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Der Ölschaden der "Zivilisation". Teil 2

Die Umweltschäden durch die Erdölförderungen sind nicht abschätzbar, und auch die Krankheiten und die Todesopfer und die toten Tiere nicht, die durch die Ölförderung und durch Öl-Havarien entstehen

Also: Eigentlich müsste man die Ölförderung verbieten, und der Transport von Öl auf dem Wasserweg in Tankern und Bohrplattformen auf hoher See müssten sofort total verboten werden...




Meldungen

präsentiert von Michael Palomino
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20 minuten online, Logo

Golf von Mexiko 2.9.1010: <Wieder Bohrinsel explodiert: Ölschleier nach Explosion entdeckt>

Da war doch schon eine Ölborplattform explodiert im Jahre 2010, die Deepwater Horizon. Aber es reicht noch nicht: Es muss noch eine zweite Bohrinsel im Golf von Mexiko explodieren, bis die dummen Amis endlich vernünftig werden und diesen Wahnsinn mit Bohrinseln stoppen. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 2.9.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/-lschleier-nach-Explosion-entdeckt-12012831

<Unweit der «Deepwater Horizon» ist wieder eine Bohrinsel vor der Küste Louisianas in die Luft geflogen. Auf der «Vermillion Oilrig 380» haben sich zum Unfallzeitpunkt 13 Arbeiter aufgehalten.

Die erneute Explosion errinert an das Unglück bei der «Deepwater Horizon».

Ersten Medienberichten zufolge wurden alle 13 Besatzungsmitglieder durch die Explosion ins Wasser geschleudert. Sie wurden gerettet, von einem Schiff aufgenommen und zu einer nahegelegenen Plattform gebracht. Ein Mensch sei bei dem Unglück verletzt worden. Sieben Hubschrauber, zwei Flugzeuge und vier Schiffe haben sich auf dem Weg zu der Stelle gemacht, 130 Kilometer südlich der Vermilion Bay in Louisiana.

Auf der «Vermilion Oil Platform 380» wurde nach Angaben der Behörde für Heimatschutz entgegen anderslautenden ersten Angaben zum Zeitpunkt des Unglücks doch produziert. Die Küstenwache hat einen etwa 1,5 Kilometer langer Ölschleier entdeckt, der in der Nähe der Plattform auf dem Wasser treibt. Die Wassertiefe beträgt an der Unfallstelle 750 Meter.

Die Explosionsstelle liegt westlich der Stelle, an der am 20. April die Bohrinsel «Deepwater Horizon» von BP explodiert war. Die Detonation wurde laut einem Sprecher der Küstenwache am Donnerstagmorgen von einem Hubschrauber gemeldet.

Ein Sprecher der Küstenwache, Bill Coklough, berichtete, der Eigentümer der Plattform, die Firma Mariner Energy aus Texas, habe drei Feuerlöschboote zu dem Unglücksort geschickt. Das erste sei bereits eingetroffen und bekämpfe die Flammen.

Die Kurse der Ölfirmen stürzten ab

Besitzer ist der US-Ölkonzern Mariner Energy mit Sitz in Houston, der hauptsächlich im Golf von Mexiko tätig ist. Das Unternehmen ist auf Tiefseebohrungen spezialisiert und betreibt nach eigenen Angaben 35 entsprechende Projekte in der Region. Mariner Energy wurde erst im April 2010 vom Konkurrenten Apache für 2,7 Milliarden Franken übernommen. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Unfall-Nachricht fielen die Kurse zahlreicher Ölunternehmen dramatisch.

Die Explosion der in der Nähe gelegenen Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April 2010 hatte die grösste Ölkatastrophe der Geschichte ausgelöst. Elf Arbeiter waren dabei ums Leben gekommen. In der Folge liefen rund 780 Millionen Liter Öl ins Meer, das Leck in rund 1500 Metern Tiefe konnte erst Ende Juli definitiv abgedichtet werden.

Der Sprecher des Weissen Hauses, Robert Gibbs, gibt teilweise Entwarnung. Es handle sich nicht um eine Tiefseebohrinsel, deshalb sei nicht von einer erneuten Ölkatastrophe auszugehen. «Wir beobachten die Situation. Rettungs- und Reinigungskräfte stehen an der Küste bereit, um einzugreifen.»

(aeg/ddp)>

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n-tv online,
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Brasilien 3.9.2010: Der Ölmulti "Petrobras" organisiert sich Kapital für die Ölbohrungen vor Brasiliens Küsten

Petrobras agiert, wie wenn es die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einfach nicht gegeben hätte. Und so nimmt der Ölschaden in der Welt seinen Lauf. Aber lesen Sie selbst:

aus: n-tv online: Wirtschaft: Mega-Kapitalerhöhung bahnt sich an: Petrobras giert nach Geld; 3.9.2010;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Petrobras-giert-nach-Geld-article1415941.html

<Der brasilianische Ölriese Petrobras will neue Aktien im Wert von fast 50 Milliarden Euro auf den Markt bringen. Mit Hilfe des Geldes sollen Ölvorkommen vor der Küste Brasiliens erschlossen werden. Eine Kapitalerhöhung dieses Ausmaßes gab es bislang noch nicht.

Nach monatelanger Unklarheit nimmt Brasiliens Ölkonzern Petrobras die größte Kapitalerhöhung aller Zeiten in Angriff: Das Unternehmen beantragte den Verkauf von neuen Aktien im Wert von bis zu 64 Milliarden US-Dollar (49,8 Milliarden Euro).

Das Volumen der Transaktion könnte noch auf rund 58 Milliarden Euro anschwellen, sollte eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von 564 Millionen Dividendenpapieren ausgeübt werden. Das Vorhaben ist der finanzielle Eckpfeiler in Petrobras' Plan, Milliarden von Barrel Öl aus der Tiefsee vor der brasilianischen Küste zu erschließen.

Mit dem Schritt würde Petrobras sowohl den etwa 17 Milliarden Euro schweren Börsengang der Agricultural Bank of China als auch die 28,6 Milliarden Euro schwere Aktien-Offerte des japanischen Telekommunikationsunternehmens NTT aus dem Jahr 1987 übertreffen.

Kapital für Fünf-Jahres-Plan

Petrobras kündigte an, 1,59 Milliarden neue Vorzugsaktien und 2,17 Milliarden weitere Stammaktien feilzubieten. Ausgehend von dem Schlusskurs vom Donnerstag würde Petrobras mit dem Verkauf der Stammaktien etwa 30 Milliarden Euro einnehmen und mit dem der Vorzugsaktien 19,7 Milliarden Euro.

Teil des Vorhabens ist auch, dass die brasilianische Regierung für den Zugang zu bis zu fünf Milliarden Barrel Öl unter dem Meeresboden im Gegenzug Aktien erhalten soll. Der Umfang des Tauschgeschäfts beträgt rund 33,4 Milliarden Euro. Investoren stehen letzterem Vorhaben allerdings skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass die Öl-Reserven zu hoch bewertet sind und so Anteile verwässert werden könnten.

Der Ölkonzern braucht das Kapital, um seinen Fünf-Jahres-Plan zur Investition von insgesamt 174 Milliarden Euro in den Ausbau von Tiefseebohrungen umzusetzen. Insgesamt begrüßten die Anleger jedoch die Klarheit über die Kapitalerhöhung: Petrobras-Aktien legten um mehr als zwei Prozent zu. Der brasilianische Staat ist zu 39,2 Prozent an Petrobras beteiligt.

rts>

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20 minuten
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Argentinien 9.9.2010: <Ölplattform im Südatlantik brennt: Ölplattform im Südatlantik brennt>

Der kritischste Punkt bei der Ölförderung bleiben weiterhin die Ölplattformen. Ein Umdenken in Richtung Sonnenenergie und Wind findetweiterhin kaum statt. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 9.9.2010; http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/29875590

<Vor der argentinischen Küste ist auf einer Ölplattform ein Feuer ausgebrochen. Ein Bohrarbeiter wurde leicht verletzt. Anzeichen für den Austritt von Öl gibt es derzeit nicht.

Die Anlage der chilenischen Firma Sipetrop brennt. Der Brand war dann von Schiffen aus mit Wasserkanonen bekämpft worden, sagte ein Marinesprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Schiffsbesatzungen hätten gesagt, sie hätten keine Anzeichen von Feuer mehr ausmachen können.

Allerdings waren das Wetter und die Sicht so schlecht, dass die Besatzung eines tief fliegenden Flugzeuges der Marine die Plattform nicht einmal habe sehen können. Sobald das Wetter besser werde, solle die Maschine erneut starten, sagte der Sprecher.

Die Anlage am östlichen Eingang der Magellanstrasse zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland war am Mittwoch in Brand geraten. Eines der acht Besatzungsmitglieder, die auf eine andere Plattform in Sicherheit gebracht wurden, habe leichte Brandverletzungen erlitten.

Fördersysteme gestoppt

Anzeichen für austretendes Öl gebe es nicht, sagte der Marinesprecher weiter. Der Präfekt der Stadt Río Gallegos, Aníbal Marelli, hatte am Vortag berichtet, die Besatzung der Plattform habe vor der Evakuierung die Fördersysteme gestoppt.

Ausserdem verfüge die Anlage über eine automatische Notabschaltung, die sich ebenfalls aktiviert habe. Das Feuer war nach diesen Angaben im Bereich der Schlafräume und der Kombüse ausgebrochen.

Die Anlage wird von dem Unternehmen ENAP Sipetrol, das zum staatlichen chilenischen Erdölunternehmen ENAP gehört, betrieben. Sie befindet sich 15 Kilometer vor Cabo Vírgenes (Kap der Jungfrauen).

(sda)>

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Tagesanzeiger online, Logo

Cuxhaven (Deutschland) 10.9.2010: <Ein neues Flugzeug gegen Ölkatastrophen> soll das Meer besser überwachen können

Es muss ein neues Flugzeug her, um Ölkatastrophen besser aufspüren zu können. Das neue Flugzeug ist ausgerechnet in Deutschland für deutsches Seegebiet zuständig, wo es gar keine Ölplattformen gibt. Irgendwie macht die Ölindustrie da etwas falsch. Aber lesen Sie selbst:

aus: Tagesanzeiger online; 10.9.2010; http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Ein-neues-Flugzeug-gegen-lkatastrophen/story/19663172

<Das Havariekommando im deutschen Cuxhaven reagiert auf die jüngsten Ölkatastrophen: Ein neues Flugzeug soll Ölverschmutzungen früher aufspüren.

Mit verbesserter Technik Ölverschmutzungen besser aufspüren: Das Flugzeug vom Typ Do-228.

Das Flugzeug soll die Ost- und Nordsee überwachen.

Das Havariekommando in Cuxhaven erhält ein neues Flugzeug zur Ölüberwachung der deutschen Nord- und Ostsee. Das neue Flugzeug soll eine alte Maschine ersetzen, die bereits seit 1991 im Einsatz ist, teilte ein Sprecher des Havariekommandos am Freitag in Cuxhaven mit. Die Flugzeuge werden dazu eingesetzt, Ölverschmutzungen aufzuspüren und die Verursacher zu ermitteln.

Das neue Flugzeug ist eine Weiterentwicklung des schon im Einsatz befindlichen Flugzeugs vom Typ Do-228. Im Vergleich zu dem Vorgängermodell verfügt es über ein modernisiertes Cockpit sowie eine verbesserte Elektronik und Antriebstechnik. Auch die Sensorausrüstung, die für das Aufspüren von Ölteppichen eingesetzt wird, wurde verbessert. (mrs/dapd)>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 14.9.2010: <Forscher finden Ölpacken auf dem Meeresgrund>

aus: Spiegel online: 14.9.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,717439,00.html

<Von Cinthia Briseño

dpa

Die Euphorie war groß, jetzt kommt die Ernüchterung: Möglicherweise befinden sich doch noch große Ölmengen im Golf von Mexiko - und zwar auf dem Meeresboden. Dort sind Forscher auf verdächtige Sedimentschichten gestoßen. Die möglichen Folgen für das Ökosystem Tiefsee sind unklar.

Bakterien sind die einzigen Lebensformen, die Öl verdauen können. Umso erfreulicher war die Nachricht vor wenigen Wochen, als man eine bis dato unbekannte Bakterienart entdeckte, die offenbar großen Appetit auf den Ölteppich im Golf von Mexiko hatte. Mit einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit sei die Ölwolke in einer Tiefe von bis zu 110 Metern abgebaut worden - Öl lasse sich unter Wasser quasi nicht mehr nachweisen, berichteten Forscher.

Doch möglicherweise ist das Bakterien-Wunder doch keines: Wissenschaftler um Samantha Joye haben nach eigenen Angaben bis zu fünf Zentimeter dicke Ölplacken entdeckt - und zwar noch tiefer unten, auf dem Meeresboden im Golf von Mexiko.

Bei den Forschern handelt es sich um ein Team von der University of Georgia, das die Folgen der Ölkatastrophe untersucht. Das Öl bedecke tote Meerestiere und sehe aus, als wenn es erst vor kurzer Zeit aus dem defekten Bohrloch ausgetreten sei, schreibt Joye im "Gulf Oil Blog" des Forscherteams.

Wie Joye weiter berichtet, wurden die Placken demnach noch in bis zu 130 Kilometern Entfernung von der explodierten Bohrlochplattform "Deepwater Horizon" entdeckt. Inzwischen hätte das Forscherteam insgesamt 14 Sedimentproben aus der Gegend eingesammelt - in einer Tiefe von rund 1500 Metern. Jetzt müssten weitere Tests noch aufklären, ob das Öl auch tatsächlich von der BP-Bohrinsel stammt.

In diesen Tiefen ist der Ozean eine kalte und dunkle Welt. Trotzdem befürchten die Forscher große Schäden, die das dort entdeckte Öl anrichten könnte. Denn tief im Meer wimmelt es nur so von bizarren und größtenteils noch unbekannten und unerforschten Kreaturen. "Ich hatte durchaus damit gerechnet, in dieser Tiefe auf Öl zu stoßen", sagte die Joye gegenüber der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. "Was ich nicht erwartet hatte, waren diese großen Mengen und Ölschichten dieser Dicke."

"Seltsames Zeug"

Zuletzt seien die Forscher am Montag auf Ölschichten gestoßen, berichtete Joye. "Das Zeug, das wir vergangene Nacht gefunden haben, ist wirklich seltsam. Ein Teil davon war sehr dicht und schwer." In 10 der 14 Sedimentproben sei das Öl mit bloßem Auge sichtbar. Es sehe allerdings nicht so aus, als sei es auf natürliche Weise entstanden.

Öl ist an und für sich leichter als Wasser. Damit es zu Boden sinkt, muss es an schweren Partikel haften - etwa Sand oder Schlick. Doch davon gibt es im Golf von Mexiko mehr als genug: die Flüsse spülen reichlich Partikel ins offene Meer. Eine weitere Theorie: Die im Kampf gegen die Ölpest verwendeten Dispersionsmittel könnten den Ölteppich in so feine Tröpfchen aufgebrochen haben, dass die Auftriebskräfte nicht mehr ausreichend waren.

Ölvorkommen am Meeresgrund sind nicht einmal ungewöhnlich: Immer wieder sickert Öl aus natürlichen Quellen aus dem Boden - Schätzungen zufolge dringen pro Jahr mehr als 100.000 Tonnen Öl auf diese Weise ins Wasser, und zwar dort, wo ölführende Gesteinsschichten bis nahe an den Meeresboden reichen. Auch am Golf von Mexiko findet man solche submarinen Austrittsstellen, sogenannte Asphaltvulkane. Sie bieten neue Lebensräume für Tiefseelebewesen, darunter auch ölzersetzende Bakterien.

Das Forscherteam von der University of Georgia glaubt allerdings nicht, dass es sich bei ihren Funden um solche natürlichen Ölschichten handelt. In Kürze werden die Forscher Gewissheit haben, denn noch müssen sie die chemische Zusammensetzung der Sedimentproben analysieren und auswerten. Die chemischen Fingerabdrücke sollen dann beweisen, ob es sich tatsächlich um BP-Öl handelt oder nicht.

Joye zufolge ist das Öl aber erst kürzlich ausgetreten: "Teilweise sind die Sedimente noch warm." Ian MacDonald, Ozeanograf von der Florida State University, der nicht in Joyes Team ist, sieht die neuen Funde als Beweis dafür, dass die Einschätzung der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA von Anfang August zu optimistisch gewesen sein könnte. Damals waren die Experten zum Ergebnis gekommen, dass rund drei Viertel des ausgetretenen Öls bereits verschwunden seien. "Das Öl ist nicht verschwunden", sagt MacDonald, "es ist gesunken".

Sinkendes Öl
Nicht alle Wissenschaftler sind seiner Auffassung. Ed Overton von der Lousiana State University und Berater der NOAA, zweifelt daran, dass noch viel BP-Öl auf dem Meeresgrund liegt. Seiner Meinung nach machen die schweren Öl-Bestandteile, der Asphalt, nur etwa einen Prozent des gesamten Öls aus, das aus dem lecken Bohrloch ausgetreten ist. Andere Forscher sind der Meinung, dass die Mengen, die durch die Öl-Katastrophe ausgetreten sind, vergleichsweise gering zu den natürlich aussickernden Mengen seien.

Nichtsdestotrotz müssen diejenigen Experten, die mit der Aufarbeitung der Folgen der Ölpest beschäftigt sind, nun exakt bestimmen, welche Ölmengen womöglich noch auf dem Meeresgrund liegen und welchen Einfluss sie auf das gesamte Ökosystem dort haben. Zu Beginn, so beschreibt es Robert Carney, Tiefsee-Experte von der Lousiana State University, hätten Forscher, Behörden und die Presse nur nach regenbogenglänzenden Ölschlieren auf der Oberfläche und an Land Ausschau gehalten - jetzt müssten sich die Experten darauf konzentrieren, die Anzeichen der Ölkatastrophe auch in der Tiefsee aufzuspüren.

Der Aufwand dafür wird enorm sein. Um den Meeresgrund über eine derart große Fläche um die Bohrinsel herum stichprobenartig genau zu untersuchen, sind spezielle Geräte und Tauchroboter notwendig, die dem großen Druck in der Tiefe standhalten müssen. Zudem ist das Terrain bei weitem keine ebene Fläche, sondern von lauter Hügeln, Tälern, Kratern und Gefällen durchsetzt.

Mit Material von AP>

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20 minuten
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Golf von Mexiko 17.9.2010: BP lehnt Schadenersatz an den Bundesstaat Alabama wegen der Ölpest ab

aus: 20 minuten online: BP lehnt Alabamas Forderung ab; 17.9.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/BP-lehnt-Alabamas-Forderung-ab-28399464

<Der britische Energiekonzern BP hat Schadenersatzforderungen des US-Bundesstaats Alabama in Millionenhöhe wegen der Ölkatastrophe zurückgewiesen.

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Elf Menschen starben, tausende von Vögeln und Fischen sind verendet, über 700 Millionen Liter Öl sind ins Meer geflossen.

«BP hat mitgeteilt, dass das Unternehmen die Angelegenheit aufgrund des laufenden Rechtsstreits nicht diskutieren will. Meiner Meinung trickst der Konzern rum», sagte Alabamas Justizminister Troy King am Freitag.

Der schwer von der Ölkatastrophe getroffene Südstaat fordert von BP 148 Millionen Dollar als Ausgleich für Verluste im Tourismusgeschäft sowie Steuerausfälle. Alabama hatte im August Klage gegen BP eingereicht.

