislang hatten Wissenschaftler diese Angaben zwar deutlich kritisiert. Am Dienstag berichteten etwa Forscher der Universität von Süd-Florida, sie hätten noch am Grund eines Meeresgrabens Hinweise auf Ölpartikel gefunden. Wie andere Kritiker blieben sie jedoch einen Nachweis schuldig, dass dieses Öl tatsächlich durch den Untergang der Bohrplattform "Deepwater Horizon" im April ins Meer gelangte.

"Wir haben die Existenz der Ölfahne im Golf von Mexiko nicht nur belegen können", sagte jetzt der Autor der neuen Studie, Richard Camilli, "sondern auch ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung bestimmen können." Die Fahne bestehe nicht aus reinem Rohöl. Das Öl sei vielmehr in verschiedene Komponenten wie etwa Benzol, Ethylbenzol und Toluol zerfallen und habe sich mit Wasser vermischt. "Die Fahne ist nicht so dick wie Schokoladensirup", sagte Mitautor Christopher Reddy. "Das heißt aber nicht, dass sie nicht schädlich für die Umwelt wäre."

Öl zersetzt sich nur sehr langsam

Das Vorhandensein der Fahne lasse vermuten, dass Spuren des ausgetretenen Öls "länger im Ozean bleiben werden als gedacht", heißt es in der Studie. Die Forscher beobachteten aber auch, wie ölzersetzende Bakterien zu einem natürlichen Verschwinden des Stoffen beitrügen. Die langsame Geschwindigkeit dieses biologischen Prozesses allerdings mache Sorgen, erklärten die Experten. Das dauere rund zehn Mal länger als an der Oberfläche, sagte Ben Van Mooy, einer der Autoren der Studie. Die Untersuchung beruht auf Daten, die Ende Juni auf einer Forschungsexpedition gesammelt wurden.

Unterdessen verzögert sich die endgültige Verschließung des Bohrlochs weiter. Zunächst müsse nach einer Reihe von Tests noch ein neues Sicherheitsventil über der Öffnung platziert werden, sagte US-Krisenkoordinator Thad Allen am Donnerstag vor Journalisten.

Erst danach könne mit der als "Bottom Kill" bezeichneten Methode fortgefahren werden. Dabei sollen durch Entlastungsbohrungen Schlamm und Zement am unteren Ende der Bohrleitung eingeführt werden. Das Manöver könne vermutlich in der Woche nach dem Labor Day begonnen werden, der dieses Jahr auf den 6. September fällt. Ursprünglich sollte der "Bottom Kill" bereits Mitte August beginnen.

Umweltsorgen der US-Bürger lassen deutlich nach

Vier Monate ist der Vorfall inzwischen her, der sich zur größten Ölkatastrophe aller Zeiten ausgewachsen hat - und die Umweltsorgen der Amerikaner nehmen wieder deutlich ab. Seit vor zwei Wochen ein Erfolg der wichtigen Aktion "Static Kill" gemeldet wurde, halbierte sich einer Umfrage zufolge der Anteil der Menschen, für die die Ölpest noch ein "extrem wichtiges" Thema ist.

Die Katastrophe habe noch für 30 Prozent der mehr als 1000 befragten Amerikaner diese Priorität, teilte Deutschlands größter Marktforscher GfK am Donnerstag in Nürnberg mit. Im Juni erreichte ihr Anteil noch 60 Prozent. Zugleich fürchteten im August nur noch 21 Prozent Auswirkungen auf die eigene Familie, nach 40 Prozent im Juni. Trotz allem befürworten laut der Studie fast die Hälfte der Befragten weiter Tiefseebohrungen vor der US-Küste.

can/AFP/apn/Reuters>

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n-tv online,
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19.8.2010: <Mit Zucker gegen die Ölpest: Gelatoren binden Öl im Wasser>

aus: n-tv online; 19.8.2010; http://www.n-tv.de/wissen/Gelatoren-binden-Oel-im-Wasser-article1305741.html

Die Folgen einer Ölpest sind katastrophal, jüngstes Beispiel ist der Austritt von Öl im Golf von Mexiko. Entsprechend dringend ist die Suche nach Möglichkeiten, Öl aus verseuchten Gewässern zu entfernen. Wissenschaftler finden nun eine Variante, die auf Zucker basiert.