BP hatte sich auf Druck der US-Regierung bereiterklärt, einen 20 Milliarden Dollar schweren Fonds einzurichten, um Schadenersatzansprüche zu befriedigen.

(sda)>

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20 minuten
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Golf von Mexiko 8.10.2010: Um die explodierte Ölbohrinsel herrscht heute eine "tote Zone"

An den
                Säulen der untergegangenen Ölplattform "Deep Water
                Horizon" im Golf von Mexiko herrscht ab einer Tiefe
                von 30 m eine "tote Zone" [1]
An den Säulen der untergegangenen Ölplattform "Deep Water Horizon" im Golf von Mexiko herrscht ab einer Tiefe von 30 m eine "tote Zone" [1]

aus: 20 minuten online: Golf von Mexiko: "Tote Zone" unter Bohrinseln entdeckt; 8.10.2010;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/-Tote-Zone--unter-Bohrinseln-entdeckt-13604388

<Welchen Schaden die bislang grösste Öl-Katastrophe an der Artenvielfalt angerichtet hat, zeigen die neusten Bilder eines Kamerateams.

Ein Kamerateam der nordamerikanischen Associated Press und die Tauchshop-Besitzerin Cindy Caldwell tauchten Ende September unter die havarierte Ölplattform «Deep Water Horizon» sowie unter die ihr am nächsten liegenden Bohrinseln. Welche schockierenden Entdeckungen sie dabei gemacht haben, sehen Sie im obigen Videobeitrag.

(dga/ap)>

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Aber schau, was jetzt passiert:

12.10.2010: <Am Golf von Mexiko darf wieder nach Öl gebohrt werden>

aus: Basler Zeitung online; 12.10.2010; http://bazonline.ch/ausland/amerika/Am-Golf-von-Mexiko-darf-wieder-nach-l-gebohrt-werden/story/18790924

Nach der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko hatte die US-Regierung ein Verbot von Tiefseebohrungen erlassen. Dieses wurde heute wieder aufgehoben. Der Druck der Wirtschaft war zu gross geworden.

Wegen der Ölkatastrophe am Golf von Mexiko erliess die US-Regierung einen vorübergehenden Bohrstopp: Die Ölplattform Deepwater Horizon im Mai.

Fast sechs Monate nach Ausbruch der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko haben die USA das Verbot von Öl-Tiefseebohrungen wieder aufgehoben. Es seien neue Regelungen erlassen worden, die das Risiko solcher Bohrungen vermindern, begründete Innenminister Ken Salazar die Aufhebung des Moratoriums.

Es gebe «entscheidende Fortschritte, die mit Tiefseebohrungen verbundenen Gefahren zu reduzieren», sagte Salazar am Dienstag. «Die Öl- und Gasindustrie wird unter strengeren Regeln und unter strengerer Aufsicht arbeiten», sagte er.

Erste Bohrerlaubnisse zum Jahresende

Wegen dieser neuen Regeln gehen die Behörden nicht davon aus, dass bereits in Kürze neue Tiefseebohrungen gestartet werden. Die Industrie brauche Zeit, sich auf diese neuen Regeln einzustellen. «Das wird sicherlich nicht morgen oder nächste Woche sein», meinte Michael Bromwich, Chef des Bureau of Ocean Energy Management. Er rechne damit, dass zum Jahresende erste Bohrerlaubnisse vergeben werden.

Die Regierung hatte kurz nach Beginn des Explosion auf der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April ein sechsmonatiges Moratorium verhängt. Zwar musste die Regierung zunächst Rückschläge in Kauf nehmen, weil Gerichte nach Einspruch der Ölindustrie das Moratorium beanstandet hatten. Darauf erliess die Regierung aber ein erneutes Verbot von Tiefseebohrungen.

Keine Erfahrungen mit Rettungsarbeiten

Bei dem Unfall der «Deepwater Horizon» war in rund 1500 Meter Tiefe unter dem Meeresspiegel nach Öl gebohrt worden. Mehrere Anläufe, die Ölfontäne zu stoppen, scheiterten nicht zuletzt, weil die Experten nach eigenen Worte praktisch keine Erfahrungen mit Rettungsarbeiten in einer solchen Tiefe hatten.

Erst nach rund drei Monaten konnte der Ölfluss gestoppt werden, zwei Monate später gelang es, die Quelle endgültig zu versiegeln. Insgesamt waren 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen - mehr als jemals zuvor bei einer Ölkatastrophe. Weite Teile der US- Golfküste wurden verseucht, zeitweise war in einem Drittel der US- Küstengewässer der Fischfang verboten. (ske/sda/dapd)>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 16.10.2010: <16.000 Arbeiter bekämpfen Ölpest noch immer>

Der Ölschaden geht und geht und geht nicht weg. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online; 16.10.2010; http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,723297,00.html

<AP

Reinigungsarbeiten (am 12. Oktober): Ein Arbeiter saugt Öl an der Golf-Küste ab

Ein halbes Jahr nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" hat die US-Regierung wieder Bohrungen im Golf von Mexiko erlaubt. Doch die Folgen der Ölpest sind noch längst nicht beseitigt: Tausend Kilometer Küste sind verseucht, mehr als 16.000 Arbeiter noch immer im Einsatz.

Washington - Aus den Schlagzeilen ist sie verschwunden, doch die Ölpest im Golf von Mexiko dauert an - seit einem halben Jahr. Nach wie vor treiben ölverschmierte Vögel im Meer, Marschland im Mississippi-Delta ist verseucht, vor der Küste herrscht Fangverbot für Fischer. US-Präsident Barack Obama sprach von der "schlimmsten Umweltkatastrophe, der sich Amerika je stellen musste".

Ein halbes Jahr nach Beginn der Katastrophe gab die US-Regierung jetzt bekannt, dass sie wieder Tiefsee-Bohrungen zulässt. Die Regierung in Washington spricht von "entscheidenden Fortschritten", um die Gefahren von Tiefseebohrungen reduzieren zu können. "Wir sind wieder im Geschäft", sagte Innenminister Ken Salazar.

"Bohrinseln verursachen heute im allgemeinen keine Ölpest", hatte Barack Obama noch Anfang April gesagt. Am 20. April aber explodierte die Ölplattform "Deepwater Horizon" der britischen Firma BP; elf Menschen kamen dabei ums Leben, zwei starben beim Kampf gegen die Ölpest.

Aus dem lecken Bohrloch strömten jeden Tag 8,9 bis 10,8 Millionen Liter Öl ins Meer. Bis zum Ende der Ölpest seien so rund 700 Millionen Liter (4,4 Millionen Barrel) zusammengekommen, berichteten Wissenschaftler.

Trotz des Neustarts der Ölbohrungen im Golf von Mexiko sind die Folgen der Katastrophe längst nicht beseitigt. Behörden räumen ein, dass rund 950 Kilometer Golfküste ölverseucht seien - darunter viele Strände. Wie ernst die Lage ist, lässt sich an der Zahl derjenigen ablesen, die sechs Monate danach noch immer im Einsatz sind: 16.290 Menschen seien derzeit dabei, "Küstenstreifen und Tiere zu schützen", teilt das Einsatzzentrum offiziell mit.

Bohren mit Plan B

Erschreckend sind auch die Erkenntnisse, die jetzt Stück für Stück ans Tageslicht kommen. Eine Untersuchungskommission kam jüngst zu dem Schluss, dass die Regierung zu Beginn der Katastrophe geradezu hilflos agierte. "Die Regierung erweckte den Eindruck, dass sie entweder nicht völlig kompetent war, die Ölpest zu bewältigen, oder nicht völlig ehrlich zum amerikanischen Volk, was das Ausmaß des Problems betraf." Sie habe nicht einmal gewusst, wie viel Öl tatsächlich ins Meer floss.

Hilflos, ratlos, inkompetent - das gilt auch für die Ölindustrie. Rund drei Monate fanden die Ingenieure von BP kein Mittel, die schwarze Fontäne in 1500 Meter Tiefe zu stoppen. "Es verängstigt uns alle, dass wir es nicht schaffen, die Quelle zu schließen", gab BP-Manager Doug Suttles im Mai unumwunden zu.

Kleinlaut mussten die Experten einräumen, dass sie mit einem Unfall in derartiger Tiefe keine Erfahrung hatten. Zwar gab es reichlich Methoden, Lecks zu stopfen - aber 1500 Meter unter der Wasseroberfläche funktionierten sie nicht. Reihenweise floppten Rettungsversuche. Drei Monate dauerte es, bis das Leck geschlossen war, und noch einmal zwei, bis die Quelle endgültig versiegelt war. Jetzt sagt die Regierung, in der Tiefsee dürfen künftig nur solche Unternehmen bohren, die für den Notfall auch einen "Plan B" haben.

Peer Meinert, dpa>

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20 minuten
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Burma 25.10.2010: <Ölunfall in Burma: Mindestens 14 Tote bei Brand einer Ölquelle>

Es dürfte sich um eine weitere Ölplattform handeln, die hier explodiert ist. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online; 25.10.2010;

<Ein verheerender Unfall bei einer Ölförderstelle in Burma hat bis anhin mindestens 14 Menschen das Leben gekostet.

In Burma sind beim Brand einer Ölquelle mindestens 14 Menschen getötet und 58 verletzt worden. Die Quelle nahe des Ortes Pakkoku im Zentrum des Landes sei am Sonntag aus bislang noch ungeklärter Ursache in Brand geraten, sagte ein Behördenvertreter am Sonntag.

Auch ein Tag später war das Feuer nach seinen Angaben noch nicht unter Kontrolle.

(sda)>

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Ölschaden auch im Urwald von Peru:

Im Urwald leben die Menschen direkt vom Flusswasser und sind auf saubere Flüsse angewiesen. Deswegen ist die Ölförderung im Urwald eine Katastrophe, nicht nur in Ecuador, sondern auch in Peru, wo durch die staatlich-rassistische Ölförderfirma Pluspetrol Öl in den Fluss Marañón gelangt. Aber lesen Sie selbst:

Cronicaviva online, Logo

Original:
Perú 27/10/2010: La empresa petrolera "Pluspetrol" trabaja con petroleo en la jungla y logra petroleo en el río "Marañón"

de: Cronicaviva: 2 mil varados en el Marañón por bloqueo del río; 27/10/2010;
http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/regional/selva/5988-2-mil-varados-en-el-maranon-por-bloqueo-del-rio


Übersetzung:
Peru 27.10.2010: Ölfirma "Pluspetrol" fördert im Urwald Öl und es gelangt Öl in den Fluss "Marañón"

aus: Cronicaviva: 2000 Gestrandete auf dem Fluss Marañón blockiert; 27.10.2010; http://www.cronicaviva.com.pe/index.php/regional/selva/5988-2-mil-varados-en-el-maranon-por-bloqueo-del-rio

<Dos mil pasajeros permanecen varados junto a 12 embarcaciones, debido al  bloqueo fluvial en el río Marañón que ejercen grupos de  pobladores en protesta por la contaminación de las aguas por parte de la empresa petrolera Pluspetrol.

Los dos mil pasajeros iniciaron las gestiones para el  trasbordo sólo de personas hasta el distrito de Nauta (Loreto).

La información fue dada a conocer a RPP Noticias por el capitán de la embarcación Chilmer IV, Adán Urmayabi, quien conversa con dirigentes nativos para  permitir la continuación del viaje de los pasajeros varados. 

Los autores de esta medida de protesta se niegan a levantar la medida por el incumplimiento de exigencias  de la empresa Pluspetrol tras la caída  de petróleo en el río Marañón.

Ellos exigen  presencia de una comisión de alto nivel del gobierno en Iquitos, para llegar a acuerdos y restablecer el paso de naves.

La situación se agrava en la zona de emergencia, por la falta de agua y provisiones. (RMC)>


<2000 Passagiere sind in 12 Schiffen gestrandet, weil der Fluss Marañón durch eine Blockade von Einwohnern blockiert ist, aus Protest gegen die Ölverschmutzung durch die Ölfirma Pluspetrol.

Die 2000 Passagiere begannen die Verhandlungen zur Weiterreise nur für Leute, die im Distrikt Nauta wohne (Loreto).

Die Information durch die Nachrichtenagentur RPP Nachrichten vom Kapitän an Bord des Schiffes Chilmer IV, Adán Urmayabi, der mit den Verhandlungsführern der Eingeborenen verhandelt, um die Erlaubnis für eine Weiterfahrt zu erreichen.

Die Leiter der Protestbewegung will nicht nachgeben, weil die Firma Pluspetrol ihren Verpflichtungen nicht nachkommt und weiterhin Öl in den Fluss Marañón leitet.

Sie fordern, dass eine Regierungskommission aus Iquitos sich die Lage anschaut, um ein Abkommen abzuschliessen. Erst dann sollen die Schiffe weiterfahren können.

Die Situation verschlimmert sich, weil Wasser und Vorräte zur Neige gehen. (RMC)>


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20 minuten
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Golf von Mexiko 29.10.2010: Kriminelle BP und Halliburton haben wissentlich instabilen Zement verwendet

Eine Voraussetzung, eine Bohrinsel zum Explodieren zu bringen, ist, schlechten, instabilen Zement zu verwenden. Die kriminelle BP und die kriminelle Halliburton haben das zusammen gemacht. Aber lesen Sie selbst:

aus: 20 minuten online: Deepwater Horizon: BP wusste von schlechtem Zement; 29.10.2010; http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/14243647

<Eine instabile Zementmischung dürfte die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mitverursacht haben. Sie wurde verwendet, obwohl mehrere Tests negativ verliefen.

Die von US-Präsident Barack Obama eingesetzte Untersuchungskommission veröffentlichte am Donnerstag die Ergebnisse einer Untersuchung der Zementmischung, die vor der Explosion der «Deepwater Horizon» zum Abdichten der Quelle in das Bohrloch gepumpt worden war. Diese Tests kamen zum Schluss, dass der Zement instabil war: Öl und Gas hätten in die Quelle eindringen und die folgenschwere Explosion auslösen können.

Die Zusammensetzung des Zements wurde in letzter Minute noch geändert. Dieser Mix sei nicht mehr auf seine Stabilität hin getestet worden, räumte das vom Ölkonzern BP beauftragte Unternehmen Halliburton am Donnerstag ein. Im Bericht der Kommission hiess es, von vier Tests zur Stabilität des Zements, die im Februar und April durchgeführt wurden, sei nur einer erfolgreich gewesen. Die Ergebnisse dieses letzten Tests seien BP zum Zeitpunkt, als der Zement in die Quelle gepumpt wurde, offenbar nicht bekannt gewesen.

Kein Handlungsbedarf

Allerdings besassen Halliburton und BP Resultate vom März, die zeigten, «dass eine sehr ähnliche Zementmischung wie die ins Bohrloch gepumpte instabil sein würde», schrieb Chefermittler Fred Bartlitt in einem Brief an die Kommission. Doch keines der Unternehmen habe aufgrund der Daten gehandelt. «Halliburton (und vielleicht BP) hätten eine Änderung der Zementmischung erwägen sollen, bevor sie in die Quelle gepumpt wurde», so Bartlitt.

Halliburton erklärte die voneinander abweichenden Ergebnisse mit unterschiedlichen Zementmischungen und unterschiedlichen Testmethoden. Die Ölplattform «Deepwater Horizon» war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert. Elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Aus der lecken Ölquelle flossen mehr als 780 Millionen Liter Öl ins Meer. Erst Mitte Juli konnte das Bohrloch provisorisch verschlossen werden. Bis zur endgültigen Versiegelung vergingen nochmals mehrere Wochen.

Die Kommission betonte aber auch, dass die Qualität des Zements nicht allein für die Explosion verantwortlich war: «Die Zementierung einer Ölquelle ist ein komplexes Unterfangen. Laut Industrieexperten sind Fehlschläge selbst unter den besten Umständen keine Seltenheit», heisst es in Fred Bartlitts Bericht.

(pbl/sda)>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 25.11.2010: "Berechnungen" über das ausgelaufene Öl der Horizon-Plattform waren nur Spekulationen ohne "Berechnung"

Man ersetze das Wort "Spekulation" oder "Schätzung" durch das Wort "Berechnung", und sofort sieht eine Firma viel "sauberer" aus, auch wenn es sich dabei um ein grosses Umweltverbrechen handelt. Die "US"-Regierung hat auch hier die Öffentlichkeit getäuscht. Aber lesen Sie selbst:

aus: Spiegel online: Interne E-Mails: US-Regierung täuschte Sicherheit über Ölpest-Ausmass vor; 25.11.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,731143,00.html

<Die Angaben erschienen exakt: Während der Ölpest im Golf von Mexiko veröffentlichte die Regierung der USA regelmäßig neue Berechnungen über die Menge ausgelaufenen Öls. E-Mails belegen nun, dass es sich um Spekulationen handelte.

Washington - Nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" am 20. April strömte monatelang Öl in den Golf von Mexiko. Regelmäßig veröffentlichten Behörden präzise Angaben über die ausgelaufene Menge. Doch die Regierung hatte keine verlässlichen Zahlen über das ausgetretene Öl. Das geht aus Tausenden internen E-Mails von Wissenschaftlern hervor, die nun freigegeben wurden. Dennoch verteidigt die Regierung weiterhin ihre öffentlichen Angaben.

Intern stritten Experten über die Verlautbarungen der Regierung: Der Wissenschaftler Bill Lehr schrieb in einer E-Mail, die Regierung sei mit den Zahlen an die Öffentlichkeit gegangen, bevor die Forscher ihre Arbeit beendet hätten. Er hätte es lieber gesehen, wenn die Unsicherheit deutlich geworden wäre, die in den Zahlen stecke. Alles sei lediglich eine Schätzung.

Lehrs Chefin bei der US-Wetter- und Ozeanographiebehörde (NOAA), Jane Lubchenco, erklärte in einer E-Mail, sie sei der Ansicht, dass es die Pflicht der Behörde sei, ihre beste Schätzung vorzulegen, wenn direkte Messungen unmöglich seien. Lisa Jackson von der Umweltbehörde EPA äußerte Kritik an der Präsentation der Zahlen. Sie sei "besorgt über die Sicherheit, die die Zylinder- und Tortendiagramme suggerieren", schrieb sie in einer E-Mail.

In den Dokumenten wird auch deutlich, dass den Behörden die ökonomischen Folgen ihrer Arbeit klar waren. So fragte eine NOAA-Sprecherin bei der Vorbereitung einer Pressekonferenz im August vorsorglich, welche Auswirkungen die NOAA-Zahlen auf die finanziellen Forderungen gegenüber BP hätten. Die Antwort: 4300 Dollar pro Barrel (rund 20,30 Euro pro Liter) ausgelaufenen Öls. Demnach würde BP eine Strafzahlung von 13 Milliarden Dollar drohen.

Die E-Mails waren der Nachrichtenagentur AP aufgrund einer Anfrage unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act) am Mittwoch übergeben worden.

boj/dapd>

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Spiegel
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Golf von Mexiko 9.12.2010: Die Wache der Deepwater Horizon hatte "Zigarettenpause" - und es geschahen viel zu viele Vorgänge gleichzeitig

aus: Spiegel online: Untersuchung der ölkatastrophe: Techniker berichtet von fataler Zigarettenpause; 9.12.2010;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,733772,00.html

<Reuters

Brennende Ölplattform "Deepwater Horizon": Auslöser der größten Ölpest der US-Geschichte

Fatale Zigarettenpause? Ein Techniker der "Deepwater Horizon", der wichtige Werte überwachte, war für einen Moment nicht im Kontrollraum. Das gestand er jetzt vor dem US-Untersuchungsausschuss. Kurze Zeit später explodierte die Bohrplattform. Dem BP-Konzern werden nun "plumpe" Fehler vorgeworfen.

Houston - Ein schneller Kaffee und eine Zigarette: Knapp zehn Minuten war Joseph Keith nicht an seinem Arbeitsplatz. Es könnte eine fatale Arbeitspause gewesen sein. Denn Keith überwachte am 20. April Daten der Bohraktivitäten am Macondo-Feld auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon". Zu seinen Aufgaben gehört es, die Konzentration von Kohlenwasserstoffen im Bohrschlamm zu prüfen und Alarm zu schlagen, falls diese eine kritische Grenze überschreiten.

Keith wurde vor einer Kommission in Houston befragt. Deren Vertreter untersuchen die Vorfälle , die zur größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA führten. Der britischen Zeitung "The Independent" zufolge sagte der für die Halliburton-Tochter Sperry Sun arbeitende Techniker aus, dass die Werte auf den Monitoren normal gewesen seien, nachdem er seine Pause beendet hatte.

Doch er könnte die warnenden Daten genau verpasst haben.

Keith meinte zwar, er habe ein ungutes Gefühl gehabt, da viele Aktivitäten gleichzeitig stattfanden und große Mengen von Schlamm bewegt wurde. Trotzdem hatte er nicht gefordert, die Arbeiten zu stoppen. "Ich habe einfach nicht darüber nachgedacht", sagte er dem Untersuchungsausschuss. Der BP-Leiter sei in einer besseren Position gewesen, um diese Entscheidung zu treffen, so Keith.

Als Keith schließlich auffiel, dass etwas schieflief, war es bereits zu spät: Er spürte eine Vibration, roch Gas, hörte eine Explosion. Der Techniker überlebte die Katastrophe, weil er rechtzeitig ein Rettungsboot erreichen konnte. Elf der Arbeiter starben auf der brennenden Ölplattform, die später im Golf von Mexiko versank.

Zu viele Dinge gleichzeitig

Weitere Aussagen, die bereits vor dem Untersuchungsausschuss abgegeben worden deuten darauf hin: In der Stunde vor der Explosion passierte so vieles auf der Ölplattform gleichzeitig, dass die Mitarbeiter die Übersicht über für die Sicherheit wichtige Daten verloren.

Jetzt geht die Kommission verstärkt der Frage nach, warum niemand die Arbeiten stoppte. Der Ausschuss setzt sich aus Mitarbeitern der US-Küstenwache und des Bureau of Ocean Energy Management, Regulation and Enforcement zusammen. Ende März 2011 soll der Abschlussbericht präsentiert werden.

Die Kommission wartet unter anderem noch auf die Auswertung der Daten des Sicherheitsventils, das die Explosion eigentlich hätte verhindern sollen: Der geborgene "Blowout-Preventer" wird derzeit in einem Labor der US-Raumfahrtbehörde Nasa in New Orleans untersucht.

William Reilly, der Co-Vorsitzende einer zweiten, von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Untersuchungskommission, kritisierte die beteiligten Konzerne in einer Rede schwer. Der Mineralölkonzern BP, US-Öldienstleister Halliburton und Transocean, die Betreibergesellschaft der "Deewpater Horizon" seien "atemberaubend plumpe und größtenteils vermeidbare" Fehler unterlaufen. Auch die US-Aufsichtsbehörden hätten "auf schreckliche Weise versagt".

wbr/dapd/dpa>

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20
                    minuten online

Wikileaks 16.12.2010: Ölplattform von BP explodierte vor 2 Jahren im Kaspischen Meer vor Aserbaidschan - der Fall wurde geheimgehalten

Auch BP hat's nicht im Griff. Aber lesen sie selbst:

aus: 20 minuten online: Explosion in Aserbaidschan: BP hielt Katastrophe geheim; 16.12.2010;
http://www.20min.ch/finance/news/story/BP-hielt-Katastrophe-geheim-31429967

<Wikileaks enthüllt: 18 Monate vor der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon war der Ölkonzern BP mit einem ähnlichen Unfall im Kaspischen Meer konfrontiert.

Im April 2010 verursachte der Untergang der Ölbohrplattform Deepwater Horizon (siehe Infobox) die grösste Umweltkatastrophe in der amerikanischen Geschichte. Jetzt zeigen Depeschen von US-Diplomaten, die auf der Enthüllungsplattform Wikileaks publiziert wurden, dass es bereits anderthalb Jahre vor Deepwater Horizon auf einem Öl- und Gasfeld im Kaspischen Meer zu einem vergleichbaren Unfall kam.

Der Ölkonzern BP schaffte es damals jedoch, den Vorfall geheim zu halten – vermutlich, weil es keine Toten gab. 212 Arbeiter mussten evakuiert werden. Er habe den «roten Knopf» gedrückt, nachdem ein Gasleck gemeldet worden war, zitierte die britische Zeitung «The Guardian» den Geschäftsführer von BP Aserbaidschan, Bill Schrader. Angesichts der Brennbarkeit des Gases habe BP Glück gehabt, dass die gesamte Belegschaft im Aseri-Ölfeld evakuiert worden sei und eine Explosion verhindert werden konnte, hiess es in der Depesche weiter.

«Schlechte Betonarbeiten»

Wie viel Gas austrat, ist nicht klar; jedenfalls sei es um enorme Mengen gegangen. Zwei Gas- und Ölfelder mussten monatelang geschlossen werden. Der Förderausfall belief sich auf 500 000 Barrels Rohöl pro Tag, wie der «Guardian» in seiner Auswertung der US-Depeschen berichtet.

«Schlechte Betonarbeiten» sollen laut einer der auf Wikileaks veröffentlichten US-Depeschen für die Katastrophe im Kaspischen Meer verantwortlich gewesen sein. Die Zementierung des Bohrlochs hatte auch beim Unfall im Golf von Mexiko eine wichtige Rolle gespielt; der damalige BP-Chef Tony Hayward hatte danach die US-Firma Halliburton teilweise dafür verantwortlich gemacht. Wie bei der Explosion der Deepwater Horizon versagte allerdings auch in Aserbaidschan der Blowout Preventer, eine Art Sicherheitsventil.

«Völlig von BP abhängig»

Die aserbaidschanische Regierung, die über das Unglück informiert war, hielt ebenfalls still – obwohl dem Land durch den Förderausfall täglich 40 bis 50 Millionen Dollar entgingen. Dabei hatte der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew den Ölkonzern zuvor noch beschuldigt, Öl im Wert von zehn Milliarden Dollar gestohlen zu haben und sein Land zu erpressen, um sich die Förderrechte für Gasfelder in der Kaspischen Region zu sichern.

Das rohstoffreiche Land spielt eine Schlüsselrolle bei allen Versuchen des Westens, die russische Kontrolle des regionalen Energiesektors zu brechen. Und offenbar hat BP das Sagen in Baku: Der aserbaidschanische Energieminister Natiq Alijew sagte gemäss einer Depesche der US-Botschaft in Baku aus dem Jahr 2007, sein Land hänge bei der Gasförderung «stark, wenn nicht völlig» von BP ab. Baku sei «bereit und willens zur Zusammenarbeit» mit den europäischen Staaten, doch die Regierung könne ohne die Zustimmung des Ölkonzerns nicht viel ausrichten.

Aus anderen Depeschen wird ersichtlich, dass BP die Türkei unter Druck setzte, um die Pipeline schneller fertig zu stellen, die das Gas aus der Förderregion in Aserbaidschan transportieren soll. Der damalige BP-Chef in Aserbaidschan, David Woodward, gab in einem Gespräch mit dem US-Botschafter in Baku zu verstehen, man müsse es allenfalls eben hinnehmen, wenn dadurch Sicherheitsnormen verletzt würden.

(dhr/dapd)>

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Stern
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20.12.2010: <Zentralmexiko: Explodierende Öl-Pipeline verwüstet Kleinstadt>

http://www.stern.de/panorama/zentralmexiko-explodierende-oel-pipeline-verwuestet-kleinstadt-1635947.html

<In Mexiko haben offenbar Öl-Diebe eine Explosion verursacht, bei der 28 Menschen ums Leben kamen. Bei dem Unglück in der Stadt San Martín Texmelucan wurden am Sonntag nach Angaben lokaler Medien zudem 32 Häuser ganz und 83 teilweise zerstört.>

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Spiegel
                  online, Logo

17.1.2011: <Westpazifik: Ölplattform bedroht seltene Grauwale>

aus: Spiegel online; 17.1.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,739980,00.html

<Eindringliche Warnung von Tierschützern: Der Bau einer dritten Bohrinsel vor Russland drohe den dort verbliebenen Grauwalen zum Verhängnis zu werden. Bereits der Tod weniger Weibchen könnte das Ende der Art bedeuten.

Moskau - Die letzten rund 130 Westpazifischen Grauwale werden nach Angaben von Umweltschützern von einer neuen Ölplattform vor der russischen Insel Sachalin bedroht. Die Sakhalin Investment Company mit Shell als Miteigentümer werde mit der geplanten großen Förderanlage die Nahrungsgründe der vom Aussterben bedrohten Art weiter einschränken, warnten Aktivisten am Montag. Nur noch etwa 30 fortpflanzungsfähige Weibchen seien zur Sicherung des Bestandes erhalten, sagte der Meeresbiologe des Internationalen Tierschutzfonds IFAW, Ralf Sonntag.

Der Umweltschutzorganisation WWF kritisierte insbesondere die für diesen Sommer geplanten seismischen Messungen zur Erkundung des Meeresgrundes als schweren Eingriff in die Nahrungssuche der Grauwale. Es bestehe die Gefahr, dass die Tiere durch den Lärm der Bodenuntersuchungen vertrieben und dann an Unterernährung leiden würden. "Wenn nur ein paar Weibchen sterben, kann dies das Ende der Art bedeuten", sagte der WWF-Experte Alexej Knischnikow. Laut einem Bericht der Weltnaturschutz-Union IUCN wurden dort knapp 40 Prozent weniger Grauwale als 2007 gezählt. Grauwale gibt es nur im Pazifik.

Beide Umweltorganisation wiesen auf Studien der Ölförderer hin, nach denen die zwei bereits bestehenden Ölplattformen ausreichend seien für die Gewinnung des Rohstoffs. Die flache Lagune von Sachalin sei überlebenswichtig für die Grauwale. Dort lernen die Kälber von ihren Müttern, wie sie am Meeresboden nach Nahrung suchen. "Schon letzten Sommer wurden die Wale durch die seismischen Tests massiv gestört", sagte Maria Woronzowa, Leiterin des IFAW in Russland.

Der Westpazifische Grauwal galt lange aufgrund des Walfangs als ausgestorben. Erst in den 1980er Jahren wurde er durch russische Wissenschaftler vor der Küste Sachalins wieder entdeckt. Der IFAW fürchtet jedoch, dass diese Grauwale in 15 Jahren tatsächlich ausgestorben sein werden.

boj/dpa>

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Basler
                  Zeitung online, Logo

Norwegen 19.2.2011: Containerschiff vor Norwegen produziert Ölteppich und Küstenverschmutzung

aus: Basler Zeitung online: Schweröl erreicht die norwegische Küste; 19.2.2011;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Schweroel-erreicht-die-norwegische-Kueste/story/25721106

<Das ausgelaufene Öl eines havarierenden Containerschiffes bedroht wertvolle Naturschätze in Norwegen. Für die Schutzkräfte beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Mit Sperrringen soll die Ausbreitung des Ölteppichs verhindert werden: Havariertes Containerschiff an der norwegischen Küste.

Havarie eines isländischen Containerschiffes vor Norwegen.

Öl von einem havarierten Frachter bedroht norwegische Seevogelreservate vor der Südküste Norwegens. Wie der Rundfunksender NRK am Freitag berichtete, erreichte das Schweröl aus zwei leckgeschlagenen Tanks die Inseln Akerøya und Asmaløy im Skagerrak.

Die Inseln gehören zum einzigen Meeresnationalpark Norwegens, dem Ytre Hvaler. Dort war das isländische Containerschiff «Godafoss» am Donnerstag auf Grund gelaufen.

Spezialisten am Werk

In einem Wettlauf mit der Zeit versuchten Spezialisten aus Norwegen und Schweden, eine Ausbreitung der Ölpest durch Abpumpen von Öl und das Auslegen von Sperrringen zu verhindern. Erst nach knapp 20 Stunden teilten die Behörden mit, dass kein weiteres Öl mehr aus dem Schiff entweichen könne.

Unklar blieb dabei zunächst, wie viel von den insgesamt 800 Tonnen Öl aus den lecken Tanks ins Wasser gelaufen waren und Richtung Land treiben konnten.

Der Ölteppich war nach Angaben der Umweltstiftung WWF am Freitag 10,5 Kilometer lang. «Das bedrohte Gebiet ist besonders wertvoll als Lebensraum für Seevögel, Robben und Hummerbestände und beherbergt über 220 bedrohte Arten», sagte WWF-Meeresexperte Stephan Lutter. «Unter der Meeresoberfläche erstreckt sich zudem ein Kaltwasserkorallenriff über 5000 Quadratmeter».

Der mit 439 Containern beladene Frachter war auf dem Weg vom norwegischen Frederiksstad nach Helsingborg in Schweden. Er lief am Donnerstagabend aus noch unbekannter Ursache auf Grund. Die 14- köpfige Besatzung blieb unverletzt und konnte an Bord bleiben. (mrs/sda)>

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20 minuten
                  online, Logo

22.3.2011: Öltanker bei der Inselgruppe Tristan da Cunha bedroht seltene Pinguinart und Hummer - Ratten bedrohen die Insel - das Schiff ist auseinandergebrochen

aus: 20 minuten online: Atlantik: Ölpest bedroht seltene Pinguinart; 22.3.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/22310707

<Der Tanker «MS Olivia» ist bei der Inselgruppe Tristan da Cunha auf Grund gestossen. Das ausgelaufene Öl gefährdet die seltene Spezies der Felsenpinguine und andere Tiere. Naturschützer sprechen von einer «Katastrophe».

Die ölverschmierten Pinguine von Tristan de Cunha.

Auf einer zu Grossbritannien gehörenden Inselgruppe im Südatlantik sind nach einem Tankerunglück Tausende ölverschmierte Pinguine gefunden worden. Der in Malta registrierte Tanker «Olivia» war in der vergangenen Woche in der Nähe der zur Inselgruppe Tristan da Cunha gehörenden Insel Nightingale auf Grund gelaufen und auseinandergebrochen. Das auslaufende Öl gefährdet auch die Hummerfischerei, die einzige Lebensgrundlage für die Menschen der Insel.

Die Inselgruppe Tristan da Cunha ist Teil des britischen Überseegebiets und liegt zwischen Afrika und Südamerika im Atlantik - mehr als 2800 Kilometer vom nächsten Land entfernt. Die Region ist Heimat für rund 200 000 Pinguine, unter ihnen beinahe die Hälfte des weltweiten Bestands des Nördlichen Felsenpinguins, der als bedrohte Spezies eingestuft wird.

Der Naturschutzbeauftragte von Tristan da Cunha, Trevor Glass, sprach von einer «Katastrophe». Die Behörden berichteten, dass 20 000 Pinguine mit Öl verschmiert worden seien.

Ganzes Tierreich bedroht [Ratten bedrohen die Insel - das Schiff ist auseinandergebrochen]

Ein Bergungsschlepper aus Südafrika erreichte Tristan da Cunha am Montag, an Bord ist auch ein Seevogel-Spezialist, der den Schaden begutachten soll. Zudem erwarten die Behörden auch ein Team zur Reinigung der Pinguine.

Die Sorge gelte auch der übrigen Tierwelt von Nightingale, sagte der Biologe Richard Cuthbert von der Königlichen Gesellschaft zum Schutz von Vögeln. Sollten Ratten vom Schiff auf die Insel kommen, wäre das verheerend für die Insel, auf der es bislang keine Nagetiere gibt.

Das Schiff hatte 1650 Tonnen Öl und 66 000 Tonnen Sojabohnen geladen. Die 22-köpfige Besatzung konnte gerettet werden, bevor das Schiff auseinanderbrach.

(sda)>

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Spiegel
                  online, Logo

3.4.2011: <Golf von Mexiko: BP will wieder nach Öl bohren>

aus: Spiegel online; 3.4.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,754778,00.html

<Neustart nach der schwarzen Pest: Der Energieriese BP will laut Zeitungsberichten ab Juli wieder Öl im Golf von Mexiko fördern - die US-Regierung habe dies genehmigt. Vor knapp einem Jahr hatte der Konzern dort eine der größten Umweltkatastrophen der US-Geschichte verursacht.

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London - Vor knapp einem Jahr verursachte eine BP-Bohrinsel im Golf von Mexiko eine verheerende Ölpest - jetzt dürfte der Konzern dort bald wieder Öl fördern. Das Unternehmen habe von den amerikanischen Behörden die Erlaubnis erhalten, seine existierenden Plattformen ab Juli wieder in Betrieb zu nehmen, berichteten "Financial Times" und "Sunday Times" übereinstimmend.

Im Gegenzug habe sich BP verpflichtet, den Behörden jederzeit Zugang zu den Bohrinseln zu gewähren. Außerdem habe das Unternehmen in einer Vereinbarung zugesichert, seine Notfallpläne nach der Katastrophe verbessert zu haben, bei der 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer strömten.

Ein Sprecher von BP wollte die Meldungen nicht kommentieren. Auch von den amerikanischen Behörden gab es keine Bestätigung. Allerdings hatte US-Präsident Barack Obama in der Vergangenheit mehrfach klar gemacht, dass es wieder Genehmigungen für Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko geben werde. Die Auflagen seien aber wesentlich strenger als früher. Die heimische Ölförderung ist für den Präsidenten auch nach der Ölpest eine wichtige Säule der Energiesicherheit in den USA.

BP ist den Berichten zufolge mit 20 Ölfeldern der größte Lizenznehmer für Tiefseeölfelder im Golf von Mexiko. Bisher gilt die Vereinbarung laut "Financial Times" für die zehn bestehenden Bohrinseln. Die "Sunday Times" schrieb, dass BP später im Jahr versuchen könnte, auch Genehmigungen für neue Bohrlöcher zu bekommen.

Transocean-Manager bekommen satte Boni

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hatte BP in eine schwere Krise gestürzt. Die Kosten für das Öl-Desaster im Golf von Mexiko bezifferten die Briten insgesamt auf knapp 41 Milliarden Dollar. Das Geschäftsjahr 2010 endete für das Unternehmen unterm Strich mit einem Minus von 4,9 Milliarden Dollar.

Die Ölpest hatte für die Umwelt verheerende Folgen. Es dauerte rund vier Monate, bis die defekte Quelle in 1500 Metern Tiefe geschlossen werden konnte. Eine US-Regierungskommission warf den beteiligten Unternehmen "massive Managementfehler" vor.

Eine dieser Firmen, das Schweizer Ölbohrunternehmen Transocean, rühmte sich dennoch am Wochenende für seine Sicherheit. Man habe beim Sicherheitsniveau das beste Jahr der Firmengeschichte verzeichnet, heißt es im Geschäftsbericht 2010. "Dies ist ein Ergebnis unserer Bemühungen, überall und jederzeit Zwischenfälle zu vermeiden." Die Zahl der tatsächlichen und möglichen Zwischenfälle auf den Ölplattformen des Unternehmens sei trotz der Katastrophe so niedrig gewesen wie noch nie.

Von der geringen Zahl der Unfälle bei Transocean profitieren laut Geschäftsbericht vor allem die Manager. Die Höhe ihrer Bonuszahlungen bemisst sich unter anderem nach den Sicherheitskennzahlen.