Amerikanische Wissenschaftler um George John haben ein neuartiges Geliermittel entwickelt, das Öl zu einem Gel verfestigt, aus dem es später leicht wieder zurückgewonnen werden kann. Wie die Wissenschaftler vom City College of New York und der University of Maryland in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, basiert ihr Gelator auf natürlichen Zuckerverbindungen.

Alle bisher entwickelten Substanzen, die ausgelaufenes Öl selektiv aus Wasser herausholen und einschließen sollen, haben mit verschiedenen Nachteilen und Problemen zu kämpfen. Man unterscheidet zwischen Dispergiermitteln, die das Öl emulgieren, festen Pulvern, die das Öl adsorbieren, und Geliermitteln, die das Öl in Form eines Gels verfestigen. In der Vergangenheit wurden dazu üblicherweise Polymere eingesetzt, die sich jedoch nur schwer mit zähflüssigen Öltypen mischen und die Rückgewinnung des gebundenen Öls ist eine sehr aufwändige Angelegenheit.

Preiswert, ungiftig und mehrfach verwendbar

John und seine Kollegen schlagen nun auf eine neue Klasse von Gelatoren vor, die auf natürlich vorkommenden Zuckeralkoholen und Fettsäuren basieren. "Sie sind kostengünstig, leicht herzustellen, nichttoxisch und bioabbaubar", erläutert John die besonderen Vorteile. Gelatoren sind so aufgebaut, dass ihre Moleküle in einem Selbstorganisationsprozess zu einem dreidimensionalen Netz aus Fasern aggregieren. Dieses Netz saugt die Ölmoleküle regelrecht auf, dabei quillt es zu einem Gel mit einem enormen Fassungsvermögen auf.

Die Forscher mischten verschiedene Öltypen, von Rohöl über Diesel und Benzin bis zu organischen Lösungsmitteln, mit Wasser und gaben dann wenige Tropfen des neuen Gelators zu. Sofort bildete sich ein Gel und trennte sich von der Wasserphase. Das Gel wird dabei so fest, dass es den Testkolben wie ein Pfropfen verschloss. Er ließ sich umdrehen, ohne dass Flüssigkeit auslief. "Im Falle einer Ölpest könnte das Gel relativ einfach von einer Wasseroberfläche abgesammelt werden", sagt John. Durch einfache Destillation unter Vakuum ließ sich das gebundene Öl anschließend vollständig aus dem Gel freisetzen. Nicht nur das Öl, auch der Gelator ist nach der Trennung wieder einsatzbereit.

idw>

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Basler Zeitung
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Spanien 24.8.2010: Die Helfer bei der Ölpest in Spanien von 2002 haben heute Atemprobleme, Lymphozyten-Veränderungen mit erhöhtem Krebsrisiko

aus: Basler Zeitung online: Ölpest-Helfer mit Atemproblemen; 24.8.2010;
http://bazonline.ch/wissen/medizin-und-psychologie/lpestHelfer-mit-Atemproblemen/story/30776271

<Die Helfer, die an den Säuberungsarbeiten bei der schlimmsten Ölpest in der Geschichte Spaniens im Jahr 2002 beteiligt waren, haben laut einer Studie Atembeschwerden. Und weitere Symptome.

Waten in Ölschlamm: Einge der tausenden Helfer, die halfen, die Folgen der Tanker-Havarie zu beseitigen.

In der am Dienstag in der US-Fachzeitschrift «Annals of Internal Medicine» veröffentlichten Studie wurden zwischen September 2004 und Februar 2005 insgesamt 501 Fischer untersucht, die an den Arbeiten nach der Havarie des Tankers Prestige vor der spanischen Küste beteiligt waren. Weitere 177 Fischer, die nicht teilnahmen, wurden ebenfalls begutachtet.

Laut den Ergebnissen der spanischen Forscher zeigten die Rettungshelfer häufiger Symptome von Atemwegsproblemen und chromosomale Veränderungen der Lymphozyten, die zu den weissen Blutkörperchen gehören. Durch eine solche Chromosomen-Veränderung tragen diejenigen, die an den Säuberungsarbeiten teilnahmen, der Studie zufolge auch ein erhöhtes Krebsrisiko.