Transocean ist der größte Hochsee-Ölbohrkonzern weltweit. Das auf tiefe Bohrungen spezialisierte Unternehmen hat mehr als 18.000 Mitarbeiter und besitzt rund 140 Bohranlagen. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen 9,6 Milliarden Dollar um, der Konzerngewinn betrug 961 Millionen Dollar.

ssu/dpa-AFX>

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Financial
                  Times Deutschland online, Logo

19.4.2011: <Wo ist das Öl der "Deepwater Horizon"?> - die rund 800 Mio. Liter Rohöl haben sich auf verschiedene Gebiete verteilt: abgefangen, am Meeresboden, Ölfahnen, verdunstet, abgepumpt, abgefackelt, oder auch "abgebaut"

aus: Financial Times Deutschland online; 19.4.2011;
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:infografik-wo-ist-das-oel-der-deepwater-horizon/60041060.html

<Vor einem Jahr explodierte die Bohrplattform im Golf von Mexiko. Unmengen Öl flossen ins Meer. Für den Ölkonzern BP als Verursacher der Katastrophe geht es um Milliarden Dollar. FTD.de zeigt, wohin die 800 Millionen Liter Rohöl wahrscheinlich verschwunden sind.

[Text der Bilderstrecke]:

Dunkle Spur
Vor einem Jahr explodierte die Bohrplattform "Deepwater Horizon". Unmengen Öl flossen ins Meer. Seitdem tobt ein Streit, wo die rund 800 Millionen Liter Rohöl geblieben sind. Für den Ölkonzern BP als Verursacher der Katastrophe ist es eine Milliarden-Dollar-Frage. Um das Öl zu zerstreuen und die Angriffsfläche für Öl fressende Bakterien zu erhöhen, wurden 8,3 Millionen Liter Dispersionsmittel versprüht. Die Spätfolgen sind unklar.

[An anderer Stelle wird eine andere Zahl genannt]: 5,3 Millionen Liter Dispersionsmittel wurden von Flugzeugen aus versprüht. Die daraus resultierende Zerstreuung des öls erhöht die Angriffsfläche für Bakterien.

[17% des Rohöls wurde am Bohrloch "abgefangen"]

17%
des Öls wurden direkt am Bohrloch abgefangen. Ausserdem verteilten hier Unterwasserroboter drei Millionen Liter Dispersionsmittel. Das Bohrloch befindet sich in 1,5 Kilometern Tiefe. Die Ölvorkommen liegen vier Kilometer darunter, weit unter dem Meeresboden.

[Rund 25% des Rohöls sind "schwere Bestandteile", die am Meeresboden liegen und einen Massenmord an der Tierwelt am Meeresboden verursacht haben]

Die schweren Bestandteile
des Öls - rund 25 Prozent der Austrittsmenge - sind auf den Meeresboden gesunken. Sie haben dort Lebewesen wie Krebse, Seesterne, Korallen und Würmer erstickt. Bakterien können die Ölteppiche wsegen der verhältnismässig geringen Angriffsfläche nur sehr langsam abbauen.

[58% des Rohöls sind nun zerstäubte Öltröpfchen und bilden "Ölfahnen" im Meer]

58%
des Öls befinden sich noch im Meer. [Also: 58% des Öls schwimmt noch im Meer]. Durch die Dispersionsmittel und den hohen Druck beim Austritt haben sich Teile des Öls in kleine Tröpfchen zerstäubt, die wie Wolken im Wasser schweben. Forscher der Universität Georgia haben ausserdem in Wassertiefen zwischen 700 und 1300 Metern riesige Ölfahnen entdeckt, die bis zu 16 Kilometer lang und fast fünf Kilometer breit sind.

[25% des Rohöls sind an die Meeresoberfläche aufgestiegen und "verschwunden]

25%
des ausgetretenen Öls sind über die Meeresoberfläche auf verschiedene Arten verschwunden. Die meisten Bestandteile des Rohöls haben eine geringere Dichte als Meerwasser und steigen deswegen nach oben.

[Die Aufteilung der 25% Rohöl an der Meeresoberfläche:
10% verdunstetes Rohöl - 3% abgepumptes Rohöl - 5% abgefackeltes Rohöl - 7% von Bakterien abgebautes Rohöl]


10%
des ausgetretenen öls sind an der Meeresoberfläche verdunstet. Sie wurden zum Grossteil zu Kohlenstoffdioxid und Wasser zersetzt.

3%
wurden per Schiff von der Meeresoberfläche abgepumpt.

5%
wurden an der Meeresoberfläche verbrannt.

7%
wurden auf natürlichem Weg von Bakterien abgebaut. Die Kleinstlebewesen zersetzen die Kohlenwasserstoffe des Erdöls mithilfe von Sauerstoff oder Schwefel zu Kohlendioxid und Wasser und ziehen daraus Energie. Abbauprodukte der fotochemischen Zersetzung durch die Sonne klumpen zusammen und sinken ab.>


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n-tv
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21.4.2011: Nun klagt BP gegen Zuliefererfirmen der Bohrplattform

aus: n-tv online: Klagen wegen Ölpest: BP verlangt Schadenersatz; 21.4.2011;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/BP-verlangt-Schadenersatz-article3156456.html

<Der britische Ölgigant BP schlägt zurück. Ein Jahr nach Beginn der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verklagt der Konzern den Betreiber der nach einer Explosion gesunkenen Öl-Plattform Deepwater auf Schadenersatz. Eine weitere Klage läuft gegen den Hersteller eines Sicherheitsventils.

Der britische Ölkonzern BP will beim Betreiber der Unglücksplattform "Deepwater Horizon" 40 Mrd. US-Dollar (27,3 Mrd. Euro) Entschädigung eintreiben. Genau ein Jahr nach Beginn der Katastrophe verklagte das Unternehmen in den USA die in der Schweiz ansässige Firma Transocean, von der sie die Bohrinsel "Deepwater Horizon" geleast hatte. Das bestätigte der Konzern in London.

Außerdem geht BP geht gerichtlich gegen das Unternehmen Cameron International in Houston (Texas) vor, den Hersteller einer Einrichtung, die in Notsituationen automatisch den Ölfluss aus einer Quelle stoppen soll. In diesem Fall hatte dieser "Blowout Preventer" nicht funktioniert. Rechtliche Schritte hat BP zudem gegen das US-Unternehmen Halliburton eingeleitet. Halliburton war für die Einbetonierung der Quelle zuständig. Die Klagen wurden bei einem Bundesgericht in New Orleans (US-Staat Louisiana) eingereicht.

"Alles hat versagt"

In der Klageschrift heißt es: "Fakt ist, dass am 20. April 2010 jedes einzelne Sicherheitssystem und -instrument sowie sämtliche Kontrollvorrichtungen für die Quelle auf der Deepwater Horizon versagt haben. Dies führte zu den Verlusten durch den Unfall."

Transocean nannte die Klage einen "verzweifelten Versuch" von BP, die volle Verantwortung für die Umweltverschmutzung und die daraus entstehenden Kosten von sich zu weisen. Die Klage sei "fadenscheinig und skrupellos", hieß es in einem Statement, das der Zeitung "Financial Times" (FT) vorlag.

Die Ölplattform war am 20. April vergangenen Jahres explodiert. 11 Arbeiter starben. 780 Mio. Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle in 1500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. 48.000 Menschen kämpften gegen das Öl, das 1000 Kilometer Küste verschmutzte.

Derzeit sind rund 30 Mrd. US-Dollar an Folgekosten eingeplant. BP hat bereits Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Mrd. US-Dollar verkauft, etwa Ölfelder in Argentinien oder in der Nordsee.

Hohe Folgekosten

Die Briten haben derzeit zahlreiche offene Baustellen: Die Ölpest hatte dem Unternehmen nicht nur einen massiven Image-Schaden eingebracht, sondern im vergangenen Jahr erstmals seit Jahrzehnten einen Verlust von 5 Mrd. US-Dollar. Die Folgekosten für die Katastrophe dürften in naher Zukunft nicht versiegen.

Probleme gibt es außerdem in Russland. Dorthin hatte sich BP nach dem Golf-Desaster stärker ausrichten wollen. Ein Milliarden-Deal mit dem russischen Konzern Rosneft zu Ausbeutung von Vorkommen im Nordpolarmeer aber droht zum Fiasko zu werden.

Vorgesehen ist ein Aktientausch mit Rosneft im Wert von zehn Mrd. Pfund (rund 12,5 Mrd. Euro). Allerdings hat das russische Oligarchen-Konsortium AAR gegen die geplante Zusammenarbeit ein Veto eingelegt. Mehrere Schlichtungsversuche sind bereits gescheitert. Die neue Frist für den Aktientausch ist der 16. Mai.

dpa>


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n-tv
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3.5.2011: Erdöl im Meerwasser schädigt das Herz der Fische

aus: n-tv online: Weniger leistungsfähig: Öl schlägt Fischen aufs Herz; 3.5.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Oel-schlaegt-Fischen-aufs-Herz-article3238661.html

<Schon geringe Konzentrationen von Erdöl im Meerwasser beeinträchtigen die Entwicklung des Herzens bei Fischembryonen. Bei den ausgewachsenen Tieren äußert sich dies in einer veränderten Herzform und einer dadurch eingeschränkten Schwimmleistung.

Schon geringe Ölkonzentrationen im Meer schädigen das Fischherz.

Ölpests wie etwa nach dem Sinken der Ölplattform Deepwater Horizon oder dem Untergang des Tankers Exxon Valdez schädigen Fische im Meer auf lange Sicht, haben  US-Forscher herausgefunden. Corinne Hicken von der University of Alaska-Fairbanks und ihre Mitarbeiter führten Labor-Untersuchungen an Zebrafischen durch. Sie setzten Embryonen kurz nach der Befruchtung bis etwa zwei Tage vor dem Schlüpfen geringen Konzentrationen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen aus, kurz PAK. Diese sind in Erdöl enthalten. Dann zogen sie die Tiere für zehn bis elf Monate in sauberem Wasser auf.

Herz werden runder

Es zeigte sich, dass schon die geringe Belastung mit PAKs die Entwicklung des Herzens beeinträchtigte. Das Verhältnis von Länge zu Breite hatte sich verändert – die Herzen waren runder geworden. Damit einher ging eine verminderte Schwimmleistung der Fische. In freier Natur könne dies das Überleben der Fische gefährden, da sie vor ihren Feinden nicht mehr so schnell fliehen können. Eine Rundung der Herzkammern wird zudem mit einer erhöhten stressbedingten Sterblichkeit in Verbindung gebracht.

Auch andere Umweltschadstoffe wie zum Beispiel Dioxine könnten möglicherweise über einen ähnlichen Mechanismus Fischpopulationen langfristig schädigen. Es sei zudem denkbar, dass Chemikalien auch beim Menschen die Herzentwicklung im Embryonalstadium beeinträchtigen und Veränderungen in der Herzform hervorriefen. Dies erkläre womöglich auch Unterschiede in der Herzleistung bei Menschen. Die Ergebnisse werden in den "Proceedings” der US-Akademie der Wissenschaften.

dpa>

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gmx
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4.5.2011: BP muss für die Ölkatastrophe in Alaska von 2006 25 Millionen US-Dollar Strafe zahlen - und wird zu einem Überwachungssystem der Ölleitungen an Alaskas Nordhang verpflichtet

aus: gmx Nachrichten: Millionenstrafe für BP nach Ölkatastrophe in Alaska; 4.5.2011;
http://www.gmx.net/themen/finanzen/wirtschaft/867kl9e-hohe-millionenstrafe-fuer-bp?CUSTOMERNO=21628409&t=de1399688516.1304981821.dbe02059

<London (dpa) - Der britische Ölkonzern BP muss 25 Millionen US-Dollar (16,8 Mio Euro) Strafe für eine Ölkatastrophe in Alaska im Jahr 2006 zahlen. Außerdem verpflichte sich der Konzern, weitere 60 Millionen Dollar in ein Überwachungssystem für seine Ölleitungen an Alaskas Nordhang zu investieren.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/finanzen/wirtschaft/867kl9e-hohe-millionenstrafe-fuer-bp#.A1000146

Das teilte die US-Umweltschutzbehörde EPA mit. Bei den Unfällen im März und August 2006 waren mehr als 5000 Barrel Rohöl ausgelaufen. Die Einigung zwischen BP und den Behörden muss noch endgültig von einem Gericht bestätigt werden.


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/finanzen/wirtschaft/867kl9e-hohe-millionenstrafe-fuer-bp#.A1000146

Nach Angaben der EPA wäre die Strafe umgerechnet die höchste per Barrel, die jemals für das Auslaufen von Öl gezahlt werden müsste. BP teilte jedoch ausdrücklich mit, dass keine "per Barrel"-Geldbuße festgelegt worden sei. Am Mittwoch wurde spekuliert, die Summe könnte ein Richtmaß für die Strafe sein, die BP für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr zahlen muss.

Nach der Explosion der Plattform im Golf mit elf Toten waren allerdings 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer gelaufen - der Preis würde also tausendfach höher liegen.

BP hatte im November 2007 die Schuld an dem Unglück in Alaska eingestanden. Der "Financial Times" zufolge wollte der Konzern damit einer weiteren strafrechtlichen Verfolgung entgehen.

Das Auslaufen des Öls sei eindeutig auf "grobe Fahrlässigkeit" zurückzuführen, hieß es von der EPA. Die Strafe solle auch als Warnung für BP und andere Ölförderer gesehen werden, die Sicherheit ihrer Leitungen zu garantieren. BP hat bereits etwa 200 Millionen US-Dollar für die Überholung seines 1600 Meilen umfassenden Leitungs-Netzwerks in Alaska ausgegeben.

BP kämpft derzeit an vielen Baustellen: Neben den Folgen der Katastrophe im Golf von Mexiko beschäftigt den Konzern vor allem ein missglückter Deal in Russland. Dort hatten sich die Briten nach dem Desaster in den USA stärker engagieren wollen. Doch eine Milliarden-Abmachung mit dem russischen Staatskonzern Rosneft wurde gekippt, weil Aktionäre einer anderen BP-Partnerschaft in Russland - TNK-BP - Einspruch einlegten. Derzeit ist das Ende des Konflikts offen.>


weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/finanzen/wirtschaft/867kl9e-hohe-millionenstrafe-fuer-bp#.A1000146
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Basler
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Kanada 5.5.2011: Loch in Ölpipeline in Kanada provoziert einen Ölverseuchung mit 28.000 Barrel Öl

aus: Basler Zeitung online: Gigantische Ölverschmutzung in Kanada; 5.5.2011;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Gigantische-lverschmutzung-in-Kanada-/story/25350437

<Aus einer Pipeline in der kanadischen Provinz Alberta sind während über einem Jahr 28'000 Barrel Öl ausgelaufen. Das Leck wurde erst vergangene Woche entdeckt.

In der kanadischen Provinz Alberta kämpfen Einsatzkräfte nach dem grössten Leck einer Ölpipeline seit Jahrzehnten gegen eine gigantische Ölverschmutzung. Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, sind aus dem geborstenen Rohr nahe der Kleinstadt Peace River 28'000 Barrel (Fass zu 159 Liter) Öl ausgetreten und in den Boden geflossen, weitaus mehr als zunächst vermutet.

Die Lubicon-Cree-Indianer erklärten, wegen des Ölaustritts seien Kinder in der Region krank geworden. Die Kinder hätten über Übelkeit und Kopfschmerzen geklagt, hiess es am Mittwoch. Die Anwohner in der Nähe von Peace River beschweren sich seit über einem Jahr, dass von der Pipeline ein unangenehmer Geruch ausgehe.

Das Leck wurde Ende vergangener Woche entdeckt, die Pipeline wurde inzwischen geschlossen. Die Reparaturarbeiten dürften noch bis Ende der Woche andauern. Wie es zu dem Leck kam, ist bislang nicht bekannt.

(dapd)>

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Basler
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Skandal im Golf von Mexiko 13.5.2011: <Deepwater Champion bohrt 12'000 Meter tief>

aus: Basler Zeitung online; 13.5.2011;
http://bazonline.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deepwater-Champion-bohrt-12000-Meter-tief-/story/19626661

<Transocean schickt ein Bohrschiff in den Golf von Mexiko, das neue Tiefen erreicht. Während Kritiker warnen, reiben sich die Analysten bereits die Hände.

Der Öhlbohrkonzern Transocean (RIGN 68.42 1.39%) will ein neues Tiefsee-Bohrschiff in den Golf von Mexiko verlegen. Die Deepwater Champion soll ab Dezember im Golf von Mexiko für den US-Ölkonzern ExxonMobil arbeiten.

Bis dahin ist das Schiff noch im Schwarzen Meer stationiert. Die Deepwater Champion könne bis zu einer Tiefe von über 12'000 Metern bohren. Kritiker halten die dabei auftretenden Druckverhältnisse für schwer kontrollierbar.

Analysten reagierten positiv auf die Ankündigung, da nach dem temporären Bohrverbot der US-Regierung wegen der Explosion der Deepwater Horizon sieben der gut dreissig Bohrschiffe und - Plattformen aus dem Golf abgezogen wurden. Seit Kurzem würden wieder Bewilligungen für Bohrungen im Golf von Mexiko erteilt, womit sich die Fördertätigkeit erholen dürfte.

1 Milliarden Dividende ausgeschüttet

Die Aktionäre des US-Konzerns haben derweil in Cham ZG eine steuerfreie Dividende von rund 1 Milliarde Dollar genehmigt. Diese soll aus dem zusätzlich einbezahlten Kapital bestritten werden, welches nach der nicht bewilligten Zahlung der Dividende aus dem Vorjahr zur Verfügung steht.

Die Auszahlung der Dividende soll in vier Tranchen erfolgen, teilte das Unternehmen mit Steuersitz in Zug weiter mit. Das Handelsregisteramt Zug hatte die Ausschüttung an die Aktionäre in Form einer Nennwertreduktion im Sommer 2010 noch verhindert.

Klagen in den USA hängig

Als Grund nannte es die in den USA hängigen Klagen in Milliardenhöhe wegen der Explosion der von BP gepachteten Transocean- Bohrinsel Deepwater Horizon und der folgenden Ölpest im Golf von Mexiko.

Die Auszahlung einer Dividende aus den Reserven der Kapitaleinlagen muss anders als die ursprünglich geplante Nennwertreduktion nicht vom Handelsregister genehmigt werden. Die Unternehmenssteuerreform II ermöglicht das.

Neuer VR-Präsident

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, wurde an einer Sitzung des Verwaltungsrates J. Michael Talbert zum neuen Verwaltungsratspräsidenten gewählt. Der bisherige Präsident Robert Rose, stelle sich wegen der Alterslimite nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung, hiess es. Aus dem gleichen Grund sei auch ein weiteres VR-Mitglied ausgeschieden.

An der Generalversammlung verweigerten die Aktionäre aber dem Verwaltungsrat und dem Management die Decharge für das Geschäftsjahr 2010. Im April vor einem Jahr war es zur Katastrophe mit der Deepwater Horizon gekommen. (kpn/sda)>

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Basler
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2.6.2011: Tank-Explosion in Gibraltar - Öl strömt ins Meer

aus: Basler Zeitung online; 2.6.2011;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/TankExplosion-in-Gibraltar--l-stroemt-ins-Meer/story/30111419

<Bei der gestrigen Explosion eines Öltanks im Hafen von Gibraltar sind 15 Menschen verletzt worden, darunter auch ein Schweizer. Nun droht eine Ölpest.

Nach dem Unglück strömte Öl ins Meer und verschmutzte mehrere Strände in der Umgebung der nahe gelegenen südspanischen Hafenstadt Algeciras. Bei den verletzten Touristen handelte es sich um einen Schweizer und um mehrere Briten. Die Detonation hatte sich gestern nur wenige Meter entfernt von dem riesigen Kreuzfahrtschiff «Independence of the Seas» ereignet, das im Hafen vor Anker lag.

Wie die Zeitung «Gibraltar Chronicle» heute berichtete, erlitt ein 40-jähriger spanischer Arbeiter beim Unglück lebensgefährliche Verbrennungen. Er sei in eine Spezialklinik geflogen worden. Ausserdem wurden im Hafen ein weiterer Arbeiter und ein Polizist leicht verletzt. Das Schiff war aus Sicherheitsgründen unmittelbar nach dem Unglück in See gestochen. An Bord hätten elf Passagiere leichte Verbrennungen erlitten, sagte eine Sprecherin des Kreuzfahrtunternehmens. Ein Passagier habe sich den Arm gebrochen.

Schweissarbeiten als Ursache

Die genaue Ursache des Unglücks war nach Angaben der Regierung von Gibraltar zunächst nicht bekannt. Die Explosion hatte sich bei Schweissarbeiten an einem Tank ereignet, der mit Wasser und gebrauchtem Öl gefüllt war.

Der Deckel des Tanks flog in die Luft, der Inhalt ging in Flammen auf. Das Feuer entfachte eine solche Hitze, dass auch ein zweiter Tank in Brand geriet. Die Löschmannschaften mussten sich zurückziehen und die Flammen vom Meer aus bekämpfen.

Kein Anschlag

Da zunächst befürchtet worden war, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt haben könnte, wurden auch die britischen Streitkräfte alarmiert. Die Polizei wies jedoch darauf hin, dass es keine Anhaltspunkte für einen Terroranschlag gebe. Gibraltar ist eine Landzunge mit 30'000 Einwohnern vor der spanischen Südküste. Der «Affenfelsen» gehört zu Grossbritannien. (jak/sda)>

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20 minuten
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Ölklau in Mexiko 17.6.2011: Die Drogenmafia zapft systematisch die Ölpipelines an

aus: 20 minuten: Pipelines angezapft: Täglich werden 100 Tankwagen Öl gestohlen; 17.6.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/11911657

<Der Diebstahl von Öl hat in Mexiko Hochkonjunktur: Alleine im ersten Quartal wurde Öl im Wert von 250 Millionen Dollar entwendet. Hinter den Taten stecken meist die berüchtigten Drogenkartelle.

Immer raffinierter vorgehende Banden haben der staatlichen mexikanischen Ölgesellschaft Pemex im ersten Quartal des Jahres nach deren Angaben eine Million Barrel Öl gestohlen. Das seien bereits 50 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2010, sagte Pemex-Chef Juan José Suarez Coppel am Donnerstag in Mexiko-Stadt. Den Schaden bezifferte er auf 250 Millionen Dollar.

«Die Banden werden immer raffinierter, besser organisiert und oft haben sie diese Diebstähle mit der neuesten Technologie ausgeführt», sagte Suarez Coppel. Jeden Tag werde Pemex eine Menge Öl gestohlen, die mit 100 Tanklastzügen abtransportiert werden müsste.

Mexikanischen Sicherheitsbehörden zufolge mischen die berüchtigten Drogenkartelle beim Öldiebstahl mit. Meistens würden Pipelines angebohrt und das Öl abgezapft. Manchmal pumpten die Diebe Wasser in die Leitung, um den Druckabfall zu verschleiern. Das Anzapfen der Ölleitungen ist äusserst gefährlich; es hat dabei bereits Explosionen, Brände und Umweltverschmutzungen gegeben.

(dapd)>

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Spiegel
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"USA" 3.7.2011: Ölverseuchung im Yellowstone-Nationalpark

aus: Spiegel online: Pipeline-Bruch: Tausende Liter Öl ergiessen sich in den Yellowstone; 3.7.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,772060,00.html

<Ein Riss in einer Pipeline hat zu einer Ölkatastrophe am Yellowstone geführt.  Der Zeitpunkt hätte nicht schlechter sein können, meinen die Einsatzkräfte vor Ort: Der Fluss im Westen der USA führt gerade Hochwasser.

Hamburg - Ein dreckig-dunkler Film liegt über Teilen des Yellowstone Rivers im US-Staat Montana, Ölschlieren kleben am Uferrand. Der Grund für die Ölpest: Ein Bruch in einer Pipeline von ExxonMobil.

Hunderte Barrel Rohöl sind aus dem Rohr in den Fluss gelaufen. Stromabwärts mussten nach Behördenangaben 140 Menschen wegen der Gefahr einer Explosion sowie wegen giftiger Dämpfe vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. Gemeinden und Bewässerungsanlagen stellten die Entnahme von Wasser aus dem Fluss ein.

Der Riss sei am Freitag flussabwärts des Yellowstone-Nationalparks entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Pipeline-Betreibers ExxonMobil. Das Leck entstand in der Nähe der Stadt Billings. Unternehmensangaben zufolge sind etwa 750 bis 1000 Barrel Öl aus der geborstenen Pipeline ausgetreten, bis sie nach etwa einer halben Stunde habe abgesperrt werden können. Ein Barrel Öl entspricht 159 Litern.

"Wir sind uns der Ernsthaftigkeit dieses Vorfalls bewusst und arbeiten hart daran, ihn zu beheben", teilte das Unternehmen mit. Dabei stünden die "Sicherheit und Gesundheit" der Öffentlichkeit und der Angestellten im Vordergrund.

Einsatzkräfte bemühten sich, den Ölteppich mithilfe von Absperrvorrichtungen und absorbierenden Mitteln einzudämmen. Die Arbeiten erwiesen sich als schwierig, da der Yellowstone derzeit Hochwasser führt. "Der Zeitpunkt könnte nicht schlechter sein", sagte Steve Knecht, der Chef von Montanas Katastrophenschutz. Wie weit der Ölteppich treiben wird, lässt sich noch nicht absehen. Schleusen passiert der Yellowstone vom Ort der Verschmutzung bis zu seiner Mündung in den Missouri nicht mehr.

Der Yellowstone River gilt auf seiner gesamten Länge als einer der landschaftlich schönsten Flüsse im Westen der USA. Er entspringt im Bundesstaat Wyoming und fließt im nördlich gelegenen Montana durch den Yellowstone-Nationalpark, bevor er sich schließlich in North Dakota mit dem Missouri vereinigt.

wbr/AFP/dapd>

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n-tv
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9.7.2011: Golf von Mexiko "erholt" sich - und BP will die Entschädigung kürzen

aus: n-tv online: "Golf von Mexiko hat sich erholt" - BP stutzt Ölpest-Entschädigung; 9.7.2011;
http://www.n-tv.de/wirtschaft/BP-stutzt-Oelpest-Entschaedigung-article3773286.html

<"Im Golf von Mexiko boomt der Tourismus, die Fischgründe erholen sich und die Krabbensaison läuft auf Hochtouren" berichtet der britische Ölkonzern. Zahlungen für künftige Einbußen Einzelner seien damit nicht mehr notwendig. Aus dem 20-Mrd-Entschädigungsfonds sind erst 4,5 Milliarden ausgezahlt - und dabei soll es bleiben

Vor einem Jahr noch protestierten die Menschen am Golf von Mexiko gegen die Wiederaufnahme der Ölförderung im Golf von Mexiko.

Der britische Ölkonzern BP will die Entschädigungen für Opfer der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zurückfahren. Da sich die Region erholt habe, sollten die Zahlungen für künftige Einbußen Einzelner und Unternehmen eingestellt werden, heißt es in einem Papier des Konzerns an den Entschädigungsfonds. Demzufolge boome die Tourismusindustrie, die Fischgründe hätten sich erholt und die jüngste Krabbenfang-Saison sei die beste seit Jahren. BP hat die Kosten der Katastrophe 2010 auf 41,3 Milliarden Dollar beziffert, 20 Milliarden Dollar davon für die Entschädigung der Opfer. Bislang hat der Entschädigungsfonds mehr als 4,5 Milliarden Dollar an über 195.000 Betroffene ausgezahlt.

Alle "legitimen Ansprüche" würden weiterhin erfüllt, betont BP in dem 29-seitigen Papier. Die Bewertung künftiger Verluste müsse aber angesichts der jüngsten positiven Wirtschaftsentwicklung in der Region überprüft werden. Anfang des Jahres hatte der Konzern den Verwalter des Entschädigungsfonds, Kenneth Feinberg, bereits dafür kritisiert, mögliche zukünftige Schäden zu hoch anzusetzen.

Die BP-Ölbohr-Plattform "Deepwater Horizon" war im im April 2010 explodiert und gesunken. Bei der Explosion der Bohrinsel kamen elf Arbeiter ums Leben, im Anschluss flossen Millionen Liter Erdöl ins Meer. Die US-Küste wurde dadurch genauso wie wichtige Krabben- und Fischfang-Gewässer verschmutzt. Touristen blieben der Unglücksregion fern.

AFP>

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Stern
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16.7.2011: <Umweltkatastrophe in China: Kaputte Ölplattform verseucht Bohai-Bucht>

aus: Stern online; 16.7.2011;
http://www.stern.de/panorama/umweltkatastrophe-in-china-kaputte-oelplattform-verseucht-bohai-bucht-1706475.html#utm_source=sternde&utm_medium=zhp&utm_campaign=panorama&utm_content=snippet-links

<Das Leck in einer Ölplattform hat die Bohai-Bucht im Gelben Meer verseucht. Nach Angaben der chinesischen Behörden ist die betroffene Fläche fast doppelt so groß wie das Saarland. Zuvor war von einer erheblich geringeren Ausbreitung die Rede.

Ölkatastrophe in China: Durch ein Leck in einer Plattform ist nach offiziellen Angaben eine Fläche von mehreren tausend Quadratkilometer Meerwasser in der Bohai-Bucht im Gelben Meer verseucht worden. Die betroffene Fläche betrage 4200 Quadratkilometer, berichten chinesische Staatsmedien unter Berufung auf Angaben der Behörde für Meeresangelegenheiten. Das entspricht sechsmal der Größe Singapurs oder fast der zweifachen Fläche des Saarlandes.

Die Behörde hatte zuvor von 840 Quadratmeter verseuchter Fläche gesprochen. Nach ihrem seit Anfang der Woche auf der eigenen Website veröffentlichten Bericht bezieht sich diese Zahl jedoch nur auf die besonders stark verseuchte Fläche. Weitere 3400 Quadratkilometer seien, wenn auch in geringerem Ausmaß, ebenfalls mit Öl verseucht.

"CNOOC hat die Pflicht, zu informieren"

Die chinesischen Behörden hatten wochenlang über das seit dem 4. Juni bekannte Leck in der von der US-Firma ConocoPhillips und der staatlichen chinesischen Ölfirma CNOOC betriebenen Plattform geschwiegen. Erst Anfang Juli wurden Informationen dazu veröffentlicht. Neben Umweltschützern kritisierten vergangene Woche auch chinesische Zeitungen das lange Stillschweigen der Behörden ungewöhnlich scharf. Die "China Daily" schrieb, CNOOC habe "die Pflicht, zu informieren". In einem Leitartikel der Zeitung "Global Times" hieß es, die Meeresbehörde schütze die Ölindustrie.

Am Freitag berichtete die chinesische Handelszeitung "21st Century Business Herald", die Regierung wolle ConocoPhillips für den Schaden zur Verantwortung ziehen. Es gebe erste Pläne für Entschädigungsforderungen an ConocoPhillips China, zitierte das Blatt einen Behördenmitarbeiter.

CNOOC hatte vergangene Woche erklärt, das Leck sei weitgehend unter Kontrolle, ConocoPhilipps gab sogar an, das Loch sei geschlossen. Die Meeresbehörde sagte dagegen am Mittwoch, es ströme weiterhin Öl ins Meer. Die Behörde wies ConocoPhillips an, bis zum Schließen des Lecks die Aktivitäten in dem betroffenen Gebiet einzustellen. Nach Angaben von ConocoPhillips vom Donnerstag strömten insgesamt 1500 Barrel Öl ins Meer.>


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20 minuten
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18.7.2011: Analyse des austretenden Öls im Golf von Mexiko - Ölfahnen im Meer - Schaden noch weit entfernt

aus: 20 minuten online: Studie: Forscher untersuchen Ölleck; 18.7.2011;
http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/26042050

<Ein Forschungsteam mit Beteiligung der ETH Lausanne hat direkt am Leck der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko die Zusammensetzung des ausgelaufenen Öls bestimmt. Man erhofft sich viel vom Ergebnis.

Das Forschungsteam unter der Leitung des Woods Hole Oceanographic Institute (USA) benutzte einen ferngesteuerten Roboter, um in einer Meerestiefe von rund 1500 Metern Ölproben zu nehmen, wie die ETH Lausanne mitteilte. Es bestimmte, wie genau sich das Öl-Gas-Gemisch am Leck der Ölplattform zusammensetzte, die im Frühling 2010 explodierte.

Zudem nahmen die Meeresforscher im Umkreis von 30 Kilometern um die Unglücksstelle mehr als 200 weitere Proben in verschiedenen Meerestiefen und bestimmten auch deren Zusammensetzung. Aus diesen Messungen konnten die Wissenschaftler berechnen, wie sich die einzelnen Bestandteile verbreiten und auflösen.

Riesige Ölfahnen

Für die im Fachmagazin «PNAS» erschienene Studie übernahm Samuel Arey von der ETH Lausanne die Modellierung der verschiedenen so genannten Kohlenwasserstoffe, aus welchen Erdöl hauptsächlich besteht. So konnten die Forscher erstmals zeigen, wie sich leichte, wasserlösliche Substanzen wie Methan, Benzol oder Naphtalin ausbreiteten.

Sie beobachteten zum Beispiel, dass sich etwa 1000 Meter unter der Meeresoberfläche eine riesige Ölfahne mit der Strömung horizontal vom Leck weg in Richtung Südwesten bewegt. In einer solchen Tiefe können die leichten, volatilen Kohlenwasserstoffe - im Unterschied zu einer Ölkatastrophe an der Wasseroberfläche - nicht in die Atmosphäre verdunsten.

Noch weit entfernt Schaden

Statt dessen wandeln sie sich in andere Substanzen um. Das entstehende, komplexe Gemisch kann je nach Eigenschaften im Meer aufsteigen, sinken oder als Lösung im Wasser bleiben. So könne das Ölgemisch wohl noch weit entfernt von Leck die Lebewesen auf dem Meeresgrund schädigen, heisst es in der Mitteilung.

Laut den Wissenschaftlern hat die Studie weit reichende Konsequenzen für die Beurteilung der Auswirkungen allfälliger Öllecks tief im Meer. Die neue Methode erlaubt bessere Voraussagen, wie sich solche Verschmutzungen ausbreiten und was die Konsequenzen für das Leben in der Tiefsee sind.

(sda)>

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Spiegel
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China 19.7.2011: Die Ölpest in der Bohai-Bucht am Gelben Meer ist ausser Kontrolle - chinesische Verwaltung verschwieg Lecks wochenlang

aus: Spiegel online: Chinas heimliche Ölpest: Umweltschützer laufen gegen Ölmultis Sturm; 19.7.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,775238,00.html

<AP/ /Xinhua, Guo Xulei

China kämpft mit einer Ölpest und versucht, das Unglück herunterzuspielen: Wochenlang schwiegen die Behörden über das Ausmaß, nun wird der öffentliche Druck immer größer. Umweltschutzorganisationen fordern eine Untersuchung der Katastrophe - die Ölmultis bestreiten eine Vertuschung.

Peking - Der Umgang mit der Ölkatastrophe in der Bohai-Bucht am Gelben Meer hat in China einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Betreiber des großen Offshore-Ölfelds, sondern auch gegen zaudernde Aufsichtsorgane. Die staatliche Ozean-Verwaltung (SOA) hatte wochenlang über die Lecks geschwiegen. Dann kam die Wahrheit auch nur langsam ans Licht - via Internet-Blogs. Erst als die Meereshüter zunehmend ins Kreuzfeuer gerieten, gingen sie in die Offensive und ordneten in der vergangenen Woche einen Förderstopp auf den zwei betroffenen Plattformen des Ölfelds Penglai 19-3 an.

Angeprangert werden jetzt ConocoPhillips China (COPC), die chinesische Tochter des amerikanischen US-Ölunternehmens aus Houston (Texas) sowie seine Partner vom staatlichen chinesischen Ölkonzern China National Offshore Oil Corporation (CNOOC). Beide versichern, dass die Lecks inzwischen gestopft seien. Chinesische Beobachter zogen Vergleiche zur Ölkatastrophe von BP im vergangenen Jahr im Golf von Mexiko. Ebenso erinnerte man daran, wie im vergangenen Sommer Behörden das Ausmaß einer Ölkatastrophe an einer Pipeline nahe der Hafenstadt Dalian verschleiert hatten.

Erst sechs Wochen nach Entstehen des ersten Lecks am Grund der flachen Bucht an der nordostchinesischen Küste haben die Behörden vergangene Woche endlich Fakten präsentiert: Die Verschmutzung umfasst demnach eine Fläche von insgesamt 4250 Quadratkilometern. Ursprünglich war lediglich von 840 Quadratkilometern die Rede. Weitere 3400 Quadratkilometer seien in geringerem Maße verunreinigt, berichtete die Meeresbehörde. Zusammen entspricht das einer Fläche von etwa der Hälfte Schleswig-Holsteins.

Im Dunkeln gelassen

Es waren chinesische Blogger, die die Ölunfälle am 4. und 17. Juni via Internet publikmachten. Erst am 5. Juli traten die Meeresverwalter von der SOA an die Öffentlichkeit. "Nicht akzeptabel", fand die vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegebene englischsprachige Zeitung "Global Times" und schrieb: "Wir können nicht anders, als uns zu wundern. Ist die SOA eine ernstzunehmende Aufsichtsbehörde, die größere Zwischenfälle verhindern soll, oder die liebende Mutter, die übermäßig ihre eigenen Kinder schützt?"

In Blogs im Internet zog ein Sturm der Entrüstung auf. Auch das benachbarte Südkorea, dessen Fischer das Gelbe Meer befahren, fühlte sich "im Dunkeln gelassen", wie seine Medien beklagten. Das Unglück werde heruntergespielt. "Chinas Schweigen über die Schäden durch die Öllecks schadet seiner Glaubwürdigkeit", befand das südkoreanische Blatt "Chonsun Ilbo".

Als der Druck zunahm, ging Chinas Meeresbehörde in Vorwärtsverteidigung über und nahm das Ölunternehmen ins Visier. "COPC hat es nicht geschafft, die Situation vollständig unter Kontrolle zu bringen. Seine Bemühungen, die Ursachen der Lecks zu finden und sie zu stopfen, waren langsam", begründete das Amt vergangene Woche den Förderstopp: "Ein weiteres Leck kann jederzeit auftreten, was eine enorme Gefahr für die Bohai-Bucht darstellt."

Elf chinesische Umweltorganisationen schrieben einen Brief an Aufsichtsgremien der Aktienmärkte in New York und Hongkong, wo ConocoPhillips und CNOOC gelistet sind, und forderten eine Untersuchung. Angeblich wird eine Klage erwogen. Das US-Unternehmen bestreitet jede Vertuschung: "ConocoPhillips reagierte schnell auf beide Vorfälle." Eine umfassende Säuberung laufe. "Zuständige Behörden wurden umgehend unterrichtet, zusammen mit CNOOC."