Warnung vor möglichen Gesundheitschäden

Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Rettungsarbeiten «offenbar gesundheitsschädliche Folgen» hatten, verwiesen indes darauf, dass nicht gesichert sei, dass die Störungen direkt von dem Öl kamen, dem die Helfer ausgesetzt waren. Daher könne nicht eindeutig auf Konsequenzen anderer Ölkatastrophen geschlossen werden, erklärten die Wissenschaftler mit Blick auf die derzeitige Ölpest im Golf von Mexiko. Gleichwohl forderten sie die Behörden auf, künftig Massnahmen zu schaffen, um die Gesundheit der Helfer sicherzustellen und sie auch nach einem Einsatz medizinisch zu begleiten.

Der liberianische Tanker Prestige war am 19. November 2002 vor der spanischen Westküste gesunken. Rund 64.000 Tonnen stark schwefelhaltigen Schweröls hatten daraufhin tausende Kilometer Atlantikküste in Spanien, Frankreich und Portugal verpestet. Mehr als 300.000 Helfer waren bei den Säuberungsarbeiten im Einsatz. (raa/afp)>

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n-tv online,
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Der Ölschaden in der Arktis wird vorbereitet:

23.8.2010: Oel- und Gassucher in der Arktis von Dänemark - Greenpeace-Protest wird von Dänemark militärisch abgewehrt

aus: Ölbohrungen in der Arktis: Dänen stoppen Greenpeace-Schiff; 23.8.2010;
http://www.n-tv.de/politik/Daenen-stoppen-Greenpeace-Schiff-article1333641.html

<Der britische Energiekonzern Cairn Energy prüft vor der grönländischen Insel Disko, ob sich dort Öl- und Gasbohrungen drohen. Greenpeace bezeichnet die Tiefseebohrungen in diesem Gewässer als zu gefährlich. Erkundungen der Umweltschützer werden verhindert.

Die Esperanza wird von der dänischen Marine gestoppt.
 
Ein Erkundungsschiff der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist auf dem Weg zu einer Ölbohrinsel in der Arktis von der dänischen Marine gestoppt worden. Die Dänen hätten damit gedroht, das Schiff "Esperanza" zu stürmen und seinen Kapitän festzunehmen, sollte es in eine Sicherheitszone eindringen, teilte Greenpeace in London mit. Vor der Küste der grönländischen Insel Disko prüft der britische Konzern Cairn Energy, ob dort nach Öl und Gas gebohrt werden kann. Mögliche Quellen liegen rund 500 Meter tief.

Die Umweltschützer bezeichneten die Tiefseebohrungen in diesem Gewässer als zu gefährlich. Sollte es wie im Golf von Mexiko ein Leck an der Quelle geben, habe der Betreiber der Bohrinsel etwa im Winter unter der dicken Eisdecke keine Möglichkeiten zur Eindämmung einer Ölpest. Das Gewässer sei Lebensraum vieler geschützter Tiere. Nach der Ölpest im Golf von Mexiko müssten Tiefseebohrungen aufhören, forderte Greenpeace. An Bord der "Esperanza" sind 30 Umweltschützer.

Der britische Energiekonzern wies die Proteste von Greenpeace zurück. Die Arbeiten seien sicher, sagte eine Sprecherin von Cairn. "Wir sind auf Einladung der Regierung im Einsatz." Grönland gehört zu Dänemark, ist aber innenpolitisch autonom.

dpa>

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31.8.2010: <Vor Grönland: Greenpeace stört Ölbohrung> in der Baffin-Bucht

aus: 20 minuten online; 31.8.2010; http://www.20min.ch/finance/dossier/erdoel/story/Greenpeace-stoert--lbohrung-11190675

<Aktivisten sind am Dienstag in der eisigen Baffin-Bucht auf eine Ölplattform geklettert und haben damit Erkundungsbohrungen gestoppt.

Mit der Aktion sollte laut Greenpeace die Suche nach Öl und Gas in den ökologisch hochempfindlichen arktischen Gewässern gestört werden. «Statt die Ölkonzerne auf die Jagd nach den allerletzten Öltropfen in den empfindlichsten Gewässern der Welt gehen zu lassen, sollten die Regierungen in aller Welt auf den Ausbau umweltfreundlicher Energietechnik setzen», sagte der dänische Greenpeace-Sprecher für Klimafragen, Jon Burgwald.