Kopfschütteln erntete in China auch die geringe Geldstrafe in Höhe von 200.000 Yuan, umgerechnet 22.000 Euro, die gegen ConocoPhillips verhängt wurde. Es ist die höchste vom chinesischen Gesetz vorgesehene Strafe für solche Fälle - "minimal im Vergleich zu dem Schaden an der Umwelt", kommentierte die "China Daily" und beklagte: "Es ist dieses hohe Maß an Toleranz und die nachsichtige Bestrafung, die es so schwer machen, den Kampf zum Schutz der Umwelt in China zu gewinnen."

Andreas Landwehr, dpa>

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20 minuten
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20.7.2011: <Ölpest in China: Das Öl erreicht die Küste von Liaoning>

aus: 20 minuten online; 20.7.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/31320326

<Die lange geheim gehaltene Ölpest in China wird fassbar. Der erste Ölteppich verschmutzt einen Badestrand im Nordosten des Landes. Chinesische Sicherheitskräfte kämpfen gegen das Öl.

An der chinesischen Küste sind Ausläufer einer riesigen Ölpest im Gelben Meer entdeckt worden. Ein 300 Meter langer Ölteppich an einem Badestrand in der nördlichen Provinz Hebei sei auf den Störfall an einem Ölfeld in der Bohai-Bucht zurückzuführen.

Weitere Ölpartikel aus dem Leck seien an einem vier Kilometer langen Küstenstreifen in der nordöstlichen Provinz Liaoning entdeckt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf einen Behördenvertreter.

Die jüngsten Berichte über die Ausläufer der Ölpest deuteten darauf hin, dass eine weitläufige Küstenfläche verseucht werden könnte, sagte die chinesische Greenpeace-Aktivistin Li Yan. Allerdings sei sich die Bevölkerung nicht der Gefahr bewusst.

Durch die Ölpest war im Gelben Meer eine Fläche sechsmal so gross wie Singapur verseucht worden. Das Unglück wurde von den Behörden mehrere Wochen lang geheim gehalten.

Erst diesen Monat wurde die Bevölkerung informiert. Einem chinesischen Behördenvertreter zufolge tritt aus dem Leck auch weiterhin Öl aus, täglich etwa ein Liter. Die chinesischen Ölfirmen stehen derzeit wegen mehrerer Störfälle in der Kritik.

(sda)>

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n-tv
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Golf von Mexiko 26.7.2011: <Deepwater Horizon hinterlässt Spuren: Schadstoffe werden verteilt>

aus: n-tv online; 26.7.2011;
http://www.n-tv.de/wissen/Schadstoffe-werden-verteilt-article3882141.html

<Die im Golf von Mexiko untergegangene Bohrinsel Deepwater Horizon steht stellvertretend für eine der wohl größten Umweltkatastrophen der Geschichte. Nun analysieren Wissenschaftler anhand von Proben, was mit dem ausgeströmten Öl passierte. Einige Bestandteile können sogar noch weit entfernt Schäden anrichten.

Der Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon im vergangenen Jahr verursachte im Golf von Mexiko eine der schlimmsten Umweltkatastrophen der Geschichte. Noch während das Öl ausströmte, nahmen Wissenschaftler direkt über dem Bohrloch sowie in der Umgebung des Unglücksortes Proben. Die Auswertung zeigte, wie sich das Rohöl und seine einzelne Bestandteile in der Tiefsee ausbreiteten und verhielten. Die Ergebnisse sollen auch dazu beitragen, die Auswirkungen der Katastrophe auf die Umwelt besser abschätzen zu können. Die Forscher stellen ihre Untersuchungsergebnisse in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Die Deepwater Horizon explodierte am 20. April 2010 und sank zwei Tage später. Monatelang strömte Erdöl ungehindert aus, da es nicht gelang, das Bohrloch zu verschließen. Die größte Herausforderung war die Tiefe, in der die Bohrung stattgefunden hatte - etwa 1500 Meter unter des Wasseroberfläche. Erst Mitte Juli konnte das Bohrloch verschlossen und der Ölfluss gestoppt werden.

Proben mit dem Tauchroboter

Im Juni 2010 hatte das Team um Christoper Reddy von der Woods Hole Oceanographic Institution (Woods Hole/US-Staat Massachussetts) in der Unglücksregion mit einem Tauchroboter Proben genommen, vor allem direkt am Bohrloch und in einer Schadstoffwolke, die in etwa 1000 Meter Tiefe südwestwärts von der aufsteigenden Ölsäule abzweigte. Die Messungen erlaubten Rückschlüsse darauf, wie sich die Bestandteile des Rohöls, etwa Kohlenwasserstoffe wie Methan oder Benzen, im Wasser verteilten. Darüber gibt es bisher wenige Erkenntnisse, da es in so großer Tiefe noch zu keinem Bohrunglück gekommen war.

Die Forscher fanden heraus, dass ein Großteil bestimmter Kohlenwasserstoffe sowie ein bedeutender Anteil der wasserlöslichen aromatischen Verbindungen in den tiefen Gewässern blieb und nicht an die Oberfläche gelangte. So bestehe auch die Schadstoffwolke aus Kohlenwasserstoffen, die sich im Wasser gelöst haben, berichten die Forscher. Die Schadstoffe werden mit der Strömung verteilt und können auch fern des Unglücksortes noch Umweltschäden hervorrufen. Unlösliche Bestandteile hingegen stiegen an die Oberfläche oder lagerten sich auf dem Boden ab. Anders als bei einem Ölaustritt nahe der Wasseroberfläche verdampften flüchtige Bestandteile nicht in die Atmosphäre.

dpa>

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n-tv
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China 26.7.2011: Ölpest im Gelben Meer: Offizielle Zahlen der Regierung

aus: n-tv online: Ölpest im Gelben Meer: China nennt erstmals Zahlen; 26.7.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/China-nennt-erstmals-Zahlen-article3821166.html

<Wochenlang schweigen die chinesischen Behörden über die riesige Ölverschmutzung in der Bohai-Bucht im Gelben Meer. Erst anderthalb Monate nach Bekanntwerden des Unfalls nennt Peking offizielle Zahlen. Durch das Leck einer Ölplattform strömen nach Angaben des Betreibers ConocoPhillips bislang 1500 Barrel Öl ins Wasser.

Durch das Leck in einer Ölplattform in China ist nach offiziellen Angaben bereits eine Fläche von mehreren tausend Quadratkilometer Meerwasser in der Bohai-Bucht im Gelben Meer verseucht worden. Chinesische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf Angaben der Behörde für Meeresangelegenheiten, die Fläche betrage 4200 Quadratkilometer. Das entspricht sechsmal der Größe Singapurs.

Die Behörde hatte zuvor von 840 Quadratmeter verseuchter Fläche gesprochen. Nach ihrem seit Anfang der Woche auf der Behördenwebsite veröffentlichten Bericht bezieht sich diese Zahl jedoch nur auf die besonders stark verseuchte Fläche. Weitere 3400 Quadratkilometer seien, wenn auch in geringerem Ausmaß, ebenfalls mit Öl verseucht.

Chinas Zeitungen kritisieren Behörden

Die chinesischen Behörden hatten wochenlang über das seit dem 4. Juni bekannte Leck in der von der US-Firma ConocoPhillips und der staatlichen chinesischen Ölfirma CNOOC betriebenen Plattform geschwiegen. Erst Anfang Juli wurden Informationen dazu veröffentlicht. Neben Umweltschützern kritisierten vergangene Woche auch chinesische Zeitungen das wochenlange Stillschweigen der Behörden ungewöhnlich scharf. Die "China Daily" schrieb, CNOOC habe "die Pflicht, zu informieren". In einem Leitartikel der Zeitung "Global Times" hieß es, die Meeresbehörde schütze die Ölindustrie.

Die chinesische Handelszeitung "21st Century Business Herald" berichtete, die Regierung wolle ConocoPhillips für den Schaden zur Verantwortung ziehen. Es gebe erste Pläne für Entschädigungsforderungen an ConocoPhillips China, zitierte das Blatt einen Behördenmitarbeiter.

CNOOC hatte vergangene Woche erklärt, das Leck sei weitgehend unter Kontrolle, ConocoPhilipps gab sogar an, das Loch sei geschlossen. Die Meeresbehörde sagte dagegen, es ströme weiterhin Öl ins Meer. Die Behörde wies ConocoPhillips an, bis zum Schließen des Lecks die Aktivitäten in dem betroffenen Gebiet einzustellen. Nach Angaben von ConocoPhillips strömten insgesamt 1500 Barrel Öl ins Meer.

AFP>

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n-tv
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1.8.2011: <Wenn das Auto leckt: Katzenstreu hilft gegen Ölflecken>

aus: n-tv online; 1.8.2011;
http://www.n-tv.de/auto/Katzenstreu-hilft-gegen-Oelflecken-article3948146.html

<Besitzer älterer Fahrzeuge kennen das: Der Parkplatz des betagten Modells ist oft von Ölflecken verunziert. Dagegen gibt es einfache Mittel.

Hässliche Ölflecken verschandeln auch den schicksten Carport. Doch die Schönheitsfehler lassen sich relativ einfach entfernen – vor allem, wenn sie frisch sind. Ist der Fleck noch relativ neu, ist Katzenstreu das beste Mittel. Alternativ funktionieren auch Sand, oder spezielle Ölbindemittel aus dem Fachhandel. Zunächst wird die Stelle großzügig mit dem Granulat bestreut, dann gibt man ihm eine gute halbe Stunde, seine volle Saugwirkung zu entwickeln. Anschließend kann das ölige Streu mit dem Handfeger entfernt werden.

Die eventuell übrig gebliebene Verschmutzung wird mit Öl-Löser behandelt, damit das Schmiermittel wieder feucht wird. Dann kommt erneut das Katzenstreu zum Einsatz. Der Vorgang wird wiederholt, bis das Ergebnis zufriedenstellt. Öl-Lösemittel gibt es im Fachhandel, man kann es aber auch aus heißem Wasser und Spülmaschinentabs selbst herstellen.

Schwieriger wird die Reinigung, wenn das Öl bereits in den Stein eingezogen ist. Dann muss schwereres Geschütz in Form von Reinigungsbenzin oder Bremsenreiniger aufgefahren werden. Ansonsten wird wie bei frischen Flecken verfahren. In beiden Fällen gehört das vollgesogene Katzenstreu jedoch auf keinen Fall in den Hausmüll, sondern muss fachgerecht entsorgt werden.

sp-x>

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5.8.2011: Ölverseuchung im Niger-Delta durch alte, lecke Ölleitungen

aus: 20 minuten online: UNO-Bericht: Niger-Delta massiv mit Öl verseucht; 5.8.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Niger-Delta-massiv-mit--l-verseucht-16761849

<von Jon Gambrell, AP
- Bereits 1993 wurde die Ölförderung im nigerianischen Niger-Delta eingestellt. Aber noch immer strömen tausende Liter Öl aus lecken Leitungen in die Umwelt.

Seit Beginn der Ölförderung im Niger-Delta sind zwei Millionen Liter Rohöl in die Umwelt geflossen. (Bild: Keystone)

Rohöl im Trinkwassersystem, zerstörte Pflanzen und Felder – und das seit Jahrzehnten: Das ist die Bilanz eines UNO-Berichts, der im nigerianischen Niger-Delta als Folge von Ölunfällen weitreichende Umweltschäden in der Region festgestellt hat. Im Blickpunkt ist vor allem das Gebiet Ogoniland, dessen Fläche ungefähr so gross wie Portugal ist.

Obwohl die Ölförderung dort im Jahr 1993 eingestellt wurde, schlängeln sich die Pipelines und Pumpstationen des Konzerns Royal Dutch Shell und der staatlichen Ölgesellschaft Nigerias noch immer durch Dörfer und Felder – mit verheerenden Folgen.

Durch Öllecks, die von Betriebsmängeln und Vandalismus verursacht wurden, sei der Boden vollkommen zerstört, hiess es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. In einem Fall wurden demnach in einem Dorf Benzolverschmutzungen im Trinkwasser nachgewiesen, die den internationalen Grenzwert um mehr als das 900-Fache überstiegen. UN-Mitarbeiter stiessen unter anderem auf eine Region, in der bereits 40 Jahre zurückliegende Öllecks nicht gesäubert worden waren.

Reinigung dauert 30 Jahre

«Das Volk der Ogoni lebt mit der Verschmutzung jede Minute, 365 Tage im Jahr», heisst es in dem Bericht. «Da die durchschnittliche Lebenserwartung in Nigeria weniger als 50 Jahre beträgt, ist anzunehmen, dass chronische Ölverschmutzung für die meisten ihrer Mitglieder seit ihrer Geburt zum Alltag gehört.» Besonders die in Ogoniland lebenden Kinder seien betroffen, hiess es weiter.

Es werde bis zu 30 Jahre dauern, die Felder zu säubern, hiess es in dem vom Shell-Konzern finanzierten UN-Bericht. Die Vereinten Nationen schlugen vor, dass die Ölindustrie und die Regierung einen Fonds in Höhe von zunächst einer Milliarde Dollar für Reinigungsarbeiten bereitstellen sollen.

Nach Angaben von Umweltschützern sind in den 50 Jahren der Ölförderung allein zwei Millionen Liter Rohöl ins Nigerdelta geflossen.>

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n-tv
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5.8.2011: <Nigerdelta verseucht - Shell gerät unter Druck>

aus: n-tv online, 5.8.2011;
http://www.n-tv.de/politik/Shell-geraet-unter-Druck-article3988541.html

<Das Nigerdelta leidet unter der Ölförderung der Regierung und Raffinerien des Konzerns Shell. Ein UN-Bericht zeichnet ein schlimmes Bild - zentimeterhoch steht das Schwarze Gold im Grundwasser, aus dem die Einwohner ihr Trinkwasser schöpfen. Die Böden sind verseucht, krebserregende Gifte in hoher Konzentration bedrohen Einwohner. Die Aufräumarbeiten könnten 30 Jahre dauern.

Schmutziges Trinkwasser, verseuchte Böden und Krebsgefahr: Die Schäden und Gefahren durch schonungslose Erdölförderung im Nigerdelta werden erst in 25 bis 30 Jahren wieder behoben sein. Davon geht ein Bericht des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) aus, der am dem nigerianischen Staatspräsidenten Goodluck Jonathan übergeben und vorgestellt wurde. Der lange erwartete Bericht fiel damit deutlich negativer aus als erwartet. Mitverantwortlich für die Umweltkatastrophe ist der Ölkonzern Shell.

Die UNEP-Experten glauben, der Sachschaden gehe in die Milliarden. Neben den Beeinträchtigungen des Trinkwassers und damit der Gesundheit der Menschen seien vor allem die Mangrovenwälder in Gefahr, heißt es in dem Bericht. Der in der Gegend gefangene Fisch sei zwar verzehrbar, weil sich die Tiere saubere Gewässer suchen. Die Existenz der örtlichen Fischer sei aber wegen der Abwanderung der Schwärme gefährdet.

Renaturierung dauert Jahrzehnte

Dem UNEP-Bericht zufolge könnte die Aufräumaktion in Nigeria die größte der Geschichte werden. In einem Dorf im Westen des Gebietes, das größer als Bayern ist, wurden Werte des krebserregenden Giftes Benzen gemessen, die den von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagenen Höchstwert um das 900fache überschreiten. Auf dem Grundwasserspiegel, aus dem sich die Trinkwasserbrunnen speisen, wurden bis zu 8 Zentimeter starke Schichten mit Raffinerieöl gemessen.

Die schlimmsten Schäden könnten bei ernsthaftem Bemühen in fünf Jahren behoben werden. Die Renaturierung dauere Jahrzehnte. Jedoch müssten zunächst dringend die Lecks in den Leitungen gestopft werden, um weitere Verunreinigungen zu stoppen.

Für die Ölförderung im nigerianischen Ogoniland ist vor allem der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell gemeinsam mit der staatlichen nigerianischen Ölgesellschaft verantwortlich. Shell hatte die Ölförderung im Ogoniland 1993 nach Massenprotesten der einheimischen Bevölkerung eingestellt. Es werden aber weiterhin Pipelines und Raffinerien betrieben. Vor zwei Jahren endete die Klage einer Familie gegen Shell damit, dass der Konzern über 15 Millionen Dollar zahlte und so ein Urteil verhinderte.

Ogoniland "aufräumen"

Shell übernahm die Verantwortung für zumindest zwei Öllecks. "Wir werden weiter mit unseren Partnern in Nigeria, darunter die Regierung, zusammenarbeiten, um die Probleme zu lösen und die nächsten Schritte gehen, um Ogoniland aufzuräumen", hieß es in einer Stellungnahme der Shell Petroleum Development Company of Nigeria (SPDC). Ölanlagen wurden in Nigeria wiederholt von Kriminellen und Separatisten zerstört oder beschädigt.

Aus den Leitungen und Raffinerieanlagen tritt jedoch noch immer Öl aus. "Die Ölförderung ist für mehr als 50 Jahre eine Schlüsselindustrie für die nigerianische Wirtschaft gewesen. Aber viele Nigerianer haben einen hohen Preis bezahlt, wie diese Untersuchung zeigt", sagte der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogrammes, Achim Steiner. Die Wartung der Anlagen sei völlig unzureichend. Shell habe nicht einmal die konzerneigenen Vorgaben für Gesundheitsschutz und Sicherheit eingehalten.

dpa>

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Basler
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Indien 8.8.2011: Öltanker vor Mumbai provoziert Ölpest

aus: Basler Zeitun online: Vor Mumbai bahnt sich eine Ölkatastrophe an; 8.8.2011;
http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Vor-Mumbai-bahnt-sich-eine-lkatastrophe-an/story/12439851

<Aus einem gesunkenem Tanker vor der Küste Mumbais läuft seit Tagen Öl aus, das sich bereit über eine Strecke von 13 Kilometern ausgebreitet hat. Umweltschützer warnen vor gravierenden Konsequenzen.

Nach dem Untergang eines Frachters vor Mumbai ist Öl aus dem Schiff ausgelaufen und hat die Küste vor der indischen Metropole verschmutzt. Das Öl sei am Strand des früheren Bombay sowie in den nahegelegenen Gewässern entdeckt worden, teilte das für die Küstenwache zuständige Verteidigungsministerium am Montag mit.

Luftaufnahmen zeigten, dass das Öl sich über eine Strecke von 13 Kilometern ausgebreitet habe. Die Küstenwache setze Dispersionsmittel ein, um das Öl zu zersetzen, teilte das Generaldirektorat für Schifffahrt mit. Aus dem Frachter «MV Rak Carrier» liefen demnach anderthalb bis zwei Tonnen Öl pro Stunde aus.

In einen Sturm geraten

Die Regierung des Bundesstaates Maharashtra, deren Hauptstadt Mumbai ist, erklärte, das ausgelaufene Öl stelle «keine unmittelbare Bedrohung» dar. Es gebe «keinen Grund zur Panik». Umweltschützer warnten dagegen vor erheblichen Schäden der Fischbestände in der Region, da sich der Unfall während der Laichzeit ereignete. Zudem seien neben den Stränden von Mumbai auch die Mangroven-Wälder an der Küste ausserhalb der Millionenstadt bedroht.

Die 220 Meter lange «MV Rak Carrier» war am Donnerstag auf dem Weg von Indonesien zum westindischen Bundesstaat Gujarat vor Mumbai in einen Sturm geraten und gesunken. Die 30-köpfige Besatzung des Frachters, der mehr als 60'000 Tonnen Kohle sowie 50 Tonnen Dieselöl geladen hatte, wurde gerettet. (jak/sda>

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13.8.2011: Shell verschmutzt die Nordsee - Ölleck an Bohrinsel vor der Nordseeküste

aus: 20 minuten online: Verschmutzung: Shell kämpft gegen Ölleck vor Nordseeküste; 13.8.2011;
http://www.20min.ch/news/ausland/story/Shell-kaempft-gegen--lleck-vor-Nordseekueste-27844151

<Nach einem Zwischenfall an einer Öl-Bohrinsel fliesst eine noch unbestimmte Menge Öl in die Nordsee. Der Ölkonzern Shell bestätigt den Vorfall.

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell kämpft vor der schottischen Nordseeküste gegen ein Leck. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Freitagabend einen Zwischenfall an der Bohrinsel Gannet Alpha. Über die Menge des ausgetretenen Erdöls wurden jedoch keine Angaben gemacht.

Der Fluss durch die beschädigte Unterwasserleitung sei unterbrochen worden, die genaue Position des Lecks werde mit einem ferngesteuerten Gerät gesucht, und ein Schiff mit Ausrüstung für Säuberungsarbeiten sei vor Ort, hiess es in einer Mitteilung. Die britischen Behörden erklärten, ein Vorfall, bei der eine «begrenzte Menge Erdöl» austreten könne, werde untersucht. Die Bohrinsel Gannet Alpha liegt etwa 180 Kilometer östlich der Stadt Aberdeen.

(dapd)>

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Spiegel
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30.8.2011: Russisch-"amerikanischer" Öl-Deal in der Arktis - die Arktis wird angebohrt

aus. Spiegel online: Milliarden-Deal: Russen und Amerikaner starten Mega-Ölprojekt in der Arktis; 30.8.2011;
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,783449,00.html

<Ölförderung in Russland: Experten rechnen mit enormen Kosten,

Es ist ein Abkommen von historischer Bedeutung: Der US-Ölkonzern Exxon und die russische Firma Rosneft haben eine milliardenschwere strategische Partnerschaft vereinbart. Premier Wladimir Putin schwärmt von "neuen Horizonten" für den Energiemarkt.

Moskau - Der staatliche russische Ölförderer Rosneft Chart zeigen und der US-Ölkonzern ExxonMobil Chart zeigen haben sich auf ein milliardenschweres Investment geeinigt. Dabei geht es vor allem um die Erschließung arktischer Gebiete.

Das Abkommen hat ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar und sieht die Erschließung von Vorkommen in der Karasee - einem Teil der Arktis - sowie im Schwarzen Meer vor. Die gesamten Investitionen könnten bis zu 500 Milliarden betragen. Das kündigte Russlands Regierungschef Wladimir Putin nach der Vertragsunterzeichnung in seinem Urlaubsort Sotschi am Schwarzen Meer an. Eine Währungseinheit nannte der Premier nicht.

Die russischen Nachrichtenagenturen Interfax und Itar-Tass sprachen von US-Dollar, das entspräche der Summe von rund 347 Milliarden Euro. Hingegen sprach die Agentur Ria Nowosti von 500 Milliarden Rubel, umgerechnet rund zwölf Milliarden Euro, später allerdings von "immensen Summen".

USA und Russland suchen gemeinsam nach Öl

Das Abkommen hat historische Bedeutung: 20 Jahre nach Ende des Kalten Krieges wollen Amerikaner und Russen gemeinsam in die Arktis vorstoßen. Experten vermuten dort gigantische Rohstoffvorkommen, die mit dem Klimawandel und der damit einhergehenden Eisschmelze nun ausgebeutet werden können.

Da Rosneft nicht über die Technologie für Tiefseebohrungen verfügt, hatte der Konzern schon länger nach Partnern für die Erschließung von Ölfeldern in der Arktis gesucht. Vor allem auf russischem Gebiet werden gewaltige Vorkommen vermutet. Bis zu 20 Prozent des weltweit noch unerschlossenen Öls könnten sich nach Schätzung von Experten unter dem arktischen Meeresboden befinden.

Rosneft wird an Exxon-Projekten beteiligt

Im Gegenzug könne Rosneft auch auf ExxonMobil-Feldern in Texas oder im Golf von Mexiko arbeiten, sagte Putin. Auch die Teilnahme an ExxonMobil-Projekten in Drittländern sei möglich. "Das heutige Ereignis wird sicher von den Weltenergiemärkten begrüßt werden, weil sich dadurch neue Horizonte auftun", sagte Putin. Die Vereinbarung sehe auch den Bau eines Forschungszentrums und gemeinsames Training vor.

Im Mai war der britische Ölkonzern BP nach monatelangen Verhandlungen als möglicher Rosneft-Partner ausgeschieden . Die Briten wollten durch ein Joint Venture mit dem russischen Staatskonzern die Milliardenkosten der Ölpest im Golf von Mexiko hereinholen. Mit Exxon hat Rosneft nun einen neuen, starken Partner gefunden: Die Amerikaner sind nach Börsenwert das größte Unternehmen der Welt.

Aktuelle Untersuchungen prognostizieren zwar enorme Kosten bei der Ölförderung in der Arktis - allein schon, weil das Areal schwer zugänglich ist. Trotzdem fasziniert kaum ein Gebiet auf der Welt die Öl- und Gasfirmen derzeit so sehr. Der große Vorteil der Arktis gegenüber den arabischen Staaten: Hier schlummern große Rohstoffvorkommen fernab von politischer Instabilität.

dis/dpa>

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Basler
                    Zeitung online, Logo

6.9.2011: Ölpest in der Arktis ist absehbar - mit unabsehbaren Folgen

aus: Basler Zeitung online: Experten warnen vor "unkontrollierbarer" Ölpest; 6.9.2011;
http://bazonline.ch/ausland/europa/Experten-warnen-vor-unkontrollierbarer-lpest-/story/21419228

<Unter den grossen Energiekonzernen hat der Ölrausch in der Arktis begonnen. Wissenschaftler sind alarmiert: Die Folgen einer Ölpest im Eis wären verheerend. Und die Notfallpläne der Firmen sind ungenügend.

Vor einer Woche gaben der russische Ölriese Rosneft und der US-Konzern Exxon (XOM 70.035 1.05%) ihre historischen Pläne bekannt: Gemeinsam wollen die beiden Giganten Ölvorkommen in der Arktis erkunden. Kaum wurde bekannt, dass die beiden Firmen neue Grenzen erobern wollen, wurden schon die ersten Stimmen laut, die vor den Gefahren von Ölbohrungen in der Arktis warnten. Oder besser gesagt davor, was passieren könnte, wenn es im ewigen Eis zu einer Ölpest kommt.

Glaubt man Peter Wadhams, Professor für Meeresphysik an der Universität von Cambridge, könnte eine Ölkatastrophe in der Arktis zu einem unkontrollierbaren Desaster werden. Gegenüber der englischen Zeitung «Telegraph» sagte Wadhams: «Es könnte äusserst schwierig, wenn nicht sogar unmöglich werden, bei einem Ölleck unter dem Eis eine Umweltkatastrophe zu verhindern.» Laut dem Wissenschaftler ist das Projekt von Exxon und Rosneft das riskanteste Bohrvorhaben, das jemals unternommen wurde.

Überschätzter Notfallplan

Der Professor aus Cambridge ist bei weitem nicht die einzige Person, die bezüglich des Arktis-Ölrausches Alarm schlägt. Als vor einigen Tagen der Ölpest-Notfallplan der schottischen Firma Cairn Energy an die Öffentlichkeit gelangte, liess der «Guardian» das Dokument vom emeritierten Professor Richard Steiner, einem Experten für Ölkatastrophen, analysieren. Das Verdikt über den Notfallplan der Firma – diese hat bereits mit den ersten Bohrungen vor Grönland begonnen – ist vernichtend. Gegenüber der Zeitung meinte ein besorgter Steiner: «Cairn unterschätzt das potenzielle Ausmass und die Auswirkungen auf die Natur dramatisch.» Mehr noch: die Firma überschätze die Wirksamkeit von klassischen Massnahmen gegen Ölteppiche.

Polaraktivist Ben Ayliffe von Greenpeace, in deren Namen Professor Steiner den Plan von Cairn Energy unter die Lupe nahm, verdeutlicht: «Ein Ölleck im arktischen Eis würde so etwas wie die Katastrophe im Golf von Mexiko geradewegs harmlos aussehen lassen.»

Die Tücken der Arktis

Was Richard Steiner mit der Wirkungslosigkeit von klassischen Massnahmen meint, verdeutlicht er in einer Liste: Beispielsweise würden Ölsperren und Absauganlagen im ewigen Eis nicht funktionieren. Des Weiteren müssten Betreiberfirmen einem Austreten von Öl während des arktischen Winters tatenlos zusehen. Ein Entlastungsschacht zur defekten Quelle könnte bis zum Frühling nicht gebohrt werden. Das Öl würde somit während Monaten bis zum Frühling ungehindert ins Meer fliessen.

Steiners Aufzählung von Überlegungsfehlern und Schwachstellen im Cairn-Plan geht ad infinitum. Offenbar hat der Konzern weder an die erschwerenden Bedingungen der beinahe totalen Dunkelheit in den Wintermonaten gedacht, noch daran, dass die tiefen Temperaturen das Öl zähflüssig werden lassen, was wiederum die üblichen Dispergiermittel unwirksam macht.

Die Reaktion von Cairn Energy auf die vernichtende Kritik des Spezialisten für Ölunglücke liess nicht lange auf sich warten. Der Notfallplan sei von der Regierung Grönlands, von einem dänischen Umweltinstitut sowie von Spezialisten für Ölunfälle überprüft und für robust erklärt worden. Selbstverständlich steht für Cairn, wie auch für die anderen Ölkonzerne, welche Interesse an Arktisbohrungen bekunden, einiges auf dem Spiel. Immerhin warten laut der «Independent» nördlich des Polarkreises rund 160 Milliarden Barrel des schwarzen Goldes auf sie. Dies entspricht etwa einem Viertel der bisher unerschlossenen Ölreserven.

Wanderndes Öl

Derweil betont Professor Peter Wadhams die Langzeitfolgen einer Ölpest in der Arktis. Ein Teil des ausgetretenen Öls, so der Wissenschaftler, könnte unter der Eisdecke gefangen werden. Dort wäre es für Aufräumarbeiten nicht zugänglich und würde innert kurzer Zeit in eine neue Eisschicht eingearbeitet werden. «So würde das Öl dann im Eis eingeschlossen durch die Arktis wandern und käme erst im Frühling mehrere Hundert oder Tausend Meilen vom eigentlichen Leck entfernt ins Meer.» (kpn)>

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20 minuten
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12.9.2011: Ölschaden: Pipelinebrand in Kenia: <Pipeline-Drama in Kenia: Frauen und Kinder brannten "wie Feuerholz">

aus: 20 minuten online; 12.9.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/13834420

<In Kenia ist in einem Armenviertel von Nairobi eine Benzin-Pipeline explodiert. Es gab über 120 Tote und viele Verletzte. Augenzeugen berichten von schlimmen Szenen.

Fototexte:
1 Die Anteilnahme nach dem verheerenden Pipeline-Zwischenfall am 12.9.2011 in Kenia ist gross.
2
Das Feuer hat mehrere Hütten in einem Armenviertel bei Nairobi zerstört.
3
Die Menschen schauen den Rettungskräften zu.
4
Über 100 Personen sterben beim Versuch, Öl von der Pipeline abzuzapfen

Das Unglück habe sich am Montag am Stadtrand von Nairobi in einem Slum ereignet.

Bei der Explosion einer Pipeline in Kenia sind nach Behördenangaben mindestens 120 Menschen getötet worden. Die Leitung explodierte am Montag in einem Slum der Hauptstadt Nairobi und geriet anschliessend in Brand. Die Opfer hatten offenbar versucht, die lecke Benzinleitung anzuzapfen.

Die tatsächliche Opferzahl sei vermutlich noch höher, da weitere Leichen in einem Fluss nahe der Unglücksstelle vermutet würden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung von Nairobi. Die Explosion ereignete sich am frühen Morgen im Industriegebiet Lunga Lunga, das in einem dichtbesiedelten Slum liegt.

Ein Augenzeuge berichtete, die Pipeline habe ein Leck gehabt und Slumbewohner seien herbeigeströmt, um den austretenden Treibstoff aufzufangen. Plötzlich habe es einen lauten Knall gegeben, und Rauch und Flammen seien hoch in den Himmel geschossen. Gemäss einem Polizeisprecher wurde das Feuer durch eine brennende Zigarette ausgelöst.

Er habe Frauen und Kinder gesehen, die «wie Feuerholz brannten», sagte ein Anwohner. «Das Allerschlimmste war eine Frau, die mit ihrem auf den Rücken gebundenen Baby verbrannte.»

Im Fluss gestorben

Einige Opfer sprangen in einen nahegelegenen Fluss, nachdem ihre Kleidung und Haare Feuer fingen. Viele von ihnen erlagen dann im Wasser ihren schweren Verbrennungen. Die Polizei spannte ein Netz quer über den Fluss, damit die Leichen nicht davongetrieben werden.

Auch viele der Elendshütten in der Nähe der Pipeline gerieten in Brand, ihre Blechdächer verbogen sich in der Hitze der Flammen. Feuerwehrleute versuchten, den Brand mit Schaum unter Kontrolle zu bringen, Polizei und Soldaten sperrten die Unglücksstelle ab.

Gemäss Fernsehberichten wurden zahlreiche Verletzte in Spitäler gebracht. An der Unglücksstelle irrten Kinder, viele in Schuluniformen, auf der Suche nach ihren Eltern umher.

Der kenianische Ministerpräsident Raila Odinga zeigte sich tief bewegt und sagte bei einem Besuch an der Unglücksstelle, es seien Ermittlungen eingeleitet worden. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon drückte seine Trauer über die Opfer der Brandkatastrophe in einer Botschaft an die Regierung und die Bevölkerung von Kenia aus.

Immer wieder schwere Unglücke

Pipeline-Lecks und Unglücke von Tanklastwagen locken in Afrika oft viele arme Menschen an, die die Gelegenheit nutzen wollen, um illegal Treibstoff oder Öl abzuzapfen. Dabei kommt es häufig zu durch Funken ausgelösten Grossbränden mit zahlreichen Opfern.

Vor zwei Jahren waren 122 Menschen ums Leben gekommen, als nordwestlich von Nairobi ein Tanklaster explodierte. Anwohner waren zuvor mit Benzinkanistern zu dem Lastwagen geeilt.

(sda/dapd)>


In Afrika brennen immer wieder Pipelines








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n-tv
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14.9.2011: Ölschaden: BP trägt Hauptschuld am Golf von Mexiko

aus: n-tv online: US-Behörden geben BP Hauptschuld an Ölpest im Golf; 14.9.2011;
http://www.n-tv.de/ticker/US-Behoerden-geben-BP-Hauptschuld-an-Oelpest-im-Golf-article4307491.html

<Washington (dpa) - Knapp eineinhalb Jahre nach der Ölpest im Golf von Mexiko haben US-Behörden dem britischen Konzern BP die Hauptschuld an der Katastrophe zugewiesen. Aber auch andere, wie das Schweizer Unternehmen Transocean und die US-Firma Halliburton, seien mitverantwortlich, heißt es in dem Report der Küstenwache und der für die Überwachung der Ozean-Energiegewinnung zuständigen Behörde. Wie in Berichten anderer Stellen und Gruppen wird die fehlerhafte Versiegelung des Bohrlochs mit Zement als Hauptursache für die Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» bezeichnet.

Quelle: n-tv.de / dpa>

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14.9.2011: Und neues Leck am Golf von Mexiko

aus: 20 minuten online: Leitungen stillgelegt: Wieder Ölleck im Golf von Mexiko; 14.9.2011;
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31188301

<Rund ein Jahr nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist es zu einem Leck an einer Öl-Pipeline gekommen. Betreiber Chevron schweigt über das Ausmass.
Im Golf von Mexiko ist Öl aus einer Pipeline entwichen. Der US-Energiekonzern Chevron legte am Dienstag nach eigenen Angaben ein Netzwerk an Leitungen still. Das Unternehmen reagierte jedoch nicht auf mehrere Anfragen, wieviel Öl in die Natur entwichen ist.

Die Region erholt sich immer noch von den Folgen der Umweltkatastrophe im vergangenen Jahr, als mehr als vier Millionen Barrel Öl vor Louisiana ausliefen.

Eine Sprecherin der Bundesbehörde für Energiemanagement in Meeren erklärte, von den Berichten zu wissen und diesen nachzugehen. Die Küstenwache teilte mit, nicht über ein Leck vor der Küste informiert worden zu sein.

Chevron hat zwei Plattformen in dem betroffenen Förderbereich, der in flachem Wasser rund 40 Meilen vor Venice im Bundesstaat Louisiana liegt.>

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tv-orange, Logo

1.10.2011: Geplante Pipeline quer durch Kanada mit aller Naturzerstörung inklusive

aus: tv-orange: 1200 km Pipeline durch ein nördliches Paradies; 3.10.2011;
http://tv-orange.de/2011/10/1200-km-pipeline-durch-ein-noerdliches-paradies/

<„Petro-Kanada“ will Global-Player werden – Naturzerstörung generalstabsmäßig angelaufen.

Dass Kanada ein riesiges Territorium umfasst, beinahe so groß wie gesamt Europa und der zweitgrößte Flächenstaat der Erde ist, wird nicht jedem so bekannt sein. Kanada hat mit nur 34 Millionen Einwohnern auf einer Fläche von 10Millionen Quadratkilometern außer den US-Amerikanern niemanden als Nachbarn. Ballungsgebiete menschlicher Ansiedlungen gibt es nur im Süden des Landes, das von Atlanik und Pazifik in Osten und Westen und vom kalten arktischen Ozean im Norden begrenzt wird.Vielleicht sind es die riesigen Ausmaße des Landes, die räumliche Entfernung zum Standort, die dazu führen könnten, dass die Kanadische Regierung den geplanten Bau der „Northern Gateway Pipelines“ 2012 genehmigen wird? Eher nicht, es sind wie überall in den westlichen Industriestaaten ganz andere Motive. Die Genehmigungsverfahren laufen seit geraumer Zeit und werden bald beendet sein.

Eine Rohöl-Leitung und eine weitere parallel verlaufende Gas-Leitung werden dann quer durch den „Great Bear Rainforest“ gebaut.>

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n-tv
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8.10.2011: Ölschaden vor Neuseeland: <In der von der Havarie betroffenen Bucht leben unter anderem Wale, Delfine und Pinguine>

aus: n-tv online: Neuseeland kämpft gegen Katastrophe: Frischer Ölfleck entdeckt;
http://www.n-tv.de/panorama/Frischer-Oelfleck-entdeckt-article4483786.html

<Die Entwarnung erwies sich als trügerisch: Aus dem havarierten Frachter vor Neuseeland tritt doch weiter Öl aus. Die Bergungsteams sind im Dauereinsatz, um eine Umweltkatastrophe abzuwenden. Es ist ein Wettlauf um die Zeit.

Drei Tage nach der Havarie des Containerschiffs "Rena" an einem Riff vor Neuseeland strömt weiterhin Schweröl in den Pazifik. Inzwischen seien rund 20 Tonnen davon ins Meer gelangt, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf die Bergungsteams.

Die Experten versuchen in einem Einsatz rund um die Uhr, den 236 Meter langen Frachter aus Liberia zu stabilisieren, um eine Ölpest zu vermeiden. Die Experten befürchten, dass das 32 Jahre alte Schiff auseinanderbricht. In seinen Treibstofftanks sind noch rund 1500 Tonnen Schweröl.