Die Aktivisten der Organisation waren nach eigenen Angaben von ihrem Schiff «Esperanza» 175 Kilometer vor der Disko-Insel vor der Westküste Grönlands auf Gummiboote umgestiegen. Dann hätten sich vier Aktivisten an Polizei-Booten vorbei Zugang zu einer Bohrinsel des Unternehmens Cairn Energy in der Baffinbucht verschafft und einige Zelte im Unterbau der Plattform errichtet.

An den als erfolgversprechend geltenden Bohrungen vor Grönland sind so gut wie alle grossen Ölkonzerne beteiligt. Das Unternehmen BP hat sich in diesem Monat als Reaktion auf die Katastrophe im Golf von Mexiko von der heftig umstrittenen Ölsuche zurückgezogen.

(sda)>

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1.9.2010: Ein Öltanker entsorgt sein Altöl in Westindien vor den Traumstränden der Insel Goa - und nun haben die Strände eine 15 cm dicke Ölschicht

Die Methoden der Ölindustrie kennen keine Gnade. Es wird alles verschmutzt was geht. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Skrupellos: Öl vor indischen Traumstränden entleert; 1.9.2010;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/22533753

<Ein Schiff hat vor der beliebten Destination Goa tonnenweise Altöl im Meer entsorgt. Eine 15 Zentimeter dicke Schicht Teerklumpen bedeckte die Strände.

Bereits im Jahr 2000 wurden die Strände in Goa durch Öl verschmutzt. Auf dem Bild ist ein Tanker zu sehen, der ein Korallenriff gerammt und Motorenöl verloren hatte. Im Vordergrund Geräte, nachdem Arbeiter den Strand von Candolim-Calangute gereinigt hatten (13. September 2000).

Ölverschmutze Strände in der westindischen Touristenmetropole Goa. Die indische Marine und die Küstenwache versuchten am Mittwoch, den unbekannten Umweltsünder aufzuspüren. Das Schiff habe vermutlich vor etwa drei Tagen verbranntes Öl abgelassen, sagte der Umweltminister des Unionsstaats Goa, Aleixo Sequeira.

Von den Teerklumpen besonders betroffen waren populäre Urlauberstrände wie Colva, Candolim und Calangute. Arbeiter versuchten, die klebrige Masse einzusammeln, allerdings wurden nach Angaben eines Vertreters des Tourismusbüros ständig neues Öl angespült. Die Touristensaison beginnt im Oktober.

(ddp)>

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Fotoquellen

[1] aus dem Bohrloch der "Deepwater Horizon" sprudelt Öl, Unterwasser-Foto vom 26.5.2010:
http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[2] 15.5.2010: Demonstration gegen Transocean in Zug gegen Tiefseebohrungen:
http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[3] 3.6.2010, Strand von Florida mit Öl: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[4] Ölteppich im Golf von Mexiko: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698722,00.html
[5] Ölteppich im Golf von Mexiko kann sich in den Atlantik ausweiten:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698722,00.html
[6] BP-Logo mit Ölpest: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[7] Golf von Mexiko, ölverschmierter Pelikan: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[8] Roulette: http://www.eftcasino.com/spiele-test
[9] 17.6.2010: BP-Chef Tony Hayward: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[10] BP hochkriminell, Logo: http://www.northdevonhospice.org.uk/sheepdogsevent/sponsors.ashx und Michael Palomino
[11] 2.7.2010: Augenzeugen berichten, BP schütte an gewissen Stränden einfach Sand über das Öl:
http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699, Bilderstrecke
[12] BP solar, Logo: http://www.bp.com/sectiongenericarticle.do?categoryId=9071&contentId=7038231
[13] Solar-Segelflugzeug nach 2 Wochen Flug: http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Solarflugzeug-wieder-gelandet-article1122526.html
[14] Demonstration in Österreich vom 22.7.2010: bp raus aus der Tiefsee: http://www.20min.ch/news/ausland/story/21113699
[15] Golf von Mexiko, Wasser blau und Ölwasser braun: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-58410.html


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