Noch ist der Wind günstig

Am Samstagmorgen hatte die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde (MNZ) noch mitgeteilt, es trete kein Öl mehr aus. Stunden später kündigte Verkehrsminister Steven Joyce jedoch an, es seien bei einem Kontrollflug neue Ölspuren gesichtet worden. Der Ölteppich bewege sich wegen des günstigen Windes allerdings von der Küste weg, hieß es.

"Wir sprechen nach wie vor von einem katastrophalen Ereignis", sagte der Bürgermeister von Tauranga, Stuart Crosby. "Wir haben aber das beste Bergungsteam der Welt zusammengestellt." Die "Rena" war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor der Hafenstadt an dem Astrolabe-Riff auf Grund gelaufen und leckgeschlagen.

Das Gebiet in der Plenty-Bucht ist ein Paradies für Seevögel und wegen der Natur und der Badestrände auch bei Touristen beliebt. Bislang sind rund zwei Dutzend ölverklebte Vögel eingesammelt worden, darunter fünf Zwergpinguine. Tierschützer befürchten, dass es weitere tote Vögel gibt, diese aber wegen des Gewichts des Öls versunken sind.

Wetterumschwung droht

Die Fachleute versuchen, das Schweröl im Frachter von beschädigten in unbeschädigte Tanks zu pumpen und diese zunächst zu versiegeln. Anschließend soll das Öl in ein Spezialschiff umgeladen werden. Insgesamt sechs Schiffe, darunter vier der Marine, sollen sich an der Operation beteiligen.

Zugleich bemüht sich die Besatzung, weiter Wasser aus überfluteten Laderäumen zu pumpen. Die Schlagseite des Frachters ging inzwischen von 14 auf 11 Grad zurück. Das bereits ausgelaufene Öl soll von der Wasseroberfläche eingesammelt werden - der Einsatz von Lösungsmitteln blieb weitgehend erfolglos.

Allerdings soll am Montag schlechtes Wetter mit Sturm und starkem Wellengang aufkommen. Dies könnte die Bergung erheblich erschweren. Außerdem soll ein Teil der rund 2100 Container mit Holz, Milchpulver, Fleisch und Fisch entladen werden, um Gewicht von dem Schiff zu nehmen. Die "Rena" hat jedoch keine eigenen Kräne.

Ein Sprecher des griechischen Reeders räumte ein, dass der Frachter schwere Schäden erlitten habe. Seiner Ansicht nach besteht aber keine unmittelbare Gefahr, dass dieser auseinanderbricht.

dpa>

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Spiegel
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20.10.2011: Frachter Rena verbreitet Ölschlick und Milchpulver vor Neuseelands Küste

aus: Spiegel online: Havarierter Frachter "Rena": Ölschlick verdreckt Strände in Neuseeland; 20.10.2011;
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,793046,00.html

Frachter Rena mit schiefen Containern,
                            auf einem Riff aufgelaufen vor Neuseeland
Frachter Rena mit schiefen Containern, auf einem Riff aufgelaufen vor Neuseeland (REUTERS) [1]

<Neuseelands Behörden versuchen nach der Havarie des Frachters "Rena" weiterhin, eine schlimmere Ölpest zu verhindern. Inzwischen verschmiert Ölschlick die Küste, auch massenhaft Milchpulver aus Schiffscontainern wurde angeschwemmt.

Wellington - Von dem verunglückten Containerschiff "Rena" vor Neuseeland wird nach tagelanger Unterbrechung wieder Öl abgepumpt. Das teilte die neuseeländische Schifffahrtsbehörde MNZ am Donnerstag mit. Schlechtes Wetter hatte die Arbeiten seit Montag unterbrochen. Das 47.000-Tonnen-Schiff droht weiterhin auseinander zu brechen. In diesem Fall könnten mehr als 1000 Tonnen Schweröl auslaufen.

Unterdessen landet immer mehr öliger Schlick an die Küste - was nun erste Konsequenzen für die Bewohner hat: Eigentlich ist das kommende Feiertagswochenende der Auftakt des Frühlings in Neuseeland. Das geplante Fest zum Start der Saison für Tiefseefischerei in der Bucht von Waihau wurde aber nun abgesagt. Die Bucht liegt zwar rund 200 Kilometer von der Havariestelle entfernt, doch wurden an den weißen Sandstränden am Donnerstag erstmals öliger Schlick sowie tote Vögel und Leder aus einem der Frachtcontainer angeschwemmt. Etwas weiter, an der Nordspitze des East Cape, wurde zudem massenhaft Milchpulver gefunden.

Bislang sind 88 Container von Bord gerutscht. Das Schiff war vor gut zwei Wochen vor Tauranga im Norden der Nordinsel Neuseelands auf ein Riff gelaufen und hat inzwischen schwere Schlagseite.

In der Nähe des Riffs, auf dem die "Rena" liegt, ist nun ein 100 Kilometer langer Sandstrand in Gefahr. Das Gebiet wurde für Besucher gesperrt. Freiwillige Helfer waren im Einsatz, um Vögel zu bergen und Ölreste einzusammeln. In einer Auffangstation für ölverschmierte Tiere wurden nach Angaben der Schifffahrtsbehörde 288 Vögel aufgepäppelt, 1323 seien bisher verendet. Es würden aber nicht mehr so viele verschmierte Vögel gefunden wie zuvor. Soldaten und Freiwillige füllten am Strand von Maketu Spit 800 Säcke mit öligem Schlamm.

Seit der Havarie sind rund 350 Tonnen Öl ins Meer gelangt, etwa 100 Tonnen konnten abgepumpt werden. Nach Angaben von Bergungsleiter Bruce Anderson schwammen am Donnerstag Taucher zum Maschinenraum auf der Steuerbordseite. "Sie versuchen, einen trockenen Zugang zu den dortigen Tanks einzurichten", sagte Anderson.

boj/dpa>

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20 minuten
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19.11.2011: Nun hat auch Brasilien seine erste lecke Ölbohrinsel - Täter: Chevron

aus: 20 minuten online: Leck vor Brasilien: ölkonzern Chevron verpennt Katastrophe; 19.11.2011;
http://www.20min.ch/finance/dossier/erdoel/story/-lkonzern-Chevron-verpennt-Katastrophe-24151417

<Der amerikanische Chevron-Konzern war schlecht auf das Leck an einem seiner Bohrlöcher vorbereitet. Das teilt die brasilianische Polizei mit, vor deren Küste schon hunderttausende Liter Öl ins Meer liefen.

Chevron sei «völlig unvorbereitet auf einen Notfall wie diesen» gewesen. Das sagte der Leiter der Abteilung für Umweltvergehen der Bundespolizei am Samstag. Chevron war am 7. November erst vom brasilianischen Ölkonzern Petrobras auf das undichte Bohrloch aufmerksam gemacht worden.

Nach Angaben der Umweltschutzbehörde Ibama waren bis Freitag über 400 000 Liter Öl ins Meer gelaufen. Chevron versucht noch immer das Leck zu schliessen und hat 18 Schiffe für die Säuberungsarbeiten im Einsatz.

(sda)>

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Financial
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Brasilien 21.11.2011: Chevron bekommt eine Busse von 25 Mio. Euro - und die Förderrechte werden "geprüft"

aus: Financial Times Deutschland online: Bohrunfall vor Brasilien: Ölunglück peinigt Chevron; 21.11.2011;
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:bohrunfall-vor-brasilien-oelunglueck-peinigt-chevron/60132335.html

<Der Ölkonzern steht vor hohen Strafforderungen: Aus einem Bohrloch vor der Küste Brasiliens sollen rund 2400 Barrel Öl ausgetreten sein. Brasilien verhängt eine erste Geldstrafe von 25 Mio. Euro und will die Förderrechte prüfen.
von Matthias Ruch  New York und Raniah Salloum, Berlin

Dem US-Ölkonzern Chevron  drohen wegen eines Bohrunfalls vor Brasiliens Küste harsche Konsequenzen auf einem seiner wichtigsten Zukunftsmärkte. Am Montagabend verhängte die Umweltbehörde Ibama eine erste Strafe von umgerechnet 20,5 Mio. Euro gegen das Unternehmen. Der Umweltminister des Bundesstaats Rio de Janeiro, Carlos Minc, hatte zuvor von einem "Umweltverbrechen" gesprochen. "Sie haben wichtige Informationen über das Leck vertuscht und Fotos verheimlicht, die das wahre Ausmaß des Unglücks zeigten", sagte der Chef der brasilianischen Energiebehörde, Haroldo Lima.

Milliardenreserven vermutet

Chevron und der Plattformbetreiber Transocean  könnten zudem Förderrechte für die brasilianische Tiefsee verlieren. Minc will die Lizenzen prüfen lassen. Brasilien zählt mit seinen riesigen Ölvorkommen zu den wichtigsten Förderregionen für die Energiekonzerne. Allein in der See vor Rio sollen bis zu 50 Milliarden Barrel ruhen. Bis 2020 will das Land zum drittgrößten Ölförderer hinter Russland und Saudi-Arabien aufsteigen. Chevron hatte 2009 Investitionen in Brasilien von 5 Mrd. Dollar angekündigt.

Sollten die Verstöße des US-Konzerns über menschliche Fehler hinausgehen, seien deutlich härtere Strafen möglich, sagte der Chef des Umweltdezernats der Bundespolizei. Die Behörde ermittelt. Minc etwa klagt, Chevrons Notfallteam habe erst nach zehn Tagen die Arbeit aufgenommen. Im Fall einer Verurteilung könnte das Unternehmen bis zu fünf Jahre von Ausschreibungen ausgeschlossen werden. Die Verantwortung für das Unglück hat es übernommen.

Tausende Barrel ausgetreten

Der Vorfall zeigt erneut die Gefahren von Tiefseebohrungen. Weil Chevron nach eigenen Angaben "den Druck unterschätzt" hat, ist seit dem 8. November Öl aus einem Bohrloch in 1200 Metern Tiefe ausgetreten. Die Energiebehörde sprach von bis zu 330 Barrel täglich, Chevron von insgesamt 2400. Mittlerweile soll das Loch geschlossen sein. An der Bohrung ist auch der staatliche Ölkonzern Petrobras beteiligt.
Nach der Explosion der BP-Plattform "Deepwater Horizon" 2010 waren geschätzt knapp fünf Millionen Barrel aus einem Bohrloch 1600 Meter unter der Meeresoberfläche geströmt. Anders als bei BP  reagieren die Investoren im Falle Chevron noch entspannt: Die Aktie hat seit dem 8. November knapp sieben Prozent verloren und liegt damit im Schnitt der US-Aktien.>

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Financial
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24.11.2011: Brasilien suspendiert alle Ölbohrungen von Chevron vor der brasilianischen Küste - Ölleck schon bei der "Probebohrung"

aus: Financial Times Deutschland online: Nach Ölunfall: Brasilien verbietet Chevron Ölförderung; 24.11.2011;
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:nach-oelunfall-brasilien-verbietet-chevron-oelfoerderung/60133398.html

<Über 380.000 Liter Öl sind nach Schätzungen bereits vor Rios Küste ins Meer geflossen - mindestens. Chevron übernimmt die volle Verantwortung für den Unfall Anfang des Monats - und muss neben dem Förderverbot auch mit hohen Geldstrafen rechnen.

Brasiliens Behörden haben nach dem Öl-Unfall vor der Küste des Landes sämtliche Bohraktivitäten des US-Konzerns Chevron  auf brasilianischem Territorium suspendiert. Das Verbot gelte so lange, bis die Ursachen für den Ölaustritt geklärt und die Verantwortlichen gefunden seien, teilte die Nationale Erdölagentur ANP am Mittwoch in Rio de Janeiro mit. Die Entscheidung beruhe auf Analysen und technischen Beobachtungen, "die auf Seiten des Konzessionärs (Chevron) Fahrlässigkeit bei der Ermittlung fundamentaler Daten für die Bohrungen" zeigten.

Umweltkatastrophe: Streit um Ölleck vor Brasilien
Bei dem Ölunfall waren im Ölfeld Frade im Campos-Becken rund 370 Kilometer nordöstlich Rios tausende Barrel Öl ausgetreten. Chevron hatte für den Vorgang die volle Verantwortung übernommen. Ursache des Ölunfalls sind möglicherweise Fehler bei der Druckberechnung für eine Bohrung. Der Präsident von Chevron Brasil, George Buck, sagte am Mittwoch bei einer Anhörung im Parlament in Brasília: "Ich bitte das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung aufrichtig um Entschuldigung." Er hoffe, dass Chevron weiter Partner Brasiliens bleiben könne.

Chevron war am Montag mit einer ersten Strafe in Höhe von 50 Mio. Reais (20,5 Mio. Euro) belegt worden. Doch muss der Konzern mit weiteren Bußgeldern rechnen, die die Summe mehr als verdreifachen könnten.

Bei der Probebohrung im Frade-Feld war es am 7. November zu Problemen gekommen. Am Tag darauf wurde ein Ölteppich auf dem Meer entdeckt. Chevron schätzt, dass insgesamt 2400 Barrel Öl (381.600 Liter) austraten. Andere Schätzungen liegen jedoch noch deutlich darüber.>

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n-tv
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Kolumbien 13.12.2011: Erdrutsch beschädigt Kolumbiens grösste Ölpipeline - Verseuchung des Flusses Pamplonita ist absehbar - Notstand in Cucuta

aus: n-tv online: Leck in grösster Pipeline: Kolumbien droht Ölverschmutzung; 13.12.2011;
http://www.n-tv.de/panorama/Kolumbien-droht-Oelverschmutzung-article4988316.html

<Nach einem Erdrutsch droht in der Umgebung der kolumbianischen Stadt Cúcuta eine Umweltverschmutzung durch Erdöl. Durch die Erd-und Gerölllawine war am Sonntag die größte Pipeline Kolumbiens beschädigt, austretendes Erdöl droht nun den Pamplonita-Fluss zu verseuchen, die wichtigste Wasserquelle Cúcutas. In der 900.000-Einwohner-Stadt an der Grenze zu Venezuela riefen die Behörden der Notstand aus, wie die örtliche Presse berichtete.

Nach Angaben des staatlichen Erdölunternehmens Ecopetrol kann die Reparatur bis zu zwei Wochen dauern. Bis dahin wurde die Wasserzufuhr für Cúcuta vom Pamplonita-Fluss unterbrochen.

Durch die starken Regenfälle der vergangenen drei Monate sind in Kolumbien bereits 141 Menschen ums Leben gekommen. Rund 540.000 Menschen wurden von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

dpa>

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Tagesanzeiger online, Logo

"USA" 13.12.2011: "Fracking"-Ölförderung nimmt anderen das Wasser weg und nimmt Verseuchung in Kauf - und den Ölgiganten ist das egal

aus: Tagesanzeiger online: 600.000 neue Jobs und ein grosses Problem; 13.12.2011;
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/600000-neue-Jobs-und-ein-grosses-Problem/story/22350169

<Von Philipp Löpfe.

Klimakonferenz hin oder her: In den USA boomt die Öl- und Gasindustrie dank einer neuen Fördermethode. Dabei ist nicht nur das Klima, sondern auch die Wasserversorgung in Gefahr.

Seit rund zwei Jahren steigt die Ölproduktion in den Vereinigten Staaten wieder an, und dies nicht durch die umstrittenen Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko. Der neue amerikanische Ölboom findet auf dem Festland statt. Trotzdem ist er nicht weniger umstritten. Schuld daran ist eine neue Fördermethode, das so genannte Fracking.

Halbe Million Fässer pro Tag - [und die Ölindustrie nimmt den Bauern das Wasser weg]

Beim Fracking wird eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien mit grossem Druck in das öl- oder gashaltige Gestein gepumpt. Damit kann man Reserven erschliessen, die mit den bisherigen Methoden unerreichbar waren. Fracking hat so die US-Öl- und Gasindustrie zu neuem Leben erweckt. Mit dieser Methode werden heute bereits eine Halbe Million Fässer pro Tag gefördert, im Jahr 2020 könnten es gar drei Millionen Fässer sein. Ebenso ergiebig ist Fracking beim Schiefer-Gas. Bereits ein Drittel des amerikanischen Naturgases wird auf diese Weise erschlossen. Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt: Rund 600'000 neue Jobs sind entstanden. Kein Wunder ist die Erdölindustrie zu einer grossen Hoffnung der US-Wirtschaft geworden.

Der neue Erdölboom ist jedoch ein zwielichtiges Geschenk. Es verhindert eine rasche Umstellung auf nachhaltige Energien und verschärft so die CO2-Problematik. Zudem braucht Fracking sehr grosse Mengen Wasser. Zum Beispiel das Eagle Ford-Ölfeld in Texas: Es ist erst vor drei Jahren erschlossen worden und liefert bereits heute rund sechs Prozent des gesamten Ölverbrauchs von Südtexas. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn genug Wasser zur Verfügung stehen würde. Doch in Texas regnet es bekanntlich selten. In diesem Sommer wurde gar eine Rekorddürre verzeichnet. Deshalb ist zwischen den Ranchern und den Öltycoons ein Kampf um das knappe Nass entbrannt. «Alles dreht sich heute um Wasser», sagt David Porter von der Texan Railroad Commission, die auch die Ölindustrie überwacht. «Jedermann macht sich darum Sorgen.»

Ölgesellschaften kaufen Wasserrechte - [Ölgesellschaften kaufen den Bauern und Gemeinden die Wasserrechte weg]

Der Kampf ist einseitig. Um ein Kornfeld zu bewässern, das einen Gewinn von 200'000 Dollar abwirft, braucht es etwa gleich viel Wasser wie um ein Ölfeld zu fracken, das Öl im Wert von 2,5 Milliarden Dollar hergibt. Das Resultat dieses einseitigen Kampfs fasst das «Wall Street Journal» wie folgt zusammen: «Quer durch das ganze Gebiet des Bundesstaates haben die Ölgesellschaften alle Wasserrechte aufgekauft und die Bauern, aber auch die Gemeinden, bei Auktionen locker überboten. Angeführt von Exxon und Mobile Corp. bohren sie auch neue Quellen an, rund dreimal mehr als vor fünf Jahren. Manchmal kommen sie dabei sogar den Wasserwerken der Städte in die Quere.»

[Es ist alles in Gefahr: das Trinkwasser, das Ackerland, bestehende Wassersysteme - die Fracking-Chemikalien verseuchen alles]

Selbst in den Staaten, die über genügend Wasser verfügen, ist Fracking zu einer Bedrohung geworden. Es kann beispielsweise sauberes Trinkwasser verschmutzen. Oder Ackerland und bestehende Wasserleitungen gefährden. Deshalb warnt die Stadt New York, dass wegen dem Fracking die alternden Tunnels ihrer verzweigten Wasserversorgung einstürzen könnten und fordert entsprechende Schutzzonen. Mit Chemikalien versetztes Fracking-Wasser könnte zudem grosse Umweltschäden anrichten. Bestehende Kläranlagen sind nicht in der Lage, dieses Abwasser aufzubereiten. Im Bundesstaat New York will nun der Gouverneur, Andrew Cuomo, der Öffentlichkeit das Recht einräumen, sich dazu zu äussern und abzuklären, wie Fracking mit Regeln und unter Aufsicht sicher gemacht werden kann. Erst, wenn die bohrenden Fragen der Bevölkerung gelöst seien, soll weiter gebohrt werden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)>

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Fotoquellen
[1] tote Zone unter explodierter Ölbohrinsel: http://www.20min.ch/news/dossier/oelpest/story/-Tote-Zone--unter-Bohrinseln-entdeckt-13604388


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